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Ärmliche« Vertündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (Las früher kurhessische) Oberhessen

57. Dhrz

Einigung mit den Eisenbahnern

.Spectator" feststellt. Nun

englische Wochenschrift

überschätzen,

hieße es dis Persönlichkeit Poincar^

1915 oder 1916.

i den

und im Bench;

ersucht, nicht z

Bsamtenverbändcn vorzugehen.

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Von dem Deutschen Beamtenbund wird mitge- teilt, daß die durch die Ausstandsbewegung der Eisenbahner geschaffene Lage die übrigen an der Besoldungsbewegung beteiligten Verbände zu dem in der Besprechung vom 30. 12. gefaßten Beschluß veranlasste, neuerdings an das Reichsfinanzministe­rium wegen beschleunigter Herbeiführung von Ver­handlungen über die Erhöhung der Bezüge der Reichs- und Staaisbedienstelen heranzütreten. In der am 31. Dezember mit dem Reichssinanzministe- rium gepflogenen Aussprache wurde von Vertretern des Reichsfinanzministeriums mitgeteilt, daß der Reichsfinanzminister bereit sei, am 5. Januar nach­mittags die Verhairdlungen mit den Organisatio­nen aufzunehme«.

Köln, 1. Jan. Die Auöstandklciiuuq im Ei'en« bahnerausstand erklärte, au ihre Crgait sofort einen Ausruf' erlassen zu wollen mit der Aufforderung, am Montag früh 6 Uhr dir Arbeit in vollem Umfange wieder anfn^men zu wollen.

8WaMBMC

In Camus werde noch einmal eine Gelegenheit geboten tverden, eine weise und ebefmütii« Politik zu treiben und die Kluft zu überbrücken, die, wie mm sich nicht verheimlichen könne, eine ernste Gefahr für den Frieden der Welt darstclle.

20 Millionen Pfund Sterling zum Wiederaufbau Europas.

Paris, 31. Dez. Wft vssEcho de Paris" mitteilt, soll das Kapital des industriellen Konsor­tiums zum Wiederaufbau Europas auf 20 Milli­onen Pfund Sterling festgesetzt worden, eingeteilt in Aktien, die zu gleichen Teilen an England, Frankreich, Italien, Amerika und Deutschland gehen. Eine schwächere Beteiligung ist für Belgien und Holland vorbehalten.

Tie ,st?l>erknMö!e ZeitlineriLeint sechsmal iüö4entlt6. Bezugspreis monatlich ohne Zustellung 8.^0 Mk., durch die Post 9.50 Mk. Zssir anrfallrnv« Nummern infolge Streiks oser elementarer Ereignisse kein Sriag. Verlag von Tr. C. Hitzeroth. Druck der Univ^Luchdruckerei non Jod. Run. Koch, Markt 21 23 Fernsprecher 55, PoNcheckkonto: Nr. 5015 Amt ,'rrattfiutf a. Main.

Die sage in Beskin. ?

Berlin, 1. Ian. Von der Oberzugleitung der Eisenbahndirektion Berlin verlautet, daß im Ber­liner Zugverkehr die Lage die gleiche wie gestern ist, und daß der Betrieb nur mit großen Unregelmäßig­keiten aufrecht erhalten wird. Die Stadtbahnzüge fahren durchschnittlich alle 20 bis 30 Minuten. Auf den vom Stettiner Bahnhof ausgehenden Vorort­strecken ruht der Verkehr seit gestern vollständig. Auf den anderen Vorortst recken wird er leidlich durchgeführt. Der Berliner Personen- und Fern­verkehr wird fast durchweg beseitigt. Der Cllter- verkehr ruht fast vollständig bis auf einige Milch- nnd geschlossene Kohlenzüge. _

itusstandsparole für Schlesien.

Breslau, 31. Dez. Dir Konferenz der Orts- gruppestleiter des Deutchen Gifenbahnerverbandes gab die Ausstandsporsle für Breslau-Stadt für heute nachmittag 2 Uhr aus, für die Prssinz Schle­sien für morgen vormittag 6 Uhr.

^tointfenmo hrr 8r!sOM im heMMM

Versuchter Druck der Eisenbahner auf di« Regierung.

K ö l n, 31. Dez. Auf der Eisenbahndirektion in Köln ist von der Interalliierte« Rheinlandkommis­sion der Befehl eingetrofsen, daß das gesamte Per­sonal der Eisenbahndirektionsbegirke Köln und El­berfeld durch die Besatzungsbehörde reguiriert ist. Der gesamte Personen- und Güterverkehr ist in vollem Umfange sofort wieder anszunehmen. Das gesamte Personal wird der interalliierten Fekdeffen- bahnkornmission, Unterabteilung Köln, unterstellt.

Der deutsche Eisenbahnerverband in Koblenz benutzte die Militarisierung der Eisenbahnen im besetzten'Gebiet zu einem Druck auf die deutsche Regierung, indem er die aus einet Sonderregelung zwischen Militärbehörde und Eisenbahnen ent­stehenden Folgen der Regierung zur Last legt. Ob die Hoffnung der Koblenzer Eisenbahner auf eine ihnen günstigere Regelung berechtigt ist, er­scheint aber zweifelhaft.

! Berlin, 31. Dez. Der österreichische Bundes- müsident Hainisch hat an den Reichspräsidenten sol­lendes Telegramm aeianbt:Anläßlich des Jahreswech­sels bitte ich Sie, den erneuten Ausdruck der innigen Künsche für Deutschlands Wohlfahrt entgcgenznnehmen. 'Ion Gefühlen der Stammesverwandtschast geleitet, er- jvfse ich und meine Landsleute das Beste für Deutsch­lands Zukunft."

Der Reichspräsident erwiderte mit einem Telegramm, fa dem er sagt:In dem Strebe», in zäher Arbeit ihre ktaatSwffen wieder auf- und au'zubauen, werden die beiden schtvergeprüsten Völker gemeinsam und znver- ''chtlich den Weg gehen, der ihnen eine kessere Zss- .»ft verbürgt." '

Der RnchSwehrminifter erließ folgende Kundgebung: ..Zum Jahreswechsel spreche ich allen Angehörigen de? HerreS und der Marine meine besten Wünsche und mci- *rn Dank für alle im Dienste für das Wohl des Baier- kaudrs im abgelaufenen Jahre getane Arbeit und Hin- «be aus. Steine vor einem Jahre ausaelprochcnen Einchche haben sich voll erfüllt. Mit Stolz Tann das Vaterland auf die junge Wehrmacht blicken, mit beson- berem Dank und hohem Vertranen angesichts unserer fcn<l so schweren und traurigen Lage. Wir wollen auch to neuen Jahre unseren Weg in treuester Pflichterfüllung loeitergchrn."

Der Anzetgenprei, beträgt für die 9 gesp. Zeile oder deren Kaum 60 Pfg. für den Milli­meter, amtliche und ausivärttye 80 Pfg. Ändere öraltenbreiten nach entlpre<benber Berechnung. Spät einlaufende oder den Raum über >/, Seite einnebmenoe An­zeigen find wir berechtigt, nach der lertipaltenbieite zu fetzen und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir die Tol.-Zeite mit 6.00 Mk. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Lei Auskunft durch die Seiet,'äftaiielle und Vermittlung der Ange­bote 1 Mk. Svnderzedübr.

Marburg

Mag. itn 2.3m« Hartung.

tat::« rnon faken wollte, daß b*r Brirgs,miff- und die Kriegsentichlosfenheit bei ihm aus ehrga'Z'gcr Veranlagung entstanden wären. Poincarö war nur ein Beauftragter, nur gewissenlos und kaltblütig genug, bas diplomatische Kriegsspiel ins Rollen zu bringe«. Die französischen Fiuanzgewaltigen brauchten den Krieg. Frankreich war 1914 Jinan« ziel! für den Zusammenbruch reif. Der Fehlbetrag im Haushalt wuchs von Jahr zu Jahr. Es kam weite« hinzu, daß die Großbanken den französischen Sparern viele faule Papiere aufgebängt hatten, die zum größten Teil notleidend geworden waren. Das französisch; Finanzkapital brauchte und wollte, den Krieg. Und der russische Imperialismus war sein Helfershelfer. Vergessen wir nicht, daß Rußland den Weg nach Konstantinopel suchte, der ihm nur offen stand, wenn zuvor die Türkei zerchmettert wurde. I s w o l s k i, der der Träger der imreria- lisiischen Politik Rußlands war, ging als Wffschaf- tcr nach Paris. Aus den Aktenstücken, die jetzt ver­öffentlicht werden, geht hervor, wie zielbewusst Poincarü und Iswolski auf den Zusammenprall der Großmächte ffosarbeiteten. Poincar6 mußte das französische V. lk zum Kriegswillen erziehen, wobei der russische Rubel mitwirkte. Die führenden fran­zösischen Blätter wurden bestochen. Sie hatten die Aufgabe, nicht nur das Volk aufzapsitschsn, sondern auch die Staatsmänner, die friedlicher Gesinnung verdächtig waren, zu erledigen. Dazu gehörte auch der Feldzug desFigaro" gegen Tinllaux, der mit der Erschießung des zwanzigfach bestochenen Her­ausgebers desFigaro" durch die Gattin Eciillaux' endete. Schon während des Balkankrieges war die Gefahr eines europäischen Krieges unmittelbar nah«. Doß er nicht ausbrach, war der cntilj'ebenen Friedenspolitik des Deutschen Kaffers zu danken. PoincarS und Iswolski schürten weiter. Der Mord in Serajewo kam ihnen gelegen. Mag die Wiener Vallhauspolitik damals Fehler begangen haben, Poincar6 und Iswolski hätten ihr Ziel erreicht, wenn nicht im Sommer 1914, dann im Frühjahr

Streichung von 50 990 Beamtenstellen.

Paris, 1. Jan. Kammer und Senat haben in Nachtsitzungen, die bis 11 Uhr vormittags dauer­ten, den Voranschlag für 1922 erledigt. U. a. wurde die Bestimmung auf Streichung von 50 000 Be­amten.stellen angenommen, jedoch das Mmisff.ium

Die Spannung in Aegypten.

Kairo, 31. Dez. Gestern, wurde ein britischer Eisenbahnbeamter durch einen Revolverschust getötet. Der Mörder ist entkommen.

Suez, 1. Ja». Der englische Tränsvortdampser Franz Ferdinand" hat heute Nacht Saad Pascha und fünf feiner Freunde mit unbekannter Bestimmung fortgeführt, ßrift Zwischenfall ereignete sich nicht.

Ser MMMgk.

ImBerliner Tageblatt" veröffentlicht Theodor Wvlff neue diplomatische Aktenstücke aus russischen Archiven. Da diese Veröffentlichungen im In- und Ausland beträchtliches Aussehen erregen werden, ist die Beschäftigung mit ihnen notmenbg und wichtig. Auch derVorwärts" muß zugeben, daß Poincars de: Hauptkriegsverbrecher sei. Wer ist Poincar«? Don Hause aus ein Advokat aus der Gegend von Nancy. In Paris machte er als Spezialist für Ehescheidungen sein Glück. Dann wurde er Poli­tiker und geriet als solcher sehr bald in die Ab­hängigkeit vom französischen Finanzkapital. Die dritte Republik hatte sich tatsächlich zur reinen Plutokratie enwickelt, das heißt, zur unbeschränkten Herrschaft der Finanzgewalten. Nicht die Kammer, nicht die von der jeweiligen Kammermehrheit be­stellten Minister waren die Herrscher Frankreichs. Diese Herrschaft besorgten die fünf oder sechs Gene­raldirektoren der Großbanken, die nicht nur die Po­litiker, sondern auch die Parteien finanzierten. Poinearä erwies sich als hervorragend anpassnng-» fähig und brauchbar. So durste er Ministerpräsi­dent und schließlich auch Präsident der Republik werden. Als solcher war er der Kriegspräsident, als den ihn auch Jaur^s unmittelbar nach seiner . Wahl bezeichnete.Poincarest Das bedeutet den Krieg!" rief Jaurds in den Wandelgängen, des Ver­sailler Schlosses aus, wo die Wahl erfolgte.

Poincar6 hat sich auch nur als Kriegspräsident betrachtet. Schon seine ersten Botschaften waren in der Sprache aufreizend, wie das dis unverdächtige

2 o n b o n, 31. Dez. Di«Morniyg Ton" meldet aus Washington, infolge der Haltung Frankreichs mache sich in fern VereiutKitN Saaten Widerstand gegen die Ratssiziernng b;3 Viermächteabkommen- bemerkbar. Zahl­reiche Amerikaner bezweifelt-:» die Zweckmäßigkeit von Ncberei»kommen, an denen Frankreich beteiligt fei. LautDaily Telegraph" wird Frankreich von zwei kom- Vetcnteic Beobachtern, in Washington als eine grosse Bedrohung für den Frieden angesehen.

DerTimes" zufolge fat die Haltung Frankreichs die grösste Bestürzung und sogar Zorn in Amerika üervcr- getsfen. Das Blatt schreibt, die Möglichkeit, dass Frankreich die Brrantwortuna für einen Mißerfolg der DaMngtoner Konferenz »«geschoben mied, fei von sehr ernster Bedeutung bei den angeubLcktichen Lage Euro­pas. Sowohl England als auch Frankreich wurde» uu- gehoner gewonnen haben, wenn sie in der Lage gewesen wären, in Wastzm-ton eine vereinte Front ;u zeigen.

Frankreich. Aoqlahrsempfang.

Pa r i s, 47 Jan.- Bei dem heutigen Nsitlahrs- ^ipstrng vo»Mplcmatüchen Korps durch den Prä- Ddenten der Republik Milleran.d hielt Nuntius ^»rstti als Doyen des diplomatischen Korps eine, Ansprache, aus die Millerand erwiderte.

Sie getkGm Strdntai»

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Be rlin, 31. Dez. Zwischen den unterzeichneten Ber- tragspnrtcien des Lohntarisvertwges kam folgend« Der- einbarnng zustande:

1. Anstelle des bisherigen Ortsllassenverzeichnisses des Lohniarifes tritt bnl vom Reichstag beschlossene Ortsklatsenderzeichnis für die Reichsbeamten, dessen Ver­kündung im ReichSgesetzblatt unmittelbar bevvrsteht mit den Aenderunoen, btt bis 1.3. durch den Reichsrats­und Reichstags-Ausschuß noch getrosten werden sollen. Soweit in einzelnen Orten das bisherig« Ortsklassen« Verzeichnis des Lvhutarisvertrages eine höhere Einstufung als das nunmehr übernommen« Ortsklafsenverxeichnis oorsieht, wird den Arbeitern, solange ft? in einem solchen Orte deichästiqt bleiben, ftta die Dauer der Gültigkeit deS Tarifvertrages der Unterichiedrbetrag als pkrsön- iich« Zulage sorigewährk.

2. Au allen Orten, an denen bisher im Lohntarif- oerlrng Ueberteucrungszuschüss« vereinbart worben waren. Werben diese mit Wirkung vom 1. Oktober 1921 um 1 Mk Sie Stund: erhöht.

3. Im besetzten Gebiet werden vorläufig mit rück- wirkender Kraft ab 1. Oktober 1921 au den Orten, die sowohl nach dem bisherige» OrtsklassenverzeichniS des Lohntarlsverträges als auch nach dem nunmehr über­nommene» BeamtenortsllassenverzeichniS zu Ortsklasse Ä gehören, die UeberteurrungSznkchüsse um 1 Mark die Stunde erhöht.

4. Weitere Verhandlungen über die Ortsklassen und aKymeine Lohnverhandlungeu werde» für den 5. Januar zugesagt.______

5. Im Anschluß an die Berbandllmgen zu Ziffer 4 werden mit grösster Äeichieünigung ite Ue'oerieLeruÄgsr: Zuschüsse mtt Wirkung vom 1. Oktober 1921 zwischen den vertragschließenden Parteien endgültig geregelt.

6. Streiktage werbe» nicht bezahlt. Maßrege- lnngen wegen Arbettsniederlegung finden nicht statt. Vorbehalte» bleibt jedoch bit*Versclgung von gkwalt- tätigen E i n g r i f s e n in den Verwaltungsbetrieb und Verkehr.

7. AvSführnngsvereinbarungen zwischen den vrrtr.'g schließenden Parteien folgen.

8. Di« vertragschließenden Bereinigungen verpflich­t'» sich, mit alten ihnen zur Verfügung stehenden Mit­teln auf die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit hinzu­wirke».

Deutscher Eisenbahnerverband grz. Scheffel, Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner und Staatsbediensteter gcz. Brune. Mgcmeiuer Eisenbshnervcrbaüd gt|. Scarupp«, Reichs- verkehrsminister gcz. Gröner.

ZkrhMhsUE Mtt MöhMg her Zezme

B e r l i n, 31. Dez. Da» Reichskabinett b-fahie sich heute mit den Forderungen, die gestern von den Vertretern der Eisenbahner bei den Besprechungen im Reichsverkehrsministerium aufgestellt worden sind. Das Kabinett beharrte bei seinem Stand­punkts, daß eine Wirtschastsbeihilfe nicht gezahlt wsrden könne. Es ermächtigte jedoch den Reichs- verkehrsminifter, wegen Asnderung des Lohntarifes Verhandlungen mit den Eisen­bahnergewerkschaften fortzusetzen. Diese Verhand­lungen finden sofort statt. Außerdem billigte das Neichskabinett den Standpunkt des Roichsfinanz- ministeriums, wonach am nächsten Donnerstag die Verhandlungen mit den Beamtenorganisationcn über dis Teuerungsaktion für die Beamten begin­nen sollen.

Amerika.

Washiugt»», 1. Jan. Die Führer der ver- schiedenrn Konserenz Drl gation«» kamen b.i sckrctär Hu,zi«s zusammen, der ihnen Kenntnis von einem Abkomme» gab, durch das das Kabel Pap Guam beit Vereinigte» Staaten z,«fällt, das Kabel BapSchanghai an Japan und das Kabel Pap ' Menado an Holland.

Der deutsche Oleschäftsträger Lang überreicht? 'rin Beglaubigungsschreiben. Er wurde vom. Staatssekretär Hughes empfangen. Tic schnell? Nnerk'nnunq des deutschen Geschäftsträgers der erst am Mittwoch ein« gc!raffen ist, ist auf seinen Wünsch zurückzuführen, "ym Präsidenten H.rrding beim RcnjahrZemp'ang am Mon­tag zusammen mit bett anderen Mitgliedern bet diplomatischen Korps empfangen zu werden.

DI« Heereskammer ist zu einer Vollversammlung ans den 2t.26. Januar nach Berlin rinbcruseq worden.

. WMWsW beim RMsWeM.

Berlin, 1. Jmr. Der Reichspräfisent empfing leute die Chefs aller hiesigen fremden diplamatischc-'. &rtrttiingnt anläßlich des Jahreswechsels. Tee apo- Mffche Nuntius, Monsignore Pacelli, als Toden bc* diplomatischen Kvrps hielt folgend« Ansprache:

Herr Präsident! Zum ersten Mal seit dem Welt- 'llc- tietfemuielt sich das diplomatische Korps in Berlin imlüsilich des Neujahrsfestes vor dem höchste» Beamten b?r deutsche» Republik. Ein glückliches Ereignis, ein snmb'ld fortschreitender Rückkehr der Menschheit zirm Ideal der Brüderlichkeit und des Frieden? zwischen den lWkrn, welches Ideal den Ruhm der zivilisierten Völker biktzet. Möge die göttlich« Vorsehung, die die Mensche» jh edlem Streben ansvornt und ne leitet, ihnen trotz bar Verschiedenheit der Stämme und Staaten ermöglichen, i» bfcfem Jahre die wirkliche und dauerhafte VersShmmg Her Völker ;u vollenden, di« von alten Aufrichtigen «Mal u-ir» und sich auf die Achtung deS Rechtes, auf I® fruchtbaren, friedliche» Arbeit und auf den eisigen PkHch.ui der Gerechtigkeit und Wahrheit gründet. Äon tiW« Gefßhlen durchdrungen, bringen wir Ihnen heute, Mr Präsident, inmitten der schwierigen Aufgaben der EiMwart unsere Huldigung und gleichzeitig unsere Glück« WWffije für sie selbst und für daS k-eutsch? Volk dar.

Der Reichspräsident erwidert«: Herr Nuntius' Für M? Glückwünsche, bi? Euere Exzellenz als Sprecher deS brpkMatffchen Korps zum Jahreswechsel dem deutschen Volk und mir als feinem Vertreter dargeboten hat, bllte ich meinen tiefgefühlten Dank entgegcuzunehme». yf.tn folge ich Ihnen i» dem Gwanken. den heutigen Bffüch der Herren Bertreter der fremden Mächte als ein 8VwB»l der allmählichen Rückkehr der Menschheit zum

8* betrachten. Der Umstand, dass diese Worte üu? dem Munde deS Vertreter? S-cner Haeillgkeit be5 BrMeS komme», b«r sein vornehmstes Ziel dann er» blockt, den Frieden ans Erd«» »n schaffen und zu erhalten, m<: ?fuser eiu-,Lefqr«b«e.PrbenL»".:- Äa? deutsche Volk wünscht für sich nichts anderes, als in friedlicher Arbeit neben den. übrigen Völkern fein natio­nale- Dasein wieberauszubauen. Er gibt sich der Hoff­nung hi», daß im kommende» Jahr die Erkenntnis der Woltnstwrnbigkeiten weiter wächst und daß in dieser Er keimtnis jede Nation sich bemühen wird, durch fmchtbare Zusammenarbeit mit allen übrigen Völkern der Mensch­heit den wahren aufrichtigen Frieden zu geben. Mit tiefer großen Hoffnung iin Herzen, durchdrungen von dem Bewußtsein, daß ihre Erfüllung Gebot ist, bitte ich Sie, Herr Nuntius, und Sie, meine Herren, auch meine Glückwünsche für Ihr Wohlergehen und sür das Ge- teibm dec von Ihnen vertretene» Regierungen und Völker entaegev'.'.mehmeu.

Bei dem Empfang waren der Reichskanzler ßswie bk beiden Staatssekretäre des Auswärtigen Amtes U. Haniel und v. Simson zugegen. Im .Anschluß daran sprachen die Mitglieder der Reichs- reglmmg, der NekchSkauzler, die Reich'Minister, Staatssekretäre, Präsidenten des Reichstages und des preu^ischm Staatsministeriums, sowie die Bcrtreiec des Reichsrats und der Wehrmacht dem Reichs­präsidenten ihre Glückwünsche au5.

Dem Vertreter des abwesenden Reichslvehem'misters brachte der Reichspräsident seine Genugtuung über die Fortschritte zum Ausdruck und betonte hierbei die Ueberzeugung. daß die Wehrmacht auch in Zukunft ein? sichere Stütze des Staates sein werbe. Der Präsident fügte den Witnsch einer weitere» gedeihlichen Entwicklung der Wehrmacht an.