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MlNwM, hm 2. Stabt, 1925

®te ^Vbrrhrsflsch« Setotng* et- scheint sechsmal wöchentlich. Be- sNKSpreiS monatlich 2 GM. au* schließ!. Zustellnnqegebübr, durch ft«Post2.2S GM.Für etwa infolge Streik«, Maschinendefekt« »der elementarer Ereignisse ausfallend« Nummern wird kein Lrsa» ge­leistet. Verlag d. Dr. §. Kitzcroth» Druck der Unib.-Buchdruckerei d. stoß. Aug- Koch, Markt 21 /2X Fernsprecher: Nr. 55. n. Nr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M. Rr. 5015. Sprech,eit MC Redaktion von 1011 und «1,11 Ubr.

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Frankreich fordert.Rüüwirknngen'

Sie tinlttatitbnungSftltr in London

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^vaily News" zufolge wird das Ergeb­nis der gestrige«, «ach dem Empfang im Suckinghampalast in Foreign Df litt ab- gebaltenen wichtigen Sitzung, an der C b a m - terlain und die Mitglieder der ver- Hiedenen Delegationen tcilgenommr» haben, und in der die R h e i n l a n d f r a g e ziemlich eingebend erörtert wurde, fein, dab die Räumung der Kölner Zone beschleu­nigt werde. Sie werde am 31. Januar beendet sein, und an diesem Tage werde die britische Flagge in Köln niedergebolt wer­den. Ein weiteres wichtiges Ergebnis sei, dah di« belgische Besatzungsarmee unverzüglich sebr beträchtlich vermindert werde. Man sei der Ansicht, das diese auf % oder noch we­niger ihrer augenblicklichen Starke berabgesetzt »erde. Auch die Frage der Beschränkung der deutschen Luftfavrt sei berührt worden, «ad das Ergebnis sei, dab eine Konferenz von Sachverständigen am Freitag in Paris zu einer Erörterung der gesamten Frage zusam- »entreten werde.

Die Londoner Presse zur Unterzeichnung.

London, 1. Dez. Die Blätter weisen in ihren Leitartikeln auf die Bedeutung des denkwürdigen Ereignisses der Unterzeich- suung des Locarnopaktes am heuti­gen Tage bin.

DisTime s" sagt, dieses Ereignis schriebe endgültig die Periode des Krieges ab und be­zeichne den Beginn eines neuen gemeinsamen und bewußteren Bemühens um die Erhaltung - des Friedens in der Ktkegszone Eurovas. Die am Kriege beteiligt gewesenen Nationen seien versöhnt in dem Bestreben, die Probleme der neuen Aera gemeinsam in Angriff zu nehmen. Es würde ein Fehler sein, wenn man an- nehme, daß schon jetzt alles in Ordnung sei oder dab keine Gefahr mehr bestehe, in die leichtfertige Stimmung der Vorkriegszeit zurückzufallen. Die Engländer seien besonders stolz auf die Leistung ihres Außenministers. ; die durch den König von England in Ueber- einstimmung mit dem Empfinden der Nation hervorragende Anerkennung fand.

Auch dieMorn ins Post" feiert in einem Leitartikel die Verdienste Ehamber- lains um den Pakt von Locarno, der eine neue Lage schalle und den Boden für den nächsten Schritt bereite.

Daily Serald", das Blatt der Ar­beiterpartei, schreibt, der Pakt bedeute einen Fortschritt, weil er wieder Deutschland zum Glied der europäischen Familie mache. Im übrigen aber sei der Pakt ebenso wertlos wie die meisten Verträge.

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Sor Mm SnMwimg in Spanien

Der Sinn der Rückkehr Primo de Riveras.

M a d r i d, 1. Sei. Die Rückkehr Prima de Riveras hat ihre« Grund darin, dab die Gä­rung in einem Teil der Armee durch die Ber- L Haftung von mehreren höheren Militärs und früheren Abgeordneten sehr grob ist. Die Schwierigkeit der Lage und das durch den Marokk.««ldzug bedingte schwindelhafte An­wachsen des Defizits im Budget bedingen et- E bieterisch eine Reoorientierung der spanischen Politik.

Primo de Rivera hat wiederholt die Schaf­fung einer Zivilregierung aus den Reiben der Union Patrioticd verkündet. Alles wartet i nun auf den Umschwung, der in der ersten \ Hälfte des Dezember erfolgen soll.

Rapider Lerfall des polnischen Zloty.

Berlin, 1. Dez. An der heutigen Berliner Mittagsbörse nahm der Sturz des Zloty eine« rapiden Fortgang. Nachdem noch während der Vormittagsstunden für den Dollar 8l4 Zloty gezahlt werden mubte«, ging der Kurs bei Lörsenveginn auf 10, später bis auf 12 herunter, um dann wieder eine geringe Erholung auf 1114 zu erfahren. Der unmittel­bare Anlab zu diesem neuerliche« Zlotysturz ist aus,er de« bekannten allgemeinen Fiaanz- schwierigkeiten die in Polen selbst immer stärker um sich greifende Flucht aus dem 4 l»t y, di« in Marschau neuerdings ,o panik- tflere Devisenhaussen führte.

Sa>>erwein, der sich mit Briaad nach London begebe« hat, stellt imMa- t i n" fest, dab für Frankreich der Augen­blick gekommen sei, Anspruch auf die Rück­wirkungen des Vertrages vo« Locarno r« erhoffen. Frankreich werde sich zu wei­teren Zugeständnisse« an Deutschland bereit finde«, «en« es endlich aus seiner schweren finanzielle« Lage befreit werde. Briand sei als Ministerpräsident in erster Linie dazu befugt, zu verlangen, dab Frankreich in einem Europa, das durch seine Bemühungen allmählich zu normale« Zustän­de« zurückkehre, nicht im Stiche gelasien werde. Die französische Finanzlage und das Schulden- problem wären schon gestern zwischen Bri­and, Ebamberlain und Churchill besprochen worden. Man sei erneut zu der Er­kenntnis gekommen, dab alles von den Ver­handlungen von Amerika abhänge. Sauer­wein schlägt vor, auf de« Dawesplan zurück- zugreifen und mit dem Verkauf von elf Milliarde« Eisenbaünobligatio- nen sofort zu beginnen Es wäre Aufgabe der amerikanischen Kaufleute, ihr Geld in die­le« Aktien anzulegen. Frankreich werd« sofort mit der Zahlung angemesiener Jahresleistun­gen an seine Gläubiger beginnen, wenn es aus dem Erlös der Schuldverschreibungen einige Milliarden erhalte. Komme es zu einem Verkauf der Eisenbahnobligatto­nen, dann würde man mit Recht behaupten, dab Deutsch! end seinen Repara- tionsVerpflichtungen in weitgehend­stem Mabe nachgekomme» sei. Da«« wäre es auch möglich, europäische und gewisse koloniale Konzesfioue« zu erwäge«. Wen« Frankreich durch die europäische Solidarität r« einem Ausweg aus seiner bedrückten Finanz­lage verbolfen werde, dürfe mau auch wagen, im französischen Parlament die groben Linien eine» Abkommens r« unterbreiten, das zwischen Deutschland uud feine« Nachbar­staaten de« Zustand wahrhaften Friedens wiederherstelle.

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Die Forderung Sauerweins kommt inrf nicht übmwaschend. Frankreich hat mit Erfolg versucht, vom Beginn der Locarno-Derhand- Lungen an namentlich in Amerika das fr an- zöslsch.e Sicherheitsbedürfnis, aber auch den französischen Friedenswillen zu betonen, um von den erwarteten amerikanischen Krediten für die französische Wirtschaft Dorteile zu ziehen. Setzt versucht es mit gleichem Ge­schick, die Locarno-Stimmung, die in der Welt künstlich gepflegt wird, für die fran­zösische Schuldenregelung auszunutzen, indem es sich auf dieeuropäische Solidari­tät' beruft. Frankreich will aber offenbar noch mehr. Denn die Forderungen, die es aus dem Verkauf der elf Milliarden Eifen- bahnobligationen für sich beansprucht, über­steigen die äußerste Summe, die es als jährliche Schuldentilgung zu zahlen be­reit ich Was soll mit dem Rest des Geldes geschehen? Gedenkt Frankreich, mit diesem Seide, das doch wir Deutsche nach dieser famosen Verquickung von Dawessystem mit dem französischen Schuldenproblem zahlen müssen, das Gespenst in Marokko, das Ge­spenst in Syrien, ja all die dielen Gespenster, die Frankreichs Sicherheit und wie man so schön sagt dieeuropäische Solidarität", bedrohen, zu bannen? Rur mit dem Gelde, oder mit den Waffen, die dafür zu kaufen sind? Mit den Völkern, die dafür mobil zu machen sind?

91t finterattonung fn London

Der amtliche englische Funkfvruch schreibt äu der Unterzeichnung der Verträge von Locarno:

Die Unterzeichnung bedeutet das endgültige Ende des Kriegszustandes in Europa und den Beginn neuer Anstrengungen zur Aufrecht­erhaltung des Friedens in der Kriegszone Europas. Die historische Bedeutung dieses Er­eignisses wurde von allen Teilnehmern der Sitzung gewürdigt. Sie kam auch in der feier­lichen Zeremonie des llnterzeichnungsaktes zum Ausdruck.

Chamberlain empfing die Delegierten des Auslandes mit ihrer Begleitung im Sek­retariat des Auhenamtes. Nach der Prüfung der Vollmachten und der Verträge begaben sich die Delegierten in den Goldenen Saal zur Unterzeichnungs - Sitzung. Die Delegierten nahmen die Plätze ein, die vorher für sie be­stimmt waren. Die Sitzung begann pünktlich um 1 llhr. Neben den Sauvtdelegierten nahmen die übrigen Delegierten der Dele­gationen Platz.

Ein« Botschaft des Königs.

Zu Beginn der Sitzung erhob sich Chamber­lain und verlas folgende Botschaft des Königs von England:

Im Namen S. M. des Königs beiße ich Sie in der Hauptstadt des Reiches willkommen. S. M. hat mich beauftragt, Ihnen zu sagen, mit welchem Interesse sie den Beratungen der Konferenz von Locarno gefolgt ist und Ihnen seine tiefe Befriedigung über ihren Erfolg auszudrücken. S. M. beglückwünscht sich dazu, daß Sie gerade seine Hauptstadt zum Unter­zeichnungsort für die in Locarno geschlossenen Verträge gewählt haben und bcvauett, dah Sie infolge des schweren Verlustes, der sie gerade jetzt getroffen bat, verhindert ist, die­ser feierlichen Gelegenheit beizuwohnen, wir sie es so gern gewünscht hätte. Aber des Königs höchster Wunsch ist, dah dieses grobe Werk der Befriedung und Versöb. ung die Grundlagen für die aufrichtige Freundschaft zwischen unseren 7 Nationen und für die Friedenssicherung unserer Völker sein wird.

Die Adresie des Königs wurde darauf ins französische übersetzt, desgleichen die nach folgende

Rede Chamberlains.

Meine Herren! Ich brauche nicht hinzuzu­fügen. dab der Premierminister und ich selbst uns gleichfalls zu Ihrer Anwesenheit in Lon­don zur Unterzeichnung des Vertrages von Locarno beglückwünschen. Wir bedauern sebr. dah es Herrn Mussolmi unmöglich gewesen ist, persönlich den von ihm paraphierten Ver­trag zu unterzeichnen. Wir begrüben dafür Herrn Scialoia als den Vertreter Italiens."

Sie Regierung Seiner Majestät teilt voll­ständig die Wünsche, die Ihnen vorzutraaen. ich oben die Ebre hatte. Sie Konferenz von Locarno bat nicht nur die alte Freundschaft gestärkt, sie ist auch die Grundlage für die Versöhnung mit Seutschland geworden und wir sind überzeugt, dah wir von nun an Freunde sein werde«.

Wir sind uns vollkommen darüber klar, dah noch viel getan werden muh, bis unsere Hoft- nungen sich verwirklichen. Wir werden auf dem vorgezeichneten Weg noch viele, viele Schwierigkeiten finden, aber wir werden sie überwinden. Wir find ent- schlosien dieses Friedenswerk in demselben Geiste fortzusetzen, von dem die Verhandlun­gen in Locarno beseelt waren. Nachdem wir unsere Sand an den Pflug gelegt haben, dür­fen wir zurückblicken. Die englische Re­gierung wird alles tun, was in ihren Kräften steht, um den Erfolg unserer Arbeit zu sichern, um die künftige Generation von einer Wie­derholung der Leiden zu bewahrem deren Folge und Opfer die heutige Not ist/

Die Rede de» Reichskanzlers.

Nach der Rede des englischen Auben- ministers nahm Reichskanzler Dr. Luther das Wort zu folgenden Aus­führungen:

Im Namen meiner Regierung danke ich für den Empfang und für die Botschat, die S. M. der britische König den hier versam­melten Delegierten der Nationen übermittelt bat. die sich in Locarno vereinigt haben, um das Werk oorrubereiten, dah in der Haupt­stadt Gr»hbritanniens seinen Abschluh finden soll. Ich weih, dah ich in llebereinstimmung mit allen hier Versammelten dem Beileid Ausdruck gebe, das uns beseelt angesichts des schweren Verlustes, den di: Königliche Fa­milie und das britische Reich durch den Tod der Königmutter erlitten bat. Von ganzem Herzen begrübe ich die . Feststellung Seiner Majestät, dah

Locarno ein Werk sein soll der Befriedung und Versöhnung,

als Grundlage für eine aufrichtige Freund­schaft zwischen den hier vertretenen Nationen und dah es den Frieden sichern soll, den alle Völker so dringend brauchen, als Grundlage für ihren Wiederaufstieg. Auch hoffen wir ernsthaft, dab die Wünsche sich verwirklichen mögen, die der Herr kgl. großbritannische

Auhenminister zum Ausdruck gebracht bat, insbesondere auch für das Verhältnis der hier vertretenen Nationen zu meinem Vaterland. Minister Chamberlain hat mit Recht hervor­gehoben. dab aus diesen Verträgen neben der Versöhnung auch neue Freundschaft hervor­geben mögen und aber auch Hindernisse zu überwinden sind. Wir sprechen von Vorur­teilen, die wir besiegen müssen, von einem mißtrauen, das überwunden werden muh. Alle Völker müsien sich vereinigen, um diese Vorurteile und dieses Mißtrauen in die Ver­gangenheit zu verweis-n und den Weg frei zu machen für eine Zukunftsentwickelung, an der wir alle Mitarbeiten müssen. Dazu wird es notwendig sein, dab auch alles verschwindet, was seine Ursache« hat in nicht mehr berech­tigte« Nachwirkungen einer vergangenen Kriegszeit. Die Tatsache, dah Gebietsteile meines Vaterlandes unter de« Auswirkungen dieses Krieges noch zu leiden haben, muh in absehbarer Zeit ebenso der Vergangenheit au. gehöre«, wie der Gedanke des Mibtztrauens, dem wir gemeinschaftlich entsagen wollen. Der Pflug, an den wrr Hand anlegen wollen, soll neue Werte schaffen, auf einem freien Boden, der die Möglichkeit der Ernte gebe, deren unsere Völker bedürfen, nachdem sie so­viel gelitten haben durch die Heimsuchungen der Vergangenheit. An diesem groben Werk mitzuarbeiten ist unsere Aufgabe: noch mehr als der Inhalt des Vertrages, der neue Ver- hältniise in der Welt schafft, muh d'e Einheit des Willens zu gemeinsamer friedlicher Arbeit sein, die ihren Ausdruck im Werk von Locarno findet, zu dem sich Deutschland im Einklang mit seiner bisherigen Stellungnahme und den eigenen deutschen Anregungen auch heute gern bekennt. Möge aus dieser Willensein- beit das Zusammenwirken aller der Völker erwachen, die hier vertreten sind."

Anschließend an Dr. Luther redeten noch Briand. Scialoha, Dandervelde, Denesch, Dkrzhnski, die alle französisch sprachen. Aach Prüfung der Bollmachten der Delegierten durch Sir Cecil Hurst erfolgte unter der größten Spannung aller Anwesen­den die Unterzeichnung. Als erste unter­zeichneten Reichskanzler Dr. Luther und Reichsauhenminister Dr. Strese- mann, hierauf Dandervelde, Briand, Bald­win und Chamberlain, Scialoha, Skrzhnski und Denesch. Nachdem die Unterzeichnung der verschiedenen Dokumente beendet war, überreichte Chamberlain Reichskanzler Dr. Luther die in Locarno entworfene, gewisse

Erklärungen bezüglich Artikel 16 der Bölkerbundssahung enthaltende

Kollektivnote.

Hierauf hielt Briand hauptsächlich dec deutschen Delegation zugewandt, sichtlich be­wegt, eine längere Rede.

Sie Londoner Rede Sr. Stresemanns.

London, 1. Dez. (WTB.) Die Rede, die Dr. Stresemann nach der älnterzeichnung der Locarnoverträge hielt, lautet:

3n dem Augenblick, in dem das in Lo­carno begonnene Werk durch unsere Unter­schrift in London vollendet worden ist. möchte ich vor allem Ihnen, Sir Austen Chamber- 1 a t n, den Dank aussprechen für das. was wir Ihnen schulden in Anerkennung der Führerschaft bei dem heute vollendeten Werl. Wir haben in Locarno, wie Sie wissen, keinen Vorsitzenden gehabt und haben ohne Vorsitz verhandelt. Das aber ist daS Große in der wunderbaren Tradition Ihres Landes, das auf eine mehrhundertjährige politische Erfah­rung zurückbücken kann, d ah ungeschrie­bene Gesetze weit besser wirken, als die Form, in der man glaubt die Dinge meistern zu müssen. So hat die Konferenz von Locarno, die so informal war, zu einem Erfolge geführt. Sie konnte dazu führen, weil sie in Ihnen, Sir Austen, einen Führer hatte, der durch seinen Taft und seine Freundlichkeit, unterstützt von seiner liebenswürdigen Ge­mahlin, zunächst einmal jenes Band deS per­sönlichen Vertrauens um uns wob, das wohl als ein Bestandteil dessen anzusehen ist, was als der Geist von » carno bezeichnet wurde. Aber es war etwas anderes. daS wichtiger war als dieses persönliche Räherkommen, da« war der Wille, der in Ihnen und uns lebendig war, dieses Werk zum Abschluh zu bringen. Da­her öte Freude, die Sie empfände«, wie wir alle, als wir eS in Locarno zur Paraphierung bringen konnten, daher unser aufrichtiger Dank an Sie am heutigen Tage. Lassen Sie mich von diesem Gedanken über Form und Willen auch aukgehen, wenn ich jetzt von dem Werk von Locarno selbst spreche.

Wir alle haben in unseren Parlamenten Debatten zu bestehen gehabt über