'Eicher BerLndigungsblatt des Kreises Marbmg.
Anzeiger für (das früher kurhesiischej Oberhefsen
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Tie jDbethefTtid* Zeltun ' ertoetnt 1e*sit<! roöibentli*. — Seiugesiel» wtoietito 17 Mk. Für ausfallend« Stumment infolge Streit« «»er elementarer EreiguN!« tet« Trlatz. — Verlag do« Dr. T. Hlüerotd. — Druck der Univ^WuLdruckerei non 3«b. Sag. Äetf), Markt SIS. — fcttnfotecbet 51, 5eR'6«<ttont»: Mr. 5015 Amr Frankfurt a. Malm
Marburg
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57. Ma
1922
Mk SWetielptetaitn in Serlin.
' Berlin, 27. März. Das Wolff-Büro meldet: Keute nachmittag 3 Uhr fand im Reichslanzlerhause Unter Vorsitz de« Reichskanzler? und in Anwesenheit der Reichsminister des Auswärtigen und des Innern, drS Reichswirtschaftsministers und des Leiter- deS Wiederaust>aumir»jßdriums eine Aussprach« mit den präsidierenden Mitgliedern der Negierungen der Länder teer die Note vom 21. März statt. Der Reichskanzler und der Reichsminister des Auswärtigen entwickelten in längeren Ausführungen die Anschau- engen der Reichsregierung. In der Aussprache, an dec sich die Minister- und Staatspräsidenten der meisten Länder beteiligten, ergab sich einmütige Ueberein- stimmung mit den Grundsätzen der von der ReichS- «egierung in dieser Frage befolgten und fortzusühcen- den Politik, die morgen in der Rede des Reichskanzlers ihren Ausdruck finden wird.
Im Anschluß an die Konferenz mit den Ministerpräsidenten emfing der Reichskanzler die Führer der Sozialdemokratie, der Demokraten, des Zentrums, der Deutschen Bolkspartei und der Bayrischen Volkspartei, um sie über die Auffassung der Reichsregierung und über die Grundlinien der im Reichstag abzugebcnden Regierungserklärung zu unterrichten. Später fand auch eine Besprechung des Reichskanzlers mit den Führern der Deutschnationalen Volkspartei und der Unabhängigen statt.
Mehrere Blätter wollen über die Stellung der Re tzierung wissen, daß die Forderung von GO Milliarden neuer Steuern und einer Finanzkontrolle als unerfüllbar anzusehen sei. Es sei aber notwendig, die Ausgaben des Reiches durch eine noch größere Sparsamkeit zu verringern. Im übrigen würden die Möglichkeiten zu Verhandlungen offen gelassen werden.
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Berlin, 28. März. Die acstrigen Besprechungen tfer Deutschen Volkspartei tollen beute fortgesetzt wer- ben. Die Ansicht der Fraktion gehr dahin, daß die »tote Forderungen an uns stellt, die durchaus uner- ftlttbar sind und mit aller Entschiedenheit a b g e - Fe b n’t werden müssen. Für die wettere Haltung der Fraktion wird entscheidend sein, ob die Regierung unnachgiebig und start bleibt und sich nickt aus Verhandlungen einlSht, die doch schließlich zu unmöglichen Zngeständnisten sllhren werden.
Kiel, 27. März. Ter Gesamtausschuß der sckl-Swig- ho!stei,tischen llnlernehinerverbände, der 4500 Unternehmer ans Landwirtschaft, Industrie, handel und Hrnd- totrf vertritt, hat in einer Entschließung bte neuen Forderungen des Entschödiounisausschusse? und die beob- stchtiqten Eingriffe in die Souveränität deS Reiches ans? entschiedenste abg« lehnt. Die Entschließung wurde dem Reichskanzler und sämtlichen Parteien des Reichstags übersandt.
Berlin, 27. März. Einer Korrespondenzmeldung zusolg? sind die Minister des Innern der deutschen Länder heute in der Reichskanzlei unter dem Vorsitz des Reichsmin-sters des Innern zu einer Konferenz zusammengetreten, in der in erster Linie die letzte Cchntzpolizeinote Rollets erörtert wurde.
Außer der Konferenz der Innenminister findet, wir die „Deutsch« Allg. Ztg." hört, im Reichssinanz- ministerium eine Konferenz der Finanzminifler der Länder statt, die die allgemeine Finanzlage und die Novelle zum Landessteuergesetz zum Gegenstand der Beratung haben soll.
Zahle« M am »her.
Paris. 27. März. (Savas.) Der Senat hat len Voranschlag der von Deutschland zu erstattenden Ausgaben erörtert. Der Generalberichterstatter Senator Bkrenger sagte, der Entschädigungsausschuß habe Frankreich bis jetzt einen großen Dienst erwiesen; trotz- dem sei er der Rettungsanker. Das Land, das unter der Last der Steuern nicht zusammenbrechen wolle, verlange, baß Deutschland bezahle. Diese Bezahlung hänge von dem Willen der Männer im Entschädigungs- ansschuß ab. Dieser müsse eine Kontrolle über die deutschen Finanzen einrichtrn. und wenn Deutschland Nicht die nötigen Anstrengungen mache, müsse man die Pfänder nehmen,die derLcrtragvonBer- sailleS festgelegt habe. Verenger watnt die Re- dierung vor der Ausgabe einer deutschen Anleihe, die angeblich dazu bestimmt wäre, Frankreich zu bezahlen, 'in Wirklichkeit aber höchstens 2V> Milliarden einbrin- tzeu würde. — Finanzministrr de Lastryrie unterbricht von seinem Platze aus und sagt, es handele sich um eine einfache Anregung. Deshalb könne kein bestimmter Betrag ins Ange gefaßt werden. Der Generalberjchter- fett« spricht dann von dem Vorschlag eines internattovalen Konsortiums und bringt Befürchtungen zum Aus- Intcf. Der Finanzminister antwortet, daß, wenn ein Uebereinkommen zustande komme, dieS erst endgültig werde nach der Genehmigung durch das Parlament. Verenger spricht ferner von den Pfändern und den Zwangsmaßnahmen. Die Pfänder existierten. Der Red- Ser schließt unter Beifall: „ES wäre unser Untergang, foenn wir uns nicht auf der Höhe unserer Soldaten zeig-
Die Wiederherstellung der/Türkei.
Du Gntiiis in Srieeltonitttii.
Paris, 27. März. Di« verbündeten Minister "■-alten gestern die Beratungen über die Orientfrage beendet. Die Minister wünschen, die türkisch« Ration und die türkische Macht unter Bedingungen wieder herzu stellen, die den Türken gestattet, unter Bei- behaltung der Hauptstadt Konstantinopel wieder eine unabhängige nationale Existenz zu führen. Sie -rünschen ferner den Muselmanen das herrschende Regime sicher zu stellen und die Jahrhunderte alte relig'öse Autorität des Sultan» ausrechtzuerhalten. Anderer- seit» wünschten sie der griechischen Ratton einen Ausgleich für die Opfer zu geben, die sie während des Krieger für bk Sache der Verbündeten auf sich genommen hat. Damit in Zukunft zwischen den beiden Völkern gegenseitiges Vertrauen herrsche, hätten die 3 Minister Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen für die Mirckechttitn, sowohl Muselmanen und Griechen in Europa und Askn vorgesehen. In diesem Geist« sei auch der Wosfenstillstandsvorsck'lag gemacht worden, in der Absicht eine friedliche Räumung Kleinasien? durchzuführen. Wenn diese Operation mit Erfolg durckg-führt werde, sei die türkische Souveränität in Anatolien vom Mittelmeer bis zum Schwarzen Meer, von den Grenzen Transkaukasiens und Persiens bis zum Aegäischen Dtrer sichergestellt. In Europa würden Konfkantinopel und ein breiter Streifen Ostlhraziens unter der vollen Souveränität deS Sui- tanS verbleiben. Die Meerengen würden entmilitari- sicrt dem türkischen Reich bleiben oder würden unter’ nrnckische Souveränität kommen. Tie verbündeten Streitkräfte in Gallipoli und dir Militärinspektorrn würden über dir «ufrechterhaltung dieser Maßnahmen wacken. Eine internationale Kommission werd« mit bet Unterhaltung der Meerengen betraut. Die Mi- nister hätten anerkannt, daß di« finanzielle Unab- hänaigkeit der Türün in vollstem Maße geachtet wecken müsse und wenn sie auf Grund ihrer Beteiligung am großen Kriege an der Seite der europäischen Mittel- möchte Lasten zu tragen hätte, so erfahre ihr« Zah- lungssähigkeit ein Entgegenkommen.
Das Ergebnis der Orientkonferenz wird von Havak vom französische« Standpunkt wie folgt dargelegt:
Für den Fall einer Ablehnung der Vermittlung sei in keiner Weise von Zwangsmaßnahmen die Rede, wie z. B. Blockade oder Besetzung Konstantinopels, wie man sie vor einigen Monattn in London etwa ins Auge gefaßt hab«. Damals sei die französische Diplomatie don der Gesahr bedroht gewesen, entweder zu einer feindseligen Haltung gegen die Türkei oder aber zum Bruch mit ihren Verbündeten sich hinreißen zu lassen. Diese Befahr fei völlig au» dem Wege gr- räumt worden. Gleichzeitig mit ihr verschwinde die Spannung, die in de» französisch-englischen Beziehungen durch das Abkommen von Angora erzeugt wurde. Durch da» Angebot, da» ihr gemacht wecke, erlange die Türkei schätzenswerte B-rteile. Ohne Schwertstreich und ohne Schaden nehme sie ganz Kleinasien in Besitz. Ein besondere« politische» Statut sei nur für die Stabt Smyrna selbst vorgesehen. Diese» Statut sei übrigens demjenigen ähnlich, ten. die unseren Sieg «rr»nreu haben, und wenn wir es nicht verstehen würden, Deutschland zn zwinge«, daßeSbezahlt, wa« es schuldig ist."
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Frankreichs Ziel.
Der von uns kürzlich erfriert« Gedanke, daß Frankreich vor einer Bolfchewifierung Deutschland» keineswegs zurückschrecken wird, la. sie al» in seinem Interesse liegend, geradezu herbetzufithren sucht, findet sich auch in bei «Deutschen TageSjtg.', die u. a. ansfübri:
»Wer die franrfstsche Presse aufmerksam verfolgt, kann immer wieder sestsiellen, daß die deutsche radikale Linke in Frankreich persona grata iss. Man geht nteht gerade soweit, mit den Kommunisten offen zu liebäugeln, obwohl man sich ihrer 1m besetzten Westen und in Oberschlesien gerne bedient hat, aber die deutschen Unabhängigen werden als die Elemente angesehen, mit deren Hilfe die französische SnechlungS. Politik die größten Erfolge in Deutschland erzielen kann. Es ist also durchaus möglich, daß man in Frankreich eine Verschärfung der tnnervolttisckcn Siluatto« durch Weiterverelendung der Massen, also einen starken Ruck nach links, nicht nur gern siebt, sondern sogar bewußt fördert. Eine reine LinkSregterung mit stärkstem unabhängigen Einschlag würde man tm fran- Mischen Sinne noch für zuverlässiger alS die jetzige deutsche Regierung ballen. Man hätte dann die Gewißheit. daß alle poliiiscken Aspirationen Frankreichs widerstandslos durchgesührt werden könnten. Tie Unerfüllbarkeit der RevarationSsorderunge« würde sich natürlich auch dann sehr bald zeigen und den Franzose« den willkommenen Vorwand zu territorialen Kompcusattousansprüchea gebe», durch
unter dem da» den Griechen Überlassene Adrianoptt strhen solle. Dagegen gelange da» Vilajet Smyrna unter die volle ottomanisch« Souveränität. Die Türkei erhalte einen großen Teil Thrazien»; denn die neue Grenze gehe westlich von Rodosto und Ende in Midia. Griechenland behalt« allerdings Gallipoli, aber es besitze dort die Mchrhett in der Bevölkerung. Es sei schon offiziell bekannt, daß Konstantinopel den Wafftnstillstandsvertrag an nehm«.
Der Türkei soll weiter da» Recht zustehen, 15000 Mann Gendarmette und ein regulärrf Heer von 40000 Rann, also 85000 Mann zu unterhalten, während im Vertrag von SbvreS nur 50 000 Mann verglichen wurden. Die Entscheidung der Verbündeten stellt eS als Grundsatz hin, in keinem ehemal» feindlichen Lande baS System der Aushebung von Rekruten besahen zu lasten. Indessen feien die drei Minister bereit, gemeinsam mit der türkischen Regierung in freundschaftlichem Geiste die Festsetzung eines bestimmten Zeitraumes zu prüfen, nach besten Ablauf in der Türkei Rekrutierungen durch Freiwilligenanwerbung vorgenommen werden dürften. Wenn die türkische Regierung zur Bildung der erwähnte« Gendarmerie die Unterstützung ausländischer Ofsizkre wünscht so könnten diese jnr Verfügung gestellt werden.
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Dn Mkvtz der hentltoWw Verhand- lungen.
K9a» da« VSNerbunvSsckretariat dazu fegt
Genf, 27. März. Die letzte Wendung ht den deutsch-polnischen Verhandlungen Hal hier großen Eindruck gemacht Heute veröffentlicht de« Völkerbunds« sekretariat eine amtliche Mitteilung, in der zum ersten Male die letzten Ereignisse berührt werden. Die Mitteilung behauptet, daß entgegen de« Pressein forma« lionen die deutsch-polnischen Verhandlungen einen normalen Verlauf nchmen. kie erklärt weiter, daß nur noch ein wichttger Gleitpunkt, die Liqui- dakionrfrage besteht wobei offenbar vollständig übersetzen wird, daß auch bk wichtige Frage des Recht- schutz«« der Minderheiten noch strittig ist, und daß im übrigen auch seit Donnerstag die Zuständigkeit der Konferenz und deS Schiedsrichtert in der Liqui- dationsfrage einen besonberen Streitfall bildet, für den ebenfalls ein Entscheid deS Präsidenten notwendig wird. Dabei ist zn bemerken, daß der von Polen erhobene Zuständigkeitseinwand wie die Folgen, die sich in den letzten Tagen daran» ergaben, tatsächlich in der VölkerbnndSmttteilung mit keinem Worte Erwähnung finbrtL
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El« UeSerläufrr.
Berlin, 28. Mär,. Die .Voss. Ztg." meldet aus OberiSlesien, baß Generalbtrekior Htlger von bet Königs- unb Laurahütte. der vor einige» Tagen auS bem Berg- unb hüttenmännischen Verein auSgesckte- ben ist. sich an ben verband der polnischen Eisenhüttenwerk« in Warschau gewandt habe mit bet Bitte um Aufnahme in die polnische industrielle Organisation. Auf diese» Ansuchen soll ihm eine Absage des Warschauer verbände» erteilt worben sein.
bte (Besetzung be» RuhrgebieteS unb bet westlichen beulscken Industriestädte) man sich auch ftnanziell schadlos iu halte« hofft. Aus diese« GebankengSnaen heran» würbe man auch ba» bann sehr wahrscheinliche Hinabaieiten Deuischlanb« in ben Bolschewismus in Kauf nehme«. Man würbe möglicherweise barmi» ein Mandat für da» Stnrücken in deutsche« Gebiet abletten. «ine rabttale beuttchr Linksreaieruna hätte für Frankreich schließlich noch ben Vorteil, baß sie Deutschland bet setzten Sympathien bet Welt vor allem auch jeder englisch-amerikanischen Hilfe berauben ivütbe. Das ist Katastrovdenvolittk. gewiß, aber eine seht berechnende, eine Polittk. die die Katastrovbe auf Deuischlanb zu »efckrönken unb dort zu lokaii« sieten bösst, ein« vosttik lcklleßlick, bte bem Amok- Uufet BoincatL. bem Ktfto«schu'dig«n von 1914. seht wohl znznttaueu wäre. Körnen mtt bem BollckewiS- tnu» auch Hunger und CeuCbttt übet Deutschland, so wäre ja auch bo« Ziel ElsrneneeauS: bte Vernichtung bet ,20 Millionen Deutschen Zuviel' et- reich t.e
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toi SaaronrfmMit
Paris, 27. März. Havos zufolge bat dem Völker- kmnbsrat eine Berechnung der RegierungSkommission für ba» Saargcbiet Vorgelegen, in der die Errichtung einer beratenden Körperschaft und eines StudienausfchiisteS für bas Saargebiet vorgesehen sind. Danach soll die beratende Körperschaft an« 30 Mitgliedern b-strhen und nach allgemeinem, gleichem Wahlrecht von der gesamten Saar- bevölkerung gewähtt werden. Der StudicnauSschuß soll au8 saarländischen Persönlichkeiten bestehen, die von der Reglernugskoaunifsiou ausgesucht werden: figutt,
Wick berichtet, daß bet VölkerbundSrat den chinesische» Delegierten Wellington Koo mit den Vorarbeiten für di« Ausstellung her Listen für die Volksabstimmung betraut habe.
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Milt« Sonitoo.
Sitzung vom 27. März.
In allen drei Lesungen wird zunächst ein Antrag aller Parteien angenommen, wonach ba« Gesetz Gro ß« Berlin dahin geändert toirb, baß ben ehrenamtlich! tätigen BürgerschastSvettretcrn eine Auftoanbsenttchäbi-l aung und freie Fahrt ans ben Berliner Bahnen gewährt werben kann. I
Vizepräsident Dr. Porsch verliest eine Jniervel« fation b«r Deutschen Bollspottei unb «tuen Antrag der Deutschnationalen, die gegen bte Zuteilung her fünf Weichselbörfer an Polen protestieren. Er triff dazu mit, bi? Regierung wolle die Jntervellation Über» morgen beantworten. Darum erübrigt sich letzt ein Eingehen auf ben Gewaltakt der interalliierten Grtnzfest- setzungskommission. i
Hierauf wirb bte zweite Beratung de« Haushaff« bet Forstverwaltun, fortgesetzt. t-
Aba. Ekselleruv (Komm.): Btt bem fetzigen hoben Dollarstanb besteht dovvelte Gefahr, daß Mt Forst- btsstzer rücksichtslos ben Wold desto nb abboft-n urtb damit das Rot'onalvermöam vernichten. Alle Vrivatwaldnn* gen müssen deshalb in Gemeinschaftsbesitz übergeführt wecken. f
Abg. Graf v. S t o l b c r g (D. Volltv.) verlangt im Neuen Forstaesetz Wege zur Ueberwinda«, der jetzige« finanziellen Schwierigkeiten unb Moßnabrnen zur Verbesserung be« Verhältnisses zwischen Förstern und Oberförstern. .
Abg. Jacoby- Nassaus (Z.) fühtt B'schwerde übet die Haltung der Forstverwaltung den rheinischen Laub- wirten gegenüber.
Abg. W e t ß e rmel (Dentschn.) befürwortet die Forderung des Baues von Forstarbeiicrwohnungen. Einer Woldverwüstnng müsse unbedingt vorgebengt werben.
Abg. Buchwitz (Soz.) tritt her Fockerung ans Sozialisierung deS privaten Forst besitz?! bei.
Minister Dr. Wenborff geht auf rin« Reihe vo» Sonberwünfchen ein. So sagt er weites Entgegenkommen ben Schulwanderungen gegenüber «u.
Der Forsthaushalt wird genehmigt.
Es folgt die zweit« Beratung des Hau?hall« bet landwirtschaftlichen Verwaltung (Ministertm«, Landwirtschaftliche Lehranstallen, Tierärztliche Hochschule, Allgemeine Ausgaben).
Mg. Dr. Winterfeld (Dentschn.) berichtet über die Verhandlungen dr» Ausschüsse«. Der Anssckuß beantragt u. a., bas Staats Ministerium zu ersuchen, bafSt zu sorgen, ben Bcbars an Saatkartoffeln eub Saatgetreibe sicherzustellen unb Anorbnunarn j« treffe«, baß wucherische Ausbeulung verhinberl toirb.
Weitere Anträge behandeln bit Verhinderung bo« Festbiebstählrn, erweiterten polizeilichen Schuh auf bem Lanbe und Ausbau des landwittschaftlichen Schulwesen«.
Darauf wird die Weitcrberalung aus Dienstag 12 ffht vertagt.
Stt MdmOm her ftMni SchissM
Berlin, 27. März. Der 9. deutsche Seeschiff- fahrtstag wurde heul« mit einer Ansprache drf Lor- sitzenden deS Deutschen Nautischen Vereins, Senat« Dimpker, eröffnet, der insbesondere di« zahlreich erschienen Vertreter der Reichsbehörden, begrüßt«. Tann schilderte der Generaldirektor deS Rockdeutsche« LlovbS die Stimmung und bit Lage btt Seeschiffahrt. E» seien bisher 280 Schiffe mit 1,05 Millionen Tonne» Tragfähigkeit wiederher gestellt, tn Bau befinden sich 230 Schiffe mit 1,25 Millionen Tonne» Tragfähigkeit. Die EntschDigung de« Reiche« hätt» sich auf 12 Milliarden Mark belaufen. Im Mai bei Vorjahres sei aber da« Wiederausbauprogramm au| 16 Milliarden Mark geschätzt worden,, damal» habe der Preis für eine Tonne Schiffsbaustahl 2000 Mark betragen, jetzt ober stelle er sich auf 8300 Mark. Tik Tendenz einer sprunghaften Steigerung best he weiter. Diese Angaben gäben ein Bild von der Schwierigkeit, di« der deutschen Schiffahrt für chren Wiederaufba» entgegenständen. Dazu kämen die vielfachen Hemmungen, die ihr durch die Maßnahmen des Auslandes erwüchsen. Gleichwohl gäben die Rcckeret- verbände die Hoffnung nicht auf, in friedlichem Zusammenwirken mit der Arbeiterschaft wieder zu et* starken. Bedingung sei allerdings, daß bit G-gntr zur Erkenntnis kommen, daß die Weltwirtschaft nut wieder gesunden könne, wenn auch Deutschland bte Möglichkeit gegeben würde, sich mit seinen Kräfte« daran zu beteiligen. Die deutsche Seeschiffahrt wolle feine Subventionen, keinen Protektionismus. Si« wolle aus eigener Kraft wieder zur Geltung kommen. Ter Redner bedauerte btt Aenderung btt Handelsflagge unb sagte, selbstverständlich füge sich die Seeschiffahrt den gesetzlichen Bestimmungen, tote sie das stets getan habe. Strafandrohungen feien dafür nicht nötig gewesen; aber er hoffe, daß man bi« Geltung, die sich die alte Handetsf'.agge tn der Welt erwerbe» hab«. Webe* »lebige« < b jgit GdenittuÜ