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Marburger Tagcsanzeigtt
SeMche Lan-eszertung
Sonnabend, -en 19. Aezbr. 1925
Es wird dann in namentlicher Abstimmung mit 112 gegen 110 Stimmen der Antrag Hecken-Kaufhold (Dntl.) abgelehnt, der als Wert den für die Reichsverrnögens- fteuerveranlagung 1924 festgesetzten Wert festlegen teilt Mit großer Mehrheit wird dar- auf die neue Fassung, die von den Demokraten, Sozialdemokraten und dem Zentrum beantragt ist, angenommen, wonach die Steuer nicht erhöht wird bei den ~ ' estell»
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Vor Auflösung der Kammer tu Frankreich Sie WMwWen Behandlungen
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1 Goldmark — V«,-Dollar.
namentlicher Abstinimun, 156 gegen 108 C gen die Rechte die Streichung des Passus beschlossen, der für die Erhebung von Zuschlägen über 200 Prozent die Genehmigung des Ministers des Innern fordern wollte.
gestellten Bauten beginnt die Freizeit mit dem 1. April 1926. Auch die Deutschnationalen stimmen dafür. Ferner findet mit Zustimmung der Deutschnationalen Annahme der Aenderungsantrag der genannten Parteien, der den Erlaß der Steuer für Siedlungen aus die Dauer von 5 Jahren ausspricht. In wurde mit immen ge-
nach dem 31. März fertig ten Wohnungen einschließlich _ _ hörigen Hofraumes für die Dauer von 5 Jahren nach Ablauf des Rechnungsjahres, in dem die neuen Bauten fertiggestellt worden find. Für die im Rechnungsjahr 1924 fertig-
Als Termin für die Gültigkeit der Borlage wurde gemäß den Beschlüssen 2. Lesung anstelle des von der Regierung gewünschten 31. März 1927 der 30. Dezember 1926 beschlossen, unter Ablehnung des deutschnationalen Antrages, der die Gültigkeit auf den 31. März 1926 beschränken wollte.
Die Schlußabstimmung über die Borlage 3. Lesung findet auf Antrag der Deutschnationalen namentlich statt Es wurden nur 159 Karten abgegeben. Das Haus ist also beschlußunfähig. Die Sitzung wird ge- schlossen und auch sofort eine neue Sitzung anberaumt
In der weiteren Sitzung beschäftigte sich das Haus mit der zweiten und dritten Beratung des Jnitiativgesetzentwurfes über die Gewährung einer einmaligen Zuwendung an die Beamten. Diese Dorlage lehnt sich an die breite bekannten Beschlüsse des Reichstages für die Reichsbeamten an. Die Beamten der Truppe 1 bis 4 bekommen darnach ein Biertel des Monatsgehaltes. Es sind ferner Mindestsätze vorgesehen, die bei 30 Mark beginnen. Weitergehende Anträge der Kommunisten werden abgelehnt, die D v r» tage selbst mit großer Mehrheit in zweiter und dritter Lesung angenommen. Auch bei der Schlußabstimmung findet die Vorlage gegen die Stimmen der Kommunisten Annahme. Ohne Debatte wird in dritter Beratung und in der Schlußabstimmung folgender Gesetzentwurf angenommen:
Aenderung des Feld- und Fvrstpolizei- gesetzes,
Aenderung der Amtsgerichtsbezirke Dorum und Wesermünde-Lehe,
Erweiterung des Sladtlreises Kassel, Aenderung der Amtsgerichtsbezirke Festenberg, Groh-Wartenberg und Reumittelwalde.
betreffend die Ablösung öffentlicher Anleihen vom 16. Juli 1925 und über die Behandlung der Markanleihe der elsaß-lothringischen Gemeinden sowie über die nach dem •vertrag von Versailles sequestrertrn deutschen Anleihen vereinbart. Die französischen Staatsangehörigen wecken für ihre deutschen Anleihen die gleichen Vorteile erhalten tote die Angehörigen einer jeden anderen Nation.
Die Mobilisierung der Reichsbahnobligationen.
Paris, 18. Dez. (WB.) Die Havas- agentur veröffentlicht folgende halbamtliche Richtigstellung, die sich auf die wiederholt vom »M a t i n" besprochene Mobilisierung der Reichsbahnobligationen bezieht. Man erklärt in autorisierten französischen Kreisen. daß die Frage noch nicht offiziell behandelt worden sei, obwohl man den Gedanken ins Auge gefaßt habe. Man dementiere aber, daß offiziöse Verhandlungen zu diesem Zwecke in Aussicht genommen worden feien. Auf keinen Fall würde die Verwirklichung dieser Möglichkeit eine vorzeitige Räu- m u n g des besetzten Rheinlands als Gegenleistung nach sich ziehen könne« .
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Die deutsch französischen Wirtschaftsverhandlungen.
ff Paris, 19. Dez. Die deutschen und französischen Delegierten für die Wirtschafts- verhandlungen setzten gestern die Erörterungen der von beiden Setten gemachten Vorschläge fort. Die Besprechungen werden heute fortgesetzt, um zu einem Kompromiß zu gelangen.
PoliMe Win
Das endgültige Scheitern der großen Koalition kam nicht unerwartet. Es muß Herrn Koch zugestanden werden, er har bei seinen Bemühungen um die Bildung einer zahlenmäßig tragfähigen Regierung nicht ungeschickt operiert. Mit bewußter Absicht stellte er die rein partei- taktischen Momente und die persönlichen Fragen stark in den Hintergrund und beschränkte sich darauf, ein Programm auszuarbciten, das in seinen Einzelheiten so abgefaßt war, daß eine Einigung hierüber durch die für die Koalition in Frage kommenden Parteien zu erwar- .ten war. Es muß auch festgestellt werden, daß die bürgerlichen Fraktionen der Koalition das Aeugerste taten, um die Lösung auf dem vorgeschlagenen Wege zu ermöglichen. Was im Grunde genommen die Sozialdemokraten bewogen hat, kurzerhand die Verhandlungen abzubrechen, geht nicht ganz klar aus der Erklärung hervor, mit der sie ihren Schritt begründet haben. Es kann aber gesagt werden, daß weniger das was ausgesprochen wurde als das, was unausgesprochen blieb, die Ursachen abgab, di« das Scheitern der großen Koalition besiegelte.
Paris, 18. Dez. Der Austritt der radikalen Linken aus dem Kartell beschäftigt aufs lebhafteste die parlamen tarifchcn Kreise. Das Kartell der Linken ist nunmehr auf 28« Deputierte zusammengeschrumpft, verfügt also n ich - mehr über die Majorität tn der Kammer, die 573 Abgeordnetensitze enthält. Während früher in der Kammer uur ein Rechtsblock und ein Linksblock vorhanden war, kommt jetzt eine st a r k e M i t t e l g r u p p e hinzu, die d,e radikale Linke, die Gruppe Le Troquer uud die Linksrepublikaner umfaßt. Man nimmt an, daß das neue verstärkte Zentrum zum Mittelpunkt der Konzentration werden wird, auf die sich Briand zu stützen gedenkt. Indes dürften sich, falls die Konzentration nicht gelingt, umsomsl? Schwierigkeiten Herausstellen, auf Grund der gegenwärtigen Kammerzufam- menfetzung eine feste Regierung zu bilden. Die Auflösung der Kamme r scheint daher näher gerückt zu sein. , , ,
Die sozialistische Partei Frankreichs hat für den 10. Januar einen außerordentlichen Kongreß nach Paris eineetufeit.
Die deutsch-französischen Luftfahrtverhandlungen.
sk P a r i s, 19. Dez. Die Sachverständigen Deutschlands und der Alliierten, die ein Programm entwerfen sollen, das der Botschafterkonferenz unterbreitet werden wird, um bte Grundsätze für ein Luftabkommen zwilchen Deutschland und den Alliierten festz" stellen, sind gestern nachmittag zusammengett t n.
etttsch-franzv,»ches Abker —" über Anleiye- fragen.
Paris, 19. Dez. Die deutsche und die französische Regierung haben ein Abkommen I über die Durchführung des deutjchen Gesetzes
Die Sozialdemokratie will offenbar gerade jetzt, wo sie vor einem „strengen" Winter die Konkurrenz der Kommunisten umso mehr fürchten muß. in keine bürgerliche Koalition Eintreten, die ihr einen Ten ihrer Mafien entfremden würde zugunsten der noch Radikaleren. Trotz der Beteiligung an der Regierung in Preußen, die natürlich für die Lösung int Reich auch nut in Frage kommt, haben die parlamentarischen Führer der Partei einen Entschluß für die Große Koalition nicht durchbringen können. Man darf nicht vergefien, daß in den Reihen der Sozialisten ja jetzt auch die früheren Unabhängigen sind, aber entscheidend ist doch die Eesamtsituation und da» agitatorische Bedürfnis gewesen. Das zeigt auch die Tatsache, daß die Berliner Leitung ganz offenkundig einem Druck aus dem Lande nachgegeben hat, ein Vorwun. den man bekanntlich auch Len Deutsch- nationalen vor einigen Wochen schwer angerechnet hat. Die anderen Koalttions- parteien, mit Ausnahme der Deutschen Volkspartei, sehen wieder einmal ihre Felle wegschwimmen. Zum wievielsten Male stellt es sich nun heraus, daß die Sozialdemokratie nur so lange Mitarbeiten wird, als es ihrem agitatorischen Bedürfnis nützlich erscheint? Es ist klar, daß trotzdem die Demokraten weiter au, die Koalition hoffen, die Vorwürfe, die man der Sozialdemokratie macht, find wohl nur Theaterdonner. Auch das Zentrum hat eine dahingehende Entschließung gefaßt. Die ganze Taktik des Zentrums geht ja seit langem dahin, möglichst viel Parteien zu einer Regierung zusammenzu- fafien unter Ausschluß der Rechten, nickst zuletzt, weil es damit seine Verantwortung entlastet. Infolge seiner Stärke bleibt ihm der Einfluß in jeder Koalition ja sowieso. , „ ..
Das sind so parteitaktische Erwägungen die gewiß von Bedeutung sind und sein werden.
Die Regierungskrise währt nun gut zwei Wochen. Ihr Verlauf gestaltete sich nicht gerade zu einer Empfehlung des deutschen parlamentarischen Systems. Immer und immer zeigte sich bei fast allen Parteien das vorherrschende Bestreben einer Der- I antwortung aus dem Wege zu gehen. Zumal man weiß, daß angesichts der augenblicklichen Misere jede Regierung bei ihrem Handeln und Tun auf Volkstümlichkeit nicht rechnen darf Das sind Gründe, die vielleicht für die Parteipolitik verständlich sind aber mit der günstigen Weiterentwicklung der deutschen Zukunft nicht das geringste zu tun haben.
Inzwischen sind in Berlin mal wieder Attentatspläne aufgedeckt worden. Zwei I übel beleumundete Subjekte wollten Dr.
Strefemann ermorden. Eie haben jedenfalls einen solchen Plan besprochen. Es j braucht nicht gesagt zu werden, daß politi-
Der folgende Entwurf für eine preußische Derwaltungs - Rechtsantealtsordnung wird nochmals an den Berfassungsausschuß verwiesen. . I
Ferner stimmt das Haus in zweiter und dritter Lesung, sowie in der Schlußabstimmung mit großer Mehrheit dem Gesetzentwurf zu, der die technischen Bedingungen des Ber° fahrens bei Volksbegehren und Bolksentschei- dung in Preußen regelt.
Darauf vertagt sich nach Entgegennahme 1 der Weichhnachtswünsche des Präsidenten Bartels der Landtag auf Dienstag, Den 12. 3anuar 192 6.
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Sie Sämpit In Stiticn
Tod des Oberbefehlshabers der Drusen- streitkräfte.
fk. P a r i s, 19. Dez. Rach einem Telegramm der Information ans B e ; r u t I bestätigt sich die Nachricht vom Tode Fuffal Selims, des Oberbefehlshabers der Drusen.
Eia Interview mit Tschitscherin.
P ar is, 18. Dez. T s ch i t s ck e ri n hat vor seiner Abreise aus Paris einem Mitarbeiter des „Paris Midi" eine Unterredung gewährt, dem er während feines Aufenthaltes in Wiesbaden bereits erklärt hatte, rr fei für einen kontinentalen Pakt aber ohne englische Hegemonie. Gestern erklärte Tschitscherin, in der baltischen Frage beschäftigten Rußland die Maßnahmen, die in Dänemark erwogen würden, um den großen Kriegsschiffen die Durchfahrt durch den Sund zu ermöglichen. Auf diese Weise würde England auch das Baltikum beherrschen. Ueber die Frage der Haltung Rußlands zum Völkerbund erklärte Tschitscherin, die Sowjetregierung könnte keine Entscheidung eines Forums, wie dies der Völkerbund sei, akzeptieren, die mit Stimmenmehrheit gefaßt sei und von einer Versammlung, dxren Mitglieder eine andere Verfassung als die Rußlands hätltem,
Sutteigen der ErtyrMoienMer I
B e r l i n, 18. Dez. In der Zeit vom 16. bis $0. November 1925 ist die Zahl der H a u v t - I i»terstützungsemvfänger in der Er- verbslosenfürsorge von 473 009 aus 664 000, t b. um rund 41 Prozent, gestiegen. 2m einzelnen bat sich die Zahl der männlichen I ballvtunterstü:>llngsempsänger von 41 000 auf I 59 000 erhöht. Die Zahl der Zuschlags- empfang er lunterstützungsüerechtigte Ange- törige von Hauptunterstützungsemvsängern) ist I ,,n 572 000 auf 819 500 gestiegen.
Kein Ausnahme-Zustand. |
fk. Berlin, 19. Dez. Ein linksradi- kales Berliner Abendblatt glaubt Mitteilen zu können, daß das Reichswehrministerium mit Vertretern des Reichs- wehrkomma7idos Besprechungen über die Verhängung des Belagerungs- iu stand es zur Abwendung drohender Teuerungs- und Arbeiislosenunruhen abgehalten habe. Die „Dass. Z t g." will hierzu folgendes berichten können: Z« Reichsministerium des Innern hätten tatsächlich Verhandlungen über die Verhängung des Ausnahme-Zustandes im Falle [ auftretender Unruhen stattgefunden. Das Reichsministerium des Innern habe sich mit den Landesregierungen in Verbindung gesetzt. Die preußische Regierung habe eine durchaus ablehnende Antwort erteilt. Das Reichsministermm des Innern habe darauf den Plan fallen gelassen. — Die Verantwortung für die Richtigkeit vorstehender Angaben, deren Nachprüfung in später Nachtstunde nicht möglich war, bleibt dem oben genannten Blatt überlassen. -4
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| PrnMiim Landtag
Sitzung vorn IS. Dezember.
Zu Beginn der heutigen Sitzung des preußischen Landtages wurden Eingabeberichte erledigt und dann der Geschäftsbericht der preußischen Zentralgenossenschaftskasse sowie der Gesetzantrag v. Campe (DBP.) über die Vereinfachung der Verwaltung der Ausschuhberatung überwiesen. Ebenfalls ohne Aussprache wurde in eineit Reihe von Fällen die Genehmigung zur Strafverfolgung von Abgg. versagt.
Das Haus trat bann in die dritte Beratung der Rovelle zum Grundvermögens- steuergeseh ein.
Abg. Kaushold (Dntl.) trägt die Bedenken seiner Partei gegen das Gesetz vor Reubauten müßten bereits im Jahre 1926 von der Steuer befreit sein. Seine Partei wiederhole auch die Forderung auf Steuerfreiheit der Siedler. In den wichtigsten Punkten werde sie namentliche Abstimmung verlangen, damit sich zeige, wo die Mittel- j standsfreunde sitzen.
Finanzminister Dr. H ö p k e r - A s ch of i erklärt, schwerwiegende Gründe bestimmten Die Regierung zu ihrer Haltung. Er wies darauf hin daß die Katasteräinter Anweisung haben, die Steuern zu stunden oder niederzuschlagen, wenn der Hauseigentümer nachweist, daß er die Miete oder Pacht nicht erhallen hat. Die Beschlüsse der zweiten Lesung seien übereilt gesaht und liehen sich nicht aufrecht erhallen. Das gelte besonders von der Bestimmung, daß bei Zuschlägen über 200 Prozent die ®e- nehmigung des Ministers des Innern erforderlich sei. _ . ...
Abg. Ladendorf (W. Dgg.) erklärt sich gegen das Gesetz. Der Mittelstand könne j sich mit der Vorlage nicht einverstanden er- ^Abg. Hecken (Dntl.) bespricht die Frage der Zuschläge. Eine starke Kontrolle der Gemeinden müsse gesetzlich festgelegt werden.
ÄbechMsche Zeitung
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