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Zweites Blatt

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der Weihnachtsfeier) schon dafür sorgen werde, datz es Deutschland nicht gar zu übel ergeht. Sehr tref­fend wurde kürzlich auf diesen Punkt in derDeut­schen Tagesztg." hingewiesen, die u. a. schrieb:

Lloyd Georges Verhalten während des Krieges und nachher in Spaa, auf der Londoner Konferenz und den anderen ungezählten Konferenzen, seine Hal­tung in der oberschkesischen Frage, alles das macht nichts aus: er ist der Heiland und der Wegweiser zu einer schöneren Zukunft Deutschlands! Uebersiedt inan die Politik Lloyd Georges, so zeigt ficti tm Gegenteil, datz der britische Premierminister seine Welt- und Europavolitik bisher ausschließlich auf Kosten und zu ungunsten Deutschlands getrieben hat und datz sein Programm die dauernde Verknech­tung deS deutschen Volkes in sich schließt. Wir Deut­schen haben nicht den mindesten Grund, in Llabd George etwas anderes zu erblicken, als eine feind­liche Macht. Seine Meinungsverschiedenheiten mit Frankreich ändern daran nichts, es sind keine Mei- nungsverschiednheiten, die sich auf Deutschland k,n- zentrieren, sondern solche zwischen den beiden Mächten über ihre Stellung in Europa und sonst auf der Erde.*

Ein blindes Verlassen auf englisches Eingreifen wäre also verkehrt. Wie England und Frankreich fich auseinandersetzen werden, ist noch eine offene

Während in Irland der vielhundertjährige VefreiunAskrieg zu Ende ist und der neue Frei­staat hoffentlich einer glücklichen Zukunft entgegen- geht, erhebt fich fix England eine neue grotze Sorge in Indien. Die Reise des britischen Throuerben ist von dm immer stärker werdenden nationalisti­schen Elementen in Indien als eine Herausforde­rung em»funden worden und hat fast überall zu einem Aufflammen von Unruhen und Aufruhrbe- roegungen Veranlassung gegeben, die anfangs wohl mit leichtem Herzen, nunmehr «der mit banger Sorge »erfolgt »erden. Man steht in England jetzt «n, dah unter diesen Umständen die mit so großem Pomp und Aufwand ins Werk gesetzte Reise des Prisen von Wales übereilt und ein politischer Fehler war. Die Fcllge ist, daß noch vor Be-

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dir gnohen Augen erschienetl stets erfüllt van einer unsäglichen Traurigkeit.

<S» »ecen die Wochen Hingegangen. Lange, bange Wochen, in denen Dorothea viel allein war und Zeit fand, über Vergangenheit und ©e enwrtt nachzuoenken.

Und je mehr sie alles bedacht nnd überlegte, desto mehr hagrist sie, daß Arn» Zerrat gar nicht anders handeln konnte wie er d getan. Daß dieser stolze Mamr das AUm»sen ihre» Liebe nicht an nehmen konnte, nachdem ein unglückseliger Zufall ihm offenbart, daß sie nicht aus Neigung daß sm a«S Berechuuug sein Weib geworden »ar. Er »ar nicht der Mann, sich etwas schenken gu lassen, daS Opfer einer Familien!rede anzunchmen, er nicht!

Und wenn er sie tausemnal gebemütigt an jenem Abend gefiänft und erniedrigt hatte, sie konnte dennoch sein Handeln »erstehen, und sie tennte ihm nicht zürnen darum. Nein, kein Haß ui* Groll gegen ihn war in ihrem Innern, nur eine gr»ße Traurigkeit, daß alles nun f» anders gekmnmen wrt, als sie gewollt. Und manchmal waren auch Stunden gekommen, in denen sie sich 'jagte, daß sie vielleicht vielleicht doch glücklich geewrben wäor an ) einer Seite, »nd daß sie die unsruchtba« und traurige Liebe zu Manfred Westnrwold am Ende verwunden haben würde in Arno Zerrats kraftvoll« und belebender Gegenwart.

Denn es war seltsam. Sie, die sich innerlich öer- zchrt hatte vor Angst bei dem Gedanken, Arno Liebe geben zu müssen, dachte nun .seit er ihre Liebe ver­schmäht, ständig an ihn. Und so lebhaft, so aus- füllend waren ihre Gedanke» an ihn, daß sie kaum mehr Zeit fand, sich mit Manfred Westenwald in ihren Träumereien zu beschäftigen.

So waren diese sechs Wochen langsam genug ver­gangen. Das juncr Paar fuhr heim. Sie bezogen das schöne HauS, das Arno Zerrat für Dorothea bereitet hatte und in dem sie nun beide allein waren, ach so grenzenlos allem,

amten und nicht »«letzt die im Anzüge befind!,«den neuen Steuergesetze müssen btt Wirkung haben, daß das Rab der Geldentwertung wieder kräftig in Schwung kommt. England» Ziel ist es, durch Yetteuemng der deutschen Produktion den Wettbewerb der deutsch»« Industrie auf bem Weltmarkt au»,«schalten. Dah ist verständlich, wenn man die britische Außenhandels- stattstik betrachtet. Der Wert der engllschen Ausfuhr war im Dezember 1921 um 87 Millionen Pfund, daß heißt um mehr als et« Drittel, gering« als im gleiche» Monat 1920. ES ist aber leicht möglich, daß durch eine» neuen Sturz der deutschen Valuta die Belastung bet deutschen Industrie, die England erstrebt, bald wieder ausgeglichen wird. Dann wird Keyne« recht behalten, der in seinem neuesten Buche nachweist, daß außer bei Sachleistungen »um Wiederaufbau Frankreichs Deutsch land überhaupt keine Zahlungen zu leisten der- mag, eS sei denn auf Kosten de» englischen Handelt und der englischen Wirtschaft.

Arno Zerrat stürzte fich mit nie ermüdendem Eifer in sein: geschäftlich« Tätigkeit. Er arbeitete ange- fbengter als seit bieten Jahren, «m so selten wie mög­lich in seinem Hause weilen zu müssen, wo er bas nahe Zusammensein mit Dorothea mit schwer und nur unter Quicken ertrug.

El! gab ja auch so vieles M hm. so viel vorgu- lereitrn ftr die lange Zeit ,in der er fern »otn Geschäft sein würde, er fand wirklich kaum je Muhe, außer den freten Abendstunden, für sein Heim.

Er frühstückte der Beencmlichkeit halber nach der Mrse in der Stadt, und sehr oft ließ er nachmittags »mb der Uhl «horst tel Phon> en, daß er auch zu der für sechs Uhr angesetzten Haupttnahl-eit nicht kommen Mnne, da wichtige Geschäfte ihn abhielten.

An solchen Tagen, die sich mehrten und mehrten, Dorothea bann auch abends allein. Und blieb allein in den folgenden Stunden, da Arno Zerrat dann ge­wöhnlich erst gegen Mitternacht nach Hause kam, wenn Dorothea lange in ihrem Schlafzimmer lag, ohne Schlummer finden zu können. t

Sie hörte ihn zuweilen kommen. Und manchmal kam eine Sehnsucht über die einsame Frau, noch sprechen, sich mitteiten zu können. Aber sie unter- drüKe diese Stimme. Sollte sich dem Manne nun in den A«g werfen, der fie verschmäht?

So schwieg fie aus Stolz und Scham und ließ Arno Zerrat seinen eigenen Weg gehen, denn er wußte ja nichts von der Wandlung, die fich in Dorotheas Code langsam vollzog.

Das junge Paar lebte sehr zurückgezogen. Es hatte keinen offiziellen Empfangstag veranstaltet und keine Gesellschaft zu Beginn der Saison gegeben. Man sagte sich, daß Zerrats wohl noch für sich allein bleiben wollten, und ließ sie in Ruhe. Und nur die Dienst­boten munkelten übet dos seltsame Benehmen des Herrn, der feine Krau so viel allem ließ.

Der Verkehr mit den Westenwall>s war natürlich gleich nach der Rückkehr ausgenommen worden. Am meisten kam das junge Paar mit Leuchtwangers zu­sammen, aber die frohe Stimmung von einst kam auch in solchen Stunden nicht auf. Domthea war noch viel ernster getoorben als in ihrer Mädchen zeit, und auch Arm» Zerrat schien seine strahlende Frftche verloren zu haben. Leuchtwangers sprachen viel über diese (Ffyt, in der irgend etwas nicht stimmte, aber man gab ihnen das Vertrauen nicht, das sie erwarteten.

Auch zu Frau Katoline ging Dorothea oft .urch- mittegS. Die alte Senatorin war nun noch viel ein» ramer geworden, sie war sehr allein in ihrem großen Hanse, das nur der kleine Johann Lhripian mit seiner Fröhlichkeit ein wenig erhellte. Auch Inez sah Thca oft. Aber 9Ranfreb Westenwald mied sie.

Da die Männer sich nicht liebten, so war ein regel­mäßiger Verkehr nicht entstanden, und nur in dem Haufe der alten Frau Westenwald sahen die beiden Ehepaare sich regelmäßig. Tort suchte Manfred Toro- theas Nähe^ aber sie wich ihm beharrlich aus. Nie wieder fand er Gelegenheit, sie allein zu sprechen.

Er merkte, daß sie jedes Alleinsein vermied, und wenn ihn dies auch so traurig stimmte, so wagte er doch nicht, sich ihr gegen ihren Willen zu nähern.

. (Fortsetzung ttigt.)

Der neue französische Ministerpräsident, der hauptanftifter des Weltkrieges, Poincarch hat =ji bem französischen Parlament mit einer Pro- natnmrebe vorgestellt, die über seine Absichten kei- lerlei Zweifel läßt. Das Festhalten am Versailler Vertrag, der ja nach dem Worte Cl6menceaus nichts anderes darstellt als die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln, ist die Grundlage

Politik, die Poincars einleiten will. Auch Kriand drohte Deutschland, wenn es die ihm aufer- jrgten Kriegsentschädigungen nicht auf Heller und Pfennig bezahlen würde, am Kragen zu packen. Kenn Poincars jetzt von neuen Zwangsmahnah- flten, Auslieferung der sogen. Kriegsbeschuldigten, Aichträumung des Rheinlandes zu der im Ver­sailler Vertrag festgesetzten Zeit spricht, so unter- kcheidet er fich von seinem Vorgänger nur durch die militärische Ausdrucksweise und durch die geringere Bildhaftigkeit seiner Worte; sachlich haben beide etwa das Gleiche gesagt.

Es bleibt abzuwarten, welche Wirkung die Pro­grammerklärung Poincar<rs, die durch die über­raschende Ernennung Marschall P 6 t a i n s zum Generalinspekteur der Armee" unzweideutig mili­tärisch unterstrichen wird, in England hervorruft. $5 ist möglich, datz Lloyd Georges Stellung durch sie gestärkt wird, da er auf dem besten Wege war, sei­nen Fehler im Kriege, Frankreich zu grotz und zu selbständig werden zu lassen, nach Möglichkeit wie- : der gut zu machen; es ist aber auch möglich, datz die öffentliche Meinung umschlägt und es den Leuten um Lord Derby herum gelingt, sie von der Be­rechtigung des französischen Standpunktes zu über- l zeugen, der angeblich nichts anderes will, als den i Frieden der Welt durch ein französisch-englisches ! Bündnis zu sichern den Frieden, zu dessen Ehren - Herr Poincar6 laut und vernehmlich mit dem , Säbel rasselt.

Entschädigung der StoatsratSmitglieder an den Ver- assnngsausschuß. Bei der Fortsetzung der ersten Be» oatung deS Hebammengesetzes bekennt sich

Abg. Dr. Stemmler (Z.) als Anhänger bet reten Hebammenwahl und sieht in dem neuen Entwurf wesentliche Verbesserungen gegenüber dem früheren.

Abg. Frau Dr. Spohr (D.Nat.) und Frau Dr. P ö h l m a « n (D. Vpt.) sprechen sich in ähnlichem Sinnt stus und richten unter großer Unruhe der Sozial­demokraten gegen Frau Ege den Vorwurf, sie habe den Vorwurf der Mitteilung unwahrer Tatsache« nichf widerlegt.

Abg. Dr. Weyl (U.B.) meint, 85»/o der Hebammen hätten fich für die alte von der Regierung zurück- gezogene Vorlage erklärt.

Abg. Fran Arendsee (ft.) verlangt die Sozial« sierung deS Hebammenweseni.

Die Vorlage wird hierauf dem BevölkcrungZ rus- schuß überwiesen. Die Novelle zur Aufbesserung beN Diensteinkommens der katholischen Pfarrer wiril in erster und zweiter Lesung angenommen. Der Gesetz- sntwurf über die Aenderung des Staatsschuldenver- waltungSgesetzes wird in zweiter Lesung angenommen. Sozialdemokratische Anträge gegen einen Vertreter dei Staatsrates in der StaatSscht-ldenkommission werden abgelehnt. Die namentliche Schlußabstirnmung in bei dritten Lesung ergibt Beschlußunfähigkeit, dq die Linke keine Karte» abgegeben hat.

Präsident Leinert beraumt auf sofort eine neu« Sitzung an, in der aus Antrag des Geschästsordnungs- ausschusseS die Strafversvlgung verschiedener Abgeord­neter verweigert toirb.

Rächst» Sitzung Sonnabend 12 Uhr: Diätenent­ziehung bei Widerstand gegen die Geschäftsordnung.

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87. Sitzungvorn20. Jannar.

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Nr. 18

Sonnabend, 21. Januar

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Wenn man ans dem Berhalten unserer führenden Industrie- nnd Bankkreise auf die von ihnen erwartete Entwicklung unserer WirttchaftSverhällniffe Schlüsse ziehen will, so muß man zu bem Ergebnis kommen, daß mit einem Abbau der deutsche« Geldinflatio» in absehbarer Zeit nicht gerechnet wirv. Da» beweist schon das dauernde «nschwelleu der Welle der KapitalerbShungen und Fusionen. So bat die Rheinische Metallwaven- und Maschinenfabrik beschlossen, auch für das verflossene Geschäftsjahr keine Dividende zu verteilen, sondern den erzielten Reingewinn von 6,26 Millionen Mark sür die innere Stärkung des Unternehmens zu benützen, obwobl außerdem bereit- bettächtliche Sonderrücklagen zu dem gleichen Zweck gemacht worden find. Dieke Dividenden- Politik wird ausdrücklich mit der toadjfenben Geldent­wertung begründet. Natürlich könne» nur solche Unter­nehmungen in einem Jahre guter Betriebsergebnisse ibre Aktionäre leer ausgehen lassen, deren Aktien fick in sehr kavitelkrästigen Händen befinden. Bei der Rhein.- Metall-Gesellschaft befindet fich ein erheblicher Aktien- «nteil in den Hände« der Rieseutenrernr Krupp, A. E. G und Ott» Wolf. Die Ueberlegenbeit der Großbetriebe yigt sich an diesem Beispiel wieder einmal in augen­fälliger Weise. Auch ein anderes bekanntes Unternehme« die Hannoversche Maschinenbau-Gesellschaft vorm. Eae- storff, mich kur, Hanomag genannt bat sich zur An- iehnung an einen Grobkonzern veranlaßt gesehen. Hier ist es aber zwischen den beiden konkurrierenden Bewerbern. Set Casseler Lokornottvfabrik Henschel & Co. und den Anke-Hosrnann-Werken, hinter denen wiederum die A. 8. G steht, zu einem heftigen Kampf gekommen. Es handelt sich dabei um den Wettbewerb über den Bor- r«ng in der.deutschen Lokomottvfabrikation, die durch die großen Bestellungen Sowjet-Rußlands und den zu erwartenden noch größeren zukünfttgen Bedarf dieses Lckndes eine besondere Bedeutung gewonnen hat. Der

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wirtschaft betreffend, ist unschwer zu erkenne«.

jetzt hat es den Anschein, als eb die A. E. G. diesmal dem Casseler Unternehmen den Vorrang wird überlassen

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Die K»nzenttationsbewegung beschränkt sich aber in Deutschland längst nicht mehr auf die Rohstoff- und Wiaschinenindustrie. Besonders weit ist fie in ben Alloholaewerben entwickelt. Die Zahl der großen AMen- brtnrrete» wird durch ZnsammenschlÜffe immer kleiner. Uehulich liegen die Dinge in der Sprittndustrie. Hier haben fich in diesen Tagen zwei der größten süd- deuffchen und westdeutschen U»ternehm»n«en |tt einet vereinigt ** zugleich eine beträchtliche Kapitaler Höhung wrgenommen. Noch bedeutendem Fusionen bereiten sich i» der deutschen ftaliinbuftrie vor. An der Vörie ist man tzterÄber offenbar gut unterrichtet, beim es war in der letzte» Zeit eine Svezialbaufse in Kaliw-rten deutlich bemerkbar. Endlich verdient auch die «roße Zahl der lcke«gründungen von Aktiengesellschaften Beachtung. Hier dürften aber auch steuerliche Gesichtspunkte nicht uner­heblich Mitwirken.

Es ist also in der deutschen Wirtschaft noch immer *ht Drnng zur Stärkung der Kapitalien, die in ben Vetteeben arbeiten, unverkennbar, nnd diese Tatsache beweist, daß niemand ernstlich mit ehern Rückgang der Geldiuffation rechnet. Vielmehr sprechen alle An- eichen dafür, daß die Entwicklung zur Markentwertnng «wb damit zur Markflncht noch viel weiter fort» sch reite» wird. Die Verteuerung des Beotvreifes in» Helge Fortfalls der AerbillignnqSruschüfle, die kommenden MietS-rhShnngen unb Mi-tsste»ern, die Erhöhung bei Wie»bahn- und Vosttarise. die Fordenrngen der Re-

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Mginear^» Programmrede. Der gute Erotzpap« George. Dr. Wirths LeistungsprogramM. Rußland ««d Genua. Englands Sorgen in Indien.

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Gebrüder WestenrvMV,

Roman von Lola Stein.

merila«. Nachdrucksrecht 1919 durch Carl 7. 'er, Berlin.

51. Fortsetzung.

Dann mußte man um vor der Weit be i Schein ausrechtzuechaltrn für eine kurze Zeit gemeinsam Has neu eingerichtete Haus am Feenteich beziehen. In einigen Monaten aber beabsichtigte Arno Zerrat nach Südamerika zu gehen, wo das neue große Unter­nehmen ihn für Jahve festhalten würde. Dorothea sollte dann frei sein und die Scheidung zu einem Zeitpunkt beantragen, der ihr der beste dünkte. Er. wollte ihr alles erleichtern.

Dies alles hatte Arno Zerrat der schweigenden Dorothea am Morgen nach ihrer Hochzeit gesagt. Und pe hatte sich widerspruchslos mit allem einverstanden erklärt.

Aber ihr Herz war ihr schwer wie niemals zuvor.

Zum zweiten Male war fie verschmäht worden And dieSmill von einem Manne, der fie seit Jahren, seit bitten Jahve« heiß und tief geliebt, doch der chr nicht verzeihen konnte daß sie mit einer Lüge im Herzen und auf den Lippen und aus kalter Berechnung die Seine geworden war.

Sie waren dann nach Montreux gefahren, wo Dorothea in der vornehmen kleinen Pension am See dlieb, während Arno Zerrat fast täglich große Gebirgs- touren unternahm, die ihn ost tagelang fernbleiben 8eßen. Sie lebten hier unter Fremden, keiner wußte, daß fie auf der Hochzeitsreise waren. Und so fiel es auch nicht weiter auf, daß Arno stets ohne seine Gattin die GLirgstouven unternahm, besonders, da Dorothea erklätte, etwas leidend zu fein. Man glaubte dies ber schönen bleichen Frau nur zu leicht, denn der Ausdruck ihres Gcfichis war grenzenlos, müde, mtb

endigung der Reise selbst der Vizekönig Lord Rea­ding und der Staatssekretär für Indien haben zurücktrete« müssen. $s ist wohl in bet Ee- chichte Englands und Indiens noch nicht dagewesen, datz die beiden höchsten Beamten England« für das indische Kaiserrreich in einem solchen Augenblick hre Serntet haben niederlegen müssen. Das zeigt deutlicher als Worte es vermögen, mit welchem k-rnst man in England die Lage in Indien be­trachtet.

IV.

Eine grohe Schwierigkeit für bte bevorstehende Konferenz in Genua wird das Verhältnis zu R u h- land bilden. Die Sowjetregirrung hat einge­sehen, datz die Zustände unhaltbar geworden sind, und mit mierkennrnswerter Entschlossenheit hat sie eine Schwenkung vollzogen, die einer Umkehr gleichkommt. Trotzdem befindet fich Ruhland inso­fern in günstiger Lage, als es angesichts der Ent­wicklung der Dinge schlietzlich abwarten kann, was in Genua entschieden werden wird. Die wirtschaft­lichen Verhälttiifie liegen ja so, datz Nutzland von der Welt abgeschlossen bleiben kann. Die Notlage der ganzen Welt drängt mit aller Macht dahin, dah dem europäischen und amerikanischen Kapital so­wohl rote dem Unternehmungsgeist und der Technik das russische Betätigungsfeld nicht länger mehr vor- entbalten werden kann. Die Sowjetregierung ver­langt als Gegenleistung vor allen Dingen Aner­kennung als rrchtmätzig vorhandene Negierung. Demgegenüber muffen die anderen Mächte zur Sicherung ihrer eigenen Intereffen darauf bestehen, datz Nutzland bindend« Garantien gegen eine Wiederholung der von der Räteregierung vollzoge­nen willkürlichen Beschlagnahmen gibt. Wenn nicht Privatbefitz und Verkehrsmöglichkeiten gesichert find, ist jeder Versuch, in Rutzland wieder geord­nete wirtschaftliche Verhältniffe zu schaffen, aus­sichtslos. Es wird sich also in Genua vor allen Dingen darum handel«, in einer Beziehung völlige Klarheit zu schaffen, und es muh fich zeigen, ob die Sowjetregierung soviel Aufrichtigkeit und innere Festigkeit besitzt, um diese Gewähr bieten zu fSwnen.

____ Landtag verweist zunächst in zweiter Lesunz den Gesetzentwvrf Über Reift kosten und Aufwands-

Bücherschau.

* Jahrbuch der jungen Kunst 192L Herausgegeben von Prof. Dr. Georg Btermann. VI11 und 352 S. mit 6 Orig.-Graphiken unv mehr alS 30(| Abbildungen. In Halbleinenband n«b Entwurf voq Fcrdy Horrmeyer 100 M. Verlag Kliukhardt & Bier­mann, Leipzig.

Für das Jahr 1920 und 21 hat der Verlag Klink« Hardt & Biermann in der Hauptsache nach den Aus- sStzen in seiner Kunslzcitschrist .Der Cicerone" ver­sucht, einen Durchschnitt durch die Besttebungen bet bildenden Künste von heute zu legen. Ein reiches Ab- bikdungsmaterial unterstützt diese Besttebungen aufä Beste, so datz die Jahrbücher ldas erste erschien fütz 1920) als etit guter Wegweiser arischen werden kön­nen für das, was heute besonders In bet Malerei get leistet wird. Alle modernen Erscheinungen werden ge­würdigt, und man mutz sich nur daran gewöhnen, was in einer Zeitschrift weniger auffält als in dieser Zu­sammenstellung, datz bei jeder Würdigung, wieder bet Zusammenbau« mit der Gelamtkuust ausgesucht wird, so datz gelegentlich etwas reicblich diel kunsttheoretiscbs Erörterungen im Votdetgrunde stehen. Wer stch übet die modernen Erscheinungen im Kunstleben unter­richten will, greift mit Nutzen zu diesen Jahrbüchern.

sstisammenhang mit den weitreichenden Plänen Lloyd Georges, den Wiederanschluß Rußlands an die Welt- Bis

Frage, und man wird gut tun. die englifche Ant­wort auf PoincarSs Erklärung abzuwarte«, ehe man über Englands weiteres Verhalten irgend­welche Schlüsse zieht.

III.

Dr. Wirth und sein Kabinett müffen fich jeden­falls, nachdem alle ihre Liebeserklärungen an die französische Adresse vergebens waren, auf harte Prüfungen gefaht machen. Dor allen Dingen gilt es jetzt, unsere auswärtige Politik und unsere Ent­schädigungsoorschläge so einzustellen, dah sie mit der ganzen internationalen Lage übereinstimmen. Die bisher befolgte Politik der Unterwerfung unter französische Eewaltdrohungen wäre jetzt wie immer die verkehrteste, so sehr sie auch dem Kabinett Wirth im Blute liegt. Wenn nicht alle Anzeichen täu­schen, ist das Kabinett Wirth drauf und dran, ein LeistunG«programm aufzustellen, das Deutschlands Leistungsfähigkeit über steigt, obwohl Dr. Ra- thenau in Cannes erNärt hat, datz, entgegen seiner einstigen Ansicht, Deutschland könne das Verlangte leisten, wenn es nur wolle, a u ch die auf i/2 Eoldmilliarde Bar- und 2Eoldm-ll!arden Sach­leistungen herabgesetzten Forderungen nicht er­füllt werden könnten.

II.

Lloyd George nimmt neuerdinK. ^deut­schen Kreisen eine ähnliche Stellung ein wie ehe­dem Wilson: Man erwartet von ihm alles Heil und ist überzeugt, der gute Erotzpapa Lloyd George j (man sah ihn kürzlich in einer der gelesenften deut-