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Marburger Zagrsanzvtger

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Drr Änzeigenprei« beträgt für Pen 10 gespalt. Zeilemnilltmetrr 0.08 GM., kleine Baranzeigen 0.06 GM., amtliche und au»-' wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bel schwierigem Satz sowie bei Platz- bvrschrift 50°/, Aufschlag. Eammelanzeigen 100'/, Auf­schlag. Reklamen der Millim.

. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Ziel 5 Tage. Beleg« werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark --- V«,,Dollar.

Nr. Ali 60. tobte. Marburg a. Stirn

desDaily Telegraph" aus Peking liegt dort eine aus zuverlässiger Quelle stammende Nach­richt vor, wonach der Tschilivartei dem Mar­schall Tschangtsolin den Krieg erklärt bade.

Äbechsssische Zeitung

ständischen sind weiter vorgedrungen und haben zwei Städte niedergebrannt. Di« Fran­zosen ziehen in aller Eile Senegal trutoet in Aleppo zusammen.

Montag.

jtn 19. SklodrrlW

Sie ^Oberhessisch, Zeitung" er­scheint sechsmal wöchentlich. Be- : prgspreis monatlich 2 SM. au<- fchließl. Zustellungsgebühr, durch pi«Post2.25 GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte »de« elementarer Lreigniffe ausfallend« Nummern wird kein Ersah ge­stiftet. Verlag v. Dr. §. Hiheroth, Druck der Unib.-Buchdruckerei d. Zoh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 55. u. Rr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt <l M. Rr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und ',,11 Uhr.

Reue Ueberschwemmungen in China.

Peking, 16. ©ft. Den letzten Be­richten zufolge halten die Ueberschwem­mungen am gelben Flusse an. Zn einem Distrikt sind allein 80 00 Personen obdach­los. Nach Feststellungen von Sachverständi­gen wird es für wahrscheinlich gehalten, daß der gelbe Fluß den ganzen Winter hindurch die umliegenden Landstriche über­schwemmen wird. Man nimmt an, daß ein Teil des Wassers wieder in das ursprüng­liche Flußbett zurückkehren wird, während die übrigen Wassermassen sich landein­wärts in der Richtung des großen Kanals .bewegen werden.

Ao chtmMen Wimen

Schanghai, 18. Okt. General Sun Tschuanfing, der Militärgouverneur von Tschekaing, hielt gestern früh seinen Einzug in Schanghai. Er erließ eine Kundgebung, in der er heftige An­klagen gegen Marschal Tschang Tso-lin er, hob. Die Tsche Kai-ang-Truppen folgen den zurückgehenden Streitkräften Tschang Tso-lins in der Richtung auf Nanking. Aus Peking erging an Sun Tfchuan-fing die Weisung, seine Truppen auf ihre ursprüng­lichen Standorte zurückzuziehen, da mit der Entfernung der Truppen Tschang Tso-lins aus Schanghai der von Sun Tschunan-fing anfänglich beklagte Notstand behoben sei.

ff. London, 19. Oft. Eine Reutermeldung aus Peking besagt, daß ein Krieg zwischen den Provinzen Tschefiang und Kiangsu so gut wie Unvermeidlich scheine. Nach einer Meldung;

Nach einer Meldung aus Washington nimmt man in offiziellen Kreisen an, der Ab schlub in Locarno werde die Berwirklichung einer Abrüstungskonferenz beschleunigen. CS könnte wobl auch der Haag oder ein anderer, den europäischen Nationen genehmer Ort für eine derartige Konferenz in Frage kommen.

Französische Blätterstimmen gegen eine Ab­rüstungskonferenz.

P a r i s 18. Oft DerTemps" kritisiert in seinem heutigen Leitartikel die Absicht des Präsidenten Coolidge, baldigst eine Ab­rüstungskonferenz einzuberusen und schreibt, das sei eine grobe Gefahr und es müsse sofort gesagt werden, dab, falls eine solche Eventua­lität als indirekte Folge des Eicherheitspaktes ins Auge gelabt werde, der Sicherheitspakt viel von seinem moralischen und politischen Wert verlieren würde. Da Amerika Frank­reich nicht die doppelte Garantie geben wolle, die Wilson im Versailler Vertrag festzulegen gewillt gewesen sei, so solle es Frankreich es allein beurteilen lassen, was zu Gunsten seiner Sicherheit erforderlich sei. Zum Schlnb erklärt derTempo", bevor man von einer Einschränkung der 9Zu-;-:".gen spre­chen könne, müsse man abwarten, wie dir deutsch« Regierung die Sicherheit Europas auf- sasie und wie sie den Geist von Locarno zu verwi: chen gedenke.

Der nationalistischeJntransigeant" ändert sich in elei*»r Weise i schreibt: Noch ist die Tinte nicht trocken, m" der die Unter­zeichnung in Locarno erfolgte, und schon kün­digt man uns von Wa ngton an ,dah Eoo- lidge sich anschickt, die Erobmäuite demnächst zn einer Abrüstnngskonferen, zusammenzuberufen. Wir danken dafür und sagen: Nein!"

Mus zur Mmm« KM

ff. Paris, 19. Okt. Havas veröffent­licht eine offiziöse Note, die besagt, daß die über die Räumung der ersten Besatzungs­zone veröffentlichten Nachrichten verfrüht sind. Die Kommission Walch und die Kommission Pawels müßten erst über die Ausführungen der Note vom 4. Zuni verhandeln. Es würde dabei die Frage entstehen,

wo werden die englischen Truppen stationiert, wenn sie Köln verlassen?

Es sei auf alle Fälle sicher, daß eine In­stallierung in Coblenz wenig wahrscheinlich sei. Eher könne man annehmen, daß sie in der dritten Zone in Wiesbaden unterge­bracht würden. Painlevci und Chamber­lain würden sich heute in Paris über diese Frage unterhalten. Die Absicht der Alli- irten hinsichtlich des guten Willens der Reichsregierung könnten sich bei den Be­dingungen zeigen, die hinsichtlich der Um­gruppierung der Besatzungstruppen festge­legt werden. Sie könnten sich aber auch bei der Umgruppierung der interalliierten Zivilverwaltung im Rheinland betätigen; aber man müßte anerkennen, daß die Poli- tir der Zusammenarbeit mit Deutschland nicht eine Milderung in Zi­vilen- und militärischen Bd- satzungsregien der zweiten und dritten Besatzungszone geltend machen könne, allerdings müßt dis im Rahmen des Friedensvertra­ges von Brsailles erfolgen.

Der historische 16. Oktober.

Berlin, 17. Oft., (TU.) Der Sonder- berichterst alter der Telegraphen-Union gibt über den Verlauf des historischen 16. Ok­tober zusammenfassend folgende Darstellung: 3m Verlauf der Vormittagsstunden bestand noch keine Klarheit darüber, ob über die letzten schwebenden Fragen rechtzeitig eine Einigung erzielt werden könnte, um noch un Laufe des Abends die Schlußsitzung abzu­halten. Auf eine Anfrage in dieser Richtung von alliierter Seite wurde von deutscher Seite ablehnend geantwortet. Darauf er­scheinen sowohl im Auftrage Driands wie Ehamberlains ein englisches und ein fran­zösisches Delegationsmitglied und baten um nähere Auskunft bei der deutschen Delegation. Es wurde eine Zusammenkunft mit Chamber­lain, Briand und Dr. Stresemann verabredet, die bis kurz nach 1 Uhr dauerte. Diese Unterredung brachte die gewünschte Klarheit. Aach seiner Rückkehr ins Hotel - Esplanade trat Dr. Stresemann mit dem Reichskanzler Dr. Luther und den anderen Mitgliedern der deutschen Delegation zu einer kurzen Besprechung zusammen. Gegen 3 Uhr wurde der Beschluß gefaßt, die Zustimmung zur Schlußsitzung zu geben und gleichzeitig vereinbart, daß die erste Sitzung um 4 Uhr und die zweite um 6.30 Uhr stattfinden soll.

Die Abeüstuns

Wie MMM darüber denkl

Freispruch gegen die chinesischen Manifestanten.

Paris. 17. Okt. (WTB.) Die Pariser Strafkammer hat heute vormittag das Urteil im Prozeß gegen die vier chinesischen Studen­ten gefällt, die vor einiger Zeit bei einer Manifestation in das Gebäude der chinesischen Gesandtschaft in Paris eingedrungen waren. Entsprechend den Anträgen der Verteidigung erkannte das Gericht, auf die Aussage des Portiers hin, welcher betonte, daß die Ein­dringlinge weder Gewalt angewandt noch an» gedroht hätten, daß der Tatbestand des Haus­friedensbruchs nicht gegeben sei und sprach di« Angeklagten frei

Statt Kämpfe in Stzrlen

Belagerungszustand in Damaskus.

Paris, 17. Okt. (TU.) DemAewhork Herald' wird aus Kairo gemeldet, daß die militärischen Behörden wegen des neuen Drusenaufstandes den Belagerungszustand über Damaskus verhängt haben. Sie Auf-

Sem ReWkrie-ttlag

Begrünungstelegramm des Reichspräsidenten an den Reichskriegertag.

Berlin, 18. Okt. (WTB.) Der Reichs­präsident richtete an den Deutschen Reichskriegertag in Leipzig folgendes Begrühungstelegramm: Den zum ersten allgemeinen Deutschen Reichskrieger­tag versammelten deutschen und österreichi­schen Krieger- und Militärvereinen sende ich in dankbarer Erinnerung an die heldenmü­tigen Leistungen unserer Krieger in dem ge­meinsamen großen Abwehrkampfe herzlich« kameradschaftliche Grütze.

Daruf ist folgendes Antworttele­gramm bet dem Reichspräsidenten einge­gangen: Hunderttausend zum Deutsche» Reichskriegertag in Leipzig versammelten Ka­meraden des Deutschen Reichskriegerbundes Khffhäuser und der Oesterreichischen Krieger­und Militärvereine danken Eurer Exzellenz, ihrem grohen Heerführer, eherbietigst für die übermittelten Grütze und erwidern fi« aus vollem Herzen. Angesichts des gewaltigen Völkerschlachtdenkmls gelÄben alle vom ersten bis zum letzten erneut unverbrüchliche Treue zu Voll und Vaterland, v. Heeringen, Generaloberst, Präsident.

zur Ermordung des leWchen Kuners

lieber den Tod des lettischen Kuriers er­fahren wir noch folgende Einzelheiten: Sonn­abend um 12 Uhr mittags ist an der Bahn­station Wolokansk, 130 Kilometer von Mos­kau entfernt, die Aachricht eingetroffen, datz man dort einige Meter vom Dahngieis zwei Leichen gefunden hat; es sind zwei Männer, die offenbar ermordet wurden. Einer ist als der verschwundene Kurier festge- ftellt, während der zweite der Direktor der Kaukasischen Badeorte K a l i v e r ist, der eben von einer Studienreise nach den deutschen und tschechoslowakischen Badeorten zurückge­kehrt ist. Der Ermordung ging offenbar ein schwerer Kamps voraus, denn die Leichen sind sehr entstellt. Der lettische Gesandte in Mos­kau hat heute eine Protestnote der Sowjet- ; tegierung überreicht, in der er die Beteili­gung der lettischen Behörden an der- Unter­suchung verlangt. 3n 6en hiesigen diploma­tischen Kreisen hat dieser Vorgang große Un« i ruhe hervorgerufen, da man die Sicherheiten der Diplomaten in Rußland als unzureichend betrachtet. Auf Montag ist eine Sitzung des Diplomatischen Korps angefeht, 'Ne sich mit diesem Falle beschäftigen wird.

SWolltt Mllnif ter Kriegs" Witiblüge

TU. Locarno, 17. Okt. Zu den Er­örterungen über die Kriegsschuldfrage er­fährt der Sonderberichterstatter der Tele- graphen-Union, daß die deutsche Delegation bereits in einer Vollsitzung dm Schluß der vorigen Woch'e durch eine große Rede des Reichsaußenministers den durch die Notifizierung vor der Kon­ferenz eingeleiteten Widerruf der Kriegsschuldlüge offiziell durchgeführt hat. Mit dieser Zer­reißung der Schuldparagraphen von Ver­sailles, die auf die Alliierten einen außer­ordentlich starken Eindruck gemacht hat, hat Deutschland den entscheidenden Schritt zur Wiedergewinnung seiner moralischen Freiheit getan, der die erste Voraussetzung des Werkes bildet, das in Locarno be­gonnen wurde.

f Die (Inflation In Frankreich

Die Red« Caillaux' auf dem Radikal- Sozialistischen Kongreß.

Paris, 17. Okt. (TU.) Aus dem rabikal- sozialistischen Kongreß in Aizza hielt 6 a 11 - lauf eine Rede, in der er zunächst die Fi­nanzpolitik des Rationalblocks in schärfster Weife kritisierte. Er erklärte hierauf wört­lich:

-Es ist gewiß peinlich, datz wir, die Sieger im Weltkrieg, in finanzieller Hinsicht die 1 Besiegten sind. Schenken Sie mir 3Hr Ver­trauen und es wird meine Ausgabe sein, bet fortschreitender Tilgung der Schulden dem . Lande wieder Kredit zu verschaffen. Ich habe , dem Parlament ein Budget unterbreitet, das die Luxuswerte mit 63 Prozent besteuert.

1 Ist damit bewiesen, daß wir entschlossen den Weg demokratischer Finanzreformen beschrit­ten haben? 3ch werde niemals vor singn- ziellen Reformen zurückschrecken, doch bin und bleibe ich ein Gegner der Finanzdemagogie.

Die Rede Caillaux' wurde mit großem Bei- > fall ausgenommen. Herriot forderte den Fi- nanzmtnister auf, mit der Finanzkommission neue Formen auszuarbeiten, damit die Ein­heit der radikalfozialistischen Partei aufrecht erhallen werde. Herriot teilte mit, daß feine , Partei entschlossen fei, das Budget des ge­genwärtigen Kabinetts zu bewilligen. Wenn aber trotz aller Maßnahmen die Wieder­herstellung der Finanzlage nach außen und -innen nicht erzielt werden sollte, so müsse «ine Kapitalabgabe durchgeführt werden. Caillaux erwiderte darauf, er nehme die Einladung an. Er müsse aber feststellen, daß eine Kapitalabgabe jedesmal die verhängnis­vollsten Folgen nach sich gezogen habe. Deutschland habe zweimal zu dieser Maß­nahme seine Zuflucht ergriffen. Beide Male ' sei die Entwertung feiner Finanzen die Folge gewesen.

Ist teiilitte Mgation »lotet in Stettin

Berlkn, 18. Okt. Die deutsche De, legation ist heute nachmittag wieder i« Berlin eingctrofsen. Da sowohl Zeit wie der Bahnhof sorglich geheimgehalten waren, vollzog sich die Ankunft von der großen Ovffeutlichkeit völlig unbemerkt. Um 1.20 fuhr ein Sonderzug aus Locarno in die Hallen des Anhalter Bahnhofes. Zum Empfang waren erschienen Reichs» Minister Brauns, der Botschafter Groß­britanniens, Frankreichs und Italiens, der belgische Gesandte, der tschechoslowaki­sche Geschäftsträger, und andere Mitglieder des diplomatischen Corps. Ferner Ser« tretet der Reichskanzlei, des Auswärtige« Amts, Staatssekretär Dr. Weißmann so­wie Frau Stresemann mit ihren Söhnen. Der englische Botschafter Lord d'Abernon richtete im Auftrage Chamberlains einige Begrüßungsworte an Dr. Luther und Dr. Stresemann, für die der Kanzler herzlich dankte. Die A n s p r a ch e, die der britan­nische Botschafter, Lord d'A b e r n o n, beim Eintreffen der Deleg ation an den Reichskanzler und Reichsminister des Aus­wärtigen richtete, hatte folgenden Wort­laut: Zch bin ausdrücklich von Herr« Chamberlain beauftragt, sie zum Erfolg der Konferenz in Locarno zu beglückwün­schen und zum Ausdruck zu bringen, daß Herr Chamberlain immer mit Freude an das erstmalige Zusammentreffen in Lo­carno und an den Geist der Aufrichtigkeit und Offenheit zurückdenken wird, den die deutschen Delegierten den Erörterungen ausgeprägt haben. Der deutschen Re­gierung wird immer die Ehre bleiben, die Initiative ergriffen zu haben, welche zum Vertrag von Locarno geführt haben. Lord d'Abernon fügte hinzu, daß Chamberlain überzeugt sei, daß die in Locarno para, phierten Abmachungen einen Wendepunkt in den europäischen Geschichten bilden wer­den. Er gab der Zuversicht Ausdruck, daß die persönlichen freundschaftlichen Bezieh, nngen, die zwischen der britischen und deutschen Delegation entstanden sind, das sichtbare Zeichen neuer Beziehungen zwi­schen beiden Nationen seien. Der Reichs­kanzler und der Außenminister sprachen dem Botschafter ihren Dank für die freund­lichen Worte der Begrüßung aus und baten ihn, diesen Dank auch Chamberlain zu übermitteln.

Einberufung der deutschnationalen Reichs« tagSfraktiou.

Für Dienstag nachmittag ist der Vorstand der deutschnationalen ReichStagsfraktion, für Mitwoch' die gesamte Fraktion einbe­rufen worden.