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Arntitchee VeMndigrmgsblatt des Kreises Marburg
Anzeiger jur (das früher kurheffifche) Obexhessen
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Di« ^Dberbeiftto« Zeitung' erscheint I ediere«! wöchentlich. — V»,»,sr>rei» meeetlidi ebn« Zustellung 10.50 Mk» buttb die Post 13 Mk. Für aurfallenb« Nummern infolge Streits ooer elementarer Ereignisse kein Etiais. — Leriaz von St. C. Hitzerottz. — Druck der Univ.-Buchbruckerei von Job. Aua. Koch, Markt 2L23 — Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frauklurt «_ Stein.
Marburg
Koalas. Den 29. MSrz
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Eine einfache Handelsionferenz?
! P a r i s, 19. März. Das „Echo de Paris" meldet: Die englische Regierung ließ vor einigen Tagen in Paris und Berlin einen Bericht ihrer Sachverständigen über die Genueser Konferenz überreichen. Dieser beschäft'gi sich hinsichtlich Rüglands nur mit dem Problem der russischen Schulden bei Frankreich sowie der Rückerstattung von Kirchen und Kapellen. Der übrige Teil behandelt hauptsächlich die Wiederherstellung der Goldwährung. Man gewinne ans dem Schriftstück den Eindruck, daß man sich in Landon vor allem darauf konzentrieren wolle, Mitteleuropa wiederherzustellen.
Rach dem „Petit Parisicn" beschäftigt sich der englische Bericht, auch mit dem Verkehrsproblem. Rach dem augenblicklichen Stand der Dinge scheine die Genueser Konferenz eine einfache Handels^ konferenz nach Art derer von Barcelona oder Portorosc werden zu wollen.
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Eine neue Note ort die Wcftmiichte.
' Washington, 18. März. Im Senat be» phuldigten die Senatoren Lodgr und Underwood die Verbündeten, datz sie Fragen technischer Art zum Dorwand nähmen, um den Forderungen der Verein. Staaten auszuweichen. Senator Norris erklärte, die Ableh- »ung d--r amerikanischen Forderung stelle einen Mangel an Achtung gegenüber der amerikanischen Regierung dar. Wenn dir Vereinigten Staaten, so erklärte Norris, sich dieser „Verfügung" der Verbündeten unterwerfen sollten, könnten diese ebensogut beschließen, irgendwelche andere Zahlungen abzulehnen. Lodgc antwortete darauf, die amerikanischen Truppen würden so rasch wie möglich aus Eurova zurückgezogen. Er teilte mit, daß Staatssekretär Hughes im Begriffe sei, eine kategorische Note, in der die Vereinigten Staaten vorläufig 241 Millionen Dollars fordern, aber daneben den Gesamtbetrag ihrer Forderungen anfrechterhalten, nach Vari? ab-,«schicken. Senator Bcrah erklärte, das übermäßig große Besahungsheer tn Deutschland sei nicht nur eine Ungerechtigkeit tzegen dieses Land, sondern verhindere den baldige» Wiederaufbau Deutschlands und Europas.
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Eem Oie Mamms SffltffiltnK
I T Protest der sozialdemokratische« Gewerkschaften.
s i' Berlin, 18. März. Der „Vorwärts" veröffentlicht eine Protestkundgebung des Allgemeinen Deutschen zjG-werkschastsbundes und des Allgemeinen freien An- ' itzestel'.tcnbundes gegen die Aussau gungDeutsch- ' 'la nd s. Die Kundgebung nimmt auf die kürzlich von dem „Temps" gemachte Aufstellung Bezug, wo- riach von 11,4 Milliarden Goldmark, die Deutschland bis zum 31. Dez. 1921 geleistet habe, nur 2,8 Milli- acken dem eigentlichen Wiederaufbau in Frankreich zu Gute gekommen sind, während der Rest für andere 'Zwecke, darunter über 4,3 Milliarden allein für die Besetzung und für die interalliierten K 0 m m i s s i - »nrn in Deutschland verbraucht worden sind. Die Kundgebung weiß auf die übermäßig hohen Bezüge der Mitglieder der zahlreichen interalliierten Kommissionen hin, die kürzlich nochmals um eine Teuerungszulage von 3 Prozent erhöht worden sind. Nach dieser Erhöhung bezieht ein französischer General in Deutschland 1886 200 Mark, ein englischer General sogar 3 619500 Mark. Selbst ein einfacher englischer - Soldat bezieht im Jahre 362 620 Mark, also weit »ehr als die höchsten Beamten der deutschen Republik. (Wir wiesen kürzlich nrieber auf diese Blutsauger L Kin. — D. Sch.) Tiefe Riesenbeträge müssen, wie es weiter in der Kundgebung heißt, aus der deutschen Arbeit ausgebracht werden. Die deutschen Gewerkschaften, die stets für die Wiedergutmachung und die Erfüllung eintreten, erheben hiermit öffentliche Klage k Aber dies« Vergeudung des Ertrages deutscher Arbeitskraft und deutschen Arbeit-fleißes. Getrieben von der Not, die in den Familien der Arbeiter und Angestellten in Deutschland herrscht, erheben sie Protest ßrgen diese sinnlose Aussaugung Deutschlands.
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' Hätte das deutsch« Volk 1918 die Waffe» nicht Minuten zu früh an die Wand gestellt", wie der »Vorwärts" einst warnte^ so gäbe es höchstwcchrschein- i stich diese Aussaugung Deutschlands nicht!
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Aus dem besetzten Gebiet.
' Koblenz, 18. März. Tie Rheinlandkommission Hat gegenüber den deutscherseits erhobenen fchwer- sviegenden Bedenken gegen die Einrichtung eines Wili-
tärübungsplatzeS in der Gemeinde Wörsdorf von der Anlage eines solchen Platzes für die Garnison Idstein A b st a n d genmumen.
Koblenz, 19. März. Wir der „Koblenzer Ztg." von zuverlässig« Seite mitgeteilt wird, sind die Verhandlungen wegen Entsagung von Ehrenbreitflein dahin abgcschlsfsen worden, daß die alten Feste vollständig erhalten bleibt.
Wiesbaden, 20. März. Das französische Kriegsgeric^ verurteilte zwei französische Soldaten, die verschiedenen Zivilisten ihre Geldtaschen geraubt hatten, zu Grftngnisstvaßen von einem beztv. vier Jahren.
Paris, 18. Mörz. Nach einer H'avaSmeldung aus Koblenz hat die interalliierte Oberkmnmission in den Rheinland«» endgültig gegen di« Anstellung des Zollbeamten Wagner auS Würzburg und der Lchrrrin Wittig, geboren in Posen, Einspruch erhoben.
In dec Zeit vom 15 2. bis 15. 3. hab« die Kommission die Ausweisung von zchn Personen verfügt, von denen die meisten deutscher Nationalität feien und deren Verhalten als gefährlich für di« Sicherheit der Besatzung»«»ppen erachtet worden sei.
Forderung eiser Bolksoertretung für das Saar» gebiet.
Berlin, 19. März. Nach einer Meldung der „Voss. Zeigt." auS Saarbrücken fordern di« Bertreter aller Parteien mit Ausnahme der Linksradikalen in einer einstimmig angenommenen Entschließung die Regierung» kommission für das Saargebiet auf, nach einer möglichst bald abjuhaltenden Aussprache mit den Führern der politischen Parteien umgehend an die Errichtung ein« Volksvertretung für das Saargebiet heranzugehen. Diese soll nach dem gleichen und ge- Heimen Wahlreäß und den Grundsätzen der Verhältnis- Wahl gewählt werden. Die Parteien fordern für die Volksvertretung volles Mitbestimmung-recht und Immunität der Abgeordneten. - : ,
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Protest des Prooinziallandtags.
Königsberg, 19. März. Gegen die drohende Abschnürung Ostpreußens von der Weichsel, wie sie durch die am 13. März von der interalliierten Grenzfestsetzungskominifsion bestimmte Weichselgrenze einträte, beschloß der Provinziallandtag einstimmig folgende Erklärung: „Der ostpre"ßische Provinziallandtag erhebt schärfsten Einspruch gegen die von der interalliierten Erenzfrstsetzungskommis- sion am 13. März rorgenommene, dem Friedrns- vertrag zuwiderlaufende Festsetzung der Weichselgrenze. Er verlangt, daß die Reichsregierung die Annahme dieser ungerechten Entscheidung ablehnt."
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Sie M$t der Wütet.
Berlin, 18. MSrz. Von zuständiger Seite wird mitgeteilt: Nachdem die Verhandlungen der beteiligten preußischen und Reichsrefsorts über die von den Helgoländern ausgesprochenen Wünsche, die sich hauptsächlich auf das Selbstverwaltungsrecht und mtf steuer- und zollrechtliche Fragen bezogen haben, einen befriedigenden Verlauf genommen haben, fand im preußischen Ministerium des Innern eine Schlußbesprechung aller einschlägigen Fragen unter Beteiligung der preußischen und Reichsressorts mit einer Helgoländer Abordnung statt. Wenn auch nicht alle Wünsche der Helgoländer befriedigt werden tonnten, so hat doch die Aussprache in der großen Mehrzahl der Punkte eine volle Uebercinstimmung ergeben und in «rsreu- licher Weise zur Festigung des Vertrauensverhälnisses zwischen Regierung mid Helgoläm ern beigetragen.
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England.
Die irischen Wirre». ""
London, 17 März. Durch ein« Bombenex- plosion wurden gestern in Belfast eine Person getötet und 12 verwundet. Nach einer weiteren Meldung aus Biliast wurde aus nordirischem Gebiet ein Lastmito erbeutet, in dem sich 7 bewaffnete Sinnf.iner und ein Führer ton Waffen und Muniton sich befanden. Aus Dublin wird gemeldet, daß mehrere maskierte Männer in zwei Krankenhäuser eindrangen und dort 4 in Behandlung befindliche Polizisten niederschofsen. 3 davon sind tot, einer schwer verwundet.
Der englische Feldmarschall Wil so», dem die Regierung von Ulster die Verteidigung ihres Gebietes anvertraut hat, ist in Brlsast eingcrroffe».
Ende des Ausstandes in Südafrika.
Johannesburg, 17. Marz. Die Gewerk- schäften erklärten de« Ausstand für beendet. Ministerpräsident Samts erließ eines Aufruf zur
Unterstützung der durch den Aufstand im Nanogebiet der Geschädigten.
Die Tchrinautano»!« Aegypten«.
London, 17. MSrz. Der diplomatische Berichterstatter deS „Dolly (EtsTmnäe“ schreibt, alle britischen Botschafter und Gesandten des Auslandes seien an- gewiesen worden, die Mächte auf die neue Stellung Aegyptens und die Abschaffung d«S britische« Protek- toratS über Aegypten hinzuweisen und gleichzeitig darauf, daß, soweit besondere Beziehungen Sroßbri- tannienS, die fest 40 Jahren bestehen und von allen Mächten anerkannt wecken seien, in Betracht finten, der status quo beibehalten werden würde, bis Aegypten dies selbst zum Ausdruck bringe durch Abschluß eines gerechten Vertrags mit diesen Ländern.
Kairo, 17. März. Marschall Allenby hat gestern im Sultanspalaß den neuen König von Aegypten seine Glückwünsche ausgesprochen. Di« meisten Skalen in Kairo waren geschlossen. Die Schüler zogen in trt Stadt umher, um -ihre Sympathie für Zaglul Paicha anszudrückeu. Abgesehen von einigen ein» geworsenen Schaufensterscheiben kam es zu keinen Zwischenfällen.
Kairo, 1f*. März. Während der ägyptische König von einer Parade zurückkehrte, fanden Kundgebungen statt. Die Menge bewarf die Polizei mit Steinen. Daraufhin feuerten die Beamten auf die Menge, wodurch mehrere Personen verwundet wurden.
Der neue TtaatssekretSr für Indien.
London, 18. März. Viscount Peel, früheres unionistisches Mitglied des Unterhauses und 1919 bis 1921 Unterftaatssekretär im Kriegsamt, ist als Rachsol- oer von Montagne zum Staatssekretär für Indien er« nennt worden.
Ahmedabad, 18. Mürz. (Reuten) Gandhi O't zu sechs Jahren einfachen Kerker vernrreitt worden.
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Di« ungelösten Fragen.
Genf, 19. März. Die Zulassung der deutschen Sprache in der Provtnzialvertretung aller künftig polnisch werkenden Teile Obsrschlesiens ist gesichert, wie andererseits die polnische Sprache int Provinziallan'itag deutscherseits zugelassen wird. Dagegen bsichäftigt das Problem des Minderheitenschutzes die Konferenz noch infof'rn, als im 12. Unterausschuß, der unter Leitung des Reichs- ministers a. D. Simons sich mit der ne« zu schaffenden zwischenstaatlichen Organisation besaßt, noch keine Einigung erzielt werden konnte darüber, ob die gemischte internationale Kommission, die auch deutscherseits gewünscht wird, für MnckerbeiiSfragen zuständig sein soll, lieber den Starck der Verhandlungen am Beginn der voraussichtlich letzten entscheidenden Berhandlungswoche kann im allgemeinen zusammenfafseick gesagt werden: Alle in den Unterausschüssen 1 bis 9 bearbeiteten Fragen, ansgeiwatmen die Frage bc5 Verkebrs über Kreuzburg, und alle Fragen deS Unterausschusses 11 sind erledigt und führten zur völligen Einigung zwischen beiden Tellen. Daneben sind mir einige, allerdings wichtige Fragen der Unterausschüsse 10 nnb 12 noch ungelöst geblieben. Ob in diesen Fragen der Liguidation und der Zustätckigkeit der gemischten Kommission für Mückerheit.mschutz noch der Derinittelungsaktion und dem ScküedSipruch des Präsidenten der Konferenz nnter- breitet werden müsien, darüber werd«» die allernächsten Tage Aufllärung bringen.
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Sie MhmsW litt SMeMn.
Vor der Hinrichtung unbequemer Kritiker.
Die bolfchewistische Regierung hat 47 Mitglieder der sozialrevolutionären Partei, die in Rußland etwa die Rolle der deutschen Mehrheitssozialisten spielt, vor das Gericht des obersten Revolutions- Tribunals gestellt. Das geschah, um sich unbequemer Warner und Mahner und Kritiker zu -nt[cb:gen. Das Schicksal der Betreffenden ist nach der Praxis dieses bolschewistischen Revolutions-Tribunals nicht zweifelhaft: Sie sind dem Tode geweiht. Die deutsche Arbeiterschaft, die deutschen Gewerkschaften, die Arbeiterschaft aller anderen Länder haben an die Sowjetregierung die Aufforderung gerichtet, d:e Hinrichtung der 47 Sozialrevolutionäre zu unterlassen. Der Führer der englischen Arbeiterpartei, Henderson, fordert dringend die Verschiebung des Gerichtsverfahrens bis zur Zusammenkunft der drei internationale« Lollzugsausfchüffe in Berlin. Das Organ der deutschen Kommunisten, die „Rote Fahne^, bestätigt mit zynischem Hohn die geplante Ermordung der Sozialrevolutionäre. Die Bolsche- wii'ten, die ihre Herrschaft wanken fühlen und die sie besonders durch die neuerdings sich stärker hervorwagende Lufklärungsarbeit der Sozialrevolutionäre noch mehr bedroht sehen, wollen Schluß mit allen Widerstände» dadurch machen, daß sie ihre Gegner einfach himnorden.
$Wen als Sotwäiie.
In den Kreisen der Verbündeten ist man dem Wunsche Frankreichs, die militärische Kontrolle über Deutschland trotz der anerkanntermaßen voL zogenen Entwaffnung noch auf weitere 8 Jahr« z» verlängern, mit kleinen, rein platonifchen <Re» schränkungen entgegengekommen, und wir werden infolgedesien noch auf eine Reihe von Jahren französische Schnüffler in Generals-, Offiziers- und Mannschaftsuniform füttern müsien. Gleichzeitig wird in der französischen Kammer das neue Heeres- gesetz beraten, wonach 640 000 Mann mit allem Gerät und Zubehör, darunter 205 000 Schwarze, dauernd unter den Waffen gehalten werden sollen. Für beide Maßnahmen braucht man Vorwände, und natürlich muß Deutschland sie liefern. Infolgedessen hat die Botschafterkonferenz auf Grund der Berichte von General Rollet eine Reihe von Forderungen an die deutsche Regierung gestellt, die sich insbesondere gegen die Schutzpolizei richten und deren völlige Umformung verlangen. Ls soll in der Welt abermals der Eindruck erweckt werden, als ob Deutschland nicht nur moralisch nieyt abrüsie, sondern auch durch alle mögliche» Machenschaften sich auf den Rachekrieg vorbereite. Die Verfasser diesre Rote werden selbst schwerlich ernsthaft an das glauben, was sie behaupten. Denn wie weit. Deutschlands Entwaffnung und Wehrlosigkeit gediehen ist, weiß jedes Kind. Deshalb wirken die Leute Frankreichs, die immer wieder .'.i befo-gt fein sollender Miene von der „deutschen Gefahr^ und deutschen Rüstungen reden, als komische Figuren. So der Krieg7ininister Maginot, über dessen Phantasien wir ausführlich berichteten. Ihn hat sein Vorgänger, L.'sö-vre, aber noch überboten, der gern' die zweijährige Dienstzeit beibehaltcn sähe, weil die Vasallen Frankreichs, Tschechen, Süd- slawsn. Polen und Rumänen, angeblich noch nicht über eine genügende Rüstung verfügen,- um die von Deutschland „noch immer drohende Gefahr" zu bannen. Gefahr: Es gibt nach Löfi-vre Maschin"n» gewshre mit 2000 Schuß in der Minute, schwere Artillerie könne — im Ausland, Gewehrschlösser heimlich hergestellt werden. Deutschland habe Automobiltransportgesellschaften gegründet, die nur ehemalige Offiziere anstcllen, um sich einen Fuhrpark zu schaffen. Tie „Mobilisierungsbüros" rechneten mit 7 Millionen Mobilisierten. Die alte» Regimenter hätten ihre Mobilisierungsstellen beibehalten, die Kasernen. Jede Kompagnie bet,* Reichswehr „stelle ein Regiment dar", das die i alten Traditionen aufrecht erhalte. Bei dem Ruf- stand in Oberschlesien habe der deutsche General in kürzester Frist mehr als 100 000 Freiwillige zur Verfügung gehabt. Die Reichswehr fei nur ein Chargiertenheer, dessen Mannschaften 'ehemalige Unteroffiziere seien. — Hirnverbrannte Phantasien., aber System. * *
Paris sollte in die Lust gesprengt werden!
Berlin, 18. März. Die Pariser Zeitung »Liberte, bringt eine Auüatzrcihe mit sensationellen Enthüllungen über angebliche Pläne, die der deutsch« Generatstab im Dezember 1914 verfolgt haben soll, mn bei einem Eindringen der deutschen Truppen in Paris die sranzösische Hauptstadt in bie Luft zu sprengen. Der Verfasser Massard, angeblich ehemaliger Ofttzler im Pariser Ueberwachuugdinest, Weitz zu diesem Thema mit grotzer Phantasie schauercr- regende Einzelheiten mitzuteilen. Da seine Ausführungen den Stempel der Erfindung auf der Stirn tragen, ist es kaum nötig, festzustellen, daß selbstverständlich niemals derartige deutsche Absichten beständen. _
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MMg der ArerlMk FrWjghrMesis.
Breslau. 19. März. Tie Breslauer FrükiahrS- messe wurde heute Nachmittag durch einen Festakt im Marmorsaale der Iabrhunderthalle erösinet. Anwesend waren Reichswirtschastsminister Schmidt, der preu- ßische Ministerpräsident Braun. Handelsminister Sie» ring, Reichstag-Präsident Löb« und eine Anzahl Vertreter auslänoifcher Staaten. Der Vorsitzende deS Meß- ansschusscs. Stadtrat Liß, begrüßte im Namen der Meßf- oesellschaft die Gäste nnd sprach den Vertretern der Reichs- unb Staatsbehörden den Dank für ihr Erscheine» aus, das an ersreaiiches Zeichen dafür sei, daß diese Behörden innigere Fühlung mit Schlesien uno Breslau nehmen nwlleu. Er erbat vom Reich und Staat eine Summe von zehn Millionen Mark, um die nötigen Bauten auszuführen, eine Summe, die bestens angelegt sei nicht nur im Interesse Schlesiens, sondern im Interesse des ganzen Vaterlandes Regierungspräsident Jänikr, der Staatskommissar der BrcSIauer Messe, gab einest historischen Ueberblick über die Entwicklung Schlesiens. Diese glänzende Entwickelung der letzten Vorkricaszell erhielt den schwersten Schlag durch den Verlust Ober- schlesiens. das mit Tausenden von Fäden versönlicher und wirtschaftlicher Art mit dem Herzen Schlesiens verbunden war. Ter Schlüssel zur Zukunft Europa- siegt im Oste», unb für bie dorthin Gerichtete gewallte (