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Dr. Nathenau holte erfreulicherweise das nach, was Dr. Stresemann in der Erklärung des Reichs­kanzlers vermißt hatte, die Versicherung nämlich, daß mit dem Steuerkompromiß eine Höch stle - st u n g vollbracht sei, über die nicht^hinausgegan- gen werden könne. Seine Worte laiien einen kla- r;n Schluß auf die Schwierigkeiten zu» die im Be­zug auf die Eoldzahlungen bestehen. Die Reg e- rung ist außerstande, die geforderte Geldzahlung zu leisten. Ein« solche Feststellung kann nicht wunder nehmen, wenn man die Aufzählung besten hörte, was Deutschland nach Dr. Nathenau alles schon bisher geleistete hat. Die Mitteilungen Dr. Ra- thenaus verstärken die Ueberzeugung, daß es mit der sinnlosen A.".spresiung bei deutschen Wirtschaft jetzt ein Ende haben muß.

Ter deutschllctrische Wirtschaftsvertrag tst tn Berlin unter«icbntt tooiben.

Koalitionsparteien veranlaßte, noch gestern Abend I zvsammenzutrete«, um stch über die Frage schlüssig I zu werden, ob von ihnen ein Vertrauensvotum für I Dr. Wirth eingebracht werden soll. Man kam I schließlich überein, den Reichskanzler entscheiden tu lasten, ob er ein derartiges Vertrauensvotum I wünscht oder nicht. Die allgemeine Auffastung in 1 parlamentarischen Kreise« geht dahin, daß Dr. Wirth nach dem unerwarteten Beschluß der Deut­schen Bolkspartei ein Vertrauensvotum fordern wird. Wie die Deutsche Volkspartei sich zum Ver­trauensvotum verhalten wird, wird den Blättern 1 zufolge von der Formulierung des Potums abhän­gen. Die Fraktion der Deutschen Volkspartei wird heute in einer Fraktionsfitzüng über diese Frage entscheiden und wird dann in einer formulierten! Erklärung ihre Stellungnahme zu den Ausführun­gen des Reichskanzlers darlegen.

Ebenso ungewiß wie die Haltung der Deutschen Bolkspartei bei einem Vertrauensvotum ist auch die Stellungnahme der Unab^änat&en. DieFrei­heit- teilt lediglich mit, daß die unabhängige Frak­tion den deutschnationalen Mißtrauensantrag ab- lehne« werde. Da es sich aber um die Frage der Billigung der Außenpolitik des Reichskanzlers >han- delt, glauben die Blätter, daß die Unabhängigen für das Vertrauensvotum stimmen werden.

ler rtn kategorisches91«i n* gegenüber.

Nach demöaulo18* erweckt die Rede des Kanz­lers sehr stark den Eindruck, daß es stch um einen und verlöb nlichen Zweikampf bandelt, der sich von nun an zwischen dem der Versprechungen müden Frankreich und einem entschlossenen Deutschland ab­spiele daS keinen Pfennig aus seinen Taschen ver­geben wolle, auch nicht unter Bedingungen und in Fri­sten, die man ibm auszuerlegen beabsichtige.

DasEcho de Paris' meint, es unterliege ket- nem Zweisel, daß das dcntsck>e Kapital noch eine grö­bere Abgabe alS durch die vorgesebene Zwangsanleive entrichten könne. Es sei keinerlei Abgabe aus Kriegs­gewinne erhoben worden. Gerade auf diesem Wegei hätte eine energische Regierung das Geld finden kön-1 nm, um die Finanzen des Reiches zu verbessem.

»Oeuvre- meint, aus der Rede gehe klar hervor,I hab' stch die Reichsregierung für den Augenblick damit | begnügen werde, mit Gegenvorschlägen zu antworten, dab sie aber fest entschlosien sei, das ganze Entsckädi-1 gungsproblem der Konferenz von Genua zu unter-1 ^Mehrere Zeitungen behaupten, die Regierung Wirth sei niemals eine politische Grundlage für die Ausfüh­rung des Vertrages gewesen. I

Der Radical - meint, die deutschen «laatsman- ner hätten mit mehr oder minder gutem Glück ver­sucht, stch ihren Verpflichtungen zu entziehen. Wtrih scheine durckblicken zu lasten, dab er stch einem solchen Abenteuer nicht entziehen werde. Er lege augenschetn- lich Wert darauf, die Stinnes-Partei zu schonen, aber er werde sich sehr schnell zu gesünderen Ansichten be­kennen mästen.

Für denHomme L i b r e- ist Wirth nur der Strohmann derpangermanistischen Reaktion^ die glaube, durch Ueberredung wirken zu können. Frank­reich könne nicht mevr nachgeben. Selbst wenn Deutschland eine neue Revolution machen sollte, werde man diesmal darauf bestehen, daß es bezahle.

Journal des Debats' vertritt dm Standpunkt, daß es sich setzt darum bandele, zu erfahren, ob die parla­mentarische Kundgebung des Reichskanzlers gefolgert war von einem effektiven Widerstand oder ob sie nur der Vorbote für eine Unterwerfung sei. Wirths Rede enthalte keine neuen Argumente. Man erziele in Berlin leicht Beifall, wenn man erkläre, da» deutsche Volk leide und könne nicht noch mehr leiden.

Die englische Gegenpartei.

Ile grase oot MMsaMen.

Cln Sachverständigenausfchuh des Entschädig»«^ ausschusies.

Paris, 29. März. Der Entschädigungsaus- schttß veröffentlicht folgenden Bericht: Der Aus­schuß hat die Bildung eines Sachverständigen-Aus- schustes beschlossen, der Studien machm und eine« -Bericht einreichen soll über die Bedingungen, zu denen die deutsche Regierung eine oder mehrere Anleihen im Auslande aufnehmen könnte, deren Ertrag für den teilweisen Rückkauf der (Ent* lchädigungsschuld verwendet roüib. Zu bi-fein I Zweck würden besondere sachkundig« Persönlich­keiten aus verschiedenen Ländern berufen, auch aus solchen, die im Entschädigungsausschuß nicht vertreten seien.

DemTemvs" zufolge handelt es sich hierbei um einen englischen Plan. Der Ausschuß soll sich I aus Vertretern verbündeter und neutraler Staate« | zusammensetzen.

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ich.

Aus dem besetzten Gebiet.

ReueGefahre«" für die «esatzungStmppen.

Brüssel, 29. März. Wie die Agence Belg« meldet, hat die belgische Regierung an die Botschaft-»- konserenz eine Note gerichtet, in der sie behauptet, daß bet: Truppen infolge des Bestehens von tntbe* setzten Zwischenräumen zwischen den Brückenköpfen Ge­fahren drohen. In diesen Zwischenräumen seien bq Truppen Gefahren ausgesetzt. Die belgische 8i<gi«unj ersuche tu» Abhitjk. ----

Die jDbeiheffttoe Zeiten ' erscheint («bemal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 17 Mk. Für ausiaUenbe Nummern infolge Streike ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz. Bering von Dr. T. Hitieroth. Drmkder llniv.-Bn»drnckeiei »an 3eb. Äug. Koch, Markt 2123. Retnivteäet 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Ämt Frankfurt a. Main.

Dü5 Gifio der Knnzlerrede im

Unfreundliche Kritik in Frankreich.

Paris, 20. März, lSavas.) Sus den Morgen­blättern gibt Havas folgende Presteftimmen über die gestrige Rede des deuticbm Reichskanzlers wieder:

DaSJournal- stellt fest, eS sei offensichtlich, dtttz stch diese Rede, deren Wortlaut im Eiitverstäud- niS mit den leitenden Staatsmännern der Länder festgestellt worden fei, besonders an England wende. Den Hauptforderungen stelle der Reichskanz-

Marbrrvg Itwrsioa, den 30. Marr Lenzing.

MMMn UhWrnttnstraltao M« Den Kanzlet.

Berlin, 29. März. Die deutschnationale Frak- tion deS Reichstages hat ein Mißtrauensvotum be­antragt, in dem eS heißt: Der Reichstag billigt dasUnannehmbar" des Reichskanzlers gegenüber dem von der ReparationSkommissio« versuchten Attentat 'auf die Souveränität des Deutschen Reiches, ver­mißt jedoch eine klare eindeutige Zurückweisung der Forderung auf die Schaffung neuer über die jetzt zur Verabschiedung stehenden Steuergesetze hinau«- gehenden Steuern für Kontributionszwecke. Ange­sichts der jetzt vor aller Welt als verfehlt und verhängnisvoll erwiesenen Politik des Reichs­kanzlers hat der Reichstag nicht die Zuversicht, daß cs der von dem jetzigen Reichskanzler geleiteten Reichs- | regierung gelingen wird, das Reich aus feiner schweren Lage hcrauSzuiühren. Au? diesem Grunde versagt der Reichstag der Reichsregierung das Vertrauen.

Die Haltung der Deutschen Dolkspartei.

Berlin, 30. März. Die Reichstagsfrakticm der Deutschen Bolkspartei hat den Beschluß gefaßt, sich bei der Abstimmung über das deutschnationale IMißtrauensvotum der Stimme zu enthalten. Dieser Beschluß der Deutschen Polkspartei hat un- I vermutet eine gespannte Lage geschaffen, die die

Mta dn MraAt im MM.

Eine Rede RathcnauS.

19 7. Sitzungvom29. März. I

Die Besprechung der Erklärnnq der Reichsreq^runo wird fortaeseht. Nachdem Präsident S56t ein Mis; - trauen-votum der Deutschnationale» be­kannt gegeben hatte, führte

Abg. Marx (Zentr.) onS: Ein Sieger hat das Reckt, Sckadenerrsah von dem Besiegten zu fordern, aber er darf nicht in demselben Augenblicke, in dem er sein Reckt geltend mackt, dem besiegten Bolle den Todes- ftoß versehen. Das tut die Reparationsnote. Die Kontrolle unseres Haushalts können wir der Eutenw uickt zugrstehen Gerade die Entente treibt mit dem d-utsck-n Gelbe eine unsinnige Verschwendung Wir teilen die Hoffnung de? Kanzlers ans Genua, wenn dort nicht der Saß Frankrcicks, sondern die Klugheit Englands und der ruhige kaufmännische Geist Amerikas herrschen iverden.

Abg. Dr. Stresemann (D. Bvt.): Die Repara­tionsnote wirst uns völlig aus den Geist des Versailler Vertrages zurück. Sie kann

nickt erfüllt werden.

Wenn der größte Teil der deufscken Prod-ktion $ur freien Verfügung der Entente gestellt wird, wird es uns immer weniger möglich werben, durch günstigen und ver­mehrten Export unsere Wirtschaft zu Men. Unsere

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Sie Knsemz M ©eatm.

DaS englische Kabinett und die Anerkennung der Ritte, regierung.

London, 29. Mörz. Der politische Berichterflat- ter desDaily Chroniele' schreibt, tit bem gestern ab- gebalwnen Kabinettsrat sei eine vollständige Ueberein- sttmmung über die Politik der Regierung sür Genua erzielt worden. Die Formulierung dcS Regicrungs- antrages, der am Montag im Untcrhause eingebracht werde, sei gcnebmigt worden. In dem Antrag werde das Haus ersucht, die Politik der Regierung auf der Genueser Konferenz zu unterstützen. In dem Antrag werde der Premierminister selbst nickt genannt, der Antrag werde jedoch als Verrrancusvonim behandelt werden. Llovd George werde ihn am Montag persön­lich cinbringen. Die Ansicht der Regierunyskreise sei, daß ein vollständiger Chaos in Osteuropa droh«. daS nur durch die Genueser Konferenz vervtndert werden könne, auf der eine Politik europäischen Einverneh­mens in die Wege geleite! werden müsse.

LautDaily Cbronicle' hatte sich die Meinungs­verschiedenheit zwischen Lloyd George und Churchill in Bezug auf Rußland, die jetzt beigelegt ist, eine 1 Zeitlang ernstlich zugespitzt. Churchill erhob Einwand gegen die grundsätzliche Anerkennung der Sowjctregie. rung; Lloyd George andererseits sei bestreb!, den Bol­schewisten vollständige Anerkennung zu gewähren, so­bald die russische Regierung dies möglich mache. Diese Meiunnasverschiedenbeit sei Bet gelegt worden. Wenn die russischen Vertreter in Genua um Anerkennung er­suchten und die Bedingungen von Cannes annähmen, so würde es die Politik Englands fein, die Anerken­nung zu gewähren: wenn die russische Regierung an­dererseits die Bedingungen nickst annehme, so werde sie nicht anerkannt werden. Alles hänge davon ab, ob die russischen Vertteter in Genua vcrnsinftig seien.

DieDaily Mail- meldet, der Rücktritt Churchills drohe jetzt nickt mehr. Churchill habe Chamberlain und die konservativen Mitglieder der Regierung auf seiner Seite gehabt, und Lloyd George, der sick in der iMinderheit befunden habe, sei gezwungen ge­wesen, in ein Kompromiß einzuwilligen.

Chamberlain teilte heute im Unterbaut« den Wort- laut der Entschließung mit, die Llovd George am näch­sten Montag dem Unterbaute vorlegen wird. S« lautet:Das HauS billigt die Entschließung, die del I Oberste Rat in Cannes alS die Grundlage der Kon­ferenz von Genua angenommen hat und wird die Re­gierung Seiner Majestät bei ihrem Versuch, ihr Wirk- samkeit zu verschasfen, unterstützen.- Lord Eustache Percy fragte, ob «8 Tatsache sei, daß die Frage bet Entscböbignng endgültig von dem Programm bet Konferenz von Genua ausgeschlossen sei. Chamher- I lain erwiderte, er sei nicht tn der Lage, das Pro- I gramm der Konserenz von Genua zu erörtern: da- I müsse bem Premierminister am Montag üverlasseq b'eihen. Auf eine weitere Anfrage teilte Cbamberlat« mit, der Stand der Staatsgeschäste lasse eine zwek- . tägige Aussprache über Genua nicht zu.

Die deutWn SaWkrmW.

Paris, 29. März. Der Entsckädinunqsausschntz Hat nach längeren Beratungen btt vier Abkommen übet die deutschen Sachliescrungen angenommen. ES bandelt sich um daS Wiesbadener Abkommen Über die Sachlieserungen sowie über das am Tage danach getroffene Pauschalabkommen, ferner um das Beniel- mans Mkommen und um die in Berlin am 15. März paraphierte französisch-deutsch« Ergänzung zum Wies­badener Abkommen, die das Bemelmanssche Sach- lieseruugsversahven auf Frankreich ausdehnt.

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verhältnismäßig geringe Arbeitslosigkeit beruht darau', daß unsere Arbeiter für die Reparationen arbeiten D.c Verelendung Europas wird auch in den anderen West­teilen sehr stark gespürt werden. DaS St-n-rkomprvm^ ein schließlich der Zwanesanleibe stellt das Höchstmaß dessen dar, was Deutschland leisten kann. Wenn gesagt wird, die Ersüllungsvolitik sei nur betrieben worden, uw ihre Absurdität zu beweisen, so trifft das dock nickt zu. Mit Stolz wurde fein<*r$eit laut verkünd-t, die erste Goldmilliarde sei pünktlich bezahlt. DaS mußte überall den Eindrttck machen, daß dieienigen Recht hätten, die an lit unoeheure Leistungsfähigkeit Deutschlands glaub­ten (Sehr richtig!) Alles zielt ans die Verstümme­lung Deutschlands hin. Das Saargebiet und Olcr- schlcsten zeigen «nie Linie der französischen Politik. Ver­loren gegangen sind weite Gebiete in Ost und West, btt Kolonien, die .Handelsflotte und die Imponderabilien des deutschen Kaufmanns, die Niederlasiungen in der ganzen Welt. Die amerikanischen Konkurse zeigen, daß- anck das stärkste und reichste Land den Zusammcnbrnch des Welthandels zu spüren beginnt, der durch den Ver­sailler Friedensvertrag verursacht worden ist. Nur ein wirklicher Aufbau Mitteleuropas kann den Welthandel svieder zur Gesundung bringen. Wir sollten Rußland die fömtb bieten zu einem Wiederaushan und müssen Rußland anerkennen. Die wirtschaftlichen Bedingungen des Versailler Friedensvertrags müssen rrvidi-rt werden. Sonst ist die Ausmihme einer Anleihe bei den Neutralen unmöglich. Wir haben aus den Aus­führungen des Reichskanzlers das Nein herausgehört. Mögen alle Parteien, die sich hinter dieses Nein stellen auch bet diesem Nein bleiben.

Minister des Aeußern Dr. Nathenau: Ich Hobe schon in Cannes darauf hiweewiesen, daß dir Tekaden- zahlungen nur kurze Zeit Würden geleistet werden können, weil sonst eine Zerrüttung unserer Valuta ern- treten würde. Das ist geschehen. Dir Entscheidung bet Rrparationskommission hate alle Welt enttäuscht. I Poincares Politik hatte überall Erfolg In bet Weichselsrage hab-n wir wenigstens erreicht, daß dir Botschoftetkonferen; ihre Entscheidung zurückgrstellt hat. Dir stärkste Militärmacht der Welt, Frankreich, wird in ihrem Vorgehen bestimmt durch die Furcht vor einem Angriff Deutschlands, welches so vollkommen entwaffnet ist. daß es kaum im Innern Ruhe halten kann. Darum brauchen wir mit unserer geschwächten Staatsgewalt eine Schutzpolizei, die imstande ist, die Ruhe im Innern aufrecht zu erholten. Die Behaup- tuna Deutschland habe nicht bezahlt und wolle man Mthkn, ist ebenso falsch, wie die, daß Deutschland nicht entwaffnet habe und nicht entwaffnen wolle. Deutschland iat bisher 45,6 Milliarden Goldmark gezahlt, mit Hmzu- rechnung des Länderverlustes sogar weit über 100 Milliarden. Auch die Abrüstung ist eine Stiftung von ungeheurer Größe. Wenn noch hier und da Waf­fensunde gemocht werden, so sind daS lediglich Reste, mit denen aber kein Krieg zu führen ist. Alle Bemüh vngcn find vergeblich, die darauf hinauslaufen, Kriegs­gefahr zu wittern, weil vielleicht ein Viertel der Waffen «och nicht ab geliefert ist. Deutschland ist jetzt aus» Aeußerste geschwächt, während es bisher daS Land war. bas Europas Zivilisation erhalten hat. Genua rom zweifellos für Rußland manches Entscheidende bringen. Wir werden an dem Wiederaufbau Rußland mitarbeiteii. Deutschland bedarf aber, nm seine Aufgabe des ^.leder- aufbans erfüllen zu können, einer Atempause, die ttur durch eine äußere Anleihe geschaffen werden kann. Der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen sehen vir mit Hoffnung entgegen. Der Osten Europas vt medergcbrocheu und mit ihm das unglückliche ~ant> Oesterreich, bem wir herzliche Teilnahme entgegcu- bringen. Deutschland muß mit aller Kraft seiner Ltcl- fang und seiner Arbeit gegen den eigenen Ni-d-rbruco rnkämvfeu. Deutschlands Niederbruch wäre auch das Ende Frankreichs. Deutschland verlangt von den Natw- Hm der Welt deshalb die Möglichkeit der Aufstellung Lines Arbeitsplanes und einer Mitwirkung an dem gemeinsamen Wiederaufbau. Das Zael:Unverbrüch- Lchc Einheit des Reiches und Komps für Frieden und Aufbau" ist uns allen gemeinsam. Halten wir uns dieses

London, 29. März. Die Rebe bes Reichskanz­lers Wirth im Reichstage wirb von den Blättern tn ausführlicher Fassung veröffentlicht. Bisher nimmt nur ein Teil der Blätter dazu Stellung. Dir .West' m inst er Gazette- schreibt: Die Antwort Wirtbs, daß die Erfüllung der Forderung nach 60 Millrarb n neuen Steuern vollkommen unmöglich und baß die Konttolle der deutschen Finanzen mit der Ehr« der deutschen Ration unvereinbar sei, sei unvermetd- I l i ch gewesen. Deutschland sei nicht in der Lage, die an es gestellten Forderungen voll zu erfüllen. Der Geldmarkt lass« sich nicht durch Gesühle bewegen und die Ansicht der tzinanzwett über die Leistungsfähigkeit Deutschlands sei in der Abwärtsbewegung der Mark sofort nack Bekanntgabe der Forderungen zum Aus­druck gekommen. Früher oder fväter würden die Ra­tionen zu der Einsicht kommen, daß der Vorsatz, groß« und unbestimmte Summen von Deutschland zu ver­langen, von Anfang an zu einem F e h l s ch l a g ver­urteilt war.Daily H e r a l d- schreibt, die Reve des deutschen Kanzlers stelle die Verbündeten am Vor­abend von Genua einer neuen Krise gegenüber. Für die sich immer wieder wiederholenden Krisen gebe es keinen anderen Ausweg als di« X«bt(i»a der

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?lbg. Dr. Breitscheid (Unabh.) verurteilt den Ton der Reparationsnote und weist daraus bin, daß Er- '-icktwimzen deS Friedensvertrages nur in Gemm erfolgen könnten und daß eine grundsätzliche Revision des Frie- densvertrages nach einer dreivierteljährkichen Erfüllung?- volitik noch nicht zu erwarten war. Wr heißen d>c Ersüllnngspolitik gut weil wir nur auf diesem Wege zu einer Revision kommen können. Die Neuioahlen M R-ichstaes, weiche die Rechte angeregt hat. können u»; keinen Vorteil bringen. Wir sind mit dem Reiche- üinzler einverstanden, daß er an bem System feiner biaferisen auswärtige« Politik nichts ändern will. Unsere bisherige Unterstützung seiner Steuervollttk werd uns aber erschwert. Wenn er in der Ausübung dieser Pott- tik Wege einschlägt, die wir nicht zu gehen vermögen. Ta? Steuerkompromiß kann das bestehende Defizit nicht, b.scitigen: derhakb fordern wir die

Erfassung der Sachwerte und vor allem Sozialisierung des Bergbaues Zudem kann bet Hser und Marine noch gespart werden, s^sgloichen durch Beseitigung des ganzen Vundesstaaten- wesens mit den einzelnen Regierungen und den einzelnes Parlamenten. Auch richten wir unS gegen ben. Unfug, I daß in Berlin allein vier Parlamente sitzen. , Dre Er- sülkur-'-Politik muß fortgesetzt und d« rnnerpon- tsschen ZustSnd« so fundiert werden, daß nicht mehr Df arbeiteten Klassen die sind, welche dir Lasten zu tragen haben.

Abg. Haas (Dem.): Menn der Zweck der Wieder- gutmachungskommission der fehl sollte, unsere Wirtschaft noch heilloser zu verwirren, so ist Me ^oie ein M.,- sterstück. Zunächst muß, wollen wir zahlungsfähig blnben, der Kredit Deutschlands gestärkt werden. Mit Drohun- een fördert di- Reparationskoinmission die Steuerfreudig. (eit bei uns nicht, und Frankreich mag un? endlich mit den Arbeiten in den zerstörten Gebieten beginnen last sen Mr brauchen keine guten Leh«n von der Entente über Sparsamkeit. Zu diesen Lehren zwingt uns schon die eigene Not. Bei H-er und Manne sind Ersparnisse nicht zu machen. Wir können auf diesen kleinen Lchntz gegen nachbarliche Bedrängnis nicht verzichten. Anck I wir ioünschen die allgemeine Abrüstung. Laßt Un aber Frankreich nicht dazu herbei so ersthne ich den Ta^ an dem Deutschland wieder dasselbe Recht haben imw wie die anderen Völker. Deshalb wollen wrr die Rnchs- wehr und die Marine erhalten. Mit der Erklärung der Ragi-rung sind wir einverstanden und hoffen, daß lu uns dem Ziel ein kleines Stück näher bringen werde.

(B-isall.)

Darauf wird die Weiterberatung abgebrochen.

Nach Annahme des Gesetzentwurfs ftir di- Berlänge- rung der Geltungsdauer der Demobilmachungsverordimn- yn wird die Ttzung auf Donnerstag mittag lugr vertagt.

TV* »Rietaennrei« Mrägt fflt bi« 9 gesp. Z«i!« ober beten Raum M Pfa. für ben Milli- Meter, omtlich« u*b eusmärtige 120 Mk. »obere Spaltenbreiten nach entlpredjenbe: Verechnona. SoLt einlaufenb« ober b«n Raum über ft. Seit« etnnebmexbe An- »eigen Rnb wir berechtigt, nach bet lextfpaltenbreite j» setze« unb »u berechnen. Sqa««. Reklamen berechnen wir bie Lpl.-Zeile mit 9.00 Mk. Fever Rabatt gilt ab uiabatt Bei Bu»funft b«rw bi« «eichäftsstelle unb Vermittlung bet «ege- bäte 1 Mk. Sonöetflebübt.

Amtliches Verkündigungsblaü des Kreises Marburg

Anzeiger jur (das früher kurheMche) Oberhessen

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