Milas, toi i Sezbr. 1925
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Abgeordnete der Rechten der Stimme halten würden. Rach der Abstimmung lautete zunächst, die Regierung sei in Minderheit geblieben und man hielt
ent- ver- der das
regung, da sich hierbei das Schicksal der Regierung entscheiden muhte. Man sah voraus, dah sich eine Reihe von Sozialisten und einige
Paris, 3. Der. Heute vormittag 11 Uhr ist in der Kammer der Kernvunkt des Finanr- entwuries, der die Jnslatio« von TNs Milliarden Franken und die Er. Höhung der Vorschüsse der Bank von Frank, reich an den Staat um sechs Milliarden Franken vorsiebt, mit 245:239 Stimmen angenommen worden. Die Finanzlage ergab nach vorläufiger Zahlung eine Mehrheit von 289 : 260 Stimmen. Briand hatte die Ver- trauenssrage gestellt, aber erklären lassen, dah die Regierung bleiben würde, auch wenn bei der Abstimmung über den fraglichen Artikel nur eine geringe Mehrheit Zustandekommen würde.
Die Nachtsitzung hatte sich bis in die späten Vormittagsstunden hinein ausgedehnt. In der allgemeinen Debatte gelang es Briand und Loucheur durch eindrucksvolle Reden eine Mehrheit von 298 ; 113 Stimmen der Opposition aufzubringen. Um 5 Ubr morgens begann dann die Kammer mit der Besprechung der einzelnen Artikel. Ein Gegenvorschlag Bokanowskis, die Inflation auf '3% Milliarden zu beschränken, wurde mit 362:168 Stimmen zurückgewiesen. Eine auherordent- lich lebhafte Debatte entstand dann um di'. Erhöhung der Steuern, wobei die Regierung verschiedene Gegenvorschläge annahm, ohne dah über die Einzelheiten die Veitrauens- srage gestellt wurde. Vor der Abstimmung über den entscheidenden Jnflaticnsartikel bemächtigte sich des Sauses eine allgemeine Er-
Rußland und Ne Wes-mmbte
Die „Times" über die Reise Tschitscherins.
Wie die „Time s" berichten, ser in den letzten beiden Tagen sehr viel sowohl von der Abrüstung als end) von Sowjetrubland die Rede gewesen. Soweit es sich um die Frage der Abrüstung bandele, sei eine gemeinsame Politik noch nicht feftgelegt worden. Einige Staaten drängten aus finanziellen oder anderen Gründen auf Beschleunigung. Aber es sei offenkundig, dah
die Entwicklung in dieser Rich-
Reichstagsnbgeordneter Fürst Bismarck bei Coolidge.
fk.W a s b i n g t o n 4. Dez. ^>er Reichstags- abgeordn-te Fürst Otto v. Bismarck wurde ge,.ern in Gegenwart de. d.ustch-n Botschafters vom Präsidenten Coolidge in längerer Privataudienz empfangen. ......
Schicksal des Kabinettes Briand schon für besiegelt. Bei genauer Durchzählung der Stimmen ergab sich aber dann doch noch eine schwache Minderheit in dem entscheidenden Artikel von 6 Stimmen für die Regierung.
Annahme des Finanzgesetzes Loucheurs im Senatsausschuh.
fk. Paris, 4. Dez. Der Finanzansschnh des Senats bat mit allen gegen 3 Stimmen den Tert des Finanzgesetzentwurfs, wie er von der Kammer verabschiedet worden ist, angenommen. Danach wurde beschlosien, die Sitzung ans heute nachmittag zu vertagen zur Beratung des Finanzgesetzes.
Bor neuen französisch-amerikanischen Schuldenverhandlungen.
sk.Paris, 4. Dez. Savas berichtet aus Wasbington: Man erklärt offiziell im ameri- kanischen Schatzamt, der französische Botschaf- ter habe dem Schatzsekretär Mellon eine Botschaft des Finanzministers Loncheur w« gehen lassen, in der der Wunsch und oie Hoffnung ausgedrückt werden, die Berbandlungen wegen der Schuldenregelungen sobald wie möglich wieder anfzunebmen, sobald das neue Kabinett sicher fundiert sei.
Ik. Seßlor nmtsmäte?
fk. Berlin, 4. Dez. Einer Morgenblätter- «eldnng zufolae soll Reichswebrminifter Gehler de« Reichspräsidenten mitgeteilt haben, dah er bei der Neubildung des Kabinetts nicht mebr mit einem Am t betraut «erden wolle.
Sie Rückkehr der teulichen Mgalion
- oudon, 3. Dez. (TU ) Die deutsche Dele- gation ist beute mittag 2 Ubr von der ziktoria-Station nach Ostende abgereist. Am Zug batten sich zum Abschied der Bize- «arschall des diplomatischen Korps als Vertreter des Königs und der Regierung und die Herren der deutschen Botschaft eingefunden. I« gleichen Zug reiste die polnische Delegation ab. Ueber das Resultat der Besprechung äuhert man sich allgemein befriedigt. Ktrescmann über die Rückwirkungen von Locarno.
Die „Tägliche Rundschau" gibt eine Unterredung Dr. Stresemanns mit dem Londoner Berichterstatter der „Dresdner Neuesten Rachrichten" wieder. Der Reichs» außenmmister äußerte sich darin h v f f - nungsfreudig hinsichtlich des Weiterganges der Verhandlungen über die Rückwirkungen von Locarno. Der Minister dementiert die Meldungen einiger Blätter, die Alliierten hätten die Verkürzungen der Besatzungsfristen für die zweite und dritte Zone bereits abgelehnt, und erklärte, Deutschland werde sofort nach seinem Eintritt in den Völkerbund diese Frage erneut anschneiden. Rach seiner Berechnung wird Deutschland ungefähr im März nächsten Jahres in den Völkerbund ausgenommen werden können. Bezüglich der Verfahren gegen Kriegsbeschuldigte sei die Hoffnung vorhanden, daß Frankreich dem Beispiel der übrigen Staaten folgen werde. Dieser Frage sei große Bedeutung beizumessen, da der jetzige Zustand sich nicht mit dem Pakt von Locarno vertrage.
Ak MlsthaMge der Reichsbahn
Berlin, 3. Dez. Vom 30. November bis zum 3. Dezember 1925 hielt der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbabngesell- schäft in Berlin seine regelmäßige Tagung ab. Die ernste Lage der gesamten Wirtschaft spiegelt sich auch im Verkehr auf der Reichsbahn wieder. Nur bei vorsichtiger Finanzgebarung wird die Reichsbahn, wie zum Ausdruck kam, in der Lage fein, den allgemeinen wirtschaftlichen Tiefstand unter Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu überwinden. Sollte die Reichsbahn zu Lohn- oder Eehalts- erhoyungen gezwungen werden, so würde das zur Folge haben: Die Tarife mühten trotz erheblicher wirtschaftlicher Bedenken er b ö h t werden, die sächlichen Ausgaben mühten unter Raubbau an den eigenen Bahnanlagen noch weiter eingeschränkt werden, wodurch zugleich die Arbeitslosigkeit in den beteiligten Jndustri-n erhöht würde. Schliehlich mühte der Personalbedarf durch Verringerung der Zahl der Züge, zeitweilige Stillegung unrentabler Strecken usw. wirksam verringert werden. Von dem Stand des Personalabbaus nahm der Verwaltungsrat Kenntnis. Danach ist die Verringerung des Personalstandes in den meisten Bezirken durchgeführt. Zur schärfer.n 1 berwachung der Wirtschaftlichkeit des Betriebs soll vom 1. Januar ab eine gesonderte Abrechnung uei Einnahmen und Ausgaben jedes einzelnen Direktionsgebiets eingeführt werden.
Die Wien in ZrankrrW
M Kmmzp'mi Wcarä mit 6 Stimmen Mehrheit angenommen
IM neue fpanM Kabinett
3« neuen Kabinett übernimmt Peirno de Rivera den Vorsitz, der Herzog von Tetuan das Kriegsministerium, Vizepräsident Aanguaz das Auhenminifterinm und General Martine, Anido das Innen- Ministerium Die Ministerliste soll bis zum Nachmittag vervollständigt werden, worauf noch beute die Vereidigung der Minister ftatt- finden wird. Primo de Rivera wird noch beute in einer Regierungserklärung die großen Linien der künftigen Polite, des Kabinetts darlegen.
Vereidigung des spanischen Ministerpräsidenten.
fk. Madrid, 4. Dez. General Primo de Rivera und der stellvertretende Mmisteepräfi- dent leisteten gestern vormittag dem Könige den Eid auf die Verfassung.
Auch eine Rückwirkung
Goethe und die Ehrenlegion.
Aus der Liste der Ordensritter der französischen Ehrenlegion waren nach Ausbruch des Weltkrieges alle Deutschen, darunter auch Goethe, geckrichen worden. Wie die „Krenz- äeitung** meldet, hat d e französische Regierung vor kurzem in aller Stille die Streichung des Namens Goethe in den Ordensregistern rückgängig gemacht. ,
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vor sich gehen könne. Rnhland stehe im Vordergrund dieses Problems. Denn solange Ruhland gut gerüstet sei, könnten andere Nationen eine allgemeine Abrüstung nicht verantworten. Es gebe aber andere zwingendere Gründe für die erneuten Besprechungen über Sowjetrnhland. Tschitscherins Besuch der westlichen Hauvtstalst hätte eine Bedeutung, die^mmer klarer werde. Es habe den
SrutsKor ReiWag
Sitzung vom 3. Dezember.
Vor Eintritt ht die Tagesordnung gibt Abg. Dr. Wirth (bei k»iner Fraktion) eine Erklärung ab, in der er die gestrigen Angriffe des Abg. Henning (Völk.) zurückweist.
Die erste Beratung der demokratischen und kommunistischen
Gesetzentwürfe über die Fürstenabfindung
Abg. Hampe (Deutsch-Hann.) stimmt dem Abg. Scheidemann zu in der Beurteilung der Dismarckschen Politik bei der Entthronung und Enteignung der kurhessischen und hannoverschen Fürstenhäuser 1866. Don dieser Haltung der preußischen Regierung gehe eine gerade Linie bis zur Entthronung der Fürstenhäuser 1918. Konsequenter Weise müsse nun der Abg. Scheidemann sich gegen eine Wiederholung des damaligen Unrechts wenden. Der von den Demokraten eingehracht« Gesetzentwurf berücksichtige die Verschiedenartigkeit der Eigentumsrechte der Fürsten nicht. Gegen den demokratischen Antrag spreche auch der Artikel 105 der Weimarer Verfassung: Rie- mand darf seinem ordentlichen Dichter entzogen werden. Der Ueberweisung der Vorlage an den Ausschuß sei zuzustimmen. Unter keinen Umständen dürfe aber der Boden des Rechts verlassen werden.
Abg. Dr. Kahl (D. Vpt.): Meine Freunde verlangen, daß der hier erörterte Fragenkreis nur im Geiste und Sinne der Gerechtigkeit gelöst wird. Das würde nicht möglich fein, wenn man den kommunistischen Antrag berücksichtigt.
Die entfdjäbigungslofe Enteignung bet Fürstenhäuser wäre in einem Rechtsstaat ganz unmöglich, denn sie wäre eine rechtswidrige Besitzentziehung, die wir Kriminalisten Diebstahl nennen.
Bei einem Volksentscheid würden sicherlich viele, die die Wiederkehr des monarchistischen Regimes nicht wünschen, dennoch für die Abfindung der. Fürstenhäuser stimmen, weil sie das Gefühl des Dankes empfinden für das, was Friedrich II., der Große Kurfürst und andere Mitglieder der Hohenzollern und an» dere Dynastien in sechs Jahrhunderten für das Land getan haben. Wie ein. Volk sich stellt zu seiner großen geschichtlichen Vergangenheit, das ist ■ auch ein Stück seiner persönlichen Würde. (Beifall rechts«) Soweit es sich um Mittel handelt, die auf öffentlichen Rechten beruhen, sollen bei der Fürstenabfindung auch nach unterer Meinung die Gerichte nichts damit zu tun haben. Gleichgültig aber, ob öffentlich-rechtlich, oder pri- vatrnhtlich. in keinem Falle darf die Frage zum Gegenstand Polltischer und damit parteipolitischer Erwägungen gemacht werden. (Beifall rechts.) Der in dem Demokratischen Entwurf vorgesehene
Ausschluß des Rechtsweges ist mit bemokrati scheu Prinzipien unvereinbar.
Der Begründer des demokratischen Antrags legte nur Wert auf den Kern des Gesetzentwurfs. Auf diesem Wege könnte vielleicht eine Verständigung erzielt werden, bei der man auch berechtigten sozialen Forderungen Rechnung trägt. 3m Kreise meiner eigenen Freunde wurde die Anregung laut, vielleicht einem Reichsfchieds» gericht die Rachprüfung der Auseinandersetzung zu übertragen. Wir werden mit aller Sachlichkeit die Frage im Dechtsausschuh prüfen. Dem Ausfchluh des Rechtsweges schlecht- hin können wir niemals zustimmen. Mit Entrüstung weife ich 6en in der „Voss. 3tg.‘ vom 1. Dezember enthaltenen anmaßenden Angriff zurück, dah alle parlamentarischen Gegner des demokratischen Entwurfs ein Interesse an der Finanzierung der monarchistischen Bewegung hätten.,
Abg. Dr. Pfleger (Davr. Bpt.) betont, es sei außer Frage, bah die Annahme bes demokratischen Entwurfs eine schwerwic- wiegende Verfassungsänderung bedeuten würde. Die Bayerische Volkspartei werde unter keinen Umständen eine Regelung mitmachen, bei der der ordentliche Rechtsweg ausgeschiossen wird. Rechtspolitisch würde auch die Schafslmg eines Sondergerichtshoses für diese Fragen sehr bedenklich sein.
Abg. Schröder-Mecklenburg Völk.): Die Absindungssrage hätte nach politischen Gesichtspunkten geregelt werden können, wenn nicht die Macher der Revolution von 1918 und die S«Hopser der Weimarer Verfassung die Heiligkeit des Eigentums proklamiert und den Fürsten das volle Bürgerrecht in der Republik gegeben hätten. Jetzt aber must es seit)am wirken, wenn die Anhänger der
Anschein, als ob Deutschland auf Grund des Ravallovertrages früher mit Rußland Abmachungen über eine gemeinsame Politik gegen den Völkerbund und gegen Polen getroffen habe. Vor der Abreise der deutschen Minister nach Locarno habe Tschitscherin sich hieran schnell erinnert. Den Preis, den er für eine unvollständige Freilassung Deutschlands herausgebolt habe sei die Annahme eines ungünstigen Handelsvertrages durch Deutfibland, Kredite bis zu einer Höhe von 100 Millionen Goldmavk für den Kauf von deutschen Waren und das sei das Wichtigst-, eine Art von Rückversicherungsvetträgen, die Deutschland verpflichten, nicht ein gegen Rußland gerichtetes Bündnis zu schließen, noch sonst einer Rußland feindlichen Koalition bei« zntreten. Diese deutsch-russischen Abreden hätten auf die französischen ober britischen Delegierten in Locarno keinen besonberen Eindruck gemacht. Denn es sei die Versicherung gegeben worden, daß die in Locarno getroffenen Abmachungen sich nicht gegen Rußland richten könnten. Im Gegenteil bobe man die Hoffnung ausgesprochen, daß Sowjet- rußland Deutschland in den Völkerbund folgen werde. Tschitscherins Anwesenheit in Frankreich habe große Bedeutung gehabt. Es fei feftgeftellt worden, daß eine Haltung gegen den Völkerbund nicht halb so ablehnend sei, wie man es aus seinen offiziellen Aeußeru.t- gen erwartet hätte. Man habe ihm gesagt, daß Rußland noch gewisie Bedingungen erfüllen utüfie, bevor irgend eine wirkliche Annäherung möglich sei.
London, 3. Dez. Heber das Saarregime schreibt der 'diplomatische Korrespondent des ..Daily Te.'cgraph", dah, wenn die Volksabstimmung früher als beabsichtigt stattfinden und zugunsten des Deutschen Reiches ausfallen sollte, gewisse Schwierigkeiten entstehen würden. Da das Saargebiet unter dem Schutz des Völkerbundes stehe, sollte es gegenwärtig bereits von der Besatzung befreit sein. Der Korrespondent schreibt weiter über die Ermäßigung der Besatzungsstreitkräste, daß die franzö-- sischen Militärbehörden nicht gewillt seien, die Besatzungsstreitkräfte dem deutschen Vorschlag entsprechend auf 45 000 Mann, d. h .30 000 Franzosen und 15 000 Engländer und Belgier zu verringern. Auch das Problem der Kolonialmandate sei ait, Montag berührt worden, jedoch sei eine Erörterung dieser Frage im gegenwärtigen Zeitpunkt von Chamberlain höflich aber bestimmt abgelehnt worden. Die Schwierigkeit bestünde darin, so schließt der Korrespondent, da tzgcgenwärtig kein Mandat frei sei und da hauch keine Wahrscheiw- lichkeit für ein Freiwerden bestünde.