Einzelbild herunterladen
 

Ärmliches Bertundigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

57. m

m.27

AmUMbelM »er EWsWeMeil-EMMO

Del Ärenprim über den Mbnavlbm Deut!AMd5.

Aussprache im Hauptausschutz.

Berlin, 31. Jan. Im Hauptausschuß des Reichstags machte Ministerialdirektor v. Schli eben vom Reichsfinanzministinum eingehende Ausführungen über die Vorgeschichte der Ausstandsbcwegung in der Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahner und fuhr dann fort:

Bei der gestrigen Besprechung mit den Vertretern der Lander wurde die Frage erörtert, ob für die Beamten an Orten mit besonders schwierigen wirt­schaftlichen VechZttnis'en Wirtichast'b" Hilfen gewährt roerbr.i könnten. Die Mehrzahl der erschienenen Ber- tretet äufeerte ihre Bedenken gegen eine solche, dem Beamtenbesoldungsrecht an sich fremde Regelung. Auch | die Mehrzahl der Ländervertreter konnte, sich der Rot! Wendigkeit nicht verschließen, eine der Gewährung von | Ueberteuernngsznfchüffen an die Arbeiter entsprechende aber den Besonderheiten des Beamtenverhältnisses an­gepaßte Maßnahme zu treffen. Da der im Vorfahre gewählte Weg, die prozentualen Teuerungszuschläge nach Ortsklassen zu staffeln, angesichts der ablehnenden Haltung der Parteien des Reichstags und der Re- gierungen der Länder nicht als gangbar erscheint, wird der Reichsminister der Finanzen der Reichs­regierung eine Gesetzesvorlage unterbreiten, durch die der Minister ermächtigt werden soll, im Benehmen mit dem Reichsrat an den Orten mit besonders schwierigen wirtschaftlichen Vechältnis'en WirtschastSbei- Hilfen einerseits in Anlehnung an die den Reichs- itrbeitern zu gewährenden Ueberteurungszuschüs'e. an­dererseits in Anpassung an die Besonderheiten des Bemntenvechältmsses zu betoiüigen. Eine Erklärung über die technischen Einzelheiten der zu treffenden Regelung kann heute noch nicht abgegeben werden.

Der sozialdemokratische Abg. Müller-Franken wies darmifhin, daß keine Partei die Annahme des Ultimatums, in d-mr Boamtrnbesoldungserhöhungen in Höhe von 60 bis 60 Mill ackten verlangt würden, der- antworten könne. Der Vizekanzler Bauer betonte die absolute Unmöglichkeit der Erfüllung des Ulti- matumS der Eisenbahnergewerkschast. Tas Ultimatum sei ein Anschlag auf das Volkswohl, das nur zum Nach­teil und bodenlosen Unglück der beteiligten Beamten ausschlagen könne. Die Neichsregierung werde mit allen ihr zur Verfügung stehenden Machtmitteln den ihr mifgezwungenen Kampf ausfechten.

TteDbetbeffiW Zeit»«'" erickeint le*smal wöchentlich. Bezugspreis monatlich ohne Zustellung 8.50 3)<L, durch di« Post 9.50 MI. Rät ausfallend« Stummer« infolge Streiks oeer elementarer Ereignisse kein Ersatz. «erlag oon Dr. E. Sitzerath. Druck der llniiu-Buchdruckerei oon Job. Lug. Koch, Markt 21 23 ^etnipredjer 55, Postscheckkonto: Str. 5015 Ämt Frankfurt a. Main.

6iit Kitte Rlild-kteil legen len AttKmd

Berlin, 1. Febr. (Wolfs-Büro.) Die Reichsge» Werkschaft deutscher Eisenbahnbeamter hat mit 20 gegen 15 Stimmen tri einer St-'mmenenth-'ltung beschlossen, m der kommenden Nacht 12 Uhr in den Aus st and einzutreten.

Die Sitzung des Hauptvorstandes verlief, wie die Morg-nblätter nach einer Korrespondenz melden, außer­ordentlich stürmisch. Die Opyositiönsgruppen, die den Ausstand verurteilen, bezweifelten das Recht des ev ft eiterten Vorstandes, über die Köpfe der Mitglieder binweg einen Beschluß zu fassen, der nicht nur für die Beamten selbst die allerschwersten Folgen haben könne Nach der Ansicht der gemäßigten Beamten Vertreter ist das Angebot der Regierung durchaus annehmbar ge- wesen. Die Aussprache, die um 2 Uhr begonnen hatte wurde gegen 7 Uhr abends so erregt, daß der Bor- ätzende die Sitzung auf einige Zeit unterbrechen mußte

Berlin, 31. Jan. Zur Eisenbohnerbewegung 6e» richten dir Abendblätter, daß ein Teilausstand der in in der Reichsgewerkfchaft der deutschen Eiienbahnbe- amten- und Anwärter orqanisierten Beamten an- '(beinenb unvermeidlich ist. Zu den führenden Männern des Hanptvorstandes gehöre ein gewisser Menne, der zur Zeit der Nationalversammlung in Weimar den Eisenbahnerausstand hervorrief und sich damals selbst zum EisenLahndiieklionsben^kSprS'i- denten ernannte. DerVorwärts" nimmt in einer Zuschrift aus gewerkschaftlichen Kreisen scharf Stellung gegen den geplanten Streik. Durch das Uliimatum sei in schwebende Verhandlungen eingegriffen worden, und die Reichsgewerkschchaft habe, indem sie selbständig und ohne Befragen chrer Spitzenorganisation borge- gangen sei, gegen arte bisherigen gewerkschaftlichen Gepflogenheiten gehandelt

Berlin, 31. Jan. A'-gchicktzs des drehenden B'- amtenstrnks richtet die dnitsch"at o-ale Beamten­schaft folgende Warnungandie deutschen Beamtm: Die d-utschnationale Beamtenschaft l'hn> von jeh'r den Beamtenstreik ab. S'e warnt auch heute die Be amten, sich in den Streik treiben zu lassen, der nn- zweifelhaft zur Beseitigung des BerufSbe- amt en turn s führen und unser Vaterland wirt­schaftlich in den Abgrund stürzen muß.

Aus den Ausschüssen.

Die Hinterlegung deutschen Goldes in England. I

Abg. Dr. Rießer lD.-Bvt.l erklärte 'M Hauptans-1 lchuß deS Reichstages, daß eS zur Befriedigung des Zah- I lungSbedürsmsses deS Reiches erforderlich sei. die Rricks * I bank zu ermächtigen, durch Hinterlegung eines Teiles! ihrer Goldbestände bei einer aus<änd'-chen Zentral-1 Notenbank sich Devisen zu belchasien. Haven stein I erwiderte, die ReichSbankverwaltung habe in dieser Rick'--1 tnng bereits Vereinbarungen mit der Bank von England I getroffen. Eine Aenderuna des Reichsbankgefrtzes sei I jedoch geboten. Als Darlehensgelder käme nicht nur I bie Bank von England, sondern auch die Zentralnoten- I bank eines anderen Lande« in Betr icht- Um die bank- I techm'fchen Schwierigkeiten :u beseitigen. for(* Deutschland «'ne freiere Bewegung auf den Geldmärkten der Well I gesichert werden. Nicht zum mind-sten aber solle der Devisenfpekn lation Zaum und Zügel angelegt I nxfrben." Auf die in der Preise geäußerten Bedenken I äußerte der Präsident sich dabin, daß die Bank von I England sich verbürgt habe, daß jederzeit aus Per- I langen eine Lizenz zur Wiederausfuhr des deutschen Goldes gewährt werde. Hinter dieser Erklärung ständen Name und Ehre der Bank von England und ihrer Leiter. I

Der Kultusminister After Schul tragen.

Kultusminister Dr. Boelitz erklärte im vreußifchen I Hauvtausfchnß. an große, gewaltige Reformen könne I bei der Finanzlage Preußen« nicht gedacht werden. Echul- nnd Kvllegienaelder müßten eine Erhöhung erfahren: I es fei eine Staffelung b'abfichtigt. Kinderreiche I Familien sollen besonder« berücksichtigt werden. Die I Idee der Kultureinheit muß aufrechterhalten, da« Gerne.n- fame muß in den Vordergrund gestellt werden. Diesem Zielen dienten Einheitsschule und Aufbaickchule. Au der vierjährigen Grundschule sei festzubalten. Bezüg­lich der Privatschulen sind wir an die ReichSversafsung gebunden. Zum 1. Avril werden 50 Aiisbauklafleu ge- bißet Für den Lehrplan der Aufbauschulen seien zwei fremde Sprachen vorgesehen, um den Wünschen weitester Kreise Rechnung zu trugen. Die Bewegungsfreiheit in J den oberen Klaffen sei durch einen besonderen Erlaß sichergestellt. In Preußen seien nur noch 1000 Lehrer, die den Religionsunterricht ablehnen: früher waren es 7000. An den rein weltlichen Schulen seien meist jugendliche Lehrkräfte ohne Erfahrung beschäftigt. Eine Revision der Bestimmungen über die Sltembeiräte sei zurzeit nicht beabsichtigt: der Unter- richtSausschuß deS Landtags werd« vor einer solchen gehört werden.

werden können mit den stoben Summen, Vie der Mitt« tarismus der Besatzungsarmee im Rheinland uns ent­zieht.

Abg. Henke (U.) nimmt die Retchsgewerkfckast der Eisenbabner gegen den Vorredner in Sckutz. Die mit grober Reklame angekündigte Hilfsaktion der andwirt- schaft werde mit der Androbung eines 8tefer­ste eiks begonnen, und die Hilssattton der Industrie habe sich als Schwindel erwiesen. Die Kaiserjackt sei für zwei Millionen verschleudert worden, während hundert Millionen dafür zu haben waren. Das sei eine treffliche Illustration zu dem Gerede von der Sparsamkeit. Der Redner polemisiert sodann gegen Scherdemann, der ihm als Schönredner nickt imponieren könne Durch die Aufstellung Roskes als Reicvsmaskauvivgt habe Vie Sozia'demokratie Ihrer anttrevubttkaniscken Charakter bewiesen. In Lübben Babe die Reichswehr drei Taae lang Kaisers Gebart»« taa gefeiert und sei unter Führung eine« besoffenen Offiziers mit schwarz-weiß-roten Fahnen durch die Straßen marschiert.

Abg. Emminger (Bavr. Vitt.) bezeichnet die gestrigen Erklärungen SchetdemannS über rtngeh'trhe Verschwörungen in Bahern al8 Ammenmärchen. Durch solche Märchen würden nur die französischen Hoffnun­gen auf ftaverische SevarationSwiinfche gestärkt. Der Redner fordert schleunige Hilfe für den no"eivenven Mittelstand und verlangt auf dem Gebiete des SteuerwesenS eine wesentliche Dezentralisation, sowie Beschleunigung der Liquidation der Krieg «Gesellschaft.

Reichssinanzminister Dr. HermeS erklärt. Vie Brotvreiserhöbuna sei nicht eine Folge bet Getreide- preiSerhöbung. Die Landwirtschaft bade die Umlage- pflicht bislang gut erfüllt. Die Abrechnung der Reicksgetreidestelle ergebe, daß dort taifäckltch fparsam gewirtschaftet worden sei. Von einer Korruvtion der Kriegsaesellsckasten könne keinesfalls gesprochen wer­den Es sei auch sein Bestreben, bei der Bost und Eisen­bahn, tote überhaupt bei der Verwaltung, einen

Abbau des Personals herbeizuführen. Schwieriger wäre aber die Beseiti­gung des Reicksschat,- und des RetchsernäbrungS- ministeriums. Die Zentralisation der Reichsfinanz­verwaltung könne nickt als gefckeitert gelten. Er werde jedoch dem Gedanken einer gesunden Dezentrali­sation gerne näher treten.

Mittwock nackmtttags 1 Uhr: Weiterberatung und kleinere Vorlagen.

Für den 9 stündigen Arbeitstag. DemBert Tcfge- blatt zufolge wurde in den Karosserie-Werkstätten .Hubertus in Kneps bei Kronach eine Betriebsabstim­mung über die Arbeitszeit vorgenommen. Dabei stimmte eine überwiegende Mehrheit für den neun«

Berkin, 1. Febr. DerTag" veröffentlicht eine» Brief de? Kronprinzen aus Meringen vom Oktober 1921 an den Swatsrechtslebrer Prof. Zorn. Der Kronvrin, erklärt darin u. a daß die Frage Republik oder Monar­chie in der jetzigen Zeit schwerster vaterländischer 9h)L üfw-rbautrt keine Rolle spielen darf. DK Weimarer! Verfassung sei eine Tatsache. Es sei em Verbrechen,: heute in Deutschland die Klassengegensätze tu. verschärfen oder gar den Klaffenkampf zu predigen. Keine Stark«- form könne sich auf die Dauer halten, die nicht auch mm dem Vertrauen der arbeitenden Klasse mit getragen wird. Der Vorgang, den man gemeinhin ass Putsch zu bezeichnen pflegt fei und bleibe ein Vergehen am deutfchen Volke. Zur Friedensfcage erklärt d« Kronprinz u. a.: Bereits feit der Marnefchlacht 1"14 habe ich einen restlosen Sieg nicht mehr für möglich, gehalten und deshalb alle Friedensmöglichkciten unter- stützt, soweit ich daS konnte, ohne den $erteibtgung«-> willen Deutschlands zu schädigen. Daß derartige Frie­densmöglichkeiten nicht geschickt auSgenu tzt wur­den, war ein Fehler unserer volitsichen Leck.ing. Roch im Sommer 1917 bot sich die Möglichkeit sür Dentich- land, leidlich aus dem Krieg herauszukommen. Nach dem Fehlschlag des militärischen Versuchs 191* wurde die | Lage allerdings bitter ernst, da jetzt ein schneller Frieden herbei geführt werden mußte. Nicht irgend eine Einzel­erscheinung, sondern die Summe vieler Fehler in Ver­bindung mit der Hungerblockade und uniere schwierig gewordene Lage führten die Katastrophe herbei. Man täte besser, wenn man die Frage nach den Schuldigen, oder dem Alleinschuldigen endlich verstummen ließe Heute ailt es, alle Hindernisse der inneren Sammlung au« dem Wege zu räumen, um alle Kräfte nur auf das große Biel deS Wiederaufbaus unseres Vaterlandes zu ver- Diese drei Jahre der sclbstgewählten Per-

Stuftet Jl titel«.

164. Sitzung vorn 31. Januar.

Nach Erledigung mehrerer kleiner Anfragen wirb die allgemeine Aussprache über ben ReichshaushaltS- plan für 1922 fortgesetzt.

, Abg. Dietrich (Dem.): Das Bestreben beS Fi- «anzministers, die Verwaltung zu vereinfachen, findet unsere Zustimmung. Wir hoffen, baß bie innere An­leihe so gestaltet wirb, baß sie eine gute Ausnahme findet. Die Betriebsverwaltungen müßten auch mit einem kleineren Beamtenapparat arbeiten können. Besonders den oberen Beamten müsse klar gemacht werden, daß ste denken und nicht bloß ihre Dienst­zeit absttzen sollen. Beim Relchsministerium für Land­wirtschaft ist der Beamtenapparat viel zu groß. Das Reichsschatzministerium mit seinem gewaltigen Personalbestand ist erst recht überflüssig. Sechs Zehntel der unterstützten Erwerbslosen Deutschlands befinden sich in Berlin. Hier sollte die Regierung einmal nach dem Rechten sehen. Die Ordnung der Berliner Verhältnisse ist Überhaupt die Voraus­setzung für die Gefundung Deutfchkands. Der surchkbaren Notlage der Hausbesitzer und Rentner mutz abgeholfen werden. Die Beamten können kein Streikrecht in Anfpruch nehmen, wenn sie nicht auf ihre Beamtenrechte verzichten wollen.

Die Notlage der Preffe

sollte der Eifenbahnverwaltung bett Gebanken nahe­legen, oft nicht baS Zettungspapier in einer ntebrtgeren Tarifttasse ftefdrbert werben kann. Von ben wahn­witzigen Putfchabstchten ist man jetzt wohl reckts und links abgekommen. Wir müssen unS im Innern ver­stehen lernen, damit wir auch nach außen bie notwen­dige einheitliche Linie bilden können. Die Mark muß stabilisiert werden. Das tüchtige deutsche Volk wird schließlich auch die jetzige trübe Zeit überwinden.

Abg. Er sing (Zenir.): Wir müssen ernstlich spa­ren. Die Vereinfachung der Verwaltung ist notwen­dig. Die langfame Abwickelung der aufgehobenen Kriegsgesellschaften follte tatkräftig beschleunigt wer­den. Die Steuermögltchkeiten müssen endlich Har zwi­schen Reich, Ländern und Gemeinden geteilt werden. Die Gemeinden müssen sich nach der Decke strecken, be­sonders auch in der Beamtenbesoldung.

Die Beamten

find im Unrecht mit der Behauptung, daß die An­gestellten und Arbeiter der Privatindustrie besser ge­stellt sind als ste. Dem Ultimatum der Reichsgetoerk- schast der Eisenbahner gegenüber sagen wir: Regie­rung bleibe Hartl (Unruhe bei den Kommuni­sten). Dieses Ultimatum richtet sich doch eigentlich ge­gen das deutsche Volk. Das Beamtenreckt ist mit dem Streikrecht unvereinbar. Die Leitung dieser Reicksgewerkschaft arbeitet seit langem planmäßig auf den Streik hin unb erläßt für die Strelkdurckfübrung Bestimmungen, so rigoros und Volks seindlick, wie ste niemals eine christlicke oder foztaiisttscke Gewerkschaft erlassen hat. Die Mitglieder werden hossentlich ein« sehen, in wie verbreckerischer Weise ihr Vorstand sie am Narrenseil führt. In den letzten Monaten sind 30 bis 35 Milliarden Mark für Beamten-Gevattserböb- tntgen ausgegeben worden. Und da wagt es die Streik­leitung in der Reicksgewerksckaft, in ihrem Flugblatt zu behaupten, das Deutsche Reich habe gar nichts für feine Beamten getan! (Hört, bört!)s Die gewaltigen Reparationsforderungen der Entente sind unmög­lich zu erfüllen. Wir müssen aber immer wieder auf die riesigen Leistungen Hinweisen, in die sick unser ErsiiLungswiLen umgesetzt hat. Die Verwüstungen in

StrWttog in Mim« m 6mm?

Paris, 31. Jan. Wie die Havasagentur meldet macht sich von Tag zu Tag in den verbündeten Wo- rnatischen Kreisen der Gedanke immer mehr geltend, daß der Zusammentritt der Konferenz von Genua! etwas hinausgezögert werde. Auch die briti­sche Reg'erunq ziehe ohne Bedenken eine Vertagung in Betracht, Me eine bessere Vorbereitung ermöglichet und damit die Ansichten auf einen Erfolg der Kaufe renz vermehren könne.

Marburg

M-rnch. toi 1. Stimmt Hornung.

Der Vertreter Preußens ht München, Mintstetta^ rat Schellen, wurde tu «iricher Eigenschaft »ach Dresden versetzt.

Der Lrtz«ig«twrei» beträgt für bi« 9 gelt). Z«tt« ober bete« Raum 60 Pfg. für be« Milli­meter, amtliche unb auswärtige 80 Pfg. Ändere Spaltenbreiten nach entwrechendet Berechnung. Spät einloufenbe oder ben Raum über */, Seit« tinn«bm«nbe Än> »elgtu ftnb eit berechtigt, «ach bet Teztlpaltendteiie ,« lenen unb zu berechne«. Sogen. Reklame« berechnen mir di« CoL»3eile mit (WO Ml. Jedrt Rabatt gilt al« Barrabatt. Sei Auskunft durch bie Eelchästsitelle und Vermittlung der Ange­bote 1 Mk. Sonbetgebübr.

5er küM-IkmzWte 6totM

Die Frage der Antwort auf die deutsche Note.

Paris, 31. Jan. DerTempS" schreibt, der EntschDigungsausschuß habe gestern nur die Ueber- mittelung der deutschen Note an die verbündeten Re­gierungen zu beschließen, über bie Sach« selbst sich jedoch sich nicht auSzusprechen gehabt. E« sei also nicht richtig, daß gewisse Delegierte in dieser Hinsicht eine Meinung geäußert hätten, die der deS französischen Delegierten entgegengesetzt gewesen sei. Es sei gestern nur von dem UebermittelungSverfahren die Rede gs« wesen. Jetzt sei es Sache der verbündeten Regierungen, sich über die Zurückverweisung der deutschen Note an den Ausschuß auSzusprechen.

DerMalin" weist darauf hin, daß sich nach seiner Kenntnis die deutsche Regierung mit einer neuen Lösung des EntschSdigungsproblems beschäftigte und daß hierdurch Frankreich und England zu Opfern ver­pflichtet würden, bie aber ausgeglichen werden sollten durch eine Lösung der Frage der Schuchen, an der sich Amerika beteiligen werde. Die französische ^Regierung solle nach Ansicht des BlatteS der Ueberweisuug der Au« gelegenheit an den Entschüd'gungsausschuß zustimmen, jedoch sei es zweifelhaft, ob die verbündeten Regierungen die gleiche Ansicht vertreten.

Paris, 31. Jan.Oeuvre" betrachtet die Ber-i tagung der Olientkonserenz und den gestrigen Be-s schluß d«S Entschäd'gungsausfchusi's, den verbündeten Regierungen die Verantwortung für die Entscheidung der Entschädigunssrage zu über lassen, als ein Svrntom für das diplomatische Ringen, da« zwischen der englischen Regierung und der Regierung Poincars ent­standen sei. dl!le Auskünfte.die das Blatt auS London erhalten, bewiesen, daß sich Lloyd George und Lord Curzon einig darüber seien, eine große Offensive [gegen Fra nk reich zu eröffnen. Da« Matt be­hauptet auch, daß di« schlecht« Laune der englischen verbündeten gestern im EntschLdigungscmsschuß durch' einen ausfälligen Widerstand Sir John Bradburys xtttage getreten sei.

- XotjeMe MM« its Werteren.

if Berlin, 31. Jan. Der Reichspräsident hat Dr. Walther Rathen au zum Minister des Meußeren ernannt.

h Bisher war der Reichskanzler nebenamtlich auch Minister des Aeußeren.

Die Deutsche Volkspartei »lebet Handlungsfreiheit.

Berlin, 1. Febr. DerLokalanz." erkläci: Tie Mißstimmung innerhalb der Deutschen VclkSpartei ist so groß, daß man sogar von Strömungen sprechen .fcnn, die die Fraktion nicht mehr an daS Steuer«/ Kompromiß gebunden halten und dir sich daraus er­gebenden Konsequenzen verlangen. Bemerkenswert ist. haß auch die Demokraten zur Ernennung Rathenaus betonen, daß er berufen worden ist, ohne daß man sie befragt habe. Die Frage der gwßen Koalition ist unter diesen Umständen sehr in den Hintergrund gerückt.

DerTag" betont gleichfalls, daß das Steurrkom- ftrvmiß und di« Koalitionsfrage durch Rathenaus Er- vcnnung nicht gefördert worden sei. DieZeit" schreibt: Die Besetzung deS Auswärtigen Amtes durch Dr. Ratheuau wird in der Rcichstagsfraktion der Deut­schen Volkspartei als ein beabsichtigter Vor- poßdeSReichskanzlers gegen die von der Fraktion aufgestellten Voraussetzungen für die Zustimmung zum Steuertompromiß. angesehen. Infolgedessen bestehe für die Fraktion angesichts der bevorstehendtn endgültigen Verabschiedung des Steucrkomvromisses wiederum Polle Handlungsfreiheit. DieKrcuzztg." pellt fest: Wir können Dr .Rathenau auch in seinem teucn Amt kein Vertrauen entgegen bringen. Die Börscnzeüg." sagt: Es fragt sich, ob es klug war, feie zahlenmäßig noch recht erhebliche Rechtsapposition in der Deutschen Vvlkspartei auf dies« Weife zu stärken. ; DieDeutsche Tageszcitg." bezeichnet Rathenaus Berufung al? Unterstreichung der ErsüUungs- und Unter* wersungspvlüik.

«tmgen. Diese drei Jahre der Iclbltg-nvahiren Ver­bannung sind genug, und die Sehnsucht nach Frau nn« Kindern, nach dem ansprucksloscn Famil enl-ben, bul j«4»er menschlich Denkende verstehen wird, wird nam-| gerade übergroß. Doch ich leb« der Hoffnung, daß, wenn mir die Stund« der Befreiung schlägt, auch füt; mich noch Raum in der deutfchen Heimat sein wird.