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Abbruch des Ausstandes

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ausMeü«.

durch Einführung eines WohnungSgeldes erzielt wer­den mutz.

4. Der ReichSdeamienauSschutz der Deutschen Bolks- partei ersucht die Wahlkreisverbände, künftig bei den Wahlen zum Zentralvorstande der Partei mehr al8 bisher Beamte zu entsenden und für die Waktt-n in die Parlamente auf aussichtsreiche Posten der Kandi­datenliste zu setzen.

Stettin, . Fcbr. Tie Eisenbahnd rrklion Stettin teilt mit, daß es jetzt gelungen ist, einen festen Plan avfznstellen, um den notwendigsten Verkchrsbctürsnissen durch eine Reihe Pcrsonenzüge auf den Hauptstrecke,', im übrigen durch gemischte Züge und kleine Personen- rüge gerecht zu werden. Der Gnierverlchr kann mciu

Newvsrk Herald" miseinander, datz sowohl die autzen- als auch die innerpolitische Lage der Vereinigten Staaten ihrer Teilnahme au der Konferenz von Genna ungünstig seien. Wir werden möglicherweise, sagt er. nach Genna gehen; wahrscheinlich werden wir hin- aehen, im Voraus verlangen, datz die Frage der ver­bündeten Schulden von der Tayesordmtng ausge­schlossen wird. Wenn das geschieht, welchen Nutzen kann unsere Anwesenheit in Genua dann aber noch haben? Ja, noch mehr, wenn wir nadi Genu« geben, so wird unser Einfluß, soweit er überhaupt siidlhar wird, fast ausschlietzlich in der Richtung de? englischen Standpunktes in der Frage der Reorganisatiou Euro­pas sich geltend machen.

Konteren; in

Die Konferenz von Genua..

Frunz-fische 9t«te an Entzland.

DieOderke>Ni»e Zeiten ' ertoeint le»smal wöchentlich. SejMgsoreis monatlich ohne Zustellung 8.50 Mk, durch dir Poft 9.50 Ml. Für ausfallende Nummer, insolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Griatj. Berta, von Dr. L. Hinerotd. Druck der llniv^Buchdruckrrei von Jod. Aua. Ko», Markt 21 23 5temjpce*et 55, Poftichecktonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt o. Mai«.

befolgende Politik hin.

Amerika und die Ksnferenz Wn Genua.

Paris, 7. Febr. Frank H. Simonds fetzt

Marbarg

3Rittö8|, Den 8. Februar HorituMO.

Die deutsl^en ZMunnen.

Der englisch-frantlsische Gegensatz,

Paris, 7. F-br. DerTen-Vs" Mhri*t e>nen P-richt Ves Parff-r Kvrrelvrmd-nt-n derS">tt, der nach dem Blatte ohne Lw-ifel die Ansichten einer mit unterrichtet-, Persönlichkeit wiedergibt. indem d-r B-rickterstatter den Stat^mmkt vertritt, der ßmtWäbi» nungsausschuß tirrbe, falls er mit der Beschlvsisitffung die letzte deutsch« Note b-ausimqt wird, wabrsihein- llch aal btt in Cannes ins Ange gefußte Lösung von 7 2 0 Millionen Gold mark zurSckgreifen. Neben Vorteil, D-nffchland nicht in new finanzielle Schwie­rigkeiten zu stir»en, unter denen in den kommenden Andren auch seine Gläubiger zu leiden hätten, würde diese R-aelung zum grrirn Teil die belgische Priorität befrie- N-vm und eine Atempause schaffen, während der nur noch die französische öffentliche Meinn», zu einer prakti­schen V»litik $n erziehen wäre, die darin bestehe, wenigs zu verlangen und mehr $u erhalt-,. DerTemps" weist dieses Vorurteil Aber die französische Politik wn sich und erklärt, wenn es richtig s«, daß man besser daran tun würde, weniger zu verlangen, fo mtßtc nach btnt poli­tischen Gewinn, den diese neue Methode abwerse jeder -inen Teil erhalten. Ketznes wolle gewiß die deutsche Schuld herabsetzen, aber er mache nicht den Vorschlag, diese Operation r» einem Siege Englands über Frankreich zu gestalten, und er habe nicht den Mut, zu verlangen, daß England st ine gesamten Forderungen an Deutsch­land sowie seine Forderungen an den französische, Staat auf gebe..DerT-mLs"UchLM^-'udem er auf die Not- Wiüxgfcit hinweist, nicht nur tm Interesse der Gläubiger, sonder, auch im Interesse DeutschlaiÄ» selbst Garantien für die Zukunft zu schasse, und eine Ruhepanse von mehrere, Jahre, zu ermöglichen, während der die £)ötf der deutschen Zahlungen v», d-n iwltttschen Schwankun­gen EnnepüS nulteüngt unabhängig wäre.

Parts, 6. Febr.Oeuvre" schreibt zu der Rn« Wesenheit des Landoner franzSsischen Botschafters in Paris, trotz deS Optimismus der letzten halbamtlichen Mitteilungen hätten sich unzweifelhaft die franzvsisck- enalischtn Meinungsverschiedenheiten sowohl in der Orientsrage wie inbezu, auf de, Entwurf des GarantiedertragS dermalen zuaespiht, daß ein Ausgleich schwieriger als fe erscheine. Die Rate, in der am Donnerstag Poincare von der englischen Re­gierung ein- Aenderung de« Konserenzyrogramms für Genua gefordert habe, sei schlecht ausgenommen wor­den. Slopd Georg« und Lord Enrzon wollten an der in Cannes am 6. Januar festgesetzten Tagesordnung keinerlet Aendernngen vornehmen Tie seien gegen die Einmischung des Völkertzundes in die Arbeiten des Kongresses.r den europäischen Wiederaufbau. Das Gesagte ist nach dem Blatte das Wesentliche der Unter­redungen, die der französische Botschafter in London in den letzten Tagen mit den Vertretern der englischen Regierung gepflogen hat und über die er dem fran­zösischen Minifterpräsidente» Bericht erstattete.

Simiano mWen StflicniBi nnö 8tS's"tz«sl.

Berlin, 7. Febr. Die Besprechungen zwischen der Reichsregierung und Vertretern der Gewerkschaften, die wegen Beilegung des Eisenbachnerausstandes geführt wurden, haben heute Abend 9 Uhr zu einem positioen Ergebnis geführt. Nachdem auch 2 Vertreter der Reichs Gewerkschaft zu einer letzten Aussprache hinzu- geze^en worden waren, wurde über folgende Erklärung eine Einigung erzielt:

Die Reichsgewerkschast gibt die Erklärung ab, daß '.e noch heute Abend den Ausstand der Reichsgewerk- ckmst als beendigt erklären wird, nachdem der Reichskanzler seinerseits im Namen der Reichsregierung «rsgcftihrt hat, daß bei sofortigem Abbruch des Aus- teteieS die Disziplinierung nach den von dem Gesamt­kabinett aufznstellenden Richtlinien ausgeführt wird. Tie Reichsregierung wird bei sofortigem Abbruch des Ausstandes von der Anwendung und Durchführung von Disziplinierungsmaßnahmen und Masfenentlassun- gen a b s e h e n.

Die Vertreter der. Reichsgewerkschast erklärten, noch Mn Abend an ihre Organisationen im Lande tele­graphisch die Weisung vom Abbruch des Ausstandes erschau zu lassen. ...---- ---------.-

London, 7. Febr. DerDimes" znfol«, ist aestern überreickle Rote betresfentz die Teilnahme Frankreichs an der Konferenz von Genua von beträckl- licher Sänge. Eine Abschrift davon sei zweifellos nach Rom «esandt Warden. Die franzäsische Reaierung weise in der Rote, wie ma, sage auf die große Bedeu­tung eines vorherigen Einvernehmens von Großbri­tannien, Frankreich und Italien über die In Genua

mehr in wesentlich besser« und ergiebigerer Weise wieder bedient werden.

Magdeburg, 7. Febr. Die Eisenbahndirektion Magdeburg gab gestern Abend bekannt: Die Streik» läge ist im großen und ganzen unverändert geblieben. Der Notbetrieb spielt sich von Tag zu Tag besser ab.

Cassel, 7. Febr. (Amtlich.) Durch Heranziehung von Arbeitswilligen ist es gelungen, den Güterverkehr in stärkerem Umfange durchzuführen, insbsondeve die Beförderung von Lebensmitteln und Kohlen. D« Dienst auf den großen Raugierbahnhöfen konnte gleich- ulls ausgedchnt werden, sodaß die biSh« abgestellte« Frachten bald abgefahren sein werden. Die Kohlen­versorgung der Industrie wird im Benehmen mit bett notleidenden Werken nach Möglichkeit durchgeführt. Der Personenverkchr ist weit« ausgebaut, sodaß jetzt aus jtber Strecke mehrere Züge in jeder Richtung ver- kehren und d« Anschluß auf den Uebergangsstationett an di: Nachbardirekiionsbezirke tunlichst gewahrt wird.

Frankfurt a M., 7. Febr. Der Ausstand btt dem D.mtschen E seubahnerv rbarw angehörnden Ar­beiter des Werkstättenamtes Betzdors ist beendet. Die Werkstättenarbeit« nehmen morgen früh die Arbeit wieder auf. Im Eisenbahndirektionsbezir! haben sich heute 113 Lokomotivführer zum Dienst zurück gemeldet.

Karderungen der Mannheimer Ausständigen.

Mannheim, 7. Febr. Gestern hatte die Eisen- bahuerausstandsleitung eine öffentliche Versammlung einboerufen, zu der auch die Vertreter der Industrie «tzngeiaben waren. Dabei wurde «»stimmig folgende Entschließung angenommen:

Die heutige von üb« 3000 Personen besuchte Protestversammlung fordert 1. daß der Allgemeine Deutsche Grv.-erkschaftsbund den Aufruf, der sich gegen die tm Streik befindlichen Eisenbahner richtet, sofort zurückzieht. 2. daß der Allgemeine Deutsche Gewerkschaflsbund sofort ?e neu ganz n Truck g g n die Regierung und nicht gegen die Streikenden richtet und 3. daß endlich mit der Durchführung der zehn Punktze angefangcn wird, damit nicht alte Steuerlasten von der arbeitenden Bevölkerung getragen werden müssen.

Das Werk des Vorsitzenden der Reichsgewerkschaft.

C c fiel, 7. Febr. Ein Berliner Priv tt l gra nk derCasseler Allg. Zeitung" führt den Nachweis, daß bet Ausstand der Lokomotivführer teiltid) Dal Werk des Vorsitzenden der Reichsgewerkschast Menne ist, der im Verein mit den Lokomotivführern Thieme und Scharfschwerdt und dein A'sifenlen T h ie mr die ganze Reichsgewerkschaft übertölpelte. Die Ab­stimmung nn Hauptvorstand über den Ausstand fand in der Nacht zum 1. Februar statt. Aber schon am 28. Januar hatte Menne Kuriere in die 21 Direktions­bezirke entsandt mit dem Auftrag, am 1. Februar morgens 9 llhr den Bezirksvorsitzenden der Reichs­gewerkschast ein versieg ltes Sehr ib-u zu übergeben mit der Weisung:In der Nacht zum 2. Februar um 12 Uhr ist der Betrieb still zu legen, (gez.) Menne, Thieme". Drei Tage, bevor der Vorstand über­haupt gefragt wurde, war also der Ansstondsbesehl schon ins Land gegangen. In den von Scbarischwerdt gezeichneten Auspandsanweisiingen befindet sich der Satz:Auch Milch-üg-, Bi hzüge und Lebens mttel» züge find nicht zu befördern. Sie bleiben fl-chen, wo sie stehen."

Ausstand der Berliner Telegraphenarüeiter.

Berlin, 7. Febr. Die unter Bruch des Taris- Vertrages und unter Mißbilligung der Gewerk» schciitsleitung in den Ausstand rn^et-etenen Berliner Tcl-sraphenarleiter sind auf Anordnung des Reichs- vcstministeriums von ihrm vargffetzten Aemtern auf« gefordert worden, die Arbeit sag'eich wieder aufm« nehmen Mer der Aufforderung bis Donner-tag früh nickt Folge leistet, hat sich als entlassen zu betcachten.

Der NM her Ä'Wn SotfflL

Berlin, 7. Febr. lieber den Einsatz der Tech­nischen Nothilfe in den städtischen Werten Berlin! wird bekannt, daß von chr als dringlich zunächst die gesamte Wasserversorgung sichergcstellt warten ist u ib im An so'tust daran mehr re E.ek rizst-it'-werke in Betrieb gesetzt worden sind, in denen Strom in stei gern Umsange erzeugt wird.

lieber den Einsatz der Technischen Nothilse zur Unterstützung der Eiset bahnti ektion im ga.izt i Reicht wird ferner mitgetrilt: Tie Technische Nolhlse stellte nach dem Stande von heute Morgen den Eistnbahu- direktionen im ganzen Reche an technischen Fachkräiten zur Verfügung: Führerze.s. nal s. r rnnb 100 püee, 1200 Manu Bqftetrpet.jom>t uuö teeii über 50oQ Maruß

Ärmliches VerLndigungsblatt des Kreises Marburg. ^

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

MsbeMkvk«sWtzdnDrvMen8slk5vM

Am 28. und 29. Januar hielt der Reichsbeamten- «usschutz der Deutschen Volkspartei eine aus allen veilen des Reiches gut besuchte Tagung ab. An Stelle -es durch Krankheit verhinderten Vorsitzenden, Slüg. Neyer-Herford, leitete Abg. Schulrat Beuermann die Verhandlungen. Als erster Referent sprach Reichs- tagSabg. M orath über den Stand der Besol­dungsfragen. An der Hand graphischer Dar­stellungen gab er eine Uebersicht über die Auswirkung der letzten Besoldungsresorm. Danach sind die Grup­pen 511 prozentual am schlechtesten weggekommen. Wenn derartige Beschlüsse zustandegekommen sind, s» läge das mit daran, datz dem Reichstag bei der Auf- Mung der Besoldungsordnung nicht der Einfluß zu­teil geworden sei, der ihm bei der Wichtigkeit der Frage unbedingt zustände. Festzustellen sei, datz da? Kehalt mit der Teuerung nicht gleichen Schritt gehal­ten habe, und datz die Einkommensverschlechierung don Tag zu Tag zunehme. Es bestände Einigkeit bei der Reichstagsfraktion in dem Streben, dem Ver­langen der Beamten nach Möglichkeit gerecht zu wer­den. Dem entsprächen die Anträge der FroMon vom 21. Januar. Einen breiten Raum in dem Bericht des Herrn Morath wie auch in der folgenden Aussprache nahm der Vorschlag über die Einführttng der glei­tenden Gehaltsskala ein. Nur hierdurch wird e§ möglich sein, die Gehaltsbezüge der Beamten den jeweiligen Teuerungsverhältnissen rechtzeitig anzu­paffen. An die Ausführungen schloß sich eine lebhafte Aussprache der Vertreter ans dem Reiche, wobei ber- borzuheben ist, datz die Einstibrung der gleitenden Ge- haltSskala unbedingt als ein Fortschritt in der Gestal­tung der Bemntenbesoldung begrüßt wurde.

Am zweiten Sitzungstage nahm der Reickstagsabg. Beuermann in Vertretting des una''kSmmllchen ReichstagSabg. Most das Wort zur Ortsklaslen- e i n t e i l u n g. Wie bereits früher, so sieb, auch jetzt noch die Fraktion auf dem Standpunkte, daß es kür die Beamtenschaft besser wäre, wenn anstatt der fünf Ortsklaffen nur drei beftünben. Leider bat der Antrag bet Deutschen Volkspartei nicht die entsprechende Zu­stimmung gefunden. Die jetzt in dem besonderen ReickStagsauSschutz erfolgende lleberprüfnng der OrtSklasseneinteilung werde zwar d'e zahlreichen otlen- sichtlichen Härten des Gesetzes beseitigen können, aber im ganzen, wie schon jetzt zu ersehen ist. zu keiner Er­füllung der berechtisten Forderungen der Beamten­schaft führen. Zu erwägen bteibe, ob nickt durch eine zweckmäßige Umgestaltung des früheren Wohnungs- geldeS eine Besserung zu erzielen sein wird.

Hierauf gab der Reichstagsabg. Seibert eine kttrze Darstellllung über die bisherigen ttLrgebniffe der Ausschußberatungen zum Beamtenvertre­tungsgesetz. Welchen Umfang die Arbeit der Be- amtenvertretung anuehmen wird, kennzeichnet der Um­stand, datz zurzeit bei der EileNbahn 24 463 Ange­hörige durch Arbeiten in der Beamtenvertretung in Anspruch genommen werden.

In seinem Schlußwort legte der Berbandlungs- leiter den Vertretern der Beamtenschaft ht der Dettt- scken Volkspartei an? Herz, durch die Ast der Zeit sich in ihrem nattouaken Empfinden nickt beirren tu lasten. Als vorbildliches Beispiel wies er auf die Be­völkerung besonders auf die Beamten, in den besetzten und abgetrennten Gebieten bin, die trotz aller Not ein Bild treudeutscher Gesinnung böte.

, Folgende Entschließungen wurden ange- «ommen:

1. Der ReichsbeamtcnauSsckuß der Deutschen Volks­partei nimmt mit großer Besorgnis davon Kenntnis, datz eine Bernfsoraanisation von Beamten der Reicks- regierung wirtschaftliche Forderungen in ultimativer Form vorgelegt bat und damit einen Beamten­fire ik in bedrohliche Nähe rückt. Die in der Deut­schen Volkspartei politisch oraanifierten Beamten ver­urteilen grundsätzlich diese Maßnahme tm wohl­verstandenen Interesse des Berussbeamtentums und tm Hinblick auf die katastrophalen Folgen auf Politi­schem und wirtschaftlichem Gebiet.

Der Reichsbeamtenausschutz' stellt fett, datz die Re­gierung durch ibre Vorlaae vom 20. Januar eine un­entschuldbare Verständnislosigkeit für die wirtschaftliche Notlage der Beamten bekundet bat und dankt der Reichstagsfraktion der Deutschen Bolksvartet für die Ablehnung der Vorlage und den dnrck ihren Antrag vom 21. Januar gemachten Versuch, eine so­fortige Beseitigung der dringendsten Notstände herbei- zufiihren.

Der Reichsbeamlenaussckutz erwartet vom Reichs­tag und insbesondere von der Fraktion der Deutschen VolkSPartei, daß alles getan wird, um der unerträglich gewordenen Notlaae der Beamten innerhalb der aller- kürzten Frist gründlich abzuhelsen, damit das im Interesse des Wiederaufbaues unseres schwer ringen­den Vaterlandes notwendige Vertrauensverhältnisse zwischen Staatsleitung und Beamtentum wieder her- gestellt werde.

2. Der Reichsbeamtenausschutz der Deutschen Volkspartei billigt und anerkennt die Haltung seiner Vertreter im Reichstage in der Besotdungsfraae und .bittet, bei der weiteren Behandlung dieser Angelegen­heit folgende Gesichtspunkte zu bersicksicktigen:

a) Auf alle Fälle ist biS zum Beginn des neuen Haushaltsjahres eine gleitende Geb alts- frata einzuführen. Zugleich ist eine Neuordnung deS Gruvpenaufbaues und narnrnttick auch eine von Gruppe zu Gruppe gleiche Spannung zu er« - streben.

b) Als Notstandsmaßnahme empfiehlt der Rcichsbe- ' amtcnausschutz die weitere Verfo^ating des An

träges Stresemann vom 21. Januar.

S. Es ist anzunehmen, daß auch nach der in Aus- ftot genommenen Beseitigung der au^erordentsichnu Härten in der Orts kla f sen e in teilnn g berech- tfafen Forderungen der Beamtenschatt nickt nackoc kommen ist und das <*<*a«m"iirttae Svst-m M-fe auch «cht erfüllen tarnt. Der Reichsbe-nntena'-ssck'.ck glaubt

Berlin, 6. Febr. In den letzten 24 Stunden sind mit der Eisenbahn 180 000 Liter Milch auf den Berliner Bttbnnhöfen eingegangen. Zur Zeit werden kechs Züge «it Dicnstiohlen für die Gasanstalten und Elektrizitäts- trrfe sowie mit Hausbrand btt Empsan,-stellen zu«e- siihrt.

Berlin. 6. Febr. lieber die allgemeine AnsstandZ- leist da- ReichSverkehrSministerium mit, daß in Boden der Ansst-fnd der Lokomotivsübrrr von den übrigen badi­schen Eisenbahnern nicht gebilligt werde. Bon den Direktionen Elberfeld, Hannover, Stettin, Oldenburg, Frankfutt a. M., Ma^eburg und der Strecke Schneide- mählD-nttch Krone Kolli? wurde ein Abflauen hei Ausstandes gemeldet. Einzelne Ortsgruvven des Deutschen Eisenbahwerverban^es scheinen den Ausstand anfgeben z» wollen, da leine Streikgelder be­fahlt werden. In Berlin macht der Ausstand der städtischen Arbeiter die Durchführung des Notbetriebs be­sonders schwierig. So blieben gestern z B. drei Kohlen- >flge von Halle nach Berlin auf der Strecke liegen, weil die Lokomattven kein Wasser aufnehmen Sonnten. Der y-ttieb wird auß-rdem durch die ungünstige Wetterlage, insbesondere durch den starken Schneefall, erschwert. Nach einer Mitteilung der Eisenbabndirektion Stettin tvnrden hort in einigen Fällen Arbeitswillige durch Ausständige belästigt, teilwn'e sogar geschlagen. Die Schutzpolizei mußte zum Schutz der Arbeitswilligen aufgeboten wer­den. In Gelsenkirchen wurde ci» Sabotageakt ver­sucht. Ein Mann versuchte, eine Maschine auf eine Dreb- 'cheibe zu fahren und sie bort zum Entgleisen zu bringen Der Manu wurde daran verhindert und »erhaltet. Anscheinend handelt es sich um einen Eisenbahner. Nach einer Meldung aus Eisen besteht dort die Gefahr, daß bae Kanal zechen den Betrieb einstellen müssen, da der .Kanal erneut zugefroren ist.

Der Bund der technischen Angestellten und Beamten verurteilt in einer Entschließung von Ausstand der Reichsgewerkschaft, weist aber den Angriff auf das Koali­tionsrecht der Beamten durch die Verordnung des Reichs­präsidenten zurück. Der Auffassung, daß das Streik­recht mit dem geltenden Beamten recht unvereinbar und wine Anwendung strafrechtlich zu verfolgen sei, muffe grundsätzlich widersprochen werden. Allerdings zeigten die Vorgänge anläßlich des gegenwärtigen Ausstandes, daß für den Ausstand in öffentlichen Betrieben nicht der Wille einer einzelnen GrnUpe genüge, sondern baß tzoe Voraussetzung seiner Zulässigkeit die gesamte Be­schlußfassung durch die Svitzenuerbände und Gewerk­schaften sein muffe.

Berlin, 7. Febr. Auf der Tagesordnung der l-entigen Sitzung des Hauptausschusses des Reichstaze- stand fcte Beratung über den Haushalt des Reichs­schatzministeriums. Vor Eintritt in die Tagesochnung schlug der Vorsitzende die Vertag-ing der Sitzung vor, weil ein Teil der Vertreter der einzelnen Parteien n>chr anweftnd sein konnte. Tr. Rosenfeld (U. S.) beantragte die durch den Eisenbahnerausstand geschossene Lage zu besprkchen. Der Ausschuß lchnte den Antrag Rosen­feld ab nud beschloß, die Sitzung auf morgen zu »er» tagen.

Türkei.

Neue milttärische Vorbereitungen.

Paris, 6. Febr. Nach einer Havasmeldung aus Angora hat die Nattonalversammlung die Verlänge­rung der Vollmachten von Mustafa Kemal Pascha, die tm Februar ablaufen, bewilligt. Gewissen Nachrichten zufolge betreibt die Regierung von Angora eifrig die militärischen Vorbereitungen an der Westsrortt, wo Mustafa Kemal Pascha Ende »es Mo­nats eine Inspektion unternehmen werde. Man glaubt an die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten gegen Mär;, wenn Angora der 'Ansicht sei, datz die Eracbntffe

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