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Erstes Blatt

Die Entwrrfsrrungs-Hystevie

rung wrrde sich nach Genua begeben mit der festen Absicht, in enge wirtschaftliche Zusammenarbeit mit allen Staaten zu treten, die sich gegenseitig die Unverletzlichkeit ft'rer Politiken und wirtschaft­lichen Organisation entsprechend Artikel 1 der Be­dingungen von Genua grantieren würden.

Beratung über das Stenerkompron'h.

Berlin, 17. März. Im Reichs'ag-gMude fand heute Nachmittag von 6 bis ^8 Uhr "ine Be­sprechung zwischen dem Reichskanzler, dem Mnister des Auswärtigen Rathenau und sämtlichen Par­teien, die an dem Steuerkompromitz beteiligt sind, patt. Es handelt sich nicht um eine politische Aus­sprache, insbesondere noch nicht um eine Besprech­ung der von der Deutschen Dolkspartei ausgestellten Richtlinien für Sparsamkeit. Die Verhandlungen darüber haben entgegen anderslautenden Mittei­lungen überhaupt noch nicht begonnen.

Deutsche Widerlegung.

Zu der gestrigen Kammerrede des französischen Kriegsministrrs wird von unterrichteter Seite er­klärt:

Wenn in dem angegebenen Zusammenhalt der früheren deutschen Soldaten auf Grund der gemein- iam geleisteten Waffendienste erne Gefahr erblickt wird, so ist dem entgegen zu halten, daß die über­wältigende Mebrheit dieser Soldaten in Gewerk­schaften organisiert ist, deren Haltung gegenüber allen militärischen Fragen für jeden Kenner der Verhältnisse alles andere als eine Gefahr für den Frieden darstellt. Deutschland bietet, wie jeder ehrliche Beobachter unserer Verhältnisse weiß, ein so vollkommenes Bild der allgemeinen Abneigung

DieCbeibelfiidie Seite«erlAeint ledbsmal wöchentlich. Se$ug*ptei* monatlich ohne Zustellung 10.50 Mk, Putck die Post 13 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streite ooer elementarer Ereignisse kein Erlag. Verlag von Dr. C-Hitzetotd. Druck der llniv.»Buchdrulkerei von Jod. ® ua. Koch, Markt 21 23 Retniptetber 55, Postscheckkonto: Rr. 5015 Ami Frankfurt a. Mai».

Sie tollte MmM.

Bisher 248 Millionen Coldmark gezahlt.

Berlin, 17. März. Wie dieDeutsche Allg. Ztg." erfährt, ist die morgen fällige Tekadenzah- lung von 31 Millionen Mark bereits geleistet wer­den. Damit ist die achte Zahlung erfolgt. Der Ge­samtbetrag der bisherigen Dekadenzahlungen be­läuft sich auf 248 Millionen Eoldmark und über­sch r e i t e t den in Cannes in Aussicht genommenen Betrag der Barzahlungen von 720 Millionen Eold- rnark jährlich wesentlich, denn diese Dekadenzahlun­gen werden für das ganze Jahr rund 1100 Milli­onen ausmachen. Wie das Blatt weiter bemerkt, haben die bisherigen Dskadrnzahlungen ein schnel­les und für das ganze Wirtschaftsleben Deutsch­lands katastrophales Sinken der Mark zur Folge gehabt.

Die Ergebnisie der Londoner Konferenz.

London, 17. März. Reuter erfahrt, datz die Konferenz der verbündeten Finanzminister und Fi- nanzsachve'ständigen in Paris wichtige Ergebnisse erzielt habe. Tie in Cannes gemachten Vorschläge seien so gut wie bestätigt worden. Der Betrag der Zahlungen in bar und in Waren, den Deutschland im Jahre 1922 zu leisten habe, sei festgesetzt worden. Auch die Verteilung des Geldes, das bereits von Deutschland gezahlt wurde, unter die Verbündeten sei festgesetzt worden. Tie Fragen betreffend die Zahlungen durch Deutschland während der Jahre 1921 und 1922 seien eingehend durchgesprochen wor­den. Tas erste interalliierte Uebereinkommen über die Entschädigungen und ihre Verteilung seit der Konferenz von Spaa im Jare 1920 sei damit er­reicht worden.

Die Verhandlungen des Entschöd'o mgsaus- schusies über die Antwort auf die deutsche Note sind auf Montag vertagt worden. Man erwartet, dasi am Montag eine Entscheidung getroffen werden kann.

Die Frage einer internationalen Anleihe für Deutschland.

Paris, 17. März. Im Entschädigungsaus- schutz ist von dem englischen Delegierten Sir John Bradbury nunmehr offiziell der Antrag gestellt worden, einen technischen Ausschuß, in dem außer den neutralen Staaten auch Deutschland offiziell vertreten sein sott, c'nzusetzen, der die Fe ege der Auflegung einer d c u t s ch e n A n l e i h e auf dem Internationalen Geldmarkt prüfen soll. Der Tnt- schädigungsausschutz hat diesen Antrag mit dem Er­suchen um Meinungsäußerung an die verbündeten Regierungen weitergeleitet.

Heues deutsch-französisches Sachlieferungsabkommen.

Paris, 17. März. Frankreich hat sich mit der deutschen Regierung in Verbindung gesetzt zwecks neuer Verhandlungen über Sachlieferungrn. Tie Verhandlungen haben zu einem Abkommen geführt, das Frunckreich nach wie vor die Vorteile des Wies­badener Abkommens sichert, aber das im Bemel- mansabkommen vorgesehene Verfahren auf Ver­gebung und Ausführung der Bestellungen sowie au: die Preisbestimmung auf Frankreich ausdehnt.

rohre entdeckt wurden. Dieser Fall war der ein-1 zige größere feit vielen Monaten, auch er war von I keiner militärischen Bedeutung. Die Rohre waren I größtenteils unfertig. Es ist absolut sicher fest-1 gestellt, daß ihre Verheimlichung zu dem Zweck einer späteren Bearbeitung als Rohstoffe in der I fraglichen Fabrik diente. Die Kontrollkommission sorgte dafür, daß die früheren Kriegswerkstätten die Fabrikation nicht wieder aufnehmen können. Dir dafür geeigneten Maschinen find zerstört und unbenutzbar. Die Frage der Eisenbahngeleise im Schwarzwald wurde so oft schon in ihrer wirtschaft­lichen Bedeutung klargelegt, daß es unverständlich ist, wie auf dies- Sache wieder zurückgegriffen wer­den kann. Was die Zahl der Offiziere der Reichs­wehr anlangt, so entspricht sie durchaus dem Frie- drnsvertrag. Die Organisation des Heeres von 1914 ist völlig zerschlagen. Die Listen und sonstigen Unterlagen sind zum größten Teil ver­nichtet. Soweit noch Listen vorhanden sein sollten, | sind sie völlig wertlos, da sie seit dm Kriege, nicht fortgeführt wurden und nicht in irgendwelche Archive verpackt sind. Daß die Schutzpolizei nicht militärisch organisiert ist, hat die Negierung in ihrer Rote an General Rollet daraelcgt. Die Po­lizei hat völlig selbständige Instruktionen, die ihrer Ausbildung zu Polizeizwecken dienen. Ihr Effektiv­bestand beträgt insgesamt einschließlich der Ver- waltvngs- und Kriminalpolizei 150 000 Kopse. Da­von ist nur ein Teil eigentlich Schutzpolizei. Ueber die Stärke der Schutzpolizei ist die Kontrollkommis­sion listeninäß'g genau unterrichtet; sie ist etats­mäßig auf 90 500 Köpfe vorgesehen. Dieser Soll­bestand ist jedoch nicht annähernd erreicht, da das Rerchsministerium des Innern die Einstellung in den Polizeidienst vorläuf'g gesperrt hat. Die Behauptungen des französischen Kriegsministers, wie sie der Presse wiedergegrben sind, entbehren jeder Begründung. Siehe 2. Blatt.

Marburg Sonnabend, den 18. Marr 8e*png«

Skullte Miln.

18 9. Sitzung vom 17. März.

DaS Haus ist bei Eröffnung der Sitzung fast leer. Zu­nächst werden kleine Anfragen erledigt, darunter eine Anfrage über die sich häufenden Bandenüber­fälle aus Banken und Geschäftshäuser in Oberschlesim. Die Regierung läßt erklären, daß sie um aenaaere Unter­lagen bitten müsse. Selbst werde sie kaum etwas unter- nehmen können, da e» ihr in Oberschlesien an der Reste- runoseemalt feble. Die birherigen Borstettangen bei der interalliierten Kommission seien rrkolglos ge- b lieben.

Auf eine Anfrage der Kommunisten wegen Maß­nahmen gegen die Rot der Kleinrentner erllärt Vie Regierung, daß alle Einzelländer mit einer Ausnahme die Zuschüsse bereits erhalten hätten, sodaß der Notlage nun« mehr begegnet werden könne.

Tann wird auf Antrag de- Abg. Dr. Becker-Hessen (D. Bpt.' der Uebergang zur Weiterberatung der Steuf - gesetze, da kein zuständiger Regierungsvertreter anwesend sei. auf eine neue Stzung tun 2 Uhr zu vertagen, mit 12 gegen neun Stimmen angenommen.

Kur, nach 2 Uhr wird die unterbrochene Sitzung wieder ausgenommen. DaS HauS ist setzt aut besucht und setzt die Beratung über daS Mantelgesetz der

Steuervorlagen,

d. h die Zusammenfassung der einzelnen Steuergesetze tmb der ZwanaSanleihe, fort

Abg. Dr. Becker-Hessen (D. BM: Trotz der guten EinleitnngSrede bei Finanzministers würde es der Würde des Haules »nd der Sache besser entsprochen haben, wenn der Reichskanzler selber daS Wort genommen hätte.

das In- und Ausland hätte daS erheblich zur Kläning über die Berbältnisse Deutschlands beigetragen, bei der ursprünglichen Vorlage war ein Gleichgewicht zwischen direkten und indirekten Steuern vorhanden. Di-se Verhältnisse seien inzwischen durch die Zwangsanleihe wesentlich verschoben worden. Der RÄmer wendet sich gegen die Ausführungen Bernsteins über die Erfassung der Sachwerte und wirft ihm sträfliche Fahrlässig­keit vor, well er sich im Ausschuß nicht genügend Anf- fläningen darüber verschaffte, daß in Deutschland tat­sächlich daS Vermögen mindestens ebensosehr belastet sei als im Auslände. Daß wir über das Kompromiß nicht besonders erfreut sein können, ist nicht verwunderlich. Boll befriedigt wird bei einem Vergleich niemand. Es ist uns aber bei dem Kompromiß gelungen, die Frage der I Wcrtbemessung in unserem Sinne zu mildern und zn regeln. Davon kann keine Rede fein, daß die Deutsch- I nationalen in die Ecke gestellt seien. Dr. Helsferichl I hat gesagt, die neuen Steuern überstiegen das für die Wirtschaft erträgliche Maß. Ich habe aber nicht gehört, 1 welche Steuern er durchaus ablehnen wird. Er hat I sich zu allen Steuern bereit erllärt. Anstoß hat er nur I an der Zwangsanleihe genommen. Zu einer Gesundung unserer Finanzen können wir nut kommen, wenn unsere I Reparationslaste» gemildert werde». Diese I Steuern sollen aber nur den Zwecken deS inneren Haus- I Halts dienen. Wenn uns vorgeworfen wird, wir feicX I von der Unentbehrlichkell der Sozialdemokratie überzeugt, I so verweise ich daraus, daß wir seiner Zell die bürgerliche I R-ichsregierung, das Kabinett Stegerwald in Preußen und I auch die bayerische Regierung unterstützt haben. Aber I wir wollen nicht mit dem Kopse durch die Wand, wir wellen praktisch mitarbeiten, ohne unsere Stellung als

I Oppositionspartei aufzugeben. Die

Revision deS Friedensvertrages j I muß kommen. Wir dürfen sie aber nicht dadurch erschwe­ren. daß wir nach außen hin den Anschein erwecken, als I seien wir nicht guten Willen-. Ordnung zu schassen. I Uebrigens hat Herr Dr. Helsferich keinerlei Vorschläge gemacht, tote er sich die Sanierung unserer Finanzen denkt. Wir haben einen erträglichen Ausbau der Ver- I möaenssteuer erreicht. Die Tarife sind wesentlich ab- I geschwächt. Wir haben erreicht, daß die Nachkriegsge- I winnsteuer beseitigt und die Körperschastssteuer vernünftig I ausgebaut ist. Die Umsatzsteuer ist erträglich gestaltet I worden, und die vom Mittelstand gefolgerte Aushebung der Freiheit der Genossenschaften wurde beseitigt Dazu I haben wir erreicht, daß die sparsamste Verwaltung I dntiitt. Die Regierung hat erllärt, daß sie mit unserer I Denkschrift einverstanden ist und daß sie diese zur Richtlinie ihrer künfttgeu Politik machen wird. Wenn I per Abg. Bernstein die internationale Arbeiterschaft al» | stärksten Rückhalt bezeichnet, so sind wir nicht so vermessen, I irgend welche Unterstützung abzullhnen. So optimistisch und illusionistisch wir Bernstein sind wir aber nicht I Die Schaffung eine» Zusammenschlusses zu gemeinsamer I Arbeit ist für jeden VaterlandSfreund dringendste Aufgabe.

Mir arbeiten daran mit, ohne Rücksicht auf die Stimme I der Straße.

I Abg. Herold (Z.): Alle Parteien haben im Aus- I schuß mitgearbeitet auch die, welche die Vorlage >etzt : I bekämpfen. Manche Verbesserungen sind erreicht worden, I nicht zul.tzt mit Hilfe deS Zentrums. Beim Kompromiß hat jede Partei Opser bringen müssen. Unrichtig ist

I cs, daß der Besitz zu wenig belastet ist. Alle bürgerlichen Parteien sind der Ansicht, daß der Besitz derartig getroffen I wird, daß eine Beeinträchtigung des Wirtschaftsleben, zu befürchten ist. Tie Ansicht, daß die bürgerlichen . I Parteien die Steuern hätten allein machen ^können, ist , irrig Es ist vielmehr ze begrüßen, daß die Soziaidemo-

I trotte sich energisch am Wiederansbau beteiligt. Sie I arbeite: positiv mit, während die Teutschnattonalen die 11 Opposition über die Staatsnotwendigkcit setzen. Will Dr. ' I Helffettch Die Steuern ablehnen und das Vaterland in Iben Abgrund stoßen? DaS Mantelgesetz ist nctroenbt^

D«e Rkchie Ititiiittt nut, aber <4 fetzten feile Vonchtagt«^

Sie Meten] non Sem.

Die Tauer der Konferenz.

London, 17. März. Dem politischen Dericht- yrstatter vonPall Mall and Elobr" zufolge wird erwartet, daß die Genueser Konferenz etwa einen Monat dauern werde. Lloyd George beabsichtige jedoch, am End? der zweiten oder Anfang der drit­ten Woche nach England zurückzukehren.

Eine Note Räte-Rutzlands an PoincarS.

Paris, 17. März. Havas veröffentlicht den Wortlaut eines langen Funkfpruchs des russtchcn Kommissars des Auswärtigen Tschitscherin an de»

I gegen den Krieg und der vollkommenen moralischen Abrüstung wie kaum ein zweites Land der Welt. Wenn diese Stimmung, die nach Beendigung des Krieges ausnahmslos vorherrschte, heute da und dort Widerspruch erfährt, fo ist dafür nichts anderes der Grund, als die dem deutschen Volk dauernd be­reiteten Demsttigungen und Qualen, wofür nicht zuletzt die Kontrollkommissionen mit verantwortlich sind. Zu der immer wieder auf­gewärmten alten Behauptung, es würden noch immer Waffenfunde entdeckt, mutz einmal nach­drücklichst gesagt werden, datz seit dem 1. Oktober 1921 insgesamt überhaupt nur 8 Fälle von Waffen­funden durch die Militärkommission zur Kenntnis der deutschen Regierung gebracht worden sind. Es handelt sich dabei im ganzen um einige hundert : Gewehre, 7 Karabiner, 360 Seitengewehr«, 12 Flammenwerfer und 7 Minenwerfer, also nicht ein­mal um einen irgendwie nennenswerten Bruchteil der Bewaffnung des jetzigen deutschen Heeres. Allerdings kommt noch der Fall Rockstroh hinzu, in dem 150 Mantelrohre und etwa 300 Feldhazbitz-

Ministerpräsidenten Poincarch in dem u. a. aus­geführt wird, auf der Genueser Konferenz mutzten Sieger und Besiegte, große und kleine Staaten, Sowjet- und Bourgeoisie-Regierungen gleichberech­tigt nebeneinander gehen. Leider lasse das Ver­halten der Erotzmächte den Schluß zu, datz ein Teil der eingeladenen Staaten sich bet festgesetzten Ent­scheidung eines Blocks von Großmächten gegenüber­sehen würde. Wenn die Pressemeldungen, wonach dieser Block von Regierungen Vorschläge machen wolle, die mit den Souverän'tätsrechten und der Unabhängigkeit Rußlands unvereinbar seien, zu­träfen, so werde das unvermeidliche Ergebnis der Konferenz ein Fehlschlag sein. Weiter wird in der Rote gegen die Verleumdungskampagne gegen Rußland und gegen die Behauptungen protestiert, die Cowjetregierung wolle die Konferenz nur zur kommunistischen Propaganda benutzen. Die Jnter- esien und Besttzrechte der Ausländer in Rußland seien durch die gegenwärtige Gesetzgebung der Sowjetregierung ausre'chend garantiert, ebenso sei die Freiheit des privaten Handels im Innern Ruß­lands gewährleistet, wenn auch der Staat sich das Monopol des auswärtigen Verkehrs Vorbehalte. In letzterer Beziehung feien jedoch die Teilnahme von privatem Kapital sowie besondere Abmachun­gen ermöglicht. Ferner sei die Bildung von Aktien- gescllschaftcn und Kreditbanken entsprechend der Gesetzgebung aller anderen Länder geregelt. Die Rote schließt mit der Bemerkung, bif Sowjetregie-

61« nm SntMnni Siüds. 1

Die gefährlichen PserdeaushebungsanweifLngen.

B e r l i n, 17. März. Der Vorsitzende der inter­alliierten Milirärkontrollkommiffion, General Rollet, ließ dem Auswärtigen Amte nach­stehende Rote zugehen:

Vor und während des Krieges haben die Zivil­behörden eine gewisse Zahl Urkunden geführt, die die Ausführung von Rekrutierungs- und Mobil­machungshandlungen betrafen, die jetzt durch die militärischen Bestimmungen des Friedensvertrages verboten sind. Es wurde nun der Kontrollkommis- ion angezeigt, datz nicht alle diese Urkunden vernichtet wurden. Ein Teil davon soll sich noch in den Händen der Bürgermeister und anderer ört­licher Behörden befinden. Die Kommission beehrt ich um die Vernichtung der noch übrig geblie­benen Archive zu ersuchen. Diese Vernichtung hat in Gegenwart von Kontrottosfiziercn zu g-schehen, d'e von den beteiligten Verbindungsstellen über die

Ausstände.

Berlin, 18. März, © {fern ist es zu Aus­schreitungen ter ausständigen Müllkutscher ge- komme» In bet Köpenicker Straße stürmten sich un­gefähr 30 AusstSnb-ige auf einen Müllwagen und warfen ihn mit vereinten Kräften um. Dann ergriffen sie bif F'ucht.

Magdeburg, 16. März. DieMagdeburg Ze-tg.« meldet aus Osckimslcbcn: Die h el-g-n Land, arbeitet haben beit Ausstand beschlossen und die Arbeit bereits eingestellt. Auch im Kreise Wanzleben find bie Landarbeiter in den Ausstand getreten.

Nürnberg, 16. März. Rach einer Blättenncl- düng haben bie Siemens-Schuckert-Werke die aus­ständigen Arbeiter aufgeforbert, spätestens zum 20. März die Arbeit wieder aai,»nehmen. Wer der Forde­rung nicht nachkomme, sei fristlos entlassen.

Stuttgart, 17. März. In Württemb rg sind heute bie Arbeiter zahlreicher größerer unb kleinerer Betriebe der Metallinbustrie in den Sind [taub getreten. Ihre Zahl wirb auf 30000 geschätzt. ,

IhueiaerDreis beträgt tüt bie 9 aefp. Zelle ober beten Raum 60 Psg. fit den Milli- meter/amtliine unb austrättlae 80 Pfg. Anbei* Spaltenbreiten nal) enifptetien bet SeteininKL Sv« etnlaufetute ober den Raum übet oelte einnehmende Hn. f'f ® bered)tiat »ach bet Texlipaltenbreite zu sehen unb »n beredmen.

«eßarnet bneänen wir bie CoL-deile mit 6.00 Äk. Zeder Rabatt gilt ate larrabatt Bei Auskunft butd) bie Seiimitsitelle und Bermittlunz bet Änze- bete 1 Mk. Sonderzebüdr.

in dieser Hinsicht getroffenen Maßnahmen zu unter­richten sind. Die Kommission bittet außerdem, ihr in möglichst kurzer Frist die Schritte mitzuteilen, di« die deutsche Regierung in Ausführung dos Artikels 211 des Friedensvertrages ergriff oder zu ergreifen gedenkt, um den vorerwähnten Zivilbehörden die- enigen Tienstgeschafte zu entziehen, die der Frie­densvertrag verbietet.

Es ist möglich, daß Rollet vielleicht die bei den Landratsämtern wohl noch befindlichen Mobilmach-, ungsanweijungen für die Zivilverwaltungsbehör- den bezw. die Mobilmachungsanweisungen für die Gemeindevorsteher, sowie die auf Grund dieser fei­ner Zeit entstandenen Akten im Auge hat, die bis­her wegen ihrer völligen Bedeutungslosig­keit unbeachtet blieben. Sie betreffen nur die Pferdeaushebung und die Gestellung von Vorspann bei Einquartierungen, haben aber mit dem Mann­schaftsersatz unb der Mobilmachung der Mannschaf­ten nicht das Geringste zu tun.

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Stirn Mi«k Sftnt-M

Ärmliches Verkündigungsblatt des Kreises Marbmg.

Anzeiger für (das ftüher kurhessischej Oberhessen