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Neue Konflikte in Genua

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In dem Brief Barthous an de Facta, in dem ;t ersucht, in eine Beratung über die deutsche Antwort einzutreten, weißt es in der Tat:

„Ob ist hier nicht der Ort, anf die lügen­haften Behauptungen der deutschen Ab- orduung einzugehen, die durch die loyale und aufrichtige Haltung der einladenden Mächte ohne weiteres widerlegt find."

Keine Fortfetrung deS Notenwechsels. — Der deutsch- russtsche Vertrag aufrechtrrhalte«.

Zu der vorstehenden Antwort der"S>gnatarmSchte erfährt das W. T. B. von zuständiger Seite: Es ift offenkundig, daß es sich angesichts der von den En- tcntedelegationen bis jetzt ausgegebenen Presseparole bei der heute übergebenen Note um ein Kompromiß handelt zwischen Mächten, die im Interesse Europas eine Fortdauer der Konferenz wünschen und solchen, die ihre eigenen Ansprüche über die der Mlgemeinheit stellen. Ächer ist, daß die Note das Bedürfnis der übergroßen Mehrzahl der in Genua vertretenen Mächte zum Ausdruck bringt, endlich einmal diesen und jeden weiteren künstlich konstruierten Zwischenfall zu Ende zu bringen. Die darauf gerichteten englischen und itali­enischen Strömungen sind nur zu klar. Deshalb und angesichts des Unterschiedes de» Inhalt» der vor­liegenden Note zu sicher lanzierten Pressestimmm hält es die deutsche Delegation für fälsch, die Dis­kussion in einem Notenwechsel tveiterzuführen. Da» wäre nur Wasser auf die Mühle derjenigen Dele­gationen gewesen, die darauf aukg hcn, die Konferenz zu einem Kampfplatz politischer Auseinandersetzungen zu machen, anstatt sie zu positiver Arbeit kommen zu lassen. Der Inhalt der Not« hat der deutschen Dele­gation diesen neuen «ersuch erleichtert. Die ein- laixnben Mächte gaben auf» neue ausdrücklich zu, daß Besprechungen zwischen Mitgliedern der deutsch« Delegation und anderer Delegationen über die Ver­handlungen mit Rußland stattgefunden haben. Mehl haben sie nicht behauptet, mehr war auS dem ausführ­lichen Bericht über die Unterhaltung mit dem kt>cki- enischen Entsandten Giantni nicht abgeleitet worbe«. Zweitens bestätigt di e neue Not« ausdrücklich daß unser Verzicht auf Teilnahme an den Atzungen der ersten Unterkommissio« sich lediglich beschrankt auf Verhandlungen, die den anzustrebenden Vertrag zwischen anderen Regierungen und Rußland zum Ge- gegenstand haben. Unsere Interessen haben ihre ver­tragsmäßige Form bereits gefunden. Ob die ander« Mächte zu eir.tr ebenso dem 5rieben unD dem Ausbau dienenden Formel gelang« werden wie wir, bleibt abzuwarten.

Ein Wort noch zu dem vorletzten Absatz der Rott, daß die Unterzeichnet« ihren Regierungen ausdrück­lich das Recht Vorbehalten, alle Bestimmungen de» deutschrussischn Bettrages zuwLerlaufeu. Sext**»1

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Ergebnis dieser Vereinbarungen war der Brief, den die russische Abordnung an den Lloyd Georg« rich­tete und der als Unterlage für die Fortsetzung der Besprechung« angenommen wurde. Es ist also selbst­verständlich baß, da der Abfassung der Denkschrift nun der Bries der russischen Abordnung an den eng­lischen Mnisterpräsident« folgte, die Denkschrift als olch» angesehen werden muß, die die Meinung der russischen Abordnung im erst« Stadium der Be- prechungen darstellt. r i L

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DK ^Obethesiljche 3eitnm" ttfdjetot feäsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 17 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streits ober elementarer Ereigniffe kein Eriatz. — Verlag von Dr. T. Hitzeroti!. — Druck ter Univ.-Buchdruckerei von Joh. Lug. Koch, Markt 21,23. — /ternipretbet 55, Pofticheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Sie MroWg der beotten Werke.

Berlin, 22 Aprli. In der italienischen Kammer hatte der Staatssekretär im Ministrium des Aeu- ßeren Tosti auf eine Interpellation erklärt, d.r ver- bünbete« Regierung« sei« der Meinung, daß bie Umstellung der Deutschen Werk- nicht zu der« Ban­kerott führen konnte, sondern schlimmstenfalls nur zu einer Beschäft gungsto'izkeit von 3603 Arbeitern d e in kurzer Zeit neue Beschäftigung finden könnten. Wie die Direktton der Deutschen Werke dec „Voss. Zeitg." mitteilt, ist, wenn die Beschränkungen aufrechterhalten blieoen, die in der letzt« Note der interalliiert« Mili­tärkontrollkommission vom 28. Februar auferlegt wurden, die Wirtschaftlichkeit einiger Betriebe völlig in Frag« gtstellt. Insbesondere gelte dies von dem größten Werke in Spandau. Die unvermeidliche Schließung des Spandauer Werkes würde 6000 Ar­beiter und Angestellte brotlos machen. Außerdem würde die Stillegung des Spanbauer Merkes nicht ohne Rückwirkung aus die ander« Werke der Deutsch« Werke bleiben.

Der Mörder Graf Mirbachs vor Gericht. Wie die Berliner russische Zeitung „Golos Rossis- meldet, werden fick die russisch« Sozialrevulutionäre Kon­kow, Trutowskv täiO Maiorow unter der Anklage des Mordes an dem ehemalig« deutschen Gesandten Gra­fen M i r b a cfi vor dem bolschewistischen revolntw riüren Tribunal zu verantwort« haben.

der Verbündeten dar. Er sehe im Gegensatz zu Barthou keinen Unterschied zwischen der Formu­lierung der Note und der deutschen Antwort. Er hätte es begrüßt, wenn Barthou erklärt Hütte, wel­ches die russischen Argumente seien, bezüglich der er befürchte, daß die Deutschen ihre Teilnahme an der Aussprache entgegen der Note »om 18. April ver­langen könnten. Hierauf antwortete Barthou nicht. Lloyd George fügte noch hinzu, er habe keine Bedenken, diese Besorgnisse und Zweifel der französischen Abordnung durch die Absendung einer neuen aufklärenden Note in die Deutschen zu be­heben. Zn dieser neuen Note wäre festzustellen, daß die deutsche Note im Sinn der Forderungen der Verbündeten ausgelegt werde. Dann würde es Sache der Deutschen sein, darzutun, ob sie bei ihrer Antwort Einschränkungen und Vorbehalte im Sinne hätten, die den Forderungen der Verbün­deten widersprechen. Schanzer betonte, er sei der Ansicht, daß die deutsche Antwort :n ihrer Gesamt­heit befriedigend sei. Dieser Ansicht war« auch die Führer der anderen Abordnungen. Da Barthou aber auf Klarstellung bestand, wurde ein­stimmig beschlossen, der deutschen Abordnung eine Note zu senden, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß ihre Antwort alsvolleAnnahmeder Be­dingungen der Verbündeten ocr: 48. April an­gesehen werde. Lloyd George schloß mit der Be­merkung, er hoffe, daß der Zwischenfall endgültig zu Ende sei.

Die Note hat folgenden Wortlaut: Herr Prüstdentl

Die Unterzeichnet« bestätigen den Empfang Ihrer Antwort auf die Note vom 18. 4., worin Ihnen von dem Standpuntt Kenntnis gegeben wurde, wozu sie sich gegenüber dem Vertrag zwischen der «ssisch« Abordnung und der deutsch« Abordnung gezwungen acfeben haben. Sie stellen mit Gmugtuung fest, datz die deutsche Abordnung der Tatsache Rechnung trägt, datz der Abschlutz dieses SondervettrageS mtt Rutz- iand über zum Tätigkeitsgebiete der Konferenz ge-

Russische Glimm«.

Moskau, 23. April. Als erste örtliche Verwal­tungsbehörde nimmt das Präsidium deS Sowjets der Stadt Moskau zu den Forderungen der Londoner Denkschrift öffentlich Stellung. Der von Kamenew als Vorsitzender unterzeichnete Beschlutz wendet sich an das zentrale Exekutivkomitee mit scharfem Protest. Der Moskauer Sowjet könne an den nach Form und Inhalt unerhörten Vorschlägen der Westmächte nicht Vorbeigehen. Die Londoner Beschlüsse bedeuten nichts anderes als daß Ratzland ans da? Niveau einer K o - lonte'deS fremden KapttalS herabgebrückt werden loll Der Moskaner Sowjet fordert von der Regierung die energische Abwehr dieser sinnlos« Pläne, die zu neuen Kriegen fuhren würden.

Die Zeitung« „Prawda? und »ystwestlja* bezeich­nen Llovd GeoraeS und Barihous Forderung« als einen AnSplsinderungsverjnch. Der deutsch- russische Vertrag enthalte keine Frieden? befahr. da­gegen gefährde die andere Seite, welche Deutschland wieder mit Revreffali« bedroht, und Rnldands Kapi­tulation ahzwingen will, den Frieden. Das Scheitern oder die weiteren Verband'unaen der Genueser Kon­ferenz hänge davon ab. ob Lloyd George gemlgenb nNchlerne Selbstbeherrschung zur Mädimina seine? Appettts sindet. In der „Jstwcsiija' erklärt Profesior Worms die Gnten*eforberungen für unannehmbar, je­doch erscheint eS ihm im beiderseitigen Inieresie wün­schenswert, wenn ein Kompromiß ahgeschlosien wird. Dir Anerkennung der RSirrenierung nur eine Frage der Seit.

London, 22. April. Reuter meldet aus Genua, die dortigen britischen Kreise seien angesichts der Er- Närung« und Versicherungen, die bezüglich de? d«tsch-russischen Vertrages und der Antwort Ruß­lands auf d« Bericht der Sachverständigen abgegeben worden seien, der Ansicht, daß man Wohl zuviel er­warte, wenn man annehme, daß sich keinerlei Schwte-- rigkeiten mehr ergeben würden, doch bestehe aller Grund zu der Annahme, datz der Erfola der Genueser Konferenz gefichtert sei. Die russischen Fragen würden jetzt von den Sachverständigen behandelt, und die de jure Anerkennung der Sowjeiregierung könne mir noch als eine Frage der Zelt angesehen werden.

Der Ton des Briefes Bar Hous verstößt g’gen bie von d« Italienern geübte Gastfreundschaft. Frank­reich beabsichtigt anscheinend durch fein brüskes und verletzendes Schreiben, die deut'chr Abordnung zu einer ebenso versetzenden Antwort Hera,iszufordern. Tas Schreiben des Kanzlers beweist daß Vie deutsche Ab­ordnung den Franzosen diesen Gefallen n'eht getan, hat. Es ist trotz aller Schärfe ruhig und sachlich.

fönt nm Mott «n lit DtMtn.

Rededuell Lloyd George — Barthou.

Genua, 24. April. Die Vertreter der neun Staaten, welche die letzte Note unterzeichnet haben, sind heute Nachmittag zursammengekommen.

Nach dem „Corriere della Sera" erklärte Lloyd George, nach ihrem Schlußteile stelle die deutsche Note eine volle Annahme der Forderungen

Amtliches VeMndigungsblatt des Kreises Marburg.

Änze,ger für (das früher kurhefstsche) Oberhessen

hörende Fragen eS unerwünscht macht, datz diese oibttvng weiter an der Erörterung der BedingungeU eines Abkommens zwischen Rußland und d« batote- den« auf der Konferenz vertreten« Lände« tetk nimmt. Die Unterzeichneten würden eS vorgezogesi haben, von jeder Fortsetzung eines Schriftwechsel» ti( dieser Angelegenheit abzusehen. Ihr Brief ertett jedoch gewisse Behauptungen, zu der« Richtigstellung Sie sich verpflichtet fühlen. Rach Ihrem Schreib« hat siü.' die deuttche Abordnung zum Abschlutz eine» Sonde, abkommens mtt Rußland gezwung« gesehen, weil Mitglieder der Abordnung« der einladend« Mächte die Prüfung großer Schwierigkeit« obgetebtd hätten, welche die von ihren Sachverständig« in Low don ausgestellten Vorschläge für Deutschland geschaffen haben würden. Die unterzeichneten Vertreter de« einladenden Mächte haben Nachforfchungen angesteklt und sestgestellt, daß nicht der Schatten eines Beweise» für diese Behauptung vorliegt. Die Mitglieder der deutschen Abordnung haben sich zu wiederholt« Ma­len mit Mitgliedern der Abordnung« der einznladm- den Mächre getroffen und unterhalten. Sie hab« je­doch niemals zu verftehen gegeben, datz die Londoner Vorschläge 'eine geeignete Basis für die Konferenzbe­ratungen seien und daß die deutsche Abordnung tot Begriffe stehe, mit Rußland ein« Sondervertrag ab- zusd'ließen. Die Behauptung, daß die offiziös« Be­ratungen mit den Russen die Abordnung der Gefahr ausgesetzt hält«, sich einen für Deutfchlgnd unan­nehmbar« und von der Mehrheit der Mitglieder deS Ausschusses bereits gebilligten Entwurf gegenüber,«' sehen, ist gleichfalls unbegründet. Kein Entwurf wurde von der Konferenz angenommen oder hätte von ihr angenommen werden können, ohne die volle Möglich­keit einer Erö ' .nng in den zuständig« Ausschüsse« zu geben, und dies« Deutschland auf dem Fuße der Gleichberechigung mit den anderen Mächten ver­treten. Xfin Irrtum über die Tragweite der Sachver- ständiaenporschkäge oder eine falsche Auslegung bei offiziösen Unterhaltungen mit den Rusien hätte wohl das Verlangen nach einer eingehenden Erörterung rechtfertigen können. Dagegen könne sie in keiner Weise das verfolgte Verfahr« rechtfertigen, und die nterzeichnet« können nur bedauern, daß Ihre Note den Verfuch macht, auf diefe Welfe die Verantwor­tung für ein Verfahren, das mit dem für die Wieder­herstellung Europas notwendig« Geiste loyaler Zu­sammenarbeit so sehr int Wiederspruch steht, anderen Mächten zuzuschieben.

Die Unterzeichneten behalte« ihren Regierung« ausdrüktlich das Recht vor, alle Bestimmung« des deutsch-russischen Vertrages für null und nldtflg anzuseyen, die etwa als de« geltende» Vertrag« zuwiverlaufend gefunden werd«. Der Zwischenfall soll jetzt als abgeschlossen angeseh« werben.

Stt de»W SIMM.

Marburg MM. ben 24. Avril

Cftermonb.

Mch des MM M 3Wn in Anm.

Genua, 22. April. Der italienisch« König ist beide Vormittag atr Bord de? Panzcrkreueers „Conte di Cavour" tot Hafen von Genua angekomm«. Kur? nach 9 Uhr begab sich der König an Land und fuhr unter dem Donner der Geschütze, dem Lauten der Glocken und d« Kundgebungen der Bevölkerung durch die reichgeschmückten Straßen der Stadt „ach der Präfektur, wo er von den italienisch« Ministern be- grüßi wurde. Um 12 Uhr 300 Minuten gab der König an Bord des Panzerkreuzers „Dante Alighieri" zu Ehren der Führer der hier anwesenden Abordnung« ein Frühstück. Von der deutschen Abordnung waren Reichskanzler Dr .Wirth, die. Minister Rakhenan, Hermes und Schmidt und brr Präsident des NrichZ- bankdirektoriums Havensteiu etsch'en'n. Die rusii’che Abordnung wurde durch Tschitscherin und Krassin ver- tkilrn.

Btelldn MM gegen {iuMt

Der Schmähbrief Barthous.

Genua, 24. April. Anschließend an den Be­such des Reichsministers Dr. Rathenau bei dem italienischen Außenminister hat der Führer ävr deutschen Abordnung, Reichskanzler Dr. Wirth, dem Präsidenten der Konferenz, Facta, folgendes Protestschreiben überreicht:

Herr Pröfidentl Es wird der Text eines Schrei­bens in der Oeffentlichkeit verbreitet, das der Prä- ident der franzöfifcken DelE-tion an Sie gerichtet haben soll. Zn tiefem Schriftstück wirt, wie mir mitgeteilt mutte, in Bezug auf mein Schreiben von gestern tie Wentung „lügenhafte B-bauptungen" gebraucht. Sollte tiefer Ausdruck wirklich gefallen ein, fo sehe ich mich gezwungen, entschieden Ein - pruch gegen tiefe beleidigende Anschuldigung »a erheben, wodurch der an dem brssndcrs festlichen Tage der Konferenz von Zstnen, Herr Präsident, so nackKoUig betonte und fo tatkräftig vertretene Geist von Genua am schwersten verletzt wirb.

HkkiWik dn kiWk» StnWIt.

Frankreich und Japan verlaßen den Sachverpito-

i digen-Ausschutz.

6<«ua, 22. April. (Havas.) Zufolge de« Anwcifvngen Barthous haben Seydoux und die französischen Mitarbeiter sowie die Sachverstä«. digen des Unterausfchufie» für tie rufsifchen An- Wel eg c «Herten te« Sachverstäntlgenausfchuh ver­lassen. Ihne« fchlosie« sich tie Vertreter Japans an. Daraus erklärten die Russen, datz ste ihre Denkschrift preisgeben.

■ Die Sowjetregierung erklärte, die Denkschrift je i durch den Brief Tschitscherins überholt. Es sei । nur eine Art theoretischer Antwort auf die Denk- t kchrfft der Londoner Sachverständigen.

| Die Russen ,andten an d« Vorsitzenden des Sach- i tzerständigrnausschllsses ein Schreiben, in dem es heißt: t Die Denkschrift der russischen Abordnung stellt die ; Antwort auf die Denkschrift der Londoner Sachver- , Händig« dar nnb legt die russische Anfsafsuus gegen« ( feer der Stellungnahme der Sachverständigen zu bei russisch« Frage dar. Gemäß der von ihr mehrfach • heänßcrt« Wünsch«, ein« Verständigung mit all« . Mächten zu erreich«, nckhm die russische Abordnung en de» vertraulichen Besprechung« teil und erklärte , fich bereit, unter griviss« Bringungen ihre in dec Denkschrift sestgelcge Stellungnahme zu ä n d e r n. Das

~>T Mini.incnnretg beträat für btt 9 c#ip. Beile ober beten Raum 90 Psg. für den Mtlli-

me eT amtü^ unb ausmärtiae l^O &t «adere Spaltenbreiten n4 entforeAenber 57 »eretbnuna. Spät einlaufenbe oöei den Raum übet */, Seite einnehmende «n- Iß. yUysg« .eigen nno wir derecktigt, nach bet reriwalienbreiie zu leben und zu berechnen.

6oaen Reklamen berechnen wir die Tol.-Zeile mit 9.00 Mk. JebetKabatt gilt al» 18/7

ftmabSt Sei »nshmft durch bie »elchättsllelle unb Lermitilung bet ««ge- **“

bote 1 Mk. öonbetgebübt. ______

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< An der Schwelle der dritten Verhandlungswsche ist Wan in G«ua über die elem«tarst« G«ndftagen her Konferenz, die die VechaMungsvoraussetznng bil­de«, noch nicht hinweggekommen. So unfruchtbar Ber auch die Vechandlungen bisher gewesen find, fo $ doch für Deutschland ein Ergebnis erzielt worden, das man zwar noch nicht als ausgrrriftrn Erfolg betrachten kann, das aber doch die Mühe und Arbeit, die auf Genua verwendet .mirde, aufwiegt. Tie Frage, tzb vielleicht nicht Wirth und Rathenau zu der von Yuen nicht gewöhnt« aktiv« Polittk durch die tim« Fände geradezu gezwungen worden sind, mag nnleat- »ortet bleiben. Jedenfalls hat der d«ttch rassische Vertrag Deutschland im £ften einen Weg in das Freie gebahnt, und ec gibt ihm die Möglichkeit, d« Ungeheue« D«ck, der im Westen auf uns cwsgeübl »irb, durch Bewegungsfreiheit im Lsten miszngleichea. Allerdings muß dabei das Erne klar fein, daß man «ns den Wea in8 Freie mit all« nur ercrnklich« Mitteln erschweren wird. Trotz des fcauzäsischen Wderwillens will man in Genua die Streitfrage des deutsch--«sfisch« Vertrages ausschalt«. Indirekt gber werden gegen dies« Vertrag auch tn Genua Mne« gelegt Wenn es dm Verbündeten gelingt, Rußland doch noch aus den Boden der Londoner Denk- f^rift etontfangtn, so wird der deutsch-r-issische Per- frag in Zukunft laitm von allzu großer praktischer Bedeutonz sein. Gegen diese Versuche, sie einzu- fang«, teert’« sich jetzt bie Russen wieder za wehren fcben, wie sie sich schon bisher kräftig dagegen zur Wehr gesetzt haben.

Frankreich ist auch hier Anhänger der scharssi« Tcuart. Wie gegen Dmtschland hält man es in Frankreich auch Rußland gegenüber für das Ricd- tifle, eine Art strafend« Richtergewalt ausznüben. Ruß­land soll zu Krmze kriechen, unb erst wenn es sich lnnechalb einer Bewährungsfrist das Wohlwollen Frankreichs erworben hat, soll eine Anerkennung in Betracht gezogen werden. Nicht ganz so anmaßend ist die englische Auffassung. Aber Lloyd Georg: hat «uch in der öffentlichen Stimmung «eines Landes eine sowjetfeindliche Strömung wohl zu fürchten Die Sswjet-Abordnung fordert vorbehaltlos« Anerken- lung als Voraussetzung jeglicher Verständigung. Rur Alusiionsbegabte Beobachter können glaub«, daß die Uonsevenz von Genua das Hindernis dieses grundsätz­lichen Gegensatzes nchrncn wird.

' Mittlerweile wird P 0 i n c a r e durch seine Son'oec- aktion ebenfalls versuchen, Dmtschland den Weg, den ti ins Freie zu bahnen versucht, wieder M verleg«, i -.Dos; Lloyd George in Genua der Anwalt der Mäßi­gung und der Dcrföhnlichttit ist, erklärt sich aus. dem Persönlichen Interesse, das er an einem min­destens scheinbar freundlichen Ausklang dec Genuefer Konferenz hat. Er wird deshalb hier auch weiter das Drrische Element der Franzosen zu m-isi-r.' vcrs.'chcn. Darüber hinaus aber wich er kaum noch die Kraft haben, auch Poincares Politik zu zügeln Vielleicht «ich nicht einmal den Willen. Dmn ganz gewiß Selben die Franzosen in Genua nur bei der Stange, Wenn ihrer Erregung außerhalb Gmuas ein Ventil geöffnet wich. Dieser Lage sehen wir nnZ in der nädifun Zeit gegenüber, und wir werden gut tn:i, Wnö darauf «inzurichten, daß wir die Sprengung der Ikifiammerung, die uns in Genua gelungen ist noch hegen heftig« Widerstände zu verteidigen haben.