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müsse«, ob die Franzosen mut tatsächlich die Kchft

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, Bon unserem wirtschaftspolitischen Mitarbeiter.

Beim Rkichskohlenkommissar schweben zurzeit Brr- Handlungen über die Heraufsetzung deS deutschen Lohlenprei ses bis auf den Weltmarktpreis. Wenn diese- Ziel erreicht werden soll, wird die Tonne Ltein. dchlen, die fetzt in den deutschen Häfen etwa 800 Ml. feget, auf 1150 Mark zu stehen kommen müssen. Ein Teil dieser Mehrerträge wird zur Deckung der höheren Löhne der Bergarbeiter erforderlich sein; denn diese Haben eine dreißigprozentige Lohnerhöhung gefordert.

Einen anderen Teil der Mehreinnahmen will man zur Erweiterung der deutschen Kohleubasis durch Anleg' «ng neuer Schächte in dem deutsch gebliebenen Teile Eberschlesiens verwenden. Das ist umso notwendiger, ils die großen deutschen Kohlengruben in dem pol. uisch werdenden Teile Oberschlesiens heute schon als verloren angesehen werden müssen. Die gegen, wärtige Hausse in oberschlesischen Werten ist darauf zurückzusühren, daß sdas englische und ftanzösische Kapital zurzeit mit Hochdruck daran arbeitet, die deutsche Großindustrie in Oberschlesien in ausländischen Besitz zu bringen. Wie es scheint, bietet das Valuta. Karte Ententekapital derartige Preise, daß der Uever- gang der Aktienmehrheiten aller großen Unternehmnn- ßtn Oberschlcsiens in englische oder ftanzösische Hände nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte. Da die Anlage neuer Kohlengruben aber lange Zeit in An­

spruch nimmt, ist es angesichts des starken deutschen Kohlenbedarfs notwendig, so schnell wie möglich kür einen Ersatz der verlorenen Produktion zu sorgen. Tie dann noch verbleibenden Erträge aus der Kohien- preiserhöhung sollen für Kriegsentschädigungszwccke Verwendung finden.

Erscheint unter diesen Gesichtspuitkten die Koyten- preiScrhöhuvg als ein Vorteil, so sind andererseits auch ^starke Bedenken vom Standpunkt der deutschen Industrie aus geltend zu machen. Eine Verteuerung des Kohkenpreises um fast 5O»/o muß in den Preisen aller in Deutschland hergestellten Waren zum Aus­druck kommen. Diese ungeheuere Steigerung aller

zur Deckung seiner Besatzungskoßen auÄedmrgeu. Schon jetzt macht sich aber gegen das SachUeferungs- ftifibem der stärPe Widerstand der englischen Industrie geltend. Selbst im Handelsblatt der .Dimes" wurde kürzlich von sachverständiger Seite geschrieb«, daß die einzige Möglichkit, große Entschstdigungen « Waren von Deutschland zu erhalten, ohne die enMche Irr- dustcie zu ruinieren, die sei, die empfangenE Waren zu z e r st ö r e n. Das toite natürlich Wahnfiim, weun es vielleicht auch den englischen Händlern und In­dustriellen nicht ganz unangenehm in den Ohren klingt. Derselbe Mitarbeiter derTimes" wirft zum Schluß die Frage aus: .Menn Deutschland auch zakssen könnte, wie können wir auf neunen?" An dieser unlösbaren Schwierigkeit mutz das System der Sachleistungen bcnso scheitern rote daS der Barzahlungen.

der Umstand, daß sie den Entschluß hatte fassen können,. Schauspielerin zu werden, mit in Betracht. Richt, daß er hier irgendwie verallgemeinerte, nein, dazu toat er denn doch zu aufgeklärt, vorurteilsfrei und em- sichtig, nur seine Frau durfte nicht» an sich h<wech was irgendwie mit einer Kulissenatmosphäre in «rt* bindung stand. 1

Thea dachte: JESenn er mich letzt fragen würbe« ob ich ihm zuliebe der Bühne entsagen wolle alles, alles gäbe ich seinetwegen hin den erträumten! Lorbeer, den meine Bühnenkarriere mit bringen soll nichts will ich weiter vom Leben, ÄS nur ihm angehüren. Ich liebe ihn ja so sehr liebe ihn, mast er auch ein noch so krasser Egoist sei«. Ja, sogar, diesen Zug an ihm liebe ich..." 1

Sie fieberte förmlich. Sie atmete schnell, und Frck, den eine dumpfe Ahnung von dem, waS sich in diese, jungen Mädchensette soeben vollzog, beschlich, sagte: !

Wir gehen viel zu schnell, gnädiges graul ein, vergeben Sie mir das Tempo, das ich angeschlagen habe", dann nach einer sekundenlangen Panse fügte er hinzu:Nur mein Schritt ist so so durch- gängerisch sonst bin ich schwerfällig in meinen «nU schlössen bin ein richtiger Pedant. Vielleicht nehme ich viele Dinge zu sehr unter die Lupe. B-i zu genauer Betrachtung verliert ja so manches an Glanz und Wert, aber auch vielerlei EnttäuschunZen werden! einem, wenn man alles reiflich erwägt und prüfte erspart." (Fortsetzung folgt.)

schädigungskohle zu befreien, so erwächst ihm eine neue, vielleicht noch größere Gefahr aus dem ftanzösische« Bestreben, die Sachlieferungen fikr Entschädig- nr.gszwecke noch über das Wiesbadener Abkommen hinaus auSzudehuen. Die neueren Vorschläge deS Ent- sch ädigungs ausschusseS, durch die den französische« und belgischen Interessenten die Möglichkeit gegeben werden soll, ihren Warenbedarf direkt von der deutschen Industrie auf Entschädignngskonto zu beziehen, ist nicht nur vom deutschen Standpunkt aus bedenklich. Ins­besondere muß die Forderung, datz auch für die Lander der Kleinen Entente umfangreiche Sachliesernngrn Vo­der deutschen Industrie übernommen werden sollen, eine empfindliche Schädigung der englischen Industrie zur Folge hccke«, da deren Wettbewerb auch tm euro­päischen Südosten damit ausgeschaltet werden kann. Das ist ftellich in erster Linie Englands Sorge. Man wird aber bis zum Beweise des Gegenteils bezweifeln müssen, daß England, das schon daS Wiesbadener Abkommen mit scheelen Angen angesehen hat und durch ! die Beschlüsse von Cannes weitgehende Vorbehalte gegen das SachliefenrngSsystem geltend gemacht hat. diesen ungeheueren Erweiterungen der deutschen Natural- lieftrungen seine Zustimmung geben wird. England selbst hat biÄher nur Farbstosslieferungen auf Ent- schädigungskout» von Deutschland erhalten und zwar bis Ende 1921 für insgesamt 577 OOO Pfund Sterling. Es hat sich zmu Ausgleich für die von Frankreich in Wiesbaden «uslbeduiDenen deutschen Ratuvalleiftun- gen aus den deutschen Barzahlungen der Jahre 1921 und 1.922 die Summe von 500 Millionen Goldmark

zu Weltmarktpreise« bezahlen werden.

Wenn es England in der Tat geling« sollte, sich von der Unterbietungskonkurrenz der ftanMschen Sfa'

Warenpreise aber trifft nicht nur die Wettbewerbs­fähigkeit der deutschen Ausfuhr, die ja nach dem Willen Englands getroffen werden soll, sondern noch schärfer die inländischen Verbraucher, deren Kaufkraft schon jetzt Aark geschwächt ist. Die Teuerung der gesamten Le­benshaltung lastet auf unserem ganzen Volke, _ am meisten aber auf den Staatsfinanzen, da die fort- während wachsenden Ausgaben für die Beamtenbe- soldntig nicht mehr auf dem Wege der Besteuerung aufgebracht werden können. Zu den Industrien, die resouders mit den Kohlenpreisen zu rechnen haben, zchön z. B. auch die deutsche Kaliproduktion. Arbeitet diese mit zu hohen Unkosten, so werden die künstlichen Düngemittel für die Landwirtschaft unerschwing­lich. Dadurch wird wieder die deutsche Volkser-'.cch- rung schwer gefährdet. Kurz, die Folgen einer zu starken Erhöhung des Kohlenpreises für. unsere Bolks- gesamtheit sind unabsehbar. Allerdings richtet sich die englische Forderung, der wir in Cannes z n g e st i m m t haben, datz nämlich der deutsche Kohlenpreis auf den Weltmarktpreis gebracht werden soll, nicht allein gegen den deutschen Ausfuhrhandel, sondern auch gegen den Mißbrauch, den die Franzosen mit den von Deutsch- land erpreßten Kohlen getrieben haben, indem sie diese unter dem Weltmarktpreis bezahlten und zu Schleuder- vreisen weiter verkauften, wodurch der englische Seeg- eau ruiniert wurde. Die englischen Vorbehalte zum Wiesbadener Abkommen enthalten deshalb ausdrücklich die Bedingung, daß der von Frankreich an Deutschland zu zahlende Kohlenpreis von den Verbündeten gemein- {am festgesetzt werden soll. Man wird abwatten

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die köstliche » Speise-Schokolade! z

Marburg und Umgegend.

Marburg, 25. Februar (Hornung).

«in Sojährige«. Am Montag, den 27. d. MtS. feiert Herr Superintendent a.D. D.>Wolff in Cassel seine« 90. Geburtstag. Gewiß werden gar manche deS Mannes, der als geisiersüllten und warm­herziger Prediger und treuer Seelsorger vou 1857 bis 1884 ht reichem Segen hier gewirkt hat, gern und dankbar gedenken. Wir senden dem teuren Mann,

der in großer Leibesschwachheit, doch noch in seltener Geistesfrische nach einem arbeitsreichen Leben in Cassel seinen stillen Feierabend unter der treuen Pflege seiner einzigen Tochter drei seiner 5 Söhne sind Geistliche in du hessischen Kirche verlebt, unsere herzlichsten

I Glückwünsche zu steuern Ehrentage. In der März- I nummer des Reformierten Gemeindeblattes wich ein kurzer Lebenslauf des Jubilars erscheinen.

* Born Landerausschuß. Die Tagung des LandesausschusseS ist am Mittwoch zu Ende gegangen. Es konnten nicht alle Vorlagen und Anträge, die auf Grund gesetzlicher Anochnung einer Prüfung und Vor- beratnng durch den LandeSausschutz unterzogen werben I müssen, bevor sie die Vollversammlungen deS Ksm- ! munallandtageS beschäftigen können, diesmal eriebigt I werden, es ist deshalb eine wettere Tagung de» LandeS- I auSschusses auf den 2L März einberufen worden.

I * DaS Arbeitsamt schreibt: Tie Zahl der Erwerbslosen hat in der verflossenen Woche weiter zu- I genommen. Sie stiegen in der Stadt Marburg von 106 auf 132; auf dem Lande von 107 auf 115. Ab­gesehen von den ungelernten Acheitern sind eS besonder Schuhmacher- und Baugewerbe welche zafstrriche Er- »oerbSlose stelle«.

Nr. 48

Sonnabend, 25. Februar Hornung ,

1922

Grün 50 IL . . J

* Ausgestellte Gemälde. B« Ebel sind etmgev Arbeiten von Karl Dörbeck« ausgestellt. Die Begabung deS Künstlers, den seelischen Gehalt seiner Bildvblekte graphisch zu vermitteln, wird bei den Porträts offenkundig. Die Dargestellten, als Meister deS Wort» bekannt, sind hier in dem glücklichen Moment des Fürsich-seins erfaßt. Statt erwarteter Lebhaftigkeit und Anregsamkeit ttnrft hier die Befähigung des Künstlers Verinnerlichung im» Intimität bald durch letzte Bereinsachung linearer Mittel gesteigert, bald durch reizvollen yarbakkock gebunden. Den Landschafter in feiner unbeeinflußbaren Eigenart erweist die gwßgesehene Lithographie eines hessischen Wald- winkelS. Der kürzliche Ankauf graphisch« Blätter durch die Kunsthalle Bremen und daS staatllche Kupferfirch- kabinett Berlin spricht für die Schätzung deS Meisters.

Dr. K. i

-* Erledigte Schulstellen. 5m RegierungS-, bezirk Casiel sind zurzeit «lebigt bezw. anstragsweift be»' scht eine Hauptlehrerstelle, 26 Lehrerstttlcn und «ne Lehverinnenstelle. ______

Spielerschar könnte damit beitragen zur Berkündigunr religiöser Volkskunst. zur Beckreitung gutes Kultur^ d ®-

* Die Jahresversammlung der Ruhe­standsbeamte« fand am 83. im Haufe Freidhof statt. AuS dem vom Vorsitzenden, Pofwirektor a. D, Rautenberg, erstatteten Jahresbericht ist bemerkens­wert: Die Zahl der Mitglled« beträgt z. Zt. 162, darunter 72 Witwen. Diesen wurde in ihren PensionS- angetegenheiten vielfach Rat und Hllfe vom Vorstand« zuteil. Ferner wurden einige wirtschaftliche Vorteile erreicht. Die PensionSerhöhnnge« vom L L-krober v. Js. ab (bis zum Sechsfachen der Frickensbezüge) sind erfteu- Lch, aber größtenteils noch nicht gezahlt. Leid« be* ftefen unter den Ruhestandsbeamten <mffalfenbe Ver­schiedenheiten, die zn berechttgte« Klagen Anlaß geben.: (Besserstellung der preußischen gegenüber den Retchs- Ruhestandsbeamten hinsichtlich des TeuerungszufchlagS,, llnterschick zwischen den vor und muh dem 1. Aprft 1920 pensionierten Beamten zugunsten der letzteren.). Die Beseittgnng dies« und ander« Mängel, sowie Über-,' Haupt die Verbesserung der Rechtsverhältnisse der Ruhe« standsbeamten und Witwen, die zu erreichen sie' ein-, zeln völlig außerstande sind, ist daS Bestreben de» Reichsverbandes d« Ruhestandsbeamtrn unb Hrnterblre-' benen. ES sollten daher diejenigen Ruhestandsbeamten pnd Witwen, die die Mitgliedschaft noch nicht nach­gesucht, aber die Erfolge und Vorteile von den Mühen und Opfern d« bisherige« Mitglied«» geerntet haben oder demnächst genießen werden, sich entschließen, der hiesige« Ortsgruppe beizutreten. Jahresbeitrag 3 Mark, Wtt- toefn die Hälfte. Anmeldungen beim Vorstande, Am

GefetzeSverächter hinzufteve«.

Der UntersmhnugS richt« Hat) dem bteberigea Stand d« Angelegenheit ben von den Staatsanwalt, schäft Potsdam beantragte« HapbeM abge lehnt.

(Nachdruck verboten.)

Verkannt.

Roman von Hedda von Schmid.

Fortsetzung.

An einem Zkachmittage, Ende November, hatte Thea in bet Leipziger Straße Einkäufe gemacht und wollte auf ihrem Nachhausewege noch ein Stück planlos dahin- schlendern, bevor sie eine Elektrische zur Heimfahrt si, die MeiWraße bestieg.

Er war ihr in letzt« Zeit zur Gewohnhett ge­worben, auf der Straße ihre Blicke unwillkürlich suchend umherwandern zu lassen. Flitzte ein elegantes Privatauto vorüber, so durchzuckte es sie jäh; am Ende ist Frck Delarue bet Insasse des Wagen-

Im Gewühl der Menschenmenge die zu Fuß auf dem Bürgersteige dahinwvgte, glaubte sie inun« wird« einen blonden, kurzgeschorenen Kopf mtt einem schmalen Gesicht einem kurzen, blonden Bärtchen auf ber Ober­lippe und scharfen, graublauen Augen auftauchen zu

Enlmuttgt und körperlich wie zersc^agen kam sie vstmals von chren Gängen nach Hause, warf sich Hann in ihrem kleinen Zimmer auf ben Schlafdiwan, Eoß ihre Augen und zwang sich Freds Bild Zug

Zug vor ihren geistigen Blick... So quälte sie dahin. Ihre neue Lehrmeisterin meinte oft an­erkennend:Fräulein Gröning, Ne haben jetzt eine Rote in Ihr« Stimme die Ihnen bish« gefehlt hat. Ich bin wirklich außerordentlich zuftieden mtt den Fortschritten, die Sie machen."

Dieses Lob tröstete Thea einigermaßen.

Ihr war eS, als habe sie jetzt nur noch ihre Kunst!

! Sie entsann sich einer Aeußerung ihres Schwagers i Franz:Du hast noch nichts Schweres «lebt", hatte er gemeint... Nun wußte sie es ja, der seelisch:

- Schm«z war auch ein gewaltiger Lehrmeister... Sie ! Btt unter der Enttäuschung, die Fred Delarue ihr zugesüzt hatte. Aber mochte Henrika ihn zehnmal

müssen. Oh, iwr Frau Baronin von Strodtman« würde die bürgerliche Schwiegertochter vermutlich lange nicht nach Wunsch sein. DaS konnte mau sich ja leicht denken.

Etwas in Thea GrSningS Sarit lehnte sich halb unbetont gegen das alles auf. Er fragte beiläufig nach Henrika. Unter gleichgültigem Geplaud« hatte er Theq, oh« daß fie «S gemerkt, von ihrem Wege abgttenkt, sie standen nun in bet SiegeSallee und schritten tiefer in den Tiergarten hinein.

Der erste Frost hatte das Laub stark entfärbt.

ES war ein grauer Tag windig dunkle Wolken zogen rasch ünd tief Aber die entblätterten Baum- fconen dahin.

Theas Herz krampfte sich zusammen.

Gleich gleich wirb er mich fragen nmh [meinen Stickten fragen'*, dachte fie, utck da sagte I er auch schon in harmlosem Ton:WaS macht die

Kunst, mein gnädiges Fräulein?" '$,' Sie blüht und grünt, Herr Delarue." ~ '

Eine plötzliche Kampfbereitschaft überkam sie.

[Warum quälte sie sich so seinetwegen? Wenn.er sie wirklich gern hatte mehr noch als nur gern, trenn IeS bei ihm kein müßige, <Spid war, warum machte I er denn nicht dem Hangen und Langen schnell ein [Ende?

Warum erbeten seine Augen ihr gegenüber eine andere Sprache als seine Lippen? Sie kannte nur jo wenig die Männer. GröningS verkchrteu eigentlich I nur in b« Berwandtschaft. Ein paar Vettern von Thea, semmelblond und höchst unbebeutenb, zählten, I ihrer Ansicht nach, nicht mit Heino betrachtete sie, wie einen jüngeren Bruder..« Fred Delarue war de» erste Staut, bet ix ihr Leben getreten war, dessen Bild fie erfüllte.

Doch fie empfand instinktiv, baß ihr Entschluß» zur Bühne pl gehen, eine Klippe war, über die Fred [nicht so leicht würde hinwegkommen könne«. Dabei I ahnte sie ja nicht einmal, wie wichtig und komfüiziert [er diese Situation «mffaßte. Für ihn kam ja jchon

o o

Mittellungen aus dem Leserkreise.

Blumenspenden »erben bankend j. abgelehnt.

JU Freud und Leid spielt bei uni Deutschen Blume eine große Rolle. Ein Geburtstagsstrauß, Blumengebinde oder blühende Pjlan»e darf wohl bei keinem Famillcnfeste fehle«. Die Blume zaubert era. köstlich Stückchen Natur in lieblicher Farbe und Form hervor, an dem sich Herz unh Auge erf-uen kann. Mtt wieviel Mer Wehmut, ja Andacht ruht das Ange del Kranken auf ben lieblichen Kinder FloraS, die llm znr^ Freude dargebracht wurden. Konnte « sich doch schon; (an«t nicht mehr draußen in Gottes freier Natur ihrer bunten Pracht erfreuen. Gibt es auch Menschen, dre die Blumen nicht leiden mögen? Man kann es fast nicht glauben. Und dochBlumenspcnden wecken dankend abgelehnt" so liest man ost in Anzeigen ba Stekbefällen. Liebe teilnehmende Menschen möchten de» Entschlafenen gerne ein Liebeszeichen in Form nneS ÄNnzeS ufw. darbring em. Der Tote sieht mtb ver^ steht eS mit leiblichen Augen und Sinnen nicht mehr: tun die Angehörigen aber recht, diese gute deutsche tottte oft in verletzender Form zu verbieten? Hat btt Ente fdjtafene die Blumen so gehaßt, oder ist er deren nicht.

Der Fall Kähne.

Nach den Aussagen Herrn v. Kähne» unb des Försters Wiesbach, die diese bei dem Ortstermin gemacht haben und von denen die Aussage be3 12- -ährigen Pflegefthns deS vettetzten Rietert nicht wnder- sich abweicht, hat sich bet Zwischenfall erheblich au- ders abgespielt, als bisher aug^eben wmwe. Herr v. Kähne hat danach er ft eingegriffen, alser bei dem minutenlangen Ringen zwischen dem Fbester und Rietert zwecks Fortnahme von Axt und Sägenden Förster in Gefahr glaufcte. De« Sch' habe Herr v. Kähne in ber Notwehr abgegeben, »as An- «firten, ihn mtt dem KSHneschen «sspann zum Arzt zu f ah re n, lehnte Niotert ab unb entfernte sich batui lanGfam. Daß Meiert später zu Boden geraten isst will todtet v. SS)ne noch Wiesbach gemertt ha»>en Durch das verspätete gertchlliche «ngreisen und Aus- klären deS Faltes ist den Linksparteien eine will­kommene Gelegeuheit g*t*en worb«, di-A»grtegenhett parteipolitisch auszuskUachtcn; wie e» schrtirt, ent-

einen Egoisten nennen, sie glaubte doch nicht, daß er I zu den Männern gehörte,,die aus ndWm Shtel mit ber Ruhe eines anderen Herzens selber em to unteres Gefühl verraten, daS sie in Wahcheit lckoch keineswegs besitzen... Da mußte irgendein wlchuzer Gmud voiliegen, ber Feed davon «bhrett, ein Wuwer- I scheu mit ihr herbeizuführen. I

Ihr Blick glitt auch heute suchend Aber die Passan­ten auf der wie immer ftark belebten Steche dahm unb da ganz unerwartet ftand F«b plötzlich I dicht vor chr sie bemerkt« ihn anfangs ßac nicht wie aus dem Eckboden emporgewachscn, war er mit I einem Male ba...

Oe erschrak bei feinem unerwarteten Anblick so sihr, daß fie jäh die Farbe wechselte nick eins ber I Beinen Pakete, die sie am Mndfaden truft ihre« zittern­den Händen entgleiten ließ.

Fred bückte sich danach^ und nahm ihr bau« mtt einem zuvorkommenden:<3te gestatten, gnädiges Fräulein", auch die anderen beiden Pakete ab.

Darf ich Sie ein Mckchen begleiten, Fräulein flföhdng?" . . - . i . |

nickte stumm

Run war alles, «ckles gut! Ausgeläscht bie Leiden ber letzten Wochen. Er würde ihr sein Fernbleiben erllären. Ein so viekbescbäfiigter Mann wie er war ja doch nicht immer Herr seiner Zett. Nun erschien eS chr plöMich töricht, daß sie sich fa sehr feinet, wegen gegrämt hatte.

Allein Fred kam es überhaupt nicht in ben Sinn, sich Th«l gegenüber irgendwie zu rechtfertig«. Er sagte bloß so nebenbei:Ich bin indischen ht Eng­land gewesen. Und im Lauft der nächßen Tage hole ich meine Mutter aus Wildungen ab. Weine Mutter kann es niemals langt ohne ihre beiden Jungen aus- halten", fügte er Hinz».

Er hatte solch liebes, Helle» Lächeln, w«n er von seiner Mutter sprach r '

Thea empfand einen Stich ber Eifersucht.

Mit seiner Mutter würbe fie sich natürlich ffcklen

Die Anfführnn« bei mittelalterlichen Auferstehungsspiel« durch hiesige Studenten und Studentinnen im Phllipprhaus am Donnerstag Abend War eine schöne, erfolgreiche und dankenswerte Tat. Heber die darstellerischen Leistungen koll hi« keine ein- gebenbe Kritik gegeben wecken. Rur ft viel sei sestgeftellt. daß daS Einzel- als auch dar Gesamtspiel von einer tüchtigen Vorbereitung und einem liebevollen Versenken in ben Stoff zeugten. Da« Bühnenbild paßte sich mit den einfachsten Mitteln stimmungsvoll dem Ganzen an j Eine Stunde tiefsten religiösen Erlebens bedeutete dies« Abend für dir Besucher, die mit sichtlicher Ergriffenheit dem Spiel mtt seinem bekannten Stoss folgten. Den Höhepunkt bildeten: $*r AnftrstrhungSsieg Jesu über die schlafenden Wächter, ba trotzige Kampf LuziferS gegen den Auferstandenen, die Befreiung bet Frommen aus der Hölle Gewalt. Es war eine glückliche Tat, auS ber Zett deS Mittelalters ein geistliches Sptel In unfern Tagen | neu aufleben zu lassen. Vielleicht ist la unsere Zeit | gerade wieder empfänglich für das echt Volkstümliche. daS vereint mtt dem Künstlersichen und Kirchlichen (Ncli- [ giösen )aus diesen alten Dichtungen spricht. Die SchSn- | hett der Sprache, ihre Schüchthett, BolkStümlichleit mach- | ten ihren besonderen Eindruck auf den Hörer. WttcheS ] war b« äußere Erfolg des Abends? Der Saal war an- | gefüllt mit Sudenten und ©iubeutmeen. Doch fehlte ] die Marburg« Bürgerschaft. Sehr wohltuend wirkte es, [daß man (wohl von stutartischen Kressen h«)Volk" [ und Jugend geladen hatte. Es ist schccke, daß der christ- [ siche Teil der Marburger BevSlkeruug diese tiefernste rclli- [ giöse Feier nicht miterleben konnte. Mrd man vielleicht I noch eine zweite Aufführung hier wagen? Bittleicht

best««« bie bauvtsächüchfteu Anschuldigunae» bei [ zieht nut« auch ben Gedanken in Erwägung, die oberste« <hn> ow «her B itdensallr erreicht: I Klassen der Schulen pl laden und auch in kleine« Land- KS X I ft&ten (Wetter, Kirchhain) da- Spiel auszusühreu. Die