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MMg, »Ml 30. Wt. 1925

Di« ,L>berh«ssisch« Selhntg" et- scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. <mS- schließl. Zustellungsgebühr, durch di«Post2.25 GM.Aür etwa lnfolg« Streiks, Maschmendefekt« »der elementarer Ereignisse ausfallend« Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag d. Dr. §. Hiheroth, Druck der Unid.-Buchdruckerei d. Job. Aug. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 55. tu Rr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5015. — Sprechzeit der Redaktlou von 10—11 und '1,1—1 Uhr.

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Das «M stabil»« Brianb

Tie parteipolitische Zusammensetzung deS französischen Kabinetts.

Dem neuen Kabinett gehören vier Sena­toren an: Renault, de Monzie, Durand und Perrier. Die anderen Mitglieder ge­hören der Kammer an und zwar den Links­republikanern: Lehgues, der Radikalen Linken: Loucheur, Daniel-Dincent, Jourdain, Da- nielou, Morel und Laurent-Eynac, den Radi» kalsozialisten: Chautemps, Daladier, Dura- four, Ossola und Chauvin, den Republi­kanischen Sozialisten: Briand, PainlevL, De» nezet und Lavassaeur.

Die Richtlinien des Kabinetts Briand.

Paris, 29. Nov. Ueber den Inhalt der Regierungserklärung des Kabinetts Briand glauben einige Morgenblätter Mitteilungen machen zu können. Danach wird darin betont, daß das in Locarno begonnene europäische Friedenswerk fortgesetzt werden muh. Außer- dem soll eine Seraosetzung der Militärdienst­zeit auf 1 Jahr angekündigt sein. Schließlich wird eine endgültige Regelung der inter­alliierten Schulden geplant. Das Journal meldet, Briand werde zuerst die Verab­schiedung des Budgets fordern und nachher erst die Diskuston der Finanzsanierungspläne Loucheurs verlangen.

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Das neue Kabinett Briand hat keine gute Presse. Das „Journal des Debats" schreibt: „Briand bat zweifellos eine Idee, wir möchten es wenigstens glauben. Wir sehen aber nicht welche. Wenn er die Finanz­krise wichtiger hält als die Bildung eines Ministeriums, so bat er nicht Unrecht. Di« Kabinettsbildung hätte von sehr großer Wir­kung und sehr großer Nützlichkeit für die Wie­derherstellung des Vertäuens und die Ab­schwächung der Gefahr sein können. Sie wird es nicht sein und läuft Gefahr, die Zwei­deutigkeiten und Ungewißheiten nur noch zu vermehren." — Auch der „Demos“ ist skev- tisch. Nach seiner Ansicht muffen die radi­kalen Mitglieder des Kabinetts überrascht sein, sich aus der Ministerliste zu befinden, da sie unter einem Chef arbeiten sollen, gegen den die Sozialisten, ihre ehemaligen Verbün­deten, die Enthaltsamkeit prokamiert hätten. Noch mehr müßten sich die Mitglieder der Mehrheit wundern, die das Kabinett Vain- leoe gestützt hätten, denn sie seien nicht in das Kabinett ausgenommen worden. Das Kartell der Linken habe in weniger als zwei Jahren die ganze Politik Frankreichs in Unordnung gebracht. — Die „Li- Beite" meint, das Ministerium sei tot, bevor es geboren wurde, denn es ähnele dem Kabinett Painleve, ja, es sei vielleicht noch schlimmer als dieses. — Der „Jntran- s i g e a n t" erkennt die Schwierigkeiten Bri- ands bei der Kabinettsbildung an. Ausschlag­gebend für den Erfolg seiner Politik sei daS Gelingen der Finanzsanierungs- aktion.

Zu Briands Aufenthalt i« London.

Paris, 29. Nov. „Matin" meldet, Mi­nisterpräsident Briand wird sich etwas länger als 24 Stunden in London aufbalten. Er wird nicht nur an den wichtigen Verhand­lungen mit den Ministern, die das Abkommen von Locarno unterzeichnen teilnehmen, sondern außerdem noch Churchills Anregungen betreffend die Regelung der französischen Schulden in England unterbreiten.

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Die Lagt in Marokko

Der „Z‘. 5“ zum Marokko-Feldzug.

In einem längeren Artikel über die Ma­rokko-Frage betont der „Figaro", daß nahe­zu sämtliche französischen euro­päischen Truppen Marokko ver­lassen hätten und daß dir Front von zirka 100 000 Eingeborenen gehalten werd«, denen etwa 120 000 Rifleute gegenüberständen. Bei der gegenwärtigen Wetterlage ruhe die Kamvitätigkeit auf beiden Seiten. Auf der Rifseite hat sogar das während sechs Monate unterbrochene Berufsleben wieder eingesetzt.

: Das Blatt weist die Möglichkeit weiterer Kämpfe nicht von der Hand. Abd el Krim hat sein Prestige keineswegs völlig ein­gebüßt. Frankreich könne jedoch nicht an ein« Eroberung denken, da diese Zone durch die Verträge Spanien »ugeschrieben sei. Das Blatt kommt dann aus die Haltung der Einge- bo men der jetzt von den Franzosen besetzten Gebiete zu spreche!! und meint, daß die nun­mehrige Schwäche der französischen Ägiftt die

Dir deutsche DMMn tu Lsudm

Mm der Mantöwn Wer die EMMmng und ASmMS

Berlin, 28. November 1925. (Amtlich).

Die Unterzeichnung des Locarnogesetzes durch den Reichspräsidenten wird nunmehr amtlich bekanntgrgeben. Die Mitteilvus lautet: Nachdem der R c i ch s r a t heute Nachmittag mit 49:15 Stimmen beschlossen bat, aus einen Einspruch gegen das Gesetz über die Verträge von Locarno und den Ein­tritt Deutschlands,in den Völkerbund zu ver­zichten, bat der Reichspräsident beute Abend das vom Reichskanzler Dr. Luther und Reichsaußenminister Dr. Stresemaun gegengezeichnete Gesetz ans« gefertigt. Das Gesetz wird demgemäß mit dem Datum vom 28. November, in dem am 30. ds. Mts. erscheinenden Reichsgesetzblatt verkündet.

Abreise des Reichskanzlers nnd Außen­ministers Dr. Strcsrmann nach London.

fk Berlin, 29. Nov. Reichskanzler Dr. Luther und Reichsaußenminister Dr. Stresemaun haben heute Abend, begleitet von den Staatssekretären Dr. K e m v n e r und Dr. v. Schubert vom Lehrterbahnhof aus die Reise nach London angetreten. Zur Verabschiedung hatte sich aus dem Bahnsteig eingefunden der französische Geschäftsträger, der belgische und dänische Gesandte, Reichs­wehrminister Dr. Eeßler, die Ministerial­direktoren Dr. Köpke und Dr. Step. Eine große Anzahl anderer Mitglieder des aus- wartigen «rotes an» der stellvertretende Poli­zeipräsident und zahlreiche ^rcffcotirfreier und Photographen hatten sich eingefunden.

Die deutsche Delegation trifft beute bereits in Loudon ein

Der Vertreter der Havasagentur in London glaubt mitteilen zu können, daß die in Loudon anläßlich der Unterzeichnung des Sicherheits- Paktes stattfindenden Verhandlungen wahrschnn- lich alle rn Locarno aufgeworfenen Probleme und besonders die Räumung der besetzten Ge­biete betreffen würden. Dte Entwaffnungs- fragc könne gleichfalls geprüft werden. Man scheine tn London der Ansicht zu fein, daß diese unter Bedingungen durchgeführt tverden könne, daß man ungefähr aus den 15. I a n u a r d i e Abreise der Jnterallrterten'Mili- tärkontrollkomMission aus Berlin festsetzen könne. Der Havasvertreter will fer­ner erfahren haben, daß die Gegenstände, tote sie dte in London vertretenen Staatsmänner zu verhandeln hätten, toichttg seien, aber die Zeit, über die fte verfügten, sei kurz. Es sei also möglich, daß btt Unterhaltungen fortgesetzt wer­den, wenn in der kommenden Lösche Chamber­lain auf der Reise nach Gens Paris passieren würde. Es scheine, daß er es gerne sehen würde, daß Briand, wenn er Paris auf 48 Stunden verlassen könne, ihn dorthrn begleiten würde. Chamberlain könne übrigens, ivenn er Paris auf der Rückreise berühre, noch andere dtplo- matische Verhandlungen führen, fei doch in London die Möglichkeit einer Zus ammen- funft Chamberlains mit Tschit- s ch e r i n erörtert worden.

Die deutsche Delegation wird am Donners­tag. den 3. Dezember wieder in Berlin zuriick- ermartet . Die Eesamtde Mission des Kabinetts erfolgt nach den bisherigen Dis­positionen am Freitag, den 4. Dezember.

Am nächsten Dienstag treten die Reichs­tagsfraktionen zusammen, um sich mit der Bil­dung einer neuen Regierung zu befassen. Ob es dabei bereits zu entscheidenden Beschlüssen kommen wird, läßt sich noch nicht voraussagen. Im großen und ganzen überwiegt in parla­mentarischen Kreisen die Auffassung, daß,

Schuld daran trage, wenn viele Stämme durch die Drohungen der Rifleute eingeschüchtert mit diesen gemeinsame Sache machten. Frank­reich müsse durch die Stärke seiner Trupven- macht den Eingeborenen das nötige Ver­trauen einflösen. Die Marokkaner würden dann nicht nur eine neutrale Haltung ent­nehmen, sondern sogar den Franzosen wert­volle Hilfe leisten.

Sturmflut tu Süditalien.

fk. Berki«, 30. Nov. Rach einer Mel- düng der Berliner „Montagspost" wurde Süditalien und Sizilien von einem furchtbaren Unwetter beimgesucht. Der schon seit zwei Tage herrschende Sturm steigerte sich am S-nuA^ ZzchmMag und hr der Nacht

nachdem die Sozialdemokraten bisher abge- winkt und die Deutschnationalen sich durch ihre Ablehnung des Locarno-Vertrages für die nächste Zeit selbst von den Regierungs- geschäften ausgeschaltet haben, die kommende Regierung sich wahrscheinlich auf Zentrum, Deutsche Polkspartei, Bayerische Volksvartei und Demokraten stützen wird. Vorläufig rechnet man noch mit der Möglichkeit, daß der bisherige Reichskanzler Di. Luther erneut von dem Reichs­präsidenten betraut wird. Dr. Luther würde in diesem Falle versuchen, ein Kabi­nett der Mitte zu' bilden, das bis auf weiteres wohlwollende Unterstützung sowohl der Sozialdemokraten als der Deutschnatio­nalen erhalten könnte.

Vorkehrungen für die Unterzeichnung.

Die Vorkehrungen für die am Dienstag im Foreign Office stattfindende Unterzeich­nung sind jetzt beendet. Der Empfangssaal ist mit goldenen Sesseln ausgestattet. 2lm Ende des großen Saales befindet sich eine Plattform, auf der die Filmoperateure Aus­stellung nehmen werden, um den Verkauf der Feierlichkeit festzuhalien. Ramens Groß­britanniens wird allein Chamberlain unter­zeichnen. Für Italien unterschreibt Scia- l o j a, da Mussolini nicht nach London kom­men wird. Man erwartet, daß Baldwin und die meisten Kabinettsmitglieder anwesend sein werden. Der Vertrag wird auf be­sonders dauerhaftem (!!) Papier gedruckt vorliegen. Gemäß altem Brauch werden die Sekretäre der einzelnen Dele-- gaiion sich vor amrerzeramung ins Foreign Office begeben, um sicherzustellen, daß an dem Wortlaut des Vertrages keine Aende- rung vorgenommen worden ist. Bei dem Essen, das Chamberlain am Dienstag Wend zu Ehren der Unterzeichner geben wird, werden etwa 80 Personen zugegen fein.

Amerikanische Pressestimmen zur Annahme des Locarnogesetzes.

Die „World" schreibt zu der Annahme des Locarnogesetzes im deutschen Reichstag, vor zwei Jahren noch sei jeder deutsche Staatsmann bei Frankreich auf Schwierig­keiten gestoßen. Jetzt bei der schweren innen« und außenpolitischen Krise Frankreichs habe Deutschland den Zeitpunkt für gekommen er­achtet, neue Konzessionen von Briand heraus- zuholen. Obwohl diese sehr gering seien, habe Deutschland trotzdem, um sich als guter Nachbar Frankreichs zu zeigen, dem Locarno­gesetz zugestimmt.

Der „New Herald" erklärt, Deutschland handle im Geiste von Locarno, aber vielleicht erweise sich dieser Geist als eine leere Phrase, da die harte Wirklichkeit der Ereig­nisse den Geist der augenblicklichen Zuversicht und des guten Willens leicht zerstören könne.

Die „New Bork Times" heben be­sonders den Ausspruch des Reichskanzlers her­vor, die Reichsresierung habe Vertrauen zu Frankreich. Zu der Ansicht bet Reichs­regierung, das Locarnogesetz und das Gesetz über den Eintritt Deutschlands in den Völker­bund bedürfe keiner Zweidrittelmehrheit, da Deutschland keine Souveränitätsrechte auf­gebe, erklärt das Blatt, der amerikanische Senat habe sich einmal anders entschieden und zwar habe er sich der deutschnationalen Ein­stellung angeschlossen.

Der „New Bork Herald" veröffentlicht ein kurzes Interview ihres Washingtoner Korrespondenten mit einer der Regierung nahestehenden Persönlichkeit, die auf das fchärfste die bekannte Pariser Pressemeldung dementiert, daß der Locarnovertrag durch in­direkte Einwirkung Amerikas zustandege- kommen sei.

ru einem Zyklon. Das Meer zwischen Si­zilien und dem Festland und hinauf bis zum Golf von Neapel wurde so aufgeveitscht, daß dir Teile von der Küste, die sich in ihrem Be­reich befanden, zerstört wurden. Die Eisen­bahnen und die Telegraphen- und Telephon- verbindungen find unterbrochen. In der bei Regio Calabria gelegenen Stadt Sag« nara Calabria wurden die Häuser vom Sturm hinweggefegt. Die gesamte Nestle Flottille im Hafen wurde gegen den Felsen geworfen und zerschellte. Aebnliche Szenen werden aus P a g l j und Monte Leone gemeldet. Man befurchtet, daß eine große Zahl Menschen ums Leben gekommen ist und zahlreiche Menschen verletzt wurden.

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Von Dr. R. F. Ling- Paris.

Mit einer überraschenden Energie und Stoßkraft arbeitet seit etwa Jahresbeginn die kommunistische Partei in Frankreich gegen die bürgerliche Regierung im allgemeinen und in den letzten Monaten gegen das Kabinett Painlevs im besonderen; sie kann auch seit den jüngsten Gemeinde- und Kantonswahlen auf beachtenswerte Erfolge zurückblicken. In das politische Leben Les Landes ist damit, außer den anderen Momenten, die in der gleichen Richtung wirken, Beunruhigung und der Keim der Spaltung getragen worden. Frankreich erlebt jetzt, was Deutschland be­reits gleich nach der Revolution durchmachen mußte: eine Auseinandersetzung mit den kommunistischen Schlagworten und den Kampf des Staates gegen Elemente der Auf­lösung. Die Umgestaltung der politischen Parteigruppierungen in der französischen Kammer ist nicht zuletzt auf die kommunisti­sche Propaganda zurückzuführen, welche die Sozialisten zu einer schärferen Haltung drängt. Non den Sozialisten wiederum geht eine Energie, teils direkt, teils indirekt, gegen die linksstehenden bürgerlichen Parteien aus, um sie zu einer Politik zu zwingen, die sozialistischen Idealen entspricht und dadurch den Kommunisten Las Wasser abgraben soll. Auf Seiten der Rechtsparteien wiederum er­wecken die Ergebnisse der zunehmenden kom­munistischen Propaganda das Verlangen nach stärkerer Konzentration und sogar nach Wie­derbeteiligung an der Regierung, wie es sich ja gegenwärtig in der neuen Mehrheit des Kabinetts Painleve in der Kammer äußert — eine Mehrheit, die in ihrem Hauptbestand­teil wieder die Parteien des sogenannten N-ltiovglen Blocks aufweist. Das Echo der staatsfeindlichen und, in den Augen der Nechtsparteien, antinationalen kommunisti­schen Bewegung.

Die kommunistische Partei kann heute in Frankreich auf ungefähr 40 000 Mitglieder zählen. Ihre Starke kann nur geschätzt wer­den, da genaue Angaben fehlen. In Paris verfügt sie über rund 10 000 Anhänger, etwa ebensoviel, wie die Pariser Polizei an Men­schen besitzt. Die Pariser Kommunisten sind im allgemeinen gut bewaffnet und trotz be­ruhigender Versicherungen der Präfektur ziemlich gefürchtet. Man hat schon einmal mit der Möglichkeit eines großen bolschewistischen Aufruhrs in Paris gerechnet, und sobald eine politische Versammlung in Paris abgehalten wird, kann man des Abends in dunklen Ne­benstraßen starke Aufgebote von Polizeistreit- haften unii berittener Munizivalgarde be­reitgestellt sehen.

Wenn an sich innerhalb der französischen Bevölkerung wenig fruchtbarer Boden für kommunistische Ideen vorhanden ist. da wirt­schaftliches Elend selten, Arbeitslosigkeit kaum vorhanden und der französische Sinn im allgemeinen zu konservativ gerichtet ist, so liefern doch die marokkanischen und syrischen Ereignisse, die Entwertung des Franken und der französischen Renten, sowie die drohenden militärischen Einberufungen aus Anlaß der letzten außenpolitischen Verwicklungen Stoff genug für eine lebhafte Propaganda. Be­sonders rege ist sie im Heer und in der Marine. Sie’ Beeinflussung der letzteren sieht unter der Leitung des kommunistischen Abgeordneten Vaillant-Couturier — zu deutsch Tapferer Schneider — und verfügt gegenwärtig über 3*7 kommunistische „Zellen". Sogar unter den Offizieren sollen die Kom­munisten etwa 300 Anhänger zählen. In der Marine hat die Propaganda Fuß bei den Heizern und Mechanikern gefaßt, wofür der kürzlich abgehaltene Prozeß gegen aufrühreri­sche Heizer und Matrosen ans zwei fran­zösischen Kreuzern spricht und der mit Ver­urteilungen zu längeren Freiheitsstrafen endete. Auch die letzten Zusammenstöße in Marseille zwischen Polizei und Kommunisten zeugen von zunehmender Wirkung.

Seit Errichtung der offiziellen Sowietbot- schaft in Paris Laben die Kommunisten eine staatlich anerkannte diplomatische Vertretung; aber die Beziehungen zwischen der Botschaft, insbesondere zwischen dem gemäßigten Bot­schafter Krassin und den radikalen Kommuni­sten, sind nicht allzu freundlich, wie erst jüngst fein Empfang bei der Einweihung des Sow- jetvavillons auf der internationalen Kunst- gewerbeausstellung in Paris zeigte. Obwohl der offizielle Sowjetvertreter hier anwesend war, lärmten und beschimpften eine Reihe französischer Kommunisten ihn und die fran- zostschen offiziellen Vertreter. Man redet auch von Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Botschaftspersonals selber, wofür die Ab­berufung des ersten BoMaftsratS Wollin Wk W? M^ersHnt Mtzchern de,