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Marburg
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Erstes Blatt
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und Rußland würden auf der Konferenz dir beiden Haupt- tbemen bilden. Deutschland sogar das wichtigere. Welche Wsung auch immer erzielt, werde. Deutschland müsse daran beteiligt sein. Durch das Gewicht seiner etbno- graphischen Masse allein müsse Deutschland eine große Rolle bei den Verhandlungen spielen. Keine Umkreisung könne Deutschland Verbinder», durchzubrechen. Für Deutschland seien in Genua zahlreiche Möglichkeiten vorhanden. Der Weg für den Frieden nach Genf führe über Genua. Nach Deutschland komme an Bedeutung Rußland, das augenblicklich das große Vakuum in der internationalen Lage bilde. Die Tschecho-Slowakei Jet een jeher dafür eingetreten, daß die chinesische Mauer, die I Rußland von dem übrigen Teil der Welt trenne, niedergerissen werde.
Oberpräsident Winnig.
Berlin, 1. Febr. Auf eint Anfrage der Unabhängigen über die Bestrafung des früheren (sozial- dem.) Oberpräsidenten von Ostpreußen Winnig wegen feiner Haltung während des Kapv-Putsches hat i der preußische Minister des Innern erwidert, daß gegen Winnig sowohl ein Strafverfahren als auch ein Dis- ziplinarvrrfahren mit dem Ziele der Entfernung nuy dem Amte eingeleitet worden sei. Nachdem 'ckoch der Oberreichsanwalt da- Verfahren gegen Winnig aufgrund des Amnestiegesetzes vom 4. August 1920 eingestellt statte, wurde auch das Disziplinarverfahren wieder eingestellt und Winnig mit einer Ordnungsstrafe helegt. Die Bezüge Winnigs, der inzwischen I in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden sei, regelten sich nach den gesetzlichen Bestimmungen.
den gedachten.
Noch nie zuvor in der Geschickte bat sick eine rodert Gewalttat abgespielt, als wir sie in den -.ellunaen Polens sehen. Die erste Teilung zeia«. dan in der Gestaltung der L-ölkerschicksale nur die Gewalt. nur die Macht, niemals das Reckt entscheiden. Zweiten» wird daraetan, das, ein Staat, der wie Polen, keine innere Geschlossenheit und keine nationale Wider« standskrast besitzt, der Spielball der Fremdmäckte wer- !den muß. Deutschland der Geaenwart. täusche dick nickt über den Ernst der Lage, sondern lerne nock bei Zeiten au8 dem Schicksal! Der orundftaenveTeilunas- vertrag wurde am 17. Februar 1772 zwischen Rubland und Preußen geschlosien. Am 4. Man trat Oesterreich bei. Im August 1772 erfolgte die endymtsge Unterzeichnung zu St. Petersburg, im Avril 1773 erkannte der polnische Reickstag die Berstümmeluna an. Die erste polnische Teilung gab an Preußen Weftpreußen (obne Danzig und Tborn) und den Nevedistrikt, an Oesterreich Galizien und Sodomtrten, an Rußland das I pant> bis zur Düna und Beresina. Im Ganzen verlor Polen ein Drittel seines Besitzes mit rund 514 Milli- onen Bewohnten.
Die zweite Teilung 1793 und die drifte Teilung 11795 vollendeten die restlose Zerstörung des einst s» blühenden Reiches, das eine wehrlose Beute seiner raubgierigen und mäckttgen Nachbarn geworden war. Unter der napoleonischen Herrschaft von 1807 bi» un» Wiener Kongreß 1815 gab e» ein Großberzogtum Po- len ein Scheingebtlde von Napoleon» Laune un» Gnade. Ter Wiener Kongreß schuf die Grenzen t» 1 aeeemeinm so, tote sie bis zum Weltkriege btftaneeN
Die jDbetbejftld)« Zeitan-" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis menatlich ohne Zustellung 8.50 Mk. durch die Pott 9.50 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. — Verlag von Dr. C. Hitzeroth. — Druck der Univ^Buchbrucketei von Jod. Äug. Koch, Markt 21,25 — Kernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015. Amt Frankfurt a. Main.
Die Konferenz von Genua.
Eröffnung Mitte «»rtt*
London, 17. Febr. „Daily Mail" berichtet, bie Konferenz von Genua sei vorläufig 6:5 MitteApril I versch oben worden. Er verlaute, daß Lemn enb- I gültig beschlossen habe^ an der Konferenz persönlich tcllzunchmeu. I
Die deutschen Vorbereitungen.
Berlin, 17. Febr. Wie die Blätter mittril-n, stillen die Vorbereitungen zur Genueser Konferenz l den Geger stand eingehender Beratungen bet einzelnen Ministerien, namentlich des Reichstoirtschastsm'niste- riums. Dabei wurde auch Fühlung mit den Wirt- schastskreisen sowie mit verschiedenen Spitzenckrbänbett genommen. Die Beratungen erstrecken sich auch ruf die großen Fragenkomplexe wie die Finanzsragen, Rege- lung des Geldumlaufs, Wiederausbau, allgemeine Wict- schasts- und Handelsfragen, Valutafrage, Regelung i bei Konsularwesens, Erleichterungen, Sicherungen für dir Ein- und Ausfuhr sowie auf die Fragen de» Transport- und Justizwesens. Die Arbeiten sind «och nicht abgeschlossen. Die Zusammensetzung der deutschen Abordnung für Genua stcht noch nicht fttz.
Benesch über Genua.
London, 17. Febr. Der Ministerpräsident der Tickeck-o-Slowakei, Dr. Benesch, hatte gestern eine anftünbige Unterredung mit Lloyd George, in der m der Hauptsache die Ziele der Konferenz von Genua sowie der europäische und russische Wickeraufbau behandelt wurden Dr. Benesch erklärte in einer Unterredung mit 1 einem Mitarbeiter bei „Daüy Telegraph", Deutschland
was er im Augenblick der Kammer mitteilen könne, I fei, daß General Sc Rond nichts vernachlässige« werde, damit Gerechtigkeit geschehe. Es habe den Anschein, I daß der Angriff in Petersdorf von Elementen einer I macht'gen bratidjen Organisation geleitet worden fei, | bie aber nur fortbestehen könne unter der Mitschuld I von deutschen Beamten und Industriellen. Zurr I Seblnß erklärt Poincare, die Verhandlungen zwifthen I Polen und Deutschland seien soweit fortgeschritten, daß in aller Kürze die interalliierte Kommission den deutschen und polnischen Behörden notifizieren werde, daß sie Besitz von den Gckieten ergreifen könnten, die ihnen zugesprochen worden seien.
Abg. D'gnae hat inzwischen eine Tagesordnung eingebracht, in der die Erklärungen der Regierung ge
billigt" wird. Ministerpräsident Poincarö erklärt,! die Regierung habe keine Vertrauenskundgebung verlangt, da die Kammer durch ihre Haltung gezeigt habe, daß sie die Erklärungen der Regierung billigt. Wenn eine Tagesordnung verlangt werde, durch die die | Autorität der Regierung nach auffcn erhöht werden I könne, werde bie Regierung sie airnchmen. Ae ein-1 gebrachte Bertrauenstegesocknung wird hierauf von allen anwesenden 506 Abgeocknetut angenommen.
Die Kammer setzte dann die Aussprache über die Ausgaben für den Wiederaufbau fort, deren Rück- I erstattung Deutschland zufällt. Abg. Desjardun I erklärte: Tie deutschen Foibriken arbeiten, die d-rntsche | Handelsmarine sei fast so bebeutenb rote vor dem Kriege. Der Verkehr in den Häfen wachse täglich. Rach dem Zugeständnis der Deutschen selbst habe sich die deutsche Ausfuhr im letzten Monat fast verdreifacht. Der Abgeordnete verlangt Auskunft über das Abkommen von Wiesbaden. Der Finanzminister erklärte, das Abkommen sei noch nicht von allen Regierungen rati- 1 fixiert worden. Abg. Sanfett) besprach bie Wirtschrits- I läge, insbesondere aber den deutschen Haushalt, k-essen Defizit sich täglich erhöhe, ohne daß etwas Wirkuitgs- I volles zu seiner Beseitigung getan wecke. Tie 8® ingj» anl-ihe, die genant fei, werde ein ungenügendes Ergebnis haben. Tie Steuerreform sei ungexfigenb. Mau fördere die Inflation. Wenn Deutschland bie gleichen Anstrengungen gemacht hätte, wie Franke.ich, wäre die Enkschädigungrfrage längst gelöst. Tie
I Weiterberatung wurde ans Dienstag vertagt.
zu rücken.
Unter der Herrschaft des lttauischen Geschlechtes der Jagellonen von 1386 bis 1572 war Polen die erste Macht im Osten Europas. Zu iüm gehörten nicht allein Polen im engeren Sinne, sondern auch die Ukraine, Weißrußland, Litauen, die Baltenländer und als abhängiges Gebiet Ostpreußen. Mit dem Röntg Stegmund August erlosch 1572 bet Mannesstamm der Jagellonen. Polen wurde ein Wahl- königretch; denn der polnische Adel und der Gegensatz zwischen den Katholiken und Protestan- ten, vor allem aber der Etnsluß der auswärttgen Mückle drangen darauf, daß Polen ein Wahlkönigium I vlteb, um bei den Wahlen durch die Stünde, die vom Adel beherrscht wurden, immer neue Vorrechts und Freiheiten durchzudrücken. Bis zum Jahre 1697 folg, ten teils einheimische, teils auswärtige Herrscher aus Polens Thron. Das Land litt bet jeder neuen Wahl furchtbar unter Kriegsnot. Im Frieden von Oliva (1660) ging die Oberhoheit über Ostpreußen ett de« Großen Kurfürsten von Brandenburg, Livland an Schweden, im Frieden von Andrussow (1667) das ganze Ostgebiet mit dem größeren Teil der Ukraine, das östliche Weißrußland, Smolensk an das Moskowiter-Reich, das spätere Rußland, verloren. 1697 kam die polnische Konigskrone oder, richtiger ausgedrückt, die Königswürde der „Republik Polen', an die Kur- fürsten von Sachsen, die zugleich Glieder des Deutschen
I Reiches waren, auch um der polnischen Krone halber ihren evangelischen Glauben aufgaben und katholisch
I wurden. Die unnatürliche Verbindung zwischen Sachsen und Polen hat keinem der beiden Länder Segen gebrückt. Sachsen mußte seine besten Kräften opfern, um der polnischen Königsherrlichkelt feinet Kurfürsten zu dienen, für Polen begann mit jedem Regierungsivecksel der Thronstreit von Neuem. Namentlich bckämpsten sich die französische und die russische Partei mit größter Erbitterung. Frankreich suchte feine Günstlinge durckzusepen, während Ruß- land die Wahl solcher polnischer Adliger betrieb, die den Erobernngsabsickteu des Zarenreiches keinen ernsten Widerstand mehr leisteten. Nack der sehr unglücklichen Regierung des aus dem sächsischen Hause
I stammenden Königs Auaust III. (1733—1763), während deren Polen die Schrecken des stebenjSbrigen Krteaes trotz der Neutralität des Landes durchkosten mußte, fetzte die russische Zarin Katharina II. die Wahl ihres Giinstlings und Liebhabers Stanislaus V o - niatowski mit Hilft von Wajftngewalt durch.
I Gegen die ganz unter russischem Einfluß stehende Re- gteruna dieses letzten polnischen Königs erhob sich der polnische Adel zum Befteiungskamps. der von 1768 an mit großer Grausamkeit geführt wurde. Katharina verfolgte kein geringeres Ziel, als ganz Polen dem Rusienreiche einzugliedern. Um In dieser gefährlichen I Lage zu vermeiden, daß Rußland bedrohlich nach Westen hin, also gegen Deutschland, fortichrilt, traten 1 Preußen und Oesterreich inS Mittel, indem sie eine
Teilung Polen» vorscklugen, wodurch sie einer- ‘ seits die russischen EroberungSplSne »" befriedigen, : andererseits die eigenen Ansprüche zu wahren botftett i auch einen allgemeinen europäischen Krieg zu vermei-
Aus den Ausschüssen.
8e> litt, 17. Fckr. Im Hauptausschutz des Reichstags erklärte zu den Anträgen von deutsch, rationaler und wllksparteilicher Seite, den P'st'n des ReichSmi.iiLer» für Wiederaufbau zu streichen, Staatssekretär Dr. ing. Müller vom Reichsministerium für Wickeraufbau, die Schaffung eines besonderen Wicketaufbauminiflerium« fei nicht aus parteipoltti- scher Erwägungen erfolgt, sondern au» der Erkenntnis heraus, baß die orbnung»mäßige Durchführung des Frikbentvettrage» nur durch eine fcfonbere Zentrale dafür möglich sei- Die Streichung de» Ministeriums würde hn AuSlande leicht wieder als mangelnder gibt Wille Deutschland», seine Berpflichtungen au» dem Ftiedensverlrage pt erfüllen, aufgesatzi w-tden können. [Die weite« Stoksprach« -der diese» Punkt wurde lotttaßt „n *-
- • Bit WMM in StelMr».
Interpellation in der französischen Kammer. — Angriffe und Verleumdungen PoinrackS.
Zm 150. SetellM dn ettten leilmi
Am 17. Februar waten gerade 150 Iahte dabinge- gangen, feit das ehemalige Königreich Polen zu« ersten Male zwischen Rußland, Preußen und Oester» reich geteilt wurde. Hiermit vollzog sich der Anfang des Unterganges eine» einst sehr großen und mächtige« Reiches. Heute, wo Polen durch das Machtgebot der im Weltkriege siegreichen Entente wiederhergestellt worden ist, gewährt e» ein berechtigte» Interesse, un» der Gründe und der Begleitumstände der ersten Tw lung Polens zu erinnern und hieran Erwägungen übet Gegenwart und Zukunft, übet Wechsel der Geschichte anzustelleit. Gat Manches ist hieran» zu lernen, namentlich für uns Deutsche der erste Grundsatz der Geschichte, daß Uneinigkeit und Stote- tracht tm Inneren ein Reich zerstören müssen. So erging es den Polen vor 150 Jahren. Auch wir stürzten in den Abgrund der Revolution und der Riederlage durch Parteibader und Innere Gegensätze. Daher ist das Gedenken der ersten Teilung Polens gerade tn unterer Tagen dazu angetan, dem deutschen Volke die Fehlet der jüngsten Vergangenheit und die Gefahren der Zukunft recht eindringlich vor die Seele
Bit Mito Wittte.
Pari», 17. Febr. „Echo de Paris" glaubt mittcilen zn können, daß auch Belgien, Italien und Japan den I französischen Vorschlag, den Entschädigungsausschutz nrt I bet Erledigung der deutschen Zahlungen für 1922 zu be-1 trauen, angenommen hätten. Der Entschädigungsaus-1 schütz werde sich schon am Mittwoch mit dieser Frage zu beschäftigen haben. Was die Zahlungen anbetreffe, fo habe der englische Delegierte Bradbury erklärt, 500 Millionen Goldmark seien das Maximum dessen, was man von Deutschland verlangen könne. Das sei die girier, bie der deutsche Außenminister Dr. Rathenau in Cannes angegeben habe. In der Frage der 14 Garantien feien c({e Delegierten dahin übereingekommen, die Unabhängtq- keit des Garantieausschusses gegenüber dem Entschädi- gungsaussckuß zu verringern. Nach dem Abkommen von Ganne» mükft der Garantieansschutz seinen Sitz tu Zukunft in Berlin nehmen. |
„Petit Parisien" bestätigt vorstehende Meldung und fügt hinzu, daß man auf englischer Seite auf den Gedanken zurückkomme, daß eine zu strenge Kontrolle die Bewegungsfreiheit der Negierung Wirth behindern würde Das Blatt glaubt, wenn man sich einigen werde, so auf eine Grundlage, die nicht sehr verschicken von dem Plan von Tannes sei; aber es werde Zeit in Anspruch nehmen.
Die 4. Zahlung geleistet.
Paris, 17. Febr. Der Entsckädigungsa'.tsschuß veröffentlicht folgende Meldung: Gemäß der in Sannes am 13. 1. getroffenen Entscheidung des Entschädi- gungsausschusses Hai Deutschland in fremden Devisen an die vom Garantieausschuß bezeichneten Banken eine Zahlung von 31 Millionen Goldmark geleistet.
MDichW in Mtommimite mit öen ImWmIm?
Berlin, 18 Febr. Laut „Vorwärts" fand Kestern eine gemeinsame Sitzung der Borstände der U. S.P. und der kommunistischen Arbeitsgemeinschaft i (Richtung Levi) statt, in ber bie Frage der Einigung . beider Parteien beraten wurde. Der Partrirat ber Unabhängigen wick sich im Lause ber nächsten Woche ! mit der Frage des Anschlusses ber kommunistischen Arbeitsgemeinschaft an bie U. S. P. beschäftigen. Es ist fraglich, ob bie kommunistische Arbeitsgemeinschaft in ihrer Gesamtheit übernommen oder ob sich ihre Mitglieder einzeln bei den zuständigen Bezirlsorga- uisationen der U. S. P. zu melden haben. Tieft würden bann von Fall zu Fall über bie Aufnahme entscheiden.
I E — M
Es nimmt sich komisch im Munde Poincar^ aus, ton Gerechtigkeit zu sprechen. Die Reichsre^eeuug K'ck ickensallS nicht unterlassen, den Anwürfen ge- bühtlnd er.tgegenäutieten.
Französisches Uticff über SbUOroau.
Genf, 16. Febr. Der „PrvgrLs" bringt eixtn in ben höchsten Lobes tönen gehaltenen Leitaukfatz für Rathenau. Er sei ber erste deutsche Minister, ber es mit Frankreich gut meine, die i»Lske Be- zahlung ber auferlegten Summen wolle und auf b e -Erfassung aller Goldwerte bringt. „Seine Lieb- lingsidee", sagt ber „Pr-grds", »ist- datz Deutch land aus viele Jahre hinaus auf tzns ärmlichK: und unter Entbehrungen jeder Art leben müsse, um feine Schuldner beliebigen zu können". Damit Rathenau aber ganz befriedigend wirken könne, müsse allerdings Wirth sür eine entschlossenere und kompakter: Regierungsmehrheit sorgen.
Ärmliches Bertündigungsbiatt des Kreises Marburg. -
Anzeiger für (das früher kurhessische) ObeHessen
Sie VMWdslWWg der ReirhsgeMerWast.
Berlin, 17. Febr. Der Vorstand der Reichs- g-n.-i»chgs! dentlcher Ei enbahnbeamten und Anwärter vrrsen'.ki folgende M'tieiluna:
Der erweiterte Borstanb bet Reichsgewerkschaft b-ntscher Eisenbahnbesmien und Anwärter hat in Pvei- tägiger C''tzung, zu ber aus ber Streikbewegung ,'ick
ergcklmden Sachlage Stellung genommen, insbe'ond-te | ?ur Frage ber Disziplinierungen. Aus allen Lä'tdetn und T'reklionsb-zirken 1aa*n Berichte vor über eine wachsende tiefgehende Err g-mg infolge bet Masien- matzreg-'lurgen. Alle Delegierte warm einmütig ber i Minung. datz birfe Matzn-Hmen int W derspruch iie&en kn den Versprechungen, b;e ber Reichskanzler Ber- treierr ber Rcicksgeiverkschaft g-g ben hat and die mit zu dem sofortigen Abbruch des Streiks brigetragen baSen. Eine zur Klärung ber Sachloge entsandte Abordnung wurde vom Reichskanzler int Kanzler- riwuter des Reichstages empfangen und erhielt Zu- sichenftigen, die der erweiterte Vorstand der Rcichs- ß-merkfchaft al? ausreichend erachtete, um tontet beruhigend auf die Mitgkickerfchast wirken zu können.
I Der erweiterte Vorstand betrachtet die Aktion jedoch erst dann als abaeschlossen. wenn die Frage der Maß- txg-htunen endgültig befrickigend gelöst fein wick. Im Gegensatz zu i-r-'ührenden Seiriarionsmeldung-n wird I sestg'.strlkt, sämtliche Beschlüsse des erweiterten I Vorstandes stets einstimmig gefaßt worden sind.
Der Bnzeiaenvreii btträgt für die 9 aefp. Zeile ober beteit Raum 60 Vfg. lür d«« Millt- mete^ amtliche und aujiättta« 80 Pfg. «lndere Spaltenbreite« na» entlprechenber wn T*tee
: 1922
Paris 17. Febr. In der heutigen Kammer- sitznng steht an erster Stelle die Interpellation des Abg Bonteille über die Zwischeiisöllc von Peftrs- dorf und Gleiwih auf der Tagesordnung. Der Interpellant bedauert, daß die französische Regierung nicht rascher vorgegangen sei. Durch die Tatsache, day die Sanktionen nicht dem Attentate auf dem Fuße folgten, habe sich die öffentliche Meinung enttäuscht gefühlt. Deutschland habe totfeer moralisch noch materiell abgerüpet, das bestätigten die Berichte d-s Generals Rollet jeden Tag. Die deutschen Arbeiter, !das habe General Rollet festgestellt, sabotierten bte 1 Aulaabe ber Kontrollkommission. Die Opfer des Dtten- tats von Petersdorf seien als Opfer des deutschen Militarismus und auch als Opfer der Schtoäcbr der vorausgegangenen französischen Regierung gefallen.
Ministerpräsident Poincare beantworet bte Interpellation und erklärt, das, was in Petersdorf vor- gefallen sei, sei nur eine der Episoden der zahlretchen I Uttei'tat?, die gegen die französischen Truppen tn ! Oberschlesien gerichtet seien. Die Orgefch hacke anf- ; $ft und ihre Waffen an die interalliierte Kommission abgeliefert werden mässen. Aber denttchc Banden, bie I bewassnet ans Deutschland gekommen seien, hätten s ch allmählich wieder ««bildet. Tie Entscheidung d-s Völkerbundes habe eine Verstärkung der Tätigkeit dieser4 Banden veranlaßt. Ter Ministerpräsident verliest eine launc Liste von Anschlägen, die gegen die Truppen in "Oberschlesien begangen worden sein sollen, et I spricht auch von den zahlreichen WaffendepotS, die man entdeckt habe und die den Beweis lieferten, tote prekär ber Frieden in Oberschlesien sei. Tie bentschen Banden befreiten die Gefangene». So habe man auch ben Möcker des Majors Montalegre aus dem^ Ge- föngnis htrmtsgeholt. Ter Ministerpräsident schillert dann die Vorgänge in Petersdorf im einzelnen und erllöri, er habe von General Le Rond verlangt, daß die Kommission die erforderlichen Feststellungen mache und dast sich rasckest in An.-vendung des Friesens- Vertrages dir Boischaslerkonferenz mir ber Angelegen-! teil befasse. Er habe Vochellungea durch den fron- zöjisehen Botschafter beim Reichskanzler erheben l-s-en und wenn erwftsen weroe, daß bet Angriff in Petersdorf erfolgte unter Mitwirkung von Elementen, de von Deutschland gekommen seien, sei die Beranttoort- I lichkoit ber dentsck-en Regierung nach gewiesen. Indern^ i uitäten und Sanktionen würden von der französischen
Regierung gcsockert wecken. Er zweifle nicht daran, daß die Bolfchafterkonserenz, trenn Mi schuldige aus dem Deutschen Reiche festgrstellt wockeu seien, fttenge Sanktionen erlassen rckkrdt. Die sranzösische Regierung 8 habe beschlossen, energisch und strenge Maßnahmen zu verlangen. Man müsse in Betracht ziehen, biß Petersdorf und Gleiwitz zu dem Gebiet gehörten, das an Tcutschkand zurückgehe, das aber augenblicklich unter t>er ausschließlichen Autorität der interalLierkn Kommission stehe. Tie deutsche Regierung hab.' eine Unter-- suchnng versprochen, deren Ergebnis, wie zu erwarten war, negativ ausgefallen sei. Aber bte interal.irette Kommission setze ihre eigene Untersuchung fort. Alles,!