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Eimgmg über das 5teaeüoWrsM
Wiederaufbaues, die zu 'einer Lösung
Paris,
europäischen drängen.
Französische BefiirAung««.
9. März. Der „Temps" schreibt zu dem
auch auf die nächsten Jahre beziehe. Bon italienischer Seite scheine dagegen kein erheblicher Einwand gemacht worden ru sein.
parier beraten. Diese Forderungen verlangen in den wesentlichen Punkten, daß die neubewilligten Mittel nicht dazu verwendet werden, um die Fehl
deutsche Regierung ersuchte während deS Aufenthalts des Schisses In Fredericia die deutschen Passagiere nach Deutschland zurückzukehren, was diese auch getan haben.
eine eventuelle Besprechung der Reaelung der gründ---------- . - .
legenden wirtschaftlichen und finanziellen Fragen des I betrüge der sogen, werbenden Betriebe de? Reiches
Die „OderhessüLe Zeitun -' erscheint lecbsmal wöchentlich. — Rtjugsptei* monatlid) ohne Zustellung 10.50 Mk^ durch di« Poft 13 Ml. Für ausfallend« Rümmer» infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Eriatz. — Verlag von Dr. E. Ht»«r»td. — Druck der Unio^Buchdruckerei von Jod. Sug. Koch, Markt 21,23 — srernsgrecder 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Mai».
insbesondere der Post und Eisenbahn, zu decken und datz insbesondere die Mittel aus der Zwangsanleihe nur dazu verwendet werden sollen, dir im Ausland aus dem Friedensoertrag abzudeckenden
Verbindlichkeiten zu zahlen. Sie verlangen ferner Maßnahmen zur Vereinfachung und Verbilligung der Neichsoerwaltung. Prüfung der Frage der Vereinfachung und wirtschaftlicheren Gestaltung der großen Reichsbetriebe, Stärkung der deutschen Wirtschaft, tunlichster Abbau der Zwang ^wirtschaft, Befragung der wirtschaftl'chen Kreis« und des Parlaments vor dem Abschluß von Abkommen aus dem Friedensvertrag, die große finanzielle und grundsätzliche Bedeutung haben, schließlich den Abbau der Ausgabe von Schatzscheinen im Rahmen des Möglichen. Diesen Grundsätzen traten die Vertreter der übrigen Parteien bei. Der Reichskanzler stellte für die Regierung und zugleich für bje vertretenen Parteien fest, daß diese Forderungen als Richtlinien für die Regierung gelten würden und daß damit dasSteuerkompromitzgesichert sei. Das Mantelgesetz wird nunmehr als gemeinsamer Antrag der beteiligten Parteien alsbald dem Reichstag vorgelegt.
Ein Sparsamkeitsausschutz.
Wie die Blätter melden, erklärte der Reichskanzler in der gestrigen interfraktionellen Besprechung, die zu der Einigung über das Steuerkompro- miß geführt hat, daß er in Erfüllung der volksparteilichen Wünsche nach Sparsamkeitsreformen die Wiedereinsetzung eines Sparsamkeitsausschusses, wie er bereits schon einmal tätig gewesen sei, vorschlagen werde. Ihm könnten auch außerhalb des Parlaments stehende Männer angehören, di« von den Parteien vorgeschlagen würden.
Wie das „Berl. Tagebl." hört, hat der Reichskanzler bereits die einzelnen Parteien ersucht, je ein bis zwei Mitglieder des Ausschusses für die Erörterung von Ersparnismaßnahmen und ferner geeignete wirtschaftliche Sarverständige über die im Reichstag und im Reichswirtschaftsrat vertretenen Persönlichkeiten hinaus namhaft zu machen.
Sie AMeck-AmMiMMkMi.
Berlin, 9. März. General Rollet hat unter dem 27. 2. dem Auswärtigen Amt folgende Mitt.ilung zugehen lassen:
Am 9. 1. wurde eine Ausbildungsvorschrift für die Artillerie genehmigt, die u. a. vorschreibt, daß drr Zwea'der Ausbildung die Vorbereitung für den Krieg ist. Die Kommission siebt in einer solchen Borschrist eine Verletzung de? Artikel? 160 d s Friedensvertrages, in dem ausbedungen iK daß das deutsche Heer nur für die Erhaltung der Ordnung innerhalb des deutschen Gebietes und zur Grenzpolizei bestimmt ist. Die Kommission nimmt Vermerk von dieser Verletzung und fordert nachdrücklich, daß die erwähnte Vorschrift bis zum 20. 3. ausgehoben und ihr bis zum selben Zeitpunkt der amtliche Wortlaut der Aushebungsverfügung mitgetellt wird.
Dazu schreibt die „Germania": Das Reichskabinctt nahm zu den Forderungen noch nicht Stellung. Die Militärkontrollkommissiou nimmt $u Unrecht an, daß die Ausbildungsvorschrift an eine Offensive dachte. Es ist lediglich die Möglichkeit des Devensivkrieges ins Auge gefaßt, an einen Offensivkrieg denkt in Deutschland Irin vernünftiger Mensch.
IMac dtk8srdmiWNkrMWk1el.
Berlin, 9. März. Im Reichstage fand heute eine Besprechung zwischen den Vertretern der Sozialdemokratischen Partei, des Zentrums, der Deutschen Volkspartei, der Demokratischen Partei und der Bayerischen Volkrparlei über die Steuer- gesetzentwllrfe und über die Zwangsanleihe statt. An der Besprechung nahmen der Reichskanzler, der Reichsminister des Aeußern und der Reichsfinanzminister teil. Zwischen den Parteien kam eine Einigung über das sogenannte Mantelgesctz zu den vorliegenden 14 Steuergrsetzentwürfen zustande, insbesondere zu Artikel 1 des Gesetzes, der bestimmt, daß die Mittel für die Kredite, die durch das Reichshauskaltsgesetz des Rechnungsjahres 1922 bereitgestellt sind, nicht für die Verkehrsanstalten bestimmt sind und im Wege emct in Reichsmark nachzuzahlenden in den ersten drei Jahren unverzinslichen Zwangsanleihe in Höh« des Gegenwertes von einer Milliarde Goldmark flüssig zu machen sind. Es wurde eine sibereinstimmeude Forderung der Parteien zum Ausdruck gebracht, daß die Mittel möglichst noch in diesem Haushaltsjahr flüssig gemacht werden sollen.
In eingehender Aussprache wurden dann die in Form einer Denkschrift niederffelcgten Ga- rantieforderungen der Deutschen Volks-
Zwifchenfn« auf der Seele«te-»onfercnz.
Paris, 9. März. Auf der hier iagenden Konferenz der Seeleute hat sich laut Havas ein Zwischenfall ereignet: Der englische Vertreter Havelock Wilson habe dem deutschen Seemann Döring erklärt, bevor er in eine Aussprache eintrete, solle er mitteilen, ob er aus die deutsche Regierung einen Druck ausgeNbt habe, damit Deutschland die Schäden de« U-Bootkrteges ersetze. Döring habe erwidert, in dieser Frage sei die Konferenz nicht zuständig. Wilson tedoch. unterstützt von dem französischen Gewerkschaftler Rivelli. habe auf seinem Standpunkt beharrt, und schließ»«» soll Döring nach HavaS die Erklärung abgegeben haben, er verpflichte sich. Im Namen seiner Mandatare einen Etn- finft auf die deutsche Regierung auszuüben, daß Entschädigungen an die Opfer deS deutschen U-Bootkrieges gewährt werden.
Der Fall der „Rosandra".
Berlin, 9. März. In der Angelegenheit des Schiffes .Rosandra', daS nach Presiemeldungen mit deutschen Offizieren an Bord Flugzeugmatertal einer fremden Macht zusühren sollte, wird von zuständiger Stelle erklärt, datz eS sich um ein italienisches Schiff mit einem italienischen Kapitän und italienischer Besatzung handelt. Das Schifs das im Hafen von Swinemünde lag, war auf Veranlagung ver interalliierten Mtlitärlontrollkommisstou nach Kriegsmaterial durchsucht worden. Es wurde nicht» gefunden. An Bord befanden sich mehrere Passagiere, die deutsch« Offiziere waren, deren Weiterrc"e von der Kommission aber nicht beanstandet wurde, 1 < die Pässe in Ordnung waren. DaS Schiss erhielt die -rlaubnis zum Verlassen des Hafens und fuhr nach C cedcricia. Dort wurde versucht, Flugzeugmaterial in das Schiff ! einzuladen. Dies wurde aber auf Betreiben der englischen Regierung von den dänischen Behörden verhindert. Es handelte sich um deutsche Flugzeuge, die 1 aber bereits seit zwei Jahren üt Dänemark lagen. Die
Entschluß der Bereinigten Staaten, an der Konferenz I von Genua nicht teilzunchmen, die Amerikaner glaubten sich gegenüber' den europäischen Angeleaenbeiiea desinteressieren zu können. Aber wenn ohne die Hilft der Vereinigten Staaten die europäische Prosperität wsidec- hergestellt werde, werde das wahrscheinlich die soziale Lrift in den Vereinigte» Staaten beschleunigen und verschärfen. Der „Temps" stellt die Frage, ob es nach der Weigerung der Vereinigten Staaten jetzt noch einen Sinn habe, die Konferenz von Genua abzuhrlten. Was bedeute die Wiedcranfrichtung Europas ohne dft Hllft her Bereinigten Staaten? Die Verhandlungen von Cannes seien bankerott. Man möge sich baldigst einen besser ausgearbciteten Aktionsplan suchen. — Die „Liberte" schreibt, der Pfeil, den Washington abgeschicki ! habe, werde der Konferenz von Genua eine ernstliche Verletzung beibringen, denn dft Amerikaner würden an ihr nicht nur nicht teilnehmen, sondern and), aus der Ferne kontrollieren, was vor sich gehe, und ihre Son» ' Grelle würde, wie cs scheine, nicht wohlwollend sein. Dft " Vereins ten Staaten ständen bereits für Rußland, aber
auch für China dem Grundsatz der offenen Tür bei. „Journal des TöbatS" schreibt, der Entschluß der Bereinigten Staaten mache de» Bankerott dec Abmachungen zur Gewißheit, die im Dezember in Cheguers «nsgebaut wurden.
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Der Außenminister Dr. R a t h e n a tt hat in seiner Rede im LauptauSschuß dcS Reichstags betont, daß er ssib angelegen srin lassen will, eine möglichst aktiv« Politik zu treiben. Leider ist der Anfang, den er gemacht hat nicht sehr vielversprechend: denn es siebt nicht nach übergroßer Aktivität au8, wenn er seine erste große Rede über die Fragen deS Tages in einem Ausschuß Mrt und auch dort erst auS der Mitte des Ausschusses heran» anlaßt werden muß, z. B. unser Verhältnis zu Rußland zum Gegenstand seiner Ausführungen zu machen.
Wenn man die Auslassungen des Ministers mit bett Tnumphlftdenr vergleicht, die unmittelbar na di der Son» ftrenz von Cannes von allen ihm und der Neichsregie» tung nahestehenden Blättern an gestimmt wurden, fühlt man eine sehr starke Ernüchterung, sogar Enttäu- s ck> u n g heraus. Während noch vor wenigen Wock-n
Genua ungefähr alles Heil erwartet nnd diese Kanftrenz als der Wendepunkt in der euroväischen Gc- > schichte hingestKlt wnrde, hat nunmehr Dr. Rathen an selbst sehr viel Wasser in den brausenden Wein gegossen. Er'weist mit Recht darauf hin. daß man keine sonderlichen Vorteile und keine Bevorzugung für Deutschland -rwarten dürft, wenn es mit 40 anderen Völkern zur Aussprache über daS, was alft gleichmäßig bedrückt, gelangt. Stand daS aber m'cht unmittelbar nach der Konferenz von Cannes ebenso fest wft heute?
Wen» wir- somit von Genua nicht allzu viel zu erwarten haben, wird dft Frage um so brennender. waS eigentlich geschehen kann und soll. Der Minister ?e3 Auswärtigen hat selbst auf die bedenklichen Erscheinungen aufmerksam gemacht, die die zehntägigen Zahlungen von i« 31 Millionen Goldmark hervor- gerufen hoben. Das dauernde Sinken der Mark ist bie unmittelbare und sichtbare Folge davon. Die Reicbs- rcm'erung hat auch in Paris und London zu verstehen gegeben, daß schon die lktzten Zahlungen nut unter große« Schwierigkeiten geleistet werden konnten und daß sft nicht ausrechterbalten werden können. Deutschland hatte ■feine Beresswilligkrit, sich aus diese vorläustge Abmachung rinznlassen, nur in der Voraussetzung kundgetan, daß schon in Cannes eine endgültige Neuregelung des ganzen Schulovcrhältnisses erfolgen würde. Die zehntägigen Zahlungen sollten nur für einen kurzen Zeitraum gelten, sich nicht aber auf Monate erstrecken, wie eS jetzt schon brr Fall'ist. In der Wirkung laufen sie auf genau dasselbe heraus, als wenn große Zahlungen auf einmal zu machen wären.
In diesen Tagen beschäftigen sich die Fjuanzminister der Verbündeten und der Entschädigungsausschuß mit
Die erste« Sitzungen.
jßntts, 19. März Der „Zntranfigeant" glaubt über die Dispositionen für die Konferenz von Genua sagen zu können, die Konferenz werde am 10. April eröffnet werden und am 10., 1L und 12. April Vollsitzungen abhalten. Die nächste Vollsitzung solle dann erst am 18. April stattfinden. Die Zwischenzeit werde durch die Arbeiten der in den ersten Tagen der Beratung eingesetzten Ausschüsse i «regcfüllt werden.
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Die deutsch«, Zahlungen.
Paris, 9. März. Der vom Finanzmintster Frankreichs tu der gestrigen Besprechung der verbündeten Ftnanzminister vorgebrachte Plan sieht folgende Vorschläge vor:
1. Der Wert der Saargrubeu wird nicht auf daS Konto der Entschädigungsleistungen von 1922 gebucht. 2. Die Kosten der Besatzungstruppen werde« in der Landeswährung vereinbart für jede an der Besetzung «eilnchmcnde Armee. 3. In Zukunft sollen zwei besondere Konten für die deutschen Zahlungen ringe« züchtet werden, das eine für die Entschädigungen, das IMtbere für Kosten der Besatzung.
Rach Havas scheint es, als ob sich die Minister chuch mit der Frage der deutschen Zahlungen fät 1922 und mit der Deutschland zu gewährenden Stundung befassen würden. Die englische Auffassung «cheiue tatsächlich zu seitt, datz die deutsche Leistungs- fö^igleit die Voraussetzung für die Verteilung der von Deutschland zu zahlenden Summen unter die Verbündeten sei. Sir Robert Horne scheint der Aus- «rbeitung eines Zahluugsplänes günstig gesinnt zu Mn, der sich nicht nur auf das Jahr 1922, sondern
Marburg
Freitag, den 10. März 2enjt»j.
den deutschen Schuldverpflichtungen, in der Absicht, traenbeine durchführbare Regelung herbeiznsübren. Cb ihnen bas gelingen wird, ist mehr als fraglich, wenn auch in ihren Kreisen langsam die Erkenntnis von der Unhaft- h-irkrit der Forderungen von Versailles vorschrritet. Dr. Rathenau bat seine Ausführungen vor dem Ausschuß wohl auch in der Absicht gemacht, den Herrschaften in Paris beit deutschen Standpunkt noch einmal nahe» znlegen. Wieviel wirkungsvoller wäre aber sein Auftreten im Reichstag selbst vor aller Oessentllchkeit gewesen ! Es wäre bann vielleicht auch mehr zu Bewußtsein der ganzen Welt gekommen, daß auch die Retchs- rcgierung und Dr. Rathenau dft wirtschaftliche Kraft des deutschen Volkes stark überschätzt haben. Auf der Ueberschätzung bei wirtschaftlichen Kraft des beut» scheu BolkeS beruht auch dft Sachleistungsvolitik Dr. RathcnanS, die in ihrer Ausdehnung und llebertreibung genau dieselben katastrophalen Folgen zeitigen muß, wie die über unsere Kraft gehenden Goldzahlungen. Mr bewegen uns eben dauernd in einem Kreise von Nebeln, deren Wurzel im Vertrag von Versailles und in der Annahme des Londoner Ultimatums liegt. Freilich, birienige'n, die in der Unterzeichnung bes ersteren und der Annahme dcS zivriten einen schweren Fehler Iahen und sehen, der nach ihrer Ansicht bedenklicher« Folgen haben w«rd als eine Ablehnung mit der Begrün» billig, daß das Geforderte nicht $n leisten sein wird, sind für Dr Rathenau und seine Freunde „Satafhobben» Politiker". Vielleicht dars man diese darauf Hinweisen, daß die de mo kr a tische Rcichstagssrastion 1919 den Vertrag von Versailles aus denselben Gründen ab gelehnt bat wie die jetzt als „Katastrophenpolitiker" bezeichneten rechtsstehenden Kreise, worüber der demo« • kratische Abgeordnete Gothein im „Achtuhr-Abend- hlatt" schrieb:
„Man hat cs Katastophenpolitik genannt, als wir Demokraten im Juw 1919 verlangten, den Friedensvertrag von Versailles als einen Bruch des im Was- senstillstandsvertrag von Compiegne vereinbarten Vräli- w.tnarfriodens abzulehnen und die Entente aufzn- fordern. dir Regierung selbst zu übernehmen, ixt keine deutsche Regierung imstande sei. diesen Vertrag zu erfüllen . Noch heute bin ich überzeugt, daß jene vor dieser für sie völlig unmöglichen Ausgabe zurückgc- schreckt wäre. Man hat es Kotastropheupo'itik genannt, als weite Kreise des Reichstags das Londoner Ultimatum abkhnien. Ich habe dafür gestimmt, weil üb die letzte Chance, Oberscklesien $u retten, man ans der Hand geben toolltc. Aber ich habe feinen Moment einen Zweifel darüber gelassen, daß seine Annahme zur Katastrophe der Mark führe. Nap heute bin ich davon durchdrungen, daß ErsÜllungS- Politik Ka t a st r op hc npo litik ist...."
Tie Hoffnung, Oberschlesien durch bie Annahme dcS Londoner Ultimatums zu retten, hat sich al« Illusion erwiesen wie nahezu bie gesamte bisherige Politik bet Reichsregicrung. dft. wie der Abg. Golhein nun auch bestätigt. zur Katastrophe führe« ump. So große Not rann,
RMsm'MMrkt nad ZMMWlcht.
Berlin, 10 März. Im finan»volitischen Ausschuß W Rrich-wirtschaftSrates führte gestern zur Frage ber Zwanasanl-ihe brr Berichterstatter von der Arbritn'h- merfrite. Abg. Dr. Hilferding (llnobh.) auS, da bie nach dem Steuerkompromiß beschlossene eine GoldmMardc in Papiermark umzurechuen fei, würde sie etwa 50 Milliarden Papiermork bringen und keine genügende Deckung bieten. Die Folge würde srin. daß die Geld ent- wertuna f o r t s ch r e i t e, die zu äußerst peinlichen Ge- genmcißregeln führe« könne. I» der inneren Wirtschaft würde sie gleichzeitig soziale Unrast und politische Un- ruhe Hervorrufen. Da der Kredit das einzige, Mittel Hi .um bn5 Defizit auszugleichen, bleibe nur bie Ausnahme einer freiwilligen Anleihe übrig, neben bet tue ZwongSanleihe völlig Wegfälle.
Der zweite mehr die Arbritgebersrite vertretende" Berichterstatter v.Mendelssohn stellte sich im wesentliche« auf den Boden deS Steuerkompromisses. Tie ZwanoSanl-ihe sei eine verkappte Vermögensabgabe, nut mit dem Unterschieb, baß sie einen An- spruch auf Zinsen und spätere Rückzahlung gebe.. Sic sei daher bas geringere bet möglichen liebel. Dft als Ersatz hingestellte Erfassung bet Goldwerte sei bisher weder gedanklich noch praktisch durchsührhar erkchienen. Die Industrie leide schon jetzt an Kavitalmangel Für die unb-dingt gebotene Prodiiktionssteigerung bet Land- wirtfchakt friert gleichfalls große Mittel notwendig, die der Wirtschaft nur zum Schaden der Gütererzeugung entsagen werben könnten. Sine freiwillige Anleihe aus lange Frist sei unmöglich und auch eine kurzfristige, etwa ?n dreijährigen Schatzscheinen mit 6prozcntiger Verzinsung nur vor der Zwangsanleihe möglich, nicht gleichzeitig.
An die Berichterstattung schloß sich eine Darleguno des Steuerkommissars im Reichssinanzministerium und -ine lebhafte Aussprache unter den Ausschußmitgliedern an. Die Beschlußfassung des Ausschusfts wird am Sonnabend erfolgen
Der ameigenoteis beträgt für bie 9 ge|p. Zeile ober beten Raum 60 'Cfg. für bett Millimeter, amtliche unb auseärtiae 80 Vfg. Ändere Spaltenbreiten nach entspreche» bet Berechnung. Spät einlaufenbe ober ben Raum über '/, Seite einnebmenbe 8n» leigen Nico wir berechtigt, nach bet Tertioaltenbreite zu setzen unb zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir Die Col.«3eile mit 6.00 Mk. Jeder Rabatt gilt all Barrabatt. Bei Äastunft durch bie Geschäftsstelle uttb Vermittlung bet Angebote 1 Mk. Sonbergebübt.
Seine leiMne flmerite in kenn«.
Washittgto«, 9. März. I« bet Begründung feer Weigerung der Bereinigte« Staaten, an bet Genueser Konferenz teilzunchmen. hecht eS, datz eine rcilnahme bet Union an irgendeiner allgemeine euro- pSischrn Konfrrcnz unmöglich fei, ba bie europäschen I Kationen unfähig feien, eigene Maßnahme« für bie Heilung bet Kriegsschäden zu treffen unb ihr Wirtschaftsleben zu stabilisiere«. Weiter erNSrt bie Bun- deSrcgitrung, daß sie den europäischen Regierungen Hinsichtlich bet Teilnahme Rußlands nicht zustimmen könne, da bie Bereinigten Staaten ständig die Politik Verfolgt Hütten, bie Sowjettegierung nicht anzu I «kennen.
Weitet heißt es in bet Note: Die Regierung der Bereinigten Staaten habe ein großes Interesse an I leber Konferenz, die wirksame Maßregeln zur Förde- inng deS wirtschaftlichen Wiederaufbaues Europas verheiße, da ohne eine Gesundung Europas von einer Besserung der Welt keine Rede sein könne. Die vorgeschlagene Konserenz sei in der Haupttache keine Wirtschaftskonferenz; denn von ben Beratnugen feien Fragen ausgeschlossen, ohne bereit zufriedenstellende Lötung die Hauptursachen der wirtschastlichen Störung weiter wirken müßten. Sie trage mehr politischen Charakter, und die Regierung der Vereinigten Staaten Bnnc sich nicht in nützlicher Weise an ihr beteiligen. Nach der Ueberzeugung des amerikanischen Voller solle sich seine Regierung nicht ohne dringende Notwendig- tei in Fragen der europäischen Politik verwickeln lassen. Zur Förderung der Wohlfahrt des russischen Volkes wolle die Regierung der Vereinigten Staaten alles tun, was in ihrer Kraft stehe. Die Bedingungen für bie Wiedergewinnung der Produktiven Kraft Rußlands könnten aber nicht sichergeftellt werden, eve ein entsprechendes Borgeben der für Rußlands gegenwärtige wirtschaftliche Zerrüttung in der Hauptfache ^Verantwortlichen erfolgt fei. Wenn die Regierung der Vereinigten Staaten auch nicht glaube, an der vorgefchla- genen Konferenz teilnehmen zu können, fo gebe sie sich doch aufrichtig der Hoffnung hin, daß ein Fortschritt gemacht werden möge in der Babnung des Weges für
Paris, 9. März. Ministerpräsidens Poincarö empfing gestern ben türkischen Außenminister Izzet Pascha, der sich darauf nach London begab.
Ärmlicher Vertündigungsblait des Kreises Marburg
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
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