Einzelbild herunterladen
 

Amtliche» BerÄndigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (Das früher kurhessische) Oberhessen

W.35

Tie »ODerheWLe Zeltun" ettoeint ie»earal ****ettt*. Bw»fs»tet6 »»natlich ebne Zustellung 8.50 ML, hutä die Post »iO Mk. #Ht ausfalwee Sluewcx infolge Streik, ooer elementarer CreigntOe kein Sei«?. Verlag n»n Tc. L. Hitzereib. Druck der llnin^BuLdruckerei »on Jod. 3ua. Ko», Markt 3 3 Rtad»«*« 55, Postitdeckkonto: Nr. 5015 Smt Frankfurt a. Äefau

Marburg

M, ki 11. Wn«r Hornamg.

Der «meigenvrei, heträgt für die 9 gefp. Zeile oder Deren Saum 60 Pfg. für den Milli­meter amtli*e und aueeärtiac 80 Pfg. Ändere Spaltenbreiten na* ent>pre*enOer »erecknuno. Spät einlaufende oder den Kaum über */, Sette etnnebmenDe An« zeigen find wir beteiligt, na* Der lertipaltenbreite ju fetzen uttD in berechnen. Sogen Reklamen berechnen wir Die Lol.°Zeile mit 6.00 Mk. ?eDer Rabatt >iilt al» Barrabatt. Sei ühistunft Durch Die 6>ei*äftsfteQe unD Vermittlung der Ange­bote 1 Mk. SonDetgebübt.

57. W

1922

91t ffiithsrralMW les «Mn.

'Anfang nächster Woche wieder teedmägiget

Verkehr.

Berlin, 10. gebt. Nach den bis gestern Abend im Reichsverkehrsministerium eingelau­fenen Meldungen ist die Arbeit in den meisten Sisenbahnbezirken restlos wieder ausgenommen worden. Nur in den Bezirken Erfurt und Essen find die Arbeiter und Eisenbahnbeamten noch etwas unruhig. In Esten fordern die Ausstän­digen gewiste Garantien in der Matzregelungs­frage. Gegenwärtig werden 30 Priyent des Per­sonenverkehrs wieder gefahren, während man im Güterverkehr noch etwas im Rückstand ist. Man rechnet damit, daß Anfang nächster Woche der volle fahrplanmäßige Eisenbahnbetrieb wieder im Gange sein wird.

Schwere Schäden als Ausstandsfolgen.

Berlin, 10. gebt, liebet die Schäden, die der Eisenbahnerausstand angerichtet hat, wird ge­meldet, daß im Magdeburger Bezirk eine Zucker­fabrik wegen Kohlenmangel und andere wegen Rohstoffmangel den Betrieb aussetzen mutzten. Im hannoverschen Bezirk leiden unter dem Ausstand die Mühlen und Oelwerke. In Bremen wurde wegen Kohlen- und Rohstoffmangel die Eummi- industrie schwer getroffen. Im Altonaer Bezirk leiden die Magarinefabriken am meisten. Ein schwerer Schaden ist in den Lokomotivparks ent­standen.

*

Die »Zeit" meldet: In der Relchsgewerkschäft wer­den nicht unwesentliche Veründerungen ein­treten. Einer der jetzigen Führer, der Lokomot'Vfiitirer Scharfschwerdt, wurde bereit? aus dem Dienste entlassen. Gegen andere Mitglieder sckwr'-n Disziplinarverfahren. Auch s» ft vab m sich die Gegen- fätze in der Eisenbabngewerkfchast derart zngespiVt, Last ein Zusammenarbeiten des bisherigen Vorstandes nicht mehr möglich ist. Selbst unter den Lokomotiv­führern besteht der Wunsch, eine andere Vertretung Ihrer Interessen zu schaffen. Generalversammlung nnd Neuwahlen dürften bevorsieben.

Die »Deutsche Allg. Ztg." erwidert auf das Urteil derRoten Fahne", daß, wenn der Ausstand auf nichts weiter hinauslaufe, als auf ein Kompromiß, dann dem feonflift weitere von noch viel gewaltigerem AuSmmtz rolgen müßten, das zweifellos zutrifst. Bei dem sEisenbabnerausstand bandelt es sich um mehr als die Krage, ob eine bestimmte BenrtSaruvve die Forderun­gen durchsetze oder nicht. Es handelt sich darum festzu- ztellen, ob der Staat seine Autorität tzegenstber dem Beamtentum zu toobren vermochte oder ob er der iSvielball der Beamtenwillkür werden soll. Mag man don der Ausstandsleitung die Sache drehen, wie man will, einen positiven Erfolg des Ausstands wird man hießt konstruieren können.

Die »Voss. Ztg." schreibt: Die M i l d e, zu der man sich diesmal enlschlost, und der nach diesem ersten Be­amtenstreik auch die Allgemeinheit zustimmen kann, wäre bei einer Wiederholung des Streikverfuchs auch ffür die Geführten nicht mehr möglich. Sie darf jauch jetzt unter keinen Umständen denen zugute rommen, die den Streik angezettelt und gefc6*rt Laben, sowie denen, die bei der Ausführung beson­dere Brutalität und ansterordentliche Rücksichtslosigkeit Kegen das Wobl ihrer Mitmenschen bewiesen haben. Das ?,B. T." führt aus: Wir brauchen schleunigst eine ^Novelle zum Bcamtengesetz, das die Sireikfrage ein -für allemal regelt, sodast Verhandlungen der Negierung mit den AuSständiaen über Prinzivien- fragen ausgeschaltet werden und der Beamte, der in Den Streik tritt, weist, was seiner harrt. Mit eine« theoretischen Streikverbot ist e5 nicht getan. Es must ausgesprochen werden, Last ein streikender Beamter t>on sich das Vcrtragsverhältnis mit dem Staate Kricht und ihm demgemäß alle Beamteneigenschaften, wie lebenslängliche Anstellung und Pension, automa- Msch obzusprechen sind.

Ausschreitungen in Berlin.

' Berlin, 10. gebt. DemLokal Anz." zufolge ist es gestern im Betrieb der Straßenbahn wiederholt ta Ausschreitungen gekommen. Dor einem Devot der «Straßenbahn sammelten sich Demonstranten, drangen, in daS Depot ein und zwangen Arbeitswillige den Dienst aufzugeben und sich dem Demonstration.s-mg E' Wetzen. Der Zug marschierte nach der Halleschen wo er die bereits im Betrieb befindlichen i gewaltsam anhielt.

------

172 Minrhen FeMmi liir 1921.

Berlin, 9. Fcbr. Im Reichstag teilte Mini »erialdirektor Sack mit, daß der 5. Nachtragshaushalt eine Mehrausgabe von insgesamt 9,7 Milliarden pringe, wodurch sich der Fehlbetrag für 192t auf 517 2 Milliarden erhöht. Hauptsächlich handele es sich um Beihilfen für Beamte in besonder?

Stintes, ßnnliti uni liegnuftoltt Mm".

TieFrankfurter Zeitung'" hatte in Aufsätzen ihres Londoner Vertreters und ihrer Redaktion Hugo Sti n » nes den Vorumrf gemacht, er habe die NatlageDeutsch­lands daduich zu seinen Geschäftszweckrn mißbraucht, daß er in Landon vorgeschlagen habe, die deutschen Reichseisenbahnen sollten, nachdem sie in Privatbesitz überlangen, umlumpige" 500 Mi.lwnen Goidmark der englischen Regierung verpfändet werden. Die maß­gebenden politischen und wirtschaftlichen Kreise Eng­lands hätten das Angebot mit einem Gemisch von Ironie und Entrüstung aibgelchnt, weil sie dahinter nur den feine persönlichen Ziele verfolgenden Ge- chäft-mann erblicken konnten." Daraus sandte Hugo Sttnnes folgendes Schneiden an dieFrankfurter Zeitnng":

In dem Allendblatt Sem 2. Februar richten Sie die Aufforderung an mich, persönlich »u den «eusterungen Ihres Londoner Korrespondenten und den Ausein­andersetzungen zwischen Ihnen und der »Deutschen All­gemeinen Zeitung" Stellung zu nehmen. DaS so« hiermit geschehen. Ich »in nach London gefahren, nachdem ich alS Privatmann von englischer «eite da­rum gebeten worden war. Die »Deutsche Allgemeine Zeitung" hat recht, daß die Berichte Ihres Londoner Korrespondenteu falsch sind, ebenso wie seine An­gaben tbcr die angebliche Auftastung von den Ge­sprächen, die ich in London zu fShren Veranlassung batte, und die von Ihnen ebenfalls falsch wiederge­geben sind. Die in Bettacht kommenden Personen haben sich bestimmt zu Ihrem Korrespondenten weder dirett noch indirekt geäußert, gerade so wie ich meiner­seits geschwiegen habe. Diese Tatsache dürste zur Sennzeichnung des Wertes Ihrer Veröffentlichung ge­nügen. Ich letzte es nach wie vor ab, mich über Pri­vatgespräche zu äußern, flr die Vertraulichkeit verein­bart war und beiderseits gehalten worden ist.

Vergegenwärtigt man sich diese Sachlage, so kann der Leser, der die Vorgänge, instzesorkdere der letzten zwei SRonate, beobachtet hat, nicht zweifeln, dass cs sich »ei Ahrem Londoner Korrespondenten um »einun- Seu handelt made In Vermanp, daß in gewissen Krei­sen in Berlin, Frankfurt und anderwärts ein syste­matisch er Feldzug mit dem Ziel geführt wird, bitiexiaen dem deutschen v»lk alS unpolitisch und im Ausland verhandlnugSunsNtzig hinzustellen, welch« diesen gcfäprliche« Kreisen unabhängig und un»eein- slutzbar gegenüberstetzen. Dieses falsche Spiel wird mehr mtd mehr im Iw- und Ausland durchschaut werden.

Die »inislerlchast de« gternt Dr. Walter «athe- n a u llat mit diesen Dingen im «runde «it»H zu tun, ar!ch wonu die »tzeu erwcbnie« Kreise ihn znm Gegen- stmrd uneing-schränklev Bewunderung ntowen. Mtt den Methoden und «egen deS Herrn ziathenan ist die Mehrheit des deutschen AirttchastSledens »on jetzer nicht eitwerstanden gewesen. Da« die deutsche Wirt­schaft a»er urteilslos war und l». wird men'and be­haupten, denn nur die deutsche Wirtschaft ist bis jetzt nicht in den agtemebten Zusammenbruch bineinge- rissen worden. Die geistige Bedeutung Dr. RathenauS kann nicht bestritten werden, wenn man auch einen Ministerposien für einen Mann seiner Steaung und Art alS ungocignet ansetzeu uta|. Als Wiederaufbau- Minister hat er imbezil krtttklos wirken können. AlS er cüS Ergebnis seiner Arbeit den «ertrag von Wiesbaden produziette, ist dieser Vertrag »efi-wiDft worden, da er let« SJrtt«, sondern eine gefährliche Option zugunsten Frantteichs ist. UebrigeuS wird die­ser «ertrag, wie geschloffen, nie Wirklichkeit werden. Dem Minister des H entern, Rathen «tu, wtzuscht jeder Deutsche im Interesse de« vattrlonde» grötztmöchnben, »wirklichen" Erfolg. So «»lehnen» und bedenttich sich weite einsichtsvolle Kreise der Ernennung gegenüber auch verhalten mögen, die Frage der Ernennung die­ser Persönlichkeit tritt zurzeit San» hinter die Frage zurück, ioie man eS al» »nlässig erachten konnte, datz entgegen den getroffene« vereindarun^n im Status des jetzigen Kabinetts gtzechaupt etwas gelindert wer­den konnte. Unser politisches Leben zeichnet sich durch einen absoluten Mangel an persönlichem vertrauen auS. Wie soll da» ander« werden, wenn Abmachunoeo mit leitenden Personen gebrochen oder u ui gönnen wer­den? Die Regierung anf verbreiteter Grund­lage wird trotz allem kommen, weil das Ausland da­rauf halten muß, auch diskontfähige Unter­schriften. unter dem demnächstigen wirkl iw en FriedenSschlust zu haben. Sie konnte nicht kommen, solange die Regierung Wittb und tor oetWaer Leiter Raihenau nicht für sich all-ln die Lei'tunas- und Zahlungsunfähigkeit des Reiches erklärt hatten.

Dam bemerkt die »Deutt'che Allg. Zig.": Damit bat die »Franks. Ztg." gemäß iürem eigenen Wunsch von Herrn SttnneS selbst eine Bestätimmg dessen bekom­men, was wir ibr wiederholt gesagt hoben, nämlich daß sie sich leichtserttg zur Verbreimna bösartiger Un- wabrfteiten tiergegeben bat. Wie diese Unwahrheiten von französischer Seite auöaenutzt werden, erhellt aus einer Behauptung des Pariser .Matin", toonadti 5>uao StinueS die Ursache des Eisenbahnerstreiks in Deutsch­land sei.

DeutsK-^eNerreick.

Die englische und amerikanische Hille.

London, 8. Febr. In Erwiderung einer An­frage Lord Robert Cecils über die Polittk »er britt- scheu Regierung gegenüber Oesterreich erfiarte Llovd George im Unterhaus, es bestehe kein Zweifel daran, dass die Lage in Oesterreich sehr schlecht sei und daß die Gefahr eines vollständigen Zusam­menbruches bestehe. Die golfen eines solchen Zusg"!weubrurl>eS würden ernster Natur sein, nicht nur m für ganz MittÄcuropa.

Die britische Regierung hat mit den Verbündeten er­wogen. was getan werden könne, um Oesterreich zu unterstützen. Im Jahre 1920 fei eine Summe von 10 Millionen Pfund Sterling von Großbritannien für Mitteleuropa bewilligt worden. 2 Millionen Pfund dieser Summe seien noch nicht verausgabt, und es werde jetzt beabstchttgt, diese 2 Millionen Pfund gegen gute Sicherheit vorzustrecken, um Oesterreich in den Stand zu setzen, durch die augenblickliche Krise hin­durchzukommen und auch Frankreich einen Vorschuß machen zu lassen.

London, 8. Febr. Einer Reutermeldung aus Washington zufolge hat Senator Lodge im Senat eine Erklärung eingcbrncbt, in der vorgeschlagen wird, Oesterreich vor dem wirtschasttichen Zusammenbruch zu retten durch Ausdehnung des Zeittaumes der Rsickrah- !ung der österreichischen Schulden an die amerikanische 8etreidekorporatto« auf 25 Jahre.

PolitMe Taqesna^nchten.

Neber die Lage der Presse äußerte sich in der Reichs­tagssitzung vom 31. Januar bei der «eramng des Relchstiaushaltsplanes der fritiere badische Minister. Abgeordireter Dietrich: »Die Presse befindet sich zur­zeit in einer Notlage, von allsten Seiten wird auf sie eincetiawen. Die Papiervreise sind erhöht, die Kohlen­preise sind gestiegeu, die Eisenbahn bat es abgeiehnt, Zeimngspapier in einer niedrigeren TariMasse jn be­fördern, die Anzeigensteuer ist erdrückend. Dabei ist die Presse gar nicht in der 8«ae, ibre Einnahmen er »eblich aufzubessern, und so entsteht die Gelahr, daß die schwächeren DlSUer, namentlich die volittlchen Zei- tuttgen, unterliegen, und es besteht die weitere Ge­fahr. daß die deutsche Presse vorn Ausland ange­kauft wird und vorn Ausland die öttentliche Mei itung Deutschlands beeinflußt wird. (Lebhafte Zustimmung.) Ich möchte deshalb die Sisenbabnver- waltting bitten, zu erwägen, ob Ne nicht daS Zeitnngs- pavirn in einer niedrigeren Dariiklaffe be-ördern kann." Wiener ZeitungStzreise. Jnlolge neuer Erhöhung der Papiervreise müssen die Wiener Daaeszeitunaen für Febr-nar abermals eine Srböb'tng ihrer Ben»os- preife anftnbiaen. Die großen Zeittmaen werden im Abonnement 1500 Kronen monatlich kästen, die Mor- c-enblätter an den Wochentaaeu 50, an Feiertagen 54 Kronen, die Abendblätter 10 Kronen.

Eingehen des Münchener KaMmunignmblatteS Die seinerzeit Von Kurt Eisneis georündete und lpöter k»m- wunifiift» redigierte »Rene *,eitimg" in München hat ibr Erscheinen eineeffefft. wie sie selbst angibt, nur Var- Ob ergebend weaen Differenzen mit dem Dnicker, was atier wähl heißen soll, wegu finanzieller Schwierig­keiten.

Beifewmg Hewett. Unter militärischer Beteilistung aus alle« Teilen der Südalrikanitchen Union wurde der SOwreengeneral Dewet in ®rnrmre*tein beigefetzt neben dem Grabe des früheren Pttisidenten Stein zu Füßen der Gedächtnistasel der in den btttischen Jnter- nierungLlasern geswrbenen »nrenfranen und Kinder.

W-Merfolq der svanisibsn Rechtspartei-n. Die Stadtratswahlen Spaniens fielen »ngunsten der Rechtsparteien und gemäßigten Liberale« aus. Die Radttalen verloren Verschiedene Sitze.

Die Butter- und Milckjversorstung.

Berlin, 8. Febr. Im Reichsminifferium für Er­nährung nnd Landwirtschaft fanden unter dem vvrsitz Van Miniiterialdirekior Dr. S» o f f m a n u SeTatnneen »her die Versorgung mit Mssch und Sveisefetteu statt. Die Versarguug mit Sveisefetten hat dadurch eine Er­leichterung erfahren, daß die Fleifebeinfuhrg-s-llschast Abschlllsse über gröbere, ans Argentinien und Austra­lien ftammenbe Bnttermengen gettasfen hat. die im Saufe des Winters eingefpbrt werden. Die Butter stammt «us englischen Beständen, ist mit einem ge­ringen Zusatz von Borsäure behandelt und wird »ei der Einsubr aus ihre Genußtaug'ichkeit untersucht. Sie gelangt mit der Bur-ent Kennzeichnnng auf der Kiste »Borhakttae Auslandsbutter unterkucht in Ham­burg", k nach ihrer Beschaffenheit als Backbutter »der als Eßbutter in den Handel. Da sie er»»blich billi­ger ist als die inländische, »efft man neben der er- wüt>schien Erleichterung der Jn'anddersoraun, mit Speiseietten aleichzeitig eine mäßigende Wirkung auf die Milckpreise ausruüben. Die Milchverforgnna der verbraueberaebiete hat ttotz der dieij?hr!oen Dllrre egenü&er den gleichen Monaten des Vorjahres, in denen die Milch n»ch der Zwangswirtschaft unterlag, eine wesentliche Besserung erfaßten, freilich bei ge­steigerten Preisen. Die Milchzusiihren der Städte über 10 000 Einwobner waren im Dezember und Januar muss den ftatiftiteen Unterlagen um "efn <*1? ein Vier­tel höher als in den gleichen Monat-u * " Vorjahrs. Die tatsächliche Steigernna ist «6er noch c> ößer. als die Gtattftik ergibt, da gerade die Städte mit besonders atnftißen MsschberlorgnnasverbSlwissen von einer sta- ttstifchen Ermittlung der Milchrufuhren abgesehen haben.

3mn NrdMHrv bts MH?.

Die Flotte des Rorddeutfchen Llohd lwt ht den letzten Vhmaten durch den Ankauf mehrerer ehemals deutscher Dampfer, totoie durch v-rfchiebene Neubauten eine ersieh, liche Erainrung erTehren, so daß es der Gefesss.siaft mögssch ist. eine allmähliche Ausdehnung ihres Seesahtts- ^nstes oorzunehmen. Nach Südamerika unterhält der Norddeutsche Llovd z. Zt. einen Frachtdamvferdienss ton Bremen über Hamburg nach Brasilien mtt den DamviernBremerhoben",Minden" undDau»-ln". die reqelmäßig Rio de Janeiro und SanwS, bei genügen­dem Ladungsangebot auch andere BraUhäsen anlaufen. &ne zweite Frachidamvferlirüe, in der die Dampfer Göttingen" und .Holstein" kfijäftigt sind, führt von Bremen-darnburg über brasiliSMsche LÄen nach BoenoS Aires, lmchrend eine Passagier- und Z-mchtdanchMlura:

von Bremen über Coruna, Villagarcia. Vigo. Rio da Janeiro nach Montevideo und Buenos Aires verduft Auf dieser Linie sind z. Zt. die DampferHannover undGotha" beschäftigt, von denen der erstere eb-np. tote der DampferSetzdlitz" demnächst in die Nord- ameri'afcBrt eingestellt werden wird, um dann in der Südamerikafahrt durch die beiden AenbaulenKöln" und Trrseld" ersetzt zu werden.

Nach Dftaften nnterhStt der Norddeutsche Llovd Zt gemeinnfam mit der tzamburgAmerika-Linie und ,ten ausländischen Reedereien, Mfred §>olt u. Co., Tbe Ellerman and Bncknall Steamship Co. und der Nivvon Pusen Kaisha einen gemeinsamen Dienst, der von Ham­burg oder Bremen ausgeht und über Rotterdam nach den Straits, Dongkong, China und Japan führt. Der Nord­deutsche Lwyd beschäftigt in diesem Dtenst ,. Zt die DampferWestsalen" undSchleien".

Nach Nordamerika wird der Norddeutsche Lloyd neben dem Dienst der von ihm vertretenen United Stat-S AneS am 11. Februar einen eigenen Dienst zwischen Bremen und Rewyvrk mit eigenen Schiffen wieder auf» nehmen. Vorläufig sollen die schon erwähnten Dampfer Sepdlitz" undHannover", sowie der DampferVorck" diesen Verkehr in der Weise unter batten, daß alle U Tage Sonnabends einer dieser Dampfer von Bremen abgc« fertigt wird.

Schließlich fei auch der umfangreichen Schlevpa schiffahrt des Norddeutschen Lloud von Bremen nach founburg und umgekehrt, von Emden nach Hamburg, sowie von Barmen resp. von UnterweserHäsen oder von Lamtmrg nach Stettin, Königsberg, Danzig, Greifswald, Kolberg, Stolpmünoe so«« anderen Ostseeplätzen direkt ohne Umladung Erwähnung getan.

. Ä

girfs 8M kW mh I*

Der Eiseitbahnerausstand und die mtt ihm verbun­denen schweren Schädigungen des deut!eben Volkes in den Zeiten höchster Not und trostloier Enttedttguns haben klar und deutlich bewiesen, wie gering da« Ver­antwortungsgefühl in großen Massen ausgebildet ist. Das Wohl des Vaterlandes und deS Bolksganzen wird leider gegen die persönlichen Vorteile einzelner Klassen zurüügesetzt. Was uns fehlt, sind großzügig und watirbast frei denkende Männer, denen es gegeben ist, »ie Führer des Volkes im besten Sinne zu fein. Nicht die von Hetzern und Schreiern, von Partei- palittkern und Strebern geleiteten Massen entichciden die Zukunft »es Volkes, sondern überragende Persönlichkeiten; denn der Staat mutz unter« gehen, früher »der später, wo Mehrheit siegt und Utt« verstand entscheidet. Unserem Veittfctien Volke aber haben in politischer Hinsicht, nach außen wie nach innen, feit dem Rücktritt Bismarcks die übcttagenden großen Führer durchaus gefehlt. Es ist ttetlich eine Himmelsgnade, die sie einem Volke schenkt: denn nach Naturgesetz können sie schließlich doch nur einem starke«, gesunden, auf trieb (übt gen Volke entsprossen.

Unter diesem Gedankcngang lenken sich beute, tm den schweren Fedruartagen 1922, unsere Gedanke« auf die Zeit im Februar 1813 zurück. Wie fati es damals auS? Seit sechs Jahren schmachtete Deutschland unter der französischen Fremdherrschaft, die in gewissem Sinne, natürttcl) von Aentzerlichkeiten abgesehen, mit unserer jetzigen Sage Aehnlichkeiten hat. Preußen war um mehr als die Hälfte veMeinert worden und mußte eine ungeheuere Kriegsschuld tragen. Das übrige Deuffchland gehörte entweder unmittelbar zu Frank­reich oder zum Rheinbünde, der gleichsam der Fuß­schemel des ftanzösischen Machthabers war. Oester­reich war aus dem deutschen Verbände ausgeschieden. Mtt Unersätttichkeit griff Navoleon in« Ungemessene, als er 1812 auch noch Rußland niederwerfen und hier­mit seine Aelttnachsstellung vollenden wollte. Im brennenden Moskau und an der Beresina brach unter furchtbaren Menschenopfern dieGroße Armee" zu­sammen. Um die Jahreswende 1812/13 flohen die balhverhungemten, durch Kälte nnd Krankheiten ge­lichteten Trümmer aus Rußlands Schneefeldern nach Polest und Ostpreußen. Auf dem nördlichen Flügel ging das noch in bester Ordnung befindliche preußische Hilfskorps unter General v. Aork durch Livland und Kurland gegen die ostvreußisLe Grenze zurück, etwa 30 000 Mann stark, von den Russen tierfolgt Was sollte York tun? Sollte er sich für die Franzosen, denen König Friedrich Wilhelm HI. zwangsweise batte Heeressolge leisten müssen, schlagen und den Russen den Einmarsch nach Ostpreußen mit Waffengewalt ver­wehren? Oder sollte er mit den Russen in geheime Ver­bindung freien, das preußische Heer zu ihnen binüber- führen und an ihrer Seite den Befreiungs­kampf gegen Napoleon wagen? York sandte mehrer« Offiziere nacheinander nach Berlin zum König, um sich in dieser ungeheuer Verantwortlichen Laae Anweisun­gen zu holen. Allein der König war nicht Herr de» eigenen Willens; denn noch standen die Franzosen in Preußen, hielten die Festungen besetzt und bereiteten einen neuen Krieg vor. Von der anderen Seite dräng­ten die Russen auf Entscheidung, arbeiteten Stell und Clausewitz im russischen Hmivtguartier im Sinne des Ueberganges zu den Russen, ssln dieser Notlage rang sich York, ein Mann von Eisen, nach harter Selbstprüsung zum Entschluß durch, indem et sich um die Jatireswende durch das Abkommen von Tauroggen von den Franzosen lossagte und au6 eige­ner Machtvollkommenheit mit »em russischen Heer­führer ein Neutralltätsabkommen schloß, dem einige Tage später die Seretnigunq mit den Russen folgte. »Mit blutigem Herzen", sagte York, »zerreiße ich bte Bande des Gehorsams und führe den Krieg auf eigene Hand. Tie Armee will den Krieg gegen FrankreiciL das Volk will Ibn, der König will ihn. aber der Röaüj hat keinen freien Willen. Tte Armee mutz diesen Willen in ihm frei machen. Ich werde im Kurzem mit 50 000 Mann bei Berlin und an der Elbe Mn. Do» werde ich pun SAtiige jagen; Hier. Sire, ist Jhvg