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NrmLiches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

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Anzeiger für (das früher lurhesiische) Oberhessen

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1922

Das neue Sachlieferungsabkommen.

Ichlesilchn. BerASrrung stützt. Ebenso lehnt Pole» in der M'nh^lhcitcnsrage das neue Statut ab unter Sin» weis aus den Vertrag vom 29. 6. 1919. und ebenso Hot Deutschland auch hier wiederum das Stecht, sich ".ui den

Tie ,X>bert,e(R!*e Zeitun?' erscheint sechsmal wöchentlich. Be,uos»rei» monatlich ohne Zustellung 10.50 Mk, durch die Voit 13 Mk. Für ausfallend« Nummern infolge Streits oder elementarer Ereignisse lein Erm?. Verlag von Dr. C. hitzeroth. Druck der Univ^Buchdruckerei von Lob. Lug. Koch, SRetit 21,2$ Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Mai«.

Marburg SowrM M 2. Mki Lenzing.

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' London,!. März. Der Parlamentsberichterstatter

Der Anreiaenoreis »eträgt für die 9 aesp. Zeile oder deren Raum 60 Pfg. für den Milli­meter amtlich- und auswärtige 80 Pfg. Ändere Spaltenbreiten nach entsprechen der Berechnung. Spät einlcuferti*. oder den Raum über l/i Seite einnebmenDe An- neiaen üud wir berechtigt, nach der Tertspalteubreite zu setzen und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir die Col.-Zeile mit 6.00 Mk. Jeder Rabatt ailt als Barrabatt. Bei flnstunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung der Ange­bote 1 Mk. Sondergedüdr.

desDaily Telegraph" schreibt, es bestehe kein Zweifel darüber, dost der Premierminister über die augenblick­liche Lage im Parlament sehr unzufrieden sei. Lloyd ! George sei der Ansicht, daß er nicht die loyale Unter- istützuno erhalte, auf die er als Haupt der Regierung Anspruch habe und daß sein Einfluß im Unterhaus ernstlich geschwächt worden sei. Die Jntrignen gegen seine Person und der voraussichtliche Versuch die Koalition zu beendigen, hätten Lloyd Georges Stellting äußerst schwierig gestaltet, und kein Anzeichen deute darauf hin, daß die PartcLifserenzen ausgeglichen, würden. Es sei unmöglich daß Lloyd George diesen Zustand noch lange ertragen werde, und es bestehe $runb zu der Annahme^ daß er ein Schreiben.an Ehamberlain als Führer der unisnistifchen Partei ge­richtet hab^ in dem er seine Ansicht in klaren Worten dailege und zum Ausdruck bringe daß er sich diesen demütigenden Bringungen nicht länger unterwerfen könne.

Daily Telegraph" erklärt, es sei klar, daß eine Krise, die sich bereits seit einigen Wochen entwickele, eher als man erwartete, ihren Höhepunkt erreiche. Tie Forttauer einer solchp Behandlung, wir Lloyd George sic erfahren hab«, müsse seinen Rücktritt unver­meidlich machen. Der Rücktritt Lloyd Georges, der di« Seele der Koalition sei, würde deren Ende be­brüten. Der Koalitionsregierung könn" 6 i der a gei- blicklichen Zusammensetzung des Unterhauses nur ein nnion-stisches Ministerium folgen, dessen Hauptaufgabe die baldige Auflösung des Parlaments sein würde. Tic. unionistischc Partei würde ohne ein Bündnis mit den Liberalen bei den Neuwahlen einer Niederlage kaum entgehen können. Großbritannien sei jüwch heute nicht in der Lage, die Folgen des Unhefls zu überleben, das

' eine von der Arbeiterpartei b herrschte oder in groß nr Maße von ihr abhängige Negierung zur Folge haben würde.

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London, 1. März. Im Unterhaus« hat Lloyd Gorge gestern die erwartete Erklärung über Aegypten «abgegeben. Er sagte u.a.: Wir haben seit langer Zeit anerkannt, daß das Protektorat keine befriedigende Grund­lage für die Beziehungen zwischen dem britischen Reich und Aegypten hildet, aber gegenwärtig gebe es keine ägyptische Regierung, die eine entsprechende Verpflichtung übernehmen könne. Infolgedessen hat die britische Regie­rung beschlossen, eine einseitige Erklärung abzugeben. 8.i diesem Beschluß hat sie die uneingeschränkte Unter« sttchung Lord Mlcnbns und der gesamten ägyptischen Beamten hinter sich. Die Erklärung enthält drei Grund­sätze: L das Protektorat wird aufgehoben, und eS steht Aegypten frei, nationale Einrichtungen zu schaffen, die dem Wunsche dcS ägyptischen Volkes entsprechen: 2. der Be- lLgernngszustand wird aufgehoben, sobald das Jndemni- tätsgesetz angenommen ist, 3. die folgenden vier Fragen Htiben der Erwägung der britischen Regierung Vorbe­halten: die Sicherheit der Verbindungswege des briti­schen Reiches 4n Aegypten, die Verteidigung Aegyptens hegen jeden fremden Angriff bczw. eine direkte oder in­direkte Einmischung, Schuh der Minderheiten und der «utsländischen Industrie in Aegypten, der Sudan. Es entspricht unserer Stellung, daß wir den Schuh der aus­wärtigen "Industrie und der Minderheiten Aegyptens wabrnehmen. Diese Notwendigkeit hat sich in den letzten Jahren gezeigt, als die Leidenschaften der Bevölkerung Aegyptens sich gegen die Ausländer und ihr Eigentum richteten. Es werd« zu hoffen sein, daß die Aegypter Mseh'n werden, daß sic ihre Leidenschaften zügeln müßten.

Chamberlain teilte mit, daß keinerlei Veränderung ihezüglich Aegyptens vorgenommen werden würde, bevrr !v»cht das Unterhaus Gelegenheit gehabt habe, die Frage 1« erörtern. Dies« Erörterung werde wahrscheinlich am H.März stattfinden.

Daris, l.März. (Havas.) Nach einer Meldung eu5 Kairo kündigte eine Proklamation des Marschalls Mlenbv die Aufhebung des englischen Protektorats über Aegnpten an und erklärt das Land für souverän und ^mobhängig. Sie hält provisorisch den status quo für die Verteidigung des ägyptischen Gebiets aufrecht sowie für Heu Schuh der Verwaltung, wegen des Schuhes der Aus- Händer und die Wahrung der Ordnung im Sudan.

Sie -euWpoWAn MHMluWk.

Die polnischen Treibereien.

Genf l.März. TasJournal de Genäve'' führt In sehr bemerkenswerten Darlegungen über .y?_ deutsch- polnischen Verhandlungen aus, daß die yol-'/sche Ad vrvnung durch ihre Haltung in der Liquidntious- ,rage die gesamte Arbeit, die der betreffende'linter- »usschutz fiit sechs Wochen geleistet hat, uiein't in ^rag« stellt. Sie beruft sich auf den Versailler Vcr- ärag, um volle Aktionsfreiheit zu forbiri. chährend Deutschland sich auf den Beschluß der BU- Hchofterkonkerenr und auf die Interessen der ober

Geist, in dem dieser Beschluß gefaßt wurde, zu stützen. Polen verschanzt sich also so stellt dasJmrnal de Geuivi" fest, hinter früheren Verträgen, um die Be- chränkuwe seiner Staatsobechoheit in Oberschlelien ab* Uwehrer. Teutichland dagegen hält sich an die mört- iche Auslegung der Einleitung, in der der Völkerbunds- rat sein« Beschlüsse begründet hat.

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Die Uebernahme der deutschen Verwaltung in Ober- schlefien.

Der Reichsminister des Innern hat beut Reichstag den Entwurf folgenden Gesetzes zur Beschlußfassung zugehen lassen: Die Reichsreglerun« wird ermächtigt, im Verordnungswege diejenigen Maßnahmen zu treffen, die zur Uebcrleitung des RecktszustandeS In Oberschlesien in dem aufgrmrd des Versailler Ver­trages besetzten Teile von Oberschlesien erforderlich sind, sobald seine Verwaltung von den deutschen Be­hörden wieder übernommen ist.

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Sparmaßnahmen der Post.

1 DcS Postmimsterium hat dem Reichstag eine Deuk- chrift über Vereinfachung und Verbilligung von Ver­waltung r-nb Betrieb der Reichspost- und Telkzraph.'N- vecw^ltf ng zngchen lassen. Wie rS in der Denkschrift heißt, Worten die bisher e'-nqeleiteten und noch beab- sichiigtcn Acndernngm in Lvrbindung mit den Ver» einfachtrngen des Geschäftsbetriebes im Ministerium selbst eine Verringerung des Verso nal- b c stand es in absehbarer Zeit zur Folge l>al»en. Ebenso wird im Verlauf späterer Jahre eine Ver- ringorurz der ^darp^wirekrionen von 45 auf 35 möglich sein Ferner bedarf die Frage, ob die Bahn- Postämter teilweise nicht geschlossen weiten könne.», einer Prüfung, die bereits eingeleitct ist. Eine noch weiter- gehende Einschränkung der Briefkastenleerung und der Befle^urgen hält das Ministerium n i ch t für an gängig. Die Denkschrift schließt zusammenfasstnd, daß die be­reits volizogeuen Vereinfachungen u>ü> Verbilligungen eine Ausgobenbrrminderung um eine Milliarde zur Folge gchabt haben. Ein aus Mitgliedern bc3 27. Ausschuffi? und aus Vertretern des Verkehrsb-iruts, des Beuwtenkeirats und des Zentralbetr'ebsrats h- stehender Ausschuß soll die Einrichtungen dec Post- und Te^giophenverwaltung zum Zwecke der Vereinfachung prüfen.

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Aus den Ausschüssen.

Um dl« Beseitigung der Zwangswirtschaft.

Berlin, 1. März. Im HanptausschuK des Land­tages wurde bei der Einzelberatung des Haushalts der landwirtschaftlichen Verwaltung ein deutschnatio­naler Antrag aus Beseitigung der gesamten Zwangswirtschaft, auch beim BWtgetreide, mit 16 ge­gen 13 Stimmen abgelehnt. Vier Zentrumsabge- ordnete stimmten mit den sozialistischen Parteien. Na­mens der Zentrumsmcbrbcit wurde die Erklärung ab­gegeben, daß eine Entscheidung in dieser von der welt­wirtschaftlichen Lage und der Ernte abhäugendcn Frage letzt noch nicht getroffen werden könne. Mit 15 gegen 14 Stimmen abgelehnt wurde ein sozialistischer Antrag, der die Sicherstellung zu entsprechenden Prei­sen eines solchen Prozentsatzes von Lebensmitteln verlangt, daß die Ernährung der Minderbemittelten der Bevölkerung gewährleistet Wird.

Askaritreue.

Die ,.Casseler Allg. Zig." gib^ folgendes Erlebnis bekannt, das einen neuen glänzenden Beweis für den Er­folg deutscher Kolonisaiionsarbeit darstellt:

Während des Feldzuges hatte bekanntlich der Gouver­neur von Deutsch-Ostasrika eiaene Goldstücke für die Ko'onie (Elephant mit UnterschriftDentsch-Ostasrika") prägen lassen. Ein deutscher Offizier, Leutnant S., wollte das ihm' gehörige Gold auf den unsicheren Zügen nicht länger bei sich tragen und entschloß sich daher im Jahre 11916, es zu vergraben an einer Stelle, die er mit einem Askari ausgesucht hatte. Der Askari versprach ihm, das Geheimnis zu wahren und seinem Leutnant später beim Auffinden der Goldstücke behilflich zu fein. Bald darauf wurde der Offizier verwundet, geriet in Ge­fangenschaft und kam nach vielen Abenteuern schließlich nach Deutschland zurück. Vor einiger Zeit erschien nun i-ei ihm ein Herr, der eben von Deutsch-Ostasrika zurück- gekommcn war. Er berichtete tzon dem freudigen Empfang durch die Eingeborenen. Ein Farbiger habe ihn beiseite genommen und ihn gefragt, ob er bereit iei, seinem Herrn in Deutschland etwas zu überbringen.' Als er versprach, das Dnvertraute abzuliefern, habe ihn der ehemalige Askari in den Busch geführt und vor feinest Angen eine Anzahl Goldstücke ausacgraben, die er als da? E'gentum von Leutnant S. bezeichnete. Dieses wollte er ihm jetzt übergeben. Der überraschte Offizier bestätigt? bi? Erzählung des Askari und fand beim Nach- zöhten, daß nicht.ein Stück von dem vor fünf Zähren vergrabenen Goldr fehlt?.

Ak ÄIÄmg dtt freien VMn.

Berlin, 1. März. DaS am 27. Februar Parr- chierte Abkommen zwischen der Reichsregierung und em EntschädignngsauSschuß bezweckt, die Zulassung !reter Verträge zwischen deutschen und verbün- tkten Staatsangehörigen, denen dabei bezüglich aller Vertragsbestimmungen, insbesondere der Prcisbildnng, volle Freiheit gelassen wird für fie Durchführung tz«r in Anlage 8 und 4 des Teiles 8 des Friedens- Vertrages vargeschriebenen Sachli-feruug.-n. Tas Ab- !lammen soll zunächst bis zum 30. Avril 19*23 Geltung haben. Es gewährt den entschädigungsbereckstigten Regierungen mit Ausnahme von Frankreich eine Option, das darin vorgesehene Verfahren für sich in Anspruch zu nehmen, jedoch mit der Maßgabe, daß seine Annahme di« gleichzeitige Amveudnng irgend einer anderen Verfahrens ausfchli ßt. Insbesondere wird durch diese« Abkommen jede Möglichkeit, gleich- zeitig Zwangsforderungen aufgrund dec Anlage 4 des Versailler Vertrages oder Artikel 8 des Zahlung'- planes zu stellen, genommen.

Zum Abschluß von Verträgen im Sinne des Abkom­mens sind außer den natürlichen oder iuristischen Per­sonen auch die durch freien Zusammenschluß von An­gehörigen desselben Staates gebildeten Gruppen berech­tigt, sowie die öffentlichen Vertvaltungcn, die für eigenen Bedarf in der durch Gesetz ober Brauch bestimmten Form kausbevechtigt sind, deutscherseits insbesondere auch die ^achverbände und die Landesauftragstellen. Bon dem freien Verkehr .find gewiffi. listemnäßig bestimmte Warm auSgeschlossen, der«« Ausfuhr entweder gänzlich verboten ober nur im Rohmen eines bestimmten Kontingents zu gelassen ist, sowie alle Waren fremder- Herkunft, sotoeit sie nicht auf deutschem Gebiete ver­arbeitet worden sind, ferner alle aus cingeführten Roh­stoffen hergestellten 9taI)rungSmitte(, schließlich Gegen­stände uns Gold, Platin oder Silber. Für besonders ver- einbarte W-rengatlnngen mit einem erheblichen Gehalt en ausländischen Rohstoffen muß der Erwerber Be- z.ihlnng in Höhe eines listenmäßig vereinbarten Prvzcut- stches des Rr-bstoffwerles leisten. Ausgeschlossen von dieser Bestimmung bleiben Gegenstände, die von Kriegsbeschädigten zum Zwecke des WiederansbaneS für Gebäude, Werkstätten, Fabriken un» FabriKrinrichtitnxn k-'zogen werden. Die im Wege des unmittelbaren Ver­kehrs abgeschlossenen Verträge müssen Lieferungen im $3rrt von mehr als 1500 Goldmark zum Gegenstand baben. Eine obere Grenze ist, dagegen nicht gesetzt. Diese Lieferungen unterliegen der deutschen Ausfichrkon- trolle. Die ausgeführten Waren müffen ausschließlich im Gebiete des beteiligten Staates (einschließlich feiner Domi­nions. Kolonien, Protektorate und Mandatsgebiete) ver- w-chtdet oder verarbeitet 'verden, sodaß also für iie die Wiederausfuhr ausgeschlossen ist. Die im freien Ver­kehr abgeschlossenen Verträge werden durch die betreffenbeoi Regierungen dem Enischädigunc-sausschuß zur Genehmi­gung vorgelegt, der sie der deutschen Regierung zur vor- läufigen Genehmigung zustellt. Deutscherseits kann vor Ablauf von 14 Tagen Antrag auf Aufhebung der Ge­nehmigung gestellt werden, wenn der Vertrag in Wider- sprach zum Abkommen stcbt oder wenn ein offenbarer Be­trug bezüglich der Preis- ober Vertragsbestimmungen toriiegt oder wenn die Ausfuhrerlaubnis verweigert ist ifiebt der EntschädigungAausschuß auf Gründ dieses An­trages die Genehmigung auf, so behält der betreffende Brrtrag zwischen den Parteien seine Rechtswirksamkeit wie ein gewöhnliches Handelsgeschäft, es sei denn, daß die Vertragschließenden gegenseitige Abmachungen getrof­fen haben

Die endgültige Genehmigung deS Vertrages^ macht die deutsche Regierung verbindlich, alle einem Staats­angehörigen der Verbündeten gegenüber einem deutschen Staatsang-hörigen aufgrund des Vertrages sich ergebenden finanziellen Vervflichtunaen (abgesehen von der Bezahlung für fremdländisch« Rohstoffe, die durch den alliierten Gläubiger zu erfolgen hat) zu vereinbarten Zahlungs­termin zu übernehmen. Sie wird zu den im Berteno für die verschiedenen Zahlungen festgesetzten Zeitpunkten der beteiligten verbündeten Regierung von ihr ausgestellte Scheck? übersenden. Letztere übermittelt die Schecks ihrem Staatsangehörigen, der sie dann dem deutschen Ber- tragsgegner ziegehen läßt. Die Einlösung der Schecks erfolgt durch die FriedenSabrechnungsstelle. Nach Ein­lösung der Schecks bewirkt der Entichädigungsgus'chaß die Gutschrift für den Gegenwert der geleisteten Zah­lung in Goldmark zu Gunsten der deutschen Regierung. Die Ilmrechnung in Goldmark sowie die Umrechtuing der im Vertrag festgelegten Beträge in Paviermark geschehen für den nämlichen Tag und zwar zu dem am Tage des Verteagsabschluffes geltenden Kurse. Die deutsche Regie­rung übernimmt somit aus diesem Vertrag lediglich die ^Verpflichtung zur Ausführung bankmäßiger Zäh­lung, dagegen knn: weiteren Garantien für Ausführung der Verträge. Für die verbündeten Regierungen, die das im Abkommen, vorgesehene Verfahren annehmen» bleibt das Recht Vorbehalten, ihren Staatsangehörigen Nach­lässe auf die Zölle zu gewähren und außerdem ihren I Kriegsbeschädigten die in ihrer Gesetzgebung vorgesehe­nen Vorteile xuzuwenden, dagegen darf den verbündeten . Staatsangehörigen kein mittelbarer oder unmittelbar,t I Nachlaß aus den Fakturpreis -ewä-rt werden, es fei denn

in außergewöhnlichen Fällen ober in Fällen unbedingter -ltotwendigkeit. Die deutsche Regierung wird rechtzeitiz Mitteilung über die bewilligten Nachlaßfätze erhalten.

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Etwas wrsentlich Neues enthält die Mitteflnnz nützt mehr. Von Vedeutunq ist vor allem die Frage, 06 bi« deutsch« Regierung irgendwelche Sicherheiten in der Hand hat. Die» scheint nach der halbamtlüfien Mitteilung nicht der Fall zu sein. In dem Abkomme» ist allerdrngs bestimmt, daß die ausgeführten deutsch«« Warrn ausschli"Uich im Gebiete dos beteiligten Entente, 'taaies vcrlvendet oder verarbeitet werden dürfe«. Selbstverständlich fehlt aber jede Möglichkeit zu ko«, trollieren, ob diese Vestimmung auch eingehalten wich.

DieZeit" urteilt über das neue Sachlieserungr- .'.bkommrn u.a.: Alles in allem wird man sagen dürfe«, vaß wirtschaftliche Vernunft infofern zu Worte gekommen ist, als die ganze Art deS Verfahrens den üblichen San. delsgebräuchen unterliegt. DieT ä ql. Rundschau" erklärt: Der Rathenaufche AuSbeutungSplan neuester Fak- fang dürfte sich als daS geeignete Mittel erweisen, trat unseren freien Handel zu erdrosseln und unser« Ab» fatzgebiete auf dem Weltmarkt fremden Industrien frei» zugebe» und eine von Ententegunst lebende Industrie gvoßzuzüchten.

Deutsche tzafenbautc» In Fiume?

Belgrad, 28. Febr. Die deutsche Regierung bat der südslawischen Regienlng, wie der .Trgovlnski @ta«;:if" berichtet, augeboten, anstatt eines Teiles der Entschädigungszahlungen in bar in vervältnlswätzlg kurzer Zeit mit deutschen Arbeitern und denttchem Ma» ferial den Hasen von Fiume zu einem grotzen unv inoveruen Hasen umzugeftalten. Die südslawische Re» gteruug bat dieses Angebot In Erwägung gezogen.

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Die Ksiismiiz im Sema.

Dir Borbereituugen für dir Konscrenz von (Senne.

Berlin, 1. März. Heute trat der Reparation», ausschus; des NeichswtrtscktastsratS zusamtnen, um sich mit den Arbeiten für die Genueser Konferenz zu »e- schäft!gen. In der Sitzung Wareit das RetchSwtr». schasisnitnlsterium, daS Finarlzministerium. daS Wie» derausvaumtnisterium und das Ailswaritge Amt teer» treten. Staatssekretär Hirsch vom ReichswirtschastS» mtnifierlum eröffnete die Sitzung mit längeren «u<3» sübruugen. In denen er erklärte, die Arbeiten der ReichSregicrung seien im vollen Gange. Sie könnte« sedoch zu keinem Abswiub gelangen, ehe nicht die Ver­treter der verschiedeiten Stände und Berufe ihre An­sichten zu erkennen gegeben dätten. An der Aussprache beteiligten sich der Vorsitzende des RelchsverbandeS der deutschen Industriellen Geheimrat Bücher und Hugo S t i n n e s. ES wurde schließlich beschlollen, die wsrlschastSpolitischen und Verkehrsstagen den ent­sprechenden Ausschüsten deS ReichSwirtschastsratS zu slbcrweisen. Daraus wurde das SachlieserungSab» rommen besprochen. . |

Di« Zulassung Rußlands nach Genna.

London, 1. März. Der Berichterstatter bet Times" In Brüssel meldet, chaS internationale Kon» fortium für den Wiederaufbm Rußlands solle gegen den Ist. März gebildet werden. Bisher sei nichts be­schlossen worden über die Sicherbeiteit, die die an dem Konsortium interessierten Regierungen und Industriel­len den KausleulKN, die Waren nach Rußland liefern,' geben würden.

In einer bei der russischen HanbelSdelegation in London clHßetroffenen Mitteilung Tschitscherins heißt es, es sei von Vorschlägen gesprochen worden, die voll- stäiidig im Widerspruch mit der Entschließung von Cannes zu stehen schienen. Wenn solche Vorschläge an­genommen würden, so könne die Folge davon sein, daß die russische Regierung gezwungen werde, ihre .v»alt!ing gegenüber der Genueser Konserenz zu än­dern. Wenn beispielsweise der Plan einer sechs­monatigen Probezeit für Rußland als Grundlage für die Konferenz angenommen werde, so würde die Tettitahine Rußlands an der Konferenz fraglich wer- den. Einstoicher Plan fei vollkommen unannehm­bar.

Antrag Argentiniens und Brasiliens.

Paris, 1 März. (Havas) Argentinien und Brasilien haben an Italien daS Ersuchen gerichtel, zur Teilnahme an der Konferenz von Genua zugelassen zu werden. Italien hat die verbündeten Reaienmgeu von diesem Ersuchen verHändigt.

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Räte-Nuhland.

Parade in Moskau.

Moskau, 28. Febr. Der vierte Jahrestag der Schaffung der Roten Armee wurde mit einer großen Parade begangen: außerdem sand eine Mastenver- sammluiig im großen Theater statt, wo Trotzki auS» führte, es sei möglich, daß die internationalen Be­ziehungen Rußlands im Frühjahr verwickelter würden. Das Proletariat mfifle sich also vorbereilen, um einen etwaigen Schlag zu parieren. Jede Woche der Ver­schiebung der Geitiiakonserenz müsse für die Rot« Armee, eine Lehr- und Vorbereltiiugswoche sein, denn die Zeit, die Rußland notgedrungen aus dem Gebiet« der Diplomatie verliere, tuüsse durch die Stärkung der Arme« einHetzolt werden. Am L Mal teürj« 6» M