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57. W

Slt. 6

Ti«DberbelitW Beitun -" er|d>eint lecksmal wöchentlich. Seiugsniets monatlich ohne Zustellung 8.50 Mk, durch die Post 9.50 Ml. Mr ausfallende Wummern infolge Streits ooer elementarer Ereigniste kein Ermg. Nerlaq von Tt. L. 5>i«erotd. Truck der Univ.-Buchdruckerei von Jod. Aua. Koch, Mar't 2123 lliernivrecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 »mt stsrankiurt o. Main.

Akmiiche- Veftündigungsbkart des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhefsifchs) Oberhessen

Marburg

Sonnaöenb, len 7. Javm Serie«!.

Der Unteigenoeeie veträa» für die 9 gein. Zeile oder deren 'Reue 60 Big. Mr ben Wtfli« Meter, amtlich' und auswärtiae 80 Pig. Ändere epaltenbreU« Wk

Berechnung. SvSt einlaufende oder den Raum uder 'I, Sette einnebmenbe «*» leinen Rn» wir berechtigt nach der Tertlpaltenbrerte ,u kgen und ,u berechnen. So"«,. Reklamen Rechnen wir die Tol^Zeile mit 6.00 «t Zeder Rabatt gilt al. Barrabatt Bei Auskunft durch die cheichäitsnelle nnb Vermittlung »er Ange­bote 1 Mk. Sonbetgebübt.

b___ .

Erstes Blatt.

: StfttvJNffliL

|$ie Parlamentspause. Das Wirtschaftlich«. Hannes. Lloyd Georges Partergrundung-pläne

und Wahlparole.

I.

Die Pause in den Parlamentstagungen hat Äußerlich eine politisch-ruhige Atmosphäre zur !Folge. Es wird nicht geredet ein sehr wohl- 'tuenber und ersprießlicher Zustand. Dennoch iit ,uon Ruhe im Sinne der Erreichung gewisser Ziele !»nd Verhältnisse naturgemäß keine Rede in unse­rem Zeitalter der Gärung und des Ungewißen. Man braucht nur einiges zu nennen: Eisenbahner­ausstand, der Streit um Eisenbahn und Post, die neue Teuerungsaktion der Beamten, Angestellten und Arbeiter, die überal? vorhandene Finanznot, um zu wißen, welchW-Fülle von schwierigen Fra­gen auf Lösung wartet, von Fragen, die sämtlich finanziell-wirtschaftlicher Natur sind, da die Gegen­wart ja nahezu ganz von solchen ausgefüllt ist. Das Wirtschaftliche herrscht, das rein Politische jnnd Ideelle ist in den Hintergrund gedrängt. Kürz­lich schrieb dieDeutsche Allgt Ztg":Erziehung »des Volkes zum wirtschaftlichen, zum national- 'wirkichaftlichen, zum weltwirtschaftlichen Denken ifst die beste Politisierung. Der Prozeß ist ;m Gange: Die Wissenschaft der Volkswirtschaft, noch ,pot einem Menschenalter im Volke kaum dein iNamen nach bekannt, beginnt sich zu popularisieren. IlLber Valuta spricht heute jeder mit Sachkenntnis, !der dies Wort noch vor 10 Jahren für einen !fchönen Mädchennamen gehalten hätte. Die wirt­schaftlichen Kenntniße zu vertiefen, die wirtschaft­lichen Fähigkeiten zu schulen, ist die Aufgabe." Dem ist gewiß zuzustimmen. Aber die Erziehung und Schulung zum Wirtschaftlichen darf nicht so weit gehen, daß alles andere dagegen zum Neben­sächlichen herabgedrückt wirdt. Das Wirtschaftlich»- ist nicht Alles, so große Bedeutung ihm gerade jetzt zukommt, und weite Kreise des deutschen Vol­kes gerade mit die wertvollsten werden dem b"-pflich^en. was zu jener Aeußerung derDeut­schen Allgem. Ztg." der Reichstagsabgeordn >te Wolle geschrieben Hal. Hier ein Auszug:Stolz meint der Artikelschreiber, wie wundervoll es se', daß beete feder mit Sachkenntnis über die Valuta sprechen könne; mir erscheint es wesentlich wich­tiger, wenn jeder Deutsche heute mit Sachkennt­nis von nationaler Freiheit und Ehre sprechen würde.Kaufmannsregierung", sagt Treitschke,ist immer die schlechteste aller Regierun­gen gewesen." (W. führt Karthago und die ost- indiiche Kompagnie an.) Wirtschaftliche Gesichts­punkte haben nach dem 9. November die verschiede­nen Regierungen geleitet, darum unterzeichnete man jedes Ultimatum, mit dem Erfolg, daß wir heute vor dem Bankerott stehen. Wenn in unserem deutschen Volke das Wirtschaftliche das Ausschlag­gebende ist und bleibt, dann kommen wir viel­leicht dahin, wohin Holland durch seine Kauf- 'mannsregierungen gekommen war, nämlich daß ^wir in vollständiger Abhängigkeit von den übrigen igroßen Mächten froh sein dürfen, wenn wir Han- I bei treiben können. Unsere nationale Unabhängig- ;feit aber haben wir dann endgültig verloren. Schließlich führt jede nationale Abhängigkeit da­hin, daß auch das Wirtschaftsleben erkrankt, denn nur politisch unabhängige Völker können sich >ben Luxus einer großen Industrie leisten."

! n.

Die Staatsmänner der Verbündeten sind ht Cannes vereinigt, um abermals, leider nicht zum letzten Mal, über Deutschlands Schicksal zu entschei­den. A'.s nach der verhängnisvollen Unterzeich­nung oes Friedensvertrages von Versailles zum ersten Mal eine Konferenz zusammentrat, um sich mit den Fragen zu beschäftigen, die äus den Durschland aufgezwungenen Verpflichtungen ent­standen sind, sah man der Zusammenkunft mit gro­ßen Hoffnungen entgegen. In der Tatsache, daß zum ersten Mal sich die Vertreter der früher feind- luben Mächte und Deutschlands als gleichberechtigt an den Konferenztisch setzen würden, erblickte man darin bereits hoffnungsfreudigen Gemütes ein schönes Zeichen naher Eintracht und Völkerverföh- nung. Die Enttäuschung, die Spaa brachte, war groß, aber doch nicht groß genug, um abermals vor bei Konferenz von London neue Hoffnungen und Wunsche in deutschen Herzen aufkeimen zu laßen. Und abermals kam die Enttäuschung in Gestalt des verhängnisvollen Mltixafums von London. Als

es sich um Annahme oder Ablehnung diese» Ulti­matums handelte, gab es wiederum genug hoff­nungsfrohe und vertrauensvolle Gemüter, die da annahmen, wenn wir jetzt wirklich unseren guten Willen zur Erfüllung bewiesen, dann würde bin­nen kurzem alles gut und schön sein Lor allen Dingen würde, wenn wir unseren guten Willen be­wiesen hätten, die Erhaltung Oberschlesiens bei Deutschland als etwas Eelbstverstänbl ches betrach­tet werde,, dürfen. Unseren guten W'llen haben wir bewiesen, bis über die Grenze hinaus, die da­mals der Reichskanzler selbst und die Befürworter der Annahme des Ultimatums angaben nämlich über die Grenze unserer Leistungsfähigkeit hinaus. Daß wir die erste Eoldmilliarde binnen wenigen Monaten roll bezahlt haben, hat unsere Leistungs- ähigkeit weit überstiegen, wie der furchtbare Sturz der deutschen Währung mit unheimlich klarer Deut­lichkeit uns zeigt. Was hat es genutzt? Ober- schlesien ist trotzdem verloren, und die Fran­zosen rüsten sich, ihre Forderungen auf volle Ein­haltung unserer ZahkungsverpflichtungeU oder Be­willigung neuerGarantien" in Tannes durchzu- setzen.

Es dürfte sich bei den Besprechungen an der Riviera um ein Aufrollen aller heute die Welt bewegenden Fragen handeln, und da wird schließ­lich ein großes Feilschen vonstatten gehen, deßen Ausgang niemand voraussagen kann. Wie immer in der Weltgeschichte, tragen die Starken ihre Gegensätze auf dem Rücken des Schwachen au», und Deutschland ist heute neben Oesterreich der Schwächste. Es liegt also die Eefcchr unge­heuer nahe, daß auch diesmal wieder ein vor­läufiges Abkommen getroffen wird, deßen Kosten wir zu bezahlen haben werden, unb ba wirft ein seltsames Vorkommnis ein merkwürdiges Licht auf das, was sich vorzubereiten scheint. Der in ge­wißen deutschen Kreisen herrschende Optimismus stützte sich auf die Rolle, die Dr. Walter R a t h e - n a u als eine Art inoffizieller Vertreter der deut­schen Regierung in Paris und London gespielt hat. Es ist wieder mit besonderem Stolz von jenen Kreisen versichert worden, daß Dr. Rathenau sich sowohl in der französischen wie in der englischen Hauptstadt auf besondere Einladung der maß­gebenden Persönlichkeiten aufgehalten und an den Verhandlungen teilgenommen hat. Es galt als ganz selbstverständlich, daß er auch nach Cannes gehen und in gleicher Eigenschaft dort die Früchte seiner Gewandtheit und Geschicklichkeit für uns in die Scheuern bringen würde. Und nun heißt es plötzlich, daß zum mindesten seine Reise nach Can­nes fraglich geworden ist. Wenn das zutrifft, bann kann es keine andere Erklärung geben, als daß Dr. Rathenau den Wink bekommen hat, feine Anwesenheit in Cannes sei nicht erwünscht. Das wäre unter oen obwaltenden Umständen N'cht nur eine Ohrfeige für Dr. Rathenau und die deutsche Reichsregierung selbst, sondern auch -in Anzeichen dafür, daß sich in den Vorbesprechungen zwischen Briand und Lloyd George bereits eine Verständi­gung hinter unserem Rücken angebahnt habe. Die nächsten Tage schon werden die notwendige Auf­klärung bringen müßen, und dann werden wir >eben, wie die Dinge in- Wirklichkeit stehen. Auch daraus läßt sich schließen, daß für irgendwelchen übertriebenen Optimismus kein Grund vorhan­den ist.

HL

Es wird bestätigt, daß Lloyd George beabsich­tigt, nach Beendigung der Beratung von Cannes dem König die Auflösung des Parlaments vorzu­schlagen und dann die N e u w a h l e n für den Monat Februar auszuschreiben. Das würde be­deuten, daß Lloyd George seiner Stellung in Eng­land und des Ergebnißes der Wahlen völlig sicher ist. Run wird weiter gemeldet, daß der britische Premierminister beabsichtige, als Wahlparole die Beseitigung der Arbeitslosennot auszugeben und damit eine neue Partei zu begründen. Ob es Lloyd George gelingen wird, durch eine neue Par­tei die seit vielen Jahren bestehenden beiden Hauprparteien der Liberalen und der Konserva­tiven yu beseitigen, dürfte ftaglich sein. Der Versuch ist schon oft gemacht worden, bisher aber noch nie geglückt, der konservative Sinn des Engländers hält mit großer Zähigkeit an äußeren Formen fest, auch wenn längst der ursprüngliche Kern umgewandelt worden ist. Es bestehen in England neben den Konservativen und den Liberalen die Unionisten, 'die Arbeiterpartei mit verschiedenen Schattierun­gen, die Iren und andere Absplitterungen. In diesem Sinne haben die recht, die sagen, auch in England sei die Zeit vorbei, da immer von zwei Parteien die eine die andere in der Regierung ab­löste. Etwas anderes aber tit.es, ob nun eine neu-

gegrundete Partei die Zügel der Regierung in die Hände bekam nen wird. Freilich. Lloyd George ist ein so ungemein gewandter Politiker, daß das auch ihm zuzutrauen wäre.

Von größerer Bedeutung für Deutschland ist di« angeführte Wahlparole. Auf den ersten Blick scheint das nur eine innerpolitische, fokale Ange­legenheit Englands zu sein. Es steckt aber weit mehr dahinter. Lloyd George ist, wenn man zu» verläßigen Berichten aus London glauben darf, der Ueberzeugung, daß die gerade in England und Amerika besonders große Zahl der Arbeitslosen -auf die wirtschaftlichen Zustände in Mittel- und Cfhutspa zurückzuführen ist. Die beiden angel, iäch^chen Länder ersticken in Rohstoffen und Fabri» tat. n. die st« nicht absetzen können, weil Mittel»

SrärtHm dnnmMeu MR-MW

Pari». 6 Jan. lieber die erste Sitzung deS Obersten R.rt«S, die heute Bormittag 11 Nhr begonnen hat unb um 1 Uhr 15 Nachmittag zu Ende ging, wird folgender offizielle Bericht veröffentlicht:

Die erste Sitzung der berfrünbtfen Mächte hat im Nautischen Klub nm 11 Uhr vormittags unter dem Vorsitz M Ministerpräsidenten Briand start, gtfunbm Nachdem der Ministerpräsident die Ele­gierten begrüßt hatte, hat auf feine Aufforderung Llchd George seine Ansicht über dir allgemeine Wirtschaftslage Europas auseinandergesetzt unb ge­wisse Vorschläge formuliert. Tie Führer der verschie. denen Delegationen Haden ihre grundsStzliche Zn- stimmung zn diesen Vorschlägen ausgesprochen, die dem Ausschuß unterbreitet wurden, der heute Vormittag 3'Ubr yifammentritt und gebildet wird aus den Nftnisterpräsid-nten und den Ministern für die aus­wärtigen Ang'legenheiten. Andererseits ist entschieden potben, daß die Finanzminister sich zn einer noch ipäier frstzusetzenden Stunde vereinigen sollen, um den Bericht der Sachverständigen zu prüfen, die sich bi» jetzt mit der EnischLigungsfrage beschäftigt haben

Wie der Sonderberichterstatter der Havas-Age.atur meidet, ist im Laufe der ersten Sitzung, nadfbem Lloyd George die Wirtschaftslage in Europa geschildert unb die Notwendigkeit der Wiederherstellung des normalen vandclsaustausthes begründet hatte, von der Ent­schließung Kenntnis gegeben worden, die Ende voriger SAoche der Sachverß ändigenausschuß in Paris an» genommen Hal. Dieser Entwurf sei in großen Zügen gutgeheißen worden. Infolgedessen werde in kürzester Frist eine internationale Konferenz zu» fammentreten, zu der die interalliierten Hauptmächte sowie Deutschland und Rußland eingelaben werden sollen. Für Rußland wurden jedoch einige Bedingungen festgesetzt. Die an seine Zulassung geknüpft werden sollen. '

$in? ietmiiWt MWürlMkM-

Pari», 6. Jan. Der Sonoerherichterstatter der Havasagentur meldet aus Cannes: Im Saufe der Unter­haltung. die gestern zwischen Briand unb Lloyd Georae stattgesunden habe, habe man sich geeinigt über die Bedingungen, unter denen sich der Oberste Rat heute mit der Einberufung einer internationalen W i rt» schaftskonferenr zu beschäftigen haben werde. Sie hätten da» Programm beschränkt, von dem formell alle Fragen ausgeschattet toiiroen, die einen politischen Charakter tragen. Di- Aufgabe dieser Konferenz ist mithin ausschließlich wirtschaftlicher und sinarrzieller Art. Sie habe sich zu beschäftigen mit der Verbesserung der Wechsel­kurse, mit der Wiederaufnahme der Sanbelsbeziehungen. mit einem Wort, sie soll mehr Stetigkeit und Regel- Mäßigkeit auf dem Weltmarkt bewirken. Es sei wahr­scheinlich, daß Deutschland zu dieser Konferenz eingelaben werde, außerdem auch Rußland, ohne daß die letztere Einladung die Anerkennung der Sowietregierung be­deute. Lloyd George, der auf den Gedanken dieser Wirt- ichaftskonseren; zurückgckommen sei, bleibt dabei, sie sei das beste Mettel, bie meisten der ans dem Kriege geborenen Schwierigkeiten zu lösen.

Paris, 6. Jan. Wie der Sonderberichterstatter der Agentur Savas aus Cannes meldet, wies Lloyd George heute in seiner Rede mit großem Nachdruck darauf hin, daß daS Schicksal aller Völker Europas. insbesondere im Hinblick auf Rußland, untereinander verknüpft sei. Er halte es für unbestreitbar, daß die wirtschaftliche Lage Rußlands bie der ganzen Welt, besonders aber die Deutschlands beeinflusse. Er habe besonders betont, daß bie wirtschaftliche Lage Deutschlands sich ver­bessern werde, wenn die Handelsbeziehungen mit Rußland wieder ausgenommen werden könnten. Unter diesen Umständen habe auch Frankreich ein Interesse ytn der Wiederhersteklüng her Beziehungen, ba sie eine Besserung der deutschen Zahlungsfähigkeit zur Folge haben würden. Lloyd George habe ferner erklärt, es .. aber lelbstaerstLadlüb,- bai-teste. Süjl» Leia iitu

eurora mit Deutschland als maßgebendem Faktor unb Rußland al* Absatzmärkte so gut wie voll, ständig ausfallen, England und Amerika müsse« bestrebt sein, Me Kaufkraft der Bevölkerung in Mittel- und Osteuropa wieder zu heben, indem man ihre Finanzen unb ihre Währungsverhältnisie in Ordnung bringt. Vorbedingung dafür ist eine langsame Steigerung der Mark und die Anbahnung des Wiederaufbaus Rußlands. Diese beiden Fra­gen stehen in innigem Zusammenhang miteinander, und sie sollen vor allen Dingen in Cannes be» sprachen werden. Wenn allo Lloyd George zum Leitgedanken seines Wahlkampfs die Beseitigung der Arbeitslosennot machen will, muß er in Can­nes darauf bedacht sein, Ergebnisie zu erzielen, mit denen er seinen Wahlfeldzug führen kann.

von bet ©owjetregierung verlangt werben müßten Di» Hauvtbedingung fei die Anerkennung bet russischen Vvrt- kriegsschllDen.

Paris, 6. Ion. Der Sonderberichterstatter ba SavaSagentur berichtet: Nach den von den betriebenen Delegationen erhaltenen Auskünften steht der von Lloyd George vorgelegte Text über bie Einberufung etnet internationalen Wirtschastsllnferen, die Zusammenarbeit aller europäischen Mächte einschließlich Deuffchl-nidS unb Rußlands vor. Die Konferenz sei für Februar ober -Anfang März geplant. Um den Beschlüssen, bie gefaßt werden sotten, den stärksten Grab von Autorität z« geben, wäre es wünschenswert, daß die Premierminister jeher Nation ihr beiwohnen könnten. Die Konseren» olle bie Mittel suchen, bie geeignet erscheinen, nm bi* Wiederaufnahme des internationalen Sandeis in Eurov» unb bie Entwickelung ba Sllfsauellen artet 2anbei sichaznstetten. Um dieses Ziel zu erreichen, fei eine gewiss« Anstrengung der stärksten Mächte notwendig, unb biefe Anstrengung müsse sich erstrecken auf bie Unter­drückung der Hindernisse polittscher Art. bie ben Sandet beeinflußten. Sie müsse sich ferner erstrecken auf di, Anerkennung von Krediten an bie schwächeren Staaten. Gewisse grundlegend« Garantien seien für bie Niall» fiernng dieser Anstrengung unerläßlich. Sie. icrtte» iedvch die Souveränität keiner Nation beeinträchtigen. U.a. wird bie Sicherstellung der öffentlichen Schulde» und ba Verpflichtungen für die Vergangenheit ano bie Zukunft verlangt. Ferner verlangt Lloyd George, bat Schadenersatz für die Komis,ieruug unb Seaueftrier-iu, des Privateigentums geleistet werde. Weiter ist hervor» zuheben, baß alle Länder verpflichtet fein müllen, fi* jeder Propaganda über btt volittfche Ordnung mti) ba« politische System in ben anderen Ländern zu enthalten.' Ebenso sotten alle Lända sich verpflichten, feinen ihr« Nachbarn aumgreifen.

Can ne s, 7. Jan. (Havas.) Di« internationale Wirtschaftskonferenz wirb in ba ersten Hälfte bei Monats März in Italien, wahrscheinlich in Genna, abgehalten werben. Amerika wirb zur Teilnahme ein» geloben werben, ebenso Rußland, letzteres unter be» in ba Entschließung angegebenen Bedingungen.

In eiiM'srmzWr

L 0 ilr> on, 6. Jan. DiebritischenBedingun» gen für das von Frankreich gewünschte Bündnis werde« nach einer Mitteilung sein: Eine teilweise Abrüstung des französischen Sceres unb vollkommene Abrüstung der französischen Flotte einschließlich bet Abschaffung der U-Boote. England werde vielleicht auch die Räumung des linken Rheiunfers durch die Berbündet-n fordern, fernes die Mitwirkung bei der Wiederherstellung Rußlands, finanzielle Unterstützung Deutschlands und Verminde­rung ba beutschen Zahlungen sowie der festgesetzte«. Pensionen. ,

Die bisherigen Bericht« da englischen Blätter au8 Canne» lauten keineswegs sehr zuversichtlich. Da Son- derberichterstatta desDallv Chrvniclt" in Kanne! schreibt. Englands Stellung sei bi« traditionelle: keinerlei. Exklusivbündnis, dafür aber vollste Garantie gegen eine» Angriff. Die Schwierigkeit Englands sei bie. daß «1 nicht riskiere, auf Deutschland so zu drücken, wie e« eigentlich verdien«, ba es die politischen Folgen fürchte. Der etroaiae Zusammenbruch Teullchlands tofirbe eine Katastrophe für bie Zivilisation bebeuteu. Der englische Vorschlag sei, zuerst eine Teilstundun« nach Bezahlung von 30 Millionen Pfund Sterling bur<t Deutschland unb ferner volle Anerkennung be« Wies­badener Abkommens. Wenn Frankreich ein solch«! UcbemnfomTntn als Grundlage Tier Regelung der Be­zahlung annehmen würde, so könne ein Weg zu Ab- machungen gefunden werden, der für Frankreich vorteil­haft fei.

Daily Telegraph" zufolge habe Frankreich all B e b i n g u n g e n für bie Zustimmung zur Verminderung bezw. Aufschub der deutschen Zahlungen für 1922 des» laugt, daß die deutschen Zahlungen in Waren an Frank- reich erhöht werden sollten auf l1/* Milliarde Gokd- mark für dieses Jahr unb aus l1/* Milliarden Gold» mark für bas folgenbe Jahr.

In einem »Kritische lagt für bie »Entente- übe»» fafcjjtbeaai 9in5nn lagt -Dalia Ehrorllrte^» tat

Die erste Sitzung in Cannes.