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Die deutsche Antwort in Genua
gilt Rede der ReiZÄM'm
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ivRtbe nicht verhandelt.
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Der Sündenbock.
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2391
57. WO 1922
ft.Snig von erwarte!.
Der Entwurf dec neuen Gebührenordnung geht nunmehr zunächst dem Reichsrat zu. ,
Der Ausländsbrief bis 20 Gramm (natürlich nicht Kilogr., wie gestern fälschlich stehen geblieben ist) soll tihiriig 6 Mark kosten.
Amtliches VeMndigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für ldas früher kurhesfische) Oberhessen
Marbuvg SoantW, Den 22. Wil Ostrrmoud.
bundes von wesentlichem Belang fein können. Schließ-1 lich wurde betoloffen, die Frage der Tovpelbesteue-i rung in Verbindung mit der Frage der internationa-I len Hilfeleistung gegen die Sapttalssucht dem VS 1-1 kerb und zur Prüfung zu übergeben. Der Vor-i sttzende teilte noch mit. daß zur Prüfung der Läget Oesterreichs ein Ausschuß im Palazzo Reale zusam-> mentritt. Die Sitzung schloß mit einer Beisallskund-1 gebung für Home, der Genua in diesen Tagen verläßt.!
Sitzung des ersten Unterausschusses des Wirt! schaftSausschusseS vom 20. April: Als erster Redner betonte Krassin, daß Rußland auS grundsätzlichen wie aus praktischen Erwägungen vorläusig an der Ausrechterbaltung der Einfuhrverbote sest- h alt en müsse. Erst wenn der Wiederaufbau innerhalb der einzelnen Staaten das ökonomische Gleichgewicht zwischen den Staaten und die Stabi'isternng br Wtibrung verwirkt habe, könne man in Europa von Handelsfreiheit reden. Besonders für Rußland komme in Betracht, daß unter einem auf den Sozialismus zu- geschniitenen Wirischastsshstem eine' straffe Regelung des Aubenbanvers neben einer Regelung der Produktion und des Binnenhandels unentbehrlich sei. Krassin I wrderte schließlich noch eine systematische Verteilung der Rohstoffe unter die einzelnen Länder und stellte! eine besondere Ro^e über das russische Außenhandelsmonopol in Ausflcht.
Die „DberDelflfdje Bettun erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugsvrei» monatlich 17 Mk. Für ausiaüend« Nummern infolge Streiks ooer elementarer Ereianisse kein Ersatz. — Perlag von Dr. T. Hitzerotd. — Druck der Ilniv.-Buchdrucker-i von Jod. Bug. Koch. Markt 2123. — Fernivrecher 55, Postscheckkonto: St. 5015 Amt Frankturt a. Main.
MMl.
Bor der Besetzung durch die Polen.
Parts, 21. Avril. Die Botschaft erkonferenz ha» heute Von den letzten Berichten des Generals Le Rand über den Stand der Petersdorfer und G'eiwitzer Ange legenfteiten Kenntnis genommen. Die Konferenz hat die Besetzung des rechts der Weichsel gelegenen Gebietes durch Polen in ihren Einzelheiten ge'-eaelt. Der Sitzung wohnten Marschall Fach, General Weh-
AMMEI.
Doppelvesteuerung, Kapitalflucht, Einfuhrverbote.^
Genua, 20. April. Der Finanzausschuß der Genueser Konferenz trat am 20. April zu einer Vollsitzung zusammen, um zu den von dem Unterausschuß für Währung und Wechselkurse angenommenen Beschlüssen Stellung zn nehmen. Der Vorsitzende Horne empfahl die Annahme der Beschlüsse. Der deutsche Reichsminister Hermes bemerkte zu deut Anträge der italienischen Abordnung, die Frage der Do p p e l b e st e u e r u n g zu besprechen, ■ die Prüfung der Frage könne dadurch gefördert werden, daß bereits im gegenwärtigen Zeitpunkt die für die Wiederherstellung normaler Wirtschaftsbeziehungen wichtige unv dringliche Frage der Toppekbestencrung einer Erörle- rung unterzogen wird. Auf diesem Wege wird es vielleicht gelinge», schon hier die Grundlinien zu finden, die für die Arbeiten der Sachvekstattdigen des Völker
und General Nollet bei.
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Genua, 21. April. Morgen wird der Italien zu einem kmrzen Besuch in Genua Kein Einspruch Amerikas.
Paris, 21. April. Der „Peili Partsien' verbratet eine Nachricht aus Genua, worin behauptet wird, dte italienische Negierung sei entschlossen, Giannini, den Generalsekretär der italienischen Abordnung, vor dem D i S ziplllnarrat anzukla- gen. Giannini habe die Dentschcu falsch unterrichtet. Tas sei Anlaß gewesen, daß das Ablom-
Berlin, 21. Aprjl. Zu der'd: »ticken Anüvorlnost erklärte, f.utt „Boss. Zig." ans Genua Tr. R a t h e n a u Pressevertretern: „Wir haben uns entschlossen, von assen Entwürfen jenen zu wählen, der tu Ton und Inhalt der absolut konzilianteste war. weil im Lause der letzten Tage Besprechungen zwischen uns und anderen Stellen statt gefunden haben, die uns den Eindruck gaben, daß es wünschenswert sei, durch ein Zeichen der.Versöhn- lich leit zur Wiebrrherftrllung einet guten Atmosphäre «n Genua das Möglichste lcizntrageu. R.aihenau trat dann den Gerüchten über ftnstinimigkeiten innerhalb der deutschen Abordnung entgegen und sagte: Ich habe Vollmacht von allen meinen Kollegen, zu erklären, daß die weiteste llebereinstimnnmz nach »re vor innerhalb der deutschen Aboütnnng besteht
Der „Lokalauzeiger" schreibt, daß die dcutiche Note wohl sccixntt sei. in Deuischlaud ungeteilte Zustimmung zu unten Die Roke findet, auch die Billigung des * „Borwäri z . ,wil sie bei fachlicher Festigkeit überflüssige . Schärfen des Tones vermeidet.
ttosöüWr WprM.
Genua, 21. April. (Hovas.) Die französssche Abordnung Hal an den Vorsitzrnvcn der Konferenz Facta rin Schreiben gesandt, in dem sie g-g.n den Inhalt der deutschen Anwort auf die Entscheidung der aer6ftntt.cn Einspruch erhebt. Tie französische Abordnung besiehe- in diesem Schriftstück d.e Richtigkeit des deutsch rufflschen Vertrages, der den Bedlngüngen von Eannes widerspreche. S.e ersuche Farm die Bevollmüchüglr» der .neun verbündeten Mächte, welche die Entschließung vom 18. 4. unterzeichnet haben, zu einer Besprechung zusammen zu be-
Dee An-ri-enpreis netroat für dte 9 qeiv. Zette oder deren Raum 90 Pfg. für d-» Milli- meler amtti-d- un» ausmärtiae 1.20 Mk. Ändere Soaltenbreiteu na» entivreckender Bereinuna SvSt einlausende oder »en Staunt über ", Seit« etnnevmende Än- Rtt6 wir berchttat, na* der Tertivaltendreite ,u fetzen und zu derecdnen. S-aen. Reklamen beregnen w,r die Tol.-Zeit- mit 9.00 Mk. Feder Rabatt nilt als Larrabatt. Bet Äuskunit hur» di« (fieichärtsiteUe und Vermittlung der Änze- - dote 1 Mk. Sonveruedüar.
a riterrichtet sein können.
Der Reichskanzler erinnerte an d« Antwort der 8unk von Enaland, wonach unter den gegemvärtigen Zahlungsbedingungen Deutschland nicht kreditfähig sei. Ter Kanzler schilderte weiter die schwierigen Verhältnisse, mcter denen Deutschland unter dem Druck der Kommissi- nen lind sonstigen Ententeorgane zu leiden hat. Tas halt.- schon Bismarck vorauSgesehen, als er im Jahre 1888 in einem Brief an den damaligen Kriegsmimster Prousart v Schellendorf für den Fall eiues verlorenen Krieges sogar den Verlust der deutschen Reich sein heit prophezeite, und doch haben wir nach diesem verlorenen Fei ge die Einheit Deutschlands gerettet, und das tret' danken wir nicht zuletzt dem Geiste der neuen Verfassung von Weimar. Mit Klagen um das Verlorene und mit dem Rasseln der Säbelscheide ist dieses Problem nicht zu lösen, zumal wir keinen Säbel habe», sondern nur mit Geduld und wirklicher politischer Arbeit. Diesem Ziel galt die Politik, die wir seit einem Jahre treiben. Die Feage. ob sie notwendig war, läßt sich mit Ja beant- Worten. ’Ucirer die Frage, ob sie erfolgreich war, woklrn UM andere urteilen lassen. Aber ohne sie wären "wir Än Genua ist jedenfalls -ine
Methode gMasfM worden, die Erfolg nicht nur für unter Land, sondern für ganz Europa venpricht. Tie Idee for. Genua „Verständigt euch wirtschaftlich" verleiht dieser Konferenz die allergrößte historische Bedeutung.
Im Auslande machen sich unsere Volksgenossen ost ein failsches Bild von unsereu innerdeutschen Verhältnissen Deutschland ist kein politisches Chaos, sondern bei allen tiefe» Meinnugsverschiedenheitru gibt es für dieses schwergeprüfte Volk ein gemeinsames Ziel, nämlich die Wiederaufrichtung der politifchen und wirtschast- iichrn Selbständigkeit im Rahmen btt europäisch-n. Diese Liebe zu unserem Volke wolle» wir aber auch auf andere Völker der Erde ausdehne», denn alle Völler ohne Ausnahme leisen nach diesem Kriege unter den größten Schwierigkeiten. Unsere Politik ist mit viele» Dpfrrn verbunden gewesen. Wir haben unser Möglich stgetan, vielleicht sogar auch Unmögliches doll- bracht. Zunächst haben wir nur die Einheit unseres Voiles gerettet.
Paris, 21. April. Rach einer Meldung der »Chicago Tribrtue" auS tzafbingtou wird di? Reoieru''a der Vereintalen Swaien gegen den dettND-rnisisäk t Vertrag keinen Einspruch erheben. Tie A-a'.ceuttg sei der Ansicht, daß der Vertrag nicht Mitt ki Fritdenskerlrag von Versoilles verstoße und daß ’f.rt Wirtung auf Europa rein psychologischer Art reut werde.
Asulreitz; nM
Der willkommene Vorwand für w.iiere --
Paris, 2t. April. Hatzas rnelvet, Pariser po!t- usche Kreise seien der Austcht, daß ber Abschluß deS deuUch-rufiiscben Abkommens die Festigkeit Europa, erschüttere und glaub cn daher, ein Zu,mnmenschlnf! der Mächte der großen und feinen Entente sowie Polens, daS insbesondere Gefahren «ucgesetzt fcr. müsse aus die Eeuneser Konferenz solgcn, damit mau Vorsichtsmaßnahmen treffen könnte, besonders wa> den vorgesehenen Abbati der Kontrolle in Tberich.eite« betreffe, wo sich das Vorhandensein von Waffen- un» Wunttionstagem beraus^-steUt babe
Sie neue MiMmworlm.
Abänderungsanträge des Verkehrsbeirats.
Berlin, 21. April. Die Beratung der neuen Gebührenvorlage vom Reikbspostminissetn'm und dem Verkehrsbeirat fortgesetzt worden. Die R-twenbi"- keit der Gebührenerhöhungen und ihr Ausmaß im allgemeinen wurde anerkannt. Der Verkehrsbeirat be- cmtrcote indessen die Herabsetzung der Gebühren für eine Postkarte im Fernverkehr von 2 Mk. aus 1.50 Mk., den Mrgfall der Drncksachenkarte unb die Festsetzung der Gebühr für Ansichtskarten mit fünf Grnßworten auf 50 Psg. Ein we'terer Antrag ging dahin, für Briefe im Fernverkehr eine Stufe bis 500 Gramm zn 6 Mk., für Geschäftspavirrr, Warenproben und Mi'chfendnngen eine llnterstuse bis 100 Gramm zum Satze von 2 Mk: einzuführrn Für Pakete wurde die Einführung einer Zwischenfi tf- von 5 bis Ty» Kilogramm gewünscht. Im Anslandsver. kehr wird die Erhöhung der Gebühr für einen einfachen Brief bis 20 Gramm ans 8 Mk. und eine eut'prechendc Erhöhung der übrig»» Sätze gemäß den Bestimmungen des Weltpostvereins für angemessen erachtet. Der Verkehrsbeirat hält qrundsätzssch auch eine angemessene Erhöhung der Zeil u n g sgeoüh ren für erforoer- 'lich. lieber die Sätze und Maßnahmen im einzelnen
Mit dem Wortlaut der Antworlnote, durch die de. »rutsch-russische Zwischenfall in Genua erlcd'g! ge •?.! darf, kann man sich in der Hauptsache einbetftar? e.- erklären. Es wird darin in recht deutlicher Sprache den führenden Geistern der Verbündeten vor Angen erführt, daß es doch nicht angeht, nach newvhntec Man ei über die wichtigsten Fragen sich ohne Deutschland zr verständigen und diesem dann einfach den Beitritt zuzumnten, wie es noch mit dem Londoner Abkommen versucht wurde. Der deutsch-russische Vertrag wird vollinhaltlich und in aller Form aufrecht erhalten. Das ist die Hauptsache. Wenn Deutschland mehr oder weniger srciwillg aus der e- ft n Kommission anscheidet, die sich mit de» russischen Fragen zn be- schästigen hat, so ist das unzweifelhaft ein Nachteil, den man unter den gegebenen Verhältnissen jedoch mi: in den Kauf nehmen muß. Sollte der Abschluß ess.k:- allgemeinen Gesamtvertrages über die Regelung de: Beziehungen mit Rußland hrrbeineführt werden, so würde vorauSs'chllich der denlsch-russische Vertrag ei'e : Teil 'bilden und damit hätte Devt'ch'anb das err-tH das man ihm vorenlhalten wollte, trotzdem als vö.l-g gl-ichberechtizt mit dm «»treten Mächte t znsa-nmn- zvst ßrn. *
Der ganze Zwischenfall, der Abschluß des Vkt- tcages sc-list mit seiner Vorgeschichte nnd bit 9nfc»or;- nole wird man nun wohl als das unwiderrnsliche Ende der Ersüllungspolitik benachie.-. dürfen; denn eine Umkehr ist, jetzt nicht mehr möglich.
Seine AnWm der Setttooes.
Genua. 8t. Avril. Die beute dem Drüsidenten der italienischen Abordnung überreichte deutsche Antwort ’ hat folgenden Wortlaut:
Genua, Sl. April 1922.
Herr Prüsidenti ।
Auf das von Ihnen gemeinsam mit dem Borsitzenden . der französischen, britische», japonischen, belgischen, tfch:- , ch,»slowakischm, polnischen, jugoslawischen, rumänischen , und portuo-esikchen DNegation ttntrrzeichnetr schreiben »om 18. April beehre ich mich. Folgendes zu erwidern:
Seit mebr-ren Jabren hat Deuts'bk.and die russische Sowietrepublik anerkannt. Eine Ausr-imndersekmw zwischen kreiden Ländern über die Folgen d?s Kr-eg-zostan- des war jedoch notwendig, bevor dir ordenÄichen divlo- matischrn Beziehungen waeder ausgenommen werden konnten. Die Verhandlungen, die hierüber zwischen beide,' ! Regierungen geführt wurden, waren ichön vor mehr-- -en Worben so weit vorgeschritten, das; sie den Abschluß ermäasschtrn.
I Die russische Verständigung war für Deutschland deshalb besonders wichtig, loeil hier h?e MR-E-ss k>'stand, mit ein-m der grossen am Kriege beteiligten Stoaien zu einem Friedmszustand in gelangen, der aff? ■ dauernde Schuldnerschast ausschliesst und von Grmrd >ans erneute, durch die Vergangenheit nicht belastete freundsckmstliche Beziehungen ermögl'chl. Deutfcklnitd ging noch Genua mit dem herzlichen Wunsch ans aemein- same Arbeit mit allen Völkern zar Wiederansricht'in- des leidenden europäischen Erdteils, und im Vertram» [rtuf das weckkelseitige Verständnis kür die Soraen alle» | seiner Glieder.
Die Vorschläge des Londoner Programms liessen die deutschen Interessen äusser acht. Ihre klnterzcichnung Hütte drückende Reparaiionsanfprücbr Rust- i kands gegenüber Deutschland hervsrgerase». Eia- Reibe I von Bestimmungen hätte dazu geiührk, dass die Folgen Ider zaristischen Kriegsgcsetze Deutschland allein ?ur List gefallen wären. — Wiederholt hat b> dmssrhc I Delegation die Mitgieder der Delegationen der einladen- I den Mächte in eingehenden Besprechungen aui die'? I schweren Bedenken aufmerksam gemacht. Dies ist I i-doch ohne Ersolg geblieben, vielmehr wurde d?e deuk- I lch:n Delegation bekannt, daß die eimadenden Mächte I Sonderverhandlungen mit Russland cinae- I leitet hatten. Die Mitteilungen über diel« Verband- I lunge» ließen darauf schliessen, daß eine V-rst"Woigung binnen kurzem bevorstrnd. daß aber die Brrücktssbiigung Ider gerechten deutschen Wünsche nicht In Ausiicht ne - I nommen war. D'e deutsch: Delegation ließ d-mo.eaen- über keinen Zweifel, daß sie gerwunq-n sei. ibre fttttrr- I :ss?n unmittelbar zu vertreten, da sie wnst in die I Page gekommen wäre, sich in der Kommission einem I Entwurf gegenüber zu sehen, der für si: u n a n u e b m. - I 6 <1 r, aber von der Mehrheit der Ksmmissronsinttalieder I bereits vereinbart war D:r Vertrag mit Nnss'and ist deshalb am Sonnlag Abend in genauer Uebeceinstim- I munn mit dem bereits vor Wochen ausgestellte» Eüt- I ivuri unterzeichnet und alsbald bekannt gegeben word. n. I Dieser Boraang zeigt in aller Deutlichkeit, daß die I deutsche Delegation den Wog der Brrhaichlunaen mit sPiißland nicht aus Mangel an G-mnnschoflsssn». wn- Idern aus zwingenden Gründen beschritt. E- I zeigt ebenso deutlich, dass die deutsche Delegation bestrebt I gewesen ist, von ihrem Verfahren jede Heimlichkeit fera- I mhalten. Es würde durchaus dem Wunsche der deutschen I Delegation cnikprechen, wenn auf ter Konferenz eine lallgemeine Regelung der russischen Fra^ae I gelänge, und wenn in dieser Gesamtreg-lung der deoilsch- I russische Vertrag e i u g e s ü g l werden k'nutze. Die Möa- I lichkeit hierfür ist sehr wohl gegeben. Ter Vertrag greisi I in dos Verhältnis dritter Staat:» zu Rußland in keiner , Weise ein. Auch ist er in starr ferner Besrimmuimen von Idem. Gedanken getragen, dessen Verwirklichung Sie m:t Recht als das Hauptziel der Konsercnz bezeichnen, näml-ch I von dem Geist, der bas Vcrgavgcn' endgültig ab- I geschlossen absieht und eine Grundlage für dc.i geUien!- -1 samen friedlichen Wedrranfbau zu fchaffeu sucht.
I Was die weitere Bebandl.eng der ru'sssschen Fragen auf ' I der Konferenz betrifft, so hält auch die deutsche D. leg.itisii
I -es für richtig, daß sie sich an den Beratungen der erste» ■ | Kommission über diejenigen Fragen, fcje den zwischen , I Deutschland und Rußland bereits geregecte» Fragen er-d [ sprechen, nur dann beteiligt, wenn etwa ihre M't arbeit besonders gewünscht werden sollte. D.,- . gegen bleibt die deutsche Dcl.-gatlon a» allen^den- Ijcnigcn der ersten Kommission übertragenen Fragen linieressiert, die sich nicht aus die im deutsch
11 russischen Vertrag geregelten Punkte beziehen. : I Di- deutsche Delegation hat mit Genugtuung die Ent- : | Wicklung begrüßt, welch: die Verhandlungen der Korn- - Missionen genommen hdben. Sie sühss sich einig m't ccm ' K-iste der Solidarität unb des Vertrauens, der breit ' I Arbeiten beseelt. Weit enifernt von dem Gedanken, sich I von der europäischen Gemeinschastsaroeit abzuwenden.
* ist sie bereit, an den von der Konferenz von Genua zu N erfüllenden Ausgabe» im Sinne der Völierversöhnuap 11 -iitb im Sinne des.Ausgleichs östlicher unb westlicher > I Wohlfahrt mitzuarbeiten.
» Genehmigen Sie, Herr Präsident, die Versicherung | meinet ausgezeichneten Hochachtung, gez. Dr. Wixth.
Uten mit den Sowjets a-fchicsscn wurde. Man versichere jcdocö. daß Glcnniutstinrr Bettcidraim« keäre, er habe nur Sie Mission ans geführt, i.... — --
Der TüMmrd in Berlin.
Berlin, 21. April. Nachdem die Witwe Tatnat Paschas bei der eisten Gegenüberstellung mit beit in Leipzig verhafteten beiden armenischen Studenten erklärte, in tzpm einen der beiden Verhaftetet! nnzireisel- hast den Mann wiederzuerkennen, der auf die beiden jungtürkischen Politiker geschossen habe, schränkte sie laut „Achtuhr-Abendblatt" im Laufe des Verhörs ihre belastende Aussage ein, indem sie sagte, f:e glaube, daß einer der Verhafteten der Täter sei. Auch die Pförtnerssrau des Hauses Uh^andstcaße 47 war bei weiterer Gegenüberstellung mit den verhaftete i Armeniern unsicher geworden. Ti: Verhafteten behaupten, zurzeit des Mordes in der Wohnung ihrer Eltern getueseii zu sein. Tie gleichfalls verhastelen Familien der beiden Armenier wurden aus dem Poliz.igesängms entlasse».
Einer der verhafteten armcnischen S.udenten.ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden, da er mit der Ermordung der beide« jungtürkischen Politiker nach- iveislich nichts zu tu» ha-te. Tee andere LechastKe soll noch eiirncl d:e Witwe Talaat Paschas gezrnüver- gest ilt irrer-en. Im Zusammenhang mit deut Morde sind erneut acht Armen.er v rhaf.et worden, die sich bei der Frcifprechun'.z des Armeniers Teilirian, des Mörders von Taloac Pascha, auffällig benommen hatten. Cie hatte« nach der Schwurgerichtsveryand. hing den Freigesprocheuen mit Blumen beworfen unb nachher öewiriet.
f Genua, 22. April. Reichskanzler Dr. Wirth hat »estcrn anläßlich eines Empfanges der deutschen Kolonie tzurch den deutschen Botschafter in Rom v. Neurath eine Nnsprache gehalten. Hierbei unterstrich et die Bedeutung der Konferenz von Genua und ging auch auf den ißreben beigelegten Zwischenfall des Vertrags von Rapallo '«in. Der Reichskanzler führte u. a. aus:
j Die Konferenz von Genua ist für unS eine Etappe HeS Rettungswerkes, das wir unternommen haben mit hem Ziele der Wieberausrichtung des Weltfriedens. W>r ßnd ohne allzu groß: Hoffnungen gekommen, betrachten «her diese Konferenz als einen Schritt vorwärts. Jn- bessen fehlt hier eine wichtige Macht, die notwendig »äre, um das Werk der Wievecherstellung der Weltwirtschaft zu vollbringen, nämlich Amerika. Alle unsere Arbeiten werden nur Stückwerk bleiben, solange durch die Abwesenheit Amerikas nicht der ganze Wiederaufbau der gesamten Weltwirtschaft ins Auge gefaßt Werden kann. Auf den Schritt, bett wir durch die Unterzeichnung des Vertrags von Rapallo unternommen hab'N, 'möchte ich hier nicht ausführlich cinoehen. Ich bin ab-r 'jederzeit bereit, die volle Verantwortung für ihn zu .übernehmen. In Genua sollten die Probleme des €H*n? fgemeinfam besprochen werden. Es wurde uns dab'i 'aber eine Enttäuschung bereitet. Infolge der Separat- 'verhaublungen eines Teiles der hier vertretenen Mächte I mitt Rußland waren plötzlich deutsche Interesse» be- : tdrobt. und es galt, sst rechtzeitig wahrzunebmen. Do?
war unsere Pflicht, unb wir haben unsere Pflicht getan »Das Lonboner Erpertenmemorandum hätte zu einem e „weiten Versailles führen können. Seine Än- 1 ! Wendung hätte dos enbgiftige Todesurteil über den Wie-
-heroufbau Rußlands bedeutet, und wir wären außerdem Du eine Schuldknechtschaft auch noch Lsten ge- -Zaicty^sobaß der Ring der Schuldkuechtichast sich um uns geschlossen hätte." Durch de» Vertrag hab-u . fctf den Ring- der uns bedrohte, vermieden. Wir sind ' aber bereit, die Ideen, die in diesem Vertrage enthalten sind, in einen größeren gemeinsamen Rahmen^ein- tzzuordnen, allerdings nicht unt-rzuorduen, im Linne k Bee- Diktats. Die Entscheidung darüber liegt jetzt bei den
Großmächten, namentlich bei England. Lloyd George hat gestern eine friedliche Rede-gehaften, und die An- zelegenheit als erledigt erklärt Dem schließe ich mich in, jedoch muß ich mich gegen de» Vorwurf der Illoyalität Lenden, denn die. auf die es ankam, hätten ganz genau
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