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MnMches Verlundigungsblatt des Kreises Marbmg. *

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

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Nr. 2

DieObetbclfiftbe Zeitun " ecj*etnt je»swt«l<6entlt*. Sejugspteis monatlich ohne Zustellung 8.5» Sif, durch »ie Post 9.5« Mk. fiiit ausfallende Nummern infolge Streiks »der elementarer Ereigniste kein Tri«». Verlag van Dr. T. Hiperath. Druck der llnio^Buchdruckerei Jod. la«. Äo6, Markt 21 23 Fernsprecher 55, Vastfcheckkouta: Nr. 5015 Iwt Fr an klart a. Mai».

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Marburg

Wag, h»n 3. oMU -

Härtung.

Der Anzeigeuueeis beträft für die t «efp. Zeile »der deren Raum 60 Pfg. für den Milli­meter, amtlich« und aeswirtige 8» Pfg. Ändere Spaltenbreiten nach entfpretberber Berechnung. Spät eialaufend« »der den iXaent über */e Seite einnebmende Hin« zeigen Rn» mir berechtigt, nach der lertfpaltenbreite ju fetzen und zu berechnen. Sogen. SeHeeew berechne« wir die kol.-Zeil« mit 6.00 Mk. Jeder Rabatt gilt als Larrabatt. Lei A»,k»»ft durch die Geichäftsitelle ne» Vermittlung der Ange­bote 1 WL Sondergebüdr.

57. »8.

1922

Sei Gnie de; 6W*t-2h»Ws.

Berlin, 2. Ja«. Nach Mitteilung der Eisen­bahndirektion besserte sich die Betriebst a*e im Laufe deS Nachmittags durchweg. Seit 2 Uhr nachmittags frtabe fast überall die Arbeit wieder ausgenommen. Der Ferupersonenverkchr wurde planmäßig durch^ie- fvhtt. Stadt- und Ringbahnverkehr sind noch un- 5g<ic ästig, besserten sich aber gegen Abend. Der Wteezugverkehr findet wieder in planmäßigem Um« fa«gc statt. Arbeitswillige wurden in diesen Tagen vielfach von' Ausständigen an der Arbeit gehindert. Zu erheblichen Ausschreitungen ist es nur ticr bijett geffttmen. Don Dienstag an darf wieder überall mit regelmäßigem Zngverkehr gerechnet tverden.

Köln, 2. Jan. Im EisenbahndirrktionSbezirk AR» ist die Arbeit heute Morgen verabredxngsgemäß »ied« ausgenommen worden.

Breslau, 2. Jan. Der EisenbatztRranSstand ist heute Nachmittag abgebrochen worden. Die Eisen- kahudirektion hofft, bri abends 10 Uhr den vollen Betrieb sowohl im Güter- wie im Personenverkehr wttber aufnehmen zu können.

Berlin, 3. Jan. Ter enoeiterte Bvrffand deS beutscheu Eisenbahnervrrbandes hat g st'rn übet den AuSd«rd bet Eisenbahner einen Beschluß gefaßt, in beat es heißt, daß der erweiterte Dorstand der am 31. Dezember zustandegrkomirenen Vereinbarung uut^ der Boraussetzung zußimmt. daß sowohl die Er- tzäuguugsverhandluugen zu der Vereinba-unq als auch die am 5. Januar b-ginnenden allgemeinen Brchand- langest eine durchgreifende Regelung der Lohn- und MH«ltSverhSltnisse für alle Orte bringen. Der Bor- füiib ertoartet, daß die Mitglieder des Verbandes in allen Ortsgruppen Disziplin üben und den Dienst sofort aufnehmen, soweit es nicht schon geschehen sein sollte.

Wie darBett. Tagebl." meldet, snd in Dortmund ßaww, Elberfeld und Köln sämtliche Eisenbahner wieder zur Arbeit erschienen. In Essen ermattet man die Wiederaufnahme der Arbeit für heute in vollem Umfange. Auch in Koblenz sind die Eisenbahner wieder ausnahmslos zur Arbeit zurückgekehrt.

Wie derLok.-Anj." erfährt, haben sich' die Dresdner Eisenbahner in einer Funktion iübersamm- lun» gegen das Kompromiß ausgesprochen.

Düsseldorf, 2.Jan. Die Rheinische Metall- Waren- und Maschinenfabrik hat infolge Kohlenmangels, durch den Eisenbahnerausstand verschärft, den größten Teil deS Betriebes stillgelegt. -

vdeMM.

«Sledcroufnahme bet deutsch polnischen Verhandlungen.

' Beuthen, 2. Jan. Die Delegierten für die deutsch-polnische« Wirtschaftsverhandlungen mit Dr Lrwald an der Spitze treffen heute Abend und morgen früh in Oberschlesien wieder ein. Die Verhandlungen weiden im Laufe des morgigen Tages wieder aufgeno- pommru. Ealonder nimmt auf Schloß Neudeck bei Tarnowip Wohnung.

Polnisch-französische Bankgrülwun«.

Berlin, 2. Jan. DaSS3ert Tagebl." meldet aus Warschau, daß eine polnisch-französische Bank in Oborscklesten mit einem Kapital von 208 Millionen deutscher Mark gegründet werden soll. Die Mittel hierfür werden durch eine private französische Anleihe aufgebracht.

«i» polnische» Armeekorps nach Oberschlefle«.

#k dieOberschlesische Grenzzeitung" uteldet, wird der polnisch werdende Teil Obcrschlesiens ein ans zwei Divisionen bestehendes Armeekorps erhalten. Sitz des Generalkommandos wird Kattowitz. Weitere Gar­nisonen sollen errichtet toerben in Königshütte, Lnb- linitz und Rybnik.

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Sie Iw der Meile» Sales.

Paris, 2. Jan. Wie betTemps" mitteilt, . wird Vriand morgen Paris verlassen und am Mittwoch mit den Sachverständigen in Cannes ankommen. Bonat Law und Ar Worthington EvauS sind berttt' mit Llcyd George und Winston Churchill in Cannes znsammengetrofsen; die anderen Mtg i der der eng­lischen Delegation wecken heule erwariet. Briand und Lloyd George werden am Mittwoch und Donners­tag Vorbesprechungen haben. Die offizielle Tagung des Obersten RateS wird am Freitag, den 6. Januar eri'iftttf werde«.

Paris, 2. Jan. Wie ans besiunterrichteter Duelle bekannt wird, Erdenkt Dr. N a t h e n a u sich wach Cannes zu begeben.

Brüssel, 2. Jan. Auf der Konferenz von Rann Äs wird auch die Frage der rheinischen Le- katzungSirnppen aufgeworfen werden. Mau v'll 6 a > Stegen, daß die Unterhaltungskosten aus 40 Millionen

Y^oldmark festgesetzt werden. Die Länder, die diese Summe überschreiten, werden diese« Fehlbettaz aus ihrer eigenen Tasche zahlen müssen.

Der Wiederaufbau Mittel- und Osteuropa*.

Patts, 2. Ian. Ta* .Echo de Patts" veröffent­licht einige Einzelheiten übet die hon den verbündeten Sachverständigen angeordneten Leitsätze zur Gründung eines Finanzkonsortium* rum Wiederaufbau Mittel­und Osteuropas. Darin wird gesagt. Deutschland müsse an dem Unternehmen teilnehmen. In Mlttel- und Osteuropa sei es ein Faktor erster Ordnung in finanzieller, industrieller und kommerzieller Hinsicht. Seine ftenntniffe befähigten es für eine derartige Ar­beit. Es ist hervorzuheben, datz bestimmt werden soll, das; die LieferungS- und Arbeitsverträge jedes Landes im Verhältnis zu dem Kapital, mit dem es durch seine Gruppe vertreten sei, »ugeteilt werden sollen.

MW btt Msmk m dkk alten Flagge.

Am 1. Januar, mittags 12 Uhr, wurde ans der deutschen Kriegsmarine die ruhmbedeckte schwarz-weiß-rote Flagge mebergebott. Der Chef der Mattneleitung, Ad­miral Behncke, macht her Manne davon Mitteilung in folgendem Erlaß:

An die ReichSmarine!

DaS Jahr 1921 liegt hinter uns. Wir sind in ihm vorwärts gekommen auf allen Gebieten der Mattne. Allen Miarrnonngehöttge« Dank für ihre pflichttreue Arb'it und zugleich meine besten Wünsche »um Jahres­wechsel!

Der Abschied vom Jahre 1921 gewinnt für unS be­sondere Bedeutung: wir nehmen mit ihm zugleich Abschied von unserer alten ruhmreichen Flagge! lieber unver­geßliche Taten in Krieg und Frieden auf allen Meeren und ollen Küsten hat sie geweht. Tausende von braven Seeleuten und Soldaten sind unter ihr den Heldentod gestorben.

Keiner unter unS, bet nicht voll Stolz zu ihr aufAickte als zu dem Wahrzeichen einstiger deutscher Macht und Seegeltung.

War wir empfinden, wenn diese Flagge sinkt, ver­schließen wir in unserem Herzen.

Unsere ganze Tatkraft aber gehött nach wie vor unserem Volk und Vaterlonde. Und wen« von heute an dessen neues Hoheitszeichen über uns weht, soll e* uns bereit finden zu unveränderter Hingabe und Treue. Unerschütterlich fest im Glauben an Deutschlands bessere Zukunft wollen wir der neuen Flagge aus allen Meeren dasselbe Ansehen schaffen wie der alten!

gez. Behncke, Admiral und Chef der Mattneleitung.

Tirpitz über seinen Rücktritt.

Berlin, 3. Za«. In bet am 6. Januar er­scheinenden Nummer betErenzboten" veröffent­licht Großadmiral v. Tirpitz unter dem Titel Mein Abschied" einen Aussatz, dem insofern ge­schichtliche Bedeutung zukommt, als er die persön­lichen Gegensätze beleuchtet, die im Großen Haupt­quartier miteinander rangen. Die Telegraphen- Ünion ist in der Lage, den wesentlichen Inhalt die­ses Aufsatzes wiederzugeben. Der Großadmiral stellt zunächst fest, daß entgegen der Behauptung Beth- mann Hollwegs die Preffekontrolle bei der Marine gemäß der schon im Frieden erlassenen Mobilmach­ungsbestimmung nicht dem Marineamt, sondern dem Admiralstab unterstellt war. Diese Feststel­lung ist deshalb wichtig, weil ein Aufsatz derDeut­schen Tageszeitung", der den Unwillen des Kaisers erregt hatte, dazu benutzt werden sollte, die unsach­gemäße Handhabung der Pressezensur des Marine­amtes nachzuweisen und den Rücktritt des Groß­admirals v. Tirpitz zu erzwingen. Dann kommt Tirpitz auf die Gründe seines Rücktritts zu sprechen. Seine Krankmeldung vom 8. März 1916 sei erfolg?, als der Admiralstabschef mit der offiziellen Mit­teilung nach Berlin zurückgekehrt war, daß der U-Booikrieg endgültig aufgegeben fei. Durch feine vollständige Ausscheidung von so wichtigen maritimen Entscheidungen, die eine starke Verletz­ung der ihm zustehcnden Rechte darstellte, sei sein weiteres Verbleiben auf seinem bisherigen Poften unmöglich geworden.

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MemSe Deutes M Ämrn.

Budape st, 2. Jon. Am Neusabrstag ist die srierliche Uttbernahmr Oebenburgs durch.Ungarn er« folgt. In sämtlichen Kirchen wurden FestgotteZdienstt abgchMen. Anläßlich der Nnterzkichnung der vebrr- gehtprotokolle betonte cer ungarische Bevollmächtigte, (General Gn'llaume. Ungarn wolle mit allen Nachbarn in '».den» Einvernehmen leben und alles aufbieten, damit da' soeben besiegelte Ftt.'drnswrr! mit Oester reich auch von Dauer fei. Bürgermeister Thnruer führte ter der vrrsammelte'.t BevSlkernng u. a. aus: ueir. einzig ehrlich denkender Deutscher kann cs unS vettibrln, daß wir dem nngarischen Vat,'tt?.ndr die Treur b-tr-rhrlen. Wir haben anläßlich h*r Abstim- m.unz gehandelt, wie es ehrlichen Lertt-ir geziemt.

Tie Fesilichkttten wutben mit MusikONfführnn^t, Fackclzüge» und dxx Festvotftstlung im St cid!!h toter «ckgeschloss».

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Der üMWMsiE StnW.

M Ablehnung bet Ualtenifchen Focke»«*en.

Belgrad, 2. Jan. Bet dem ^atchatter bew DÄm allen, Metlitschitfch, sprach der itcckienische Konsnl vor und u«ttr6reiltie khm schriftlich folgende italienische Forderung«:

Die ZivilbchSrde» spreche« der italienischen Ne­gierung ihr Bedau-e« über die Ereignisse in S benie» auS. Alle Schuldig« werde« streng bestraft. Die südflawische« Truppen leisten der italienischen Fahne die Ehrmbe-e'gnng. Die südflawische Negierung erläßt eine Kundgebung an bas 85a(T, wottn sie öffentlich ihr Bedauern über die Ereignisse in Seif nie» knndgidt.

Die Fächerungen werben da« der Negiemm* ab- ««lehnt. . ___ ___ . M

England.

Neue ««ruhen ia 3ubte«.

Londa«, 2. Jan. In beat Bcziik bett StebtaT (Punjab) ist e« Infolge bet Verhaftung ban Rattonalisten zu Unruhen getammen. Dabei wurde« toter Pettonen getötet und vierzig verwaubet. Trup­pen aus Delhi und «Iwar sind angekommen, um die Ordnung wieder herzustellen.

Irische» »erbot bet Auswanderung nach «mertta.

London, 2. Ja«. Eine Meldung auS Cork be­sagt, daß die Sinufeinregierttn» die AuSwandernng nach Amettka verboten hat.

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Amerika.

Washington, 3. Jan. Der nette deutsche Ge­schäftsträger Lang uhb brei Attaches der Botschaft haben am Sonntag an dem im Weißen Hause anläßlich deS NeuiahrstageS gegebenen Empfang f«(genommen.

London, 2.Jan. Reuter meldet auS Washington, die ffonfere«t nähere sich ihrem Ende. Man erwarte, daß noch zwei Vollsitzungen abgehalten würden. Eine werde die bezüglich der Mattnefragen, die andere die bezüglich der ferne« Ostens noch unerledigten Punkte regel«. ES scheine, daß am 14. Januar als Datum deS Schlusses der Konferenz sestgehalten werde.

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Politische Tagesna fcLl)ten.

©ädjftfi6 «jürfnfltf*« Gebiets««Stans«. Wie bet .Lokalanz." aus Dresden meldet, teilte der sächsische Ministerpräsident Bu« mit, daß Bechanolungen eiu- geteitet worden sind über den Austausch von Enklaven zwischen. Sachsen und Thüringen und über Grenzb«- richtimlngen.

Anfrage über die mitteldeutsche sozialde«. Arbeits­gemeinschaft. Die demokratische Fraktion hat i« Landtag eine Anfrage elngebradH, worin sie die Re­gierung um Auskunft ersucht über die Notwendigkeit und den Inhalt der Besprechungen zwischen den sozialistischen Ministern Sachsens, Thüringens, Braun­schweigs u.nd Anhalts.

Ein Rcichsbeamter. Mit der Ladendiobes-Gesell- schafi, die kürzlich in Berlin verhaftet worden ist, sieht auch, Ivie gemeldet, ein Staatsbeamter, der Direktor MorviliuS, als Ehemann einer der Diebinnen in Ver­bindung. ES stellt sich fetzt heraus, das; Herr Mor- viliuS schon vor einiger Zeit wegen Mittäter Ver­fehlungen seiner Behörde anaezeiat worden war, daß er jedoch trotzdem im Reichöschatzministettum blieb und später auf Empfehlung dieses Mintstettums in ReichS- stellcn überaing, in denen er unbeschrättkt über Reichs­gelder vertilgen konnte.

Der Wechsel in der Handelsflagge vollzog sich im .Mainburger Hafeit in aller R-tbe. Tie am Sonntag in See gegangenen deutschen Schiffe verließen den Hafen mit dir neuen Handelsflagge am Heck.

Tie Einwohnerzahl StocklchlntS beläuft sich am 31. Dezember auf 431182 gegen 422 241 am 31. Dezember 1920.

Todesurteil gegen einen Sowjctgewaltigen. Da3 Mitglied der außerordentlichen Nntersuchungskom- mifficm in Smolensk, Gribtschenko, wurde, weil er im Interesse von Privatangelegenheiten seine dienstliche Stellung ntißbraucht hat und viele Bürger verhaften ließ, zum Tode durch Erschießen verurteilt.

Unpolitische Tagesnachrichten.

Schiffsunfälle. Berlin, 1. Jan. Nach einer Blättermeldung aus Oldenburg ist der Dampfer Raule" mit 15 Personen Besatzung verschollen. Laut .Lokalanz." ist der Schleppdampfer .Herkules" aus der Nordsee nach Eurhaven zurückgekehrt, ntme eine Spur des in Seenot betll'dlichen DampfersFeh­marn" gesunden zu haben. Er hatte noch einen drin­genden Hilferuf des Dampfers auf gefangen. Lon­don, 2. Jan. Nach einer Meldung aus GrimSbh ist die Schaluppe .Feßfa" bei den Orkney-Inseln unter« gegangen. Neun Personen sind ertrunken; zwei wur­den gerettet.

Festnahme einer Diebesbande. W i l h e l m S - baden, 2. Jan. Hier wurde eine Diebesbande ver­haftet, die von der 31 eid«werft für 20>jü00 Jl Metall gestohlen hatte.

Stnmrfchübe«. Solberg, 2. Jan. Durch den schweren Nordweststurm sind an der Mole des HafenS schwere Beschädigungen angertotet worden. Am Sopf der Ostmole ist die Brustwehrmauer in zehn Meter Breite in die See gettffen worden. SVln, 2. Ja«. (Slmtltch.) Infolge der durch Sturm und anhaltenden Regen verursachten Störungen ist der Fernsprechver­kehr nach allen Richtungen ettchwert. Zahlreiche An­schlußleitungen sind zerstört. München, 2. Jan. In München bat ein ftirchtbarer Sturm die Tele­graphen- und Telephonleitungen schwer beschädigt. London, 2. San. Infolge der fett mehreren Tagen herrschenden schweren Sturmwinde ist bi# Telephon- Verbindung zwischen Frankreich und England unter­brochen. ES ist großer Schaden angerichtet worden.

Familsendrama. Dortmund, 2. Jan. I« Aplerbeck erstach am Sylvesterabend der Arbeiter Voh seinen süngsten Sohn, der für eine Shlvesterfeier Geld von ihm verlangt hatte. Aus Mut darüber erschlus der ältere Bruder deS Erstochenen den Vater mit einem Spaten.

Gelbscheindiebfiahl. Passau, 2. Ja«. Gin Sauf» mann auS Loudon verlor Im V-Zug auf der Strecke von Passau nach WelS eine Geldtasche, in der sich ein Scheck der Rumänischen Bank in Bukarest auf 150 000 Lei, ein Depotschein der Länderbank aus 5,6 Millionen Sroneit, ein Wechsel der Londoner Bank auf 250 Pfund Sterling, desgleichen ein Scheck auf 1376 Pfund Ster­ling, et« Scheck der Kreditbank in Patts auf 88 Pfund Sterling und andere Banknoten befanden.

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$« iasete Mmd?«.

f MS alter Offizier, der sich ein warmes Herz für feine ehemaligen Kameraden bewohn hat, verfolge ich mit tiefem Bedauern in ben Zeitungen die zahlreiche» Stellengesuche, die die wiederholten Berttngerungen unse­res Heeres hervorgerufen haben. Ich fühle mit diese* iuuoen Herren, daß es so manchem schwer genug werde« mag, «Ite ererbte und anerzogene Borurteile zu übet» wint-u: zu meiner Freude aber höre ich von vielen! Seiten, daß man bei der Mehrzahl der in den neuen Berufe« an gestellten Offiziere, schon die ns-rem Stande eigentümlichen Eigenschaften, nämlich strengstes Pflicht­gefühl und unbedingte Z ii v e r l ä s s i g k e i t zu schätzen beginnt. Viele haben in der Landwirtschaft, viele int Kaufmannsstande oder im Bonlsach Unterkommen ge­funden, welches letztere wohl schon als überfüllt gelten kau«. Jusbesonb-re habe ich mich gefreut, daß sich viele auch der wissenschaftlichen Technik, dem akademischen Studium znwandten. Denn gerade die wissenschaftlich be­triebene Technik ist cs, die, wenn sie richtig aufgefaßt wird, eine Fülle idealer Ziele in sich birgt. Man be­trachte nur den Lebensgang und das Lebenswerk unserer technischen Großen, wie Krupp, Siemens, Bottig und vieler anderer. Sie haben durch ihre geniale Begabung, ihren Erffudnugsgeist und ihr reges Betttändnis für die Bedeutung der sozialen Fragen Schöpfungen ins Leben gerufen, die einzi« in der Wett dastehen, sie haben nicht nur ungeheure matettelle Werte geschaffen, sondern auch unsere Wissenschaft enorm bereichert und vielen Taufen­den von Arbeitern und Beamten zu einer ausreichenden Elisten« verhalfen.

Ich habe vor einiger Zeit ein Buch des ehemaligen Generaldirektors der Dcullchen Contineutal-Gas-Gefell- schüft Wilhelm v.Oechelhäuser gek-en mit dem TitelAus deutscher Technik und fhnt .r' in dem mir dies alles so recht zum Bewußtsein tarn. Oechelhäuser übrigens ein alter Reserve-Offizier der Halberstädter Kürassiere von 1870/71, der im Weltkriege als Major d. L. K. Lagerkommandant auf dem Truppenübungsplatz Döberitz war, also ein Mann, bei dein man mit Recht ein lebhaftes Interesse an den jungen Offizieren vor­aussehen kann, schildert in einer Reihe von Vorträgen, die er meist als Vorsitzender großer, über ganz Deutschland verbreiteter technischer Vereine hielt, den Werdeganz ein« seiner Zweige der Technik und ihren engen Zusammen­hang mit der deutschen Wissenschaft. Er widerlegt das Schlagwort von der Ausbeutung der Massen zu Gunsten de? Kapitals in seinem Vortrage:Technische Arbeit ttnst und jetzt" (1906) und scheint am Schlüsse feines Vortrags'Nene Rechte und Pflichten" (19021 gewisser­maßen ein Stichwort und Programm mit dem Wort aus- gegeben zu haben:Es gilt zu beweisen, daß der durch Erziehung und da- akademische Studium in uns gepflanzte wisienschastliche und soziale Geist jederzeit wert und ge­eignet ist, sich in Energieform umzusetzen, wie sie daS heutige Leben nicht nur für den weiteren und höherer» Fortschritt der Technik, sondern auch für das Wohl der' Aesamtheit gebieterisch verlangt", und der bekannte Dich­ter Lienhard sagt in ttnem Aufsatz desTürmer" unter dem Titel:Beseelte Technik" von dem Buch:Daß ein Fachmann, der Bildung und Persönlichkttt besitzt, auch das anscheinend trockene 'Gebiet der Technik beseelen kann, beweist Wilhelm v. Oechelhäuser.... Auch er hat schon von jeher große soziale Zucht, Zusammen-^ fafsung der Einzelsorschung zu einem Lebensganzen, Ausbildung einer harmonischen Persönlichkeit gefordert.".

Alles, was aus^ diesem überaus lesenswerten Buche zu lernen ist, hier jn zitieren, würde zu weit führen; ich bin überzeugt, daß viele junge Kameraden, wenn sie sich' einmal eingehender damit beschäftigen, einen ganz neuen, und anderen Begriff von dem eigentlichen Wesen der Technik erhalten lueriwn. Nicht zuletzt habe ich aber noch hervorzuheben. daß das ganze Buch nicht nur von warmer Vaterlandsliebe, sondern auch von einem gesunden Optt-

*) Tie zweite Auflage, Verlag St Oldenbourg, Mün­chen Berlin, ist nach kaum Jahresfrist nach der ersten erschiene« «ich in der Vorrede gewissermaßen den alten asb jiNKk» Studenten au» dem Lffiznrstande gewidmet-