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Die neuen
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Gehälter. Entsprechend den Abmachun- gewerkfckaftlicken Spitzenorganisationen
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Di« „Dbtriieini*« Settunerscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugsnreis monatlich ohne Zustellung 10.50 Mk, durch die P-st 13 Ml. Für ausfallende Nummern infolge Streits ooer elementarer Ereigniste kein Ersatz. — Verlag von Dr. T. Hitzeroth. — Druck der Univ..8uchdruckerei von Job. Äug. Koch, Markt 21.23 — Fernsprecher 55. Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
Verbrauchssteuern.
folgt der Gesetzentwurf betr. die Erhöhung ein» Verbrauchssteuern (Leuchtmittel- und ßüttbhN’rfr.- Bftr- und Mineralwasserstcuer, Tabaksteuer). Die
Pari?, 23. Mürz, lieber die heutige Vormil- tagSsttzung der drei Außenminister ist folgender offizieller Bericht veröffentlicht korben: Die drei Minister haben die militärischen Sachverständigen beauftragt, unter Leitung von Marschall Fock auf Grund der von dem militärischen Oberkommando in Konstantinopel bereits vorbereiteten Pläne die Bedingungen für die friedliche Räumung Kleinasiens zu prüfen, die von der Annahme der übrigen, noch der Beratung unterliegenden allgemeinen Regelung abhängig ist.
London, 23. März. Tie Blätter berichten ein- ichend über die Bestürzung, die der Beschluß deS Ent- .chädigungsausfchufses in Berlin hervorgerufen hab«. Der Berliner Berichterstatter der „Times" schreibt: „Die Finanzvorschläge werden von allen Seiten als unmöglich ui’.b das Garantiesystem als mit der Würde eines souveränen Staates unvereinbar bezeichnet." Der Berichter-
Wachs 20 Pfennige.
Stürmische Szenen entwickeln sich, als Abg. Korne« (Komm.) behauptet, die Minderheit werd« vergewaltigt. Er erklärt, man wolle mit dieser Steuer alles verdunkeln, man besteuere das Licht, weil man eS fürchte. (Heiterkeit.)
Nach längerer Geschäftsordnungsaussprache über die Art der Abstimmung wird die Leuchtmittelsteuer angenommen.
Abg. Höllein (Komm.) bezweifelt erneut btt Sfr schlutzfähigkeit des Sauses. D-r Präsident stellt aber fest, daß das Dons beschlußfähig ist. Das Daus beschließt, daß nur noch über ganze Artikel gesprochen werden solle. (Großer anhaltender Lärm bei den Kommunisten, Zurufe: Schamlos. Vergewaltigung, Lumpenpack, Großer, andauernder Lärm.)
Die Zündwarensteuer wird angenommen. C.• folgt dir Biersteuer. Si« beträgt für die ersten 20ÖC Hektoliter 41 Mark für die Derstellung und steigt bis 50 Mark. Die Steuersätze ermäßigen sich für einfaches Bier um die HSlfte und für Schankbier um ein Viertel. Sie erhöhen sich für Starkbier «m die Hälfte. Steuerfrei bleibt der Daustrnnk.
Abg. Me«rhoff (Nnabh.) lehnt bte Sterftatet ab. Er beantragt, die Bestimmung zu streichen, bü dens Brauereibesitzern einen Teil der Steuer zur Verbesserung, ibrer Betriebseinrichtungen geben will.
Nach weiteten heftigen Auseinandersetzungen zwischen d->n Abg. Höll ein (Komm.), Keppler (So».) und Koenen (Komm.), die sich gegenseitig vorwerfen. durch ilr Verhalten im Ausschuß die vierfach« Steuer der Biersteuer erwirkt zu haben, wird die Biersteuer nach oen Ausschußbeschlüssen angenommen. Sie soll mit dem 1. SW tri in Kraft treten.
Die Mineralwassersteuer soll bei de» Minfr rallvasieru selbst auf 10 Pfennig für den Hektoliter erhöht
gen mit den ..
werden den Beamten und Reichscmgestellten die neuen Gehälter am 1. April ausgezahlt. Diejenigen Beamten, die eilten besonderen Anita« stellen, sollen noch im März einen Borschub aus Mc. tttwee Gehälter erhalten.
In einem Aufsatz „Der zweiten Revolution entgegen", führt die .D. TageSztg." aus: .Das Werk der Wirthschen Erfüllungspolitik liegt in Scherben, noch «he es fertig geworden ist. Alles, was unsere Er- füllungLpolttiker in ihrem Wahn von Weltgewissen, Weltvernunft usw. gehofft und geträumt hatten, ist durch die neueste Entscheidung des Wiederherstellungsausschusses mit einer Brutalität vernichtet worden, die auch dem hoffnungsseligsten Schwärmer die Augen öffnen mutz. Auch der michelhafteste deutsche Michel mutz jetzt erkennen, datz unsere Feinde nicht nur die Bedriickung und Knechtung, sondern datz sie daS Verderben des deutschen Volkes wollen. — Die Forderung der Aufbringung von mindestens 60 Milliarden Papiermark noch über die Zwangsanleihe hinaus fei mit dem Ausdruck .Wahnsinn" viel zu milde bezeichnet, aber in diesem Wahnsinn unsrer Feinde stecke sehr viel mehr Methode als in den beliebten .nüch- temen Erwägungen" unsrer Erfüllungspolitiker: er sei die Quittung auf die immer neuen Beteuerungen des deutschen ErMllungswillens. Diese Staatsmänner treffe der Schlag dieser Note im Mark: ihre ganze Politik vedeuie: eine einzige unsagbar leichtsertige und zugleich unsagbar törichte Pflichtverletzung gegen das eigene Volk. Unsere Feinde müßten schließlich fast fo dumm fein tote diese Politik grundsätzlicher Mtchelei, - Wenn sie gegenüber einer fotoen Haltung nickt das Aeutzerste an Erpressung versuchten! Die fachverständi- gen Wirtschaftler unserer Feinde würden vielleicht auch in Frankreich schon heute den Wahnsinn der ge- fielltcit Forderungen erkennen. Aber der Wieberher- ftellungsan^'chntz sei eben eine polittsche Einrichtung, und in it’”T fönen keine Deuifchen." Zum Schluß heißt es: .Daß Deutsckland dieser neuen Sckaudforbe- rung der Feinde endlich das entschlossene Nein entgegensetzt, das längst b5tte gesprochen werben müssen, sollte man für selbstverständlich halten. Wir verlangen eine entsprechende Erklärung der Relcksregierung. Tie rasende Geldentwertung mutz über kurz ober lang zu schwersten inner» Kämpfen führen, zu Kämpfen, bie, wenn die Geldentwertung, wie es leider höchst wahrscheinlich ist. nock zu biretten Nahrungsnöten führt, sehr halb in eine zweite Nevolution aus« münden müßten. Sckon auf der Grundlage der bisherigen Ausschöpfung unserer Wirtschaft wird eine solche zweite Revolution nur sehr schwer m verhüten fein. Gingen to’.r nock weiter auf dem Nnh-cklswege der Erfüllnnaspolitik, dann würde sie unabwendbar. Und gegen sie würde die Novemberrevolution ein harmloser Bubenstreich fein."
Die »Nationalliberale Korrespondenz" schreibt u. a.: Finanziell und wirtschaftlich sind die Forderungen ebenso undurchführbar wie bie des Londoner Ultimatums. Man verlangt von uns gleichzeitig die Leistung von Goldzablungen, die unerfchwinglick sind, und die Bezahlung von Sachleistungen in Papiermark in Niesentzöhe daneben weitere Erhöhung unserer
fbuer. ------ — ----------------
Leuchtmittelsiener beträgt bis 15 Watt bei Kvhlenfabctt- lampen für das Stück 20 Pfg. und steigt bis zu 2 Maik. Bei Meiallfadenlampen verdoppelt sich die Stenet. Die Zündwarensteuer beträgt für die Schachtel mit weniger als 30 Stück 4 Pfennig, für größere Schachteln 6 Pfennige, für Zündkerzchen an- Stearin oder
Washington, 23. März. In der Note, in der Hughes den verbündeten Regierungen die Ansichten der Vereinigten Staaten über bie Forderung der Bezahlung der Kosten für die Belassung des amerikanischen Heeres am Rhein mitteilt, sagt er, er glaube nicht, daß die Verbündeten irgendwie geneigt wären, das Reckt der Vereinigten Staaten in Frage zu ziehen, von Deutschland auf gleichem Fuße mit ihnen Kompensationszahlungen yi erhalten. Nichtsdestoweniger halte er es für angebracht, die Lage der Vereinigten Staaten klarznstellen. Nach den Rechnungen der Verbündeten schienen sich die Gesamtausgaben für alle Besatzungsheere vom 11. No- oember 1918 bis 21. März 1921 auf 8 639 282000 Goldmark zu belaufen. Der Belgien, Frankreich und Italien geschuldete Betrag sei voll bezahlt worden, hauptsächlich durch bie Ueberlieferung von Besitztümern. Ter noch nicht bezahlte Rest der bis 1. März 1921 entstandenen Kosten belaufe sich aus 1860 090000 Gold- me.rf, die den Vereinigten Staaten und Großbritannien geschuldet würden. Tie Grundlage der amerikanischen Änsprüche ftnbe sich in dem Waffenstillstandsabkommen, das die Vereinigten Staaten unterzeichnet hätten ttnb da? die Besetzung Deutschlands durch die Streitkräfte der Verbündeten und Amerikas gemeinsam vorfehe. Dieses Abkommen sehe vor, daß der Unterhalt für die rheinischen Besatzungstruppen der deutschen Regierung zur Last falle. -ES sei die Ansicht der amerikanischen Regierung, das Waffenstillftandsabkommen habe di« klare Bedeutung, daß die Mächte, die sich zu dem gemeinsamen Unternehmen zusammengetan hätten, bezügllch der Be» Kosten ihrer Besatzungsarmeen auf dem
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Annahme der Sohlen- und Verbrauchssteuer,
19 4. Sitzung vom23. März.
Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des KohlenstruergesetzeS.
(Die Regierung wlll die bisherige Kohlen steuer von 20 Prozent verdoppeln. Der Ausschuß hat dem zugestimmt. Die Deutschnationalen beantragen 80 Prozent. Die Unabhängigen wollen HauSbrandkohlrn für Personen mit einem Jahreseinkommen unter 60000 Mark steuerfrei lassen.
Staatssekretär Zapf erllärt H' Bereitwilligkeit bet Negierung, in einzelnen Fällen bestimmten Industrien bet besonderen wirtschaftlichen Bedürfnissen Steuerfreiheit für Kohlen zu gewähren.
Abg. Leopold (Deutschn.) «mpsiehlt den Antrag seiner Partei, da eine Annährung der Kohlenpreise an ?en Weltmarktpreis erst möglich fei, wenn fick die deutsche Wirtschaft befestigt hab«. Ein« Verbilligung des Hausbrandes für die ärmere Bevölkerung sei Praktisch Leiber nicht durchführbar.
Abg. Meer Hof (Unabh.) tritt für den Antrag s-in-r Freunde ein und fordert die Verbraucher auf, gegen die Preisdiktatur brr Kohlenzechen mobil zu machen.
Abg. Fröhlich (Komm.) bekämpft die ganze Vor- laae. die bett breiten Massen neue Lasten auserlege, während die Industrie unerhörte Gewinne einheimse.
Abg. Löffler (Soz.) stellt fest, daß die außenpolitische Lage leider die Erhöhung der Kohlensteuer aus 40 Prozent unvermeidlich mache. Auch bie Verbilligung des Hausbrand? sei wegen der daraus für die Koblenlieferunaen an Fran'reich entstehenden Folgen nickt durchführbar. < '
Abg Lind (Dru'schn.t verweist auf die schiLltchen Wftkungen, welche die Erhöhung der Kohlensteuer auf i.te Erzeugung der künstlichen Düngemittel anSüben wird.
Aög. I m b u s ch (Z.) betont, daß unS die Erhöhung der Kohlensteuer gegen unseren Willen aufgezwun- gen werde. Daher sollten wir uns hier nicht herurn- scklagen, sondern uns gemeinsam gegen die wirklichen Ursachen unserer Not wenden.
Abg Gras Kanitz (Deutschn.) fordert eine «nt» schließung, daß die Regierung binnen wenigen Monaten einen Gesetzentwurf zur Unterstützung deS schwer leidenden ostelbischen Wirtschaftslebens vorlegen möge.
Nachdem Abg. Koenen (Komm.) bie gegen dm Steuerfreiheit für den Hausbrand geäußerten Bedenken als eine Ausrede bezeichnet hatte, wird die Vorlage nach den AuSschußanträgen angenommen, mit der Aende- ritng, daß die SteuererhShttng ab 1. April in Kraft treten soll. Angenommen wird auch die Entschließung zur Unterstützung Ostpreußens. Alle Übrigen Abänderungsanträge werden abgelehnt.
Während den Abstimmungen kommt es zu Lärm- firnen, als die Abgeordneten Fröhlich und Hölle in (Komm.) iwch nach geschlossener Aussprache das Wort verlangten und namentlich der letztgenannt« Abgeordnete die Wortverweigerung mit lauten Verwünschungen gegen den Präsidenten und die Mehrheit beantwortete. Er wird deswegen zweimal zur Ordnung gerufen.
Steuern, Ausgleich des Reickshausbalts und Verminderung des Notenumlaufs! Der Politiker ober Wirtschaftler, der dieses Kunststück fertig bringt, muß erst noch geboren toerden. Er würde mit einem Schlage alle Preise einhetmsen können, die für bie Lösung der unmöglichen Ausgabe, bie Quabratur des Zirkels zu finden, ausgesetzt sind. Wenn man sich mit den rein finanziellen und wirtschaftlichen Folgerungen abfinben könnte in der Annahme, daß die wettere ErkennMis der wirklichen Sachlage fortschreiten und daß sich die Fordentngen von selbst auf ein erttägliches Matz herunterschrauben würden, fo ist es ein ander Ding mit den politifcken Forderungen. Di« Ein- m i f ch u n g in die iunerpolitischen Verbältnisse Deutschlands, den Eingriff in untere gesamte Verwaltung und die Einsetzung einer poliiisck-finanziellen Vormundschaft kann sich keine deutsche Regierung gefallen lassen — nickt einmal die der Herren Wirth und Ratbcuaui Anaestchts dieses Ergebnisse aber dürfte doch wohl diesen beiden Herren und ihrer Gefolgschaft die Erkenntnis aufdämmern. daß die Erküllungspolitik bis zur Grenze der Möglichkeit fürchterlich bankerott gemacht hat. Lei, her muß das deutsche Volk die Fo'oei einer fof*en Politik auf sich nehmen, die sich mit zwingender Notwendigkeit ztutäckst aus der Unierzeichnutig des Londoner Ultimatums und letzten Endes aus der Unterzeichnung deS Friebensvertrages von Versailles ergeben mußte. Nun stehen wir vor einem der schwersten Äuaenblicke in unserer Geschickte. Da beißt cs, alle Kraft und alle Besonnenheit zusammennehmen, um bie Lösung zu finden, die uns vielleicht aus dem Wirr faal noch hinonsführt. Aber mit der Erfüllungspolitik muß nun endlich einmal und gründlich ein Ende gemacht werden.
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Der nW zu WtigeM FeMim.
Berlin, 23. März. Im NeickSrat wurde ein Nachtrayshaushalt für 1922 eingebracht. Danach würben 202,9 Milliarden ungedeckt bleiben. Der Reichstag soll nun «ine Zwangsanleih« von 1 Milliarde Goldruar" beschließen, was 70 Milliarden Pavier- mark ergäbe. Es würden auch bann noch 132,9 Milliarden ungedeckt bleiben. Wäre es möglich, für 1922 noch weitere Stenern im Betrage von 60 Milliarden au? dem deutschen Belke herauszttholen, würde auch das nicht auSreichen, die Ausgaben voll zu decken. Es würden i m m r r n o ch 72,9 Milliarden ungedeckt zu bleiben.
Snxeigenpiei« beträgt für die 9 aejp. Zeile ober deren Kaum 60 Psg. litt den Millimeter amtliche und ousroärtiae 80 Psg. Ander« Spaltenbreiten nach entsprechen der Berechnung. Spät einlauf«nie oder den Raum Über Seit, einnehmend« An- reiaen sind wir beterbfiit, nach der Teztivaltenbreit« zu setzen und ,u berechnen. Sogen Reklamen berechnen wir die Tel.-Zeile mit 6.00 Bit Feber Rabatt gilt als S5a"rabatt Bei Auskunft durch die GesLSstsstelle und Vermittlung der Angebote 1 Mt Sonberqebühr.
startrr fährt fort, bie bedachtsamen Leute, mit denen er in Berlin gesprochen habe, hofften, baß der Entschädi- ; anugsausschuß die letzte Note nicht als ein Ultimatum, sondern als Grundlage für weitere Erörterungen an- ' ehen werde. Unter Hinweis darauf, baß in parlamentarischen Kreisen bereits von ber Aussicht einer Regierungskrise gesprochen werde, schreibt der Korrespon- ' brat, die Leute, bie bie Lage unabhängig betrachten, hofften ernstlich, daß es nicht dazu kommen werde. Bei allen Schwächen und Mängeln biete, die augenblrckllche Koalition noch immer bie größte Aussicht auf Stabilität.
Der aufsehenerregende Sturz der Mar! und bie Meldung, daß die deutsche Regierung beabsichtige zu rückzutreten, finden in der Presse große Beachtung. Es wird hervorgehoben, daß die Bedingungen in Berlin vollkommen unannehmbar ang'sehen werden und daß die deutschen politischen Führer der Befürchtung Ausdruck geben, daß die EntschSdigungSsrag? zum politischen Chaos führe.
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Hm hje MMnnng btt MtkMtM.
Internationaler Vertrag mit der RSleregierung?
London, 23. Mörz. „Pall Mall and Globe" erfahren, daß auf der Zusammenkunft ber Sachverständigen vom 21. Mürz in London die Frage ber Grundsätze eines allgemeinen internationalen Vertrages mit der Sowjetregierung sorgfältig erwogen und erörtert worden sei. Nach Mitteilung von maßgebendster Stelle scheine angenommen zu werden, baß ein allgemeiner Vermag dieser Art von den Bevollmächtigten in Genua angenommen werben würde. Außerdem bestehe starke Wahrscheinlichkeit, baß S o nd er v e 11r a ac mit Rußland geschlossen werden von Großbritanmen, Italien und vielleicht auch Belgien. Der allgemeine Vertrag werde die Wirkung haben, daß bie Sowjetregierung als bc jure-Regierung anerkannt würde. Außerdem werden in dem Vertrag auch die Bedingungen vorgeschlagen werden, unter denen der internationale Handel mit Rußland auf einer befriedigenden Grundlage wieder ausgenommen werden könne.
Wechsel in der amerikanischen Polittk gegenüber Rußland?
London, 23. März. Der Washingtoner Berichterstatter der „Times" meldet, daß die Anwesenheit des vormaligen Gouverneurs von Jndiania, James Goodrich in Rußland als Vertreter der Hilssorga- mfation gegen die Hungersnot benutzt werde, um einen Bericht über bie politische Lage in Rußland zu erhalten. Goodrich sei vor einigen Wochen mit einem Bericht nach Washington zurückgekebrt. Der „Times"- Korresponbent erfährt aus guter Quelle, daß Goodrich in feinem Bericht der Ansicht Ausdruck gibt, daß eine Schwächung be;w. der Sturz der Sowjetregierung in absehbarer Zeit nickt wahrscheinlich fei, daß jedoch bie Bolschewisten überzeugt feien, datz einige Konzessionen In der Richtung des Kapitalismus nöttg feien. Ter Bericht Goodrichs habe einen tiefen Eindruck gemacht, und der Ton gegenüber Rußland habe sich sofort geändert. Goodrich befände stck augenblicklich in Loudon oder auf dem Wege nach Rußland. Die Ankunft Goodrichs in Moskau werde noch rechtzeitig vor der Konferenz von Genna erfolgen. Er hoffe, dort mit Lenin zusammenzukommen. Er werde Anfang Mai in Genna zurückerwart-t. Nack Ansicht des ,TimeS"-Korrefvondenten ist ein Wechsel in ber amerikanischen Politik gegenüber Rußland möglich, wenn Goodrich Versickerungen mitbringt, daß Sckritte getan werben ober getan worben sind, die den Bedingungen der seinerzeitigen Note an Litwinow nachkommen. Es bestehen somit Anzeichen, datz ein solcher Wechsel in der amerikanischen Politik beschleunigt werde, wenn die Entwickelung in Genua derart ist. datz sie im amerikanischen Interesse wünschenswert ist. ES werbe ein Druck auf die amerikanifcke Regierung ausgeübt werden, ein Handelsabkommen mit Rußland abzufchließen.
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W Scknlrvchttnz.
WassenstillstandSvorfchlag an Griechenland und die Türkei.
Paris, 23. Marz. Zu den Beratungen bet Orientkonferenz meldet der diplomatische Havas-Mit- arbeiier: Die Bedingungen des Basienstillstandsvor» scklages an Griechenland und der Türkei wurden von Curzon formuliert. In Paris habe man den Eindruck, daß die Zustimmung bet Athener Regierung nicht zweifelhaft sei.
W Mm AmMs.
London, 23. März. Der Washingtoner Berichterstatter der „Times" schreibt, die amerikanisch« Rft giernngskreise seien ernstlich beunruhigt über btc gemeldeten Vereinbarungen des Entschädigungsausschusses Über die deutschen Zahlungen und die Kontrolle die der Ausschuß in Deutschland auszuüben beabsichtige. Es bestehe Unruhe wegen der Stellung Ameri- kas gegenüber Derttfchland. Man sei der Nufsafiung, daß der Ausschuß in Deutschland «ine weitreichende Kontrolle errichten wolle und die Art, in der die letzte amerikanische Forderung zur Bezahlung der Ausgaben für die militärische B^stzung ausgenommen wurde, werde als ein« Andeutung der Art und Weise angesehen, in der diese Konrolle wahrscheinlich ausgeübt werben wird, um die amerikanischen Interessen zu beeinträchtigen.
Die Note über die Bezahlung der BesatzungSlosten.
i Mm in Mn.
Regierungserklärung am Dienstag.
Berlin, 23. Mörz. Heute Vormittag fand tu frr Reichskanzlei eine Besprechung über de Note statt, Mt der außer dem Reichskanzler der Minister des äußeren, ber Reichsfinanzminister, der Reichsschatz» tatniffer, der Rcichswirtschastsminister und der Reichs- Arbeitsminister teilnahmen. Staatssekretär Fi'cher, der Borsitzende der deutschen Kriegslastenkommission er- Drttete Bericht Über seine Eindrücke in Paris und Über 'ne Rote. weitere Prüfung erfolgt durch die Ressorts. Die auf Nachmittag anbcraumte Kabinetts- fitzting wird <ntf morgen verlegt.
Nachmittag? fanden int Reichstage Besprechungen Pvischen dem Reichskanzler und den ReichStagsfrak- twneit statt. Der Kanzler gab davon Kenntnis, daß die Reichsregierung erst nach Uebergabc des vollständigen amtlichen Textes der Note in der Lage sei, dazu Stillung zu nehmen und sich im Reichstag verant- tvorttich zu äußern. Alle Fraktionen waren darin einig, daß sie selbst an der Hand des amtlichen Textes, den ihnen die Regierung so schnell wie möglich zugehen lassen wird, in eine genaue Prüfitng der aufgeworfenen Fragen ein treten müßten und daß es deshalb wünschenswert sei, die Note im Parlament erst Hann zu behandeln, wenn die Regierung eine ab» fließende Erklärung abgeben könne. Der Reichskanzler sagte dies für die erste Sitzung in der nächsten Woche zu, die für Dienstag in Aussicht genommen ist. Kile ReichstagSfiaktionen erklärten sich damit einverstanden.
Tas „D. T." meldet: Die Reichsregierong hat beschiessen, zunächst einige Nachfragen nach Paris zu richten, um nähere Aufklärungen über ein» feine Punkte der Note zu bekommen.
Berlin, 23. März. Als erste der Fraktionen des Reichstages hat sich die deutschnationale Fraktion viit der durch die Note geschaffenen Lage befchästigt. Zn der Fraktion wurde die einmütig« Stimmung ans- tzedrückt, daß der neuen Note entschlossener Wider» Ü’nnb entgegengesetzt werden müsse.
Der Standpunkt der Industrie.
Berkin, 24. März. Bei den gestrigen Besprechungen mit den Parteiführern hat laut „B. T." ber Reichskanzler drei Vertreter der deutschen Industrie, Geheimrat Bücher, Dr. Sorge und Geheimrat Deutsch, empfangen. Sie legten im einzelnen ein- stehend den Standpunkt der deutschen Industrie bar ünb erklärten, datz die Aufbringung der geforderten 60 Milliarden neuer Steuern unmöglich sei.
WMiches VerkÜndigungsdlatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhefsische) Oberhessen