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überbrachte, sei sofort zum Ausdruck gebracht wor­den, daß Lloyd George die Aktion der Dcurschen sehr ernst beurteile und daß er nicht verstehe !önne, weshalb die Deutschen hinter dem Rück« der Mächte gehandelt hätten.

Die WWowifiSlrage.

' Der Sachverständigeilausschutz.

Paris, 19. April. Der Entschädignngsaüsschüß dlrösfentlicht folgenden Bericht: Der Entschädigungs- «eschuf- hat bereits eine Entschließung bekannt gr- tzrken einen Sachverständigenausschuß zu bilden, der «ine Prüfung vornehinen und ihm einen Bericht vor- legen soll über die Bedingungen, unter - denen die deutsche Regierung in der Lage wäre, ihre Verpflich. tungen, so wie sie durch den Vertrag von Versailles tanb durch den Zahlungsplan vom 15. Mai 1921 festgesetzt sind, nachzukommen und im Auslande An­leihen aufzuuehmen, deren Ergebnis für d/n teil­weisen Rücklauf des Kapitals der Entschädigung-schuld verwendet werden soll. Der Ausschuß ist nunmehr gebildet worden und besteht aus folgenden Herren: Delacroix, Vorsitzender, T'Ameglio, Bissering, Sir Robert Kindcrsley, Sergent, Bergmann. Da der Ent» schädigungsansschuß äußerem wünschte, daß sich der Ausschuß auf die Erfahrungen und dir Ansichten der Finanzkreise der Vereinigten Staaten stützen könne, hat sie Pierpont Morgan ersucht, Mitglied des Ausschusses zu weichen. Die erst: Zusammenkunft wird wahrscheinlich in den ersten Tagen des Mai in Paris ßattfinden.

zmkrelS Wert AWm der Mmer?

Die unterzeichneten Mächte müssen der deutschen Abordnung in freimütigster Weise ihre Meinung zum Ausdruck bringen, daß der Abschluß eines sol- j chen Vertrages (wie des russischen), während die I Konferenz noch tagt, eine V erletzung der Be-I dingungen bedeutet, die Deutschland selbst sicht auferlegt hat. Als es nach Genua eingeladen und hm angeboten worden war, in jedem Ausschuß auf dem Fuße der Gleichberechtigung vertreten zu sein, haben die einladenden Mächte einen Beweis von ihrer Bereitwilligkeit gegeben, die Erinnerungen des Krieges beiseite zu setzen und Deutschland die Gelegenheit eines ehrenvollen Zusammenarbeitens | mit seinen früheren Feinden zu geben. Auf ein derartiges Angebot guten Willens und der Soli­darität hat Deutschland mit einem Akt geant­wortet, der den Geist gegenseitigen Vertrauens zer­stört. Während die Konferenz noch tagt und wäh­rend Deutschland in den Ausschüssen vertreten war, die auf der Grundlage der Bedingungen von Cannes den europäischen Frieden mit Rußland be­handeln sollten, haben die deutschen Vertreter ohne Wißen ihrer Kollegen insgeheim einen Vertrag mit Rußland geschloffen, der jene besonderen Fra­gen ins Auge faßt, die die deutschen Delegierten in loyaler Zusammenarbeit zu erörtern verpflichtet gewesen wären. Dieser Vertrag ist nicht abhängig gemacht worden von irgend einer Prüfung oder Bestätigung durch die Konferenz. Wir müßen an- nehmen, daß er endgültig ist. Es handelt sich also in Wahrheit um eine Verletzung eines der Grundsätze, auf denen die Konferenz beruht. Unter diesen Umständen betrachten es die Unterzeichnet:«

: Ereigniße die Möglichkeit dazu bieten, sich in den mit der Wahrung seiner Würde und seiner Znter- eßen vereinbarten Grenzen zn bewegen. Augen­scheinlich kann ein Ergebnis nur erreicht werden, wenn die neue durch den Abschluß des deutsch-

Irussischen Vertrages geschaffene Lage s,sort ge­rändert wird, beispielsweise durch einfache ^Aufhebung dieses Abkommens unter Zustim­mung beider Teile. Wenn Frankreich heute von Verbündeten fordert, gemeinsam mit im die Auf - Hebung des deutsch-russischen Vertrages zu for­dern, so tut es im Grunde nichts anderes, als daß es die Verteidigung des Versailler Vertrages noch­mals in die Hand nimmt, der unbestreitbar durch mehrere Klauseln des Sonderabkommens verletzt worden sei. Wie dem auch sei, die Zusammenkunft, die heute morgen stattfinden sollte, ist abbestellt

Sonderberichterstatters des Reuterschen Büros zu­folge seien alle in Genua über den Abschluß des deutsch-russischen Vertrags wütend. Man sei je­doch nicht der Ansicht, daß dieser Zwischenfall zum Abbruch der Konferenz führen werde. Man sei der Ansicht, daß der größere Teil des Vertrages nicht von großer Bedeutung sei. Man sei jedoch anderer Ansicht bezüglich der Klausel über das Zrivatvermögen, da man daraus entnehme, daß Deutschland seinen Verzicht auf diese For­derung abhängig mache von dem Verzicht der Ver- .bündeten auf Ansprüche an Privateigentum. In dieser Frage hätten die Verbündeten bereits end, gültig erklärt, daß sie nicht einen Zoll n a ch - geben könnten. Außerdem werde erklärt, daß das neue Abkommen den Vertrag von Brest-Lttow,k i so gut wie beseitige. Man sei der Ansicht, daß der deutsch-russische Vertrag der erste Schritt zu einem deutsch-russisch en Bündnis sei.

Dem deutschen Vertreter, der eine Abschrift des I Vertraue- nach dem Hotel der britischen Abordnung

Genua, 18. April. Die in der Villa Radio versammelten Vertreter von England, Italien, Frankreich, Belgien, Japan, der Tschecho-Slowakei,

gilt Wr an die deutsche MM«.

Ausschlutz der Deutschen von den Beratungen mit den Rußen.

$it tMWt niMm.

Kein Abbruch der Konferenz.

London, 18. April. Einer Meldung

Der - - - -

meter. amtliche und auswärtige

Man dn Ksn'Mmi'M.

Berlin, 18. April. Zm Laufe des zweiten Dsterfeiertages ist im Auswärtigen Amt eine Rote her Votschafterkonferenz eingegangen, die sich mit tzer künftigen Durchführung der militärischen Ve- pimniungen des Friedensvertrages beschäftigt.

Im ersten Teil bestätigt die Rote, daß die Luft stchrlkontrollkommisston mit dem 5. Mai. iher Tä­tigkeit e i n st e l l e n wird. Eie teilt mit, daß die verbündeten Mächte nunmehr die Begriffsbestim­mungen zur Unterscheidung der zivilen und der »er­botenen militärischen Luftfahrt, zu deren An­erkennung Deutschland sich durch die Annahme des Londoner Ultimatums verpflichtete, festgesetzt Haden. Die Definitionen werden in der Anlage zu der Note mitgeteilt. Die Votschafterkonferenz be­nachrichtigt die deutsche Regierung endlich davon, daß die Ueberwachung und Einhaltung jener Begriffsbestimmungen, der sich 'Deutschland eben­falls durch die Annahme des Ultimatums fügte, durch einen Garantieausschuß mit dem Sitze in Berlin ausgeübt werden soll. Der Fortfall auch dieses Ausschußes ist für Anfang 1925 (Ablauf der t erstei Vesatzungsperiode), in Aussicht genommen I worden. Die Einzelheiten über feine Zusammen- ! setzung, Funktionen und Vefugniße sind ebenfalls in der Anlage enthalten. Die Kosten tragen die verbündeten Mächte.

In dem zweiten Teil wirft die Note die Frage s- der künftigen Kontrolle des Landheeres und der Marine auf. Sie schlägt vor, daß nach Erledigung der dringendsten schwebenden Auf­gaben der Militär-Kontrollkommission an deren Stelle ein Militärgarantieausschuß von geringem Umfange und mit beschränkten Befugnissen nach dem Muster des Luftfahrtausschusses treten solle. Das Nähere über die Organisation dieses Aus­schusses sowie die Angaben über die noch zu erledi­genden schwebenden Aufgaben der Kontrollkommis­sion sind in zwei weiteren Anlagen niedergelegt. ; Bei der Marine ist ein ähnlicher Ausschuß nicht in Aussicht genommen. Es wird mitgeteilt, daß die Tätigkeit der jetzigen Marine-Kontrollkommis­sion voraussichtlich in nicht ferner Zeit abgeschlossen fein wird.

tonb sämtlicher Papiere beraubt. Geld und Wert­sachen blieben unberührt, yetbft. der früher dem Freikorps Lützow angehvrie, ist feit einem Jahr Knei:» der ?lbteilung der Oberleutnants Hejas, der an Hntzc des Vereins der erwachenden Ungar» stehl Ci sollte im Auftrage des russischen Generals Hörschel

als nicht gerecht und billig, daß Deutschland, das« eine besondere Abmachung mit Rußland geschloßen I hat, an der Erörterung einer Abmachung zwischen I ihren Ländern und Rußland teilnehmen könnte. Sie schließen also daraus, daß die deutschen Dele- I gierten die Absicht habe«, auf die fernere Teil-! nähme an der Erörterung von Abmachungen zwi-l schen den verschiedenen auf der Konferenz vertre­tenen Ländern und Rußland zu verzichten.

gez. Lloyd George, Facta, Barthou, Theunis, I Benesch, Skirmunt, Nintschitsch, Diamandi, Jshii. I

Wie die Blätter aus Genua melden, kamen die juristischen Sachverständigen der Verbündeten, die I die Aufgabe hatten, zu prüfen, ob der deutsch­russische Vertrag mit dem von Versailles in Wider-1 spruch stehe, zu dem Ergebnis, daß keine Ver­letzung des Vertrages vorliege. Die an Deutschland gerichtete Note stützt sich daher lediglich darauf, daß Deutschland die Beschlüße von Cannes außer Acht gelassen habe.

Der Standpunkt der deutschen Abordnung.

B e r l i n, 19. April. Wie derLok.-Anz." mel­det, stellt man in den Kreisen der deutschen Ab-, ordnung fest, daß der Beschluß, Deutschland aus dem Ausschuß, der sich mit der russischen Frage be­faßt, auszuschließen, nur vom Plenum der Konferenz gefaßt werden könne. Es wird mit einem Einspruch der Neutralen gegen den Aus­schluß Deutschlands von den Verhandlungen mit Rußland gerechnet.

Ein Vermittlunzsvorschlag der Neutralen.

Genua, 18. April. Der hiesige Vettreter der Schweizerischen Depefchenagentur erklärt, daß die Mitglieder des Unterausschußes des ersten Aus- schu-fes der Konferenz, die Herren Branting (Schweden) und Motta (Schweiz) beabsichtigen, dem Präsidenten der Konferenz. Minister Schanzer, mit- zuteilen, daß es angemessen erscheinen wür(L, wenn der Unterausschuß zusammentreten würde, um Zn- iormationen einzuziehen, um dadurch zu einer nor- Wetterführung der Konferenz beizutragen.

MjiMmMA WliMtl.

Aufgeregte französische Aeutzerunge«, geteilte Meinung«! in England.

Paris, 18. April. Der Sonderberichterstatter bei »Oeuvre" in Genua braßtet: Seit Monaten und M» «taten versuchen die Russen sich mit der französische« Regierung auseinanderzusetzen, dieaber nicht hat höre« wollen, iväbrettb Poincatt- schöne Worte machte, zogen die Deutschen Nutzen aus seiner Haltung. Heut« Nacht gab man in der französischen Abordnung Rat zu verstehen, das; die Konserenz durch diesen Zwischen- fall gesprengt werben könnte Nichts wäre bekla­genswerter für unser Land, aber man must von MSm nern. die die Politik der Furcht nur aufeebeit, »». halsstarrig zn werden, alles befürchten.

Excclstor" äußert sich: Gestern gaben die Delegier' ten der verbündeten Möchte allgemein ihre Entrüstim« und Neberraschtsttg kund. Wird sie andauern? Ma, darf diese Frage stellen, we>m man sich erinnert, das nicht nur an beit Ufern der Spree das Lied:Vergst die Verganaenbelt !" gesnngen wird.

DieAction Francaise" schreibt: Ist Lloyd Georg« in diesem Abenteuer der Betrogene oder der Mischul- dige? Wenn man sich allzu lange betrügen lätzt, wirb man m i t s ch n l d i g. Diese Erniedrigung bat er toefi. Lassen wir ihn, wenn es ihm gefällt, England zu er- nlebciaen. Was uns anbetrifft, wenn wir diesen Hohn innnLünie», dann können wir sagen, das ist das <5r.be. Schott feit Monaten wurde von der Gefahr eines deuiscv russischen Biittbnisses gesprochen. Unter den Augen unserer Delegierten wurde sie geschaffen. Das nennt sich Morgenröte und Wiedererrichtung Eltropas.

Journal deö DebatS" schreibt, der deutsche russische Vertrag bestätige osstziell eine Lage, die allen ernsten Beobachtern der europäischen Politik schon länger be­kannt sei. Seine Verössenilichnng habe wabrscheinlich zum Ziel aebabt, die Konsereu, von Genua zu beein­flussen. Tschitscherin und Ratbenau hätten zeigen wollen, batz sie keineswegs Kotiert seien. Die deutsche Negierung habe die Ergebnisse gefährdet, die fit aus der Konferenz von Genua zu ziehen sich Hütte schmeicheln hülfen.

DerPetit Parisien" fchreivt, im besten Falle er­scheine es schwierig, Deutschland zu dem politischen Unterausschuss von 11 Mitgliedern zuzulaflen, der da­zu berufen fei, die russtsche Frage zu regeln. ES fei aber auch nicht unwahrscheinlich, datz das Ereignis noch schlimmere Folgen zeitigen werbe und datz die Konferenz gezwungen wäre, ihr Enbo zu nehmen.

DasEcho be Paris" vertritt den Standpunkt. bah nunmehr Deutschland, nm dem Verlangen Frankreichs zu widerstehen, in Europa nicht mehr allein stehe. Die russisch deutsche Gruppierung, die seit Ende deS 18 Jahrhunderts auf Westeuropa bis zum Jahr 1890 ge­lastet habe, bilde sich wieder. Sie bedrohe zuerst Po­len, aber auch die kleinen Staaten, die aus Russland und.Oesterreich hervorgega.ngen feien. Das Blast bösst, datz es Warschau gelingen wird, die französisch« Sache zum Triumph zu führen.

Humanste" sagt, das Abkommen bedeute eine« Sieg für Deutschland, das England in Sowfetrutztand überhole, aber auch einen Sieg für die Sowjetregie, rung. Die Ueberrasckuug bet den Verbündeten hab« etwas Komisches an sich. Sie fühlen die Nieder- läge kommen, die sie sorgsam vorbereitet hätten, und die Wntansbrüche des Herrn Barthou können sie nicht beschwören.

DerFigaro" sagt, der Vertrag mache endlich bau schon alte Abkommen ossenlunbig, bas zwischen Rutz- lanb unb Deutschland seit dem Sommer 1920 bestan­den habe. Das «lbkommeu lause nicht nur dem Werk von Genua zuwider, sondern auch dem Ulcitgchendcn. Werk der Pazifizierung.

Genua, 18. April. (Havas.) Es liegt Grund der Annahme vor, daß Barthou in der Lage war, seinen Kollegen den amtlichen französijchcn Standpunkt klarzulegsn. Man darf nicht erwarten.

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Marburg MM. Den 19. Ml Dft ernten».

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fprechungen, die den ganzen Tag gedauert hatten, begonnenen Verk sofort «u^cntohnevorher ver­einen einstimmigen Beschluß gefaßt, eine Note an | sucht Zu haben.^cs we-ter zu °"^olgen, ^wenn W die deutsche Abordnung zu richten, in der es heißt

Der sehr gut unterrichteteSrudent of Politrc drabtet demDaily Ebronlcte" ans Genua, man lu- gut. wenn man gegenüber dem Vertrag Zurücklmliung Übe. Die Verbündeten stünden gerade mit Rnzianv in Verhandlung, und zweifellos werde der Vertrag es Rutzlaud ermöglichen, zu den Verbündeten zu sagen: Die Deutschen sind viel grotzmüiiger als ibr. ev> haben die Schulden gestrichen, Ibr aber feilscht!" < sei verständlich, datz die Russe» darüber entzück, feien, patz sie diesen Vertrag von Deutschland erhalten hät­ten. Wenn er jedoch ferne geheimen kommerziellen Klausel» enthalte, so sei e8 nicht recht verständlich, was Deutschland bekomme. Datz Deutschland es der Muhe wert gehalten habe, das Abkommen abznschlie- tzen, fei mit Rcchi ein sehr starker Beweisgrund für eine Regelung mit Russland, für die Lwhd George schon lange cingrtreten fei. Der augenblickliche Ein­wand gegen den deutsch-russischen Vertrag und eS sei ein sehr ernster sei, datz der Vertrag, obwohl er unter der Aegide der Genueser Konferenz zustande ge­kommen sei, verräterisch an dem gesamten Geist der Konferenz handele. Die Konsercnz sei cinberusen worden, um den wettbewerbenden Uebercinkommen, seien es militärische Bündnisse ober Abkommen zu Er- reichung kommerzieller ober politischer Vorteile, ein Enbe zu bereiten. Der beutsch-russische Vertrag ba- gegen, so vernünftig auch feine Best i m " mungen feien, fei ein Beispiel gerabe bes Wett­bewerbs, zu beffen Beendigung die Konferenz einbe- rufen sei. Die Deutschen hätten einen ernsten Fehle» begangen, nicht etwa aus bösem Willen, sondern rem. aus dem Mangel an Vo r ft e I1 un «it r«f U Manch« Leute «bett# bavou, a« wenn dieser

Dieser Schritt ist angeregt worden durch einen Meinungsausiausch zwischen den delegierten Däne- Spaniens, Norwegens, der Niederlande, Schwedens und d?r chwsizS, um di« durch den deüiich-rusßschen Vertrag geschaffene Lage zu prüfen

Ti«Oberhessisch« 3«ltunV erscheint sechsmal wöchentlich. Lrzugsvr-is monatlich t7 Mk Für ausfaUenb« Stummem infolge Streiks ooer elementarer (Eretgniiie fein tEtiae. - Verlag von Dr. T.Hitzeroth. - Truck der Uni°-.Buchdrnckerei von Joh. Ang. Koch, Markt 21.23. <t«tnipredier 55. Postscheckkonto: Str. 501 o Amt Jftanfurt a. Main.

toann, der kürzlich wegen mouarchisnscher Umtriebe aus Warschau ansgewiesen werden Ivar u-w sich ü?I; Danzig begab, zwei Briese poli'ifcheu Inhalts von Danzig zu Hejas bring:». Es wird angenommen, kcß der Ueberfaü vo» beischewißischer Seile ausg sühcl

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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg. _

Änzeiger für (das früher kurheßische) Oberhessen

Lererdnnng. SvSt einloufenoe oder Ben «aum über /, Seit«

Ligen wir b««*Hgt. m« gilt-l-

3n 9h SHtntth betäubt m9 beraubt.

Raub politischer Briefe durch Bolschewisten?

Berlin, 18. April. TasB. T." meldet: Gestern früh wurde der Leutnant Herbst, «in Ange­höriger des Freistaates Danzig, im D-Zug von Berlin noch München kurz vor Passau mit Chloroform betäubt

worben.

Zn französischen amtlichen Kreisen betrachtet man die Unterzeichnung des deutsch-russischen Ver­trages als ein Manöver, dessen Erfolg schon jetzt völlig unsicher sei. Entgegen der Erwartung der Berliner und Moskauer Vertreter werde der Ab­schluß des Abkommens die sofortige Wirkung haben, den Block der Verbündeten enger zusammen- z u s ch l i e ß e n. Er werde auch zeigen, daß die von der französischen Regierung zu verschiedenen Malen an den Tag gelegte Befürchtung hinsichtlich der Loyalität der Regierungen von Berlin und I Moskau durchaus begründet sei. Das deutsch- russische Abkommen laufe offensichtlich den Bedin­gungen der Konferenz von Cannes zuwider. Ebenso erscheine das Abkommen als eine Verletzung des Versailler Vertrages in mindestens zwei Artikeln (Art. 260 und 236).

Der Chef der französischen Abordnung habe er­klärt, daß er in Zukunst nicht mehr in den offi­ziösen Beratungen an der Seite der Rußen ver­handeln werde.

Kabinettsrat in Paris.

I Paris, 18. Avril. Heute Vormittag hat unter dem Vorsitz von Poincarä ein Kabinettsrat statt­gefunden, in dem über die Vorfälle in Genua ver-

I handelt wurde.

I Hierzu bemerkt Havas: Aufgrund der von I Poincarä ihm gegebenen Richtlinien habe der fran­zösische Delegierte in Genua, Barthou, schon jetzi die stärksten Einwendungen vom französischen Standpunkt gegen den Abschluß des deutsch-rusfi- I scheu Vertrages vorbringen können. Wenn der I französische Ministerpräsident im Besitz aller Nach­richten über den gestrigen Tag in Genua sein werde, werde er mit seinen Kollegen eine Entschei- Itning treffen und Barthou endgültige Anweisungen ! zugehen laßen können. Wahrscheinlich werde heule ! Abend eine neue Sitzung des Kabinettsrats statt- finden.