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rmpyenansamm!ung gegen Damaskus

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WM LMchrrtung

Nr. 261 öS.Mrg. Marburg a. Lahn

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1 Goldmark — V.,,Dollar.

Paris, S. Nov. Der Korrespondent der „Liberty in Kairo berichtet heute, nach den jüngsten heute vormittag aus Damaskus eingetroffenen Meldungen, habe sich die Lage in Syrien in den letzten 24 Stunden plötzlich verschlimmert. Der Füh­rer der Aufständischen, Bakri, der sich zum Präsidenten Syriens ausgerufen und den Sitz seiner provisorischen Regierung in Homs aufgeschlagen habe, halte sich jetzt für genügend stark, einen neuen Angriff gegen Damaskus zu versuchen. Er habe 23 Kilo­meter südlich von Damaskus Streitkräfte zusammengezogen, die auf 4000 Mann ge­schätzt würden, und die nur auf das Signa! zum Angriff warteten, bei dem sie von den Drusenstämmen unterstützt würden. Dieser neue Angriff der syrischen Aufständischen würde jedoch nicht überraschend kommen, es seien neue Truppen in Damaskus einge« troffen und hätten die Stadt in Verteidi­gungszustand gesetzt. Gestern abend sei eine Abteilung von 300 Rebellen 11 Kilo­meter von Damaskus enfernt von einem Flugzeuge entdeckt und durch Maschinen­gewehr- und Eeschötzseuer vertrieben wor­den. Die Kanonade habe unter den Ein­wohnern von Damaskus eine große Panik hervorgerufen, weil sie einen neuen Angriff befürchteten. Sie hätten die Stadt in Mas- sen verlassen. Zm Verlaufe des gestrigen Nachmittags sei eine starke Abteilung In­fanterie, Artillerie und Kavallerie aus Damaskus unter dem Kommando des Ge­nerals Eamelin ausgerückt, um die Streit­kräfte Bakris uiederzukämpfen.

Paris, 5. Nov. In der Nacht zum 3. November haben die Aufständischen die bei Damaskus gelegene Eisenbahnbrückc der Strecke nach Haifa in die Luft gesprengt, sodaß Damaskus von dem wichtigen Hafen Haifa abgeschnitten ist.

Paris, 5. Roo. Havas meldet aus Damaskus: Die militärischen Behörden haben die Bevölkerung davon in Kenntnis

teil 6. M. 1925

„Oixrhrssische Zeitung" et- scheint sechsmal wöchentlich. Br-

-preis monatlich 2 GM. ans- schließl. Zustellungsgebühr, durch A«Post2.25 GM.Für etwa infolge Streiks, Mafchinendefekte ob« elementarer Ereignisse ausfallend« «stumme rn wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag v. Dr. §. Hiheroth» Druck bet Unib.-Buchdruckerei v. Job. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 55. u. Nr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt e, M. Rr. 5015. — Sprechzeit bet Redaktion von 10—11 und

*1,1—1 Uhr.

Wicklung der italienischen Sonder- iute ressen in Jugoslawien nichtzubehindern.

fk. Lo n d o n, 8. Nov. «Times" bemerkt zu dem von dem „Ne w y o r k e r W o r ld" veröffentlichten angeblichen Wortlaut eines Eeheimvertrages zwischen Ita­lien und Rußland, sie habe diesen Wortlaut seit einiger Zeit besessen, aber nicht veröffentlicht, da er ohne die Ermäch­tigung der italienischen Regierung von den Gegnern der italienischen Negierung in Umlauf gebracht wurde. NaOiem nun aber der Wortlaut von anderer Seite veröffent­licht worden sei, werde es notwendig sei», daß öffentlich erNSrt werde, ob er echt sei oder nicht.

gesetzt, daß ein Artilleriefeuer auf Damaskus eröffnet werden könnte, um gegen die aufständischen Drusen vorzugehen. Französische Truppe« zerstreuten die Aufständischen weiter.

Kammerinterpellatio» wegen Syrien.

fk. P a r i s, 6. Nov. Zm weiteren Ver­lauf der Kammerdebatte forderte P a l n - lev6, daß nach der Durchführung der Untersuchung nach der Rückkehr des Gene­rals Carrails der Zeitpunkt für die Beratungen der Interpellationen über die Ereignisie in Syrien festgesetzt werde. Die­ser Antrag wurde angenommen.

Aegypten und Syrien.

fk. Ka i r o, 6. Nov. Za einem Aufruf zur Unterstützung der geschädigten Syrier erklärt der vormalige Premierminister und Nationalistenführcr Caglul Pascha. Frankreich hat die Welt überzeugt, daß es als Mandatsmacht nicht, wie behauptet, im Interesse des beherrschten Volkes, sondern im eigenen Interesse gehandelt hat. Die französischen Fehler können nur durch strenge Bestrafungen der ver­antwortlichen Personen gesühnt werden und durch die Anerkennung des Rechts der Einwohner, sich nach eigenen Eesesten zu regieren. Caglul Pascha eröff­ne die Liste der Spenden mit 100 Pfund Sterling.

„Daily News" und Sarrail.

fk. London, 6.Nov. In einem „Gene­ral Nero" überschriebenen Leitartikel kritisiert „Daily News" den Bericht des Generals Sarraijp über die Vorgänge in Damaskus und sagt: Wenn dieser Be­richt wirklich der Wahrheit entspreche, dann muß man sich fragen, wie nicht nur in den Berichten derKorrespondenten, sondern auch durch die seither eingetroffenen Original­protokolle zur Kenntnis gebrachten Zer­störungen der Stadt Damaskus zu er­klär e u seien. Entweder hat General Sarrail vergessen zu erwähnen, daß ei« Erdbeben stattgefuuden hat, oder sein Bericht ist falsch.

Meilen Pmleibeivrechungen

Berlin, 5. Roo. Wie dir Tel.-U«ion er­fährt, haben vom Zentrum ausgehend, am heutigen Tage lebhafte »erhandln«- grn stattgefunden, die da» Ziel hatten, 1« verhindern, daß in der morgigen Frak- tionssitzung der Sozialdemokraten Be­schlüsse gefaßt werden, die die innerpolitische Lage weiter zusvitzen und damit auch auf die noch in der Schwebe befindlichen Sei« Handlungen über die Rückwirkungen binüber- greiken könnten, da da» Ausland dir Bast? drs Kabinett» ohnehin schon als schwach anfieht. Die Führer des Zentrums kamen zunächst mu denen der Demokraten und dann mit denen der Sozialdemokraten zusam­men. Darauf erschienen die Abgeordnete« F e b r e n b a ch und K o ch bei dem Führer der Deutschen Bolksvartei, Minister S t r e s e - «an«, der gegen Abend den engere«

Ist Mchkur eee getan»

Don Gras PosadowskY.

Dei brr Schlußsitzung auf der Londoner Zusammenkunft gab der frühere Deichskanzler Marx seiner Genugtuung Ausdruck über den Geist des Friedens und der Versöhnlichkeit, weicher die Verhandlungen dieser Zusammen­kunft getragen habe; er knüpfte hieran die zuversichtliche Hoffnung, daß dieser Geist das Verhältnis der Völker künftig beeinflussen und zu einem allerseits vertrauensvollen zum Vesten der Menschheit gestalten werde. Del einer anderen Gelegenheit erklärte derselbe Deichskanzler, daß der Versailler Friedens­vertrag und das Londoner Abkommen Etap­pen auf dem Wege zur Freiheit unseres Volkes seien. Sie nachfolgenden Tatsachen haben leider seine Hoffnungen nicht erfüllt. Der Vertrag von Versailles, aufgebaut auf einer Behauptung, deren Unwahrheit jetzt für jeden Menschen urkundlich erwiesen ist, welcher der Wahrheit die Ehre geben will, ist die ungerechteste und grausamste Vertrags­urkunde, welche die Geschichte kennt. Der berüchtigte Methuen-Dertrag, welchen Eng­land 1706 mit Portugal schloß, galt bisher als em Deispiel rücksichtsloser und unaufrichtiger Diplomatie zur wirtschaftlichen Vernichtung emes Volkes. Der Vertrag von Versailles wird in Zukunft ebenfalls als ein solches Lehr­beispiel gelten. Wo hat sich indes nach der Londoner Zusammenkunst „der Geist des Frie­dens und der Versöhnlichkeit" bei unseren Feinden gezeigt? Gebiete der Aheinlande sind gegen den klaren Wortlaut des Ver­trages vom Feinde beseht gehalten. Fort­gesetzt werden von den französischen Kriegs­gerichten deutsche Offiziere, welche unter der harten Dotwendigkeit der Kriegsgesetze und zur Sicherheit in Feindesland gehandelt ha­ben, zu langen, entehrenden Strafen, ja zum Tode verurteilt, offenbar nur in der Absicht, das deutsche Volk und sein Heer in der Meinung der Welt herabzusehen und verächt­lich zu machen. Die fortgesetzten harten Verurteilungen in den besetzten Gebieten wegen kleiner Verfehlungen und dir zahl­losen Verordnungen der militärischen Gewalt­haber lassen die bürgerliche Vevöllerung nicht zur Ruhe komme«. Die Aufforderung unserer Legierung an die feindlichen Mächte, ihr Urteil über die Schuld Deutschlands an dem Weltkriege zu berichtigen, nachdem durch ur­kundliche Beweise die Unrichtigkeit jener Vehauptung erwiesen wurde, ist mit einer kalten, zum Tell unhöflichen Absage beant­wortet. Wie es scheint, werden die Be­satzungen der geräumten Gebiete anderen noch besetzten Gebieten auferlegt zur weiteren Be­lastung der bedrückten Bevölkerung. Der amerikanische Staatssekretär Hughes hat kürz­lich in einer Rede auf den Abschluß der Zu­sammenkunst in Locarno betont, daß die sich daran anknüpsenden Hoffnungen nicht aus dem W o r t l a u t der Verträge beruhten, sondern auf dem G e i st, in dem sie entstanden seien. Der Vertrag von London führte zu dem Dawesabkommen, welches unS zeitlich un» I begrenzte Lasten auferlegt hat, die nach dem I Urteil unbeteiligter Sachverständiger auf die I Länge unerschwinglich sein werden und unser I Volt in seinem LebenSstande weit unter den I Lebensstand gebildeter Völker herabdrücken I müssen. Sie Vertragsentwürfe von Locarno smd kürzlich als „ein Meisterwerk der Juris- I prudenz bezeichnet. Vor der Genehmigung I dieser Verträge wird sich indes die deutsche I Regierung und die deutsche Volksvertretung I zunächst fragen müssen, welches der Gei.ft ist, I in dem sie entstanden sind; die Gefahr inner» I politischer Schwierigkeiten darf keinen Grund I abgeben, gefährliche Verträge mit dem Aus» I lande abzuschließen. Der Vertrag von Ver» I sailles und der Dawes-Vertrag sind in ihrer I Art auch „Meisterwerke feindlicher Juris» I prudenz", ihr Geist aber für uns vernichtend. I Wir müssen nach der Behandlung, die unS I von den feindlichen Mächten zuteil geworden ist und die jede Rücksicht und Achtung auf ein I großes, um die Welt verdientes Volk ver» I missen läßt, prüfen, ob der Eintritt Deutsch» I lands in der Völkerbund in dem Gei st e I wirklichen Friedens und zum I Vesten Deutschlands von unseren

Feinden gewünscht wird. Die geschichtliche Erfahrung lehrt, daß zwischenvölkische 2$er» I träge für den Starken einen Hebel der I Macht, für den Schwachen eine brüt» kende Fessel zu fein pflegen. Der eigentliche I Minister Chamberlain hat erklärt, daß die I Verhandlungen in Locarno zur Beruhigung I Europas beitragen würden. Aehnliche Aeu« I tzerungen hat der französische Minister Driand I getan. Demgegenüber muß sestgestel.lt werden. I daß es nicht das niedergebrochene und entg I waffnete Deutschland ist, welches seit Deendi-- I des offenen Krieges Europa beunruhigt hat; I die von unteren Feinden beklagte Unruhe • Europas hätte von ihnen beseitigt Verden

Borstaud der Deutschen Bolks- Partei bei sich hatte. Wir verlautet, haben die Bertreter des Zentrums den Sozial­demokraten gewisse Angebote ge­wacht, die ans die spätere Lösung der inner- politischen Krise Bezug haben. Die Verhand­lungen gehen am späten Abend und wohl auch noch am Freitag vormittag weiter. Ob sie allerdings zu dem Erfolg führen werden, der vom Zentrum erstrebt wird, muß sehr zweifelhaft erscheinen, da die Sozial­demokraten offenbar auch Zusicherungen von den anderen Parteien verlangen, die nach de« augenblicklichen Stand der Dinge aber von keiner Seite gegeben werden dürften. Die außenpolitische Lage ist noch weiter in Schwebe. Nachdem die V e r h a « d - langen über die Rückwirkungen in­folge der innervolitischen Verhältnisse in Ber­lin und Paris eine Woche lang geruht haben, scheinen sie jetzt wieder in Fluß gekommen zu sein. Bor Mitte November glaubt man i« politischen Kreisen aber kaum einen Ueberblick über die Entwicklung des Problems der Rückwirkungen haben ra können.

fk. Berli«, 6. Roo. Während des gestrige« Tages habe« Besprechungen führender Persönlichkeiten einiger Reichs- tagsfraktionen stattgefunden. Die Initia­tive zu diesen Besprechungen sei laut „Boss. Ztg." vom Zentrum ausge- gaugen. Das vorläufige Ergebuis sei die Vereinbarung, daß heute eine direkte Aus­sprache zwischen den Führern der Deut­schen Bolkspartei und denen der Sozialdemokraten stattfinden soll und zwar noch vor der Sitzung der Sozial­demokratischen Reichstagsfraktion, die be­kanntlich heute nachmittag Zusammentritt.

MntaMrM gegen MuWini

Rom. 5. Rvo. Nach einer Meldung I der „Agenzia Stesani" hat die Polizei in Rom den ehemaligen sozialistischen Ab­geordneten Zaniboni verhaftet, I der Vorbereitungen zu einem Anschlag auf Mussolini getroffen habe. I

Auf Grund der ersten Untersuchungen ist an sämtlichen Präfekten der Befehl er­gangen, sofort al le Freimaurer- I logen, die von der römischen Loge „Großer Orient" abhängig find, zu b e - setzen. Ferner hat die Regierung die Auflösung der geeinigten so­zialistischen Partei au ihrem Hauptsitz und ihren Zweigstellen verfügt.

Die heute nachmittag von der „Agenzia Stefan!" verbreitete Nachricht von der Entdeckung eines gegen Mussolini geplanten Attentats rief in ganz Italien eine lebhafte Erregung hervor. Die Zeitungen veröffentlichten Sonderausgaben mit der Nachricht und äußerten in ihren Kommentaren Ent­rüstung über die Schuldigen. Mussolini sandte ein Rundschreiben an die Präfekten, in dem er sie aufforderte, Vergel­tungsmaßnahmen zu verhin­dern. Die Leitung der faschistischen Par­tei befahl alle« italienischen Faschisten, sich jeglicher Eewaltat gegenüber Geg­ner» zuenthalten.

Säbete Einzelheiten über den Attentatsvlan.

Folgendes ist bisher bekannt geworden: Das I Hotelzimmer im Hotel Drngoni in Rom war I von einem Dritten, und zwar von dem So« völo"-Redakteur Quaglia, für einen Major I Silvestrini bestellt worden, der auch am I 4. früh in Rom um 6 Uhr eintrnf und sofort I das Zimmer bezog. Um %10 Uhr drang die I Polizei in das Zimmer ein und stellte fest, daß I besten Jalousie geschlossen war und nur noch einen kleinen Ausblick auf das Auswärtige I Amt gewährte, ein ganz neues Gewehr schuß- I fertig auf den Balkon gerichtet bereit lag, auf I dem der Abgeordnete Mussolini an diesem Tage vermutet wurde. Der Abgeordnete ließ I sich ohne jeden Protest fortführen. Dann schritt die Polizei zur Beschlagnahme eine» neuen groben Automobils, eines sogen. Lambda- I Wagens, der mit Lebensmitteln reichlich ver- I kben zur Flucht bereit stand. Andere Ber- daftnngen sollen noch bevorstehen. I Man hat nämlich auf der Straße vor dem Hotel Leute in schwarzen Hemden beobachtet, von denen man vermutet, daß sie im entschei­denden Moment Unruhe ans der Straße bet« I verrufen sollten, um die Flucht des Atten­täters zu erleichtern. Der General Capello ist fn Turin von der dortigen Bolizei auf Anord- I nung aus Rom verhaftet worden al» er mit dem Zug von Rom ein'raf. Eavello vro- testiett gegen die Verhaftung, wahrend sich der Abgeordnete Zaniboni ohne jeden Protest hatte fortführen lasten. Mustslini war über die Vorkommniste genau unterrichtet, bat aber nicht für nötig gehalten, seine Disposittone« für de« gestrigen Tas i« irgend einer Weise zu ändern. I

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ein angtWt ruW tlaükMll SMlmmlmg

fk. Londo «, 0. Nov. Rach ein« New. | Yorker Meldung veröffentlich „Newyor« ter World" einen im vorigen Jahre unterzeichneten Gehetm- »ertrag zwischen Rußland und Italien, der den nahe« Osten betreffe und mit den Interefien beider Länder t, n isch sei. Der angebliche Wortlaut enthLlt folgende Verpflichtungen: Italien verpflichtet sich für den Fall eines rnssisch-türkischen Kon­flikte» nicht zur Entsendung von Truppe«, wohl aber zur Unterstützung Ruß­lands auf diplomatische« Wege. Weiter verpflichtet sich Italien, dem so gut wie freien Gebiet in Rumänien, das als Gebiet bezeichnet wird, wo keine Inter« efiengegensätze zwischen Rußland und Ita­lien bestehen, Schutz zu gewähren. Ruß- land verpflichtet sich für den Fall eines italienisch-türkische« Konflikt» zur militärischen Unterstützung Italien» durch Entsendung von Trup­pe« und Einsatz von Seestrettkräften. Wei­ter erllärt sich Rußland bereit, bei Ent.