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Eröffnungsreden in Genua
Die deutsche Antwortnote
Akte d« MWkmzlm.
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erklären könne«, die mit der deutsche« Fi» nanzhoheit nicht »ereinbar ist. Dir deutsch« Regierung ist bereit, de» EntschSdignngsausschuh all« notwendigen Aufklärungen über die Finanzlage Deurschftimbn und ihre finanziellen Matz- nahme« zu geben. Es wäre aber für keine Regierung tragbar, dem Ausland« einen matzgehenden Einfluß auf di« Scstaltnng utrb Anwendung der
lange gestundet werden, bis ihre Ausgleichung nach der eingetretenen Erhöhung der deutschen
Kommission sobald rvi« möglich zu praktischen Er- gebnissen führen. Allerdings erscheint der deutschen Negierung das Gelingen jeder «ntfchädignngs- nnleihe nur möglich, wenn die Geldgeber damit rechn«» können, daß mit dem Ertrage der Anleihe nicht nur eine Reihe von Jahreszahlungen, sondern auch die so n st i g e n nach dem Vertrage von Versailler neben den Entschädigungen bestehenden De- uisenvrrpflichtungen finanziert werden. Insbesondere wären durch die Anleihe auch die Verpsltch- tüngen aus dem Ausgleichsverfahren zu decken. Es müßten etwaige Verpflichtungen zu Barzahlungen aus Artikel 297« des Vertrages von Versailles so
Wenn ich in diesem Kreise vieler Völker beute daS Wort ergriffen babe, so berechtigt mich dazu die besondere Lage meines Landes. Deutschland ist infolge seiner geographischen Lage in Mitteleuropa, infolge seiner enaen Verflechtung mit der gesamten, auch mit der überseeischen Weltivirtschaft. durch die Not unserer Zeit mit am m eisten betroffen worden. Das Problem der deutschen Wirtschaft ist untrennbar verbunden mit den Schwierigkeiten, über ivelche die andere« Nationen zu Nagen haben. Die deutsche Not ist du- eine Seite, die Not der übrigen Völker die andere Seite der Weltkrise. Die Verbandtungen, die wir z« führen haben, werden die verschiedensten Gebiete de« Wirtschaftslebens, des Verkebrs, Handels und der tzinanzwirtschast wie überhaupt alle Fragen der durch gemeinsame Zivilisation verbundenen Völker zu b^ bandeln haben. Die Gröhe dieser Aufgabe fall uns ein Ansporn fein, daß die Verhandlungen der Konferenz von allen Seiten mit einem gewissen O v H* ntimui geführt werden, der all« groben Werke w
Gesetzgebung im Einzelne« zuzugestehen.
Die deutsch« Regierung glaubt sich aus diese grundsätzlichen Vorschläge und Erklärungen beschränken zu können, indem sie annintmt, daß die Einzelheiten sowie die sonst in den Mitteilungen des Entschädigungsausschusses berührten Punkt« demnächst in besonder«« Verhandlungen r« erörtern sein werde«.
Genua, 10. Avril. Die feierliche Eröffnungs- ' sitzung der Europäischen Wirtschaftskonferenz hat heute । Nachmittag sl'ltgcsunden. Irgendwelche Zrvi ch.usälie find nicht eingetreten. Nach der formellen Begrüßungsrede stellte Lloyd George den Antrag, den Min sterpräsidenten d« Facta zum Präsidenten der Konferenz zu wählen. Der von Barthou unterstützte Antrag wurde unter Beifall durch Händeanf- heben angenommen. Hierauf hielt Präsident de Facta eine einleitende Rede, in der er ausführte:
Nachdem mehrere Jahre feit Friedensschluß vergangen, sind wir noch weit von der Rückkehr zu einem normalen Wirtschaftsleben entfernt. Es gibt in der Welt ungefähr 300 Millionen Menschen, die nicht produzieren oder nicht genügend produzieren, weil es ihnen an Arbeits- und Transportmitteln fehlt und weil das Pertranen fehlt. Das ist eine Nachwirkung de? Krieges. Ohne Vertrauen gehen die großen Kapitalien auS den großen Finanzzentren nicht kn die ! Länder, in denen sie notwendig sind. DaS Vertrauen muß man wieder Herst lleu, wenn man dir wirtschaftliche Maschine wieder in regllmästigen Gang bringen will. Ohne Verzug müssen die Schäden ausgebessert werden, und man muß sogleich handeln. Kein Volk kann sich dieser Pflicht entziehen, weil auch diejenigen, welche heute weniger leiden alS andere, vielleicht morgen sckwn die Strafe für ihre Teilnahmslosigkeit erleiden müssen. ES handelt sich also um ein großes
I Unternehmen internationaler und rein menschlicher | Zusammenarbeit. - Der Geist der Zusammenarbeit und der gemeinschaftlichen Brüderlichkeit unter den Völkern ist es, der unserer Konferenz da» charakteristisch Ge- präge verleiht. Angestrichen ist hier di« Erinnerung an den Haß bes Krieges. Hier sind wir nicht mehr Freunde und Feinde, hier sind wir nicht mehr Sieger und Besiegte, sondern nur Menschen und Nationen, die alle ihre Kraft gemeinsam zur Erreichung eines ge- meinsamen idealen Zieles vereinigen wollen. Besonders in wirtschaftlicher Bcziehttng erscheint Euwpa heute in so viele durch Barrieren von einander ge-
I trennte Lager aufgeteilt, daß einzelne Länder isoliert sind und einander in wirtschaftlicher Beziehung feindschaftlich geaenübe stehen. Weiter gibt es in Mittel-
I und Osteuropa Länder, besonders Rußland, dal I immer im europäischen Wirtschaftsleben eine äußerst wichtige Funktion gehabt hat und in Zukunft sicher wieder haben must die vollständig zu ihrem und I unsere» Schaden aus dem Umkreis der europäischen Writschast anSgeschieden sind. Wir müssen also mit allen Kräften nach Mitteln suchen, um diesen anormalen Zustand abzuschaffen. Die Tagesordnung enthält eine Reihe von Wirtschaft?- und Finanzfrazen. die alle Länder EnropaS angehen. Italien wird mit
I voller Kraft und Neberzcugung diejenigen Beschlüsse , unterstützen, die am besten geeignet sind, einen dauerhaften' Frieden und Beftändigkeft der Beziehungen zwischen den Nationen zu sichern. In wirtschaftlicher Beziehung wird sich Italien entschlossen für alle Vor-
I schlüge entscheiden, die geeignet sind, die Völker ein» I ander zu nähern und die natürlichen Wege deS I Handels wieder gangbar zu machen. Es ist bereit, ' die Hindernisse zu bekämpfen, die der Entwickelung - deS Handels durchs die Politik der Verbote erwachsen
tr« regel« fein. Die deutsche Regier««« vermag de« in den MiLteUrrrrgen des Sntschadigungsaueschusses
Deutschlands wird zuuckinätzig dl« Frag« der Skwäiitie«
schließlich das Kapital belastet.
Was die von dem Snttchätigun^ausschvh in Aussicht genommen« Kantroll« ««geht, so würde di« deutsch« Regierung sich
mit keiner Kontrolle «inverstande«
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Tie „ObrrhMsche 3eitun-‘ erjebetnt iedjsmai wöchentlich. — Seengswie monatlich 17 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer (Srelgmlle kein Erfaß. — Verlag von Dr. T-Hltzerotb. - Druck de: Univ^vuchdruSeeei ec« 3of>. Ang. Koch, Markt 2123. — Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Rr. 6015 Amt Frankfurt s. Main.
An dritter Stelle sprach der Japaner I s h i i und an vierter Stelle der Belgier T h e u n t s. Unter lebhafter Aufmerksamkeit des Hauses verkündete dann der Präsident, daß der deutsche Reichskanzler das Wort habe. Reichskanzler Tr. W i r t h hielt dann eine Rede in deutscher Drache, dir daraus ins Französische und englische verdolmetscht wurde.
Dr. Wirth dankte der ttaltrnischen Regierung für die freundliche Ausnahme in der berühmten und altehrwürdigen Stadt Genua, an dem gesegneten Strande deS Ligurlfchen Meeres, an dem zu allen Selten die Kranken aus aller Welt Linderung und Heilung ihrer Leiden uni. Gcrefung von ihren Krankheiten gefunden haben. Dr. Wirth fuhr dann fort: Auch wtt suchen hier Heilung von einer anderen Art von Krank- helt, die nicht Einzelne, fondern ganze Völker und die ganze Welt ergriffen hat, denn die ganze Welt ist beute wirtschaftlich krank und in der Gefahr, einem Siechtum zu unterliegen, das viel verhängnisvoller wäre für die Zukunft der Menschheit al« jene, welche von Zelt zu Zelt die Menschen belmfuchte. ES ist ein tröstlicher Gedanke, daß die Einberufung der Konferenz von (Seitua ein Zeichen Ist für die wachsende Erkenntnis, daß die wirtschaftliche und finanzielle Unordnung die vorbeugende Zusammenarbeit aller Völker notwendig gemacht hat. In letzter Stunde, in einer Stunde, in der die Not aufs höchste gestiegen ist, hat sich diese Erkenntnis durchgcsetzt und hat zu dem Entschluß geführt, die Völker alS die Acrzte ihrer selbst und der Gesamthelt zu versammeln. Den Hohr« Zielen und der brennenden Rot entspricht es. wen« die Konferenz unter dem strengsten Bewußtsein itt» fammentrttt, daß nur fachliche Zusammenarbeit und ernstester Wille zu einem Erfolg ftihren könne. Die« Ist die Aufgabe, die zu lösen gesetzt wird. Wir müffelt uit« entschließen, die wirtschaftlichen Probleme al- rein wirt scvaftltche zu erkennen und sie von de« politischen Zielen und Differenzen loSzulöfen. Alle Völker der Erde bilden, wirtschaftlich gesehen, eftw große unlösbar verbundene Einheit. Auch das kleinste Glied in der großen Kette der Weltwirtschaft kann nicht verletzt sein, ohne daß die Kette reifet. Darum muß ein Grundsatz der Gleichberechtigung aller Völker bei unserer gemeinsamen Arbeit herrschen. Die Reichsreglerung hat eine schwere Verantwortung auf sich geladen, bei der fetzigen unficheren Lage unfe» re« Lande« und Volkes das Schwergewicht ihrer voli- ttfchen Tätigkeit vielleicht auf Wochen hinaus zu verlegen. Aber noch fchwerer wäre die Verantwortung gewefen, von dieser Konferenz fern zu bleiben und sich an der Aufgabe der gemeinsame« Lösung der europäischen Probleme nicht zu beteiligen. Die deutsche Regierung ist im vollsten Sinne bereit, an den der Konferenz gestellten Arbeiten mitzuwirken. in btt, £>Öffnung, daß auch die anderen bier verfammelteL Mächte im gleichen Geiste mltarvetteu toerb«. Dlefer Geist mutz getragen fein von der Berellfchaft. das Mißtrauen zu befeftigen, da« seit viele« Jahr« dte Weltattnofvbäre trübt und von der Bereitschaft aller, für da« Wohl des Ganzen auch Opfer zu bringen und auf enggefehene Jntereffen zu verzichten. Die Auftastung, daß eS der wlrtfcbaftktche Vorteil eines Landes ist. wenn e« dem anderen Lande fchlechter gebt, ist durch die weltwirtschaftliche Elnstcht bereit« längst überwunden worden, die erkannt bat. daß die Blüte eines Landes allen au deren Länder« zum Vorteil wird und daß ein allgemeiner Wohlstand den Frieden verbürgt. Die europäischen Staate« müffen daher mit Entschloffenheit und Mut auf dem gegenwärtigen Wege Halt machen, zu dem
System des ungehinderten Handel«
leihe könnte zur Regulierung der deutschen Valuta abgezwetgt werden. Der Enfschädigungraurschntz hat inzwischen die Berufung einer besonderen Sachverständigenkommission unter Zuziehung eines neutralen und eines deutschen Vertreters zur Prüfung dieser Fror»« beschlossen. Di« deutsch« Regierung -bt dem Wunsche Ausdruck, dasi die Arbeiten dieser
Ausstände.
B er l i n, 10. April. Infolge des Ausstandes der Maschinenmeister konnte der „Berliner Börsenkucier" herfte nicht erscheinen.
K ö n i g s h ü t t e, 10. April. Seit heute früh be- findet sich die Be'egfchaft dw Königshütte im Ausstand. E« handelt sich anscheinend nm Lohndifferenzen. In '^altowiß haben bereit? Verhandlungen zur Beilegung der strittigen Punkte begonnen.
Unter englischer Flagge. Der Dampfer .Bismarck', der von nun an den Namen .Majesttc' führen wird, hat Hamburg unter englischer Flagge verlassen.
lü «r es dem 1575
.105.
»ne m Wriihniö der KnWidm. - WchMlMölkM-ü.kMMMlW , Berlin, 10. April. Die heute Mittag in Paris übergebene Antwort der deutschen Regierung Ln den Entschädig» ngsausschutz besagt im Wesent-
Lristungsfähigkeit möglich ist.
Im ZusammeichauH mit de» endgültigen Fest- setzmiz dr» besfföjen Eutfchädignugsleistuuoe« auf Grund der Rachprüsung der Leistun-Lsahigkeit
jt-«- Nachprüfung der Entscheidung««
vom 31. März einzutreten. Die erbetene um- faffendo Nachprüfung der deutschen Leiftungsfähig- «iiit auf Grund des Artikels 234 ist überaus schwierig und bedeutungsvoll. Dabei sind die prüfenden Fragen wissenschaftlich und praktisch neu und unerforscht. Infolgedessen schlägt die deutsche Regie- r»ng vor, datz die Prüfung unter Leitung des Ent- fchädigungsausschuffes durch eine Anzahl von Sachkennern vorgenommen wird, die nichts lediglich den unmittelbar beteiligten Staaten an- ^hören. Die Kommission würde die Prüfung insbesondere auch auf die im Vertrage von Versailles hervorqehobene Frage der Vergleichung des deutschen Stuersystems mit den Systemen der in dem Entschädigungsausschutz vertretenen Mächte zu erstrecken haben.
Bereits in der Rote vom 28. Jaunar hat die brutsche Regierung ihre Ueberzeugung dahin zum Ausdruck gebracht, datz nur auf dem Wege einer
äußeren Anleih«
die erforderlichen Mittel zur Deckung der Entschädigungslasten beschafft werden können und datz nur «ine derartige Anleihe eine Stabilisierung der Wechselkurse herbeiführen kann. Die seither ein- gctretene Entwicklung hat die deutsche Regierung in ihrer Auffassung bestärkt, nur eine solche Anleihe würde es ermöglichen, datz dre Barzahlung;n für 1922 bewirkt werden können. Ein Teil der An-
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|um 1715 er. i. 7,.
zurückkehren nnb den Wirtschaftsverkehr von affe« Fehlern frei machen. Ueberall wartet man darauf, ob eine Heilsbotfchast in die Welt gehe« wirb. Ein Mißlingen bet Konferenz würbe eine schwere Enttäuschung für affe hoffenden Völker bedeuten, die bestehende Wirtfchastskrise ln8 Unerträgliche steigern und ein Tod aller Zuversicht sein, die nnS so Rot tut, wenn wir die Welt wieder ausbauen wollen. In diesem Geiste werden wir trter alle Vorschläge prüfen, ste nicht allein nach unseren eigenen In! er essen erwäge«, sondern darauf hin, ob sie geeignet sind, uns dem gemeinsamen Ziele näher zu bringen.
den aber auch von uns au« bkfenlgen Vorschläge machen von denen wir glauben, daß sie allen Völkern den Weg zu einer glücklicheren Zukunft ebnen toerbett De- Weg, den wir gehen, ist nicht ohne Steine. Wnm affe oder viele Völker gemeinsam Ihre Jntereffen beraten, läuft man- leicht Gefahr. Empfindlichkeiten ein- | wlner Völker zu verletzen. Die Hilfe, die den ein« : zelnen Wirtschaften gewährt werden soll und mufe, kann daher nur so gewährt werden, daß ste der politischen und wirtschaftlichen Selbstbestimrnung der Völker keinen Abbruch tut.
!'-eht eine Hungersnot bevor.
Regierung sieht bei Entwicklung im Sommer mit größter Besorgnis entgegen. Gelingt es «rcht, die weitere Geldentwertung aufzuhalten, so wird' die Mark im Auslands als Währung bald keine Geltung mehr haben und damit die Leistungs- und Lebensunfähigkeit Deutschlands eintreten. Diesen Zusammenbruch zu ver- Lindern, liegt im gemeinsamen Interesse nicht nur Miireleuropas, sondern der ganzen Welt. Die Gefahren beruhen vor allem auf den Goldzahlungen.
Die deutsche Regierung sieht sich daher genötigt, den Entschädigungsausschuh zu bitten, in eine
Der Anzeigenpreis beträgt für die S gew Zeile oder deren Raum 90 Ma. iift den Millimeter, amtliche und auswärtige 1.20 Mk. Ander« Spaltenbreiten nach entfpredjenber Lere-bnnna Spät einlaufende ober den Raum übet lf, Sette einnebmenbe An- »etcen sind wir berechtigt, nach der lertfoaltenbrelte zu setzen nnb zu berechnen. Sogen. Keflamen beredmen rott dfe T-l^Zeile mit 9.00 Mk. Zeder Rabatt gilt als »arrabatt Bei Auskuust durch die Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebote 1 Mk. Sonbergeblibt.
Achen:
Seit dem 14. Dezember 1921, als die deutsche Negierung das Stundungsgesmh an den Entschädi- ßungsausschutz richtete, ist eine über alle Erwar-1 tungen hinausgehende Verschärfung der finanziellen Schwierigkeiten Deutschlands eingetreten. Der Dollarkurs an txr Berliner Lörfe, der sich durchschnittlich im Januar um 180, im Februar um 200 bewegt hatte, ist infolge der Dckadenzahlung im Mürz zunächst allmählich weitergestiegen und hat dann unter dem Eindruck I bet Entscheidung des Entschädigungsausschusses den Stand von 300 dauernd überschritten. Gleichzeitig mit dieser Zerstörung der äußeren Kaufkraft der Mark ist auch ihre innere Kaufkraft weiter gesunken. Dies führte zu großen wirtschaftlichen und fozialen Bedrängnissen. Die Teuerung ist von | Woche zu Woche fortgeschritten. Sie beträgt für viele unentbehrliche Lebensbedürfnisse das 60- odsr 70fache oder noch mehr. Selbst Brot, dessen Preis noch heute künstlich niedrig gehalten wird, war Enda-März für^ie.Verbraucher gegenüber der Zeit vor dem Kriege auf mehr als bas 2i>fache ge- ________
stiegen. Bei Koblen trat eine Steigerung votn I21. März »«slauften (5a<anlten nicht $»$«= 1 Krnuar bis Ende Mürz einschließlich der Steuern jfimmen, soweit sie über das Angebot der deutsch«» von dem Zsifachen auf das bOfache ein. Beim Vaunt- »om 28. Jonuar hinansgeheu. Sowohl die wolle eine solche von dem &v?.&it auf dar 95fache. I ^orberunG auf Schaffung von 60 Milliarden neuer Auch Hanshaltungsgegensründe, Möbel, Wäsche Steuern wie di« vorgeschlascnen Kontrollmnßuah- ujiv. sind im März gegenüber Januar weit ü^et men st ehenimWide, sprach z« den unzwei- bas Hundertfache gestiegen. Diese Teuerung har Zusagen der Verbündeten in ihrer Rot«
ju einer I vom 16. Juni 1919. Sie Mehrforderungen sind
erschreckenden Rotlag« „«ch praktisch undurchführbar. Da» gilt
weiter d -urscher Kreise geführt. Das wirkt umso besonders von den 60 Milliarden neuer Steuern fchl-rnmcr, als Deutschland trotz des feit 19>3 ein- Wer das Steuerkompromih h'nau». Di« nru"llch- «tTefencn Rückganges des Fleischverbrauches um Brlaftsnz, wir sie das Stenerkomxrsinch 55 bis 60 Prozent und des Brotverbrauches um ist nach Lag« d«s gegrnwäriigen Berhaltntsie» das 24 Prozent einen jährlichen Zuschuß von Lebens- Höchst«, «as dem deutsch«« Bolke und drr deutfchen -Mitteln aus dem Auslande im Werte von 2j41 Wirtschaft au Steuerlasten zugemutet werden kann.
Die zur Aufrecht- Infolge des Balutafturzes «erde« sich Lberdre» die ernauung uet . lllche Einfuhr von Ansätze des Hanshalt. bei den wichtigen Steern
Getreide wird hn Jahre Isi Ä allein noch rund 500 I „nd Abgabe« erhöhen. Außerdem ist du Auf- Millionen Goldmark kosten. Können die hierfür «rlegung de, i« de, Rate wm 28. Januar angekün. ^wendigen Devisen nicht aufgebracht werden, so I digten Zwangsanleihe in den letzten Tagen gesetz- ' öt eine Hungersnot bevor. Die deutsche lich brschlosten worden. Ihr Ertrag durfte den von dem Entschädignngpnnsschnß gefOrderten Stener- crtrng entsprechen. Er st»ll z« einem grotzen Teile bereits im Kalenderj«hr 1922 eingehen. Die Zwangsanleihe soll drei Jahre uü»erzin»l«ch bleiben; sie wirkt deshalb wie eine Steuer, die aus»
Amtliches VerÄndigungsblatt des Kreises Marburg
Anzeiger für (bas früher kurhessische) Oberhessen
sind.
Als zweiter Redner ergriff btt französisch« Minister Barthou das Wott. Barthou ftlhtte n. a. aus, baß er auf diese Konferenz von der die Neuorien-- tittung drr Welt ihren Ausgang nehmen könne, die wohldurchdachtc Willensäußerung einer loyalen Mitarbeit Frankreichs mitbringe. Frankreich fei von feinem nationalen Egoismus beseelt und wünsche keine Hegemonie mlszuüben. Frankreich sei in seiner Gesamtheit entschlossen pazif st'fch. In dem in Cannes ausgestellten Programm seien die Rechte Frankreichs entsprechend der Ansicht Frankreichs und seiner Verbündeten von der Erörterung in Genua ausgeschlossen worden. Die Genueser Konferenz sei somit nicht, könne nicht und werde nicht sein eine Berufungsinstanz wo die besuchenden Verträge zur Sprache gebracht, beurteilt und revidiert werben könnten. Aber jede sinanzielie und wirtschaftliche Frage, deren Lösung von Bedeutung und für die Wiederhelstellung des gepeinigten und aus dem ! Gleichgewicht gebrachten Europas wesentlich sei, könne | frei von allen erörtert werden. Frankreich werde keine negative Haltung zeigen. Europa, die Welt sei ein« vom Kriege gestörte und gelähmte kommerzielle Einheit. Jedes Volk, möge es am Kriege beteiligt ge- I wesen sein oder nicht, gleichviel wie seine politische Form und Regierung anssehen möge, sofern «s nur die allgemeine Rechte achtet, ohne die es keine Zu- friedcnheü gebe, müsse bei der Wiederaufrichtung aller
mtchelien.