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Die Ausstandslage.
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Ausstimd auch im Beannkohlenbeegban?
Halle, 3. Febr. Die Verhandlungen im mitteldeutschen B raunkohlenbergbau, die unter dem Vorsitz eines Vrtreters des Reichsverkehrsminifte- riums geführt wurden, sind nach zweitägiger Dauer als gescheitert zu betrachten. Dadurch kann es, wenn es nicht im letzten Augenblick zu einer Verständigung kommt, zu schweren wirtschaftlichen Erschütterungen kommen.
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der zeitweise angewandten stren-eren Maßnahmen nicht! «ndereS roeren al! Repressalien, um dadurch Abstellung der schlimmsten Mängel der deutsche« Gesangenen- bechandlun« in den feindlichen Ländern zu erzwingen. Tie deutschen Kriegsgreuel sinken bei objektiver Betrachtung a«s jene- Aormalmaß z«rück, bei jede« kriegführende Heer mit unvermeidlicher Notwendigkeit begeht.
57. TM
1922
Gine Versammlung der Berliner Funktionäre des Deutschen Eisenbahner-Verbandes hat gestern beschlossen, von heute früh 6 Uhr ab sich an dem von biet Reichegewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten und -Anwärter erklärten Ausstand zu beteiligen.
Die Blätter veröffentlichen eine Erklärung des Vorstandes des Allgemeinen Deutschen Eisenbah- ner-Verbander (Hirsch-Dunckerschen), in bet eine Beteiligung am Ausstand abgelehnt wirb.
Verhaftungen.
Berlin, 3. Febr. Wie das „Berk. Tagebl." mitteilt, sind die drei verhafteten Führer der ausständigen Eisenbahner nach ihrer Vernehmung wieder aus der Haft entlassen worden.
Nach einer weiteren Blättermeldung ist in Halle ein Funktionär der Reichs-Gewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamter wegen Aufforderung zum Ausstand festgenommen worden.
In Hamburg wurde ein Lokomotivführer, der I sich weigerte einen fahrplanmäßigen Zug zu führen, seines Amte» enthoben.
Gegen den Verfasser eines Flugblattes der Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten, in dem sämtliche Eisenbahnbeamten züm Ausstand aufgefordert werden, ist ein Verfahren eingeleitet worden. Ebenfalls wird gegen den Hersteller des Flugblattes „Marktvetlag" auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten ein Verfahren eingeleitet «erden.
Die U.S.P. gegen die veraednung des Reichs« Präsidenten.
8 e 111 n, 3. Febr. Die Reichstagsfraktton der U.S.P. hot an bett Präsidenten des Reichstages ] ein Schreiben gerichtet, in dem beantragt wird, daß auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Reichstage, als erster Punkt ein Antrag auf sofortige Aufhebung der Verordnung des Reichspräsidenten oom l. 2. 22 gesetzt wird.
Papiermangel der Zeitungen.
Berlin, 2. Febr. Der Ausstand eines Teiles der Eisenbahnbeamten hat auch die Zeitungen in eine äußerst gefährliche Lage gebracht und ihr ferneres Erscheinen in der bisherigen Größe in Frage gestellt. Verschiedene Berliner Blätter sind schon in vermindertem Umfang erschienen, und die „Deutsche Allg. Zeitg." kündigt an, daß sie bis auf weiteres nur einmal täglich erscheinen werde. Papiervot- täte sind bei dsn Zeitungen so gut wie nicht vorhanden, und die Ergänzung der geringen Bestände ist nun unmöglich geworden.
- M.
ifer.
Marburg
Fkritis, den 3. Februar
Sorna M*
Aus den Ausschüssen.
Im HauptauSschutz bc8 preußischen Landtags erhob I Ab«. Hollmann (D. Bvt.) aewlsie Bedenken der Frakllon der D. V.-P. gegen die Bestätigung der Wahl des Kommunisten Goß zum Direktor eines Berliner Gymnasiums. C6ne auf die grundsätzliche Frage, ob Somunlften überhaupt für solche 9 t em ter bestätigt werde« können, etuzugehen. mäste doch darauf hingewiesen werden, datz die autzerordentlicbe politische Betättwmg dieses Herr«, die zu der Anschauung des Lehrkörpers wie der über (trogen Mehrheit der Elternschast im schärfsten Gegensätze stehe, befürchten laste, datz eine ersprießliche Wirksamkeit als Direktor kaum möglich sei, und daß daraus leicht SehwleriOketten entstehen könnten. Der Redner lenkte die Aufmrksamkeit deS Ministeriums sodann auf den von der Nbetnland Kommission beabsichtigten UntersuchuuasauSschutz zur lieber« wachung der deutschen Schulen, der einen schweren Eingrisf in die innere Verwaltung Preußens darsteSe, der Rechtsgrundlage völlig entbehre Und in weitesten Kreisen der Bevölkerung größte Veunruhicmng hervor* gerufen habe. Er bat um Auskunft, was das Staatsministerium in diesem Falle zu tun gedenke. Er begründete ferner einen Antrag der Fraktion auf Einrichtung eines besonderen Kulmrreferats im Ministerium für Wistenschast, Kunst und Volksbildung für die Grenzmarken, «bg. v. Schuster führte aus: Aste Wiflenschaft ist aristokratisch. Hüten wir unS also, daß unsere Hochschulen nicht durch die an sich nflt,,t(1>e und nötige Arbeit der Poptilarisierung dem Werke der streng wistenschastlichen Forschung entzogen werden. Fm Interesse der Volkskultur mutz der stark bedrohte Mittelstand erhalten werden. Dazu dienen niedrige Sckulgeldsähe, gestaffelt nach der Kinderzabl, und statt einer praktisch undurchführbaren Staffelung nach dem Einkommen lieber eine Schulsteuer. Wir wollen mit HUfe fremder Sprachen auch fremde Kulturen kennen lernen. Deutschland soll der .geistige Markt der Welt" bleiben. Aber wir wollen deutsche Menschen er ziehen. Dem dient der Geschichtsunterricht, der allen politischen Streit meiden, aber die geschsthtlicken Verdienste der Hohenzollern nicht vcrschweigeu soll. Zur deutschen Kuhur gehört auch das Christ! ntnm.
Argumente zu eigen gemacht, die von den Gegnern befl lUtrmatnms von Anfang an verlrc'en wurden
Studentenfahrt.
Von D. Reinhcwd Mumm, Mitgl. bei Reichstags.
AuS der Studentenschaft hört man immer ttfltf bewegliche Klagen über Die Verteuerung bet Fahrten. Vaters Geldbeutel wird heute schon für den Unter- halt stark mitgenommen. Wie mancher Student mutz sich sein Brot selbst verdienen: und es wich ihm bitter sauer, die weite Fahrt in jedem Semester zweimal pl bezablen. Was waren einst die Studentenfahrten voll Romantik, auch wenn Meister Brettenbach nut die vierte (man sagte „zweimal y»eiter") Klasse bot. freute ist die vierte Klasse teurer, als im alten Kaiserreich die erste.
Nun aber hat der Reichstag eingegriffen. Am 26. Januar wurde, ziemlich urtbemertt, einstimmig be» schlossen, den Reichsverkehrsminister zu ersuchen, dem Studenten billig sein zu lassen, was dem Arbeit« recht ist: die berbidigte Fahrt von und zur Arbeitsstätte. Es hat ein halbes Jahr gedauert, diesen (Monte* durch alle die parlamentarischen Klippen hindurch- zuleiten. Der Bildungsausschuh hat sich dem deutsch, nationalen Antrag angeschlossen, und der Reichstag wiederum hat beschlossen, was der Bildungsausschutz ihm »orßefegt hat. Ich habe die Zusage des Herrn ReichsverkehrSministerS, daß nach dem Reichstagsbeschluß vom 25 Januar Verfahren werden wird.
Am Nebsten hätte ichs, daß schon die Rückfahrten Ende Februar und Anfang Mär; zu dem verbilligten Preise geschähen. Doch bin ich bei der bürokratischen Langsamkeit unserer Behörden heute zweifelhaft, ob I wir das erreichen werden. Jedenfalls freut man sich I setzt einmal, wenn sich der Reichstag an einer Stell«, I wo «S wirklich gut angebracht ist, kulturellen Inter- essen erschlossen hat. So wird es doch manchem Studenten möglich, sich den besten Lchrer auszN- siichen, auch wenn er in der Ferne wirft. Und auch das nationale Interesse wird dcchutch wirksam gefördert. I Denn es dient dazu, die nötigen Bindungen zwischen! I den deutschen Stämmen zu schaffen und die Maiw- I nie zu überbrücken, daß unsere Studentenschaft ix den empfänglichsten Jahren des Lebens auch einmal andere deutsche Stämme kennen und lieben lernt,
Die „vderhelfttwe Zeitun •" eil »eint le*smel wöchentlich. — Sef««9Vteis monatlich ohne Zustellung 850 »t, durch »ie Boll 9.50 Mk. Für ausfallend« Jtummei« infolge Streiks ooer etetnenteret tkreiqnisie kein Ertatz. — Verlag von Tt. t. Hitzeroth. — Druck der Univ.»Luchdruckerei van Jod.Aua. Koch, Markt 21 28 — Fernlarechet 56, PoSkdeckkonto: Ar. 5015 Amt Frankfurt a. Matn.
$05 MM Wk!H * RMttOll.
t* Berlin, 2. Febr. Durch die Ernennung Dr. SkatHenauS »um Minister des Aeußcrn bat die tziegierungSvolttik. soweit sie bisher noch Privaten aelegen- heit Dr. RathenauS war, ihren offiziellen Stempel erhalten. Der neue Minister des Auswärtigen ist während ftener vorübergehenden früheren Zugehörigkeit zur Re- üerung und auch nach feinem Rücktritt der führende Seist deS Kabinetts Dr. Wrth gewesen. Diese Rolle hat Dr. Rathenau in erster Linie spielen Binnen, weil tr die andern Kabinettsmitglieder an geistigen Fähigkeiten foeit ß 6er ra gt und weil er eine persönlich bestrickende Art hat. Seinen Grundsätzen verdanft Dr. Rathenau den Einfluß ganz gewiß nicht, den er seit Monaten in beherrschendem Umfange auf die Führung her deutschen Politik ausgeübt hat. Denn Dr. Rathenau Hai in seinen grundsätzlichen Anschauungen eine ganz ungewöhnliche Wandlungs- und Anpossungsmöal'chkeit un den „ gelegt. Er war vor dem 10. Mai als Privatmann Gegner einer Annahme bei Ultimatums pnd hat dann kurze Zeit darauf alS Wiederaufbau- Minister die Unterwerfung der Regierung unter bas Ultimatum mit tSnenben Worten als rettende Tat Und alS realpolitisch das einzig Richtige gepriesen. Dr. $Rat!>:iau hat als Wiederanfba nmi nister em Programm entwickelt, das auf das Vertrauen aller produktiven Kräfte Deutschlands aufgebaut war, und er hat im Wiesbadener Abkommen eben diesen Kräften die denkbar schwersten Fesseln angelegt. Er hat weiter die flanx auswärtige Politik des Kabinetts Wirth mit dem übereifrigen Bestreben erfüllt, Frankreich zu Gefallen zu sein und die französische Regierung für “ine bessere Behandlung Deutschlands zu gewinnen. Den Schlag, den die Berufung Poinearös dieser Politik versetzte, bat Dr. Rathenau sehr rasch verwunden und sich mit einer bewunderswrrten Geschicklichkeit und Bedenkenlosigkeit die
Hier rtmIIInmNin.
Ablehann- »on Verhandlungen durch die Regierung.
Berlin, 3.Febr. Dem „Vorwärts- zufolge hat der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Ge- wersschaftsbunbes Leipart gestern beim Reich-präsi. betitelt Ebert vorgesprochen und eine Vermittlungsaktion im Eisenbahnerausstanb eingeleitet.
Berlin, 3. Febr. Rach einer Mitteilung des „Berl. Tagebl." haben gestern Vertreter bes Deutschen Beamlenbunbes gleichfalls bei bet Reichs- tegterung versucht, zwischen der Regierung *nb den ausstänbigen Essenbahnern zu vermittelu. Die Regierung soll ben Blättern zufolge es abge- lehnt haben, mit ben Ausstänbigen In Verhand- lungen einzutreten mit bem Hinweis darauf, daß sie von vornherein erklärt habe, im Falle eines Ausbruches des Ausstandes eine Verhandlung nicht wieder auszunehmen.
Stmrii^es Dertündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früh« kurhessische) Oberhessen
Stad.! iPfert . unk.
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Das ist das Siegel, das das Kabinett Wirth-Rn'Henau der Lage ausdrückt.
to MmtlM in SriMch««ll in SeitWai.
Die deutsche Regierung hat 1920 eine amtliche Untersuchen über die angebliche völkerrechtswidrige y-bandluu« der Kriegsgefangenen in Deutschland &erauigege6en (Berlin, Reimer H»bttnß). Bon 90 Fällen, die der Prüfung unterlagen, sind nur drei als völkerrechtswidrig lunb einer als zweifelhaft festgestellt worben: in allen anberen Fällen handelte es sich um unbegründete Anklagen. Die drei völkerrechtswibtfaen Vorfälle aber liegen in der Zeit nach dem Wassenstillstanh. also in bet Zeit, in her in Deutschland jede ManneSwtcht auf- gehört hatte und alle Offizier« die Gefangenenlager hatten verlassen müssen. Roch wirksamer aber dürfte ba» Buch von Wilhelm Doegen sein: „Der Kriegs- gefangeum Haltung unb Schicksal in Deutschland" lBerlin 1919), das mit amtlichem Material und mit blreichen brieflichen Aeußerungen der (Sefangenen selber sämtliche deutschen Gefangenenlager schildert. Die Mängel sind nicht verschwiegen: der Berfasser des Buches hat als Mitglied einer Sprachstudienkommission fast die Hälfte aller Lager persinsich kennen gelernt, mit zahllosen Gefangenen gesprochen und oft zn ihren Gunsten gewirkt' es ist ein f überwältigendes Bild von Fürsorge für das körperliche unb geistig« Wohl bet Gefangenen, von Humanität bet bratschen Lagerkommandanten und von öutmfitia&it der deutschen Wachmannschaften, dos durch keinerlei Ausnahmen, t&e sie überall vorkamen, ver- dunkelt werden kann. Die Objektivität dieses Buchs von Torgen wirkt umso stärker, wenn man dagegen di« Schrift des Franzosen Renault stellt, der planmäßig das Unerfreuliche deutscher Gefangenenlager (ba8 ganz unvermeidlich vorhanden sein mußte), mit den Lichtblicken französischer Lager vergleicht — das ist nicht Geschichtschreibung, sondern Fällchuug der Wahrheü. ganz abgesehen davon, daß Renault, im Gegensatz ?v Dvegen, keinerlei verbürgtes Material heroeibriugt. Man vergesse auch nicht, daß die Gefangenen von Frankreich aus amtlich und privatim zur Sabo tage der ihnen zugewiesenen Arbeit zur Brandstistung, zur SchcLigung der Ernte, zur Beschädigung von Maschinen aufgeforbert «nd angeleitet würben (vgl. z. B. ben Erlaß des französischen Generalstabschefs Dupont vom Mai 1917), ?aü weit über 200 000 Fluchtversuche unteruonzT /en worden sind, von denen mehr als 100003 glückten, und man vergesse zuletzt nicht, tej ein fehl erheblicher Teil
Das Tal des Todes.
So erschütternd dir Berichte bet beutfchen SanitM- erpebäion ober Nansen« Mitteilungen Ober bas Ctewb int osttussischen Hungergebiet lauten, so reichen bt» artige Schilderungen noch lange nicht an bi« grauen» erregend« Wirllichkeit heran, ba «s für t* Ausländ« unmög sich' ist, gerat* bie abgelegenen Gebiete, wo ba Hunger am furchtbarsten wütet, zu bereisen. Zn den ichwetst betroffenen Gebieten gehören bi« Kreise Pugat- Ichew und Busuluk im Gouvernement Samara. Der golschewist B. Chochlow hat bisse „Tal bes Tobe«" genannten Kreise bereist und beruhtet über seine Eindrücke in bei Moskau« „Jswestija". Tie kümmerliche Er- nährung mit berf(biebenen mehr ober weniger unverdaulichen Surrogaten Hot aufgehört, da die tiefe Schneedecke die Wurzeln, Kräuter usw. im Walde »ugedeckt unb für bie Menschen unerreichbar gemacht bat. Gefallene Pferde und Hundekadaver gelten bei bet Bevölkerung al» seltene Leckerbissen, bie auch schon überaus rar ge» worben finb. In dem dem Tode geweibten Landstrich sieht man nur noch selten kleine Schwärme von Krähen unb Dohlen, bie bisher ben Nachstellungen entgangen finb. Zu Dutzenben liegen an ben Straßen unb in ben Gräben bie Leichen Verhungerter. Wie es in ben abgelegenen Walbdörfern au-sieht, ist unbefaunt, ba es in Ermangelung von Pferden unmöglich ist, dorthin butchzubringen. Aller Wabrscheivlichkeit nach ist dort aber alle» Leben längst erstorben. Chochlow bat auf seiner Reise festgestellt, daß sich bie FÄK von Kannibalismus in bet letzten Seit erschreckenb gemehrt haben. Im Dori« Mokscha bat eine Frau ihre ben Hungertob gestorbene Tochter zum Teil aufgegesseu. Im Dorfe Blagodarow bes Kreifts Busuluk haben brri Familien, getrieben von tofitenbem Hunger, einen eben verstorbenen 13jährigen Knabe» verzehrt. Infolge be» genossenen Meuschenfleische» ist eine der Frauen gestorben, deren Leiche nichtsdesto-
I weniger toicL’t verzehrt worden ist. Dir Leiche eine» I anderen in demselben Dorfe verstorbenen Knaben ist aus einem Massengrabe wieder exhumiert worden, wobei
I sestgeskllt wurde, daß Kopf und Beine schon fehlten. I Tie Hungernden haben bann noch ben Stumpf fertgetragett unb in ihren Hatten verzehrt. Chochlow schließt feine
I Schilberungen mit bet Versicherung, baß sich im Früh- I fahr die Bereitstellung von Saatkorn für diese Gebiete I erübrigen werbe, ba es bann dort niemanb mehr geben »erd«, bä nnftant* sei» würde, ben Acker zu bestellen.
Die zweite RetchS-Angestelltentagung b« Deutsch. I nationalen Boltspartct richtete an die Varteilettuna und die Reichstagssraknon der Teutfcbnationalei Votkspartet daS Ersuchen, ,tm Kampf um die tötete* einfübrung der reinen fchwarz-Weitz roten Seellaa« I nicht zu erlahmen, fonbem ibn notfalls bt« zum Volksentscheid weiter zu führen. Tt« beutfchuattonaie Aw> gestelltenfchaft Weitz sich einS mit ihren Brüdern lew I teils der Reichs grenzen und Ueberfee, datz der Kamps I um neuen deutschen «uiüieg unter bttfem Panter mH * unter Uüiem andere» etsotge» «nutz. •— -
Der «a+eigenotets beträgt für Me S gefp. Zeile ober bereit Raum «0 Vfg. fütben Willi« meter, amtliche unb aussärtfae 80 Psg. »obere 6palteitl»reite* na» entipre»eTiber Berechnuna. Spät etnlaufenbe ober den Raum übet Seite etnnehmenbe Sw »eigen nnb wir bere»tlgt, nach der Terüpaltenbreit« zu setzen unb zu ^«ftnen. Sogen, tteflamen berechnen wir Die CeL»3etle mit 6.00 Mk. ^Ebet Rabatt «tlt als SatrabatL Sei Sustunft durch »ie (6ei»aft»iteUe unb Vermittlung der »nge- bote 1 Mk. Sondergebüdr.
chbain Sohux, sicher«.
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imb bie sich in Englanb in den letzten Monaten — und sicher nicht erst seit der Londoner Reise Ratbeuaus — Anerkennung verschosst hoben. Was bis zur Ksv- ferenz von Genua der Kurs der Rathenauscken Polrtik sein hriti), läßt sich nicht vorausschen. Wahrscheinlich aber hat bi» dahin der Außenminister ein paar weitere Etappen sein« Wandlungssähigkeft hinter sich gebracht.
Wenn man diese Dinge bei richtigem Licht betrachtet, so wirft es beinahe komisch, daß Politiker, die sich in dies« Weise von den Ereignissen führen lassen, am liebsten in der Rolle weit ausfchaueiü)« Staatsmänner glänzen möchten. Beichranft man sie auf ihre wirkliche« Verdienste, so kann man ganz gewiß nicht bestreiten, daß Dr .Rathenau in den letzten Wochen ein großes B«haick>lungSgeschick an den Tag gelegt hat. Man kann auch ruhig zugeben, daß « in Genua die Sache Deutschlands efctnfo geschickt vertreten würde, vorausgesetzt, daß « durch bie richtige Orientierung gelenkt wird. Zum führenden Man» bet deutschen AußenpoMk aber gehört angesichts der cntscheidungs- schweren Ausgaben, die zu lösen sind noch etwas mehr. Es gehört dazu auch nationale Grundsatz- sestigkeit, unb von dies« unentbehrlichen Eigen- schast, bie man in bem Kabinett Wrth so schmerzlich permissen mußte, hat Dr. Rathenau bish« kein Zeugnis abgelegt. Deshalb hätte man einet Ernennung dieses Mannes zum auswärtigen Minist« immer mit großen Bedenken gegenüberstehen müssen. In b« gegenwärtigen Sage ober ist seine Berufung ein Schlag, bet alle in bet letzten Zeit sorgsam gesammelten Fäben in Verwrernng bringt^ Die Sertrcter bet ReichStags- ftakiion ter Deutschen Vollspartei hatten oft genug Erklärt, daß sie bie Verantwortung für bie Vetab- schiebung des Steuetkompromisses nut tragen könnten, wenn ihnen auch die richtige Verwendung sichergcstellt erscheint. Das hieß mit andern Worten: Umbildung ter Regierung unter Hinzuziehung der Deutschen Volks- Partei. Rur diese Hinzuziehung, nicht aber eine persönliche Milbeteiligung ist gefordert tootben-
• Die Antwort des Reichskanzlers war die eigenmächtige Ernennung Dr .RathenauS zum Minist« des Aeußern. Sie muß umsomehr besremden, als Dr. Wirth Sanz genau wußte, wie unannehmbar Dr. Rathenau ter Reichstagsfraktion ter Deutschen Volksriartei in ter Rolle des deutschen AußenminisftrS ist.
ist selbstverständlich, daß das Vorgehen Dr. Mrths bestimmte Wirkungen ausüben muß. Er sowohl wie Dr. Rathenau, der sich ben Posten des Außenminister» bis zum Termin bes Dienstag Abenb birekt ausbe- bungen hatte, haben ben Forderungen, bie bie Reichs- tnpSfrattion der Deutschen Volkspartei ausgestellt hatte, eine unverhüllte Absage erteilt. Sie haben bet Fraktion zu verstehen gegeben, baß man bas ©teuer« tzomprorniß zwar mit ihr machen könne, baß ater tm fcbrigen die Kreise, die bish« die RegierungSgeschäfte Besorgt haben, unt« sich bleiben wollen. Eine politische Partei kann sich etwas Derartiges natürlich nicht Vveimal sagen lassen. Ater darum handelt eS sich nicht in erst« finde. Ob bie Herren Dr. Wirth imb Dr. Rathenau bie Deutsch« Linkspartei brüskieren wollen, ist feint Frage von wesentlicher Bebeutung. Wichtig «ter ist, daß bie Reichstagsfraktion bet Deutschen Volks- "riertä nunmehr keine Sicherheit für die Erfüllung ihrer sachlichen Forbemngen gegeben sieht. Und bisse krfüllung galt von vornherein als unentbehrliche So:« «ussetznng ihrer Zustimmung zu bem Steucrkom« prvmiß. »Damit ist diese Errungenschaft der letzten Loge bei ter bevorstehenden Verabschiedung sehr stark jgeläbrdet unb eine Befestigung der Regierung auf brei- —1. aemaäit.
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