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Die lkknzWe Kammer Wer Cema.

bte Wiederkehr de^ T7n«a, daß die Entfchädigungspflichten, die an»

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57. tot

1922

sichtsmaßnahmen getroffen, um

artiger Zwischenfälle zu verhindern. $otncflt6

unterzeichnet, und er muß heilig fein. Wir haben verlangt, daß er weder direkt nmh indirekt in Genua »in Frage gestellt werde. In G^-nua kann Deutsch-

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dem Londoner Ultimatum entspringen, weder durch Steuerpolitik noch durch Anleihen erfüllbar seien und daß Deutschland bei der Absperrung feinet Ausfuhr nach Westen nur die Ausfuhr nach Rnh> land übrig bleibe. Zn den Wochen bis zum Begin« der Genueser Konferenz müsse dir Frage der Crgo» nisierung dieser Ausfuhr geklärt werden. Ent. gegen den Plänen Nathenaus und Sttnnes', bte zur Lösung dieser Frage eine Anlehnung an Frankreich oder England suchen, empfiehlt die Zeitung eine aktive EigenpsMik Deutschland» »ach dem Ollen

Aus dem besetzten Gebiet.

Koblenz, 1. April. Die interalliierte Rhein- landkommission hat den Vertrieb desKalenders des deutschen Rechts" sowie des BuchesDer Kirchhof der Kultur" von Hans Lechner im beschien rheinischen Gebiet verboten unter der Angabe, daß die Schriften die Sicherheit und die Würde der Resatzungstrnppen zu beeinträchtigen geeignet seien. Außerdem verbot die Rhcinlandkomrnission für drei Monate den B rtieb

Ter SujeigeMOieis beträgt für bte 9 qeip. Zeile ober bereit Raum PO Pfg. für bett Milli­meter, amtliche unb auswärtige 1.20 Mk. Ändere Spaltenbreite« nach entsprechender Berechnung. Spät einlanfende ober den Raum über Seite einnebmenoe Än- ,eigen ftno wir berechtigt, nach der Tertinaitenbreite »« setzen unb ,« berechnen. Sogen. Reklamen berechnen mir die Toll-Zeile mit 9.00 Mk. Jeder Rabatt gilt all Larrabatt. Bei Auskunft durch die Geichäftsfielle und Sermlttlung der Ange­bote 1 Mk. Sonbetgebfibt.

Tte JDberheiRjdie Zeitun ' eritelnt letbseia! wöchentlich. Le,»g-vrei, monatlich 17 Mk. Für ausiallende Stemmern infolge Streiks ober elementarer treignine kein Etiatz. Verlag non Tt. C. Hinerotb. der Unts.-Luchbrn<erei do« 2oh. Lug. Koch, Markt 21SL S»em!pre<ber 5i, BoftiLetklonto: 3lr. M15 Smt Frankfurt a. Wett.

Moskau, 81. März.Ekonomitschefkaja Shisu" sagt über die Lage Deutschlands und Ruß­lands LM Hinblick auf die Wirtschaftsprobleme für

Konferenz von Genua über. Zwei Punkte kämen in Befrucht: 1. Win- Deutschland eine Stun- düng zngestanden, und im bejahenden Falle, welche Garantien toitb man bezüglich der Finanzen Deutsch­lands nehmen? Das sei der wichtigste Punkt für Frankreichs Zukunft. 2. Wie werden die von Deutsch- land gezahlten Betröge verteilt? llnscre Verbüitdeten glauben fuhr Poincar6 fort, daß in dieser Hinsicht ein« feste Verpflichtung Frankreich- vorliege. Es handelt sich um ein Mißverständnis. Ich habe Bor-

fitftn MM M Mimik.

Daci?, t. April. In der Kammer ttgründtt der Kommunist Cach in seine Interpellation über bas kerhöltnis FrankreiZ zu RuPand. Er findet keinen Grund an der Aufrichtigßeit der Sowjet- zu zweifeln. Die französisch« Politik der Zusammenarbeit mit Koltschak und Wrangch sei zwar ausgegeben, aber ber Haß gegen das bolschewistisch« Rußland sei noch nicht überall verschwunden. Es scheine, daß Rußland feer "nche aus dem Balkan die Reste seiner Streitkräfte zu sammeln. Kenne und unierstätze feit Regierung diese Operation? Ministerpräsident Poineare «ni= »ortet, die Regierung werde keine derartige Opervion unternehmen, ohne daß die Kammern hierzu chre Übstimmung gegeben haben. Mg. C a ch i n verlangt »aS formelle Versprechen, nicht mehr in Rußland zu ntervenieren. P o i n c a r 6 behält Zwangsmaß­nahmen vor, die vielleicht ztt unternehmen seien, um die Ausführung des Fri^ensvertrages sicher,»stellen. Eachin spricht dann von der Rotiver-digkeit, feie wirtschaftlichen Beziehungen mit Rußland wieder auf- zunehmen und erklärt, dir Sowjetregierunq habe keine mndseligen Gedanken g'gen irgend jemend. Es sei Reit direkt mit der ©orejetrtgierung zu verhandeln. Sie unterhalte ja auch in Paris ein« Vertretung. Als er in Berlin gewesen seh habe R^.'k ihm gesagt: Wir wünschen mit der französischen Silierung zu ver­handeln, bevor wir nach Genua gehen. Zum Schinß erklärt Cachin, daß die 6 Millionen Franken für die Hungernden in Rußland ungtnügenb seien und bittet um Erhöhung dieses Betrages.

Dann ergreift B r i a n d da- Wort, nm sich gegen die Angriffe zu verteidigen, feie gegen ihn gerichtet wurden. ©ein Ziel sei gewesen, den Frieden sicher- zustellrn und ihn zu konsolidieren. Er habe in Wa­shington die Entwaffnung zu Lande verhindert und Frankreich selbst gegen den Vorwurf des Aiii- rismuS und Jmperalismus verteidigt. In Bezug aus die Entwaffnung zu Lande habe er erreicht, daß die Frage nicht behandelt wurd«. Da? Abkommen hin­sichtlich der Marine könne da» Parlament zu ratifi- zi«ren ablrhnen. Briand spricht dann von Cannes. Dort habe er den Entwurf für den franzöllsch-eng- lischen Schnhvertrag erzielt. Mit diesem Tert sei er nach Paris gekommen, um ihn dem Präsidenten der Republik und dem Kabinett zn unterbreiten. Er fcefee einen durch falsche Nachrichten vergifteten Mi­ni st e r r a t vorgefunden. Da ihm das Vertrauen ge­fehlt hab«, habe er geglaubt nicht länger am Ruber bleiben zn können. Hab« er, als er abgeganngen sei, Frankreich in unabänderlicher Weise verpflichtet? Nein. Die Regierung, die seiner Regierung gefolgt sei un- schließlich der Entschäoigungsausschuß hätten das Ab­kommen von Cannes, ohne e- abzuändern, ange­nommen. In Genua könnten die Rechte Frank­reichs in keiner Weise kompromittiert werden. Das Parlament könne immer noch feie Garantien abänoern und sich weigern, nach Genua zu gchen. Er sei ver Ansicht daß die Konferenz von Genna eine N«t- wendigkeit sei. Könne man aber Europa in Genna nett organisieren, wenn Frankreich nicht anivesend sei? Das Parlament hätte der neuen Regierung sagen mästen, es mißbillig« die Konferenz von Genua. Aber diese Verautwortuung habe eS nicht übernommen. Er habe immer geglaubt, daß Frankreich seine An­strengungen mit denen Englands vereinigen müsse. Aber im Parlament gebe es Leute, die glaubten, Frank­reich müsse isoliert bleiben.

Ministerpräsident Poincar6 erklärt das Ab­kommen von Washington werd« der Billigung des Par­laments unterbreitet Iverden. Poineare ging dann zur

DerSinkende mtb unechte" Friede.

London, 1. Avril. Der Berichterstatter deS .Dalli» Telegraph" erklärt, es könne nicht gefügt wer­den, »atz die Sachverständigen bet der Konseren, über Genu« viel erreicht hätten. Die Franzosen werdet, sich mit einem einfachen Versprechen der Bolschewisten, die sie als nicht vertrauenswürdig anfehen, nicht be» finitee«. Beide Parteien gingen nach Genua, o b ne das; diese Frage zwischen ihnen geregelt sei. Der Korrespondent schlicht, England sei nicht ehrlich bet der Behandlung der internationalen Fragen gewesen. ES fei beit bem Tage, wo es kein 83erbrechen darin gesehen habe, die Blockade gegen eine Nation, die an?««hungert war unb bte Waffen gestreckt hatte, fort­gesetzt gewissenlos in politischer Beziehung gewesen, und darum seien heute bie Beziehungen Englands zu seinen Freunden gespannter als je. Dir Klein­gei st i g k e i t ber englischen Staatskunst habe zwi­schen Frankreich und Eng'and Mtd.trmlen erneuert unb eine Kluft zwischen Amerika und Europa geSkfnet. Sin Friede in El.emeneean schein Sinne wäre logischer gewefen unb hätte bessere Ergebuiffe gehabt alS ber hinkenbe und unechte Friede, der bald von (Xlcmencra« unb halb von Lloyd Georg« gemacht worden sei.

Die russische Abordnuug ht Berlin.

Berlin, 1. April. Das Wolffbüro meldet: Heute mittag 1 Udr traf die für Genua bestimmte rufstsche Abordnung unter Führung des «olkskommissors für auswärtige Angelegenheiten Tschitscherin in Ber- ltn ein. Zum Empfange auf dem Babnhof hatten sich die Herren der hiesigen Sowjetvertretung und alS Vertreter des Auswärtigen AmtS Ministerialdirektor Freiherr v. Maltzabn, Leeattonsrat Hanfchild und Le- gattonSsekreiär Schmidt-Nolle aus Moskau eingefun- ben. Die Herren fuhren unmittelbar von bet Bahn nach den für sie bestimmten Hotels.

Wie berLokalanz." hört, haben die deuttche Reichs- und die vreuttfehe StaatSregierung alle ^Vor­sorge zum Schutze der in Berlin eingetrossenen Sow- jetabordnung für Genna gettolfen. Die E t s e n ahn­st r e <? e n, die sie auf der Fabrt benutzt bähen und Weiler benutzen werden, sind dem Blatt zufolge unter Bewachung gestellt worden.

Riga 30. März. Die Vorberettuugen zur Ab- reise der 'bolschewistischen Abordnung wurden streng geheimgebatten. Der Abgang deS Zuge? wurde eben­falls verheimlicht. Erft wurden drei Lokomotiven ab- gelassen, bevor sich der Zug mit der Abordnung in Bewegung setzte, um Anschläge zu vermeiden.

(Eine russische Stimme über das Verhältnis zu Deutschland.

; Äoiltr fierl t

p Landen, 1. April. Reuter meldet aus Fun- !chei: Exkaiser Karl ist gestorben.

; Beim Tode des Exkaisers waren seine Gemahlin 'und sein ältester Sohn zugegen. Der Kaiser war Ibis zuletzt bei Bcwuß'.seln. Die Kaiserin hatte den 'Wunsch geäußert, eine Tranrfufion ihres Blutes vornehmen zu lassen, aber die Aerzte erklärten sich Lagegen.

B u d » p e st, 2. April. Anläßlich des Ablebens des ehemaligen Königs Karl findet am Tage der Einsegnung in der Ofener Krönungrkirche ein feierlicher Trauergottesdienst statt. Der Re>chs- verweser richtttt an die Königin Zita eine Del- leidrdepcsche, worin er die Teilnahme der un­garischen Ration zum Ausdruck bringt.

auf die von Rathenau im Reichstag gefc en Motte an und sagte: Der Bericht, oer aus J& Zusammenkunft von Boulogn« folgte, war eine -jm voraus etttttte Antwort auf diese Siebe. Nn Vertrag, sagte Poincarch wurde von Deutschland ynb den Verbündeten

zu stützen, um in irgend einer Weise auf bie einstimmige Entscheidung ber Verbündeten zurückzukommen. In Genna werden wir vor die Entschädigungsfrage das tn Deutschland so verbreitete Schiltz setzen:Verboten". (Lachen und Beifall.)

Poincar^ spricht bann von der rnssischeu Schuld und erklärt: Di; Masse der Leut-, die die russischen Anleihen gezeichntt haben, haben daS nicht getan, um feas russische Volk zu unterbinden, mit man be» hmiptet hat, sondern um Frankreich ein Bündnis zu tchem, das bie Sowjets betraten haben. (Leb­hafter Beifall.) Deshalb kann mit Rußland kein Vertrag abgeschlossen werden, bevor von feiner Re- gienntg sti« Vorkriesschuldea anerkannt ind. Poineare sagte Weiter, das Programm von Genna umfasst bie Ausarbeitung des wirtschaftlichen Statuts Rußlands und den wirtschaftlichen Wieder- aufban von ganz Europa. In diestr Hinsicht müßten alle Recht«, bie Frankreich auf Grund der Verträge besitze, gewahrt werden sowie alle Vollmachten des Ev!stl'Kigung»«itsschusses. Nur unter diesen Be« dinzitvgen könne Frankreich den Verbündeten seine Mitwirkung t*-n. Wenn diese Bedingungen erfüllt rofitfeeu, werde Frankreich nach Genua gehen. Wirth habe dieser Tag« gesagt: S tt dem Eingreifen Frank- rnchk ist ber Stern von Genua ein Irrlicht ge- worbea. Vielleicht. Ätzer ob Irrlicht oder Stern, Frankreich geht immer ans das Licht zu. In (Sentia Witt» Frankreich ber Finsternis den Rücken drehen. Es geht auf die Heiligkeit zn.

Als der Ministerpräsident die Tribüne verließ, begrüßte Ihn und einstimmiger Beifall. Briand beglückwünschte Poineare auf'der Regierungsbank.'

Amtliches VeMndigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

1 Am 21. November 1916 bestieg Erzherzog Karl Franz Josef den Kaiserthro« der Lftsrreich'fch- ungarisck-en Monarchie. Er folgte seinem Erost-

V «heim, Kaiser Franz Zosef, der 40 Jahre hind^e-h dem Deutschen Reiche die Bundestreue gehauen hatte. In der österreichischen Politik Deutschland

Mgegenübrr machte sich bald ein Wechsel bemerkbar. Der erst 29jährige neue Kaiser wurde bald ein Spielball deutschfeindlicher Kreise, deren "^Mittelpunkt seine Gattin Zita aus dem Hanse s Bourbon-Parma bildete. Bei Kriegsausbruch hatte die sehr energische Zita ihren beiden Brüdern über die Grenze geholfen, damit sie in der französischen Armee gegen Deutschland und Oesterreich zu Felde zogen. In der am 21. November bei der Thron­besteigung veröffentlichten Proklamation versprach Kaiser Karl, das Werk seines Erotzoheimsin Jhreuer Waffenbrüderschaft mit den verbündtten feeren* fortzusetzen, und er versicherte,den /Kampf durchzukämpfen, bis ber Friede errungen ' ist". Bald aber vernahm man, daß vom äster- f reichischen Kaiserhaus aus Fäden in das Lager der | Feinde gesponnen wurden, und man spürte den Willen zum energischen Widerstand immer mehr erlahmen. Es wurde bekannt, daß Karl sich an PoincarS durch Vermittlung eines Bruders seiner Gattin gewandt habe, um Fühler wegen eines Sonderfriedens auszustrecken. Czernin, der von dieser hochpolitischen Aktion nicht unterrichtet ; worden war, erlangte von Kaiser Karl *~ie ehren- wörtliche V-rsiiborung, daß es sich um Fälschungen handele, mußte sich dann aber überzeugen, daß Karl ihn belogen hatte, und nahm seinen Abschied.

Nach Bulgarien sucht? auch Oesterreich um einen Waffenstillstand nach und trennte sich damit von den Mittelmächten. Die Welle der Revolution ging abtzr doch über Karls Länder hinweg und zerstörte den Jahrhunderte alten Bau der österreichisch- ungarischen Monarchie. Kaiser Karl floh mit seiner Familie nach bei Schweiz und verzichtet: am 11. November 1918 auf die Ausübung der Regie- rungsgeschäste in Oesterreich.

Kaiser Karl"" nun in der Schweiz in Ruhe und Frieden leben können, wenn der Cbrgeiz Zitas ihn nicht in neue Abenteuer gestürzt hätte. Zweimal begab er sich von der Schweiz aus nach Ungarn, um hier seine Mackt von neuem zu be- festiaen. Das zweite Mal fübrte er das Unter­nehmen unter Bruch feierlichster Versprechungen, sich ohne Erlaubnis nicht mehr aus der Schweiz zu entfernen, mit einem Flugzug aus. Karl konnte sich auch diesmal tn Ungarn nicht durchsetzen, bte Schweiz weigerte sich, dem Wortbrüchigen abermals Zuflucht zu gewähren, und so wurde Kaiser Kaft mit seiner Gattin auf einem englischen Kriegsschis nach Funchal auf Madeira verbracht und dort interniert. In der zweiten Hälfte des März er­krankte er an einer schweren Lungenentzündung, der er nun erlegen ist.

Die politischen und staatsrechtlichen Folge«.

Wien, 2. April. Die Blätter melden aus Budapest: Die Kunde von dem Ableben des Ex­königs verbreitete sich in den Abendstunden. Era Apponyi äußerte sich über die durch den Tod dos Exkönigs eingetretene staatsrechtliche Lage. Nach feiner Ansicht könne der einzige gesetzliche Stand- punft nur der sein, daß Otto, der Erstgeborme des Verstorbenen, ungarischer König ist. Vom kegitimistischen Standpunkt aus könne dies keinen Augenblick bezweifelt werden. Hebei die Auffas­sung der dem Ministerpräsidenten Bethlen nahe­stehenden Kreise erfährt derPester Lloyd", man hege Hoffnung, daß die bisherigen schweren Eegen- fitze abgeschwächt und ganz ausgeschaltet werben könnten, da nun einmal der schwerste Punkt des Konfliktes, die Person des gekrönten Königs, nicht feuehr in Frage komme. Stephan Friedrich ist der daß der Erzherzog Otto in diesem Augen-

bet in Berlin erscheinende!« ZeillingDeutsche! Tage «in Frage gestellt werde. In G->mia kann Deutsch- blatt" im besetzten Gebiet, ba oicse Zeitung die Würde land nicht über die Höhe unsrer Forderungen der BesaLungstruppe,: verletzt haben soll. I sprechen, noch versuchen, sich aus br^e oder je« Wacht

blick im Sinne des Erbfolgerechtes König von Un­garn sei.

Verschiedene Wiener bürgerlich« Blätter ergehen ich in Vermutungen über die pclitischrn Folgen des TÄiesfalle», namentlich über die dadurch auf- gerollten staatsrechttichen Probleme in Ungarn. Auch bringen bie Blätter Meldungen über ein an­geblich«, Testament mit politischem und finan­ziellem Inhalt sowie Aber die Frage der endgül- rigrn Beisetzung in der Heimat. DieReichspost" schließt «inen Aufruf mit der Aufforderung zur VrrsKnunK. Das Organ der Ershdeutschen, die DeutfB-SsterreichischeTaKrszeitung", erwähnt, wie auch ähalich dasReue Wiener Tageblatt", daß die Enttäuschung, die ber Exkaiser dem deutschen Oesterreich bereitet hatte, gegenwärtig wohl vrr- tuntmeu wirb, ebex nicht vergessen werden kann.

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Re Mmru Ser toi IsriMlM

Sutawnitenftage Mit den vslschewtsten.

Berkin, 1. April. Der Beginn ber heutigen Konferenz ber 3. sozialistischen Internationale im Reichst*« tzkrzögerte sich, weil bie Bolschewisten gegen die Zulassung tzan Vevtretern der russischen Sozial. rri:olut'«*t3!e als Isurno'isten protestierten. Nach er- re'kn Auseinandersetzung^ hierüber wurde tze^chttssen, öffentlich zu ve^andoln. Friedrich Adle r - Wien hielt die EAufnunjiseese, un brr er betonte, daß d'.r Kon­ferenz nicht bie Organisatorische Verschmelzung ber drei Internationale» yxm Zweck hab«, sondern nur ein ernster Versuch sei, um iu gewissen alle Arbeiter be­rührenden Fragen »a ger-einsamen Ak'.ionen zu ge­langen. T/orsauf Iwttas im Äar«n bet 3. Inter- nationale Klare Zetkin eine Erklärung, wonach die 3. Internationale eine Einheitsfront bti gesamten Proletariats für bie dringendste Forderung W Tages halt-, da dieSourgeotfte" versuche, Deutschland aus- zuplündern, Rußlano kapitalistisch wittschaftlich zu unteriochen und bie gonge Last des Krieges aus bte Arbeiter aller Länder atzzuwätzea. Deshalb müßt» mindestens teäfetri* der Genueser Konferenz eine Kon- ferenz aller Sozialisten zusammentreten, um bie Ge­nueser Konferenz zu zwingen, sich mit bet Arbeits­losigkeit, bem Achtstundentag unb anderen dringenden Arbeiterfragen zu beschcst-gen. In einer scharfen Er- widernng sagte ber belgisch« Kozialistensührer San- beroetbc als Vorsitzender brr Exekutive ber 2. Internats"nale, baß mich sie eine einheitliche Ver- tr'b;giing*frout bei Proletariats für notwendig halte. Tie Frag» aber, ob mit der 3. Internationale ge­meinsam gearbeitet werde» könne, hänge davon ab, ob ei« aufrichtiges gegenseitiges Günvern-Hmen und ek'ttiches Vettranen von vornht in garantiett werben könnte«. Die Bolschawisten müßten klar zum Ausdruck bringen, ob es ihnen ans die Einheit ber internatio­nalen Arbeiterbewegung ankomme. Sie müßten ferner erklären, ob sie feen Randländern Rußlands Freiheit unb Seltzst^estimmungsrecht lallen wollten, insbesondere Armenien, der Ukraine unb Georgien. Auch sei an ein Zukammenarbeite« mit den Kommunisten nicht zu denken, solange feie tvftischen Soziallremokraten im Kerker schmachte« mfifeteu. Der Bolnhewifl Radek erllatte in seine« Antwortrnde, daß die Bolschewisten zu Vauderv^t« auch nicht baS getinste Vertrauen hätten. Wen« Baichervelde die Bilanz b-:r letzten 8 Jahre zehen wolle, so wären die Kommunisten dazu bereit. Bai-der- Velde? Bedingungen bezeichnet« Stabet als p'umoe Ein­schüchterungsversuche. Ms Radek bie Freilassung ber gefangenen Kommun-Wen in be« Länder« der 2. International« verlangt«, ward« ihm aus den Reihen der anwesende« ruffisclen Gast:Erpresset zuge- rnfen. Tie weiteren Berhandlungen wurde« auf Montag vertagt.

««stritt au» der U.S P. SBte ber .vorwärts- mitteilt, haben im Zusammenhang mit dem SonsliN zwischen den zwei unabhängigen Berliner Stadtritten Drsihl und Scsiinina und der Mehrheit ber unab­hängigen Stadtverorbnetensraktion bie beiden Stadt- räte folgendes Schreiben an den Bezirksvorstand Ber- lin-Branbenbura der U. S. P. gerichttt: .Mit Rsicksicdt auf die allgemeine politifckre Haltung der Battet und insbesondere die Vorkommnisie in ber Stadtverord­netenversammlung vom SO. 3. erklären wir unseren Austritt au» bet Parlot."