1922
Stimmen betragen.
Anschläge ans Engländer in Kai«.
Die LebenSeriunerungen bc-3 Kronprinzen. Wie die Blätter meiden, wird der frühere Kronprinz feine LebcnAerinnerungen im Laufe des Frühjahrs tm Ver-
Berlin, 21. Febr. Dem „Verl. Tagebl." zu- folßc befaßte sich gestern eine Kabinettssitzung mit der Frage der Dnrchsührung der Sachlieserungen, zu deren Lösung sich augenblicklich die Abordnung des Kutschädigungsausschusses in Berlin aufhAt.
wurde. Die britischen Behörden von Kairo haben eine Hobe Belohnung aus die Ergreifung des Täters ausgesetzt.
Blutige Zusammenstöße in Indien.
London, 20. Febr. Amtlich wird gemeldet: In Kanaighat (Assam) wurden Polizisten bei dem Versuch, eine verbotene Versammlung aufzulSsen, von der Menge angegriffen. Drei Polizisten wurden gerötet, drei wettere schwer verletzt. Durch das Feuer der Polizisten wurden acht Personen verletzt.
ainander hinzuftcllen und ihre Befugnisse gegenseitig «uszubalanzieren. In den anderen Ländern, in denen I die Vielgestaltigkeit des Partrilebens, also die Partei- I Zerrissenheit, dem politischen Leben den Sinn-! pcl aufdrückt. hat der Parlamentarismus schon manche I seltsame Blüte getrieben. Wir haben soeben ein merk-1 würdiges Beispiel davon durchlebt, und da gleichzeitig I in Italien sich etwas ganz Aehnliches abspielt, kann man I mit Recht von einer verblüffenden Duplizität der Er- I eiamste sprechen.
Auch in Italien handelt es sich um die Frage der I großen Koalition, die zu einer anscheinend unlösbare!, Krisis geführt bat. Die beiden stärksten Parteien und die Mehrheitssozialisten und das Zentrum, dort Popolari oder Vclkspartei bezeichnet. Die Partei der Katholiken hat erst innerhalb der letzten Jahre ihre entscheidende Bedeutung erlangt, seitdem der Vatikan die frühere verbotene aktive Beteiligung an der Politik freigegeben hatte. Beide Parteien ringen um die Führung, sind aber m>cht imstande, jede für sich einen Anhang nm sich zu scharen, der ihnen im Parlament eine sichere Mehrheit verbürgte. So schwanken sie von rechts nach links, und | beide können sich nicht entschließen, die eigentliche Partei der Mitte unter der Führung Giolittis in ihre Koalition aufzunehmen, die ihr allein- die unbedingt erforderlich« fest« Grundlage verleihen könnte. Wenn man die Partei Giolittis in Italien mit der Deutschen Volks- I Partei in Deutschland vergleicht, erkennt man, wir ähn- I ätdj und wie verfahren die parlamentarische Lage in I beiden Ländern ist. Das Kabinett B o n o m i wurde vor kurzem gestürzt ttnü man mit einigen seine? Maßnahmen I nicht einverstanden war. Sein Vorgänger Orlando und I der Kammerpräsident de Nicola waren nicht imstande.
Jlt.44
Grlimo tes AeitM-k-nMsim.
Die Haltung »er Regierung bei Erneuern«, des I Ausstandes.
Berlin, 20. Febr. In einer Sonderausgabe I des RrichZverkehl-Sblatts nimmt der Neichsverkrhrs- I Minister zu der Möglichkeit der Wiederaufnahme des I EifcnbahneranZstaadcs folgenderrnaßen Stellung:
D-:r Vorstand der Rricksgewerkfchaft deutscher I Eise, i ahnbeamtrn nnb Anwärter beschäftigt sich neuer-1 dirg-i mit dem Gedanken der Wiedernusnah« des I Streiks. Ich mache darauf aufmerksam, daß der I Reichstag in überwiegender Mehrheit den Standtzankt der Regierung in der Streikfroge billigte. Der Reichs- I kanzler hat zu dieser Frage in der Reichstagssitzung vom 9. Februar nachdrücklichst erklärt, daß ein Streik- recht der Beamten nicht bestehe und brandmarkte die Arbeitsniederlegung eines Teils der Reichsbeamten, I als „Revolte in der Beamtenschaft". Danach müßt- I bei der Wiederholung solcher Vorkommnisse gegen sed n dir Arbeit verweigernden Beamten mit aller Schärfe eingeschritten werden. Die diesmal geübte Schonung der Mitläufer könnte ni cht mehr in Frige kommen. Die hier wiederge"^benr Erklämng des Reichskanzlers widerlegt aber auch die Yon der ReichSgcwerkfchaft verbreitete Darstellung, wonach j die Re-ch-rregier»ng die jüngst begangenen Verfehl-.'ngen nachträglich milder beurteilen soll alZ bisher. Maßgebend für die Beurteilung sind allein die im Kabinett ausgestellten und im Reichstag von mir bekannt- geg-bcaen und dort gebilligten Richtlinien, für deren Einhaltung ich "die volle Verantwortung übernehme. Ich habe Anlaß, dies mit Rücksicht aus das pslichtgetreue Personal und auf die mit der Unter- suchung der DiSziplinarsAle betrauten Beamten l-r- sonders zu betonen.
Reine Ausstands nrigung der Eisenbahnergewerkfchaft.
Berlin, 21. Rach einer Meldung des .Lokalanz." aus Dresden hat die Konferenz der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner, die aus oanz Deutschland beschickt war, eine Erklärung angenommen, daß ste keine Neigung habe, in einen neuen Ausstand einzntreten. Die Konferenz sprach der Gewerkschastsleimng für ihr Verhallen ihr Vertrauen aus.
Die „Oberhestiicke Zeitun-" erscheint sechrnial wöchentlich. — Etjueevtet« manatlich ohne Zustellung 8.50 Stt, durch die Post 9.50 Mk. Für ausfallende Hummeln t«felgt Streik» ooer elementarer Ereignisse kein Eriag. — Derla, von De. E. Hiheroth. — Druck der llniv^Buchdruckeret von Jod. Aua. Koch, Markt 21 £3 — Aernspeocher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Matu.
Griechenland.
Beschlagnahnid eines sranzSflschen Dampfers. I
Athen, 20. Febr. Die Presse berichtet ausführlich über die Beschlagnahme des französischen Dampfers .Espoir" durch die griechischen Behörden. Die meisten Zeitungen verlangen, daß die Ladung des Schisses konfisziert werde. Einige Zeitungen behaupten, das französische Scknss habe Munition und Kohlen für die Kemalisien transponiert. Dazu berichtet Ha- vaS, daß die Ladung des Schiffes nur Kohlen enthalten habe. Sie könnten jedoch nicht als Konterbande | betrachtet werden, weil ste zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Tätigkeit in der Provinz Ctltcien bestimmt seien.
Verhaftung der Neffen von VenizelaS.
I Paris, 20. Febr. 20. Febr. Nach einer HavaS- meldung aus Rom erfährt der .Mestagcro", daß die Neffen von VentzeloS auf der Insel Kreta von der griechischen Polizei verhaftet worden sind. Die Polizei behaupte, daß ste Akten beschlagnahmt habe, die Beweise einer Teilnahme an einer von den Anhängern der Venizelos vorbereiteten Aufstands- bewegung bildeten.
Sie TnMtm ier Wiens eea Am
Halbjährliche europäische Konferenzen?
Beilin, 21. Fcbr. Wie der „Tägl. Rundschau" von unterrichteter Seite mitgrteilt wird, ist bei der Birliner Negierung gestern offiziell die Nachricht von der Vertagung der Konferenz in Genua ringe-
6Wagen Im ianhtag.
102. Sitzung des Landtags vom 20. Febr.
Auf der Tagesordnung steht die Beratung des Kulttt»- haushalts. Die Abschnitte Ministerium, allgemeine Vtr- toialtung und geistige Verwaltung werden gemeinsam besprochen.
Aog. König (Soz.) verlangt die Einstellung all-r Erziehung auf das Ziel, die neue Generation zu« Menschheitsgedanken zu führen. Nur auf der Grund- läge einer solchen Erziehung könne der Völkerbund entstehen. Da? Schulwefen müsse so organisiert werden, daß den Volksschülern der Aufstieg zur Universität er- möglich! werden könne. Zu diesem Zwecke müsse an Kultusministerium ein besonderer ReformäuSschuß errichtet werden. Der Sinn der Kinder mülle im Ge- ,'chichtsunterricht vor allen Dingen auf die Gegenwart mnd die Zukunft gerichtet werden und nickt, wie die Deutschnationalen tun, auf die Vergangenheit, die Monav- chie. Die Reptziblik werde bestehen können, sie sei in her Schule auch unseren Kindern beliebt »u macken.
Abg. Dr. Reinhardt (Deutsch«.): Das Kuli«»- Ministerium ist das
eigentliche Wiederaufbauministerium. DaS einigende Band der deutschen Sprache muß pfleg- lich behandelt werden, und die deutsche Familie muß erhalten bleiben, nicht zuletzt dadurch, daß ihr als Er- zielMNgSbcrechtigter Einfluß auf die Schule vorbe- halten tvird. Dem Mittelstände muß c5 ermöglicht werden, daß er seine Kinder auf dem gleichen Bildungsniveau erhalten kann. Me verschiedenen Glaubensbekenntnisse sollten sich nicht gegenseitig bekämpfen, und der evanqe- lischcn Kirche müßten in Anschauung ihrer btfonberetf I Eigenart alle Vergünstigungen gewährt werden, die der katholischen Kirche gewährt werden sollen. Wir bran- ! ch c n die große deutsche Vergangenheit auch für uwere Andecerziehung. Der preußische Kultus ist wahr. Diese» I HesM habe man besonders beim Betreten des Zeug- I hiauses. Ersaßt Sie dabei nicht ein heiliger Schauer, so ist Ihnen nicht mehr zu helfen. (Beifall rechts.)
Minister Dr. Boelitz: Im-Ausschuß hat fick ein hockersreulicher Kampf um dos Bildungsideal entspannen. I Dabei zeigen sich keine parteipolitischen Gesichtspunkte. Kein Ministerium ist so erdrückend belastet mit Klcin- I arbeit wie das Kultusministerium. Die Erziehun, zum Staatsgedanken ist die Hauptaufgabe de» modernen Staates. Ich spreche gewiß nicht für die Per- I gangenheit, aber not tut eine gewisse starke preußische
W a s h l n g t o n, 20. Febr. Aus Moskau wird «ne Mehrheit für sich zu vereinigen, nnb ein zweiter Ver- gemeldet, daß dort Anfang Februar große Arbeiter-1 such Bonoinis, die Regierung zu übernehmen, ist aber- kundgebungen stattgefunden haben. Tausende von Ar- ^scheitert, weil die betreffenden Parteien nicht un'er
beitern hätten gegen die Wahlordnung protestiert und I E>ut zu bringen sind und weil alle in Frage ton»
das allgemeine Stimmrecht verlangt. Rach einer um Giolitti hemm gehen, wie die Katze
stürmischen Versammlung hatten NcdieSraddurch. Brei. Sozialisten und Pop-lari sind kick
Ä ” äff ff «Sff s frei gewählten Sowjets! \ tod( er ni4t bcr Mann ist, der sich ohne weiteres
’----* I ihren Geboten zu fügen bereit ist.
Erziehung zur SiaatSgesinnnng, die den Einzelnen in den Dienst des Staates zwingt. Dämn hat es in der Berga ilgenheit viclsach gefehlt. Die Nation, deren Volk nicht eine staatliche Einheit und Geschlossenheit darstellt, ist von der Vernichtniig dec Kulturiverte bedroht. Dieses Gefühl muß m der Volksschule, in der höheren Schule und aus der Universität ftinen Einzug halten. Von diesem Gesichtspunkte aus Hit die Deutsche Volkspartei die große Koalition gefordert, nicht um in die Regierung zu kommen, sondern um mit« zuarbeiten an positiver Arbeit zum Wiederaufbau unsere» Staates. Alle Parteien der Koalition sind sich darüber llar, daß die Koalition von allen Parteien Opfer verlangt. Wenn die ^Sozialdemokraten für ihre An- fchauuiig Verständnis verlangen, so können die anderen Parteien für sich daS gleiche Verständnis verlangen. Der denllcke Staat ist geschichtlich geworden, und ick läge als Kultusminister, daß die Geschichte unserer großen ! Vergangenheit das Qnellgebiet ist, auS dem alle untere Kräfte wachsen. Wir dürfen nicht immer sentimentale Rückschau halten a»f die Vergangenheit, aber wir dürfen auch nicht utopischen Zukunstsidealen nach- ftreben. Mr müssen der Gegenwart leben, um de« Staatsgedanken aufrecht zu erhalten. Der Trennung vieler Deutscher von der Kirche muß auch Rechnung getragen werden. Die Freunde der weltlichen Schicke sollten aber den Bogen nicht überspannen. Wir brau- chrn eine schnelle Regelung durch ein Reicksnotgesetz. Die Richtlinien für den Unterricht in den Volksschulen I werden demnächst erscheinen. Die Denkschrift für die I oberen und Aufbanschulen ist im Druck. Die Ausbau»- schulen sollen keineswegs verkappte Lehrerseminare ton.^ I Man muß fieilich dankbar anerkennen, daß di- alle« I Lehrerseminare viel Gutes geleistet haben. Bei tns höheren Schulen halten wir an der ncujährigen Dar« fest. Die Befürchtung, daß das Lvzeum von uns vernach- I jZssigt würde, ist unbegründet. Das Lyzeum soll seine I siebenjährige Dauer behalten und durch ein Obcrlyzeu« I gekrönt werden. Ter weibliche« Eigenart soll bebet I Rechnung getragen werden. Bei den Geschichtslchrbsickec I brauchen wir Tatfachenbücher und Ouellenbücher. Da» I Ministerium selbst muß die Herausgabe ablehnen. E» I hofft aber aus eifrige Mitarbeit tüchtiger Pädagogen^ I Ich würde es begrüßen, wenn wir tüchtige Kräfte zu einer I Reformabteilung im Kultusministerium vereinigen könn» I ttn; aber ich halte diesen Gedanken für schwer durch» I s ü h r b a r. Im llniversttätswesen wird die Rekor» I fortgesetzt. Die studentische Vertretung muß entpoli- I tifiert werden. Mr brauchen die Erziehung zur I Praxis, aber sie darf nicht zum Subjektivismus ausarte«.
Äbg. Lauscher (Ztr.): ES wird nicht von alle« I Staatsbürgern begeiferte Zustimmung zu den neue» Verhältnissen erwartet werden können, aber ehrliche Mir arbeit muß die Republik von allen ihren Bürgern hangen. Die Opposition beri nicht zur Verneinung »4 : Staates selbst führen. Dem Zentrum totrö in Wider. ' sprach mit den Tatsachen vorgeworjen, daß eS die Rcv» : I iution mitgemacht und den Föderalismus preiSgegebeH habe. Eine spezifische preußische Kultur. getrennt voi jbet allgemeines deutsches Kultur, mitiiea wir adiehm^
Sie II1.W M.
Mit dem parlamentarischen System ist eS eine eigene S.che, ebenso wie mit der Demokratie. In manchen Ländern, in denen der Parlamentarismus langsam geschichtlich, und organisch entfhtnbtn ist, bewährt er sich als wirksam und genügt allen Ansprüchen, die man an die politischen Einrichtungen stellen kann: daS gilt in erster Linie für England. Bezeichnenderweise aber ist man bereits in dem andern angelsächsischen Lande, in den Ber- (»nigten Staaten von Amerika, vom parlamentarischen System abgekomm en, weil man dessen Unzulänglich- friten selbst in England am eigenen Leibe gespürt hat. Dort ist der Versuch unternommen worden, die drei Regierungsfakforen, Exekutive, Legislative und Justiz als vollkommen gleichberechtigt und unabhängig von
Räte-Ru^land.
Die franzSstsch-tusstsche« Verhandlungen.
London, 20. Febr. Der Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt über die nicht offiziellen Verhandlungen, die zwischen Franzosen und Bol-che- wisten stattfanden, Gras de Saint Sauveun, der Schwager des Besitzers der Creuzot-Mrke Schneider, habe mit einem russischen Advokaten Michailes in Fühlung gestanden. Er habe feit längerer Zeit praktische Per- siche unternommen, um die Sowjetagenten und die Vertreter der Crenzot-Gruppe zufammenzubringen. ; Diele Gruppe habe große Kapitalanlagen in russischen industriellen Unternehmungen, die alle von den Bolschewisten beschlagnahmt wurden und setzt dem Vor- fall preisgeyeben seien. Vor der Revolution war Graf de Saini Sauveun der Vertreter der Erru.vt- Werke in England. Außerdem sei er das Mitglied des Vorstandes eines Finanzk-mzernS, der filr russische Angelegenheiten geschaffen wurde und dessen Vorsitzender bei Botschafter in Petersburg Noulens war. Krassin hab: durch Michailos der französischen Gxuppe Vorschläge betreffend die NÄckecstattung ihres Eigentums unterbreitet. Er habe jedoch an diesen V»rschlag politische Bedingungen geknüpft. Die Franzosen hätten die von den Bolschewisten vorgebrachten Vorschläge nur angehört. Im übrigen müsse daran erinnert werden, daß es die franzcvfische Regierung nicht »b- lchnen werde, mit der Sowjetregierung zu verhandeln, wenn sich diese bereit erkläre, zuverlässige Bürgschaften und nicht allein Versprechungen vorzubriugen.
ArbeiterkundgebuRtzen In Moskau.
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V' 5 Englische Note an Frankreich.
f Paris, 20. Fber. Havas verbreitet folgende ßiote: Die englische Regierung habe am SamSIag ihre Antwort betreffend das Verfahren in der Frage he? von ^Deutschland geforderten Zahlungsaufschnbs i nnb brr hierfür zu verlangenden Garantien an dir französisch« Regierung gelangen lassen. England Erklärt sich mit der Verweisung der Frage an den Entschädigungsausfchuß einverstanden unter den Vor- chchalten, die augenblicklich in den zuständigen Ministerien geprüft werden. Diese Vorbehalte kennzeichnet Her „Tcmvs" dahin, daß die englische Negierung eine 'hcwisse Anzahl von Arrangements, die in Cannes vorbereitet worden sind, endgültig angenommen sehen 'möchte, so zum Beispiel des Arrangement über die Kosten des Befatzungshceres, über die Ausführung drS Abkommens von Wiesbaden und über die Verteilung 'der Sachlicsernngen unter die vcchündeten Regierungen. Luch das abgeänderte Finanzabkommen vom 13. August Müsse unverzüglich ratifiziert werden.
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Mlm Wommen über SMeleiMW.
s Berlin, 21. Febr. Die „Deutsche Atlg. Zeitg." erfährt, daß die deutsche Negierung im Begriffe steht, ein ähnliches Abkommen über Sachlieserungcn, wie es mit der französischen Regierung in Wiesbaoen abgeschlossen worden ist, auch mit den übrigen feindlichen Staaten abzuschließen. Nach diesem Wkommen sollen die Angehörigen dieser Staaten das Recht haben, KSarenJäufc und Bestllliingen, sofern sie im einzelnen Falle den Betrag von 100 000 Frauken übersteigen, in Deutschland zu tätigen. Die Bezahlung soll derart erfolgen, daß die Käufer nur den Preis der in Raren verkörperten Rohstoffe in Devisen entrichten. I- Für die deutsche Arbeit soll der deutsche Lieferant vom Reich die Bezahlung in Pap'ermark erhalten. Dem Reich soll dieser Betrag, in Gold umgerechnet, teuf Reparationskonto gutgeschrieben werden.
England. z * '
— ___I Rom, 20. Febr. „Giornale d'Jtaim" crjäyrt, daß
Wahlniederlage der Koalition. I , ^n parlamentarischen Gründen Orlando und re
London, 2. Febr. Me gemeldet wirb, erutt die I t;nc xpentuellc Zusammcliarbcit mit Giolitti nicht Koalition bei der Ersatzwahl von Clayton (Manchester) ^nnrbme« würde«.
«ne sckwere Niederlage. Der Arbeiterkalckidat wurde mit einer Mehrheit von -3624 Stimmen gewählt. Die Mehrheit der Koaütion bei der vorigen Wahl hatte 4681
Anschläge aus Engländer in Kai«. läge der Eottalchen Buchhandlung tu Stuttgart und
»atro 20 Febr. In Kairo Pud ein Fn- Berlin erscheinen lassen. DaS Werk wird gletchzettig ceninir und ein ehemaliger «tarntet der britischen mit der deuisLen Ausgabe auch in^bollandischet, eng- ! Eisenbahngesellsckaft ermordet worden während «scher, französisch« u::d spani-cher Sprache in «msier- j et« änderet höherer Lisenbahnbcantter schwer verletzt I dam «fcheirien.
Kreises Marbmg.
Anzeiger für (das früher kurheUche) Oberhessen
Marbuvg
Sienstoii, den 2L FebMk Hsrnnmz-
Der Ameigenvteir dettSgt tür die 9 aelp. Z-il« oder deren Raum « Pf,, für de« Milli- metet, amtliche und auswärtig« 80 Pfg. Andere SpaltenbreHtn »--S ent,preßender rn
Berechnung. Spät einlaufend« oder Ben Raum übet -j, Seite einnebmenb» «n- fl/, flütlig, »etaen sind wir berechtigt, nach der Textwaltenbreite ,u etzen und ,u berechnen. M. ReNamen berechn^' nm Die T.l,ZeUe mit 6.00 Mk. Jeder Rabatt gilt al9 Barrabati. Bei »uskunft durch die (f.eirhaitsfteüe und «ermittlunz der Lage- bete 1 Mk. Sonbergebübr.
trosfkn. Bio zu welchcrn Zeitpunkt sie vertagt werben soll, ist nicht angtg'ben worden.
London, 20. Febr. „Daily Chronicke" schreibt: Fn ministeriellen Kreisen wird jetzt angenommen, daß die KonseEWW» S«nra durch den Sturz der Bonvmi- , ngierunfl verschob »n werden müsse. Desglsichen müsse dir Bclkonserenz der interalliierten Sachverständigen zur Vorbereitung des Programms für Genua, die in Kürze fiat!finden ,oll:e, verschoben werde«.
Dcr Berichterstatter des „Daily Telegraph" meleet: Tie Schwierigkeiten bei den Vechandlungen bezüglich der Konferenz von Genua stehen vor ihrer Lösung. Ein endgültiges Ergebnis sei noch nicht errett wokdcn. folgende- seien jedoch die Hauptpunkte, ü6:r dir, wie Man hoffe, die französische und die britische Regierung zu einer Verständigung kommen würden: 1. rin englisch-französisches Uebereintommen über die Haupt- tzrundsätze wird als wesenüich erachtet, 2. die Konfe- «nz v/>n Genua wird angesehen als die erste einer Reihe von Zusammenkünften, die vielleicht alle 6 h Monate stattfinden werden.
j Die europäische „Geschwulst".
PartS, 20. Febr. Der .Petit Partsien' schreibt 16er die Konferenz von Genua, die ersten Schritte, die ldie sranzösischen Sachverständigen unternommen hätten, hätten ein Dilemma gezeigt, da» nicht voraus- »usehen gewesen sei. Man könne eS tote folgt sormu- I fieren: Entweder man wird sich »nächst mit den beut» : schen Problemen beschäftigen, ober die Konferenz von Genua wird unfruchtbar bleiben. Europa Sdnele heute einem Kranken, der eine G e s ch w u l st Habe. Diese Geschwulst sei die tottrschaftliche Lage e Deutschlands. Man könne nicht ungestraft für die Vlachbarn ein große? Land von über 50 Millionen Einwohnern ausschatten, dessen Mark tu einem "Jahr Hon 25 auf 5 Centimes herabgesunken sei. Deutschland könne die Entwertung feiner Mark ausnutzen, um die gesamte europäische Produktion zu beunruhigen. Kenn man aber in irgendeiner Form ihm die Aus- faCr verbiete, erkläre es, daß es zahlungsunfähig sei. tSemt man also diese Unordnung im Herzen Europas Helaffe« wolle, bann fei es unnütz, sich nach Genna zu __teg-bcn. Werde man daS in London begreifen?