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StnnMnd, toi 31. Oktober 1925
Eo haben sich also gerade durch die Hetze der Linksparteien, die natürlich das Gegenteil bezwecken sollte, die beiden Rechtsparteien wieder zusammengefunden. And je mehr Felle den demokratischen und sozialdemokratischen Lohgerbern bis zum 1. Dezember wegschwimmen werden, um so fester wird die Gin- heitsfront der beiden nationalen Parteien werden, bis sie endgültig doch ihr Ziel erreicht haben. Mag es sein, daß gerade da- deutschnationale Verhalten dem Auslande zu denken gibt, mag auch sein, daß die Saboteure von links Angst vor der eigenen Courage bekommen und sich Hüten, einen ihrer_ Gesinnungsgenossen auf die schwierige Position, die heute der Kanzler einnimmt, zu bugsieren.
Dein, man glaubt nicht daran. Aber die eine und die andere Partei der demokratischen Linken, oder gar alle miteinander, wollen aus der gegebenen Situation, die durch den Gewissenskonflikt der Deutschnationalen hervorgerufen wurde, parteipolitisch Kapital schlagen. Die Deutschnationale Volkspartei hat in ihrer Kundgebung alle diese Gegensätze zwischen den Parteien nicht gestreift. Die Deutschnationale Volkspartei hat nicht versucht, sich gegen die Angriffe von links zu verteidigen. Eie braucht eine Verteidigung ebensowenig, wie eine Rechtfertigung. Schon jetzt rechtfertigen die Tatsachen das Verhalten der Deutschnationalen Volkspartei und ihrer Minister. And dah diese Rechtfertigung restlos ist, wird nicht zuletzt auch heute von der Deutschen Volkspartei anerkannt.
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1 Goldmark — Dollar.
lands alsbald alle einseitigen Ent» wassnungs, und Kontroll» mahnahmeu gegen Deutschland (vor allem di« Jnvestatio»»» beschlüsse) sistiert werdenr
3. bis zur Durchsiibrung der allgemeine« Abrüstung durch rechllich zwingende Abmachungen die Anwendung des gesamten Inhalts de» Artikel» 16 der Bölkerbundssatzungen auf Deutschland ausgeschlossen wird.
VL Die schliehliche Annahme der Bet» träge bleibt davon abhängig, dah bei deu Berbandlungen etwa unter Hinweis auf Artikel 431 eine Abkürzung der Besatzungsfrist in der 2. und 3. Rheinlandzone und eine frühere Volksabstimmung im Saargebiet erreicht wird. Oie Fooderuno stt bereits bei de« Vorbesprechungen anzu» melde«. <
Anlage »« C. TTI. '''
Jeder Zweifel über die Beschränkung itnes durch Annahme des Sicherheitspatts und Eins tritt in den Völkerbund auszusprechmden Bevz J? tes wird ausgeschlossen, wenn folgend«» er» reicht wird:
Eine RevLenmssrÄßänmg
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Berlin, 30. Olt. Don deutschnationaler Seite erhält die Tel.-Union die Entschlie» ßung, die von der deutschnationale« KeichstagSfraktion unmitte'Lar rot ihrer Zustimmung zur Annahme der Einladung von Locarno dem Kabinett bekanntgege» ten wurde. Sie lautet:
A. Die Antwortnote mutz zum Ausdruck bringen:
1. Deutschland hält an der Note vom 20. 7. als Grundlage für weitere Vespre» chungen und Verhandlungen fest.
2. Die Besprechung der Auhenminister hat nur informellen und vertraulichen Charakter, bindende Abmachungen auch über Einzelpunkte finden also nicht statt.
B. Spätestens gleiwzeitig mit der Annahme der Einladung ist den Signatarmächten de» Versailler Vertrages gegenüber durch Erklärung der deutschen Reichste^.erung das erzwungene Schülvbekenntnts des Artikels 231 ausdrücklich aufzusagen.
E. Folgende Grundsätze werden durch Kabiuettsbeschlub für die weiteren Verhandlungen und Besprechungen festgelegt:
I. Eine Konferenzrinladung an Deutschland wird nicht angenommen werden, wen» nicht vorher die EntwaffnungS» note befriedigend erledigt und di« Räumung der Kölner Zone zu ' einem bestimmten, möglichst nahe« Termin vertraglich sichergestellt ist.
fi. Die Konferenzeinladung wird weiter nicht angenommen, wen» nicht die Beseitigung aller Rechtswidrigkeiten des Besatzungsregimes im besetzten Rheinland und Saargebiet und eine Revision des Rheinlandabkommens sowie der erlassenen Ordonnanz«« fichergestellt ist:
HI. Sin Verzicht aus deutsches Land und Volk ist schon im Hinblick auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker unmöglich. Daher darf ein abzuschlie« hender Sicherheitspakt nichts Weitergehendes als den Verzicht auf Angriff, Einfall oder Krieg zur Aenderuug der be» stehenden deutschen Grenze im Westen enthalten. Dies ist von der Reichsregierung auch der Oeffentlichkeit gegenüber klarzu- ftellrn. Die Präambel des Londoner Entwurfes ist c ftfvreckiend zu ändern. Weitere Einzelvorschläg« stehe Anlage.
IV. Ein Sicherheitsvakt und Schied«» I vertrüge sind nur anzunehmen, wenn
1. jede Garantie östlicher Verträge durch Frankreich ausge- schl offen wird:
2. politische Fragen, namentlich Streit über Grenzen, müsten lediglich einem Vergleichsverfahren unterworfen werden;
3. der unvarteiische und paritätische Charakter des Schiedsverfahrens fichergestellt ist.
V. Dor Eintritt Deutschlands i« den Völkerbund erfolgt nur, wenn
1. alsbaldige Verhandlungen über die allgemeine Abrüstung gesichert find;
2. im Hinblick mrk die allgemeine« Ab» I rüstungsmahnahmen des Völkerbundes, denen auch Deutschland fich unterwerfe« wird, und auf die bereits durch» geführte völlige Entwaffnung Deutsch-
Berlin, 30. Ott. Amtlich wird mitge- teilt: Die in letzter Zeit von den Organen der deutschnationalen Volkspar- t e i veröffentlichten Beschlüsse, besonders die in der heutigen Morgenpresse erschienene Erklärung deS deutschnationalen Parteivorstandes über die Konferenz von Locarno, enthalten über daS Verhalten der beiden deutschen Delegierten, sowie über den Inhalt des in Locarno paraphierten Vertragsentwurfs selbst eine Reihe von Angaben, die sich mit den Tatsachen nicht decken. Die Reichsregieruna hält es mit den deutschen Interessen nicht für vereinbar, in einem Augenblick, wo die internationalen Verhandlungen über einen wesentlichen Teil der in Locarno erörterten Fragen noch in vollem Gange sind, das gesamte in Betracht kommende Material der Oeffentlichkeit preiszugeben. Sie muh sich daher einstweilen darauf beschränken, <je» genüber den Auslassungen der Deutschnatw- nalen Volkspartei folgende Tatsachen sestzustcllen:
1. Die Stellung des Reichskabinetts zur Sicherheitsfrage ist z. Zt. durch einmütige Zustimmung zur deutschen Note vom 20. Juli 1925 sestgelegt worden. Vor der Konferenz von Locarno sind sodann, und zwar ebenfalls einmütig, Richtlinien für die Verhandlungen aufgestellt worden, die auf dem Gedanken beruhten, daß als Grundlage für das gesamte weitere deutsche Vorgehen die Ausführungen jener Note zu gelten hätten.
2. Die deutschen Delegierten sind während der Verhandlungen von Locarno in keinem Punkte don den aufgestellten Richtlinien, insbesondere von den Grundsätzen der Note vom 20. Juli, ab - gewichen. Die Behauptung, daß die Paraphierung der Vertragsentwürfe inuner - wartetet Ueberstürzung erfolgt sei und gegen getroffene Abmachungen verstoßen habe, ist unrichtig. Die deutschen Delegierten haben sich zur Paraphierung entschlossen, weil, soweit der Inhalt der Vertragsentwürfe in Betracht kam, nach ihrer übereinstimmenden Ansicht die vom Reichskabinett aufgestellten Richtlinien erfüllt waren, und weil in Ansehung der nicht durch die Entwürfe behandelten Fragen eine den deutschen Lebensrn- teressen gerecht werdende Regelung in Uebereinstimmung mit den deutschen Lebensinteressen gerecht werdende Regelung inUebereinstimmung mit den Richtlinien des Kabinetts hinreichend fichergestellt schien.
3. Am 22. Oktober 1925 hat daS Reichskabinett unter Vorsitz des Reichspräsidenten vor Beginn der Beratungen deS Auswärtigen Ausschusses des Reichstages einstimmig folgenden Beschluß gefaßt:
DaS Reichskabinett hat den Bericht der deutschen Delegierten über die Ministerzusammenkunft von Locarno entgegengenommen und beschlossen, daS auf der Grundlage der deutschen Note vom 20. Juli 1925 in Locarno eingeleitete Vertragswerk zu einem Abschlußzu bringen, der den Lebensnotwendigkeiten des deutschen Volkes gerecht wird. Das Reichskabinett geht dabei von der durch die feierlichen ■ Versicherungen der Autzenmi-
Wer sabotiert?
Die Kundgebung der deutschnationalen Parteileitung schließt mit den Worten: „Darum haben wir unseren Einfluß als Regierungspartei geopfert, um dem In- und Auslände volle Klarheit über den Ernst der Lage zu geben und in voller Handlungsfreiheit einzustehen für unser unverrückbares Ziel: Di« Freiheit des Vaterlandes." Die volle Klarheft über den Ernst der Lage gewonnen zu haben, heißt, auch für alle Politiker, die Der deutschnationalen Volkspartei fernstehen, wenn auch nicht den deutschnationalen Stand- puntt zu billigen, so doch zu verstehen. Vis jetzt wird trotz aller Versprechungen, von unseren Vertragspartnern aus Locarno mit dem Eingehen auf die deutschen Wünsche immer nur gespielt. Hier taucht in einer französischen Zeitung die Meldung aus, daß die ^Milderung des Desatzungsregimes in der zweiten und dritten Zone vorbereitet würde, Dort liest man in einer englischen Zeitung, dah Deutschland das Kolonialmandat für Togo angeboten werden solle. Wer immer noch nicht sind tatsächliche Vorbereitungen für die Räumung der rechtswidrig besetzten Kölner Zone getroffen. Und doch sind schon zwei Wochen vergangen, seit die Verträge in Locarno paraphiert wurden und nut noch vier Wochen fehlen bis zu dem Termin, an dem in London die endgültige Unterzeichnung stattfinden soll. Bedenkt man, daß die deutsche Delegation die Zustimmung der Reichsregierung zu dem Vertragswert nur unter der Bedingung zugesagt hat, dah sich vor der endgültigen Unterzeichnung der gute Wille Der Vertragspartner tatsächlich bemerkbar macht, dann muß man heute über den Ernst der Lage eigentlich nur einer Meinung fein. Ganz abgesehen davon also, welche Stellung man zu den Locarno-Verträgen an sich entnimmt, läßt doch die Stellung des Auslandes an Klarheit nichts mehr zu wünschen übrig. Eo wird letzten Endes die letzte Hoffnung, die, wer zwischen den Zeilen zu lesen versteht, auch in der deutschnationalen Kundgebung finden kann, daß schliehlich die Deutschnationalen nochmals in das Kabinett Luther zurückkehren könnten, durch die Haltung der Westmächte restlos zerstört. Es hat heute keinen Zweck, sich um des Kaisers Bart zu streiten, darüber, welche Stellung die einzelnen Parteien zu Dem Vertragswert von Locarno einnehmen. Die Hauptfrage ist Die, ob auch für alle Parteien, Denen Locarno Der Anfang Der Befriedung Europas scheint, die Unterzeichnung in London möglich wird. Denn das Problem Locarnos ist tein inner- politisches, zu dem es unsere Linke stempeln möchte, sondern ein außen politisches.
So läßt sich also zwischen Dem Standpunkt Der Deutschnationalen und Dem Der Deutschen Voltspartei immer noch das Gemeinsame fest- stellen, was beide Parteien, sowohl Die eine als auch Die andere, als Ziel vor Augen haben: Die Freiheit des Vaterlandes. Ob das Vertragswert von Locarno angenommen oder abgelehnt wftD, das ist, auch darüber soll einmal volle Klarheit geschaffen werden, keine persönliche, sondern eine vaterländische Angelegenheit. Auch ein Kabinett Wirth hätte unter den gegebenen Umständen keine Reichstagsmehrheit gefunden, roenn nicht di« Rückwirkungen aus dem Westvakt dem deutsche« Bott di« Eewihheit für seine Freiheit geben würden. Auch ein Kabinett Wirth hätte bis zum 1 .Dezember tatenlos _ Dem BegenemanDer der Parteien zusehen muffen. Das hindert aber weder die Sozialdemokraten «och das Zentrum daran, dem Verhalten Dr. Luthers ein über das anberemal fruchtlose Kritik entgegenzubringen. Schon taucht. in einem Berliner demokratischen Blatt verblümt te« Aufforderung an den Reichskanzler auf, auS der gegebenen Situation ohne Verzug Die notwendigen Folgerungen zu ziehen. Man weiß im demokratisch-sozialistischen Lager genau, daß Dr. Luther nicht Der Mann ist, brr große Worte spricht, ohne Die Tat folgen zu lassen. Es braucht nicht großer Schlagzeilen und fettgedruckter Seitartilel, um Luther Daran zu erinnern, daß er mit Der Annahme oder Ablehnung der Locarno-Verträge steht oder fällt. Dr. Luther wird der letzte sein. Der, falls fich bis zum 1. Dezember nicht alle von ihm an das Vertragswert Geknüpften Erwartungen erfüllt haben, seine Konsequenzen zieht. Ob Dann allerdings nicht genau so plötzlich, wie es anhub, das Geschrei nach Reichstagsauflöfung, Reuwahlen und Regierungsumbildung verstummen wird? Glaubt man denn auf Der anderen Seite, dah sich für Locarno eine Reichstagsmehrheit zusammenbringen läßt, wenn nicht vorher die Kölner Zone geräumt ist und die politische und milttärifche Milderung des Regimes im übrigen besetzten Gebiet gewährleistet?
nister von England, Frank- I reich, Belgien und Italien be- I gründeten festen Erwartung aus, daß die logische Auswirkung des! BertragSwerkeS von Locarno, besonders I in den Rheinlandfragen, sich als- I bald verwirklicht. I
Damit wurde anerkannt, daß die weite- I ren Verhandlungen sich nicht auf den I Wortlaut der als unabänderlich fegestell- I ten Verträge, sondern auf die in diesen I Entwürfen nicht behandelten Fragen zu I erstrecken haben würden. Irgendwelche Tatsachen, die zu einer veränderten Stellungnahme hätten Anlaß geben können, sind I seither nicht bekannt geworden.
4. Die in den deutschnationalen Auslassungen am Inhalt der Vertragsentwürfe selbst geübte Kritik stimmt mit den verschiedenen erwähnten Beschlüssen deS Reichskabinetts überein, noch ist fie sachlich gerechtfertigt. Insbesondere wird durch die Entwürfe von Locarno, weder daS Selbstbestimmungsrecht der Völker beschränkt, noch auf andere Weise der friedlichen Entwicklung vorgegriffen. Im Vergleich mit der durch die Machtverhältnisse bedingten gegenwärtigen Lage Deutschlands würde das Inkrafttreten des Vertragswerkes nicht eine Einschränkung der deutschen Handlungsfreiheit bedeuten, sondern vielmehr den Anfang und die Grundlage für eine aktive Wiederbeteiligung Deutschlands an der Politik der europäischen Großmächte fein. Den aus Artikel 16 des Völkerbundpaktes für Deutschland sich ergebenden Gefahren Wirb durch die verabredete Erklärung zu diesem Artikel, die genau den Forderungen der deutschen Note vom 20. Juli entspricht, in praktisch wirksamer Weise vorgebeugt. Daß in Locarno die Gleichberechtigung und Gleichstellung auf dem Gebiete des Heerwesens nicht erreicht sei, könnte nur dann behauptet werden, wenn man darunter die Beseitigung der Abrüstungsbestimmungen des Versailler Vertrages oder Durchführung einer vollständigen Abrüstung der anderen beteiligten Länder vor dem Abschluß des Vertragswerkes verstehen wollte, ein Standpunkt, der in den Beschlüssen des Reichskabinetts niemals vertreten worden ist. Das Verbot von Angriffskriegen zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien, ferner die Garantie des Verbots durch England und Italien und schließlich die schiedsrichterlich« Entscheidung von Rechtsstreitigkeiten, namentlich von Streitigkeiten über die Auslegung des Versailler Vertrags und des Rheinlandabkommens, liege durchaus int Interesse der Befreiung und Wiedererstarkung Deutschlands .
5. Die Kritik an den mangelnden Auswirkungen deS BertragSwerkeS auf die Frage der besetzten Gebiete ist zum mindesten verfrüht. Die deutschen Delegierten haben niemals einen Zweifel darüber gelassen, daß die Vertragsentwürfe beut» fcherseits nicht in Kraft gesetzt werden könnten, wenn nicht auch die Rückwirkungen auf die besetzten Gebiete eine den deutschen Lebensnotwendigkeiten entsprechende Regelung erfahren. In diesem Sinne werden die Verhandlungen zur Zeit wettergeführt.
6. Die Behandlung der Kriegsschuld- frage vor und auf der Konferenz in Locarno steht in genauester Uebereinstimmung mtt den Beschlüssen deS ReichSkabinetts.