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Sle Nrriutung ter Wien
Dölkerbundfrage.
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Marburger
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127. Sitzung vom 27. November.
Oluf Antrag des Ausschusses für Rechtsverhältnisse der Reichsbahn wird nächst beschlossen, die Deichsregierung zu
SesMe LanttAttung
die 8U* er-
eommten», »k» 28. Siovdr. 1925
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Endgültige Annahme -er Loramo-Gesetze
SesMnlergebniS: 291 gegen 174
das letzte starke Mittel aus der Hand geschlagen sei, die Berücksichtigung der berechtigten deutschen Forderungen aus dem Gebiete der Rückwirkungen zu erzwingen.
Die Entschließung der Bayerischen Dolkspartei stelle ein solches Mittel nicht dar. Die Wirtschaftliche Bereinigung werde aber ihr und der Entschließung der Mittelparteien zustimmen. Angesichts der Unzulänglichkeit der Rückwirkungen und der Unsicherheit über die Zusammensetzung der künftigen Regierung werde die Wirtsckaftspartei die Vorlage ablehnen, während die Deutsch-Hannoversche Partei und der Bayerische Bauernbund mit Rücksicht auf die Folgen eines Scheitern des Vertragswerkes der Vorlage zustimmen würden. Bei der Abstimmung über den Mißtrauensantrag werde sich die Wirtschaftliche Vereinigung der Stimme enthalten. . . . -
ropa flehen. (Beifall bet den Sozialdemokraten.)
Abg. Zapf (Dt. Vpt.) wendet sich «gen ' die von den Deutfchnationalen erhobenen Borwürfe. Er erklärt: Warum sollen wir eine von uns für richtig gehaltene Politik nicht gemeinsam mit den Sozialdemokraten machen, wenn die unglückliche Politik der Deutschnationalen uns einen anderen Weg nicht frei läßt. Mit Locarno ist zweifelsohne eine Wendung in der europäischen Politik eingetreten. England sieht heute ein, welchen Fehler <S tn Versailles mit der Entwaffnung Deutschlands gemacht hat. Es ist jetzt Garant für Deutschlands Sicherheit.
Es ist sehr wohl möglich, daß eines Tages die englische Flotte in Aktion zu treten hat für die Freiheit des Deutschen Reiches.
Nach Locarno würde kein Poincare mehr einen Ruhreinfall wagen können. £>te Bevölkerung des Rheinlandrs darf nicht länger unter dem Druck der Besatzung leiden. Dte Rheinland- kommisflon, die ihre Unfähigkeit wiederholl be- wresen hat, muß tn ihrer Zusammensetzung geländert werden. Vor allem aber muß die französische Militärjustiz verschwinden.
Die Art, in der jetzt die Besatzungstruppen verlegt werden, ist eine recht eigentümliche Materialisation des Geistes von Loearno.
Wir halten die bisherigen Rückvirkungen für ganz ungenügend, und wir werden damit einverstanden sein, wenn die Entschließung der Bayerischen Volkspartct ihre weitere Ausdehnung verlangt. Wir lehnen dtese Entschließung aber ab weil sie eine Verzögerung des Locarnovaktes herbeiführen würde. Wir werden das Vcrtragswerk von Locarno annehmen itnb werden dann unsere ganze Kraft daran setzen, es tvriter auszubauen. Wir rechnen dabei auf die Mithilfe aller Parteien, auch der Oppositwn, vor allem aber auf die bewährte unerschütterliche Treue des Rhein- landes.
Abg. Frau Zetkin (Komm.) nimmt dayn nach ihrem vorjähngen Aufenthalt in Moskau zum ersten Male wieder tm Reichstage das Wort . Wenn die Sozialdemokratie jetzt die Politik des kapitalistischen Kabine.ts Luther unterstütze, so sei das nur die Bestätigung der Tatsache, daß die Sozialdemokratie nicht mehr als Parier des entschlossenen proletarischen Wr-- lens gelten kann. Der Locarnovertrag bringe nicht die Revision, sondern nach dem Zugeständnis der Gegner die Stabilisierung des Versailler Vertrages. Das Ergebnis von Locarno sei der Sieg Englands im Kamp* um die europäische Hegemonie. England schiebe jetzt Deutschland wie eine Schachfigur hin und her. Trotz aller Ministererllärungen sei die Tatsache unbestreitbar, daß Deutschland durch den Locarnopakt in eine unfreundliche Stellung zu Sowjetrußland gebracht wird. England sieht tn Rußland seinen größten Feind und die Gefährdung der englischen Weltmachtstellung. Der britische Imperialismus kann aber in diesem Kampf den Sowjets gegenüber nicht standhalten . Deutschland wird das Schicksal Oesterreichs erleben und die Geschicke Deutschlands werden von den Bankiers tn London und Newyo-k bestimmt werden. Wer den Frieden will, muß für ein Bündnis mit Sowjetrußland eintreten. Das geeinigte Europa wird erst nach dem Zusammenbruch der kapitalistischen Klassenherrschaft kommen. (Lebhafter Beifall bet den Kommunisten.)
Abg. Fehr (Wirt. Dgg.) verliest eine Er- Klärung, in der seine Fraktion bedauert, daß mit der Ablehnung des Antrages auf besondere gesetzliche Regelung der Völkerbund-
ÄbevisMsche Seftune
suchen, unverzüglich auf die Deutsche Deichs- bahngesellschaft einzuwirken, daß der Per» fonalabbau für beendet erklärt wird.
Dann tritt der Reichstag in die dritte Beratung der Locarnovorlage ein.
Wg. Dr. Dreitscheid (Soz.) versichert, in der sozialdemokratischen Fraktion bestehe über die grundsätzliche Notwendigkeit der Zustimmung zu den Locarnoverträgen und zum Eintritt Deutschlands in den Völkerbund volle Einmütigkeit. Bei den Deutschnationalen K offenbar diese Einmütigkeit in der 2ll>- iing. Das beweise das Beispiel des Abg. Bazille, der sich für Locarno erklärt habe. Die Annahme der Derträge von Locarno ist von ungeheuerer historischer Bedeutung.
Tie Sozialdemokratie nimmt dieses Bertrags- werk mit einem freudigen „Ja" an.
Zu Jubelhymnen wäre freilich erst Deranlas- fung, wenn das Ziel erreicht ist, zu dem Locarno den Weg geebnet habe.
Die Sozialdemokratie erstrebt für die Auseinandersetzungen zwischen den Böllern das obligatorische Schiedsgerichtsverfahren. , Nach den Locarnoverträgen besteht theoretisch immer noch die Möglichkeit einer kriegerischen. Auseinandersetzung. Darum empfindet die Sozialdemokratie das Werk von Locarno nicht als voll befriedigend. Ein weiterer Grund zur Unzufriedenheit liegt in der Tatsache, daß auch nach Locarno lein e volle Gleichberechtigung zwischen Deutschland und seinen Dertragsgegnern besteht. Während Deutschland fast völlig entwaffnet ist, starren die Anderen in Waffen. Deutschland leidet im Gegensatz zu den Anderen unter militärischer Besetzung feines Westgebietes. Eine entmilitarisierte Zone besteht nur in Deutschland, nicht in den übrigen Ländern.
Denn der Locarnovertrag einen Sinn haben soll, muh nach seiner Unterzeichnung auf dem Gebiete der Rückwirkung en sehr viel mehr geschehen als wie bisher.
Nachdem durch den Locarnovertrag die Sicherheitsfrage garantiert ist, wird es auf die Dauer unmöglich fern, die weitere Besetzung eines Teiles zu begründen. Ein anderer Weg zur völligen Befreiung der DHeinlande ist aber nicht vorhanden als die Annahme der Locarnoverträge und der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund.
Wir bekämpfen jeden Versuch, den Eintritt in den Völkerbund weiter zu verschleppen, weil eine solche Verschleppung auch für das Rheinland die größte Gefahr bedeutet. Darum lehnen wir die Entschließung der Bayrischen Dollspartei ab, die den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund von gewissen Voraussetzungen abhängig machen will. Der Entschließung der Mittelparteien, die eine Erweiterung der Rückwirkungen verlangt, werden wir aber zustimmen.
Wir wurden niemals dulden, daß unsere Regierung sich einer Koalition gegen Rußland anschließt. Auf der anderen -Leite wollen wir aber auch Deutschland nicht zum europäischen Vorposten der russischen Politik machen lassen. (Beifall bet den Sozialdemokraten.) Von dem Völkerbund in seiner jetzigen Gestalt sind auch wir nicht befriedigt. Aber eine Besserung können wir nur dann erwarten, wenn Deutlich- land als gleichberechtigtes Mitglied ihm angehört. Was heute mit dem Locarnovertrag geschieht, ist die Konsequenz her Erfüllungspolitik, die wir früher mit der Weimarer Koalition getrieben haben, damals angefrinbet auch von der Partei des jetzigen Außenministers. Im Bayerischen Landtag hat ein Anhänger der Partei Ludendorffs gesagt, er könnte es verstehen, wenn ein ausgewtefener Elsaß-Lothringer Stresemann über den Haufen schießt. (Pfuirufe.) Wenn die Verhetzten tote früher btt Rat Henau zu blutigen Gewalttaten schreiten, bann wich Ludendorff die Verantwortlichkeft nicht von sich abschütteln können. (Sehr richtig links.) Wr haben aus der Abneigung gegen die Regierung Luther nie einen Hehl gemacht, das kommunistische Mißtrauensvotum gegen die zum Rücktritt bereft: Regierung ftt aber eine lächerliche Kinderet, die wir nicht mitmachen. Wtr sehen in Locarno den Anfang eines Weges, an dessen Ziel btt europäuche Zollunion, bte Vereinigten Staaten von Eue
Wie warnen vor übertriebener Hoffnung und fordern in unserer Entschließung die Regierung aus, vor dem Eintritt in den Völkerbund auf eine Erweiterung der Rückwirkungen hit^ zuwirken. A
Mindestens muh vorher die Kölner Zone geräumt sein. Sollte zu unserem Bedauern unsere Entschließung abgelehnt werden, so bleibt dennoch die moralische Verpflichtung der Reichsregierung bestehen, eine Erweiterung der Rückwirkungen zu fordern. (Beifall.) Wir werden die Vorlage im ganzen annehmen. j
Staatssekretär Zweigert gibt eine Erklärung ab, in der er darauf hinweist, daß für die Beurteilung der Frage, ob für bte Abmachungen von Locarno und den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund es der Zustimmung des Reichstages mit verfassungsändernder Mehrheit bedürfe, die Vorschriften des Artikels 15 der Reichsverfassung in Betracht kämen. Nach diesem Artikel erfolgen Kriegserklärung und Friedensschlutz durch Reichsgesetz. Bündnisse und Verttöge mit fremden Staaten bedürfen der Zustimmung des Reichstages. Hierfür genügt grundsätzlich die einfache Mehrheit des Reichstages. Ein« qualifizierte Mehrheit wäre nur erforderlich, wenn der Vertrag oder daS Bündnis Bestimmungen enthalt, die der Reichsverfaf- fung zuwiderliegen. Nach Ansicht der Reichsregierung enthalten weder die Abmachungen von Locarno, noch die Ermäch- tgung zum Eintritt in den Völkerbund- eine Verfassungsänderung. Der Redner begründete diese Ansicht mit längeren staatsrechtlichen Ausführungen und kam zu dem Schluß, daß für die Zustimmung die einfache Mehrheit des Hauses genügend fei.
Abg .v. Gräfe (Völk.): Locarno ist nur die Fortsetzung jener JllnsionS, Politik, die begonnen hat mit der Friedensresolution, die fortgesetzt wurde mit dem Hereinfall auf die 1 4 P n n k t e W i 1 • fons und dir auch nach dem Kriege im-. nter weiter ging. Beim Londoner Ultimatum brachte Dr. Stresemann den Reichstag dadurch zum Umfallen, daß er die Illusion weckte, durch die Annahme dieses Ultimatums würde Oberschlesien für Deutschland gerettet. Dann kam die Illusion der Dawesgesetze. Tie Ursache der Illusionen und Enttäuschungen ist eine Kette von Unaufrichtigkeiten der Regierung bei der Information des Volle» und des Parlamentes. Auch bei den Locarno- Verhandlungen war die Information der Oeffentlichkeit durch die Regierung ein Meisterwerk der Täuschung und Verschleierung. Tas Gutachten, wonach, die Loearnovorlage nicht verfassungsändernd sei, ist nicht beweiskräftig, denn eS stammt von der in dieser Sache beteiligten Regierung. Hervorragende Autoritäten erklären, daß die Mitgliedschaft Deutsch, lands im Völkerbund unbedingt Aende- rungen der Reichsverfassung zur Folge hat, weil dann die Völlerbundrin- sianzen einen Teil der Befugnisse haben, die jetzt die Reichsinstanzen allein haben. Der Reichspräsident hat bei der Eidesleistung geschworen, Schaden vom deutschen Volke abzuwenden. Die Annahme der Lotaruo- vertrage wäre ein schwerer Schaden, und wir appellieren an den Reichspräsidenten, er möge diese Frage nochmals nachprüfen. Darum haben wtr dte Aussetzung der Verkündung des Gesetzes beantragt. Dir bedauern, daß die Deutschnationalen sich diesem Anttag nicht angeschlossen haben. Tas sieht bcdenkltch aus nach einem neuen Liebäugeln nut der Regierung. Wir werden die Annahme der Loearnovorlage niemals als einen legal
Abg. Leicht (Bay. Dpi.) erklärt, die Locarnodebatte habe nur in dem einen Punkte Uebereinstimmung ergeben, daß alle Parteien die große Bedeutung der Vorlage anerkannten. (Heiterkeit.) Zu großer Begeisterung liege kein Grund vor, und angesichts der Fort, dauer der Besetzung sei auch das deutsche Mttz» trauen in die Rückwirkungen des Vertrages durchaus berechtigt. Trotz der wenig befriedigenden bisherigen Rückwirkungen werde dte Bayerische Volkspartei aus außenpolitischen und wirtschaftlichen Gründen den Locarnooer. trägen zustimmen, weil ein Scheitern des Vertragswerkes durch eine deutsche Ablehnung in der ganzen Welt als neuer Beweis für die Böswilligkeit und die Verhandlungsunfähigkeit Deutschlands bezeichnet werden würde. In Uebereinstimmung mit dem bayerischen Ministerpräsidenten, fuhr der Redner fort, nehmen wir die Locarnoverträge an, betonen aber mit aller Entschiedenheit, daß darin keineswegs eine Anerkennung des Versailler Vertrages legt. Ebenfalls in Uebereinstimmung mit dem bayerischen Ministerpräsidenten bedauern wir die Verquickung des Locarno-Paktes mit der
lii rin Sonmmiwl-LnndlWn
Die Wahlen zu den preußischen Kreistagen und Provinziallandtagen stehen unmittelbar vor der Tür. Don einem besonderen Interesse der Oeffentlichkeit ist allerdings nichts zu spüren, im Gegenteil, es ist erstaunlich gering. Die große Reichspolitik, die Verträge von Locarno, die allgemeine Wirtschaftskrise und die Rot unter der Bevölkerung bringen es nut sich, daß für eine tiefere Anteilnahme der Wählerschaft nicht viel Raum übrig bleibt. Und doch ist das Resultat der bevorstehenden Wah- len nicht allein ein Symptom für die Stirn, mung der preußischen Bevölkerung gegenüber der allgemeinen Reichspolitik, sondern diese Wahlen haben auch eine eminent praktische und politische Bedeutung.
Was zunächst die Kreistage anbetrifft, so liegt in ihrer Hand die Verwaltung des Kreises und die Feststellung des Kreisetats. Aus der Mitte des Kreistages werden ferner die Mitglieder zum Kreisausschutz, an dessen Spitze der Landrat steht, gewählt. Wie wichtig das ist, geht daraus hervor, daß häufig die Ernennung des Landrates von der Zustimmung des Kreisausfchustes abhängig ist. Schulsachen und Armensachen des Kreises sowie bte Verwaltungsrechtspflege erster Instanz und polizeiliche Maßnahmen gehören zu feinen Befugnissen. Mit ihm ist also das Wohl des Kreises in vielfacher Hinsicht verbunden.
Diel umfassender sind aber die Aufgaben der Provinziallandtage. Der vom Provinziallandtag gewählte Provinzialausschutz hat den größten Einfluß auf die Verwaltung der Provinz. Aus den Mitgliedern des Provinzial- landtages besteht zum größten Teil auch der Prooinzialrat, besten wichtigste Ausgabe darin besteht, den Pollzeiverorbnungen des Oberpra- fibiums zuzustimmen sowie als Veschlutzbe- tzörbe zweiter Instanz in ber Derwaltungs- rechtspflege zu fungieren. Ihre wichtigsten Funktionen aber üben die Provinzen durch ihre Vertretungen gegenüber dem Lande Preußen und gegenüber dem Reich aus, und zwar im Preußischen Staatsrat und im Reichsrat. Mit den Wahlen zu den Provinziallanb- tagen ist also eine erhebliche Beeinflussung unserer allgemeinen Staatspolitik verbunden.
So ist der S t a a t s r a t oberstes Organ, in- dem die Preußischen Provinzen (Provinzial- lanbtage) bei ber Gesetzgebung und Verwaltung des Staates vertreten sind. Der Staats- rat ist bas Zentralorgan zur Beschränkung der Allmacht des Landtages, die sonst nur in dem selten praktisch werdenden Volksentscheid einen Damm fände. Der Präsident des Staatsrates hat mitzuwirken bei der Auflo- fung des Landtages und zwar zusammen mit dem Ministerpräsidenten. Der Staatsrat q>bt den Provinzen die Möglichkeit, mitbeftimmcn. den Ein Nuß auf das Staatsleben zu gewinnen. Seinen Mitgliedern sind abgeordnetenahnl-cke Rechte eingeräumt, wenn sie auch die Immuni- tätsrechte nur in beschränktem Motze gemeßen. Ter Staatsrat ist zwar keine gesetzgebende Körperschaft, doch hat er ein aufschiebendes Vetorecht gegen die vom Landtag de- schlossenen Gesetze. Falls der Landtag gegen den Willen des Staatsmimfteriums über die von diesem beschlossenen Ausgaben hinausgehen will, gebührt dem Staatsrat sogar ein positives Austimniungsrecht. Auch kann er <.8e« fetzesvorlagen vor den Landtag bringen lassen, außerdem steht ihm das Recht auf Gehör zur gutachtlichen Aeußeruyg über Gesetzesvor- lagen des Staatsministeriums vor Einbrin- gung beim Landtage sowie vor Erlaß von Ausführungsvorschriften zu Reichs- und Staatsgesetzen an.
Nicht nur bei ber Verwaltung ber preußi- schen, sondern auch bei den Reichsgeschäften wirken die Provinzen mit. So wird nach Maßgabe des Gesetzes vom 3.6.1921 bte Hälfte ber preußischen Vertreter beim Reichsrat von den Provinzialoerwaltungen bestellt, gewählt von den Provinzialausschüsten. Die ungeheure Bedeutung des Reichsrates als politisches Organ gegenüber dem Reichsministerium, bei bet Reichsgesetzgebung und der Mitwirkung beim Erlaß von wichtigen Verordnungen ist zu bekannt, als daß es besonderer Aus- juhmmgen hierüber bedürfte.
Heber bte Bedeutung ber Wahlen zu den Kommunallandtagen herrscht in der Bevölke- runa noch vielfach große Unklarheit. Wie man jed«h sieht, sind bie hier nur kurz skizzierten Funktionen ber Kommunallandtage überaus wichtig und vielseitig und die preußische Wah- lerfdtoft hat es sich selbst zuzuschretben, wenn das Wahlresultat der Kreistage und Provin. riallandtage durch bie allseitig hervortretende Flahlmübigbeit und Indolenz nicht so aus- M wie es den wirklichen Parteiverhältniffen !md'politischen Anschauungen im Lande ent. «spricht. ,