Der »lueigenore« beträgt für di« 9 gesp. Z-il« oder deren Raum 80 Psg. Mr den Milli-
Marburg
Meter, am
ft. 22
Der preußische Haushalt
Dt, „DberbeOTdw Zeitun-" erjcheint ieLsmal wöchentlich. — Bezugsvrei, monatlich obneSufteDung 8.50 Mk, durch die «oft 9.50 Mk. Für ausfallende Nummer» infolge Streiks ooer elementarer Ereignisse lein Eriatz. — Berlag von Dr. L. Hitze rotb. — Druck der Untv^Buchdruckerri von Jod. Au«. Koch, Markt 2123 — Fernsprecher 55, PoN<deckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Mai».
hier nicht der Ort ist, die umstrittenen Fragen zu erörtern. Die meisten Menschen wollen davon nichts mehr misten. Jedenfalls wird niemand leugnen, das; der Feldmarschall v. Bülow ein hochbegabter, nhiger Führer gewesen ist, auf den die Armee mit Stolz sah.
Brseler hat seinen Namen durch die Eroberung von Antwerpen und Modlin sNowogeorgiewsk) mit eisernen Lettern in die Annalen der Kriegsgeschichte geschrieben Es ist sehr traurig, daß svätcr unsere unfähige Polenpolitik diesen in feder Beziebung hervorragenden Mann zu Fall g bracht hat. Beseler ist niemals im Sinne der Eerlach und Erzberger ein Polenfreund gewesen, er verwaltete oder vielmehr regierte nur das besetzte Land in vornemer, grcchzüoiger Meise. N^cht ohne Absicht erzählte ich ihm mal, mein alter Vater, der lange Jahre in einem deut'chpolnischen Kreise Landrat gewesen wäre, ließe ibm sagen, er könnte für die Polen tun, was er wolle, dankbar würden sie ihm niemals dafür sein. Da lachte der Generalgouverneur und meinte, darüber wäre er sich vollkommen klar. Jede Polenvolitik war letzten • Endes von dem militärischen Eekamterfolg abhängig, wir hätten aber mehr in Polen erreichen können, wenn uns nicht wie ein Bleigewicht bas Kondominium mit Österreich behindert hätte. Bcfe- ler batte von vornherein energisch verlangt, daß die Zweiherrschaft beseitigt würde, war aber be'M Reichskanzler nicht damit durchgedrungen. Tatsächlich hat ibm Bethmann geantwortet: „Ich bm nicht stark genug, um diese Politik Oesterreich gegenüber durchzudrücken, versuchen Sie, ob Sie eine Aenderung der Okkupation auf militärischem Wege erreichen können." Kommentar überflüssig. So sprach der Reichskanzler, welchen die noch heute regierende Reichstagsmaforität Jahrelang beschützt und beschirmt hat, bis sie ihn unter Führung von Erzberger bei der Friedensresolution verriet, weil sie hoffte, einen noch gefügigeren Kanzler zu finden. Bethmanns Polenpolitik wurde durchaus von der Majorität des Reichstags gebilligt. Eine der ersten Handlungen der Volksbeauftragten nach der Revolution war es, den Eeneralgouverneur von feinem Posten zu entfernen und dafür den polnischen Verschwörer Pilsudfki aus der Haft nach Warschau zu entlassen. Dann setzte die berüchtigte Eerlachsche Polenpolitik ein, welche das Deutschtum im Osten verraten hat. Beseler hat zu vielen persönlichen Angriffen in vornehmer Weise geschwiegen, sicherlich hat er schwer darunter gelitten. Beide Generale, Bülow wie Beseler, waren nicht nur tüchtige Militärs, sie verfügten auch über eine sehr gründliche allgemeine Bildung auf den verschiedensten Gebieten. Nach oben aufrecht, nach unten fest und wohlwollend, waren sie ihren Untergebenen ein leuchtendes Beispiel preußischer Pflichttreue. Das waren Männer, welche niemals in der Treue zu ibrem obersten Kriegsherrn wankend geworden wären.
Wenn die deutsche Nation nur dem Götzendienst des Erfolges heute opfern will, bann wird sie ifjte Weihrauchgefäße vor leeren Altären schwenken können; wir müssen der Märtyrer gedenken, die ihr
Seine Teilnahme Amerika» in Genna.
London, 25. Jan. „Daily Mail' meldet ans Newhork, das Washingtoner Kabinett sei zu dem Schluß gekommen, datz die Teilnahme der Vereinigten Staaten an der WirttckaftS- und Finanzkonserenz in Genua am 6. März unter den bestehenden Umständen keinen nützlichen Zweck haben könne. Präsident Harding werde persönlich gern Amerika in Genua vertreten sehen, wenn irgendeine Aussicht bestände, datz die Konferenz zu guten Ergebnisien führe. Handels- sekretär Hoover und Staatssekretär Mellon teilten die Ansicht des Präsidenten, der verschiedene Konferenzen in dieser Frage mit Staatssekretär HugbeS und Senator Lodge gehabt habe. Das Ergebnis dieser Konferenzen sei eine Mitteilung, das, das Kabinett gegen eine Teilnahme an der Konferenz von Genua ist.
Der Washingtoner Berichterstatter der „Times' schreibt, Amerika widersetzt sich der Anerkennung der Sowjetregierung. Man sei der Ansicht, Rutzland habe in Genua nichts zu bieten. Die Herrschaft Lenins, Trotzki» und des Roten Heeres habe Rußland in seine augenblickliche Lage gebracht, und es könne nur eine Vermehrung des russischen Elends erwartet werden, solange die Bolschewisten und das russische Heer die Lage kontrollierten. Mit Bezug auf Frankreich herrsche in den führenden Kreisen ein Gefühl der Bitterkeit und Bestürzung. Von allen Seiten werde auf die unmöglichen, selbstsüchtigen Forderungen der französischen Politiker und auf die unverantwortliche Isolierung. zu der sie ihr Land zu verurteilen bereit scheinen, hingewiefen.
Der diplomatische Berichterstatter der „Daily News' schreibt, die Konferenz von Genua werde so gut wie ein Fehlschlag sein, wenn die Vereinigten Staaten nicht daran teilnähmen.
Paris, 25. Jan. Der „New York Herald' meldet: Senator Brandegee hat in seiner Rede im Senat die Ansicht ausgesprochen, die Vereinigten Staaten würden an der Konferenz von Genua nicht teilneh- tnen; er ist zu dieser Anffaffung nach einer Unterredung mit Harding gekommen.
schaffen kann. Nur durch einen Zuschlag zur Etn- kvmmenstener kann die Wirtschaftskraft btt Länder und Gemeinden gewahrt werden, und die Länder und Gemeinden werden diese- Ziel nie auS den Augen verlieren, wennoleich nicht verkannt werden darf, daß :* Augenblick dar Reich kaum da,» in der Lage sein wird. Dieser bewegl-che Steiursaktor für die Gemeinden muß auch ein erzieherischer Faktor fein, der sie vor üb.-c- sponnten Ausgaben warnen wird. (Lebhafte Zusiimmuna.l
ES ist heute kein Vergnügen, preußischer Finan,Minister zu fein. Die Ergebnisse der staatlichen Betriebsverwaltungen sind recht entmutigend. Wir brauchen eine neue Grundlage, um eine wirklich lebendige Betriebsverwaltung zu erhalten. Sie muh losgelöst werden von gewissen staatlichen Fesieln. Die staatliche Bera- ^erwaltung mühte d« gleiche inusmännische Mlanhaii- st-llnnq beben wie die vrivaten Bergwerke. ES wu^ möglich sein, die staatlichen Betriebe bewealicher und kguimännisch moderner zu gestalten. (Runtf de? Kommrt- mst-m st g tzf. Ich sollte meinen, f'n Kommunist, und Sie sind doch ein Kommunist, Herr Katz, mühte eS doch begrüßen, wenn die staatlich-n betriebe sich ebenso aut —ntieren wie die privaten Betriebe. Trotz der erhofften Mckhreingänge an Steuern bleibt immer noch ein
Fehlbetrag von rund 1 Milliarde.
Die Folgen de- Londoner Ultimatums waren geraden, katastrophal für Preußen und das Rn'ch. Fast Sie Hälfte des ZuichustbedarsS des Rrnches muhte durch den Rotenumlaiff gedeckt hrrbcn. Die in London übernommenen Lasten haben sich durch bar Steigen des Dollar- schon um mebr a'r das Dreisache v-rmehrt. (Hört, hörtn Die wachsenden Arbeitslosenzffftrn im Ausland werden auch diejeniaen Länder, die nicht eine geradezu sadistische NiederschlagungSrol.tik treiben, zu der Ueberzeugung bringen, dah dieFRechuuno deS Londoner llltimatum« ein Loch hat, und bah D<-uff<hla»d nicht ans der Weltwirtschaft ausgeschasiet werd-n kann. Die letzten Stimmen auS London zeigen die Ansicht dah eine gewisse wirtschaftliche Harmonie unter den Nölkemi herrschen muh. Richt irgendwelck^ Svmpathie für Deutschlai*. aber die ei genen In»eressen der Länder werden sie zwingen, sich die Frag« vorznlegen. ob sie bei der Fortsetzung der Jrrsinnsvolitik gegen Teilt?*» land nicht ihre eiaenen Völker se l b st auf das schwerste schädigen. AuS Enaland und auch au* Amerika komme« immer mehr verständige Stimmen. Alles das läht die Möalichkeit für die Leine Hoffnung, dah wenigstens in absehbarer Zeit ein e kleine Besserung kommen wird. Auch dann noch werden wir unendlich schwere Lasten ,u tragen haben. Wenn aber da- deutsche Volk sieht, dah «S nicht vernichtet werden soll, dann wird -S sein Aen Herste- tun, um sich eine Stellung im Rate der Völker Europas wieder zu gewinnen. (Unruhe bei den Kommunisten.) Sie kennen ja kein deutsches Volk! Air aber hoffen, daß da- deutsche und das vreuhische Volk diese Kraft ausbringen werden. Mr Annen nur durch Arbeit zeigen, dah wir in dieser schweren Zeit alle- tun wollen, um wieder zu geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen zu kommen. ^Lebh Beffall.)
Um 12V, Uhr vertagt sich daraus da- Haus ans Donnerstag Vormittag 11 Uhr. Aus der Tagesordnung strht die allgemeine Aussprache über den Haushalt.
Wei tzmWk Skitnole.
Von H. Graf Posadowsky.
Neben dem Eeneralfelbmarfchall v. Bülow würbe vor kurzem Generaloberst v. Beseler, bgt Eroberer von Antwerpen und Moblin und spätere Eeneralgouverneur von Polen, auf bem Jnvaliden- hof in Berlin zu letzten Ruhe gebettet. Als ich bas las, fiel mir eine kleine Geschichte ein, welch« mir ber Eeneralgouverneur einst in einer gemütlichen Abendecke des alten Schlosses in Warschau erzählt hatte.
In den ersten Wochen des Krieges kam Beseler bei schlechtem Wetter abends in einen belgischen Ort, dessen Name mir entfallen ist, und suchte dort den damaligen Generaloberst v. Bülow auf. Bülow aß vor einem Kaminfeuer mit einer guten Flasche und zwei Gläsern, sah ihn mit seinen großen Augen an und sagte: „Ich habe Sie heute erwartet. Soeben las ich, daß 1814 im Januar sich Bülow von Dennewitz und Yorck hier getroffen haben. Sie haben bann, obwohl sie sich vorher nicht näher stauben, Brüderschaft getrunken. Nun wollen wir nach 100 Jahren mal annehmen, daß ich Bülow und Sie Yorck sind und wollen „Su“ zueinander sagen." — Eine Stunde schöner Kameradschaft in schicksalsschweren Wochen. — Der Krieg nahm nicht den Verlauf, welchen die alten Generale in einem feierlichen Augenblick erhofft hatten, aber ihre Freundschaft ist wohl bis zum Ende geblieben. Die glanzvolle militärische Laufbahn Bülows fand ihr Ende an der Marne, wenigstens in strateg'fcher Hinsicht. Heber die Marne ist schon so viel geschrieben, datz
- ftaetilos Antwort on $oi«nti.
Wie es in der Natur der Sache liegt, war es .«nächst Lloyd Georges Aufgabe, auf die Herausforderung Poincar^s zu erwidern. Als enger und getreuer Verbündeter unterzog sich der britische Premierminister dieser Aufgabe in der Form milde < nnb versöhnlich, inbem er 'den Franzosen gut zu- rebete, Vernunft anzunehmen unb bie Dinge so zu } sehen, wie sie in Wirklichkeit sinb. In ber Sache freilich liefe er keinen Zweifel darüber übrig, datz ; England auf dem Wage, den die französische Regie- i rung zu beschreiten für gut befunden hat, n i ch t ! zu folgen vermöge, weil es sonst in den Strudel mit hineingerissen würde. Bei dem engen Einver- , nehmen zwischen England und Amerika war zu erwarten, daß die Vereinigten Staaten dem angelsächsischen Vetter alsbald folgen würden. Nach dem sanften Streicheln Lloyd Georges ist nun 1 auch prompt die hembärmlige Antwort Amerikas ■ gekommen. Daß der amerikanische Händelsmintster Hoover das von ihm ausgestellte unb dem Ka- ' binett unterbreitete Programm für die amerikanische Beteiligung an der Konferenz zu Genua der ; Öffentlichkeit übergeben hat, ehe es von der ameri- t konischen Regierung den anderen Mächten mitge- - teilt worden ist, kann nur den Zweck verfolgen, diese und vor allen Dingen Frankreich von vornherein ? Nicht darüber im Zweifel zu belassen, unter welchen Voraussetzungen eine Beteiligung Amerikas nur möglich ist. Minister Hoover hat außerdem noch eine Erläuterung zu seinem Programm gegeben, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt.
Die Vereinigten Staaten lassen sich nur bann in v Genua vertreten, wenn ber Notenumlauf in Europa stark vermindert wirb; Vorbedingung dafür ist die Herabsetzung der Rüstungslasten, die hauptsächlich durch den Notendruck ermöglicht werden. In enger Verbindung damit steht die Herstellung des .Gleichgewichts In den Voranschlägen aller Länder Europas, nicht nur Deutschlands. Unb schließlich sollen die deutschen Entschädigungslasten innerhalb einer von der deutschen Zahlungsfähigkeit bedingten Grenze geregelt werden. Die in Frankreich engerichteten Schäden müssen allerdings nach Ansicht auch der amerikanischen Regierung von Deutschland bezahlt werden, aber auch das nur innerhalb der Grenzen der deutschen Leistungsfähigkeit. Was darüber hinausgeht, sind Phantasiegebilde, die sich nie verwirklichen lassen werden. Wenn auch die Ausführungen Hoovers allgemein gehalten sind, so richten sie sich doch in allererster Linie gegen Frankreich, Belgien und Polen. Diese drei Länder tragen zusammen eine Rüstung, die sich nur durch imperialistisch-chauvinistische Absichten erklären läßt. Aus eigener Kraft vermag keines der drei Länder ein solches Heer zu erhalten, und deswegen rechnet vor allen Dingen Frankreich auf die Zahlungen Deutschlands, das somit die Heere Frankreichs, Belgiens und Polens erhalten müßte. Minister Hoover hat klar erkannt, daß abgesehen von der Hnmoralität einer solchen Forderung, Deutschland bei dem Niedergang seiner und der gesamten Weltwirtschaft nie und nimmer imstande sein kann, solche Lasten zu tragen, und deswegen bleibt nur als einziges Mittel übrig, datz die drei genannten Mächte mit Frankreich an der Spitze abrüsten. Wird diese Voraussetzung erfüllt, bann kann sich Amerika an der Herbeiführung geordneter wirtschaftlicher Verhältnisse durch die Regelung der Schulden der Verbündeten beteiligen und Deutschland durch Gewährleistung einer internationalen Anleihe auf die Seine helfen. Wird diese Voraussetzung nicht erfüllt, dann bleibt Amerika von Genua fern.
Diese Forderung bedeutet also, datz die Revision des Vertrages von Versailles und die Frage der deutschen Entschädigungszahlungen au: bie Tagesordnung von Genua gesetzt werden. Auch Lloyd George hat bereits erklärt, datz ohne das bie Abhaltung der Konferenz sinnlos sein würde. Poin- car6 und bie französische Regierung haben aber bisher bei der Erklärung beharrt, datz sie sich auch nur einer Erwähnung der deutschen Zahlungen und jeder Abänderung des Friedensvertrages mit allen Mitteln widersetzen werden. Es klafft also eine tiefe Kluft zwischen den Anschauungen der Franzosen und der Angelsachsen. Bleiben die Franzosen hartnäckig, dann wird die ganze Konferenz in Frage gestellt. Da aber bereits die Einladungen ausge- tzangen und von den meisten Mächten angenommen worben sind, kann die Konferenz kaum noch wieder abgesagt werben. Es wäre also schließlich, wenn »uch nur ganz entfernt, bie Möglichkeit benfbar, baß die Konfemz ftattfinbet — ohne Franzosen. Vielleicht überlegen diese es sich doch noch, »b sie es so weit, kommen lassen wollen., . .
Räte-^iMand.
„Zwei geschworene Feinds.
Moskau, 25. Jan. Auf der Konferenz der Arbeiterjugend bleit Trotzki eine Rede, in der er aus- sührte: „Rußland ist bie einzige Arbeiter-Macht In der ganzen Welt. Hat uns die Bourgeoisie bisber nicht befeiligen können, wo wir verbältntsmäßig schwach waren, so wirb ibr dies jetzt niemals mebr ge'ingen. Die Sowjetrepublik und das bürgerliche Europa find mit zwei geschworenen Feinden zu vergleichen, die zusammen ein Abteil eines Eisenbahnwagens besteigen, beherrscht von bem Gedanken, datz nur einer von beiden am Leben bleiben darf, jeder bereit, den anderen ans dem Fenster zu werfen. E» vergebt eine halbe Stunde, und es gelang noch nicht, «telleichl müsien fie noch eilte balde Stunde zusammenlabren. Man mutz fich allo Irgendwie bequem macken und die Koffer unterbrlngen. Aber fie bleiben desbalb dock geschworene Feinde. So müssen wir eine Zeitlang mit den Bourgeoisiestaaten leben. Cb es für m«# Wei Zweck bat, nach Genua zu geben, mag zweifelhaft sein, aber eS Ist zu bemerken, datz Frankreich, da? immer erklärte, eS werde sich nicht an den Tisch mit uns setzen, zuerst kapitulierte. Jedenfalls werden wir nichts verlieren, wenn wir anf der größten imernano- nalen Konferenz, bie )e einberufen worden ist, mit mehreren Gruppen gleichzeitig verbandeln Wtneit."
Moskau, 22. Jan. Der Rat der Volkskommissare hat beschlossen, ab 1. Februar die P e rs o n e n t ari f e «uf der Eisenbahn in VortriegSrnbeln fesizusetzen, und zwar in der Höhe von 50 Prozent der Tarttlötze, die im Juni 1917 in Geltung waren, sowie die Gütertarife ebenso auf 50 Prozent der Sätze vom Januar 1921.
Dir Botfchasterkonferenz berät über Aenderung der Friedensverträge. ,
Paris, 25. Jan. Die Botsckafterkonferen, hat sich heute unter dem Vorsitz von Jules Camhon mit Einzelttagen betreffend die Aenderung der LriedensverkrSgr 6dcä2i.ttst
Amtliches Vertündigungsblatt des Kreises Marbmg.
Anzeiger für (das früher kurheffische) Oberhessm
Gliche unb auswärtige 80 Psg'. Andere Spaltenbreiten nach entwrechender FH ariu**"»» Berechnung Spät einlaufenbe ober den Raum über ft. Seit« ehtnebmenbe «n- yiiylH«
. -- * iiiaen finb wir berechtigt nach der Tertivaltenbreite zu setzen und zu berechnen.
ZÜMrÄSS dkv 28. Sogen. Reklamen berechnen' wir Li- CoI.-3eUe mtt 6.00 Äk. ^"« Rabatt gill at,
Ut* <*We «arrabatt Bei Auskunft durch die Geichaftssielle und Bennittlung bet Ange-
Hartung. bote 1 Mk. Sonbetgebübt. __
Mk its »ttMtn FimzmWm.
9 3. Sitzung des Landtags vom 25. Januar.
Die Beratung deS Lausbalt- für 1922 totrb einge- leitet durch eine Red« deS
Fin-nzminisürs Dr. v. Richter: Da» Bestreben der Finanzverwaltung, sagte der Minister. gebe dabin. die HauSbaltswirtschast wieder in dir Bahnen der Var- lamentarisch-n Ordnung zu lenken. Die Betrüb-ver- waltunaen werden jetzt gesondert von den staatlichen Hoheit-Verwaltungen geführt, sodrß fick di« Einnahmen «und Ausgaben feder einzelnen Verwaltung klar überblicken lassen. Der Hausheiltsvlan schließt in Einnahme und AuSgab: ab mit über 29 Milliarden. Das bedeutet dem Borjahre gegenüber eine Steigerung box 3 519 Millionen. Aus der Rcichöeinkommensteuer ffiehcn un$ zu rund 2 800 Millionen. Der Hau-haltSvlan für 1921 wies «ne« Fehlbetrag von 2 400 Millionen auf. der eingestellt wurde mit dem Titel „Aus der Erhöbuna tcuerlicher Einnahmen". Bon dieser Erhöhung ist bisher noch nicht ein Pfennig eingegangen, und wir müssen heute noch den Fehlbetrag von 2.4 Milliarden decken. (Hört, hört!) Im Reich-bau-- baltsplan sind jetzt die Einnahmen auS Einkommen-, Körperschasts- und Umsatzsteuer ganz bedeutend gewachsen. DaS muß auch für Preußen «ne Steigerung der Sin- nahmen aus diesen Ouellen um 2 227 Millionen bedeuten. Andererseits muß auch mit einer wesentlichen Steigeyung der Ausgaben gerechnet werden. Bei den technischen Ausgaben wird die Steigerung allein ROO Millionen ausmache». Die gewaltige Steigerung der Ausgaben für die Beamtenbesolbung wird bi« Mehreinnahmen auS den Steuern vorau-sichtlick wieder auszehren. Der Gesamtanteil Preußen- an den Steuereinnahmen des Reichs wird sich gegen da- Vorjahr um rund 4 Milliarden steigern. Da- schon aus dem Jahre 1980 übernommene Defizit kann nickt länger ungedeckt bleiben. Bedeutend« Lasten erwachsen dem Staat auS d«n hoben Bauimterhaltung-- kosten. Die Folgen früherer Sparsamkeft lasten jetzt schwer auf uns. Der Minister weist dann auf bie ungeheuere Belastung hin, di« d«m S4oat ander durch die Geldentw-rtung bedingten Erhöhung der Beamtengebälter erwachs«. Di« Ländrr könne» unter diesen Umständen ihrer Pfficht nur nach kommen, wenn r- vom Reich nicht nur Vorschüsse, sondern au* Zuschüsse erhalten. Da- Reich knüpft daran aürrkxti schwieria« Bedingungen, «ei der schlechten Finanzlage deS Reiches aber ist eS selbstverständlich, daß es »en den Ländern die allersvarsamste Wirtschaft verlangt. Einige Gemeinden haben tatsächlich bei der Bemessung ihrer Bramtengehälter nicht das Maß gehalten, das d-urck die schlecht« Finanzlage geboten war. (Sehr richtig.). Da? Sperrgesetz muß jetzt nachdrücklich durchgesetzt werden. Darüber waren sich di« ans allen Parteien, einschließlich der Unabhängige», zusammengesetzten Finanzministrr der Läiider einig. geht nicht an, daß die Staat-beamttn schlechter bezahlt werden, als bie «emeindrbcan^n tn gleichen Stellungen. Der Standpunkt, den btr Reichs- sinanzminister der Finanzwirtschaft der Gemeinde» gegenüber eingenommen hat, wird auch von mir durchaus geteilt. Wir sind jetzt
Kostgänger de- Reich.«-, da- sich durch seine Steuerhoheit neue Einnahmequellen