Einzelbild herunterladen
 

297

kann

Die Abrüstungskonferenz

möglich beginnen.

Marburger TagesaWiger

Montag, 21. Jezbk. 1925

,lich. Mte mg iens is für . Mk ' mm issür OMk.

> mm.

WM

LandeSzeitung

Vertagung des italienischen Parlaments.

9t o m, 20. Dez. Kammer und Senat haben sich bis auf weiteres vertagt.

Rücktritt des persischen Kabinetts.

T e h e r a «, SO. Der- Das persische Kabinett ist nach der Thronbesteigung R i z a K b ° n s zurückgetretr». Ein neues Kabmett ist noch nicht gebildet. 1

^vberheMche Zeitung" er sechsmal wöchentlich. Be­reis monatlich 2 GM. auL- ßl. Zustellungsgebühr, durch

(12.25 GM.Für etwa infolge s, Maschinendefekte »der tatet Ereignisse ausfallende ttn wird kein Ersatz ge- Derlag b. Dr. §. Hiheroth, der Univ.-Buchdruckeret v.

Äug. Koch, Markt 21/23. sprechet: Ri. 55. u. Rr. 666. scheckkonto: Amt Frankfurt M. Rt. 5015. Sprechzeit ; Redaktion von 1011 und

Boykottier»«« der ägyptische« Wahlen durch die Bürgermeister.

Kairo. 21. Der. Unter den Prooinrial- bürgermeistern ist gegenwärtig eine Bewegung im Gange zur Boykottierung der neuen Wahl, die der Premierminister Ziwar Pascha vor­bereitet. 5m Bezirk Talla sind allein 41 Bür- germeister entlassen worden oder zurückgetrete«. Wahrscheinlich wird die Mehrzahl der Bürgermeister in ganz Aegypten rn rücktr. ien. ;

2lm 15. Februar 1926 soll in Genf der I Dorbereitende Ausschuß für die Abrüstungs­konferenz tagen. Deutschland ift dazu ein­geladen und wird sich auch an den Derhand- lungen beteiligen. Es hat, nachdem es selbst wehrlos gemacht ift, ein dringendes Interesse daran, daß die anderen Staaten gleichfalls wenigstens einen Teil ihrer Rüstungen ab­legen. Aber werden sie es tun? Wird nicht der alte Drang zur Macht, die gegenseitige I Eisersucht alle Zriedensregungen überwiegen? Der Geist von Locarno soll die Welt durch­dringen; wir werden jetzt die Probe darauf I sehen. ,, ... I

Wie schwierig das Problem ist, zeigen I schon die Fragen, über die man sich geeinigt hat. Was bedeutet eigentlich Bewaff- I nung? Gehören dazu nur das Landheer, die Flotte und die Luftfahrzeuge? Mussen nicht auch die Einwohnerzahl, das Eisen­bahnnetz, die Entfernung der Landeszentren, die Dauer der Dienstzeit, die Wirtschafts­kraft und vieles andere mit berücksichtigt wer- I den? Ferner bleibt festzustcllen, ob sich even­tuelle Einschränkungen nur auf die ürledens- zeit beziehen sollen, wie die Handelsflotte militärisch zu bewerten, wie eme Unterschei­dung zwischen Zivil- und Militarluftschisfen durchzuführen ist, wie die Ersatzteile von Flugzeugen und Motoren zu behandeln sind.

Dazu treten die Schwierigkeiten der Kon­trolle. Soll sie sich auf die Kasernen und Walerialdepots beschränken, soll sie von stcm- digen Kommissionen oder von den den Ge- sandtschaften beizugebenden militärischen Atta- ches ausgeübt werden? Und welche Formen nimmt sie an, sobald ein Einigungs- und Schiedsverfahren im Gange ist, das die daran Beteiligten zu besonderer Eile drängt? Schon diese Zweifelsfragen zeigen, wie verwickelt diese ganze Angelegenheit ist und wieviel Möglichkeiten des Misslingens sich bieten.

Dm: Hauptgrund dafür, dah trotzdem ein Versuch gemacht werden muh, ist ein fi­nanzieller. Sn allen gröheren Staaten haben sich die Ausgaben für die Wehrmacht stark gesteigert. Sn Frankreich, das eine .Armee von ungefähr 700 000 Köpfen unter­hält und auch noch Kolonialtruppen tn weitem Umfange heranzieht, ist der Franc derart entwertet, dah er statt 80 Pfennig augenblick­lich nur noch 15 Pfennig gilt. Polen, das sich gleichfalls militärisch übernommen hat, muh I mit immer weiterer Entwertung des Zloty I rechnen. England müht sich seit fahren mit einer Arbeitslosenzifter von durchschnitt­lich 1,25 Millionen ab. Der Geldstand der ganzen Welt ist um etwa 40 Prozent herab- gesunken. Diese finanziellen Aöte legen un- I bedingt eine Verständigung auf militärischem

Gebiete nahe. . .,

I Erschwerend wirkt nur, dah damit ein

Verzicht auf Ziele verbiß ist. die I in den betreffenden Ländern bisher als se.bst- I verständlich galten. Frankreich ist die stärkste I Militärmacht auf dem Kontinent und will es auch bleiben. England sucht fern nicht mehr ganz wetterfestes Smperium zu stutzen und richtet sich für den Kriegsfall auf eine Blockade Sapans ein, wofür ihm- Smgapore I einen Stützpunkt bilden soll. Rußland wühlt den Osten auf und schiebt sich dorthin immer weiter vor. Kurz, Rivialitaten überall, wohin das Auge blickt, machtpvlitische Tendenzen, die bisher juristischen Bindungen noch immer widerstrebten. Kein Land, außer Dänemark, I hat denn auch wirklich abgerustet. Alle waren vielmehr bestrebt, ihre Position zu verstärken. Sn England haben kürzlich der Kriegsminister und der Erste Seelord eine Verminderung

I der Wehrmacht ausdrücklich abgelehnt.

I Es wird ein interessantes Schauspiel wer- I wie sich die Großmächte unter dem

Druck Amerikas drchen und winden, wie

Sie Wetzimg von Somali

Rom, 19. Dez. Die vor einiger Zeit von Italien im Somaliland eingeleitete Besetzungsakt ton ist, wie die Blät­ter melden, reibungslos und ohne wesent­liche Verluste auf italienischer Seite durch- geführt worden. Im Sultanat Obbic sind zwei italienische Offiziere, in einem anderen Sultanat drei ita­lienische Unteroffiziere aus einem Hinterhalt erschossen worden.

m W reis- egen

Rutztand soll Mo Teilnahme umnögM gemaA werden

einer dem anderen die Schuld daran zuschiebt, dah die Verhandlungen nicht vvm Fleck kom­men. Amerika ist sonst nicht geneigt, bte Finger in die europäische Pastete zu stecken, die Abrüstung in den Schulderländern aber will es wirklich, schon weil es anderfalls be­fürchten muh, nicht zu seinem Gelbe zu kom­men'. Es wird also dahin drangen, dah sich die Verhandlungstermine nicht verschieben, sondern ernsthafte Erörterungen so bald wie

Rr.298 60. Äg. Marburg a. Bahn

Der Anzeigenpreis beträgt für den 10 gespalt. Zeilenmillimeter 6.08 GM kleine Daran,eigen 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz­dorschrift 50«/, Aufschlag. Sammelanzeigen 100 % Aus­schlag. Reklamen der Millim. 0,40 GM. Zeder Rabatt gilt als Darrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark V«,,Dollar.

Sowjrtrntzland unk» die Abrüstungs­konferenz.

Moskau, 20. Dez. Die Einladung des Völkerbundsrates zur Teilnahme an den Arbeiten des Rates auf der zum la. Februar nach Genf einberufenen Kommis­sion zur Vorbereitung der Abrüstungs­konferenz ist beim Außenkommissariai eingegangen. Das Schreiben weist darauf hin, daß der Völkerbundsrat angesichts der großen Bedeutung der Sowjet­union in der Abrüstungsfrage die An­wesenheit Rußlands nicht nur aus der Konferenz, sondern auch in den die Kon­ferenz vorbereitenden Kommissionen große Wichtigkeit beimesse. Zu dieser Ein­ladung des Völkerbundsrates schreibt die

Fswcstija", daß die Sowjetunion trotz ihrer skeptischen Einstellung gegenüber ben Abrüstungsmöglichkeiten der bürgerlichen Staaten sich niemals geweigert hat, an den AbrüstnngSve-handlnngen teilzunehmen und in den meisten Fällen die Initiative zu derartigen Verhandlungen ergriffen habe. Beweis dafür seien Tschitscherin? Vorschläge in Genua und bie An­regung der Sowjetregierung zu der int Jähre 1922 in Moskau abgehaltcnen Ab­rüstungskonferenz der baltischen Staaten, ferner die Rede Rakowskis in London und neuerdings die Erklärungen Rh ko Ws auf der Parteikonferenz des Gouvernements Moskau, in der die Bereitschaft der Sow­jetunion zur Unterstützung aller wirk­lichen A b r ü st u n g s m a ß n a h m e n be­tonte . DieJswestiia" erklärt, die Frie­densliebe der Sowjetunion beruhe auf dem dringenden Bedürfnis nach Frieden, der zur Wiederherstellung der Wirtschaft notwendig sei. Die Sowjetregierung sei auch jetzt be­reit, an der bevorstehenden Abrüstungs­konferenz teilzunehmen, ungeachtet dessen, daß bie Einladung an Rußland bereits zum Gegenstand eines diplomatischen Spiels geworden sei, welches bezwecke, Ruß­land zum Verzicht auf die Teilnahme an der Konferenz zu zwingen. Ein der artiger Verzicht wäre Wasser auf die Mühle Englands, denn er würde ge­nügen, um Rußland vor den breiten Massen als Friedensstörer erscheinen zu lassen. Be­sonders charakteristisch sei die Wahl von Genf als Konferenzort, wohin Ruß­land mit Rücksicht auf seine Beziehungen zur Schweiz nicht gehen tön ne. Die Jswestija' fährt fort: das ist dem Völker- I Hund bekannt und er hat auch 1924 die

Tagung der Kommission für die Marine- rüstungen wegen der Weigerung der Sow­jetdelegation, in die Schweiz zu reifen, nach Genf verlegt. Die Sowjetreglerung betont von neuem ihre Bereitschaft, an der bevorstehenden Abrüstungskonferenz teilzu­nehmen, wird jedoch alle Maßnahmen tref- I fen, um vor der öffentlichen Meinung aller

Länder die Versuche zu enthüllen, | die daraus ausgehen, die Konferenz mit I Bedingungen zu umkleiden, welche für die I Sowjetunion unannehmbar sind, um I dadurch deren Teilnahme an der Kon- 1 ferenz unmöglich zu machen.

Kriegsminister Painlevo erhob sich und wollte den Sitzungssaal verlassen. Einige Ab­geordnete hielten ihn zurück. Des Hauses be- mäcktigt sich eine große Unruhe.

Der kommunistische Abg. Cachin rief aus:Der Abg. Desjardins ist also ein guter Rekrut für uns und für die antimdita» ristifcke Propaganda!"

Im weiteren Verlauf der Debatte erklärt in einer kurzen Ansprache Ministerpräsi­dent Briand, daß jetzt der Aufstand wesentlich zurückgehe.

Hierauf ergreift

Kriegsminister Painlevß

das Wort und spricht sich im einzelnen übet die militärische Lage und über die Ursache des Aufftandes in Syrien aus. Er erklärt, nicht die Anwesenheit dieses oder jenes Generals habe den Aufftand unter den Drusen hervor­gerufen. Diese Stämme haften periodisch schon unter türkischer Herrschaft revoltiert. Gene­ral Sarrail sei durch die Ereignisse gezwungen gewesen, einige Schüsse auf Damaskus ab­geben zu lassen, um sehr ernste Ereignisse, bie hätten eintreten können, zu verhindern.

Daraus ergreift

Ministerpräsident Briand

das Wort zur Beantwortung der Interpella­tionen. Er betont, die soeben stattgehabte De- batte habe in ihm den Gedanken befestigt, den er schon immer gehabt habe, nämlich, daß Tlllitärperfonen für besondere Aufgaben geschaffen seien, daß fie aber nicht mit der Verwaltung betraut werden dürften. Briand betont fernen Abscheu vor dem Krieg im allgemeinen und erklärt alsdann, er weigere sich, in Sultan Atrasch und Abd el Krim Kultur­träger zu erblicken. Frankreich sei es ge­wesen, das nach Syrien und Marokko die Zivilisation gebracht habe. Frankreich habe oiel zu sehr gelitten, um nicht zu wünschen, dem Blutvergießen Einhalt zu tun. Aber es sei angegriffen worden.

Während der Ausführungen Briands ver­suchen die Kommunisten systematisch den Red­ner zu unterbrechen.

Briand erklärt weiterhin, er glaube nicht, daß Frankreich, wenn es Marokko und Syrien aufgeben würde, vor Vorwürfen geschützt wäre. Die Aufgabe Frankreichs sei es, den Geist der Solidarität unter den Völkern zu entwickeln. I indem es die Freiheit der Völker respektieren

:äuleiit gen des nabten, kochen, I lucht gutem tze oder um 15. ! Zeug­in Än- 209 an 63665

elluntz le Ver- tönnen schaffen

K3o8 6er orf 3

SNlcnWte ta der srnnziMen Kammer

Paris, 20. Dez. Auf der Tagesordnung der heutigen Kammersitzung steht die Weiter­beratung der Ereignisse in Syrien.

Der radikale Abg. Girod beschäftigte sich mit der militärischen Kampagne, mit dem Auf­stand der Drusen. Er verteidigte die Haltung des Generals Sarrail und er­klärte, daß bei dem Ueberfall auf bte Abtei­lung Michaud 28 Offiziere getötet unb 28 ver- rounbet worben feien, 642 Mann seien getötet worden, darunter 122 Franzosen, 529 verletzt, darunter 127 Franzosen.

Der Abgeordnete sprach von einem Bericht des Kommandanten von Sueida, Aujac, den General Sarrail mit Bemerkungen versehen an General Michaud gesandt habe, der aber niemals in dessen Hände gelangt sei, sondern den man nach der Ab­reise des Generals Sarrail in einem Büro unter den Akten aus dem Jahre 1923 ge­funden habe.

Diese Mitteilung erregte großes Auf- sehen. Der Abg. Girord gab darauf fol­gende Erklärung ab über die Ausgaben, bie Frankreich feit 1920 für Syrien gehabt habe: 1920: 564 Millionen Franken, 1921: 720 Mil­lionen, 1922: 401 Millionen, 1923: 220 Millio­nen, vom 1. Juli 1924 bis 1. Juli 1925: 197 Millionen, vom 1. Juli 1925 bis 1. September 1925 106 Millionen. An Soldaten unterhielt Frankreich in Sorten im Jahre 1921 68 000 Mann 1922 50 000 Mann, 1923 35 000 Mann, 1924 22 500 Mann und am 1. Juli 1925 betrug die Effektivstärke 18 500 Mann.

Rach dem Abg. Girod ergriff der demokra­tisch-republikanische Aba. Desjardins das Wort, der vor allen Dingen der Regierung zum Vorwurf machte, daß sie, als der Drusen- Äufstand ausgebrochen fei, das französische Volk nicht unterrichtet habe. Er kriti­sierte ih schärfster Weise die Durchfüh­rung der militärischen Maßnahmen, was zu wiederholtem Protest des Kriegsministers Painlevö Veranlassung gab.

I Der Abgeordnete forderte, daß die Generäle I sarrr.il und Michaud in Anklagezustand ver- I setzt würden

I und warf ihnen vor, daß sie ihre Pflicht I verletzt hätten und die Soldaten hatten er» I morden lassen.

Mi Ausnahimruftand

Serlin, 19. Dez. (XU.) Zu der Meldung «Soff. Zeitg.", daß an amtlichen Stellen lnoögungen über die Verhängung des Aus- chmezustandes stattgefunden hätten, wird an I «ständiger Stelle erklärt, daß diese Mittei- I jntg in keiner Weise den Tatsachen ^tspreche. Insbesondere sei es unzutres- I Md, daß der Reichskommissar zur Ueberwach- iug der öffentlichen Ordnung in irgend einer ptm Anregungen hierzu gegeben und daß das stichsminijterium des Innern sich dieserhalb itt den Länderregierungen in Verbindung ge- | jetzt habe.

Auch das Reichswehrministerium denkt an keinen Ausnahmezustand.

Berlin, 20. Dez. (TU.) Das Deichs- pehrministerium stellt gegenüber tebenäiofen ; Behauptungen einzelner Blätter fest, daß j feine Dienststelle des Ministeriums sich mit der Vorbereitung des Ausnahmezustandes cher damit zusammenhängender oder ähn- 1 lieber Fragen befaßt habe. Ebenso sind, wie ms von zuständiger Stelle .mitgeteilt »iib, die Behauptungen, dah eine Aeichsstelle I Fragen im Bezug auf die Verhängung des W>WI Ausnahmezustandes an die preußische Ae» _____ «ienmg gerichtet habe, sowie, daß angeregt toötben sei, die Landespolizei einer Deichs- leitung zu unterstellen, frei erfunden.

--*--

Mehnnng drS Rofful'M' fmuchs

Angora, 19. Dez. Das türkische Kabinett hat unter dem Borsitz Mustapha Kemal Paschas gefletw Tag und Sacht über die Lag« beraten, die sich aus der Entscheidung des Völderbunds- rates in der Mos sulf rage ergeben hat. Der Generalstabschef wurde zu der Beratung tugezogen. Der Nationalversammlung wird em Sonnabend oder Sonntag eine Entschlie- tzang vorgelegt werden, die die glatte Ab­lehnung der Entscheidung des Völ- kerbundsrates ausdrückt.

ÄbechMsche Zeitung

DieDjumuriet" schreibt: Wir werben Mos- ful retten, ebenso wie wir Smyrna, Adana und Brussa gerettet haben. Alle türkischen Zei­tungen kritisieren den Völkerbund, der das Werkzeug Großbritanniens sei. Ein führendes Regierungsorgan sagt, bie Regierung habe alle Möglichkeiten geprüft unb die notwendigen Maßnahmen getroffen, um jeder Lage gewachsen zu sein.Hakimiet i Millie" sagt: Die Verantwortung, die der Bölkerbund übernommen hat, ist nieber- - schmetternd. Der Völkerbund, dessen Aufgabe es ist, Konflikte auszuschalten, gibt durch die van ihm letzthin eingenommene Hal­tung den Weg zu bedauerlichen Der- Wicklungen frei.

Das Blatt schreibt weiter: Die Völker müs­sen jede Hoffnung fahren lassen, die sich auf den Völkerbund verlassen, um den Frieden aufrechtzuerhalten und die internatio­nalen Auseinandersetzungen zu schlichten, und die ihr eigenes Schicksal dem Mitleid anderer Rationen anvertrauen. Bittere Erfahrungen haben die Türken gelehrt, den Erfolg nur von ihrem eigenen Willen und von ihrer eigenen Macht zu erwarten. Es handelt sich hier um die einfache Anerkennung einer durch Gewalt und gemäß dem Gesetz des Stärkeren i einmal geschaffenen Lage.

Akscha m" sagt: Der Völkerbundsrat hat nichts anderes getan, als einen durch Eng­landzusammengebraute n^ Ent­scheid anzunehmen. Wir fragen alle Völker, die die traurige Verantwortlichkeit für diesen Spruch tragen, unb Frankreich in erster Linie, welchen Jubas lohn sie für bie begangene Ungerechtigkeit bekommen haben.

fk. London, 21. Dez.Times" meldet aus Konstantinopel, es könne angenommen werden, daß die Türken vorläufig jeden Ge­ldanken an Eewaltmaßnahmen Mosiul gegen- über aufgegeben haben. Die Konfliktgefahr sei i jedoch nicht völlig beseitigt. Dte Kriegspartei in Angora sei stark und stehe unter dem Ein­fluß der Bolschewisten, die von einem Krieg im Frühjahr sprächen.

:S