Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
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Hetzer bai Inhalt de« Gesetzentwurfes vder die Zwangöanletb«. der tu aLernäcdstrr Zeit dem Reichs- rat zugehl, Weitz die .Deutsche Sing. Ztg." miizuleUen, daß eS sich um einen «nlridebetrag von 60 Milliarden handelt. Soweit bisher in Aussicht genommen fei. seien von dem AnIcihrzVang besreit Vermögen 6U 100 000 X nab Einkommen Lttvo M4 40 000 X.
Die Havasmekbung erinnert daran, daß der Vertreter Belgiens Iaspar Len in diesem Artikel enthaltenen Klauseln nicht zugestimmt habe und sagt weiter, daß der französische Ministerpräsident der Ansicht sei, daß sich die französische Regierung über diesen Punkt ihre Ansicht Vorbehalten müsse, bis weitere Nachrichten eingegangen seien. Der Ministerpräsident hab« bis jetzt noch keine offizielle Kenntnis von dem Entwurf der Denkschrift erhalten, und er wünsche erst «ach Kenntnisnahme des Wortlauts eine Entscheidung zu treffen. Havas hält es aber für wahrscheinlich, daß das Schriftstück i'eute von Darthou dem Ministerpräsidenten überbracht wird. Die Havasmeldung erklärt weiter, daß Iaspar auf formelle Weisung der belgischen Negierung gehandelt habe, aber er die Zustimmung zu Artikel 6 verweigerte. Wenn Varthou nicht die gleiche Haltung habe einnechmen könuen, so sei das zweifellos geschehen, weil er glaubte, in gewissen Konserenzkreisen unüberwindlichem Widerstand zu begegnen und well er sich nicht mit Paris In Verbindung setzen konnte. Jedenfalls sei der französische Ministerpräsident entschlossen, diese Angelegenheit persönlich zu entscheiden, weil er jede Meinungsverschiedenheit mit der Belgischen Regierung als besonders unangenehm betrachte.
Eenua, 2. Mai. Barr^re erklärte ht der Rach- Mittagssitzung des ersten Unterausschusses, daß er vormittags von Paris Instruktionen erhalten habe, die ihm die Unterzeichnung der Denkschrift in Lsr russischen Frage unmöglich machten. Er müsse neue Instruktionen ebmotten.
schreiten. Er habe keinesfalls den Wunsch, die Genueser Konferenz zu torpedieren, wie gewisse Blätter behaupteten. Was Rußland betreffe, so werde Frankreich in der Trage der Vorkriegsschulden fest bleiben, hinsichtlich der tatsSchltchen Kriegsschulden sei er ie- doch für Zugrsttindnifle. Poincare sagte außerdem, er sehe keine RoNvendigkeit. den Obersten Rat vor Anfang Juni zusammenruberufen. Zn diesem Zeitpunkt würden die Interalliierte« in der Lage sein, endgültig zu wissen, ad Deutschland Innerhalb der ihm gewährte« Zeitgrenze bis 31. Mat beabsichtig«, die Entscheidung deS SntschüdigungsauSschustes aazu- netzwen.
Tte „OderdeiMcke Zetkxn -' etWInt ie**«al wöchentlich.— Lezilgsorei» menatlbt 19 Mk. Für ousfaUenbe Nummer» Inlctg« Streik, ooet et««entarer gietaniVk kein Ersatz. — Verlag non Dr. L. Klserotd. — Ttutf her UniiL-lSudbbreiierei von Job. 8«g. stoch, Markt 2123. — itetwutediet M, Poss!ch««k»»to: Nr. 5015 Am! Frankiurt a. Main.
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Blutige Zusammenstoß« mit der Polizei.
Berlin, 2. Mai. Heute Nachmittag demonstrierten die städtischen Arbeiter g*gen die Ablehnung des letzten Schiedsspruches durch die Stadtverordnetenversammlung vor dem Rathause. GS wurden Reden gehalten, und schließlich gegen 71/» Uhr versuchten die Demonstranten, die Postenkette zu ^durchbrechen und in das Rachaus gewaltsam einzudringen. Die Schutzpolizei mußte mit ansgepslanztem Bajonett und gezogenen Säbel eingreifen. Dabei wurden etwa zehn Personen verletzt. Die Verwundeten wurden ins Nathans getragen, einige von ihnen mußten Krankenhäusern zugesührt werden. (Btgrn v,10 Uhr abends zogen dir Demonstranten ab. Zehn Personen 1000 Mark für den einzelnen Beamten Beamten eine wurden jestgenonrmen.
Barth»« atgeretst.
Genua, 2. Mai. Barlhou ist heute mit dem Kabinettschef Laminautt nach Paris abgereist.
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Herabsetzung der Entschäb gungsfumme auf 45 Milliarden.
London, 2. Mai. Der diplomatische Mitarbeiter der „DailH News* in Genna berichtet, daß Aartho» PoincarS einen neuen Plan Llsqd Georges für eine umsasiende Regelung der inirralliierten Kriegsschulden und der Eu^äd'gnngrn überbringe. Dicser Plan sehe vor, daß der Betrag her Entschädigungssumme auf 110 Milliarden festgesetzt werde und da«n in zwei Kategorien geteilt werde, die eine in 65 und die andere in 45 Milliarden. Die erste Zahl stelle dar die gesamt« 6«nr»e drr interalliierten Schulden nnd würde vorläufig vollkommen beiseite gestellt «erde», und von Deutschland würde nicht Beriet, daß es irgendwelche Zahlungen dieser k me leiste Die Lbrinen 45 Milliarden würben das unmittelbare Entschadigungr-roblem bilden. Sei einer solchen Herabsetzung der EntfchLdigungsschuld kSn«e Deutschland eine internationale A n l e ib « a«f- teflen, die beispielsweise die Schulden für die »Schsten 5 Jahre decken könne. Die Vnnalme des ie«en Planes würde das gesamte Ezr^LSdi««xgs- tzroblem auf eine neue Grundlage stellen.
Der Berichterstatter erörtert dann die Aus- stchtrn dieses Problems und komme zu einem £7/*.- Iigen Ergebnis.
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München, 2. Mai. Im Fechenbach-Pwzetz wurde beute Dr. Eugen Fischer, & tret 6t im Untersuchungsausschuß als Sachverständiger vernommen. Er erklärte «. <l: Streng wissenschaftlich genommen waren auch schon die Sperrungen, die Eisner vorgenornrnen hat, eine FSsschung. Wenn bet der Veröffentlichung des Schriftstückes Eisner alles weggelassen hat, waS geeignet war, den Friedenswillen der deutschen Regierung zu unterstreichen, so hat er dem Inhalt deS Berichtes die wichtigere Hälft« entwendet. EiS'ier hab« geflissentlich mit ungeheuerer Geschicklichkeit alleS^ WaS geeignet war, den Willen der der deutschen Regierung zur Erhaltnug bei Frieden! zu beweisen, weggelassen. Der überleitende Text EiSnerS gehörte nach dem Urteil del Sachverständigen zu dem Verräterischsten, wal in seiner Ausgabe des Berichtes vorhanden ist. Der Sa^rrständige fährt fort, daß nicht nur alles, wal den KriegSwillen Deutschlands beweisen könnte^ in der gekürzten Fassung erhalten geblieben ish solcher« auch allel nute tstriche« wurde, was den Verbündeten an dem Bericht gefallen konnte. In der EiSnerschen Behauptung liege eine bewußte Ent« stell«ng der Gedanken des Inhaltes des BerichteG vor und zwar unter der Tendenz den Willen der deutschen Regierung zum Krieg glaubhaft zu mache» »ich den Verbündeten Beweilmaterial für diesen Willen z« liefern. In längeren Ausführung«« befaßte sich der Sachverständige kamt mit der Tatsache, daß die russische Regierung «ml Gründe« der Daichanellenpolitik den europäischen Krieg wollte, und da- ihr Streben dahin ging, um jeden Preis eine Verständigung zwischen Oesterreich und Serbien, wofür sich England und Deutschland ein setzten, zu vereiteln. Di« EiSnersche Lerösfentlichung müsse all Fälschung brzeichnet werden, der sog. gute Wille EklnerS sei nicht viel mehr all gute Einbildung Bä Eisner war entscheidend für btt Veröffentlichung die innerpolitische Wirkung, und sie be» zweckt«, das erlöschende Feuer bet revolutionären Begeisterung in Deutschland wieder anznfache«. Eisner erwtel sich nicht all Staatsmann tmb Politiker, sondern all Literat. El sä die Pflicht änel jeden deutschen Publizisten, darauf hinzuweifen. ba| das Dokument Eisners eine Fälschung war. 06 der Friede ander! «ruSgefallen wäre, wenn die EiSnersche Veröffentlichung nicht Vorgelegen oder wenn sie die Aktenstücke ganz wiedergegeben hätte, möge dahin- gestellt bleiben. Jedenfalls wäre dem Friede» von von Versailles eine seiner Spitzen gene«<! men, die da! deutsche Volk heute in hartem Kamps» zu beseitigen sich bemühen müsse. !
Es folgen dann eine Reihe von Fragen *an die' Sachverständigen, in bereit Verlauf auch ber in der deutsche» Kriegserklärung en Frankreich erwähnte Bombenabwurf französischer Flieger auf Bahnanlagen in der Gegend von Nürnberg eing hend besprochen wurde. Es wurde dann nachdrücklich darauf hinge« wiesen, daß die Bombenabwürfe, die in Wirklichkeit nicht siattfanden, in der deutschen Kriegserklärung nur eine ganz nebensächliche Rolle spielten. Die Hauptgründe waren die vielfachen Grenzverletzungen französischer Truppen an der Westgrenze. NkbrigenI wurde dal Telegramm der deutschen Reichs, regierung an den deutschen Botschafter in Paris über die Kriegserklärung durch die französische Telegraphenverwaltung derart verstümmelt, daß kein Wort davon, mit Ausnahme der Erwähnung der Bombenabwürfe verständlich wat.
In der Nachmittagssitzung wurde «. <t Ingenieur Dr. Noaggerath vernommen. Er gibt auf Grund genauer Verachtungen und ständigen Verkehr! mit bett amerikanische» Behörden fein Urteil dahin ab, daß die EiSnersche» Dokumente selbst heute noch beinahe ausschließlich de r Grund für die deutsch- feindliche Stimmung und die Aufsassung der Schuld- frage in Amerika seien. Im Anschluß hieran verbreitete sich Dr. Karl über den geistigen Krieg der viele Jahre vor dem Bdtfrieg im AuSlande gegen Deutschland mit allen Mitteln geführt worden sä.
■Snieigenorei« heträof kür hie 9 gefp. Zell« ober deren Na«« t M. fit bm Mtllv v-etrr. amtliche und aneeoärtlae 1J0 Mk. Ändere Soaltendrelten «ach e«Upr»chend«r BereÄnunq. 6r4t «inlautend« eMt drn Raum «bet S«It« «innrdmrad« zeigen lind wir berechtigt, nach d«r I«rtfnaltenbreUe za toö<« «nd m berechnen. Soge«. Reklamen berechnen wir die Tol.-Zeile mit 9.00 Äk. Jeder Rabatt gilt rl« Barra butt. Bet »nslunft durch die Eejchäftdltell» enB Xkrmtttlueg bet ««geböte 1 Mk. 6on6etgeb6bt.
Ser tailMMe Setfrog.
Die «erahnte des EntschSdlgunsAauSschuffe».
Paris 2. Mat. Der EntschSdigungsauSschuh hat heute, wie Havas mtnetrt, offiziös über den Bericht des juristischen SachversländtgenauSschusseS betreffend die Folge» beraten, die der deutsch-russische Vertrag von Rapasso auf die Erfiiklung der deutschen Ent- kchLdtgmtgLverpflichtungen habe» könnte.
Eine französische Aweckmeldung.
Baris, 2. Mai. Der Sonderberichterstatter deS .Oeuvre" in Genua glaubt zu wissen, Tschitscherin habe gestern dem tschechoslowakischen MinisterprSss- denten V e n e s ch im Laufe einer Unterredung erklärt, Rußland könne den Vertta, von Versailles hier nicht unterzeichnen, aber wenn die Sowfetreglerung de jure anerkannt werd«, so würde Re sich bemühen, eine Erklärung zu verösfentllcken. die alS eine Art Anhang lu diesem Vertrag« aufzufoffen sei und durch den sie den Vertrag alS eine Tatsache anerkenne und sich verpflichte, die Klaufeln zu achten, die Rußland verres- fen. Tschitscherin hab« sogar htnzugefkgt, die Sero|et- regierung sei, wenn nötig, bereit, den «ertrag von Rapallo aufzuheben.
Marburg
3. Mkl!
Part!, 2. Mai. Die «ationaiiftUche .Liberi^" rrhält von ihrem Sonderberichterstatter tot Genua fol fendeS Telegramm:
Barlhou hat nach Paris Borickläae Lloyd Georges tiitflenemmen, die einem Ultimatum recht äUnitd! sehen. Wenn Frankreich ihm nicht in seiner tilssisck«!- Volttik biS aufs äußerste folge, werde er allein mit be» Sowjets verhandeln. Wenn Frankreich es rb lehne, nach San Remo zu g'dkit, wo Lloyd George vor dem 31. Mai eine Tagung des Obersten Rates »bsedalten wissen wollte, werde er da! ol? eine A-1 Bruch betrachten. Tiefe drohende Halning habe Sestern zu dem bedauerlichen Ergebnis gefsidrt. das- vartbou Belgien allein gegen die für Rußland 6e- ftimmte Denkschrift protestieren ließ. Wenn wir nicht Unsere letzten Freunde unterstützen, fügt der Bericht «rstatter hinzu, inuten wir Gefahr, morgen gänzlich allein dazustehen. Wenn wir nickt reagieren, wird Lloyd George uns zwingen, uns seinem Pkan zu fügen, ber Abrüstung und Verzicht auf die Entschädigungen bedeutet.
ztmlnichs SWimh oeccn EWemImg tos Wen Silis.
Paris, 2. Mai. (Havas.) Poincar6 hat noch immer keine offizielle Einladung zur Teilnahme am
Obersten Rat erhalten. Er fei auch weiterhin oer Ansicht, daß eine derartige Zusammenkunft gegenwärtig nicht angebracht wäre. Man müße den Derfalltag vom 31. Mai abwarten und die Entscheidung, die der Entschädigungsausschuß im Falle der Feststellung einer absichtlichen Verfehlung Deutschlands treffen werde. Er sei außerdem der Ansicht, daß jeder Meinungsaustausch über die eventuell zu ergreifenden Maßnahmen unter »en gegenwärtigen Umständen zwecklos fä. Eine Aussprache über den deutsch-russischen Vertrag von Rr- pallo und seine politischen, wirtschaftlichen und so- star milttärischen Folgen erscheine dem französischen Ministerpräsidenten verfrüht. Er sei der Ansicht, daß es bester sei, das vollständige «nd endgiltige Ergebnis der Konferenz von Genua abzuwatie«.
Der „Petit Parisien* glaubt in der Lag« zu sein, den Standpunkt.der ftanzcfische« Regierung in der Frage des Zusammentritts des Obersten Rates wie folgt zu präzisieren:
1. Wenn der Oberste Rat zusam»«ntritt, mutz tt seine Tagung anderwärts als in Genua ab- halten. PoincarS fei der Ansicht, datz ht der Nachbarschaft von Deutschland nicht verhandelt werden könne.
2. Dem Entschädigungsausschuß stehe es zu, -'m 81. Mai zu erklären, ob Deutschland seine Verpflichtungen vorsätzlich nicht erfüllt h«be. Dieser Ausschuß habe vollkommene Machtbefug- «i s s e. Er könne tun, was er wolle. Im Falle datz er eine oder mehrere vorsätzlich« Verfehlungen s feststelle, mutzten die Verbündete« miteinander ver- j handeln über die zu ergreifenden Mcktznahmen.
3. Cine augenblickliche Zusammenberufung des ; Obersten Rates zur Prüfung des deutsch-ruisischen ! Vertrages sei nicht notwendig: es erscheine viel- Mehr bester, mit der Prüfung dieses Vertrages zu Warten, bis die Konferenz von Genua beendet fei.
Barls, 2. Mat. Dem Parlier Sonderbericht- kftattrr des .Daily Chronicle" zufolge fagl« Poin- tore vor den Vertretern der britiscken Presse, et hoffe, daß der Tag niemals komme, wo Frankreich dazu ge- ttoe6at Werve, #t einer isolierten eutlon zu
England.
Die Frage der „SrLe«Sbesch«ldigte»^.
London, 2. Bat. Im Unterhaufe fragte gestern Sir Joh» Ducker, ob der Premierminister fehl in der Lage fet den Bericht zu vetSffe»tltchen, der im Januar von dem vom OberRen Rat zur Dertchterssat- tung über das Verfahren gegen dl« deutschen KriegS- belckuldlgten in Leipzig ernannten JnristenauSichuffe verfaßt worden war und ob ferner der Premierminister den Grund mtttetlen köir»e, weshalb dteie KriegS- befckuldigten nicht gemäß dem Vertrag von Versailles unverzüglich ti>geurteilt werden fönten »nd ob schließlich die Abneieilung vieler KrtegSbefchuldlgten Gemäß dem Friedensvertrag bald erwanel weiden könne. Chamberlain erwiderte, die Antwon auf die erste Frage laute verneinend. ES werde über diese Angelegenheit zwischen den verbündeten Regierungen Weiler beraten. Die in dem zweiten und drillen TeU der Anfrage berühnen Punkte feie» vom Dberften Rat noch nickt erwogen worden.
Englisches PecroleumvertanfSmonopol in Rußland.
Pari!. 2. Mai. Rack einer Meldung der .Information" aus Genua ist gestern in Rapallo ein Vertrag zwischen der Sowjekregterung und der englischen Pekroleum-Gesellschast Shell verössentlicht worden, durch den di« Gesellschaft das Monopol für den Transport »nd Verkauf des russischen Petroleum! er- hält.
Sie Beteiligen Mimen.
Se » ua, 2. Mai. Die De»?f-Hrifi wnrbe fente kArnb den Rusten übersandt "«ter Vorbehalt der nachträgliche» Zustimmung der französische» und orlsischen Regierung.
Blättermeldungen »«5 Genua zufolge enthält die den Rusten übergLbene Denkschrift im wesentlichen folgende Bestimmungen: Die russische Regierung verpflichtet fick, die revolutionären Bewegungen in anderen Staaten nicht zu unterstützen. Sie erkennt di« öffentlichen Schulden an die ver- 'chiedenrn Regierungen an. Die Mächte gewähren einen Zahl«ngsaufsch»b auf Kapital und Zinsen. Die Verbündeten übernehmen keine Haftung für Schäden der Gegenr«»olution. Die Herabminderung der russischen Kriegsschulden soll innerhalb einÄ allgemeinen Abkommens der Verbündeten über die interaSiierten Schuldkii erfolgen. Die SoNjetrcgier«ng erkennt die Schulden drr verschiedenen russischen Regierungen gegenüber Ausländern an. Sie verpflichtet sich, mit den Vertretern der Inhaber russischer Papiere ein Abkommen über oie Wiederaufnahme des Anleihedienstes zu treffen. Wenn dieses Abkommen nicht zussande kommt, wird die Entscheidung einem gemischten Schi'ds- gericht von Vertretern der au-ckänd'schen Inhaber russischer Papiere, der russischen Regierung, und einem vom Obersten Gerichtshof Amerikas rrein- lesetzten Vorfitzcnden übertragen. Die rusfifchORe- z'erring verpflichtet sich zur RSSgabe de, ausländischen Kapitals ober zur Kompensation. Ueber die Form ber Kompensation hat ein Schiedsgeri^ i« entscheiden, bas aus einem Vertreter der russischen Regierung und derjenigen Ration befteht, bet der betreffende Eigentümer angehört. Schlietzlich bestimmt die Denkschrift, daß die russisch« Reg «- rung Anordnungen zum Schutz bet Ausländer tref Fen muß. Den Russe« ist zur Beautwortung feixe bestimmte Frist gesetzt worben.
Mimch Siiitrte.
Keine Unterzeichnung durch Frankreich.
Paris, 2. Mai. Havas meldet: Der französische Ministetprästdent drahtete gestern an di« französische Abordnung in Genu» und ersuchte si:, die verbündeten vertretet auf bet Konferenz zu bitten, bte im Unterausschuß für russische Angelegenheiten ausgearbeitete Denkschrift ben Sowjetbevollmächtigten nicht zu übermitteln, bevor das französische Ministerium davon Kenntnis genommen hätte. Falls das Telegramm erst nach der Abreise Barthous eintreffen sollte, sollen b?e in Genua verbliebenen Mitglieder bet französischen Ab- orbnung bie verlangten Schritte tun. Sollte bem Ersuchen nicht stattgegeben roetbe«, so sollen sie alle nötigen Vorbehalte bezüglich bet in bet Denkschrift enthaltenen Vorschläge machen, besonder» hinsichtlich des Artikels 6.
Sie SiMetag tot MsmMnmg.
Berlin, 3. Mai. Zur Zeit finden im Reichs« etnähtungsministerium übet die Sicherstellung bet Volksetnähtung, namentlich mit Brotgetreide Verhandlungen statt. Man will versuchen, durch ben Abschluß biteftet Verträge zwischen Probuzenten unb Verbrauchern eine Preissenkung herbeizuführcn. Sollten diese Verhandlun» - gen nicht zum Ziele führen, so steht die pteutzisch« Staatsregierung, wie ber „vorwärts" erfährt, auf dem Standpunkt, baß eine Umlage in irgend einer Form eingrfühtt werben muß. Das preußische Staatsmtnisterium habe sich grundsätzlich füx dir Beibehaltung bei Umlage ausgesprochen.