Zweites Blatt
Nr. 24
Sonnabend, '28. Januar
Hartung
1922
glaubt
(Fortsetzung folgt.)
Doppelt fparfam.
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Jahren. Sie sah sich ihrer hossnungUo'en und quä-
folgt ohne Weiteres, daß nun auch die vielfach als lästig und hinderlich empfundenen Vorschriften für die Demobilwachungszeit fallen müssen.
Von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.
Das grosse Steuer!ompromitz ist nach langwierigen Verhandlungen zustande gekommen. Ob damit wirkich die von unseren Vertrag-gegnern verlangte Balanzierung des deutschen Haushalts erreicht werden wird, hängt aber letzten Endes von der Finanzpolitik der Regeirung ab. Schon machen sich wieder die Folgen der wachsenden Geldentwertung im Innern geltend. Die Beamten verlangen weitgehende Gehaltserhöhungen, und die
tig gegen jede Verlängerung der Arbeitszeit sträuben, so wird der Mißerfolg der Tariferhöhungen ste schliesslich doch eines Besseren belehren. Eine Vermehrung der Eeldeinnahmen des Staates kann heute nicht mehr helfen. Cie vermehrt nur die Inflation. Tie Fehlbeträge der öffentlichen Haushalte beruhen im Grunde genommen auf einem Fehlbeträge unserer Volkswirtschaft, die noch immer mehr verbraucht, als verarbeitet wird. Tiefem fressenden Hebel ist aber nur abzuhelfen durch Mehrarbeit und Mehrerzeugung. Alle ändert» vermeintlichen Heilmittel führen nur dazu. die Krankheit an einer Stell: unseres Wirt-| schoftskdrpers zu vertreiben, um sie an irgend einer anderen Stelle desto verheerender zum Ausbruch kommen zu lassen.
Der Reichstagsausschuh für Volkswirtschaft hat bedauerlicher Weise mit der Zufallsmehrheit von 12 gegnr 11 Stimmen eine Eingabe abgelehnt, die Aufhebung aller Demobilmachungsverordnungen forderte. Die Nöte, mit denen unsere Wirtschafts- betriebe heute so schwer zu kämpfen haben, machen erst recht die Befreiung von den Fesseln der zahllosen Demobilmachungsvorschriften notwendig, die doch von vornherein nur für eine Uebergangszeit erlassen worden waren. Die wirtschaftliche Demobilmachung ist durch die Verordnung vom 18. Februar 1921 als beendet erklärt worden. -Daraus
Die Quetschung schien nicht ganz unbedenklich zu sein. Vorläufig konnte nicht viel geschehen. Riche und Umschläge und sorgsame Pflege.
Ter Arzt versprach eine Krankenschwester zu schicken und am Nachmittag selbst! wicher zu kommen.
Arno Zerrat ruhte nun ausgekleidet in feinem Bett. Aus der Bewußtlosigkeit war er für wenige Augenblicke zu sich gekommen, in denen er Dorothea groß und fragend und ohne zu sprechen betrachtet hatte. Und sie wußte nicht einmal, ob er sie erkannt.
Nun dämmerte er in einem schweren Fieberschlaf dahin.
Später kam die Schwester. Aber eS gab nicht viel zu tun für sie. Denn Dorothea saß am Bett ihres Manne» und behütete seinen Atem und erneuerte die Umschläge und wich nicht von seiner Seite.
I Am Nachmittag, als der Arzt kam, quälten den Kranken die heftigen Schmerzen sehr, er warf sich stöhnend umher und war so unruhig, daß der Doktor ihm eine leichte Morphiumeinspritzung gab.
Arno Zerrats Unfall hatte sich herumgesprochen. Frau Karoline kam und Elly, aber Dorothea sprach nur wenige Augenblicke mit ihnen. Dann kchrte sie wieder in» Krankenzimmer zurück.
Als es Abend wurde, bat die Schwester fi«y zur Ruhe zu gehen. Aber sie konnte sich nicht entschließen.
„Segen Sie sich im Nebenzimmer hin, Schwester," bat sie, „sobald eine Veränderung eintritt rufe ich Sie bestimmt. Aber wachen möchte ich in dieser Nacht."
Die Schwester machte Einwendungen, aber schließlich willfahrte sie dem Wunsche der jungen Frau.
Und dann kam diese lange, bange und stille Nacht, in der Dorothea an dem Krankenbett Arno Zerrat- saß. In der sie chr ganzes Leben vor sich sah, alles, was sie gedacht, getan und versäumt in den letzten
Eisenbahner setzen hinter diese Forderungen sogleich I den Nachdruck schwerer ultimativer Ausstandsdro- hungen. Die Aufstellung des deutschen Haushalts wird immer mehr zu einer reien Formsache; denn angesichts der ungeheuren Schwankungen unserer Valuta kann niemand heute beurteilen, wie gross der Ausgabenbedarf des Reiches in einem halben Jahre sein wird. Zweifellos wirken alle Steuern, in der Höhe wie sie jetzt notwendig find, in der Richtung einer Verstärkung der Inflation. Das gilt auch für die jetzt beschlossene Zwangsanleihe, von der man freilich noch nicht einmal weiss, ob sie nicht vielleicht nur auf eine Umwandlung schwebender in fundierte Reichsschulden hinauslaufen wird. Auch das wäre freilich an sich ein Vorteil; aber es kann keinesfalls zu der erstrebten, erst kürzlich wieder von Amerika so entschieden geforderten Beseitigung der Inflation unseres Geldes führen.
Wie wenig heute überhaupt auf dem Wege neuer Steuern und erhöhter Tarife allein der Haushalt ins Gleichgewicht gebracht werden kann, zeigt das Beispiel der R e i ch s p o st. Schon jetzt steht fest, dass die erhoffte Beseitigung des Post- defizits auf dem Wege der Eebührenerhöhung nicht erreicht werden kann. Es ist vielmehr sogar zunächst ein Rückgang der Einnahmen der Post zu erwarten, während eine Einschränkung der Ausgaben infolge des verringerten Verkehrs kaum möglich ist. Man will ja nun auch diesen Weg zu gehen versuchen und einen Abbau des Personalbestandes ins Auge fassen, ober es ist sicher, dass damit allein auch keine erheblichen Ersparnisse zu erzielen sind. Das einzige Mittel, Besserung zu schaffen, I wäre eine richtige Ausnutzung derA r b e i t s z e i t, «sowohl bei der Post als auch bet der Eisenbahn: I d. h. also Mehrarbeit zum Zwecke der Ersparnis von «Arbeitskräften und Gehältern. Es gibt angesichts unserer heutigen Lage nichts Kurzsichtigeres als das zähe Festbalten der Arbeitnehmer-Organisationen an dem Buchstaben des Achtstundentaggesetzes. Das vom Reichsverkehrsministerium ausgearbeitete Arbeitszeitgesetz ist eine Notwendigkeit nicht nur für die Reichseisenbahn, sondern für alle lebensnotwendigen Betriebe und darüber hinaus für unsere ganze Volkswirtschaft. Wenn sich die Eisenbahnbeamten und Eisenbahnarbeiter heute so hef-
Am 16. Mai hatte in Braunschweig eine Lan- deswahl statt gefunden, die trotz aller Anstrengung der Rechtsparteien doch mit einem Sieg der Sozialisten endete, obwohl bereits damals eine Stärkung des bürgerlichen Elements unverkennbar war. Dem stand allerdings eine ebenfalls erfolgte Kräftigung der Unabhängigen gegenüber. Bis dahin hatte die Regierung aus drei Mehrheitssozialisten und einem Demokraten bestanden. Diese beiden Parteien hat» tm bei der Wahl am 16. Mai die grösste Einbusse erlitten. Die nächste Folge war eine Regierung, in der der berühmte Sepp Oerter die Hauptrolle spielte. Seine merkwürdige Reg erungstätigkeit, die ihn nicht verhinderte, sich als Reklame- und Presseagent eines Hypnotiseurs und Varieteekünst» lers unter Missbrauch seiner Amtsstellung Ver« mögensvorteile zu verschaffen, und das ihm bereitete Ende ist noch im Gedächtnis aller. Infolge seiner Wirksamkeit vor allen Dingen waren di, Verhältnisse im Land: Braunschweig unhaltbar ge» I worden, und schließlich mußte eine Neuwahl stattfinden, die am vergangenen Sonntag erfolgte. Seit Weihnachten hatte ein Wahlkampf mit unerhörter Heftigkeit getobt, und auch dabei spielte Oerter als der Führer der Unabhängigen die Hauptrolle. Die früher etwas eingeschüchterten bürgerlichen Parteien traten ihm und seinen Gesinnungsgenossen entschlossen entgegen. Er hatten sich die Deutsche Volkspartei, die Deutschnationale Volkspartei, das Zentrum und die großen Wirtschaftsgruppen zum Landesivahlverband zusammengeschlossen und den Kampf gemeinsam geführt. Ihre Kandidaten und Redner haben das Bürgertum aufgerüttelt und I organisiert und damit auch insofern einen Erfolg gehabt, als die bisher 4 Sitze betragende fozia» listische Mehrheit auf 2 Sitze gesunken ist. Freilich ist das kein Erfolg, wie er angesichts der Verhält- nisse unbedingt hätte erreicht werden müssen und auch können, wenn wirklich alle ihr Wahlrecht als Wahlpflicht betrachtet hätten, wie es eben nötig ist. I Der weitaus grösste Teil der 30 Prozent Nicht- I Wähler entfällt zweifellos auf die nichts'zialisttscheu I Parteien. Daß es aber auf jede einzelne Stimme ankommt, haben vielfache Erfahrungen gelehrt. Das I Bürgertum wird es am eigenen Leibe spüren, wenn es die Dinge apathisch treiben läßt und sich damit zufrieden gibt, daß man wieder (ober noch) Wurst, Zigarren und Bier haben kann.
Wenn durch die Erklärung der amerikanischen Re- niemna ifire Beteiltmtna an der Konferenz in Genna und somit deren Zustandekommen überhaupt zweifelhaft erscheint, im Fall Frankreich harwäckia bleibt, schleppt sich die Washingtoner Konferenz noch immer bin. Neuerdings gewinnen ostasiatische Fragen wieder an Bedeutung. Neber Sdmntitng ist eine Einigung erzielt worden, und die Japaner haben sich bereit erklärt, sich von hort zurück,uzlenen. Ferner haben sie ans freien Stücken mitaeteilt. dasi üe auch aus Ostsibirien berauSgehen würden, sobald dort geordnete Verhältnisie geschaffen seien. Dieses Ent- aeaenkommen Japans ist offenkundig eine Folge des Drucks der angelsächsischen Entente, waS vielleicht durch den Ministerwechsel in Japan erleichtert worden «st. Diese Missstimmung ist nicht ,u unterschätzen, denn sie könnte die verhängnisvolle Wirkung haben, die amerikanische Regierung in der Abneiaung gegen ka- ssche Vergütung mit europäischen und weltpolitischen Angelegenheiten zu bestärken. NebriaenS werden wir auch noch abzuwarten haben, wie sich die Sowjet- regiening endgültig zu der Frage ihrer Teilnahme an den Beratungen in Genua sieben wird. Auch hier liest ein Gelgbrenmoment für da» Zustandekommen der Konferenz, das nicht unbeachtet bleiben darf.
rausch apathisch hatte daliegen lassen, unruhig und stöhnte leise im Fieber.
Dorothea b-ugte sich über ihn. Unzusammenhängende, leise Wotte murmelte er vor sich hin. Sie bemühte fidjt sie zu verstehen, es waren geschäftliche Vorstellungen ,die ihn quälten. Er sprach von der Gründung, er nannte Manfred Westenwalds Namen voll unsäglicher Bitterkeit. Sie erbebte.
Dann war er eine Weile still. Und Plötzlich hörte sie ihn ihren Namen sagen. „Dorothea!" murmelte er in tiefster Zärtlichkeit.
War er wach? Bebend beugte sie sich wieder übet ihn. Er hielt die Augen geschlossen, er atmete schwer im Fiebertraum. Und nun sagte er noch einmal leise und innig:
„Thea! Thea! Ach du . . ." Und so voll tiefer, inbrünstiger, leidenschaftlicher Liebe Bang seine Stimme, daß der einsamen Frau Tränen in die Angen schossen, Tränen der Rührung, Tränen des G'ücks.
Denn Arno Zerrats Liebe, um die sie seit vielen Jahren gewußt, und die sie gleichmüttg hingenommen hatte, beglückte sie nun in dieser einsamen Nachtstunde unsagbar jetzt, da sie sie schon für sich verloren gu
Anträge im Reichstag.
Berlin, 2. Jan. Dr. Petersen (Dem.) und Genossen haben im Reichstag folgenden Antrag ein» gebracht:
1. Tie Reichsregierung zu ersuchen, dem Reichstag alsbald den Entwurf eines Gesetzes vorzulegen, nach
ausdauernde und treue Liebe eines Arno Senat verschmähen.
Sie sah sich später die Braut Arno ZenatS werden mit einer Lüge im Herzen und auf den Lippen, um Manfred Westenwald zu helfen. Sie durchlebte ihren Hochzeitstag in Gedanken noch einmal, ihre unbestimmte Furcht vor dem Dasein an Arnos Seite und die Qualen, die ihr das Gefühl ihrer eigenen Schuld, begangen an diesem Manne, schuf. Und sah ihn wieder vor sich stehen, nachdem et ihre Unterredung mit Manfred belauscht, blaß und stolz und hochfahrend, und ihr ihre Liebe hinwerfen wie ein wertloses und gleichgültiges Ting. ।
Dann waren die Wochen der Einsamkeit gekommen, die Monate de» Alleinseins, des Jnsichgehens, der inneren Wandlung. Seit langem liebte sie Arno Senat wohl schon, seit jener Stunde, da er sich von ihr gewandt und ihre als Opfer dargebrachte Siebt verschmäht. Ja, seit jener Nachtstunde war sie eine andere geworden. Und hatte doch nicht die Kraft gefunden, ihm ihre Wandlung und ihr Gefühl zu zeigen, Scham und Stolz hatten sie zurückgehalten vor ihm.
Sie hätte den Weg zu ihm suchen, sie hätte sich überwinden und in Demut ihre Schuld sühnen müssen — sie hatte e» nicht getan. AuS falschem Stolz aus törichtem Trotz.
Und vielleicht auch darum nicht, well sie zur völligen und letzten Klarhett über ihr Gefühl erst heute ge- kommen war.
Und wenn Arno Zerrat nun von ihr ging, wenn er nicht genas, dann würde sie nie ihre Schuld und nie seinen Tod verwinden können, dann würde auch chr Leben ein verpfuschtes und ein verlorenes sein.
Die einsame Frau stöhnte auf in tt esst er Qual.
Und gleichsam als Echo ihrer eigenen Seufzer ward nun audt der Kranke, den bisher der leichte Morphiuin-
Der durch den Amtsanttttt PoincareS als« französischer Mintsterpräsident und seine Reden entfachte Streit um die Konferenz von Genua nimmt inzwischen seinen Fortgang. Lloyd George hat zuerst, verständlicher Weise in milder Form, aber doch sachlich mit erheblicher Bestimmtheit, seinen französt- fcben Kollegen darauf aufmerksam gemacht, dasi heute I die Kreditfähigkeit der einzelnen Staaten und der Geschäftswelt ausschlaggebend für die wirtschaftliche Gesundung der ganzen Welt sei: Kreditkätzwkeit aber beruhe auf Vertrauen und nicht auf Säbelraffeln und Drohungen. Wenn also die französische Regierung dem etgenen Volk und der ganzen Welt helfen wolle, rw'sse sie mit Englapd und den anderen Völkern gemeinsam tm der Wiederherstellung des Vertrauens «md somit der Kreditfähigkeit Aller arbeiten. Diesem Zweck tolle die Konferenz von Genua dienen und deshalb müsse dort auch über die Zahlungsfähigkeit Deutschlands gesprochen werden. Ihm ist sein innerpolitischer Gegner Asquith mit einer groben Programmrede gefolgt, in der der britische Staatsmann, der beim Ausbruch des Weltkrieges als Premierminister die britische Politik leitete, sich noch viel offener geoen Frankreich und vor allen Dingen geaen den Vertrag von Versailles | wandte Was er über das Zustandekommen diese» Friedensvertraaes sagte, die beizende Kritik, die er daran flöte, war ausgezeichnet; leider bat Herr ASquith drei Jabre lang darüber still geschwiegen und erst heute den M««t gefunden, auch seinen Landsleuten, mit Llovd George an der Spitze, die Wabrbeit zu sagen. Wenn Männer von der politischen Bedeutung eines A«anitb rechtzeitig ihrer N-tzerienmtna ^n?d-"^ gegeben und es nickst einzelnen Volkswittschgsffern wie Keynes überlassen hätten, die Welt über den in Paris und Versailles ausgebeckten Unsinn aufzuklärn, wären wir heute sicherlich erheblich weiter.
III.
Eine Antwort in anderer Form bat Amerika erteilt.. Wenn sich die Engländer noch verhältnismässig milder Ausdrücke bedient haben, treten die Amerikaner mit der bei ihnen gewohnten Hemdärmlichkeit auf. Die amerikanische Regierung bat durch den Mund des
Gebrüder Westenwald.
Roman von 8ola Stein.
Amerikan. Nachdrucksrecht 1919 durch Carl Tumfer,
Berlin. |
57. Fortsetzung.
_ Das Hausmädchen stürzte fort, um zu iesiphon'eren. Der Diener und die MDchen trugen Arno Zerrat nt fein Schlafzimmer und legten ibn dort aufs Bett, hinter ihnen betrat Dorothea das Gemach.
„ES ist besser, wir rühren den Herrn nicht eh r mt, bis der Arzt kommt," sagte der Diener, „vielleicht ist etwas gebrochen und wir machen aller nur schlimmer, gnädige Frau."
Sie nickte schweigend und war dann allein mit dem bewußtlosen Manne. s
Sie saß an seinem Bett und startte angsterfüllt in fein weißes, verändertes Antlitz. Und dachte immer nur das eine: „Wenn er nun stirbt, wenn er von mir hetzt, und ich habe ihm nicht gesagt, daß ich ihn liebe."
Denn in dem Augenblick, da sie ihn regungslos vor sich gesehen, da sie nicht wußte, ob er tot oder nur bewußtlos war, war es zur völligen Klarheit ge- worden in Dorotheas Herzen. Seit langem hatte, sie tzewnßt, daß Manfred Westenwald ihr nichts mehr war, daß alle Wünsche und Gedanken um Arno Zerrat kreisten. Daß sie ihn liebte mit einer ausfüllenden und sehnsüchtigen Liebe, hatte ihr diese bange und
Die Wahlen in Braunschweig.
Das Endergebnis.
Braunschweig, 27. Jan. Die Feststellung des amtlichen Wahlergebnisses der Landtagswahlen im Lande Braunschweig ergab folgende Endzahlen:
Landeswahlverband 101 004, Demokraten 28 446, Mehrheitssozialisten 52 640, Unabhängige 73 404, Kommunisten 10 518 Stimmen. Ungültig waren 494 Stimmen.
Es erhalten demnach Sitze: Landeswahlverband 23, Demokraten 6, Mehrheitssozialisten 12, Unabhängig« 17, Kommunisten 2.
Handelsminister Hoover, der an der Spitze der amett-1 konischen Vertretung nach Genua gehen soll, den Franzosen zu verstehen gegeben, dass auf die Mitwirkung und vor allen Dingen auf eine finanzielle Hilfe Amerikas nur dann zu rechnen sei, wenn sie begreifen, was heute nottut. Es liegt in den amettkanischen Darlegungen Hoovers eine mit eiserner Gewalt zwingende Logik, wenn er den Franzosen vorhält, dass ihre gewaltige Rüstung die Wurzel aller wirtschaftlichen Hebet ist. Mit klarem Blick Bat er erkannt, dass daS Gerede von der sogenannten Entschädigung nur leerer Vorwand ist und dass Frankreich da? deutsche Bargeld braucht, um sein und Polens gewaltiges Heer zu unterhalten. Gibt Frankreich die vollständig Überflüssige, nur zur Gewaltpolitik verleitende Rüstung auf, dann können Deutschlands Zahlungen auf die Summen beschränkt werden, die zum wirklichen Wiederaufbau RordfrankreichS erforderlich sind. Diese Lasi j kann Deutschland allenfalls auf sich nehmen — mehr' nicht. Werden auf diese Weife die von Deutschland herrrrnpten und unmöalichen Leistungen auf ein vernünftiges und erträgliches Masi zurückgeführt und werden die RüstungsauSgaben Frankreichs in gleichem Masie vermindett, bann können beide Länder ihren inneren Staatshaushalt in Ordnung bringen und der dauernden Tätigkeit der Rotenpreste Einhalt aebletcn. Dann kann durch verständige und sparsame Wirtschaft die Inflation der Währung beider Länder fanafam «md stetig beseitigt werden, bis gesündere Verhältnisse geschaffen sind. Nur auf diesem Wege kann Europa und kann die Weltwirtschaft wieder vorwärtskommen. Darüber mutz in Genua verbandelt werden, wenn die Konferenz überhaupt einen Zweck haben soll. Deshalb mutz — nach amerikanischer Auflassung — Frankreich endlich einen Stttch durch die Vergangenheit machen unb umkehren auf der verbänaniSvollen Bahn, bie eS
I beschritten bat. Wenn Poincar^ auf seiner starrköpfigen Haltung beharrt und für Genua lebe Erörterung einer Aenberung beS NnfttebensvertraaeS von Versailles ablebnt, bann beteiligt sich Amerika überhaupt nicht, bann lebnt eS lebe finanzielle unb wirtschaftliche Unterstützung ab unb bann mag Frankreich setzen, wie eS seine Krieasschulben an Amerika bezatzlt. Im Zu
I sammenhang damit ist es nicht uninteressant, dasi ge- I rode die französische Regierung soeben in Wasbington I bat Mitteilen lassen, sie sei nicht imstande, die fälligen I Zinsen auf itzre Kriegsschuld an Amerika zu bezabken. I Dadurch erhält die amerikanische Mahnung, angesichts I der Finanzlage Frankreichs dessen Rüstungslast zu I vermindern, erhöhten Nachdruck.
TV.
schreckliche Stunde enthüllt. .
Der Arzt kam bald. Er stellt« einige Rippenbrüche und eine Quetschung der Lunge fest. Die Kopfwunde Jging nicht tief und war nicht bedenklich. Die Bewußtlosigkeit war durch die Erschütterung des Falles eingetreten, vielleicht war Arno ja auch noch ge- , ..... _
schleift worden, die Hautabschürfungen und die Kopf- lenden, verbotenen Liebe zu Manfred Westenwald in
l I.
i Die langwierigen Verhandlungen der Patteten von ^r Deutschen Volkspartei bis zur Sozialdemokratie Aber die Steuersragen haben kurz vor Toresschlusi zu einem Kompromitz geführt, dessen Kernstück eine ver- Mutiich im Sommer aufzulegende Zwangsau- leihe ist. Unter dem Druck der gegnerischen Forderung, bis zum 27. d. M. einen Zahlungs- unb Haus- baltsresormplan zu Übergeben, ist schlietzlich ble Einigung, über die der Reichskanzler in der Donnerstag- Sitzung des Reichstags das Hauptsächlichste mttgeteilt hat, zustande gekommen, und ble beteiligten Parteien haben sich zu Zugestänbnissen bereit gefunden, die sie sonst schwerlich gemacht hätten. Welchen Standpunkt pie Deutsche Volkspartei dabei eingenommen hat, geht aus einem Aussatz des Abgeordneten Dr. Hugo hervor, ben wir an anderer Stelle veröffentlichen. Die „Na- stonalliberale Korrespondenz" weist daraufhin, dasi es gelungen sei, eine Reihe von Milderungen. Erleichterungen und Sicherungen durchzusetzen, die manche Härten und vor allen Dingen die Gefahr beseitigen, dasi die alte Politik der leichtfertigen Geldverschwen- hung fortgefetzt werde. Ferner fei die Zusage gegeben worden, auch in perfonetter Hinsicht für eine Leitung her in Frage kommenden Ressorts und Reichsbetriebe so zu sorgen, dasi Sparsamkeit, Ordnung und Zuverlässigkeit gewährleistet werden. Von der Erfüllung dieser Bedingung werde die Deutsche Volkspartei ihre künftige Haltung abhängig machen. Hierbei ist Wohl an die wieder brennend gewordene Frage der „orofien Koalition" und die Haltung gegenüber einem Vertrauensvotum für den Reichskanzler gedacht, der einen offensichtlichen parlamentarischen Erfolg erzielt bat. Worauf eS aber ankommt, ist der Erfo'g oder Misi- erfolg seiner Politik in ihrer Auswirkung in Bezug auf die Entschädigungsforderungen der Gegner und in deren Verfolg auf die Wirtschaftslage im Inneren. Rach Ansicht der deutschnationalen Politiker wird die ZwangSanleihe eine Sub st anzaus lieferung «n ben Feinb zur Folge haben. Sie setzen beshalb nach wie vor ber Zwangsanleibe ben schärfsten Biber« staub entgegen. Sie glauben, die erzielte Summe werbe keinesfalls genügen, um bie Forderungen der Gegner zu decken, wobei noch nicht feststehe, inwieweit dtefe ermätzigt werden.
II.
2a- Steuerkompromisi. — Amerika und ble Konferenz uon Genua. — Die Washingtoner Verhandlungen.
Pfeiffer 5 DiUers ftaffee-dfcai denn fic i«t fo leyr ergiebig.da% man auf oier ftaftee ■ Cofoon Dohnen oder malz, nur einen- (.»«fei braucht, ausserdem roerden Dohnen und L-erste dadurch viel gründlicher ausgenutj».
Orißmaldoleq und Silberpakete tu haben in dra