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vielleicht mein letzter Tag auf Erden ist
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unter ihrem Künstlernamen Henriette Santen fe inen gelernt habe, über alles auf der Welt. Ich weiß, daß
Harald.'
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Antwort aus voller Unge-
Ein Begreifen dieser sto! . Ihren Lresten Feind hatte Wie kam sie nur dazu! Ja
sames kam über Fred.. zcn, jungen Frauenseele Henrika ihn genannt...
I Um- von
Vater
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odebutz u rü würfen.
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„Spekulation^, schoß es Fred durch den Sinn, „es war klug von der Opernsängerin, einen Mann zu heiraten, der sie nach kurzer griff zur reichen
Vcise (und- •genölten.
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I
Wenn Du, Bruder, diesen meinen letzten Brief gelesen haben wirst, so wirst Du, das erbitte ich dringend und herzlich von Dir, unsere Mutter darauf vorbereiten, daß ich ihr Henrika als Tochter zusühren werde. Auch Du wirst Henrika richtig schätzen und sie kennen I nten. Sie ist greß'üg g und gut und s kbstlos. Am Tage nach meiner Rückkehr aus Hamburg fuhr ich mit ihr hinaus in den knospenden Frühlingswald. Nie werde ich diese Stunde draußen im Riesebusch bei Schwartau, dem idyllischen Städtchen, rergessen, Fred . . Um uns Welte rind sang der Frühling, ich hielt Henrikas Hände in den meine» — und sprach inmitten des schwellenden, jungen Lebens um ttn3 herum — vom Sterben — fragte si^ ob sie mir ein kurzes Glück schenken wolle . . . Ich habe ihr nichts verschwiegen — auch das nicht, daß sie nach einer sehr kurezn Fr st nur meine Krankenpflegerin sein würde. Sie hat trotzdem darein gewilligt, in aller von mir gewünschten Heimlichkeit meine Frau zu werden. Ich bitte Dich, Fred, mein und Henrikas Anwalt bei unserer Mutter
— sie war ihm nicht sympatisch gewesen — aber sie besaß trotzdem feine Veranlassung dazu, in ihren Feind zu nennen Er konnte sich? gut torfielten, wie sehr eine Henrika dy Santos zu hassen imstande war. — er wußte es, wie stark ihr seelisches Empfinden war, seitdem er sie in der Rolle der Karen gesehen hatte. Aber auch zu lieben verstand dieses junge Weib... Er begriff feinen Bruder nun voll und ganz...
Diese letzte Bitte Haralds hatte ihn auf das tiefste erschüttert. Wie ein Testament erscheint ihm dieser Brief, den Harald zwei Tage vor seinem Tode geschrieben hat. Es war Fred rätselhaft, daß er e< st jetzt — und auf dem Umwege über das Weltmeer in seine Hände gelangt war... Er nimmt das Begleitschreiben zur Hand und liest die Unterschrift „Heino Geltem". Der Rame kommt ihm plötzlich so bekannt vor — richtig, so hieß ja der junge Schauspielen den er flüchtig bei Grönings kennen gelernt hatte. Haralds Schreiben war ein zusammengesalteter Schein entfallen, — Fred breitete ihn vor sich auf dem Tisch aus — nein, es st kein Zweifel — es ist der Trauschein seines Vru- iers... Jede Möglichkeit, noch zu glauben, daß Harald seine Absicht, Henrika zu heiraten, nickt ausgeführt hat, ist hiermit geschwunden... Fred ist noch wie erstarrt über diese öösung: die Filmpnnzesjin seine Schwägerin, die Witwe seines Bntders... Er wundert sich halb unbewußt dacüher, daß es ihm nicht als etwas Unmögliches, Unerhörtes vorkommt, daß Henrika ebenso wie keine Mutter eine Baronin Strodtman» ist... Dann liest er den aufklärenden Begleitbrief. Er iff aus New York datiert und laulet:
Sehr geehrter Herr Tclarue!
Einliegend übermittele ich ein an sie adressiertes Schreiben, das durch einen seltsamen Zufall in meine Hände gelangt ist. Es befand sich in einem Rösser
n, 3»
ithosjtrahe (
zu fein. Am besten gib mir Deine diesen Brief telegraphisch. Ich werde dnkd au! einen Ruf von Dir warten.
Dein treuer Bruder
wird dem Mann, der im Mittelpunkt des verunglückten Unternehmens stand, setzt eine gewisse Achtung nicht versagen können, wo er sich freiwillig auS seinem Zufluchtsort In Schweden nach Deutschland zurückbegeben und bedingungslos dem Gericht gestellt bat. ES darf wobl auch keinem Zweifel unterliegen, das, Kapp diesen Schritt lediglich In der Absicht getan hat, zur Aufhebung eines Urteils beizutragen. das seiner Auf- fassung nach einen gerichtlichen Fehlsvruck bedeuwt. Er hat also auS durchaus anerkennenSwürdiyen Beweggründen gebandelt und die perföntiche Sicherheit im Ausland mit der unzweifclbaften Verurteilung 3« fflneerer Freiheitsstrafe vertauscht. Tarin liegt eine Selbstlostokeit und Anstöndigkeit der Gesinnung, wie man sie heutzutaoe nicht all;» bönsig findet. Man sollte meinen, dab auch die geonerlfche Presse diesen menschlich erfreulichen Z»a an Kapp zu würdioen wüßte, dem man sonst HnbcfonnenM»en. Unklarheit und sonstiges vorwerfen könnte. Statt dessen schimpft und bötznt alles, was vom .Berttner Tageblatt" an links steht. Der .Vorwärts" meint z. B., das; sich Kapp das Attest -wes schwedischen Professors mitpe- bracht bade, wonach er an einer Augenkrankbeit leide; denn er wolle sich so wenigstens den Unbeauem*le6« festen der Untersuchungshaft möglichst entziehen. Der .Vorwärts" must aber selbst hinziifüoen, dast Kavp
(Nachdruck v«ck»ten.)
Verkannt.
Roman von Hedda von Schmid.
60. Fortsetzung.
Am Morgen des Tages, an dem Fred seine Siri ter »ach Hanse erwartet, fällt ihm bei Durchsicht seiner Privatkorrespondenzen ein dicker; eingeschriebener Brie! *it überseeischem Poststempel zuerst entgegen. Eit vociics Schteiben, das ebenfalls seine Adresse ausve.st, kiegt in dem Kuvert, das er, ble Handschrift er kennend, in maßlosem Staunen in der Vorahnung, Krgiwchnlicher zu erfahren, öffnet .. Ti ser zweite Brief kommt wie eine Stimme ans dem Grabe zu ihm, seine Hände zittern, als er es entfaltet
„Hamburg, bett 3. April 19 . .
Lieber Fred? Irgend etwas, nennen wir es ein rätselhaftes Borempfinben, treibt mich bazu. Dir fest
Arzt unb sagte mir auf meine Bitte mit vollst Wahrheit über meinen Znstanb, daß meine Tage gezählt wären. Im beste» Falle könne es mit mir noch einig? Jab« dauern. Ich schenkte d'eser D'agnost nickt unbedingten Glauben — unter dem Vorwand, mit ein Segelboot anzusehen, fuhr ich nach Hamburg zu einet dortigen ärztlichen Bcrübmtbeit im Spezialfach Auch hier erfuhr ich mein Todesurteil.
• Da faßte ich den Entschluß, noch für die letzte Zeit meines Erdenoaseins soviel Sonne um mich zu haben, wie nur möglich. Meine Sonne aber ist Henrika dy Santos. Ich sagte ihr alles, auch, daß Du unb-unfetc Mutter in unsere Verbindung willigen würdet, sobald ich Euch davon benachrichtigen würde, daß ick nickt mehr lange zu leben habe, aber daß ich Mutter nicht die Ruhe rauben wolle. Soll sie etwa jeden Morgen mit dem Gedanke» erwachen, daß es
Witwe machen würde." Doch sofort schämte er sich feines unedlen Verdachts. Wenn Henrika ihre Ansprüche als Haralds Witwe bätie gelteno machen wollen, so wäve es ihr doch ein leichtes gewesen, es zu tun. Warum hatte sie der Familie ihres Gatten die heimliche Trauung in England verschwiegen. Ein lang-
M SBB wirklich zum elften Mal seit KrlegSschinß alle 8WÄr der Wett, Sieger und Besiegte, tn christlich brüderlicher Eintracht volllormncn gleichberechtigt mit einander am Konferenztisch Platz nehmen nutz deratfchla- een sollten, wie die Schäden zu heile« feien, die der Jtrtce der emt*en SettwirtfchAst eeWee*. Diese schöne Stimmung sptegette fick auch in de« Reden wieder. die bd Eröffnung der Konferenz erhalten wurden. Leider stand auch diesmal wieder die Wirkttch- leit t« grellem Gegensatz zum schönen Schein. Wätz- »end men Deutschland einlullte und ihm tn Aussicht Dellte, den thm gebührenden Anteil an der Bcstim mnng von Europas Schicksal zu erhalten, wurde Weller hinter geschlossenen Türen verbandelt und den ruf Keßen Vertretern zugesetzt, um sie mürbe und den »dernngen der Entente gefügig zu machen. Deutschlands Vertreter in Genna wurden gcfllffentsich davon ferngehalte«, um sie nach der Einigung mit den Rusten
MWsMk WraOfeW.
Von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.
Wie gewaltig die Welle der Geldinslation in D'utsck- Mnb noch immer im Ansteigen bearifsen ist, beweist auck Me Zunahme des in unseren industriellen Aktien-es-ll schäften inyestierten Kapitals. Die Nemnvesti'tunken be- fritn’n in den ersten drei Monaten des Iahr's 1922 12,15 Misl'-'rden Mark, während sie selbst im Vorjahre nur 4,8 Millmrd-n M-rk betragen hatten. Hiervon entfielen -twa zwei Drittel auf Kavitalerhöbungen, ein, Dr-tt-l auf N-uarüuditnaen von Aktiengesellschaften. Die sbffe Zunahme der Nrugrünbunge» industrieller Nnterncb- wnngen ist besonders deshalb erfreulich, well diele immerhin in gewissem Umfange ein Gegengl-wickt bilden gegen die gewaltigen industriellen Zusammenballun- '"n, die sich infolge und zur seichteren Abwehr der Geld •'nfMion in den letzten Jahren vollzogen ha-be». Was ->n Kapital fntte in Deutschland noch verfügbar ist, sucht Anlage in Rohstoffen unb Waren aller Art. well Sie Teueruna. die noch imm°r nickt ihr Ende erreicht bat, hier die größten Gewinn» verspricht. Es kommt bal'»i natürlich auch die Steu»rsrnae tn Betracht. Bei bk Nebersvannnng d»r Besteuerung ans allen G bieten kann es nicht gLÄHgüttig bleibe«. sich Vos tn tSeet» Vorräte« iiwejtMte Kapital noch immer am leichtesten dem Steuerdruck entziehen kann . Durch die Aushebung des Bankgeheimnisses sind alle andern Spekulationsgewinne steuerlich leicht er faßbar geworden unb werden in s, starkem Maße weggcsteaert. daß der Anreiz, sich der StiUer zu entziehen, viel zu groß ist, als d»:ß nicht allzu viele der Versuchung unterliege« mußten.
Tie deutschen Eisektenbörsen leiden schwer unter diesem Abströmen des mobilen Kapitals. Die Zahl- unb Kapi tnlkcast der Wertpapierkäufer ist wesentlich geringer geworden. und da das Angebot infolge der notwendig wer- tenden Kapitalerhöhungen immer weiter steigt, müssen die Kurse allmählich eine Ermäßigung erfahren. Ob dabei auch schon die Aussicht aus eine Ausländsanleihe eine Rolle spielt, läßt sich noch nicht mit Bestimmtheit sagen. 06 nach dem Wegfall der Valutagewinne eine deutsche Ausfuhr bei der ungeheuren inländischen Teuerung der Lebenshaltung und unter dem Achtstundentag, dessen vroduktionsverteuernde Wirkung garnicht mehr zu verkennen ist, noch möglich fein wird, weiß heute niemand. In diesem Lichte betrachtet, gewinnen auch die Bemühungen d.s Engländers Keynes um die Stabilisierung der Wechselkurse, die bisher in Deutschland unein- ' schrankt sympathisch ausgenommen worden sind, ihre b.jondece Bedeutung für die deutsch: Wirtschaft. Es wird
aflt 4 - Ferne».! i
Einest vr erett«
leifig auf meine (Stimmungen und Entschlüsse. Nach
—fwern Ohnmachtsanfall mttersttchte mich ein Lübecker
«ufere Mutter und Du, ihr beide, meinem Herzens- tündnis mit ber Operettenfängerin ablehnend gegen- ikberftehen Werbet . . . AuS biefem Grunde habe ich beschlossen, mich mit Henrika ohne Euer Borwisscn in Lonbou trauen zu lassen. Henrika verzeiht mir »eine Heimlichkeit. Auch Henrika, meine Braut, hat ihren Stolz, unb sie betrachtet Dich, Fred, z» meinem Leidwesen als ihren ärgsten Feind. Ich wollte Dir bei meiner Anwesenheit in Berlin zu Weihnachten alles »ssenbaren, meine Liebe zu Henrika, und daß ich niemals von ihr lassen werbe. Doch tniuf bie Bitte meiner Braut schob ich bas Geständnis noch hinaus. „Niemals von ihr lassen werde. Dock aus die Bitte meiner bas war ihr steter Ausspruch. Ich aber hoffte doch, kure Zustimmung zu erhalten, sobald ich aber die t?eber ansetzte, um Dir, Fred, offen zu schreiben, wie Es um mich staub — fehlten mir bie richtigen Worte. Ich wurde unsicher unb nervös. Zudem fühlte ich Mich körperlich sehr elend. Das wirkte natürlich nach-
WtlhÄlM.
®ie aufgescheuchten Staatsmänner I« Genua. — Ein sei« elugcsäd etter Plan. — Der Strich durch die
Rechnung. — Bor neuen Unruhe« t» Oberschlcste«. — Kapp.
I. ‘\ -
Die Osterglocken hoben tn der Gcburtsstadt von Lhristoph Columbus eine merkwürdige Lage einge- läuiet. Sämtliche Diplomaten, Politiker, Flnanzlcme. Sachverständige, Männer der Presse und was sich wnst dort zuiammengefunden hat, wimmeln durcheinander wie ein ausgestörter Ameisenhaufen. Tas alles hat die plötzliche Bekanntgabe eines zwischen Dculschland und Rußland abgeschlossenen politischen und wirtschaftlichen Vertrages herbeigcfüdrt. Bis zu c-nem -gewissen Grade Ist die Erregung versiöntzftch. Es war alles io wunderschön eingesadett. Die Fimmzsachver- ftöndrgen der Verbündeten haticn- sich lange vor der genieren} von Genua in Beramngen hinter der- fchwssenen Türen , zusammengetan, um zu leben, tote Wgn am besten die völlige wirtschaftliche und politische Ohnmacht Rußlands ausnützen und von dcsten Naturschätzen möglichst viel für sicy gewinnen könnte. Ta war man auf den Ausweg verfallen, Rußland erstens smlttisch dadurch zu fesseln, das; man es zwingen wollte, sich ähnlich wie die Türkei unter die Vormundschaft der Verbündeten zu stellen, durch sogenannte gapitulalionen fremde Gerichtsbarkeit im eigenen Lande zu dulden, sich In bezug aus die lutt-re Gesetzgebung fremder Kontrolle zu unterwerfen usw.-ganz Wie man es auch Tentschland zugemuiet hat. Wirtschaftlich sollE Rußland dadurch ohnmächtig gemacht Werden, daß e-o seine sämtlichen Schu'dcn aus der Zeit vor dem Kriege und während des Krieges nebst der Entschädigung für alles sozialisierte Eigentum von Ausländern anerkenne. Zugleich sollte die wirtschaftliche Ausbeutung Rußlands durch sinanzstarke Syndikate unter englischer Führung bewerkstelligt werden, wobei natürlich auf amerikanische Geidhttfe in pro ßem 'Umfang gerechnet wird. Wenn dieser Plan glückte, daun hatte Lloyd George einen gewaltigen Triumph zu verzeichnen und fein stark erschüttertes Ansehen wieder hergestellt. Die englische Flnanzwelk hätte eine solche Lösung natürlich mit Jubel begrüßt.
II.
Bei diesem Plan war Deutschland eine ganz tzesondere Nolle zrugcdacht. Man hat allmählich doch Wieder eingesehen, daß es ohne deutsche Sachkenntnis, Deutsche Technik und deutschen Fleiß nicht gebt; Heu kein anderes Volk Europas wäre imstande, i>[e große Kulturarbeit tn Nußland zu leisten, dir no'wen dig ist, um es wieder einigermaßen in die S?5he zu bringen. Aber wie überhaupt in der Wcttwtt'sckaft, ko war auch in diesem beionderen Fall Deutschland die Ausgabe gestellt, die Kleinarbeit zu leisten, den Hönniverdicnst ebtr den anderen, namentlich den Engländern, zu überlassen. Run hmidette cs sich da mm, wie man -en beiden Hauplvetcittgten Rußland and Teulschland in erster Linie, dann aber auch b?r ibrigen Welt dieses so sorgfältig zufammcngckoelctc .Bericht mundgerecht machen könntet Zu bl.fern Zweck wurde als Fortsetzung von Cannes, das so jäh durch den Sturz Briands unterbrochen worden war, die Konferenz von Genua benutzt. Auch das war wunder
dcr Univcrsttäisklinlk in Leipzig zugeführt worden wo er operiert werden soll
------*------.
IV.
Die Zustände die stch unter der Herrschaft der Be- satzungs Armee in Oberschlesien hcrausgebi'det hab:«, werd?» immer unhaltbarer. Mord und Totschlag sind dort auf der Tagesordnung, und auck den BesatzungS- trnppen selbst sitzt die Pistole nur recht locker im Gürtel. Zu den vielen von ihnen verübten Bluttaten bat sich eine neue gesellt. Eine Fran wurde in Groß- Strctzlih von einer französischen Patrouille erschossen, als sie das Fenster össnete, um nach ihrem Mann ouS- tnWoucn. Angeblich sollen kurz vorher Schüsse gefallen sein, und die Soldaten wollen peglanbt Hatzen, daß aus dem Fenster gestossen worden sei. Von dcit'sckcr Seite muß gegen die Eins-li'rung von Wild- West-Mcttzodcn in den besetzten Gebieten ausS etter« rischste protestiert und sär die Angetzörinen der ermor- s - t»t Frau eine angetreU'ene Enlstbädlmma aefordcrt wurden. Tie oberschies-icbe Devö'kcrnng tcid-t aufs schwerste unter der Willkür der Besatzunpstruppen, ,>ny wünscht nichts fehufitfvr, alS daß diese Last end 'ich von Itzr perowtren wird. Anw sonst svitzt ültz die Lage in Oberschlesten immer bedrohlicher zu. Tie Polen sind osfenbar nicht gewillt, stch mit den ihnen zu- gesprochenen, viel zu großen Tci'en OberschlestenS zu begnügen. Zal-'reiwe Angehörige der Hallerarmee tgnchen wieder In OScrschlcsien auf. Die Franzosen, die scl'vn den ersten polnischen Aufstand begünkligicn, scheinen auch setzt wieder bereit, den Polen Helscr- diettste zu leisten. Französische Geheimpolizisten ver- baslkn alle ehemaligen Führer des deutschen Selbstschutzes. Tas CxplosiouS Unglück von Glciwih, welches auch heute noch keineswegs onsgeklärt ist, Wird ;nm Borwand eine" gründlichen Entwasfmingsattwn der deutschen Bd>Slk-'r«ng genommen, w'ährend die groben Soffen* und MnnttionSvorräte der Polen un- -ang-tostet 6 selb en. S» wird, fall? t« kurzem, wie allgemein erwartet Wirch, ein zweiter polnischer Aufstand susbricht. den polnischen Aufstänt'ischen eine wafsen.lose, unoeschüstte deuischr Bevölkerung ge aenüberstchen. GrS'-tniögliche Bescbleunioung der Uetzergobe des Deutschland verbleibenden Teiles von Obcrschlesien an Deu'schland und Abtug der Be- satzungStruppcn ist im Interesse der deutschen Bevölkerung OberschlestenS energisch zu verlangen.
V.
Man man Bbcr Kapp und feinen Putsch denken wie man will, selbst ber schärfste politifche Gegner
schön ausgedacht. N.g.n
vor die vollendete Tatsache zu stellen und Ihnen dann die bittere Pille mit dem Zuckerguß verbindlicher Redensarten zu versüßen.
III.
Die deutschen Vertreter sahen sich vor die unmittel- barfe Gesatzr gestellt, durch die Verwirklichung der gekennzeichneten Pläne der Verbündeten Rußland gegenüber vollständig ins Hinlertreffen zu geraten. ES lag die für unser ganzes lünftipes Schicksal enlscheldeude Gefahr nahe, daß auch Ruß'and nicht nur zur Anerkennung dcs Vertrages von DerfailleS im allgemeinen n»ran'aßt, fondcrn auch tn dir Lage versetzt wurde, nachträglich an Deutschland Eutfchödigmtosforderun- Cen zu erheben, die dann auf die Verbündeten überragen. werden konnten und somit eine Erhöhung der an sich schon unerschwlnplichen Lästen des Friedcns--- "-»r.'rgges wie des Londoner Ultimatums für Dcntkch- 'o«d Hetze,>e-ten. eine densscke Reeiernna, die einer iolef-en Lage gegenüber tatenlos die Hände in den Schoß gelegt hätte, wäre tn demselben Augenblick un« rnöchich geworden. Das Hatzen selbst Reichskanzler Tr. Wlr'h und Minister Dr. Nathenan elngcschen, und deshalb pingen sie cnti*toffcn ans den Vorschlag der Rn.ssen ein, angesichts der Sachlage den Vertrag auch formell zu unterzeichnen. Daß die Russen tn Genua bei Behandlung dieser Frage, soweit Deutschland tn Betracht kommt, unzweifelhaft die Führung übernommen und sich den Zeitpunkt ansge- wätzlt bar’en, der für sie der pünstipste war, darf uns daran nicht Irre macken, daß auch für Deutschland der Schritt, der so großes Aussehen erregt hat, der richtige war. Wir müssen die Welt daran gewöhnen, daß wir noch am Lc-ben sind und aktive Politik zu tret* bett vermögen. Dann wird man sick in Zuntttnst davor hüten, Deutschland so zu behandeln, wie es in den Wen drei Jahren der Fall war und wie es setzt — hoffentlich zum letzten Mal — in Genua versucht worden ist.
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am Vorabend meiner Hochzeit mit Henrika by Santos 0,1. bas 5« schreiben, was ich «igentllch nachher yi tun iCKüuV beabsichtige. Ich liebe Henrika by Santos, dir ich
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3wettts Blatt
Nr. 94
Sonnahend, 22. April
Ostrrmond
1922
immer klarer, daß auch Keynes in erster Linie englisch« Interessen im Auge hat, und die englische Industrie erhofft in erster Linie auS einer Befestigung des Mark- fttrfc? die Verdrängung ber deutschen Konkurrenz von» Weltmarkt. Für Deutschlanb würde [ebenfalls auch ein» plötzliche Rückkehr zu festen Valutaverhältnissen erh-b- lickc Gefahren in sich bergen. Vorläufig sieht es freilich nicht so auS, als ob in Genua bas Problem der Wechsel- kl, rfe schon so schnell gelöst tverden würde.
Die deutschen WirtschoftSkreise sehen dem deutsch- russischen Abkommen mit großen Erwartungen entgegen. Dabei verkennt man allerdings nicht, daß Teutsch- lend. wenn e3 die russische Wirtschaft in großzügiger Weise lot"ber ausbauen soll, ber Mitwirkung anrertlant* scheu Kapitafs nicht entraten kann. Gelingt es. bi< deutsch russische Abkommen mit dieser Ergänzung nach ber sinanziellen ©eite auS bem Konflikt auS ber Konferenz von Genua zu retten, so würbe dieses Ergebnis zweiseftoS außerordentlich befruchtend auf bas brutsche Wirtschaftsleben. cinwirken, insonderheit auch auf die deut'cke« Börsen, bie zur Zeit burch bie innere Kapitalknappheit und bie außenpolitische Unsicherheit doppelseitig gelähmt sind.
—*—
Sozialistischer Filmkrieg.
** Berlin, 20. April. Tie Republik iss wieder einmal in Gcfahr. „Freiheit unb „Vorwärts" haben es entbttft unb schlagen Alarm. Das Kino macht „monarck'stische Propaganda", unb was das Schlimmste ist, baS Publikum klatscht Beisall. Auch in ben Arbeitervierteln! Ti: „Freiheit" ruft nach btr Zensur, der „Vorwärts" nach bem Boykott; aber barnit begnügen sie sich nicht. Es wird schwerstes Geschütz aufgrfahren, um ben Arbeit ru bi: betreffenden Filme zu verekeln. Den Haitptzorn hat ber Film „Fribericns Rex" hertzorgerufen, benn hier kann man alte preußische Zucht schen, hier wird dem Publikum ein richtiger, famoS klappender Parademarsch vorgcführt. und die Zuschauer werden mitgerissen, und Abend für Abend setzen i f a l l s st ü t m e ein, tote sie sonst in Kinos nicht üblich sind. Man em» psindet, daß es dieser Preußengeist war, der un» groß gemocht hat, und daß es bie Abkehr von ihm wa^ bie uns inS Versterben Kürzte. D-r Beiiakl der Zttschauermenge ist eine täglich: Kundgebung gegen den 9. November; er ist »tnso bemerkensw rter, alS er «uck in solchen Ltchtsp'elcheatern gespendet to'Tt), He überwiegend we Nr »ckrtt-tckchast »t®
S» M-fpeMNU Nr G-^ämHfekt lfie»er fff tppifP für ihr: Unmöglichkeit, sich in die Seele des deutschen Volkes hineinzuvecsetzen. „Ein Lump und ein Trottel jeder Arbeiter, der tiefem Parademarsch Beifall klatfchö," sagt bie „Freiheit" zu eben ber Zeit, wo ber Aussatz eines aktiven argentinischeit Generals burch Press: geht, ber ben von seiner Armer übernommenen Parabemarsch als hervorragendes Mittel zur Pflege des Geistes, der Ordnung und der Trsziplin mit höck'stern Lobe preist. Der „Vorwärts" spricht davon, baß man in ben Masse» einen „neuen Blrttcausch uni einen Götzenkultus" Hervorrufen wolle. Der „Bor- wärts" beschwört die Arbeiter, bie Lichtspieltheater zu meiden, in betten vaterländische Filme gespielt werdet^ und meint tröstend: „Roch gibt es Arbeiter, bie Republikaner sind," während die „Freiheit nach der Zensur ruft, unb mit einem deutlichen Winke sagt, wer sich den Film Fridericus Rex „ruhig mit anfieht^ ber ist fein freier Arbeiter, kein Sozialist unb fein ar ständiger Mensch, sondern ein preußischer Untertan, d. h. feig', dumm und unmenschlich roh." Die ganze Agitaltou ber Sozial ste« gegen die vaterlänbische» Filme entspringt nur ihrer Angst vor beten propa-
djen, das ihrem verstorbenen Herrn Bruder. Herrn von Strodtman», gehört hat. Durch Umstände, bie hier zu erörtern nicht notwendig sind, kam ich in den Besitz von Dokumenten, bie einer mir nahestehenden Person gehörten und die sich ebenfalls in ben» genannten Köfferchen befanden, das in der Nacht, in welcher ihr Herr Bruder ums Leben kam, aus den» halbzertrümmerten Wagenableil, wo der Tod ihn im Schlaf überraschte, entwendet worben ist. Der TÜ6, . ber sich die im Köfferchen befindlichen Wertsachen en» geeignet, hatte sie in einer wappengeschmückten Brieftasche vorgofunden, ebenfalls behalten, ohne sich mehr als flüchtig von ihrem Inhalt zu überzeugen. Seinen Worten nach war es seine Absicht gewesen, das gestohlene Gut späterhin den Anverwandten des Baron» Strodtmann zuzustellen, ich vermag jedoch bi f r Versicherung keim» Glauben zu schenk tt. Ich habe dem Manne, der einen verkommonen Eindruck macht, versprochen, weder ihnen geg.nüber feinen Namen ztt nennen, noch eine Anzeige gegen ihn zu erstatten — es ist ein Schwerkranker, der bald vor einem höh r:< Rickter flohen wird. Ich erachlete es für meine Pflicht, den an sie addressierten Brief, sehr verchtter Herr Tetarue, mit umgehender Post ihnen zu übersenden. (Senrfmtigtn sie ben Ausdruck meiner vollkommensten Hochachtung Ihres ergebenen
Heino Geltern, !
Mitglied des Wiesinger Ensemble» z. St. New York.
Fragen, auf die er feine Antwort sand, jagte» einander in Freds Hirn.
(Fortsetzung folgt.)
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