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Ärmliches BeMndigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

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Erstes Blatt.

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Dienstag 2 Uhr: Entgegennahm erllärung.

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Wien, 84. März. Zur Entscheidung des Ent- schädigungsausschussrs schreibt die „Neue Freie Presse": „Der Pariser Beschluß ist eine Verblendung bis zum Wahnsinn. Er verewigt die Atmosphäre des Krie­ges und stachelt die Instinkte zur Rache und des Trohes beim Gegner anscheinend absichtlich auf. — In der „Arbeiterzeitung" heißt eS: „Alle in Paris jetzt festge­setzten Forderungen und für den Fall der Nichterfüllung angedrohten Maßnahmen, machen den Eindruck des Irrsinns. Die Herren in Paris werden solange for­dern und festsetzen, bi» man ihnen einmal erklären wird, daß dar eben nicht geht, sie mögen drohen und tun. was sie wollen!"

des Abg. Ernst (Unabh.) wird ein Schlußintrag ange­nommen und die Vorlage unter Ablehnung des Antrages Bruhn angenommen.

Da» Kraftfahrzeugsteuergcseb wird mit un­wesentlichen redaktionellen Aenderungen angenommen, benso das Versicherungssteucrgesetz. Damit sind sämtliche Struervorlagen in zweiter Le­sung angenommen. Die sozialdemokratischen An- ttäge auf Abänderung des Weinsteuergesetz:? und des Lchaumwnnsteuergcsetzes werden dem Steuerausschuß überwiesen.

ES folgt die zweite Beratung des Gesetzes 25er Ver­längerung der Geltungsdauer von Demobikmach- ungSverordnunü en, ■<-

Nachdem Abg. Frau Agnes (Unabh.) die Ablehnung der Zuckersteuer durch ihre Partei mit den verderblichen Folgen für das ganze Volk begründet hatte, wird ein Schlußantrag angenommen und die ZuckerfiruercrhShung bewilligt.

Es folgt die zweite Beratung des Gesetze? über die Er­höhung brr Süßstoffabgabe. Na ch einer Protest­rede des Abg. Ernst (Unabh.) gegen die Süßstosssteuer wird ein Schlußantrag angenommen and die Steuer in der Ausschußfassung angenommen.

Tas Rennwett- und Lotteriegesetz

Enthält die Konzesfionierung der Buchmacher. Abg. Bruhn (Teutschn.) spricht gagegen, weil der Totalisator dadurch geschädigt werde. Nach weiteren Ausführungen

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Hamburg Blohm u Voß rj. von 60 Millionen N

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Di« „Oberbe|it|*e Zeitun V" erlcheint Sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis mon-tlich ohne Zustellung 10.50 ffit, durch die Post 13 Mk. Für austallende Nummer» ixfolge Streik, ooer elementarer Ereignis!« kein Ersatz. — Verlag von Dr. T. hitzeroth. — Druckd«rllntv^Buchdruckerei von Jod. Äug. Koch, Markt 2123 — Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Auch dieser stärkste Schlag, den die Erfüllungspolitik der verschiedenen Regierungen der Republik seit Ver sgilles erlitten hat. macht die Träger dieser Politik nicht irre. Die Presse der Regierungsvarteien hält zwar die Verwirklichung der neusten Forderungen für unmöglich, hofft aber (nach bekannter Art) auch ietzl noch auf die Möglichkeit der Abänderung durch Verhand­lungen. Besonders die dem Phantom der Verständigung mit Frankreich nachjagende „Vossische Zeitung" glaubt, daß es sich wieder nur um eine Etappe auf dem Wege handeln werde, „der schließlich einmal zur Fest setzung tragbarer Bedingungen führen wird", und stellt «rneitt fest, es gebe keine andere Politik als dir de: Erfüllung. Wie eine solche Abänderung der neusten Forderungen denkbar sein soll, daß etwas herauskäme, das wirklich trag- und erfüllbar für das deutsche Boll wär«, das stelle sich vor, wer kann. Nein, die Note, als letzter Ausläufer der sadistischen französischen Rachr­und Gewaltpolitik, bezweckt nichts weiter (worauf auch die „Zeit" hinweist) als Handhaben zu bieten für weitere Zwangsmaßnahmen. Diesen Ge­danken spricht auch die „Kreuzzeitung" ans: „Das Geschwafel der Völkerversöhnung und deS Internatio­nalismus bricht elend zusammen vor dieser rücksichtslosen Machtpolitik Poincares. Gewiß will Frankreich aus Deutschland an Geld und Besitz herauspressen, was irgendwie möglich ist. Aber seine Ziele sind viel weiter gesteckt." Ihne« zu begegnen, liege nicht nur in deutschem Interesse. Dazu aber gehöre frei­lich. daß Deutschland endlich aktive Politik mache, anstatt das A und O aller Weisheit in der Erfüllung der Diktate des Feindbundes zu sehen. Die „Deutsche Tageszeitung" fordert Zusammenfassung aller versügbaren Kräfte zu geschlossenem nationalen Wider­stände und Mut zur Wahrheit nach innen und außen und wiederholt die Befürchtung, daß die Folgen wei­terer Ausbeutung unserer Wirtschaft Hunger, Not, Elend, eine zweite Revolution sein werden. Freilich müsse di: deutsch« Regierung, die endlich den Mut zu den elemen­tarsten Notwendigkeiten fände, wohl etwas anders aussehen als die Regierung Wirth-Rathenau, die uns ourch Erfüllung zur Freiheit führen wollte.

Wie die Erklärung d.'s Reichskanzlers lauten wird, geht aus einer Erklärung des „Soz. Parlaments­dienstes" hervor. „Es ist anzunehmen," heißt es da, „daß der Kanzler in seinen Ausführungen keines­wegs eine gnindsätzliche Abkehr von der bisherigen Politik zum Ausdruck bringt. Die Rede wird insbe­sondere ans den Willen zu neuen Verhandlungen ein­gestellt sein." Die „Vossische Zeitung" schreibt, die Regierung könnte zwar weitgehende Eingriffe in die deutsche Souveränität nicht hinnehmen, sei aber bereit, noch deutlichere Zeichen ihres guten Willens zu geben und werde Vorschläge machen, die ihrem Inhalt nach noch nicht feststehen und die auf dem Wege neuer Ver­handlungen zu Vereinbarungen auf einer anderen Grundlage führen könnten.

Das „Berl. Tagebl." teilt mit, daß die deutsche Re­gierung durch den deutschen Botschafter in Paris Dr. Mayer bei dem Entschädigungsausfchuß ansragen ließ, ob in den 60 Milliatt>en neuer Steuern, die in der Roet gefordert weiden, der Ertrag der Zwangsanleihe mit eingerechnet itz.

mit Otlfeuerung versehene RK'endampser „818 » mar ck" fertiggestellt. Tas Schiss, das, als größte» der Welt, in den. Besitz der White S:at Linie übergeht, »üb voraussichtlich a» 28. Wätj den Hamburg»

Mp!rr der Weit.

' n. Aus der Werst von :r mit einem Kostenaufwand r zur Ablieferung hergerichtetetz

Marburg

Sombend, dm 25. Mörz

Lenzing.

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W Gesundung der WMn.

Die Verminderung deS Perfo«alS. — Die Arbeitszeit.

Berlin, 24. März. Im Hauptausschuß de» Reichstages wies bei Erörterung der Frage, ftrte weit es möglich sei, den Personalbestand der Eisen- bahnen noch zu verringern, Staatssekretär Stie- le r u. a. auf die ganz besonderen Schwierigkeiten hin, die sich hinsichtlich der Entlassung von Arbeitern im besetzten Eicbiet ergeben. Von den Ententebehörden im besetzten Gebiet sei mehrfach gegen die versuchte Ver­ringerung des Personalbestandes Einspruch erhoben und erklärt worden, daß davon keine Rede sein könne. Dieser Versuch, bei der Arbeiterschaft de» besetzten Gebietes b?f"vdere Sympathien zu erwerben, sei zwar ohne Erfolg. Dieser Eingriff sei umso unverständ­liche r, al» gerade ans der anderen Seite von bet; Entente auf die wirtschaftliche Gestaltung der Reichl- i bahn fortgesetzt hingcwiesen werde. •

Die Gewerkschaften erkennen in ihrer dem Reich?«; verkehrsminister auf seine Fragen, über das Arbeit?- i zeitgesetz dcrgelegten Antwort die Notwendigkeit einer vorläufigen Vereinbarung über die Arbeitszest im. Eiscnbabndienft an. Sie erllären sich unter gewisse» i Einschränkungen damit einverstanden, daß die reines Ticnstbereitschaft de» Zugpersonals in der Heimat-; jtatioit mit 80 Prozent als Arbeiiszeit bewertet werde» soll und fordern, daß die Dienstschicht des im Ve- triebs- und Verkehrsdienst beschäftigten Personals im allgemeinen die Höchstdauer von zehn Stunden nicht überschreite.

DnWk Heitel«.

Protest gegen die Abschnürung Ostpreußens. — Erledigung der Gteuervorlage». — Obstruktion der Kommunisten.

195. Sitzung vom24. März.

Aus eine Anfrage des Abg. Weiß (Dem), die bie

Not der Presse behandelt und angesichts der wahn sinnigen Papierpreise durchgreifende Maßnahmen ver­langt, wird regierungsseitig geantwortet, die Not her Presse sei im allgemeinen auf die Geldentwertung und auf die ungünstige Wirtschastscntwicklung zutückzuführen. Darum hätten Maßnabmen, wie die Ausfuhripccre,; für Zellstoff und Druckpapier, nur bedingten Erfolg. Die Regtentng werde weitere Maßnabmen im Einvernehmen Mit dem interfraktionellen Ausschuß des Reichstags er­lassen

Auf eine Anfrage des Abg. Rosenfeld (Unahhü erklärte ein Negierungsvertreter, daß die Regierung ht der Tat die Absicht habe, das sogenannte Streik­recht der Beamten aufzuhcben.

Dann folgt ein Antrag aller Parteien mit Ausnahme der äußersten Linken, der sich gegen die Zuteilung der fünf Wcichseldörfer an grölen wendet.

Präsident Lobe: Der Antrag richtet sich gegen ein Heues schweres Unrecht, das uns angetan wird, gegen eine Vertragsverletzung und einen Verstoß gegen die «m User der Weichsel wohnenden Landsleute. Sie hoben eine Deputation an uns gesandt, damit der Reichstag seine Stimme gegen das ihnen drohende Unrecht erhebe. Es «st eine Entschließung entstanden, in der es beißt: Der deutsche Reichstag nimmt mit Befremden und tiefster Entrüstung davon Kenntnis, daß aufgrund einer Ent­scheidung der interalliierten Grcnzkommission fünf Weiche seldörser am 31. März endgültig an Polen abgetreten toerben sollen. (Lebhafte Rufe: „Pfui!" und „Un­erhört!") Diese Entscheidung hat nicht nur in den un­mittelbar davon betroffenen Gemeinden, sondern euch ht ganz Ostpreußen uns int ganzen Reiche Helle Em­pörung hervorgerufen, weil der Bevölkerung nicht Ge­legenheit gegeben wurde, ihre Wünsche zu äußern. Dor Fricdensvertrag ist verletzt worden: denn er garan­tiert Ostpreußen den freien Zugang zur Weichsel. Der Peichstag legt gegen dieses Unrecht schärfste Verwahrung in und erwartet von der Botschafterkonferenz. daß sie die interalliierte Grenzkommission anweist, von der end- gültigen Grenzfestsetzung solange Abstand zu nehmen, bis die Bevölkerung gehört worden ist. — Die Verletzung des Selbstbcstimmungsrechts und das uns angetane Un­recht sind so eklatant, daß der in unserem Baierlano so selten- Fall eingetreten ist, daß alle Parteien Ost­preußens sich einmütig dagegen gewandt haben. Ich empfehle, diese Entschließung ohne Aussprache annt- nehmeu. (Lebhafter Beifall.)

Die Entschließung wird bierauf angcnomm-n. Von den Kommunisten bleiben nur sitzen: Frau Zetkin, Dr. Herzscid und Höllern. (Pfuirufe.)

Dann wird die Beratung der Steuervorlage bei den ' Zollerhöbungen

fortgesetzt. Angenommen wird ein Antrag der bürger­lichen Parteien und Sozialdemokraten, der den Finanz- Minister ermächtigt, nach Bedarf den Kafseezoll aus 130 Mark, den Teezoll von 300 auf 220 Mark für den Doppelzentner herabzusehen. Ein weiterer Antrag, dem Finanzminister sowohl den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes zu überlasten, wie auch die Inkraftsetzung der einzelnen Zollerhöhungen zu verschiedenen Zeitpunkten wird im Hammelsprung mit 180 gegen 117 Stimmen angenommen.

Es folgt der Gesetzentwurf über die Aufhebung vor­übergehend währeick des Krieges gewährter Zollerleich- terungen, beispielsweise für Delikatessen und reinere Kon­serven.

Dbg. Remmele (Komm.) beginnt vor völlig lee­rem Dause aufs neue «ne lange iRebe. in her er aus jede einzelne Position eingeht und eine Unmasse statisti­scher Zahlen verliest. Um 4A/2 Uhr beendet Abg. Remmele seine Ausführungen.

Die Vorlage wird angenommen. E» folgt die zweite Beratung der

Zuckerstenere rhöhung.

Die «Steuer soll nach der Regierungsvorlage auf 100 Mark für den Doppelzentner erhöht werden. Der Aus­schuß Hal sie auf 50 Mark herabgesetzt.

! Abg. Frau Schilling (Soz.) betont, daß der BerkanfSpreis des Zucker» heute schon so hoch fei, daß die Steucrerhöhung ihn kaum beeiufluske« würde. Sie forbert aber energische Maßnahmen gegen den Wucher.

Es wird dann unter dem lärmenden Protest der Kommnnisten ein Schlußantrag angenommen und Ar­tikel 1 angenommen.

Bei Artikel8 betont Abg. Dr. ©emmiet (Dutt), daß bk hohen Zuckerpreise nur durch die Markerttwertung verschuldet seien. E» wird dann wiederum ein Schlnß- antrag angenommen. Abg. Höllle in (Komm.) ruft: Wir werden Euch demaskieren, Ihr Volksverräter!

Bei Artikel3 erklärt Abg. Stöcker (Kamm.): Wir müssen die schamlose Vergewaltigung brandmarken, die Hier von der Einheitsfront Helsserich bis Scheidemmm verübt wird. Gegen die Stimmen der äußersten Linken wird ein Antrag Erkelenz (Dem.) und Tr. Becker (D. Vvt.) angenommen, bei den einzelnen noch aus­stehenden Steucworlagen nur eine allgemeine Aussprache zuzulasten.

$oil6tomfe ols Mr lmmniWrr ImMim«.

Berlin, 24. März. Tie Ermittelung über die Tätigkeit ungetreuer Postbeamter, die Nachrichten, Pläne und Zeichnungen au» dem Reichsministeriuul en twendet und kominunisti'chen Organisationen übergeben haben, sind, den Blättern zufolge, soweit ge­diehen, daß die Namen von zwei Hilssarbeftern nnü zwei der Verwaltung anzehörenden Beamten festge- stcllt sind. Weiterhin sind sechs Beamte ermittelt, die zum mindesten in unerlaubter Weise Nachrichten aus ihren Amtsstellen an eine dem flüchtigen Mecha­niker Ahrends nahcjbehende Organisation weite rgegeben haben.

Ȋiiflrtkiat in SM.

Beratung der deutschen Min.fterprästdenten.

Berlin, 24. März. Heute Nachmittag fand im Reichskanzlechause unter Vorsitz des Reichspräsidenten ein Kabinettsrat statt, in dem die durch die Note bet Entschädigungsausschnsses geschaffene politische Lage zur Erörterung stand. Der Reichskanzler entwickelte in längeren Ausführungen im Anschluß an die Ver- bandlungcn, die vormittags im Reichskabinett statt- aesunden hatten, die Richtlinien der von der Regierung einzuschlagrnden Politik. Der Reichspräsident stellte am Schluß der Beratungen fest) daß alle anwesenden Minister mit den vom Reichskanzler dargelegien Richt­linien einverstanden sind. Auf Grund dieser Aus­sprache und der in ben einzelnen Ressorts der Reichs- regiernng noch fortzusetzenden näheren PjFfung der Note wird der Reichskanzler am Dienstag im Reichs­tag den Standpunkt der Reichsregierung darlegen, nachdem am Montag die nach Berlin geladenen Mi- mKerpräsidenten der Lander Gelegenheit gefunden haben, sich Air politischen Lage zu äußern.

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M«I zur crolelotilditn MMml.

Berlin, 24. März. Dte Rcichsleitung der Kom- munistischen Arbeitsgemeinschaft verösfentticht tn der „Freiheit" einen Ausruf, ht dem sie ihren Ueber« tritt zur U.S.P. bekanntgibt und die MiigOede- der kommunistischen Arbeiisgcmciujchast auijotbrrt.- sich gleichfalls mit der unabhängigen so;ialdem--kratt- schen Partei zusammenzuschlietzen. Auch die Miiglie« der der R. P. D. und die Angehörigen der S V D. werden in dem Aufruf zur Herstellung einet E i n - hettSfront des Proletariats aufgefotbert, sich tn der U.S.P. wieder miteinander zu vereinigen. Unterzeichnet ist bet Aufruf von Braß, Tömnig, Friesland, Kurt Geyer, Adolf Hoffmann und Levi. Dte Zentralleitung der U.S.P. schließ« sich in einer. Kundgebung dem Aufruf an und richtet an die Partei« genossen den dringenden Appell, die Erivneru«, an die Bruderkämpfe der letzten Jahre zmilcktreten $»' lassen vor dem Bewußtsein, daß eine Wieberverclni- gimg aller auf dem Boden des proletarischen Klassenkampses stehenden Proletarler Gebot der Stunde ist.

Dem .Vorwärts" zufolge wird der ReichsauSschoß der U.S.P. deute im Reichstag zusammentreten, um über die Schwier:'?"n: innerhalb der Partei zu be« raten. Wie da? mitteilt soll der Austritt der recblSgerlchlcwn Redaktionsmitglieder auS der .Freiheit" u. a. Hilferding, Dr. Her; undvcrmcidlich fein.

Abg. Hensel (Deutsch».) führt ben Ätbeitcnnaugel; auf dem Lande vielfach auf die DemobilmachungSverord-t! nungen zurück. !

Abg. Schmidt-Köpenick (Soz.) klagt demgegenüber' darüber, daß in Pommern immer noch polnische Arbeit« beschäftigt werden.

Abg. Karsten (Unabh.) nennt die TemobstmachnnB« Verordnung ein Flickwerk und fordert , : r<; ein «intznt< liches Arbeiterrecht. ।

Nach kurzer weiterer Aussprache wird da» Gesetz nach der Regierungsvorlage angenommen und Not- und Ergänzungshaushalt und Ergänzung zum BesoldangS- geseh an den Haushaltsausschuß verwiesen. 1

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KngiWr AMmn.

London, 24. März. Die „Westminster Gizette" fchr-eibt: Am Vorabend der Konferenz von Genua stoßen die Verbündeten Deutschland weiter auf den Weg z n m Ruin. Auf der Konferenz selbst beabsichtigen sie die Frage der Entschädigungen nicht zu erörtern. E? müsse daher angenommen werden, daß sie sich llar darüber seien, daß, wenn diese Frage erörtert würde, die Absurdität ihrer gegenwärtigen Haltung sofort zu Tage treten würde. Weiter schreibt das Blatt, die gegenwärtige britische Regierung scheine einigen der dringendsten Prob­leme blind gegenüberzustehen. Man fönne daher nach xner Prüfung der Politik der britischen Regierung in bet Vergangenheit und in der Gegenwart unmöglich Vertrauen zu ihr haben, daß sie die Jnterestcn des britischen Volkes auf der Konferenz von Genua in angemessener Weise vertreten werde.

London, 24. März. Der Berliner Rerichtcrstat- f:r des „Daily Ehronicle" schreibt, keine deutsche Regie­rung könne es übernehmen, Forderungen wie diese durch- znführen zu versuchen, und die augenblickliche Regierung werde es bestimmt nicht tun. Während der letzten stür­mischen 3 Jahre sei die deutsche össeutliche Meinung in keiner Frage so einig gewesen wie in dieser. Wenn Dr. Wirth vor den Reichstag tritt und erllären werde, er beabsichtige diezen Forderungen zitzustimmen, so werde et nicht eine einzige Stimme irgendeiner Partei dafür er­halten. Der Berichterstatter hebt hervor, daß der durch die Forderungen erfolgte neue Sturz der Mark bedeute, daß die deutsche Regierung 50 Prozent mehr für alle Devisen bezahlen muffe, als dies vor einem Monat der Fall gewesen sei. Tiefe Frage sei fo ernst, daß sich die deutsche Regierung wabricheinlich nicht in der Lage sehen werde, die nächste 10-TaoeSrate zu be­zahlen. Durch den katastrophalen Stur; der Mark H dem deutschen Haushalt vollkommen der Boden aus­geschlagen und alle finanziellen Vorkehrungen wurden dadurch in Unordnung gebracht.

Der diplomatische Berichterstatter deS „Daily Tele­graph" schreibt, britische Minister und Sachverständige deS Schatzamts hätten eingehend die Forderungen gegen­über Deutschland geprüft Die Forderungen seien zweifel­los scharf, möglicherweise schärfer, als sie eS gewesen wären, wenn die britische Ansicht ganz durchgedrungen wäre. Die Forderungen seien jedoch weniger scharf, als sie von Deutschland und anderer Seite dargestellt werden Tie britischen Sachverständigen erllären, daß die Finanz- polittk und die fiskalische Verwaltung DeutichlandS eine Unfähigkeit ober Vernachlässigung an den Tag gelegt habe, bie bie Gläubiger Deutschlands dazu berech­tigen, ihr Einhalt zu tun.

Paris, 24. März. Der Londoner Korrespondent der „Chicago Tribüne" schreibt, den englischen Geschäfts­leute» und Politikern bereite die Forderung an Deutsch­land viel Sorge. Ein hervorragender Beamter der Finanzverwaltung eröärte, er fürchte, diese Forderun- rnngen würden Deutschlands Bankerott bedeuten mit dem Ergebnis, daß keiner der deutschen Gläubiger irgendetwas crhielle. Deutschland würde die für 1922 festgesetzten Summen bezahlen und dann den Dingen ihren Lauf lasten. Trotzdem die Entschädigungsfrage von der Konferenz von Genua ausdrücklich ausgeschlossen >ei, erkenne man immer deutlicher, daß dort bie gesamte Lage Europas in Betracht gezogen werden mäste, unö daß es unmöglich sein tverbe, die Erörterungen bet brut­schen Verbindlichkeiten und Zahlungsfähigkeit von den Verhandlungeik auszuschließen.

England für Anerkennung der amerikanischen Forderungen.

Paris, 24. März. Die .Chicago Tribüne" mel­det aus Washington: England soll sich bereits dahin entschieden haben, daß der Anspruch der Vereinigten Staaten auf 241 Millionen Dollars für BesctzungS- kosten anerkannt und die Vereinigten Staaten bet der Bezahlung den übrigen BesetzungSmüchten gleichge­stellt werden müßten.