Einzelbild herunterladen
 

Bnzeiserjurchas-ührv kuchesslMe)Gbechrssm/>KmUiä)es Verkündigungsblatt für dkreisÄardiW

englisch-türkischen

Marburger rageSlmzetger

Nr.M ßy.Mrg. ' Marburg a. 8abn

Miitfrt grniteWng

RittwvK, ttn 30. Sezbr. ISA

SbechMsche

Zeitung

werde. Es werde nicht angenommen, daß im Hinblick auf den bevorstehenden Beginn der englisch-türkischen Verhandlungen irgend ein übereilter Schritt der türkischen Regierung zu erwarten sei.

Die Unterredung zwischen dem türkischen Außenminister und dem britischen Botschafter in Konstantinopel wird als Austakt zu neuen Mossuloerhandlungen angesehen.

DieOderhessische Zeitung" er­scheint sechsmal ivichentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. aus- schließl. Zustellungsgebühr, durch piePost2.25 GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefette oder elementarer Ereignisse ausfallende Jiummern wird kein Ersah ge­leistet. Verlag v. Dr. §. Hiheroth, Druck der Unib.-Buchdruckerci b. Ivh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 55. u. Nr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5015. Sprechzeit der Redaktion bon 1011 und >(,11 Uhr.

Ser Miaut des Vertrages

Der Asien-Osteuropa-Dienst bringt nach den 3Stoeftija vom 23. Dezember 1925 folgenden Wortlaut des am 17. Dezember in Paris von Tschitscherin und Ruschdi Dey unterzeichneten russisch- türkischen Vertrages:

Die Regierung des Verbandes der Sozialistischen Sowjetrepubliken und die Re­gierung der Türkischen Republik haben in der Erkenntnis, daß den Interessen beider ver- tragschliehenden Seiten die Präzisierung der genauen Bedingungen entspricht, die zur Stärkung der festen normalen Beziehungen beitragen und beide Seiten durch eine innige Freundschaft verbinden, für diesen Zweck Herrn Georg Tschitscherin, Wihen- kommissar der Sowjetunion, und Herrn Tew- fikAuschdiBeh, Außenminister der Tür­kei, bestimmt. Die Minister sind in folgendem übereingekommen:

Artikel!. 3m Falle einer militäri­schen Aktion gegen eine der vertrag­schließenden Seiten von anderer Seite oder von mehreren dritten Mächten verpflichtet sich die eine der vertragschließenden Seiten zur Wahrung der Reutralität gegen­über der anderen.

Anmerkung: Alsmilitärische Aktion" dürfen nicht militärische Manöver betrachtet werden, da sie der anderen Seite keine Ein­buße tun.

Artikel II. Jede der vertragschließenden Seiten verpflichtet sich, sich jeden lieber- falles auf die andere Sette zu enthalten: desgleichen verpflichtet sich jede Seite, sich an keinem Bündnis oder Ab­kommen politischen Charakters von anderer Seite oder von feiten einiger dritter Machte zu beteiligen, das gegen die andere vertrag- schließende Seite gerichtet ist. Ferner be­teiligen sie sich an keinem Dündnis oder Ab­kommen einer anderen Seite ober einig« dritter Mächte, das gegen die militärische oder maritime Sicherheit der anderen vertragschlie­ßenden Seite gerichtet ist. Außerdem ver- pflichtet sich jede der vertragschließenden Seiten sich an keinem feindseligen Akt einer der einigen dritten Mächte zu beteiligen, der sich gegen eine der vertragschließenden Seiten richtet.

Artikel Hl. Dieser Vertrag trit mit dem Augenblick seiner Ratifizierung in Kraft und behält seine Gültigkeit auf drei Jahre Rach Ablauf dieser Frist gilt er als automatisch auf ein 3ahr erneuert, wenn er nicht sechs Monate vorher von ein:r der beiden Seiten gekündigt worden ist.

Der Anzeigenpreis beträgt f6t' de» lygespalt. 3-ilenmillimeter 0.08 GM., kleine Baran,eigen 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Lei schwierigem Satz sowie bei Platz- Vorschrift 50«/, Aufschlag. Sammelanzeigen 100/» Auf­schlag. Reklamen der Milllm.

0,40 GM. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark V«,,Dollar.

Beziehungen geäußert

Der MW Vertrag

England glaubt nicht an einen Krieg

wärter wendete« sich direkt an das Bölker- bundsekretariat, um sur sich und ihre Gesin- nungsgenossen die verhältnismäßig wenigen Plätze, die den Deutschen evtl, zur Verfügung stehen, rechtzeitig zu belegen. Tag- lick träsen zahlreiche Bewerbungs- schreiben ein und einzeln. Mitglieder des Sekretariats würden um Hilse angegangen. Dem Völkerbundsekretariat liege bereits eine Liste von Kandidaten vor. In wirklich maß­gebenden Kreisen des Bo kerbundsekretariats, die ossenbar über alle Einzelheiten der Mit­wirkung untergeordneter Volkerbundstellen an diesen Verhandlungen nicht unterrichtet seien, zeige man sich über die parteipolitischen Einmischungen ziemlich verstimmt und man gebe zu verstehen, daß dadurch die ohnehin schwierige Regelung der Mitarbeit Deutsch- lemds im Völkerbund nicht erleichtert werde. Sozialdemokratie und Bölkerbundssekretariat.

Berlin, 29. Dez. (WTB.) Nach dem Vorwärts" hat Reichsaußenminister Dr. Stresemann dem Chefredakteur des Vorwärts", Reichstagsabg. «tampfe r, fol­gende Erklärung zur Veröffentlichung über­sandt:

Unter Bezugnahme auf die in der heutigen Morgenausgabe desVorwärts an das Aus­wärtige Amt gerichteten Fragen ist zu er­widern, daß die dem Auswar 11 g en A m t bekannt gewordenen Tatsachen m der heutigen Auslassung bes Auswärtigen Amtes im WTB. veröffentlicht worden sind. Ueber einen Schritt der Sozialdemokratischen Partei beim Vülkerbundssekretariat ist dem Auswärtigen Amt nichts bekannt und sind infolgedessen über einen derartigen schritt auch keine Informationen durch das Auswär­tige Amt an die Presse gegeben worden.

Sie ettllcniägcrci tn Senf

Förmliche Kandidatenlisten

Berlin, 29. Dez. (WTD.) 3m An- schluh an die Presseerörterungen über die Vesetzung des Sekretärposten im Völkerbund beim Eintritt Deutschlands in den Völkerbund richteten sozialdemokratische Blätter eine Anfrage an das Auswärtige Amt, seinerseits zu den in der Presse auf­gestellten Behauptungen Stellung zu nehmen. 3m Auswärtigen Amt ist über die fragliche Angelegenheit folgendes bekannt geworden:

Der deutsche Generalkonsul in Genf be­richtete kürzlich, nicht in Beantwortung einer Anfrage des Auswärtigen Amts, sondern auf Grund einer ihm zu Teil gewordenen Mit­teilung. es sei ihm von maßgebender Seite im Generalsekretariat des Völkerbundes eröffnet worden, daß man dort Kenntnis davon er­halten habe, verschiedene politische Par­teien von Deutschland hätten K a n d i - datenlisten für die deutsche Beteiligung im Sekretariat aufgestellt. Diese Nachricht habe in Genf stark beunruhigt, da sie für eine unrichtige Einstellung gewisser deutscher Kreise in bezug auf die Anstellungsfrage spreche, die zu schwierigen Lagen für alle Beteiligten führen könne. Die deutsche Beteili­gung am Generalsekretariat müsse fo wurde von maßgebender Seite betont im Einvernehmen mit der Reichs» regierung geregelt werden. Eine Veröffentlichung des aus Genf an das Aus­wärtige Amt gerichteten Telegramms oder eine Mitteilung an die Presse aus seinem 3nhalt ist seitens des Auswärtigen Amtes nicht erfolgt. 3m übrigen haben Verhand­lungen über Personenfragen zwischen dem Auswärtigen Amt und dem Generalsekre­tariat des Völkerbundes noch nicht statt­gefunden.

Verstimmung im Völkerbund-Sekretariat.

Köln, 29. Dez. Der Genfer Korrespondent derKölnischen Zeitung" berichtet Über die private Stellenjagerei in Gens. Die Bemühungen privater deutscher Persön­lichkeiten hausten sich jetzt in einer Weise, die in Genf großes Aussehen errege. Private An-

Amerika mb die Abrüstung

London, 29. Dez. (WTB.) Der Washing­toner Korrespondent derM o r n i n g P o st" schreibt: Es verlaute, daß Frankreich und Japan zu Eoolidges Enttäuschung, chre Be- teilinung an einer neuen Marinekonserenz in Washington ablehnten. Man berichte jetzt, daß die amerikanischen Vertreter im Februar nächsten Jahres in Genf taktvoll an­deuten würden, daß die großen Seemächte, wenn sie eine offizielle Beteiligung Amerikas an der Abrüstungskonferenz wünschen, ihren Einfluß geltend machen müssen, um eine neue Marinekonserenz in Washington zu ermög­lichen. Die Meldung fügt hinzu. Präsident Coolidge glaube fest, daß der Beitritt der Ber­einigten Staate« zum Weltgerichtshof im Feb­ruar eine vollendete Tatsache fein werde.

Die Mresresorm in Italien

Italien denkt nicht an Abrüstung

sk. Rom, 30. Dez. Nach einer Mitteilung derTribuna" wird der Ministerrat sich mit der nunmehr fertiggestellten H e e r e s r e - form befassen. Tie Heeresstärke werde eine bedeutende Bergrötzerung erfahre«. Das Charakteristikum der Reform werde die Einführung der breigeftaffclten Di Vi­sion sein. Die Zahl der Divisionen solle 30 betragen, doch solle jede Division um ein Re­giment verringert werden. Trotz der Ver­minderung der Regimentszahl werde der Stand der Regimenter nicht derart herabge­setzt sein, wie in den früheren Plänen. Der Mindestdauer des Liniendienstes werde sechs Monate betragen. Infolge der Einführung der neuen Divifionsorganisation werde die Bri­gade ausgehoben. Die Kraft der Infanterie­einheit werde hauptsächlich durch die allge­meine Durchführung der Einheitsbataillone ge­hoben werden, die mit Maschinengewehren und Schützengrabenkanonen ausgerüstet seien. Ebenso werde die Feuerstärke der Kavallerie und Bersaglieri bedeutend erhöht. Außerdem werde ein organisches Zusammenwirken zwi­schen Infanterie, Flugwesen und Marine vor­gesehen. Der Nationalmiliz sollen bestimmte Aufgabe« umschrieben, wie in der Mobili­sierungsperiode zugewiesen werden. Die Eisen­bahntruppen und die Postmiliz hätten den Zweck, die Sicherheit ausrechtzuerhalten und unter allen Umständen zu gewährleisten.

Rußland und der Lomno-Mkt

Die neuerliche Anwesenheit des russischen Volkskommissars für Auswärtige Angelegen- besten, Tschitscherin, in Berit« und eine verschiedenen Besprechungen, die er mit den führenden Persönlichk ftten der deutschen Politik hatte, haben erneut die Frage m den Vordergrund treten lassen, welche 'Stellung Rußland zu dem Locarno-Pakt einnrmmt. dttcht nur in Deutschland und m den Ententestaaten, andern auch im neutralen Ausland beschäftigt man sich etngehend mit dieser Frage. Neuer­dings versuchte ein bekannter, dänischer Tages- schttststeller, Dr. jur. C- Asche, tmFyens Venstreblad" die Frage zu beantworten, ob es möglich.ist. den Sowjetstaat in aosehbarer Zeit tn den Ring der Mächte einzugliedern, der sich tn Locarno auf gemeinsame Paragra­phen zum Schutz des europäischen Friedens ge­einigt »ft. Die dänische Darstellung zieht zur Beantwortung dieser Frage eine große Reihe wichtiger Gesichtspunkte heran und kann daher ein ailgemeineres Interesse beanspruchen.

Dr. Asche begrüßt wie cs ja die gesamte dänische Presse getan hat die Abmachungen von Locarno mit großer Freude, bezweifelt aber den Wert dieser Abmachungen, solange Rußland noch von dem übrigen Europa isoliert ist und allenlocarnistischen Besttcbungen und völkerkundlichen Erörterungen abweisend gegen« übersteht. Solange Rußland bis an die Zähne bewaffnet noch isoliert stehe, sei auch an eine allgemeine Abrüstung nicht zu denken. Auch die wittschastliche Wicderaufrichtung Europas könne nicht durchgeführt werden, solange West- und Mitteleuropa einerseits und Rußland an­dererseits nicht in einen regen Austanschverkehr eingetreten wären. Erst wenn Osteuropas schlummernde Millionen" in den ökonomischen Kreislauf Europas eingeführt seien, könne man das geschwundene Gleichgewicht Europas wieder Herstellen.

. Unser dänischer Gewährsmann schildert dann ausführlich, tote sich das Vertragswerk von Locarno in den Augen des offiziellen Rutzlatws malt. Zwar habe der Locarno-Vertrag eine feste Brücke zwischen den Siegern und den Be­siegten hergestellt, aber noch warte die andere gtofee Jngenieurarbeit ihrer Erfüllung, näm­lich der Bau der mächtigen Brückevondeni Westen nach dem Osten. Halte man sich an die AeuHerungen, die die osstzielle Songet- prcssc über die Situation nach Locarno bekannt gebe, so müsse man Pessimist werden. Moskau habe sich tn den letzten Tagen so scharf tote nur irgend möglich gegen jedeLocarnisie- rung" von Rußland ausgesprochen. Der russi­sche Bär lasse sich nicht aus die friedlichen Auen von Locarno locken. Die «teilten sow- jetorgane äußerten sich mit größter Berbftte- ntng über den vermeintlichenAnschluß Deutschlands an die Westmächte". Die ,,Js» westija" vermutet, daß Deuffchlands Anschluß an die großenRaubmächte" nun tn beschleu­nigtem Tempo vor sich gehen werde. Im Netz des Völkerbundes sei der stügelstarke deut­sche Aar gefangen worden. Der Vertrag von Locarno sei nichts anderes als ein gegen Ruß­land abgeschossener vergifteter Pfeils Bezeich- nenb ist auch eine Zeichnung derJswestna , die Chamberlain als englischen Polizisten dar­stellt, der den deuffchen Michel am Kragen gefaßt hat und ihn tn den Völkerbund hinein- schleifl. Im Gegensatz dazu bringt diePraw- da" das Bild eines breiffchultrigen rustischen Bauern, der England mit den Worten droht: Uns sollt ihr nicht locarnisieren!"

Zwar sind, tote Dr. Asche weiter ausführt, manche der Meinung, daß btc Sowjetleute all­mählich Fühlung mit den Westmachten zu ge­winnen suchen. Tschitscherin scheine zu suhlen, daß es für Rußland eine Notwendigkeit iet, in ein gutes Einvernehmen mit Rußland zu kommen. Solange man in Moskau immer das isolierte Deuffchlaud gegen England habe ausspielen können, sei die russffche Pofttion die­sem Lande gegenüber stark gewesen. Nachdem dieser beliebte Trumps aber nicht mehr ange­wandt werden könne, beginne man sich aus an­dere Weise Westeuropa zu nähern.

Zum Schluß wirst Dr. Asche die Frage aus, ob Rußland noch immer einem eventu­ellen Eintritt in den Völkerbund so unbedingt ablehnetst) gegenüberstehe wie bisher und ob die Entsendung eines russischenBeobachters" nach Gen? schon als Signalwechsel angcsprockien werden tönne. Die Antwort hierauf sei schwer, west die russische Außenpolittk sich immer durch UnzuverlAsigkeit und Zweideutigkeit ausgezeich­net habe. Jedenfalls würden die übrigen Mächte sich kaum auf besondere Abmachungen einlassen, wenn sie nicht die Gewähr dafür er­halten, daß man aus die Worte der russischen Staatsmänner bauen könnte.

Das EM der snmMchm RegstmnMW

Das französische Budget für 1926.

Paris, 29. Dez. (WTB.) Im heutigen Ministerrat hat Finanzminister Doumer de« endgültigen Text seiner Finanzgesetz- entroürfe vorgelegt. Die Bedürfnisse des Schatzamtes für 1926 belaufen sich auf 8800 Millionen.

Die Deckung dieser budgetären Erfordernisse soll nach den'Vorschlägen des Finanzministers wie folgt erzielt werden: Einnahmen: Erhöh­ung der Einkommensteuer gemäß dem Finanz­gesetz vom 4. Dezember 1925 für das Jahr 1926 3000 Millionen, höhere Eingänge der Steuern durch Verschärfung der Steuerkon­trolle 300 Millionen, der Tabakpreise 1000 Millionen, Exportsteuer 600 Millionen, eine außerordentliche Besteuerung auf alle ge­schäftliche Transaktionen in Höhe von U/. Prozent (nach italienischem Muster) 3800 Mil­lionen, im Ganzen also Einnahmen 8800 Mil­lionen.

Der Ministerrat ermächtigte den Finanz­minister, seine Entwürfe in der Kammer ein­zubringen und deren Prüfung im Finanzaus­schuß fortzusetzen, um das im Interesse des Landes notwendige Einverständnis zwischen der Regierung und dem Parlament schon im Januar 1926 verwirklichen zu können.

Am Nachmittag beschloß die Kam- mer mit 411 gegen 29 Stimmen, der Regie­rung die verlangten Kredite in Höhe von 2 090 000 Franken einschließlich der Aus­gaben für Truppenoerlegungen und Trans­porte für die Levante- und Marokkoarmee zu gewähren.

P r o t o t o 11 1. 3n jedem Falle gilt, daß jede der vertragschließenden Seiten volle Handlungsfreiheit behält, soweit dies sich auf Beziehungen allerlei Art zu dritten Mächten außerhalb der Grenzen der Ver­pflichtungen erstreckt, deren Bedingungen in diesem Vertrag festgelegt sind.

Protokoll 2. Beide vertragschließenden Seiten sind darüber zu einem Einvernehmen gekommen, daß der Ausdruckp o 1 i t i s ch e n Charakters" in Artikel II dieses Ver­trages so zu verstehen ist. daß er auch alle finanziellen und wirtschaftlichen Abkommen zwischen irgendwelchen Machten erfaßt, die gegen eine der vertragschließenden Seiten gerichtet sind.

Protokoll 3. Beide vertragschließenden Seiten verpflichten sich gleichermaßen, Ver­handlungen einzuleiten über die Festlegung der Art der Regelung etwaiger Meinungs­verschiedenheiten, die zwischen beiden ent­fielen und die auf dem üblichen diplomatischen Wege nicht geregelt werden könnten."

Der Vertrag und die Protokolle sind im einzelnen unterzeichnet mit:Vollzogen in Paris am 17. Dezember 1925. Georgi Tschitscherin, T. Auschdi.

London, 29. Dez. (WTB.) In der W e st m i n st e r Gazette" wird zu den Meldungen über Geheimklauseln im rus­sisch-türkischen Vertrag erklärt, in gutunterrichteten diplomatischen Kreisen be­trachte man dese Berichte mit starker Skepsis. Rußlands Polftik, so werde dargelegt, sei eher nach Westen als nach Osten orientiert. Es gelte als sehr unwahrscheinlich, daß Tschitsche­rin Geheimabkommen über eine militärische Unterstützung der Türkei im Falle eines Krie­ges mit England und dem Völkerbund abgc schlossen habe. Tschitscherin fei viel zu schlau, sich der Gesahr einer Enthüllung, die jebe Aussicht aus eine Verständigung mit Frank­reich vernichten würde, auszusetzen.

Die englisch-türkischen Beziehungen.

L o n d o n, 29. Dez.Daily News" schreibt: Amtliche Kreise in London teilten nicht die Besorgnis, die in gewissen Blättern wegen der