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ein Abkommen mit der Sowjetregierung fordert insbesondere die Verpflichtung, sich jeder Propa, ganda in fremden Ländern zu enthalten. Die Eow- ets müßten die finanziellen Verpflichtungen ihrer Vorgänger anerkennen, aber die Eläubi^ermächte eien bereit, ihnen Zahlungserleichterungen zu g»! währen. Sie müßten ferner ihre Schulden und dis ihrer Vorgänger gegenüber den ausländischen! Staatsmännern anerkennen sowie die finanziellen Verpflichtungen aller russischen Behörden und ösfentlichen Unternehmungen.
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Der erste wahre Friedensvertrag.
E e n u a, 28. April. Bei den gestern zwisch m -en Führern der deutschen und russischen Äbord- vung gewechselten Trinksprüchen führte Tschitscherin etwa aus: Er begrüße die Vertreter Deutschlands, )es ersten großen Landes, das mit der Sowjetrepublik in normale Beziehungen getreten sei, und zwar guf der Basis friedlicher Zusammenarbeit. Der Vertrag, der abgeschlosien wurde, sollte der W:lt «igen, daß auch die Länder verschiedener sozialer Struktur in friedlicher Arbeit sich zusam- menfinden können. Der Rapallo-Vertrag ermögliche dies zum Wohle der gesamten Menschheit. Zpei Völker reichten sich die Hände. Das Vergangene solle vergessen sein. Dies sei der Sinn des Vertrages und seiner großen Perspektive auf eine künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Rußland und Deutschland.
Der Reichskanzler erwiderte, er sei mit starker Bewegung den Worten Tschitscherins gefolgt, die ihm aus dem Herzen gesprochen seien. Was zwischen Deutschland und Rußland vereinbart worden sei, diene nicht den engeren Interessen einer Ration. Es sei vielmehr ein Dienst am ganzen
SUtitk 1922
Tte JDbetbeffitoe Zeilun- erscheint Sechsmal wötenllick. — Dezugsvreis monatlich 17 9Kt Für ausiaüenbe Nummern infolge Streits ober elementarer Srncmtiie kein Eriatz. - Verlag von T)t. L.Hlverotb. - Ttncf ber Unio^ucbbrucferei non 3o6. Lu,. Koch, Markt 2123. — Retniprechet 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt (tronfiurt a. Main.
Marburg 5onna6enb, den 29. April Cjtermottb.
Genua, 28. April. Barthou fährt morgen, Vormittag in Begleitung seines Sekretärs nach Paris ab, um über den gegenwärtigen Stand der Verhandlungen in der russischen Frage Berichten erstatten. Er wird am Mittwoch Vormittag zurück» erwartet. Während seiner Abwesenheit wird Bar» thou von dem französischen Botschafter in Rom,. Barröre, vertreten werden. Aus französischer^ Quelle verlautet, die geplante Vollsitzung sei auf englischen Antrag bis Mittwoch vertagt worden. Barttou werde bei seiner Abreise den vollen Tert der festzulegenden Denkschrift des Unterausschusses mitnehmen, zu dem mehrere französische Ab- ändsrungsanträgs vorliegen. Man erklärt ftanzö» rsch'srfsits, daß die durch die Abreise Darthous ursachte Verzögerung in den Verhandlungen un»' vermcidlich sei, da r-. von größter Bedeutung sriu daß Poincarä sich persönlich mit dem Führer ders franrösisck'en Abordnung in Verbindung setze. ’
Genua. 28. April. Der Sonderberichterstatter .. der Havasagentur meldet: Barthou, der heute Genua verlassen wollte, nm sich nach Paris zu beheben, mußte seine Reise verschieben, bis die Bedingungen des Ultimatums an Rußland von dem Unterausschuß für russische Angelegenheiten festgesteüt sind.
Paris, 28. April. (Havas.) Die Botschafter» kouferenz ist heute zusmnmcnqetreien. nm einige Fragen von gncinger Wicht'g^est zu bchandfln. D'M Vorschlag der französischen Regierung, die Botschafterkonferenz mit der Prüfung des deutsch-russischen Vertrags zu betrauen, wurde keine Folge gegeben ,da Lloyd George als Antwort auf die französische Anregung eine Versammlung des Obersten Rates in Genua vorge» schlagen hat.
Der eu^isch-franzöpfche Gegensatz.
London, 28. April. „Manchester Guardian" schreibt zu der letzten 9td>e Lloyd Georges in Genua: Wie bei allen Verhandlungen seit dem Waffenstillstand handele es sich um einen Konflikt zwischen der eng'ischen^ und der französischen Ansicht, die unvereinbar mit einander sind. Kein Wunder, daß Lloyd George Amerika zu Hilfe rufe. Das einzige positive Ergebnis, das Genua bisher gezeigt habe, sei der Wschluß des deutsch-russischen Vertrags. Die Vertrag habe die Konferenz bereits fast zum Scheitern g bracht, und werde sie vielleicht noch zum-Scheitern bringen. Seit der Veröffentlichung des deutsch-russischen Vertrages sei die Stimmung in Frankreich viel scheuer geworden. Frankreich sei vollkommen bereit, allein gegen Deutschland vorz"gchen und drohe, gefährlich« Wege zu beschreiten. Es sei jedoch besser, daß es sie allein g-he und seine Lehre erhalte.
Genua, 28. Avril. .Portiere della Sera" ftetii Vie Lage als skeptisch an. Viele Fragen, deren LSlung man erwarte, seien aufs neue in eine kritische Phase getreten, und dk? Gegensätze, die man zum grössten Teil überbrückt glaubte, hätten sich von neuem ver-s schärst. In den Verbandlnngen mit den Russen sei, ein Fortschritt nicht erzielt worden, und es scheine, nicht, da auch über die Hauvtlragen Anerkennuna der Porkrieasschulden mit der Bedinaunq eines Zablunas- guftchubs Anerkennung der Sozialiüerunasschäde« und der 'Grundsätze, die für die Herabsetzung bet. KrieeSsch„lden massgebend sein können, eine Crinimtng erzielt sei. In der Denkschrift, die den Russen überreicht werden soll, llnd besondere Funktionen oufae» zählt, die das internationale Konsortium in Russland übernehmen soll, ebenso die Anwendung eines besonderen englischen Gesetzes zur Begünstigung deS Ex« Portes.
Die Tagung des Obersten Rates nicht in Genua?
Paris, 28. April. Wie der S:.d:rbericht» erstattet des „Journal" aus Genua mitteilt, habe Lloyd George die Absicht, im Falle Poinoarö üch weigere, nach Genua zu kommen, die Zusammen« berufung des Obersten Rates in einer anderen Stadt vorzunehmen, die Genua möglichst nahe gelegen sei. Diese Zusammenkunft soll unverzüglich stattfinden. In der Zwischenzeit soll der wirtschaft, liche Ausschuß seine Arbeiten vollenden.
Erklärung Tschitscherins.
E e n u a , 28. April. Nach einem Sonderberichd der Havas-Agentur gab der VoUsksmmiss« füXj
Europa und an dem hohen Ideal der Menschhrit. t Dieses große Ideal verlange die Arbeit vieler Ge s schlechter, aber das kleine engere Ideal sei errei ht. I Zwei Völker, die vor kurzem in blutigem Ringe n f sich gegenüberständen, haben den ersten wah- | ren Friedens» ckr trag geschloßen als ein
Leuchtendes Zeichen für ganz Europa. Der Vertrag ve«ursache in der Welt Aufregung, aber weniger bei bett europäisch und universell Denkenden, als bei denjenigen, die nur die engen Interessen ihrer eigenen Nationen im Augen hatten. Vor al»:m wurde der Vertrag von der Arbeiterschaft aller Länder aufs wärmste begrüßt. Er sei ein ernster Schritt zu einem weiteren Ausbau freundlicher Zusammenarbeit und verspreche eine große fruchtbringende politische Entwicklung. Deutschland wolle »lles tun, um die menschlichen und freundschaft- sichen Beziehungen, die mit Rußland eingeleitet worden seien, immer mehr zu vertiefen und zu ver- beffern. Die deutsche Republik hoffe und sei gern bereit zu jeder ehrlichen Aussprache. Wenn Ruß- stand nach Berlin käme, würde es immer offene Türen finden. Deutschland würde alles tun, was es versprochen habe.
Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurheMche) Oberhessen
$M MzH Bin die Wmychen FiiRmM.
München, 28. April. Den Höhepunkt des heutigen Verhanblungstages im Prozeß Fechentach bildete die Vernehmung des früheren LegationssekretärS in der bäuerischen Gesandtschaft in Berlin, Grafen Soden. Dieser gab Ausschluß über die in der Gesandtschaft abgehaltene Besprechung Eisners mit den Beamten der Gesandtschaft, mit dem Mitgliede der Waffrnstillstands- lommission v. Stockhammer und dem bayerischen Lega- tionsmt Baron Gebsattel. Nach den Auszeichnungen des Zeugen erklärte damals Eisner, daß er in ständiger . Fühlungnahme mir Clemeuceau stehe und daß Clemenccau ihn habe wissen lassen, daß derartige rückhaltlose Bloßstellungen der früheren deutschen Machthaber, wie sie durch . die Veröffentlichung des Schön'schen Berichts inbezuo aus die Schuld am Kriege erfolgt seien, die erste Vor- 1 h-dingung zu einer wahren Völlerversöhnung seien. Ets- ner erklärte weiter, Clemenceau, Lloyd George und Wilson seien die größten Idealisten, die nicht daran dächten, das deutsche Volk zu verntcbten. Darauf habe Stockhammern eriridert. daß die Verhandlungen im Gegenteil ergaben, daß die Franzosen da- oeutsche Volk doch vernichten wollten. Darauf sei Ersner aufgesprungen und habe gerufen: „Das wird von den G'gnern der Revolution in die Welt gesetzt, um tue dr- rcchtigte Wut des Volkes, die sich sonst gegen sie richten würde, ans die Entente abzuwälzen. Ich aber habe das größte Zutrauen zu der Entente und lasse mich darin recht irr- machen." Aus der weiteren Zeugenvernehmung V.t >ie des früheren bayerischen Gesandten in Berlin. Grau-u Lerchenfeld hervorzuheben, der angab, daß sich der Begeht des Herrrn v. Schön in vollster Uebereinstimmung mit der Weltlage befaitd. In dem Bericht Schöns se-en arei Punkte des Ultimatums erwähnt, während das Ultimatum zehn Punkte enthalten habe. Jedenfalls lei c- nicht to^r’ daß Hertling das Ultimatum, wie es war, gekonnt habe. , , _ .
Besonderen Ei erdrück machte die Erklärung de- Frer- herrn v.Lersner, der eingehend die demütigende Behandlung schilderte, di».ihm uird den»anderen Mitgliedern >er deutschen Friedensdelegalion zutecl wurde. Der i>enge -ührte diele Behandlung größtenteils auf die Berönentlich- ungen Eisners zurück, da er auch in Privatgesprächen über die Kriegsschuldfrage öfters hören mußte: „Und Eisner i *
Jn der fortgesetzten Verhandlung meldete stch Gra. v Lerch en feld nochmals zur Aussage. Er legte -as Anttoortschreiben des Grafen Bertling vom 11 De- -.i-mber 1914 auf seinen Bries vom 9. De-^mber 1914 vor ■'n dem Hertling betont, daß seine Kenntnis über das 'Utimaftim vor dessen Publikation sich nur oul den Schön'schen Bericht stützte und daß er für ans^chlosten hält, daß er gegenüber dem französischen Keschäststräge- '■'te Kenntnis des Ultimatums zugab. Eine derartige Darstellung des französischen Gelbbuches sei ihm uuoer- ständlich. Alsdann beschließt das Gericht, beim A '.s- wärtioen Amt nochmals telegraphisch anzusragea ob es den Fürsten Lichnowski hinsichtlich der Beantwortung xr.ct Reihe genau ausgestellter Fragen, die sich alle aus Lichnowskis Behauptungen in seinem bekannten Memorandum beziehen, jetzt von der Schweigepflicht entbinden wolle, was zunächst abgelehnt worden war Zu- stimmendenlalls soll Lichnowski aus Dienstag geladen werden. Graf Montgelas als Sachverständiger beschäftigte sich in seinem Gutachten zunächst mit dem Schön'schen Bericht, aus dem in der Eisner'schen Nee- ösfcntlichung gerade die Stellen fortgelassen seren, au- d-nen klar hervorgehe, daß die Berliner Regierung den Krieg nicht wollte. Der gekürzte Bericht, bei dem eine ungewöhnlich schioere Entstellung der ganzen T-n- >enz vorliege, übe eine verhängnisvolle Wirkung _>td bgs Ausland aus. Das Gesamturteil des Sachverständigen geht dahin, daß der Schön's^ Bericht an m-b- rercn Stellen absichtlich, an einigen Stellen infolge mangelnder politischer Schulung und Kenntnis des Bearbeiters derart entstellt worden ist, daß ein unvartensck-er oder übelwollender Leser daraus entnehmen konnte, vielleicht sogar entnehmen mnftte, Deutschland und Oester reich hätten eine Aktion gegen Serbien vereinbart, hoffend,- daß daraus ein europäischer Krieg entstehen w'rde. - Alsdann verbreitete sich der Sachverständige in längeren Ausführungen über die Schuld am Ausbruch M Krieges und wies insbesondere die Stimmungsmache zu/ rück, die heute noch gegen Deutschland wegen feiner Haltung aus der Haager Abrüstungskonferenz betrieben werde. Sehr eingehend beschäftigte sich der Sachverständige dann mit der Frage deS österreichischen Ultimatums an Serbien, wobei er erklärte, daß nach seinen genauen Nachforschungen eine geheime Instruktion des Deutschen Arisers an den damaligen Staatssekretär Tsch'.rschlU nicht existiere. Von Interesse war sein Hinweis aus euer Bemerkung im Register des englischen Blaubuches Rc. 6, cie lautet: „Ergebnis der Reise Poincares in Petersburg " 3m. Blaubuch selbst ist jedoch nichts über dieses Ergebnis mthalten. Man vergaß jedoch, die Bemerkung im Register nachträglich zu streichen. Einem großen Interesse begegnete auch der eingehende Nachweis des Gcaiem . Nontgrlas, daß die falsche Nachricht von der deutschen Mobilmachung (Extrablatt des Berliner Lokalanzeiger;, nicht nach Petersburg kam, weil zu dieser Zeit bereiter Telegraph für die russische Mobilmachung gesperrt oar.
Die Ausschreitungen bei der Vorführung des Filmes Friderteus Rex haben zu einer Konferenz tm Berliner Polizeipräsidium Veranlassung gegeben, dle unter dem Vorsitz des Polizeivräftdenten Richter stait- sand. Man kam zu dem Schluß, datz ein Verbot des Filmes nicht angängig fei, da der FUm von der Film-Oberprüfungsstelle genehmigt ist. Es wurde ve- 0 schlossen, gegen die Ruhestörer mit Schärfe vorzugehen.
Vertagung der Vollsitzung.
Genua, 28. Apttl. Der politische Unterausschuß beschäftigte sich in der heutigen Sitzung mit der endgültigen Redaktion der Noten. Anwesend waren die Vertreter der einladenden Mächte und je zwei Delegierte der Kleinen Entente und der Neutralen. Es lagen zwei Entwürfe vor, ein französischer und ein englischer. Vor Beginn der Verlesung gab Barthou die Erklärung ab, er wolle betonen, wenn er zur Abreise gezwungen sein sollte, er sich bemühen werde, sobald wie möglich zur ü ck - z u k e h r e n. Es sei Vorsorge getroffen, daß während seiner Abwesenheit die Arbeiten der Konferenz keine Verzögerung erleiden würden. Nachdem Lloyd George Barthou für diese Mitteilung gedankt und die Hoffnung ausgesprochen hatte, Barthou bald wieder zurMzuseHen, gab er die prinzipielle Erklärung ab, daß keinesfalls von der Grundlage der in Cannes festgesetzten Bedingungen abgewichen werden dürfe. Ferner hob er mit Nachdruck hervor, daß diese Bedingungen ein unteilbares Ganzes darstellten. Darauf wurde befchlosien, einen Redaktionsausschuß zu ernennen, dem die Ausgabe zu- füllt, aus dem englischen und französischen Entwurf einen einheitlichen Text zu entwerfen. Der Ausschuß setzt sich zusammen aus Lloyd Greame, Bar- röre, Scialoja, Delacroix und Motta.
Die Besprechungen sind zu Ende gegangen, ohne daß über ein Ergebnis etwas Bestimmtes verlautet. Es'wird angenommen, dußchie Besprechungen morgen fortgesetzt werden.
Genua, 28. April. (Reuter.) In gewöhnlich gut unterrichteten italienischen Kreisen wird der Inhalt der Note, mit der die Mächte die Gegenvorschläge Rußlands beantworten und die der russischen Abordnung wahrscheinlich heute übermittelt werden wird, folgendermaßen skizziert:
Es wird der Grundsatz der Herabsetzung der Kriegsschulden zugelasien und innerhalb gewifser Grenzen die Verpflichtung der Westmächte, die die Expedition Kollschaks, Denikins und Wrangels unterstützten, anerkannt, für den durch diese Expeditionen hcrbe'geführten Schaden Erlatz zu leisten. Ferner wird die Note eine Formel Vorschlägen, die, ohne die wirtschaftlichen Grundsätze der russischen Sowjetregierung zu berühren, doch das in Rußla nd angelegte ausländische Kapital völlig sicherstellen wird. Es soll in der Note nichts enthalten sein, was Rußland zu demütigen geeignet ist, und die Unterhandlungen sollen auf der Grundlage des gegenseitigen guten Willens abgeschlosien werden. Während in italienischen Kreisen bezüglich der Verhandlungen mit Rußland eine optimistische Empfindung vorherrscht, fehlt dieses Empfinden bezügl'ch des Abkommens über den Burgfrieden, desien Abschluß, wie man fürchtet, schwieriger sein wird, als der des Abkommens mit Rußland, obwohl sein schließliches Gelingen nicht bezweifelt wird»
—„ «-„«„.nnteis beträot für die 9 gesp. Zelle ober beten Raum 90 Pfg. für ben 331101» unb ausroärti-e 1.20 Mk. Ändere Spaltenbreiten nach entfprechenber Bwecbnnna * Spät einlaufenbe ober den Raum über Sette ^nnedmenbe »n.
Nach Blättermeldungen stellt die Note in zehn Artikeln an''elle der 28 des Londoner Schriftstückes die Bedingungen auf, die als Minimum für eine Kreditgewährung von Rußland verlangt werden müßten und trägt besonders den souveränen Rechnen der Rusien innerhalb ihres Landes Rechnung. Es verlangt jedoch die Anerkennung der Vorkriegsschulden und Schadenersatz für die yationali- iTeiten Werte durch Konzessionen von 99jähriger Dauer.
Die französische Denkschrift.
Genua, 28. Avril. Einer Havasmeldnvg folge erläutert die französische Denkschrift, die dem Unterau-schuß für die Prüfung der russischen Fragen vorgelegt wurde, daß die in Genua vertretenen Mächte an dem Wiederaufbau Rußlands zum Zwecke der Wiederherstellung tes Friedens in Europa mitzuarbeiten wünschen. Sre legt dar, in welcher Weise die finanzielle und tom- merzielle Tätigkeit aller Länder beim Wiederaufbau Rußlands angewandt werden könne. Der land- wittschaftliche Wiederaufbau könne nur durch Erteilung von Konzessionen an ausländische Gesellschaften vor sich gehen. Die Ausländer müßten in die Lage versetzt werden, an der industriellen Wiederherstellung Rußlands unter den nötigen Sicherheiten und Garantien teilzunehmen. Hinsichtlich Wiederherstellung der Transportmittel Rußlands regt die Denkschrift die Schaffung einer Gesellschaft für den Bau, die Unterhaltung und d'« Reparatur des rollenden Material» an. Der Vorschlag über
MiedMlOliii MndMM M MW.
■' Moskau, 28. April. In Petersburg wurde Mit einer großen deutschen Ballgesellschaft in Vertrag zum Wiederaufbau von Petersburg abgeschl si- sen. Die deutsche Firma übernahm die Verpflichtung, alle unvollendet gebliebenen Baute« auszu- führen, wie Straßenbau, Wasierleitungen, Kanalisierungen, Reparaturen usw. Das Baumateri rl, die Ingenieztre und Techniker werden nach Beginn der Schiffahrt aus Deutschland eintreffen. Die Gesellschaft soll das Recht zur Ausbeutung von K o h - lenlagern und Wäldern erhalten. — Es ist bezeichnend, daß von einem „Wiederaufbau" Petersburgs gesprochen werden muß.
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Lloyd Georges Fnedensplan.
Die AbSnderungSmttrSgr der Kleinen Entente.
Genua, 28. Avril. Das Blatt .Carsfaro" meldet: estern bot die Konferenz ein anscheinend ruhigeres «Bild, aber hinter den Kn listen dauerte der Kampf der Meinungen fort Das Hntereste konzentriert stck aut ,die Verhandlungen über den Friedensvertrag. Llovd George hofft, datz dieser Vertrag den groben Erfolg der Konferenz Herstellen wird. Die Meinungen stnd jedoch sehr geteilt, und eS Negen bereits AbSnderungS- i anträge zum ursprünglichen Plan Llovd Georges vor. Ein Abänderungsanttag hat eine sehr lebhafte Erörterung bervorgerufen. Eine Gruppe von Mächten <es handelt sich um Benesch und die Kleine Entente) schlug !Itter Punkte vor, die nach Ansicht ihrer Urheber ^Bürgschaften geben sollen gegen die °^rhnah Uten deS von Llovd George vorgeschlaaenen Vertrages jdie vier Punkte lauten: L Der Garantievertrag darf 'die Durchführung der bestehenden Verträge nicht be ^hindern: 2. örtliche und regionale Gruvpiernnpen Co.h. ;Bündniste) werden erlaubt bleiben. (Somit wer- ;ben die grohe und die Heine Entente weiterbestehen): ;B. Ferner werden erlaubt sein die militärischen Matz Nahmen zur Wahrung gewisser feierlicher Vervflich j tun gen. (Dieser Puntt wurde von Benesch formulier' !vnd bedeutet nichts anderes alS die Bestätigung, da" ieine Rückkehr der Habsburger und Hobenzollern au' ^den Dhron in iedem Falle verhindert wird); 4. Die Militärischen Maßnahmen, die nowendig sein werden Sur Sicherung der Durchführung der FriedenSverträge, ■toerben nicht als Angriffe bettachtet werden.
sofort inten, je der Nr. 21 »2019
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