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1922
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Zweites Blatt.
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H. des fährlichen
allen nach § 5*3« 1
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ausgearbeitet, das aber bisher auf den schärfsten Widerstand der Eisenbahnarbeiter gestoßen ist. In der Hand der Bergarbeiter und der Eisenbahner liegt es heute letzten Endes, die beiden schlimmsten Hemmnisse der deutschen Volkswirtschaft, Kahlennot und Verkehrsnot, zu beseitigen oder Wenigstens erheblich zu mildern. Von der Emficht dieftr Arbeiter!n lcyten und dem aufklärenden Einfluß, den die Gewerkschaften auf sie auszuüben vermögen, hängt die weitere Gestaltung unserer wirt-
der preußischen Verordnung vom solgenbes: •
Phyiwrol zur Vorbeugung <e$en Erkältungen, Hutttn, Heiser
keit, Katarrhe, Rheumatismus, kthias uw. Phynoroi wirkt sofort, oe toneO, bringt trmitnuubenb« etfdthmgBprotmB« pa Iblung n. OtnAbeibg. * ben» bab« Der. aUwueng« 6UJW M t« QnogUftjtnU ■
schastlichen Verhältnisse und damit auch der Lage der gesamten Jndustriearbeiterschaft zu einem großen Teile ab.
©ebrüber Westenwald.
Roman von Lola Stein.
40. Fortsetzung.
Tenn daß es Liebe war, endlich erkannte Liebe, was Dorothea Westenwald die Seine werden ließ, daran kamen dem Manne nicht die leisesten Zweifel.
Daß sie ihm in den Armen ruhte, war ja der Beweis ihrer Liebe. Er dachte so hoch von ihr, so echaben, für sie konnte es keinen anderen Grund geben als den tiefer Zugehörigkeit und reiner Liebe, wenn sie sich einem Manne schenkte.
Und darum fragte er sie nicht nach dem, was ihm Selbstverständlichkeit schien.
Sie hatte nicht lügen wollen. Hatte ihm sagen wollen, daß sie ihn nicht ans Liebe, daß sie ihn aus Vernunft, Hochachtung aus all den vielen Gründen, die so oft zu einer Ehe führen und die weit, weit von Liebe sind, sich zum Gatten erkor. Aber da er nicht fragte nach ihrem Gefühl, da er es für selbstverständlich nahm, da der Rausch seiner Glückseligkeit ihr «eine Zeit zum Dirken, Ueberlegen und Sprechen ließ, so unterblieb das Geständnis, und Dorothea Westenwald ging mit einer ungesprochenen Lüge das Bündnis mit Arno Zerrat ein.
Denn als er sie endlich aus seinen Armen ließ, als er sich wieder soweit gefaßt hatte, daß er neben ihr herschreiten konnte, ihren Arm in dem seinen, fibre geliebte Nähe fühlend, auch da kam sie nicht zum Reden.
„Du," sagte er glühend, „du! Warum hat cs so lange gedauert, bis du erkannt, was für uns beide notwendig und bestimmt ist? Warum mußte ich erst die lauge Trennung und Berge und Meere zwischen uns lege«, bis cs in dir zur Klarheit ward?
Wieviel Schönes haben wir versäumt, Dorothea, wieviel herrliche Stunden sind uns ungenützt entglitten?
Törichtes Mädchen! Tu bist für mich bestimmt worden von der Schöpfung selbst von llrbeginn an. Tm hast es mir nicht erkannt. Ich aber wußte es immer! , ,
Und endlich, endlich hast du auch den richtigen Weg gefunden! Und nun soll eine Glückseligkeit beginnen, wie die Welt sie noch nie gesehen hat. Süße! Stolze? Geliebte! Meine Walküre, die in zwanzig, jährigem Schlafe lag, und die ich erst wachküfsen muß zum Frauentum, zu chrer heiligsten und herrlichsten Bestimmung!"
Als sie sich dem Harvestehuderweg nähreten, bat sie: „Wir wollen vernünftig und ernst miteinander sprechen Arno!"
„Warum?" lachte er. „Da doch die Unvernunft so viel schöner ist?"
Er war jungenhaft übermütig keiner hatte in diesem z'elbttvußten Mann mit den stahlharten Augen und dem Willen von Eisen soviel Jugendüberfchwang, soviel tätige Verträumtheit vermutet.
„Du denkst an dir Deinen, Dorothea? Werde ich ihnen nicht willkommen sein. Geliebtes
„Es liegt so viel zwischen dir und ihnen," mar« melte sie.
Er lachte sorglos. „Du meinst das Geschäftliche? Ach, das sind Kleinigkeiten. Laß mich mit Manfred Westenwald sprechen, und alles tvttb zu unserer beiderseitigen Zufriedenheit geregrll werden."
„Du hast ihm seine alten Kunden genommen, Arno."
„Und « ließ sie sich nchmen," sagte er spöttisch. „Aber sei unbesorgt. Ich gebe sie ihm zurück. Den Leuten da drüben iß cs Meßlich tfld, tum wem sie
kriegszeit. Was den Jnlandsabfatz anbetrifft, fo ’ besteht, wenn es nicht bald zu einer dauernden Besserung unserer -Vrluta kommt, die ernste Gefahr, daß wir eines Tages die nöügen Textilrohstoffe für den Bedarf unseres eigenen Volkes nicht mehr bezahlen können. Das gilt nicht nur für die Textilindustrie, sondern auch für alle anderen Industrien, die auf den Bezug ausländischer Rohstoffe wesentlich angewiesen find.
Eine andere Schwierigkeit für unsere Produktion liegt in dem zunehmenden Kohlenmangel, der sich um so härter fühlbar macht, als die hohen Kohlenpreise ohnehin bereits auf manchen Gebieten absatzhemmend wirken und in jedem Falle einen großen Teil der Schuld an den ungeheuren Preissteigerungen auf dem Warenmärkte tragen. Der Eisenbahnerauc-stand hat die Kohlenlage höchst ungünstig beeinflußt. Im Ruhrgebiet, wo keinerlei Zunahme der Förderungszisfer ftattgcfundcn hat, beginnen sich wieder erhebliche Kohlcnvorräte anzuhäufen, deren Abtransport infolge der Mißstände aus den Eisenbahnen und der Winterruhe in der Flußschisfahrt ins Stocken gekommen ist Die ober- schlesische Kohlenförderung ist zwar ein wenig größer geworden, dafür haben sich die Lieferungsansprüche der Verbündeten, insbesondere an Koks, sehr erheblich gesteigert. Infolge der unzureichenden Kokslieferungen an die deutsche Eisenindustrie ist es nicht möglich gewesen, 15 bis 20 stillgelegte Hochöfen wieder in Gang zu bringen, obwohl die Geschäftslage in der Eisenindustrie das längst erfordert hätte.
Unter der traurigen Verkehrslage auf den deutschen Eisenbahnen hat neben der Kohlenbelieferung der Industrie auch die Stickstoffversorgung der Landwirschaft erheblich gelitten. Obwohl die Produktion völlig ausreichend war, konnte wegen der ungenügenden Wagengestellung nur ein Teil der Aufträge befriedigt werden. Große Mengen von Stickstoffdünger liegen zum Abtransport bereit, und es hängt für die Landwirtschaft und die Volksernährung viel davon ab, daß sie den Verbrauchern noch rechtzeitig zugeführt werden. Leider sind alle Versuche, die Uebel, an denen unsere Wirtschaft leidet, an der Wurzel zu fasten, vergeblich gewesen. Zwecks Erhöhung der Kohlenförderung hat das Reichsarbeitrministerium wieder neue Verhandlungen mit den Bergarbeitern über ein neues Ueberfchichtenabkommen eingele-tet. Zur Vesterung der Verhältniste auf der Eisenbahn bat der Reichsverkehrsminister ein Arbeitszeitgesetz
böube, die zu landwirtschaftlichen Betrieben gehören und im wesentlichen für die in diesem Betriebe tätigen Personen bestimmt sind,
250 v. H. der Gebäudesteuer bei allen nach § 5 tu 2 des Gebäudesteuergesetzes mit 2 v. H. des Gebaude- steuermiM'-"----—s n?,onlagten Gebäude (oder Geben:
2,-() > .. v .t bei den unter a ausge-
nommenen, zu landwirtschaftlichen Betrieben gehörigen Wohngebäuden, deren Gebäudesteuer« nutzungswerte nach Mieivreisen festgestellt worden sind, .
350 v £>. der Gebäud.'stener »ei 6:n unter a ausgenommenen, zu landwirtschaftlichen Betrieben gehörigen Wohngebäuden, deren Gebäudesteuer- nntzungswerte nicht nach Mietpreisen festaestellt worden find."
Es bleibt zu betonen, dass unter Gebäudesteuer die staatlich veranlagten Beträge zu verstehen find, also nickt die Gebäudestenerbeträge, die in den einzelnen Gemeinden tatsächlich erhoben werden. Wenn beispielsweise der sährliche Nutzunyswert eines Wohn- gebäudes der vorstehend unter „a" genannten Gruppe im Jahre 1914 mit 2100 Jl festgefiellt war, betrug die staatlich veranlagte Gebäudesteuer mit 4 v. L>. — .94 M. Mr dieses Gebäude würde die Wohnungsbauobaabe 125 v. £>. = 105 Jl betragen (d. h. ohne den Zuschlag, den die Gemeinde zu erheben hat), töatte dagegen ein Gebäude der Gruppe „b* (Werkstätten, Fabriken usw.) im Jahre 1914. einen Nutzungswert von beispielsweise 300 Jl. so betrug die staatliche Gebäudesteuer mit 2 v. H. — 6 M. Für dieses Gebäude wäre eine Wohnungsbauabgabe von 250 v. H. — 15 Jl 3tt entrichten. In beiden Fällen deckt ft<6 der Betrag der Wohnungsbauabgabe mit dem im Reichsgesetze festgelegten Satze von 5 v. H. des Nutzungswertes (5 v. H. von 2100 „Ä — 105 Jl, 5 v. £>. von 300 M = 15 Jl).
Bei den landwirtschaftlichen Betrieben (Gruppe c und d) stnd nur die Wohn gebäude zur Gebäude- steuer veranlagt. Um nun die gebäude st euer- treten aber zur Förderung des Wohnungsbaues abgabepflichtigen landwirtschaftlichen Nebengebäude (unter Vermeidung einer mit «rosten Kosten verbundenen besonderen Feststellung ihrer Nutzungswerte) mitersassen zu können, find die Sätze für bte Wohngebäude entsprechend höher festgesetzt. Von einer Erläuterung der zwischen den Gebäuden der Gruppe« c und d notwendig gewesenen Unterscheidung müsse« wir abseben, weil dabei eine näHereDeschreibung de» gesetzlich vorgeschriebenen veraulagungstechuischen Verfahrens notwendig wäre, der der Nichtfachmann nicht ohne weiteres folgen kann. Jedenfalls darf aber gesagt werden, dast auch die Heranziehung der Gebäude auf den landwirtschaftlichen Besitzungen zur Wohnungsbauabgabe stch streng im Rahmen der 5 v. H. des Nutzungswertes hält.
Nach dem Reichsgesetz ist Ab g ab e fch uld n er, wer zum Gebrauche des Gebäudes oder Gebäudeteil» berechtigt ist. Um die Veranlagung und die Einziehung der Abgabe nach Möglichkeit zu vereinfachen, wird die Abgabe von dem Eigentümer der Gebäude erhoben, der die auf die vermieteten Teile entfallenden Abgabebeträge von den Mietern einfordem kann. In der letzten Stadtverordneienfltzung war ein Redner der Meinung, dast diese neue Abgabe Reibungen zwischen den Hausbesitzern und den Mietern zur Folge haben wird. Man sollte in dieser Hinsicht nicht gleich so schwarz sehen. Leider hat die Zwangsbewirtschaftung der Wohnungeit vielfach natürliche Verärgerung zur Folge gehabt und Vermieter und Mieter ent* fremdet. Es macht sich aber immer mehr die gesunde Einficht geltend, dast unter den Folgen des z. Z. noch als notwendiges Uebel hinzunehmenden Zwange» beide Teile schwer zu leiden haben und dast es vernünftiger und richtiger gehandelt ist, wenn man stch gegenseitig mit dem Ziel der Verständigung gegenüber-
Gelbe gewacht. Und wenn mir dein Kap'tal auH iederzeit sehr willkommen wäre für mein Geschäft, so werbe ich ihm doch keinen Gedanken gönnen und nie daraus warten. Wenn du es mir bringen kannF und es mir anvertranen willfh so werde ich es dir danken, wenn nichlh so nritb es auch so weitergehen, wie es bisher gegangen - ist."
Sie atmete auf. „Du bist sehr großzügig, Arno. In Gelddingen und überhaupt im geschäsllichen Leben. Auch an den neuerworbenen Kunden liegt dir nicht?"
„Ich werde mir neue verschaffen. Ein fixer Kerl, der feinen Geist und seine Arme zu regen versteht, kann sein Geschäft stets vergrößern auch ohne neue flüssige Mittel. Das merk dir, Kind. Ich bin niemals bange um mein Fortkommen uuo um die Vergrößerung meines Hauses. Und um dich zu gewinnen, Dorothea, hätte ich ganz andere Opfer gebracht, als ein paar Kunden wieder herzugeben, die ich noch nicht einmal lange besitze. '
Aber in welches Gespräch haben wir uns tirrirrt? Meine sckwne Walküre, meine stolze Königin spricht von Handel und Geld, von Kunden und Gesckält»- beziehungen? Still davon jetzt. Schluß mit diese» Thema.
a) 125 v. L>. der Gebäudesteuer bei des Gebäudesteuergesetzes zu 4 v. H. deS Gebäude- steuernutzungSwerts veranlagten Gebäuden (oder Gebäudetetlen) mit Ausnahme derjenigen Wohnge-
Mavburg
SoniuW, den 7. Sannat
Hart»«,.
kaufen, wenn sie nur das Richtige bekommen. Und ich hin ja nun durch dich so reich, ich bin in Geberlaune heute und morgen und immer! Das Hans Wrstenwald mag seinen alten Kunden unbestellte Waren senden, ich bürge dafür, daß sie sie abnehmen werden. Bist du r.rn zufrieden. Geliebte?"
Sie lächelte. So leicht, so spielend hatte sie sich ih.-m Sieg nicht gedacht. Gebr. Westenwald würden aufatmen, sich wieder regen, bewegen können. Das alte Haus würde neuen, besieren Zeiten entgegen» gehen. So brachte sie chr Opfer nicht umsonst.
„Ich muß dir noch etwas sagen, Arno!"
„Noch «was, und se ernst?"
„Es ist auch ernst. Du führst an mir ein armes MDchen h-im. Wenigste»» vorläufig. Mein Kapital liegt fest i« der Firma, und sie ist heute und morgen nicht in der Lage, eS mir auszuzahlen. Höchstens aus die Musen kann ich für die nächsten Jahre rechnen, auf da» Kapital vorläufig nicht."
„Steht e» so ernst um das alte §<ni8?" fragte er sichtlich erstaunt. Das hatte er nicht gedacht. Er hatte Mansr» Westenwald wohl treffen und verwunden wollen, aber daß die Firma Gebr. Wetzen» wald um chr Leben rang, ahnte er nicht.
„Du hättest sicherlich das Kapital gut gebranchen können, ärrw?" <
„Ich will dich," sagte er und drückte chren Arm fester an sich. „Dich, habe ich immer gewollt! Alles andere kommt erst in zweiter Linie. Sieh, Kind, ich bin nicht so töricht, bit^ der Kaufmannstochter, ich bin nicht so töricht, dir heute zu sagen: ich pfeife auf Geld. Eir Kaufmann kann immer Geld gebrauchen, er darf und er kann es nie verachten, denn es ist ihm stets nötig. Aber ich habe mich, trotzdem ich ei» Kaufmann bin, «jemals abhängig VA»
.Der Zuschlag beträgt 5 b.
Rutzunaswertes. Dementsprechend werden erhoben:
Amtliche« Vechündigungsblaü des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
Pteuhen hat den zweiten Weg gewählt. Indem es nach der Verordnung vorn 22. 11- 21 Zu- her staatlich veranlagten Gebäudesteuer erhebt. Diese Lösung kann im allgemeinen als eine glückliche bezeichnet werden, denn es werden einerseits ganz enorme Veransagunaskosten erspart, während andererseits die ans den Zuschlägen sich ergebende Abgabe stch ziemlich gut mit dem Betrage deckt, der sich ergeben könne. Die Abagbevftich'iaen werden das be- stäftgen, wenn ste demnächst nach dem Empfang der Zahlungsaufforderung eine Proberechnung ans geführt haben. In Uebereinftimnntna mit den Besonderheiten der staatlichen GebättdeNeuerveronlaauna sinh die Zn- schläae verschieden hoch. So bestimmt der Artikel 2 22. 11. 21 wörtlich
MMMW MAnMM.
Pon unterem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.
Das neue Jahr hat mit einer neuen Haussebewegung an den deutschen Börsen begonnen. Bereits die letzten Tage des alten Jahres hatten erkennen lasten, daß die Zeit des Rückgangs und des Stillstandes der Kursbewegung wieder einmal vorüber ist. Man Beurteilt heute die Aussichten der Verhandlungen in Cannes viel zurückhaltender und pestimistischer als in den letzten Wochen. Das gilt keineswegs etwa nur für die deutschen Finanz- »nd Wirlschaftskreise, sondern auch im Ausland hat die Mark wieder langsam eine rückläufige Be- roeffur - abgetreten. Man ist also auch dort in den Reihen, der Finanzsachverständigen, die besonders in England und Amerika keineswegs immer mit den piiitifd) leitenden Kreisen einer Meinung sind, der lleberzeugung, daß zu einer dauernden Besserung der Mark doch ganz andere, Deutschland entlastende Maßnahmen notwendig stnd, als sie voraussichtlich Lloyd George in Cannes den Franzosen wird überbringen können. Die Aussicht auf eine Beteiligung an der zukünftigen Ausbeutung Rußlands ist Zukunftsmusik. Die Verwirklichung dieses Lieblingsplanes Lloyd Georgs ist noch von so vielen Wenns und Abers abhängig, daß daraufhin kein Finanzmann ein günstigeres Urteil über die deutsche Kreditfähigkeit abzugeben geneigt sein wird.
Die gegenwärtige Äufwärtsbewegung der Auslandsdevisen — der Dollar hat bereits wieder den Kurs von 200 überschritten — stützt sich vor allem auf die Ungewißheit, ob Deutschland bis zu den - Verfalltagen die halbe Eoldmilliarde für die Januar- und Februarzahlungen wird aufbringen können. Solange diese Frage nicht gelöst ist, muß mit einem Andauern der Markbaisse gerechnet werden. Im Eeschäftsleben wird voraussichtlich der Stillstand, der durch die Wendung der Konjunktur im Dezember verursacht wurde, sehr bald wieder einer Belebung Platz machen, zumal die Preise noch immer auf allen Gebieten im Steigen begriffen find. Die Frage ist nur, wie lange die deutsche Industrie beim Anhalten des jetzigen Markkursss oder gar im Falle weiter schreitender Markent- wertung noch in der Lage sein wird, sich mit Rohstoffen einzudecken, ohne auf den internationalen
Märkten konkurrenzunfähig zu werden und den Inlandsmarkt durch Preise, die die Kaufkraft des Publikums übersteigen, zu schwächen. Der deutsche Vaumwoltverbrauch z. B. ist im letzten Jahr wiederum auf das Zweieinhalbfache gegenüber 1900 gestiegen. Ebenso hat die Wolleinfuhr sehr erheblich zugenommen. Der deutsche Woll- verbrauch betrug im letzten Jahre bereits wieder 80 bis 80 Prozent des Verbrauchs in der Vor-
«nxeiaennret« beträat für die 9 aejp. Zette ober bereit Raum 60 Pfg. für ben Milli- wter amdite -nb ausroärtiae 80 Pfg. Ändere Spaltenbreiten na* ennpre*enber Berechnung. Spät etnlaufenbe ober den Raum übet ll, Seite einnehmende Lu. -einen änd wir beredrtiqt, nach bet lertioaltenbreite ju legen unb ,u ^-rechnen. Soaen «eflamen bereMen mir die Lol.-Zette mit 6.00 Mk. Jeder Rabatt atlt als Sarrabatt Bei Auskunft durch die tiieicbäftsitelle unb Bermtttlunn der Angebote 1 Mk. Sonbergebüht.
Tie JDberbelMthe Zeitun ' erfcheint |e*»mal wöchentlich. — Be,ngspret, monatl d> obne'Zustellung 8.50 Mk, durch die Poft 9.50 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streiks ober elementarer Sreigniiie kein Sria?. — Verlag von Dr. L.k>i»erotd. Druck der Unfv^Buchdruckerei von 3ob. Aua. Koch, »ar’t 21 23 — ^etnirretbe: 56, PofOcheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. «ain.
Von Katastersekretär Krebsbach-Marburg.
Wenn über den Charakter der Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaus (abgekürzt „Wohnungsbauabgabe" genannt) noch mancherlei Utv Garheiten bestehen, so ifi das leicht verständlich. Richt nur die Art der Ausführung des vom Reichstage be- scblofienen Gesetzes (vom 26. 6. 21, R. G. Bl. S. 773). sondern auch das Verfahren bei der Veranlagung und Erhebung der Abgabe weichen von dem ab. was uns als Steuerzahler bisher über Tinge der gedachten 9(rt so nach und nach geläusig geworden tft. Eine übersichtliche Darstellung der wichtigsten Umstände, die für den Abgabeschuldner von Jnteresie sind, dürste bauer willkommen fein.
Durch das vorerwähnte Reichsgesetz (§ 1) find die Sünder verpflichtet worden, zur Förderung der Wob- nungsbeschaffung und der Siedlung ftlr die Rech- nungsiabre 1921 bis 1941 eine Abgabe von ben Nutzungsberechtigten solcher Gebäude zu erheben, v l e vor dem 1. Juli 1918 f er t i g g est e 111 ft n d Die Abgabe tft (nach § 5) auf fünf vom hundert deS Nutzungswertes festgefetzt, wobei der Nutzungkwen (Mietwert) der Gebäude oder Gebäudeteile nach dem Staude vom 1. Juli 1914 zugrunde zu lenen ist. Da aber au herb em (§ 6) bte Gemeinden verpflichtet sind, neben bet vom Sanbe erhobenen Abgabe (gleichfalls für Zwecke der WobnungSbeschaf Inna) Zuschläge von fünf vom Hundert beS Nutzungswertes zu erheben, so beträgt die Abgabe im ganzen 10 vom Hundert des Nutzungswertes. Eine Abweichung von -diesem Satz finber wir nur dort wo bte Gemeinden von der Bestimmung in § 6 Gebrauch gemacht haben, wonach mit Zustimmung bet obersten Landesbehörbe von bet Erhebung bet Zuschläge ganz ober teilweise abgesehen ober bet Hun- dertsatz erhöbt werben kann.
Das Reichsgesetz hat es den Säubern freigcstellt, ob ste bte Abgabe in bet votstehenb abgeaebenen Form veranlagen ober Zuschläge ,'i bereits bestehenben ober neu einzuführenden Steuern von bebauten Grundstücken erheben. Bet bet Erhebung derartiger Zuschläge verlangt bas Gesetz, das, sie annähernd ben- feiben Ertrag liefern müssen, tote et sich bet her Berechnung der Abgabe nach dem Nutzungswert ergeben würbe.