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Anzeiger M (das früher KrheUchej Oberhesfen

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DirOberhessilcke Zeituni ' erscheint sechsmal wöchentlich. SSejegsprei» manatlich ohne Zustellung 10.50 Mk durch di« Post 13 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streits ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von De. E. Httzerath. Druck der llniv^Buckdruckerei von Job. Lu,. Koch, Markt 21.23 Fernsprecher 55, Postsikrelkkonto: Rr. 5015 Lmt Frankfurt a. Mat».

Marburg Mig, ten 3. Ulin Lenjiug.

Der A»^tge«orei» beträgt für dt» 9 aesp. Zeil« oder drre» Raum 90 Psg. für de» Milli- mrter, amtlich« and ensmärtia« 80 Psg. Luder« Spaltenbreite« »ach «ntsprrchen der Berechn»»,. Spät «iulaufend« oder den Raum über '/, Sette einnehmende An» reize» ß«d wir berechtigt, »ach der Tetztioaltenbrett« ru setze» und -u berechnen. Soge». Kellam«» berechnen wir die Lol.-Z«tl« mit 6.00 Mk. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Lnstunft durch die Seichäftsstelle und Bermtttlung »er Ange­bot« 1 Mk. Soudergebühr.

57. Mn. 1922

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LeichStages nahm einen ZentrumSantraz auf

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nehmen, wenn der scbaftskrast und die

Wetter eine offene der Welt bleiben?

man in Genua alle

erfahren, zu einer mit dank

Berlin,. 3. März. Wie die Matter tritt das Reichskabinett heute Nachmittag

Streichung von 8eamtenpofira vornehmen, dazu bedarf es der Mitarbeit des Ministers. ES wäre voreilig, heute ben, deutfchiiationalen Antrag anzunebmen, der Abbau muß reiflich vorbereitet werden. Btelbeicht erweisen sich auch dal Ernährungsmimsterium und Wiederaufbau- mtnistettum all abbaureif. Eine zentrale ReichSbau- verwaltung könne« wir nicht entbehre».

Nach persönlichen Auseinandersetzungen zwischen den Abgeordneten Schultz unb Gotheiu, der den ersteren einen Schädling und Feind bei deutschen Volkes genannt I satte, wich die Wrfterberatuug auf morsen nach«- 2 Uhr

SkuerlsMSMltz md MW Zsrl§mrtei.

Berlin, 8. März, Den Mattern zufolge wich Reichskanzler Dr. Wirch die Besprechung mit den Fraktionen über das Beuerdompromiß heute aus- uehmen.

Wie dieZeit" mitteilt, hat die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei bisher noch keine Einladung zur Teilnahme an den Besprechungen erhalten. Das Blatt bemerkt weiter, daß eine Beteiligung der Deut­schen Volkspattei an den Besprechungen nur dann in Frage komme, wenn sie nicht nur von der Regierung, fei*crn von der ganzen Regierungskoalition ausdrück­lich gewünscht wich.

Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion beschäf­tigte sich lautVorwärts" gestern mit dem ©teuer« kompromiß. Anlaß zu dieser Besprechung habe das Verhalten einzelner Mitglicher der Deutschen Volks­partei gegeben, die in den Steuerausschüssen den An­schein erweckt hätten, als o& das Steuerkompromiß für ifjce Fraktion keine Geltung mehr hab«. Die sozial­demokratischen Mitglieder der Sieuerausschüsse wurden von ihrer Fraktion beaustragt, heute von der Deutschen Volkspartei eine Erklärung über ihr« Stellung zum Steuerkompromiß zu verlangen. Sollte die Deutsche Volkspartei eine Stellungnahme verweigern, dann wachen auch die Sozialdemokraten ihre bisherigen Ver­einbarungen in dieser Frage für hinfällig «klären.

Der Unterausschuß des Geschäftsocktmnasa.i^ckmsfes des Reichstages beschäftigt« sich in den letzten Tagen mit den Ocknungsbestimmnugen für die Vollsitzungen und kam zu dem Ergebnis, daß diese Bestimmungen verschärft werben sollen und daß unter Umständen über einen Abgeordnete« auch die Strafe des Tiätuabzuzes verhängt toeiben soll.

des

Ein-

Schwund der deutschen Wlrt- Zerstöruug unserer Währung Wunde am Wlrrschaftskörper Wenn eS hoch kommt wirb diese Probleme in theorert-

ber finanziellen Lage des Exkaisers an und weist daraufhin, daß infolge de» Ablehnung der Apanage Karl und Zita aus Madeira in der größten Not leben müßten und nicht einmal die Wohnungsmiete bezahlen

Aus den Ausschüssen. vorbUdims und Beruf« der Soldat««. B«rlin, 8. März. Der Hauptausschuß

etzung eines parlamentarischen Beirats für Bildungs­rogen deS Soldaten au.

Der tzauptausfchuß bei Reichstages setzte dir Be­ratung der RAchswehrhanShattS bei der Frage des bürgerlichen Uuterr-chtes für die Soldaten fort. Oberst v. Ha-a ck erklärte, daß der allgemeine wissenschaftliche Unterricht drr Soldaten erst vom vierten Dienstsahre an beginnen Ennt, weil dte Angehörigen der Reichs- wehr vor allen Dingen sirLatifch vollkommen aus­gebildet sein müssen, lieber die Vorbildung der Reichs- wehrsoLoteu im Durchschnitt machte er dann folgende Mitteilungen. 68 haben besucht: eine Sklaffig« Mittel­schule 714 Soldaten, Obersek-mdareife hatten 287, eine höhere Scbvke hatten besucht 770, eine Fachschule 2973, eine 7« bis Massige Volksschule 10 380, eine 1- bis 2klassige Volksschule 7087 Soldaten. Die Berufe der am bürgerlichen Unterricht teilnehmenden Sol­daten sind die folgenden: Handwerker 11 000, Kauf­leute 2500, Gelernte Arbeiter o7000, Ungelernte Arbeiter 6300, Landarbeiter 6000. Am Unterricht nrfpntn augenblicklich rund 42 000 Mann teil Tie übrigen gehören den drei ersten DienstsLhrm an, di« vom Unterricht »och befreit sind

ft i Die baltischen Staaten fordern Reutralisienmg.

r Riga, 2. März. Sämtliche baltischen Staaten Haben sich entschlossen, sich auf 'der Konferenz von- Wcuua gemeinsam vertreten zu laffcn und ihre Neu- .»rallsierung zu fordern.

l'Santen. ES müsse deshalb sofort ein# Äenderung dies Zustandes herbeigesührt werden, x:

greifend« Maßnahmen verlangt werden, die Brots«, vrgung drr minderbemittelten Bevölkerung zu Halbwegs erträglichen Preisen sicherzustellen. .

schen ErStterungen streifen. Aber jedem Versuch durch praktische Massnahme« dieser ungebener wichtigen Aus­gabe zu Leibe zu geben, wird Frankreich abwehrend die Hand entgegenballen. Nach dem ursprüngliwen Beraiungsprogramm wäre eS in Genua unbedingt auch zu einer Erörterung der Frage gekommen, ob nicht eine kürzere oder längere Pause in den deutschen Eutschädiaungsleistungen das einzige und beste Ge- sundungsmittel sei. Davon wird jetzt nicht mehr die Rede fein, da Frankreich es nicht zulätzt, dass sein Schein, der ihm durch Annahme des Ultimatums auS- gestcllt worden ist, auch nur im geringsten angrzwelfelt wird. Bisher gab eS in Deutschland und namentlich in den Regierungslretsen immer noch Optimisten, die sich von Genua wenigstens eine Entspannung und von der Zulassung Deutschland zum Konserenztisch eine Art von moralischen Gewinn versprachen. Nach dem Vorspiel von Boulogne wird man gut tun, auch die­sem Optimismus Valet zu sagen.

Neber die russische Streitfrage bat die Kon­ferenz von Boulogne keine klare Entscheidung ge- bracht. Hier geht daS Streben Frankreichs babin, ein weltwirtschaftliches Zusammengehen mit Russland zu verhindern, um mit der Sowjetrcgicrung französische Sonderpolitik treiben zu können. Am liebsten häite man es deshalb in Paris geleben. wenn auch die russische Frage in Genna unter den Disch gefalle« wäre. Aber dieser Plan ist nicht gelungen, Russland gilt als zugelaffen, und es ist Poincar« nur gelungen Vorbehalte durchzuketzen, durch die man Russland das Erscheinen in Genua erschwert. Für Deutschland tteflt hier eine grosse Gefahr in der Möglichkeit, dass e8 bei diesem Wettkampf zwischen Fimckieich und England selbst die Fühlung mit Russland verliert.

Einrichtungen totiben MMacken verschlinge«. Er ver­fangt an Schicks-ericht mst einem neutrale« Vorsitzen- fitzMden für bk Begutachtung derartiger willkürlicher Fockerungen. Für bieft unsinnigen Ausgaben hätten im zerstörten Frankreich viele Wohnnnze» gebaut wecken könne«.

Abg. Schultz« Brombcrg (Deutsch«.) erklärt, daß der größte Teil der Zuständigkeit bei ReichSschatzmim« steriums von heute ab auf andere Berwaltungeu über» gegangen ist. Es genügt nicht, der Hydra diesen oder jenen Kopf abzuschlagen, wir müsse« ihr i m ganzen zu Leibe gehen. Deshalb beantrag« wir die Befeiti« gong bei Schatzministeriums.

Abg. Dr. E rem er (D.Vpt.): Die Sparsamkeit muß planmäßig einsetzen. Dazu ist ein großangelegter Reform- pfau auf der ganzen Linie erforderlich. Die SparsamkeitS- bewegnng maß auf alle Ministerien auSgckehut wecken. Der Redner schildert, wie das Rheinland unter der Will­kür der Feinde leidet und nennt el unvrrstLndkch, daß die Belgier, die doch 1925 den nördlichen Rhein räumen müssen, heute mich neue LruppenÜbungsplätze verlangen. Er zollt der Regierung Dank dafür, daß sie vielfach schon ungerechtfertigten Wünschen der Gegner Widerstand geleistet hat. Im Arbeitsgebiet des Schatz- minifieriums sind böse KorruptionsHerde vor­handen,

Slbg. Lange-Hegemann (Z.) begrüßt den ernsten Willen der Regierung, bk KriegSgesellfchaften abzubauen. Er äußert Bedenken gegen die geplante Umwandlung der Bekleidungsämter und gegen die Reichsvermösensoerwal- Lung, deren GeschSstSgebahrung wenig erfreulich sei, wenn es sich um den Ersatz der BefatzungSkoften der rheinischen Bevölkerung handle. Diele Verwaltung müßte dem Staatssekretariat für die besetzten Gebkte ungegliedert werden. Di« immer größer werdenden Lasten sekn von der rheinischen Bevölkerung auf die Dauer nicht zu er« Vragert. DaS gesamte deutsche Volk müsse mit der rheinischen Bevölkerung zusammenstehen.

Reichsschatzminister Bauer: Dk Reichsregierung ist bemüht, die Leid«« der rbeinischen Bevölkerung zu mildern gegen Mi stein griffe einzelner Beamten. Bei der Reichs­vermögensverwaltung im Rheinland werd« eingegriffen. Ei« allgemein« Verurteilung ist aber nicht berechtigt. Auch werden die Nheinländer bei der Stellenbesetzung genügend berücksichtigt. Für di« Behebung der Wvh- nungs»ot habe ich mich mit den rheinischen Gemeinde« verständigt, c8 ist aber schwer, alle Wünsche zu erfüllen, da eS nicht nur an Baumitteln, sondern auch an geeig­neten Arbeitern fehlt. Auch mit bat Besatznugsdehöckeu ist der Präsident der Reichsvermögensveiwaltuug Hinsicht« sich der Forderungen- der Befatzungstruppe« zu einer Verständigung gelangt Eine Beseitigung des Schatz« ministeriumS würde die Lage nur noch komplizierter machen. ES würde genügen, wenn die Regierung an der Vereinfachung der Verwaltung arbeitet. Auch die Krtegs- gesellfchaften sind erheblich abgebaut worden. Wir die Uebelstände bet ihnen ist nicht die Republik verantwortlich, sondern die frühere kaiserliche Regierung. Wie während des Krieges gearbeitet wurde, bas stinkt zum Himmet Der Rchner nimmt dann bk Beamten beim Ministerium gegen den Vorwurf in Schutz, an bat KorruptionSerfcheimmgen Beteiligt zu sein. Die Beamte« hätten sich alS durchaus zuverlässig und -flichtgetreu er­wiesen. Der Gedanke der Einstellung einer Sparsam- k-itskvmmissarS muß Heiterleit erregen. Sparsamteit kann nur erzwungen werden durch den Finanzminister und den Reichstag. Ich bitte um Ablehnung des An- traaes auf Beseitigung des Schatzministeriums.

Kbg. Gotheiu (Dem.) sieht den Weg zur Derein- s-chung der Verwaltung nicht in der Streichung eines Ministeriums, sondern in der Beseitigung der Leer- cite-n. Auch der Reichstag kann nicht die

London, 2. März. Vis gestern Abend hoi sich tn der politischen Krise nichts geändert Indessen deuten Anzeichen daraus hin, dass die Anhänger der gemässig­ten 9ikönntg alles nm, um die Koalition zu retten. »Daily Chronrcle" erklärt: Balfour unterstützt Lloyd George gegen die Unversöhnlichen in der konservatlven Partei und bcabsschtigt, sie demnächst öffentlich zu fra­gen, welcher Art ihre Politik sein würde, wenn sie die Koalitton niedergeworsen hätten. DieWestminster Gazette" schreibt: Die Koalition zerbrach, weil sie ein unnatürliches Bündnis darstellt und zu Kom­promissen und Aussichten gezwungen war.Daily Telegraph" schreibt: In wohlunterrichteten Kreisen herrscht die Hoffnung vor, dass die Schwierigkeiten überwunden werden und die Koalition vor einem Kruch bewahrt wird. Nach derTimes" bestehen fcharse Gegensätze in der unionistlfchen -Partei biu- stchtlich der Frage, ob man Lloyd George folgen soll. Da? Blatt meint, wahrscheinlich werde die grosse Mehr­heit ber Führung Chamberlains folgen. I'n einigen Kressen werde vorgeschlagcn, Balfour anfzufordern, du Dcrlcgenheitskabinett zu bilden und zwar mit Unter­stützung bei Unionisten, bie eine ausreichende Mehrheit über alle übrigen Parteien im Unterhause besitzen. In­dessen würde eine solche Regierung mit der Zeit auf Schwierigkeiten stossen.

gortonyii tat tot- INsAMg.

B « rlin, 3. März. LautVorwärts" beauftragte bie sozialdemokratische Reichstagsfraktion ihren Vor­stand, beim Reichskanzler Dr. Wirch unverzüglich wegen der Preissteigerung für Brotgetreide vorstellig zu werden. Von der Rt^iermng [eilen sofort durch -

Dir MpeMung Dr. Mim'.

Berlin, 3. März. Die Blätter erklären, daß Reichsernährungsminister Dr. Hermes, ber zur Zeit die Geschäft« be3 Reichsfinanzminlst-ciumS führt, den Reichskanzler erfucht hab«, eine endgültige Entschei­dung darüber zu treffen, welches von beiden Ministerien in her Folge von ihm geführt weiden solle. Dr. Hermes erklärt daß er di« Lag der Verantwortung für beide Ministerien nicht tragen könne.

Md 8em« MlrMrodW.

Der Bries an Chamberlain.

Köln, 2. März. Eine Londoner Meldung der hier erscheinendenCologne Post" bestätigt, daß Lloyd jSecrge an Chamberlain einen Brief gerichtet habe, in dem er ihm auseinanderfetzt, daß er nicht länger mit ihm zusammenarbeiten könne, wenn Str George Vouuo.r als Wortführer der konservativen Pattei auf» treten dürfe. Er sei willens, mit Balfour und Cham­berlain zusammenzuarbeiten, so lange sie Wortführer der Partei seien. Der erste Minister kündigte den Führern des uuionistischeu Flügels der Kollision an, daß sie zwischen zwei Alternativen wählen müßten, ent­weder bei der Koalition vollkommen loyal zu sein oder er trete als Erster Minister und Führer der Koalition

8*nt6m.

Die Berichte ber französischen und englischen Blät­ter über btt Zusammenkunft In Boulogne geben aus ber Besprechung eint Fülle von Einzelheiten wieder, die angeblich alle gründlich eröttcrt worden sind. Daß in allen diesen Punkten auch eine Einigung erzielt worben fein soll, ist nicht beftembllch. Aus bett Kon­ferenzen, bie zwischen bett Staatsmännern bei Entente stattsinben, wlib immer eine Einigung erzielt. Bou­logne kann also von dieser unantastbaren Regel lettte Ausnahme Hilden. Erstaunlich ist nur, bah Lloyd George unb PoincarL, bie nur durch Dolmetscher ver­kehren können, in ber kurzen Zeit ihres Beisammen­seins alle bie Fragen erfd)6pfenb behandelt Vaden sollen, die tn den Zeitungsberichten aufgezählt sind. Die persönliche Aussprache zwischen dem engilichen und dem ftanzössschen MinisttrprSstbemtu kamt sich nur um die französische Note gedreht haben, btt Poln- coie tn ber Angelegenheit btt Konferenz von Genua nach London geschickt hat. Unv tn dieser Rote waren zwei Frage« vorhsrrscheub, die Enlscdäbigungsfrage unb bie An Ihrer Behanblung unb bie Zulassung Stuft« lanbs. Diese beiden Punkte sind die eigentlichen und wesentlichen^ Streitfragen, die Polncar^ alsbald nach seinem Amtsantritt aufeetoorfen hat. Und nur Ober diese Fragen werden ssch btt bewert Ministerpräsi­denten in Boulogne unterhalte« haben. Das übrtgt fällt jedenfalls nicht stbr ins Gewicht.

In Bezug aus btt EnischäbtgungSsragt ist in Bou­logne bie Streitfrage gelöst worben. Sie war eS eigentlich schon fett ber Verweisung beS beuttoett Slunbungsgesuches an ben EntsLäblgungsausfchutz. Ein Wichtiger Vcrbtnbungsfaben, ben baS Kabinett Wirth von Tannes nach Genua zu spinnen gebüchte, ist nunmehr abgerissen. In Tannes blickte man noch auf Genna als auf eine wettere unb w'chtlaere (Stoppt btS weltwirtschaftlichen Gefunbungsproztffes, ben man tn Dtrblnbung mit Deutschland unb Ruhlanb fBibern wollte. Namentlich tn Englanb unb Wetter tn ben Vereinigten Staaten war bie Ansicht durch ge­drungen. bah nutn ber weltwirtschaftlichen Nöte, an benen man selber litt, nicht Herr werben konnte, wenn Drutschlanb tn feiner Not immer tiefer verfank. Des­halb füllte bte Frage bei brutschen Snttchäbigungs« pflicht in Genua im Zusammenhang ber grossen wirt­schaftlichen Probleme gelöst werben, nachbem sie tn Cannes tote man bamals annahm vorläufig be­antwortet worben war. AlS Poincare __ bas Erde Brlanbs anttat, rief er ben Vätern bteseS'GebaukenS ein kräftiges Halt zu. Eine Weile stellte man sich in Englanb taub. Man bestaub baraus, bah bte Kon­ferenz tn Genua zum angesetzten Termin ftottfinbep solle. Aber Poincarä war nicht ber Mann, bei locket gelassen hätte. Unb was allen Wissenben schon seit einiger Zett klar war, ist In Boulogne bestätigt wor­ben: Die Frage, tote unb toaS Deutschland zu zahle» hat, steht tn Genua ausserhalb jeder Erörrtruag. Für Deurfchland gilt, was bisher gegolten hat: Mach deine Rechnung mit bem EntjchäbigungsauSschuh. In Genua Ist bie Behanblung bteseS Themas verboten.

Nachbem bte Entscheibung hierüber tn Boulogne cnbflülttg gefallen ist, verliert bte weltwirtschaftliche Aufbankvnserenr ihren wichtigsten Inhalt. Wie will man ben Ausbon ber Weltwirtschaft in Angriff

E Die verdächtige deutsche Arttllertevorschttst.

B er ltn, 2. März. Eine Telegraphenageniur ver­geltet Ausführungen Polucacks über bte beutfc&e Ar- «llcrlevorschrift, bte nach seiner bort toiebergegebenen Behauptung beit Ofsenstvttteg tn begeisterter Welse tttjme. Die Attillettevorfchrift, auf bte ber Mtnlster- gäsibent Bezug nimmt, hat fekbstvet stänbltch l*e Aufgabe, bie Truppen auf ben Kampf vorzttderei- bl Dah babet von einem Offensivkrieg mit keinem Wort bte Rebe ist unb baft an einen folchen utemals «bacht würbe, versteht sich von felbst. Wenn ettmtal « ber Vorschrift von einer Borbereitung auf ben Ktteg Mrlprochen wirb, fo hatte dar RetchStoehrminMettum Heu Fall im Auge, dass Deutschland durch einen feinb- Mien Einfall ober durch ben Uebertritt fremder Trup- 'Hen, tote seiner Zeit tn Ostpreußen, vor bte Rottoenblg- Httt einer kriegerischen Defensive gestellt wirb. Eine iGlche ist auch burch ben Vertrag von Versailles nicht

Dratfä« AeW«.

Reichsschahministettum und BrsatzungSnitt, 118. Sitzung vom 2. R Stp

Die Jnterpeklation der Deutschen Bolkspariei Über eine bessere Versorgung der KttegSbeschädigte« und der Kriegshinterbsiebenen totrb fant einer Erklärung der Ressiernng innerhalb der gefchäftSmäßi-en Frist beant­wortet hwrben. Es folgt di» zweite Beratung deS Haus­haltes des Reich sschahministeriums.

Abz. Stücklen (Soz.) betont, btt» SchatzWm'üe- rium sei immer als UebergangSbehörd« betrachtet wocken. Wmn der ReichSrat ab« dem Dtimsslerlmu tun noch eine halbjährige LebeuStz«»« gewähre« wolle, ss sei das eine bedenkliche Lösung. Die bck««rUche Ueb« rfülle von Behörden fei eine zwangsläufige Folge bei F«ck««S- vertrages. Der Betrieb könnte aber durch Zufammen- legmig von Vettoaliungen «reinfacht werde». Darum ei im Ausschuß eine große Zahl von Stelle« gestttchen worden und daraus möchten sich auch andere Miuilieiien gefaßt mache«. Der Rckn« protestiett da« gegen daS Anstrete« b« französischen MMäckommisswnen tm Rheinland, die in de» Schul«nteiricht «iugegrisfe« habe«, weil er nicht dem Geist der Bölkerversöhnnn« entspräche und erhebt Einspr»ch gegen bte Anlage teuer« Trup­penübungsplätze auf Deutschlands Loste«, insbe­sondere gegen ben neuen F«!«platz. Wit bem dettlschcn Geld« werde bo« den ftanzsiffche« Generale« geradezu gewüstet. Ihre Wohnungen und der« luxttriöfe

Fraiikreiihr Gheten mH Soeerlonlrel?.

Paris, 2. März. Die Boischafterkouserenz be­schäftigte sich gestern mit der Frage der Ausrecht- kklzaltung der ftändigen Kontrolle über die deutsche Wehrmacht. Der englische Botschafter ^ackinge v«las ein neues Schreibeu des Auswärtigen Nmtes, worin dieses an der Zurückweisung der ton Frankreich vorgebrachten Gründe feUält. Das Cdo be Paris" wirst die Frage auf, ob England sich tnii der Einrichtung d« ständigen Kontrolle deS deut­schen Luslfahr-vefens nur unt« der Bormlssetzung ehr« verstanden erkläre, daß die drei im Ruhrgebiet be- befchetn Otte von den verbündeten Truppen geräumt tvüeden. Frankreich halte daran fest, diese Räumungs- srage mit der Einrichtung der Luftfahttkontrollr nicht verbinden zu lassen. Das Blatt fragt, ob England hanffi einverstanden fei, daß nach der Auslösung der «nlitärischen Entwafsnungskommisfion d« Staub der druifcheu Streitkräfte unter der direkten Ueberwachuug bet Verbündeten verbleib« und nicht der Beaufsichtigung ber im Versailler Vertrage vorgesehenen, vom Völker­bund: ju eutferckenden Unterkommisfionen, unterworfen Werde. : j -

Seine Sjonaoe für Wnijer Sari?

' Bafel, 3 März. Nach ein« Pariser Meldung Nt »tc Botfchaftelkonfercnz infolge der einmütigen Ublehnnng b« österreichisch-ungarischen Nachfolgc- Deateu die Festsetzung einer Apanage für Karl von tzadsburg abgelehnt. Sie beschloß, vom Erkaisrr ßk>rl eine« Vermögensausweis zu fordern. Sollte:: btt Einnahmen deS Exkaisers ungenügend fein, fr sollten neue ^erbaadlungen mit den Nachfolgestaaten q\f.r nimmt

Kobin.elts-Sitzung zitsammen, bie siä u. a. vorläufigen Abkomme« über bie Sachleistungen be*