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Die ^Vberhessische Zeitung" er­scheint sechsmal wLchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. aus­schließ!. Zufkellungsgebühr, durch diePost2.25 DM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefckte oder elementarer Ereignisse ausfallend« Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. Derlag b. Dr. §. Sih-roth» Druck der Unib.-Buchdruckerei v. Job. Aug- Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 55. u. Nr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «, M. Nr. 5015. Sprechzeit -er Redaktion von 1011 und

1 Ubr.

Sl'knNag, den 10. Rovbr. 1925

Nr. 261 60. Wo. Marburg n. Lahn

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1 Goldmark '/«.,Dollar.

Landeszeitung

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modernen Kriegführung zu eröffnen. Solle die Luft ein Feld für eine alles zerstörende Erfindung bleiben? Dies sind die Fragen, die uns zu der Hoffnung veranlassen, Last mit dem neuen Abkommen von Locarno sich über Europa »neue atmosphäri­sche Bedingungen (?) ausbreiten", die die Welten des Krieges aus der Luft verschwinden lassen und ein heiterer und klarer Himmel erscheint.

Der Erste Seelord Lord B e a t t y er­klärte in seiner Antwort auf den Trink- spruch auf die Flotte u. a., man brauche die Geschichte nicht weit durchzusehen, um zu erkennen, daß die Gefahr nach allen großen englischen Kriegen der Vergangen­heit gekommen sei und daß die Geschichte sich immer wiederhole. Es sei daber gut,

Paris, 9. Nov. Der »Chicago- Tribüne" wird aus Damaskus ge­meldet, das, die Aufständischen aestern Macht versucht hätten, das Osttor von Damaskus zu überfallen. Es habe ein ein- ündiger heftiger Kampf stattgefunden, n Morgengrauen feien die Aufstäpdi- n zurückgeworfen worden und hätten zurückgezogen. Am gleichen Vormittag en Tausende von Christen die Stadt sien. Im Ganzen seien heute ungc-

?5 0n0 Personen, davon 15 000 nach \ aus Damaskus geflüchtet. Man ---^r Dienstag eine große

Gleichberechtigung und neuen Vertrauens in die deutsche W'rticha't auch an seiner Wieüererstarkung zu arbeiten.

Berlin, 9. Nov. Die Deutsch-demo­kratische Reichstagsfraktion, die ihre Fraktionstagung in Würzburg beendet hat. nahm noch ausführlicher Erörterung, die sich an ein Referat des Parteivorsitzenden, Reichs- minlster a. D. Koch, anschlos;, einstimmig eine Entschließung an, in der es u. a. heißt: Die Reichstagsftaktwn der Deutschen Demo­kratischen Partei erklärt in voller Ueberein- ; kstimmung mit der Stellungnahme des Partei- Vorsitzenden zu Locarno, daß sie 1. ihre Zu­stimmung zu dem Vertrag davon abhängig macht, daß die alsR ü ck tv l r k u n g e n" in Aussicht gesellte Entlastung des des' t:n Ge­bietes verwirklicht wird. 2. Die von Deutschland für das Zustandekommen des Ver­trages gebrachten Opfer nur für gerechtfertigt - hält unter dem Gesichtspunlt, daß der Ver­trag die unerläßlichen neuen Grundla­gen des europäischen Friedens und damit der politischen und wirtschaftlichen Wicdererstarkung Europas zu schaffen bestimmt ist, uiti Deutsch - ' land die Möglichkeit gibt, auf dem Boden inter­nationaler ---- -- '

London, 10. Nov. Das gestern abend in der Euildhall von dem neuen Lord- mayor gegebene Bankett fand unter den gewohnten Zeremonien statt. An dem Bankett nahmen teil: die Botschafter und Gesandten der auswärtigen Mächte, da­runter der deutsche Botschafter Dr. Sthamer, dem eine besonders warme Begrüßung zuteil wurde, und dem der neue Lordmayor mit ganz besonderer Herzlich­keit und lange die Hand schüttelte. Außer­dem waren anwesend die Mitglieder der Regierung, die Chefs der Land-, See- und Luftstreitkräfte, und eine große auserlesene Gesellschaft mit Damen. Chamberlains Eintreffen war das Signal für laute Hoch­rufe von Seiten aller Anwesenden, die sich erhoben hatten und ihm einen begeisterten Empfang bereiteten.

Chamberlains Rede.

In seiner Rede sagte Chamberlain: Wenn die Ergebnisse von Locarno mit so allgemeiner Zustimmung begrüßt worden sind, so war das deshalb, weil die Verträge von Locarno einem von der ganzen Welt tiefgefühlten Bedürfnis entsprächen. Er vertraue darauf, daß die Locarnoverträge von den sämtlichen beteiligten Ländern unterzeichnet werden würden, denn kein Staatsmann könne vor der Geschichte die Verantwortung übernehmen, daß er den Becher der Hoffnung, den die Sr- gebnille von Locarno darstcllen, zurück­st e w i e s e n habe. Die Welt bedürfe des Geistes von Locarno und diese Konferenz sei ein Anfang und nickt ein Abschluß oe- wesen. 'Er hoffe, der Geist von Lo­carno werde auch in der chinesischen Zollkonferenz gegenwärtig sein, die dem fernen Osten schließlich den Frieden bringen werde.

Der Staatssekretär für Luftkabrtwesen Sir Samuel Hoare sagte u. a., wäh­rend der letzten 1?. Monate ist d-e britische Luftverteidigung wesentlich verstärkt worden und das nicht nur be­züglich der Quantität und der Ausrüstung. Bisher hat durch die Entdeckung des Flie­gens die Welt wenig mehr gewonnen als die Luft den furchtbarsten Formen der

Amerika w» Marno

Während seines kurzen Aufenthaltes in Hamburg hat der Reichstagspräsident Löbe dem Vertreter des »Hamburger Fremden­blattes" in einer Unterredung, über die wir gestern schon berichteten, auf die Frage, wie die diplomatischen und wirt­schaftlichen Kreise in Amerika auf die antiamerikanische Tendenz re­agierten, die manches in das Locarno-Ab­kommen hineinlesen, erwidert, daß einsich­tige Leute einen engen politischen und wirtschaftlichen Zusammenschluß von Euro­pa keineswegs fürchteten. Zm Gegenteil seien sie in ihrem Europa gegenüber außerordentlich stark entwickel- ten Ueberlegenhcitsgefühl der Ansicht, daß z. B. eine europäische Zoll­union für sie eine

vorteilhafte Erleichterung ihrer Ge­schäfte mit Europa

in technischem Sinne bedeuten würde. Daß Europa gegenüber Amerika nicht zuletzt durch den Weltkrieg stark ins Hinter­treffen geraten sei, sei die allgemeine Ueberzeugung der deutschen parlamentari­schen Delegation, die sich bekanntlich aus Abgeordneten der Parteien der Deutschen Volkspartei bis zu den Sozialdemokraten zusamNeUsetzt. Die deutsche Delegation habe von allen Delegierten der interpar­lamentarischen Union den größten morali­schen Erfolg erzielt. Das sei auch von dem deutschen Botschafter in Amerika, von Maltzahn, anerkannt worden.

Ti« demokratisch: Reichstagsfraktion über Loearno.

Zeremonien.

Während des GuildhallbankettS saß der deutsche Botschafter zur Linken Chamber­lains. Bei der Zeremonie der Rundrei- chung des Trinkpokals reichte der deutsche Botschafter Chamberlain den Pokal, der den Deckel hob und sich in gewohnter Weise verbeugte, während der deutsche Botschaf­ter trank. Hierauf übergab Dr. Sthamer den Pokal in Uebercinstimmung mit dem ge­wohnten Gebrauch wieder Chamberlain.

*

Als der neue Lord-Maior der City of Lon­don in seiner goldenen Staatskaiosse zur Eidesleistung in das Justizgebäude fuhr, präsentierten die englischen Kolonien und Dominions in feierlicher Prozession, aller­dings nicht mit Gewehr oder Karabiner das wäre unzeitgemäß sondern mit den Erzeugnissen ihrer Heimat, denn der Sandel ist nun einmal die Sauvtsache bei den Eng­ländern. Ueberall forderten Plakate aus: Kauft britische Waren." Alle Schätze aber überragte ein riesenhafter Pudding von mehreren Metern Durchmesser, als Zeichen des­sen, dah dieKolonie" Australien in treuer Ergebenheit zum Sofe von St.Mames stehe. Lediglich aus Zweckmäßigkeitsgründen batte man sich die tote Sauce Australischer Selbst­ständigkeitsbestrebungen geschenkt. Warum auch den gewaltigen Eindruck friedlicher Ein­mütigkeit stören?

In der Euildhall fand ein feierliches Fest­bankett start. Hier sprach Chamberlain von dem Geist von Locarno, den er den Becher der Hoffnung nannte, den kein Staatsmann zu- rückwcisen könne. Und er reichte dem deutschen Botschafter den Pokal.

Soweit war alles sebr schön. Dann a'er ergriff der Staatssekretär für Luftfahrt das Wort und indem er gewiß anknüpfie an Pie durch den Vertrag von Locarno bereinigte Atmosphäre sprach er von den englischen Luftrüstungen, die nicht nur qualitativ und quantitativ, sondern auch durch die Aus­stattung der Tetritorialien mit neuen Flug- zeugeinbeiten heute Fortschritte machten. Vermutlich nach einem stillen Seitenblick auf Frankreichs 1500 Kampfflugzeuge sprach er bann die Hornung aus, daß bald ein heiterer und klarer Simmel als Folge des Ver­trages von Locarno, nicht aber der englischen Luftrüstungen erscheinen werde.

Dann sprach der erste Lo:d Beatty über die Flotte. Nüchtern meinte er, die eigent- Iiche Gefahr für England komme immer erst uach den großen Kriegen. Darum brauche England eine angesehene Flotte, die den Frie­den der Welt und die Sicherung des britischen Gemeinwesens gewährleiste. Aus den bisher vorliegenden Meldungen ist nicht ersichtlich, J".. SJe?e »Ausführungen im Zusammenhang ~ Abrustungsfrage erfolgten ober in Anknüpfung an Chamberlains Hoffnung baß der Geist von Loccarno auch in bet chinesischen Adrultungskonkerenz gegenwärtig sein und bem Fernen Ostenschließlich" den Frieden bringen werbe. g.

Dir AnrUchrn Mrrrn

-§aris, 9. Nov. Havas berichtet aus Schanghai: Entgegen früheren Mel­dungen icheinen T f ch a n g T s o - li n und F e r g P u - s h i a n g sich nicht verständigt r* arn um Segen die verbündeten feind­lichen Armeen vorzugehen. Man erwartet daher einen Zusammenstoß der beiden Heere.

Riicktrittsabsichten Mataias.

»»Wi-n, 9. Nov. (TU.) DieSonntag- und Montagszeftung" bringt die Nachricht, baß -bt. .vlataia wegen keines ungünstigen Gesunb- heitszustanbes in absehbarer Zeit zurücktreten werve. Sein Rücktritt wäre schon früher er- folgt, muste aber mit Rücksicht auf bie gegen ibn schwebende parlamentarische Unter­suchung in ber Frage ber Biebermann-Bank . zuruckgestellt werden.

Mm GmMM Bankett

FMeoHMunMn aber MMMgen

Künstliche Mache. 'rt-. . fk. Berlin, 10. Nov. Zu der öffentlichung der «Frankfurter Z Ws tu ng" über putschistifche Absichten \ Monarchisten bemerkt die Korresponsft de der Bayerischen Bolksparte K. er! einem längeren Artikel: Es soll nicht stritten werden, daß in der bayrischen lMann- tik einige beunruhigende Herde vorhace man sind. Man muß aber von der entstand Echnei- Beunruhigung alles abziehen, was------

künstlicher Mache beruht und d< sehr viel, vielleicht das Me

Es ist wieder einmal ein bevsrstehßW gW » MW Monarchistenputfch an die Wand worden. Es müßte nicht NovemberzlgSZb- So richtig es ist, daß ein großer Te^ bayerischen Bevölkerung sich innctli bet neuen republikanischen Stac----------------- für Dienstag eine große

0litten Kamen MÜGG^t Mischen Damaskus und Homs.

das baqerftch« Volk in seiner G--------------------rnzosen bereiteten eine Umzinqe-

""" gewaltiamen Verfass^ Aufständischen mit starken Ka-

Pientptz,.«i,seu will. ^MWWMWMMMteilungen vor.

--*--

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an die Tatsachen zu erinnern, die ____

Bestand einer angesehenen bri­tischen Flotte heute fordert. Sie be­stehe für die Wahrung des Friedens in der Welt und die Sicherung des briti­schen Gemeinwesens von Nationen.

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Bevorstehende Erklärungen über die Rückwirkungen

Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, ist die Beantwortung der letzten Note der Boft schaiterkonserenz noch im Lause dieser Woche zu erwarten. Die Note ist am Samstag nach­mittag Gegenstand einer kurzen Sitzung de» Kabinetts gewesen und darauf unmittelbar der bei der Nerchsregierung gebildeten Ent- waffnungskommission, die unter dem Vorsitz des Generals Pawels stebi, zur materiellen Behandlung vbrrmittelt worden. Immerhin werben noch einige Tage verstreichen, bis dis Antwortnote der deutschen Negierung abgehen kann, da für die von der Botschafterkonkerenz gewünschtenneuen deutschen Vorschläge" be­züglich der noch offenen Punkte verschiedene Ressorts, darunter besonders das Preußische Ministerium des Innern, zuständig sind. Die in der Note als offen bezeichneten Fragen be­treffen in erster Linie die Stellung des (5c. "erals Steil, ferner die Organisation der Schutzpolizei und schließlich noch 2 2 Kano nen der ehemalige» Festung Königsberg, über deren Verwendung Aufklärung erbeten wurde.

Die Bedeutung der Rote wirb jetzt, nachbern sie im authentischen Text vorliest, wesentlich ruhiger beurteilt als am vergangenen Sonnabend, wo man noch auf bie alarmieren­den Berichte der französischen Presse angewie­sen war. Besonders bet llmstanb, baß in her Rote nicht, wie man ursprünglich annehmen mußte, vonForderungen" bie Rebe ist son­dern nur vonVorschlägen", bie bie deutsche Regierung nach Paris übermitteln soll, hat die pessimistische Stimmung, bie am Sonn- abenb in ben Regierungskrciscn herrschte, wieder verscheucht. Mau hofft jetzt, wie wir bvren, wieder zuversichtlicher, baß die Bot- Ichafterkonferenz sich ben Begründungen, von denen bie neuen brutschen Vorschläge begleitet sein werben, _ auch bann nicht verschließen wirb, wenn bie deutschen Vorschläge nicht ganz so ausiehen sollten, wie es bie Botschaster- konfetenz vielleicht erwartet. Man glaubt, daß die Botschasterkonfetenz auf alle Falle ben Befehl zur Räumung ber nörblichen Rheinlanbzone noch vor bem 1. De­zember geben wirb, weil sie sich baruber klar sein muß, bah es ber beutschen Regierung ganz unmöglich ist, ben Vertrag von Locarno bem Reichstage vorzulegen, ehe .nicht wenigstens biese Frage in befriebigenber Weise gelöst ist.

Im übrigen rechnet man, wie wir weiter erfahren, in R-gierungSkreisen bamit, baß noch in biesrr Woche sehr bedeutsame Erklärungen der Alliierten in ber viel umstrittenen Frage ber Rückwirkungen erfolgen werden. Diese Hoffnung findet eine gewisse Stütze in den Montag vormittag aus Paris vorliegen, den Melbungn, wonach Brianb beabsichtigt, im Parlament Näheres über bie Maßnahmen mitzuteilen, bie bie Alliierten als RiiS» Wirkungen bet Locarnoer Verträge in Aus­sicht genommen haben.

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Dir SchlslkriMW frwWtii Kabinetts

fk. Paris, 10. Nov. Gestern abend haben die sozialistische» Abgeordneten Blum und Dedouce mit dem Budget­minister und dem Innenminister über die innerhalb des Kammerausschusses der Fi­nanzen entstandenen Schwierigkeiten ver­handelt. Diese find besonders groß seitdem der sozialistische Initiativantrag A u r i o l zurüügewiejen wurde. Damit ist der Grundsatz der direkten Besteuerung des Kapitals beseitigt morden. Es wird allge­mein angenommen, daß das Kabinett im Verlaufe der heutige» Kammersitzung ver­suchen wird, die Lage zu klären durch die Einbringung einer schleunigen Inter- pellation, durch die im Plenum der Kam­mer, ehe der Finanzausschuß seine« Bericht erstattet hat,. eine allgemeine Aussprache über die Finanzierunaspläne der Re» gicrung stattfinden kann.

Die Radikalen für Parnlev^s Programm, ^fk. Paris, 10. Nov. Die Radikale Fraktion nahm eine Entschließung an, das Finanzprogramm Paiuleo6s als diskutier­bar anzunehmeu und der Negierung keine Schwierigkeiten zu machen.