Einzelbild herunterladen
 

Sonnabend,

den 17. SNvbkk 1925

Di«Oberhessisch« Zeitung" er­scheint sechsmal wöchentlich. B-- prgSprei« monatlich 2 GM. auS- schließl. ZustellunqSgebühr, durch dt«Post2.25 SM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte »der elrmentarer Ereignisse ausfallend« Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag b. Dr. §. Hiheroth» Druck der Univ.-Buchdruck««: v. A»b. Auq. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 55.«. Nr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M. Nr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und »1,11 Uhr.

SestkW Lan-eSzettung

Marburger ragesanzeiger

Rr.244 ö0.Mrs. U Rarbukg a. Mn

. ", Der, Anzeigenpreis beträgt für' J > den 10 gefpalt. Zeilemnillimeter " ; 0.08 GM., kleine Baranzeige« f : 0.06 GM-, amtliche und aus- wärtig« Anzeigen 0.10 GM. Bei .-schwierige« Satz sowie bei Platz» Vorschrift S0ft, Aufschlag. Sammelanzeigen ,100*1« Auf» ischlag. Reklamen der Milli«. . 0,40 GM. Zeder Rabatt gllt als ,Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebot«. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark:= '/t,,Dollar.

KnzeigerMtdasstüher kuchMche)MttlMn/--Kmttiches VevkünüiglmgsblMsi^dkreisAMmlg

Das Sesamiergebnts

Locarno, 16. Olt. Die Arbeiten der Mi- nistcrkonferenz in Locarno sind beute dadurch zum Abschluß gebracht worden, daß die De­legierten der beteiligten Länder die während der Z.u.mmenkunft ausgearbeiteten Ver­tragsentwürfe paravbiert ld. h- mit den Anfangsbuchstaben ihrer Namen gezeich­net) haben.

Es handelt sich zunächst um den W c ft v a k t, also den y.'At zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien, England und Italien, durch den unter der Garantie jedes einzelnen dieser Staaten jeder Angriffskrieg zwischen Deutsch­land, Frankreich und Belgien sowie jede waltsame Verletzung der Grenzen zwilchen diesen Ländern ausgeschlossen wird.

Außerdem find die Entwürfe zu vier Echiedsgerichtsverträgen zwischen Deutschland einerseits und Frankreich, Belgien, Polen und der Tschechoslowakei andererseits paraphiert worden- Diese SchicLs-zcrichtsver- träge sehen fii« Rechtsstreitigkeiten ein Ver­fahren mit bindendem Bichterspruch, dagegen für FntcrcssrnkonNikte ein Schlichtungsverfah­ren ohne endgültige Tilgung vor.

Endlich ist ein Entwurf für eine Erklä­rung der Vertreter Englands, Frankreichs, Italiens und Bel­giens aufgestcllt-worden, durch die dem Ar- 'tikel 16 der Völkerbundssatznng eine der bekannten deutschen Auffassung ent­sprechende Auslegung gegeben wird.

Die Paraphierung der verschiedenen Ent­würfe bedeutet einmal die persönliche Zustim­mung der Delegierten zu dem Inhalt der In­strumente, die infolgedesien nicht abgcändert, sondern nur angenommen oder a gelehnt wer­de« können. Die endgültige Entschei­dung über die Annahm- der Entwürfe liegt hiernych, soweit Deutschland in Betracht kommt, zunächst bei der Reichsregierung und alsdann bei dem R e i ch s r a t und drm Reichstag. Die Veröffentlichung der Texte wird nach der in Locarno mit den Vertretern der übrigen Länder getrogenen Verabredung am nächsten Dienstag früh erfolgen. Die Ministerpräsidenten der Lioider sind auf Mittwoch zusammenberufen. Dem Vorsitzenden des auswärtigen Ausschusses d-s Reichstages, dem Reichstagsabgeordnet:« -erst, ist die Einladung des Aus­schusses zwecks Entgegennahme d-s Be­richtes der deutschen Delegation auf nächsten Donnerstag anheimgegeben worden.

Angei»chts des besonderen Interesses, das die Vertragsentwürfe für die Rheinlande haben, sind Vertreter des 91* - i n I n «= des durch Vermittlung des Ministers für die besetzten Gebiete schon auf Dienstag nach­mittag nach Berlin eingeladen worden.

Die endgütige Stellungnahme der matzgeben­den Faktoren in Deut^'land wird neben der Würdigung des Inhalts de, Vertragsterte selbst davon abhängen, ob die Erwartungen des deutschen Volkes erfüllt werden und die Folgen des Vertragswerkes besonders hinsicht­lich der rheinischen Fragen eintreten. Endgül­tige Abmachungen hierbei konnten angesichts des l..,arakters der Ministerzusammenkunft, deren Aufgabenkreis umgrenzt war, in Lo­carno nicht getroffen werden. Andererseits war aber von vornherein in Aussicht genom­men, diese Fragen vor der endgül­tigen Entscheidung zu regeln. Die deutschen Delegierten haben infolgedctkn in eingehenden Verhandlungen mit den in Lo­carno anwesenden Vertretern der Besatzungs­mächte die Lösung dieser Fragen soweit vor­bereitet, dab ihre erfolgreiche Weiter­behandlung als gesi -ert ange­sehen werden kann. Das bat anch in den allgemeinen Erklärungen, die der franzö­sisch«, englische und belgische Außenminister in der heutigen Schl'^sttzung aogeaeben haben, seinen Ausdruck gefunden. Ans dieser Grund­lage wird nunmehr von den deutschen Regie­rungsstelle« mit allem Nachdruck weiter zu ar­beiten sein.

Die Ostschiedsverträge.

London. 16. Okt. DieTimes" meldet aus Locarno, das Sicherheiten für die Durch­führung der östlichen Schiedsverträge gefunden wurden nicht in einer Garantie durch Frankreich, wie nachdrücklich von Frank­reich und Pole« verlangt worden war, son­der» durch eine sorgfältige Ein­fügung der Verträge in die Böl- kerbundssatzung. Das besondere Inter­esse Frankreichs an de» Oststaaten wird diesem Bericht zufolge in zwei ergänzenden Sonder- ko«ventionen zum Ausdruck gebracht werden, dir zwischen Frankreich und der Tschecho­slowakei und zwischen Frankreich und Polen »bgeschlossen würden.

Abschluß in Lorarno «MMnung der Brrlrägc um 2. Dezember

Die Schlußsitzung der Konferenz von Locarno.

L o c a r n o, 16. Okt. Der Sonderbericht­erstatter des W. T. B. meldet: Die Schluß­sitzung der Konferenz von Locarno bsgang um 6^30 Uhr und dauerte nahezu 1 Stunde. Um 7.30 Uhr verkündete Händeklatschen, das durch die geschlosienen Fenster des Kon­ferenzsaales auf der Straße hörbar war, die Vollendung des feierlichen Aktes. Das zahlreiche Publikum und die Vertreter der Weltpresse nahmen den Applaus auf. Raketen wurden abgeseuert und nach weni­gen Minuten öffneten sich die Fenster des im ersten Stock gelegenen Konferenzsaales, an denen gruppenweise B r i a n d und Luther, Chamerluin und verschie­dene Delegationsmitglicder erschienen, von verstärktem Beifall begrüßt. Schließlich zeigte der belgische Jurist R o l i n dem Publikum das soeben paraphierte Schrift­stück. Zuerst verließ die polnisch^ Delega­tion das Haus. Es folgten Vandervelde, Briand und unter lauten Eovivas Musso­lini. Als nach einer kleinen Pause die deutsche Delegation entblößten Hauptes auf der Freitreppe erschien, stieg der Jubel der Menge auf seinen Gipfelpunkt, um schließlich Chamberlain, der von seiner Gattin abgeholt wurde, die letzten Ovati­onen darzubringen. /

Der Vertrag von Locarno, wie die amtliche Bezeichnung der sieben soeben paraphierten Dokumente lautet» ist damit beendet und die Delegationen dürften sämtlich morgen, Samstag, die gastliche Stadt, deren öffentliche und Peivatgebaude samt dem Seeufer den ganzen heutigen Abend festlich illuminiert bleiben, ver­lassen.

Der nmllttt BEI

ff. Locarno, 17. Okt. Dap zwischen den Delegationen vereinbarte Abkommen bringt u.'a.: In der letzten Vollsitzung der Konferenz wurde juristisch

der Text der Schiedsgerichtsvertrags- entwürfe zwischen Deutschland und Polen bezw. der Tschechoslowakei an­genommen.

Das dann angenommene Schlußprotokoll stellt die Ziele des Ergebnisses der Konferenz fest, sowie die Rückwirkun­gen , die sich mit der Sicherheit in Europa ergeben haben. Die von der Konferenz ausgearbeiteten Verträge und Konzessi­onen, die mit der Kauselne varietur" in Locarno paraphiert sind, lauten wie folgt: 1. Vertrag zwischen Deutschland, Belgien,

Frankreich, Großbritannien und Ita­lien.

2. Schiedskonvention zwischen Deutschland und Belgien.

3. Schiedskonvention zwischen Deutschland und Frankreich.

4. Schiedsvertrag zwischen Deutschland und Polen.

5. Schiedsvertrag zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei.

Briand machte der Konferenz sodann Mitteilung über die Vereinbarungen von Abmachungen zwischen Frankreich, Polen und der Tschechoslowakei mit dem Ziele, die Vorteile der oben genannten Schiedsver­träge zu sichern. Für die förmliche Unterzeichnung der Verträge ist der 2. Dezember 1925 bestimmt. Die Unterzeichnung wird in London statt- finden. Die Veröffentlichung der Verträge soll am Dienstag, den 2 0. Oktober, erfolgen.

Dis Rückwirkungen

Regel««« der Rückwirkungen durch ein Schlnß- vrotökoll.

Locarno, 16. Okt. Die größte Ueber- raschun« an dem offiziellen Abschluß der Kon­ferenz' bedeutet die Tatsache, daß van amtlicher Stelle mitgeteilt wird, dab heute nachmittag I zwischen 3 und 4 Uhr in den persönlichen Be­

sprechungen zwischen Dr. Stresemann und Briand auch die Fragen der Rückwir­kungen Lösungen gefunden haben, die in einer Erklärung der alliierten Staatsmänner in der Schlußsitzung festselegt werden. Diese Erklärung würde in das Schlubvrotokoll der Konferenz übergeben. Hierzu ist von der Ge­genseite allerdings noch ein Vorbehalt gemacht worden, über den die Entscheidung zwischen den beiden letzten Sitzungen fällt. Die Rege­lung des beute morgen noch strittigen Ost- vroblems erfolgte nach den Angaben von deut­scher Seite generell in einem uns befriedigen­den Sin». In der Schlußsitzung wird auch Reichskanzler Luther eine Rede halten. Vor Beginn der Sitzung ist die Delegation noch za einer wichtigen internen Sitzung zusammen- getreten.

Die Zugeständnisie in den Rückwirkungen.

Locarno, 16. Okt. Wie wir erfahren, bandelt es sich bei den Zugeständnissen der Ge­genseite in der Frage der Rückwirkungen um folgende Punkte:

1. Räumung der Kölner Zone «ach Erledigung einiger unwesentlicher Entwassnungsbedin- gungen.

2. Keine Rückverlegung dieser Truppen in die übrige Zone, deren Stärke vielmehr aus den Umfang der deutschen Fri:densgarnisonen zurückgesührt werden soll.

3. Gleichberechtigung der Handelsschisfahrt im besetzten Gebiet.

4. Wiedereinsetzung des deutschen R^chskom- misiars. ,

5. Aenderung des Rhein- and Saarregimes.

6. Zugeständnisie in der Freiheit der deutschen Berkehrsluftfahrt.

EüWrede Dr. EtMninnss

Locarno,, 16. Okt. (WTB.) In der vom Reichsaußenminister Dr. Strese­mann auf der Schlußsitzung der Konfe­renz gehaltenen Ansprache heißt es u. «.:

Aufrichtig und freudig be­grüßen wir die große Entwickelung des europäischen Friedensgedan­kens. die von dieser Zusammenkunft in Locarno ihren Ausgang nimmt. Wir be­grüßen insbesondere die in dem Schlnß- protokoll der Konferenz niedergelegte An­schauung der festen lleberzeugung von jener Entspannung in den Beziehungen der Völ­ker und je:en Erleichterungen der Lösung so vieler praktischer und ökonomischer Fra­gen. Wir haben die Verantwortung für die Paraphierung der Verträge übernom­men. weil wir des Glaubens sind, daß nur auf dem Wege friedlichen Neben­einanderlebens jene Entwicklung der Staaten und Völker gesichert werden kann, die für keinen Erdteil so wichtig ist wie für das große europäische Kulturland, dessen Völker so unendlich durch die Jahre, die hinter uns liegen, gelitten haben So wich­tig die Abmachungen find, die hier ihre Fassung erhalten haben, so werden die Ver­träge von Locarno doch nur dann ihre tiefe Bedeutung in der Entwicklung der Nati­onen behalten, wenn Locarno nicht das En de. sondern der Anfang einer Periode vertrauens­vollen Zusammenlebens der Na­tionen sein wird. Daß die auf. das Werk gesetzten Hoffnungen sich auswirken wer­den, ist der aufrichtige Wunsch der deut­schen Delegierten.

Locarno, 17. Okt. Der Sonderbericht­erstatter des WTB meldet: Die Schluß­sitzung der Zusammenkunft von Locarno ist genau in der gleichen formlosen Art verlaufen wie die vorangegangenen Doll« sitzungen. Der eigentliche Beginn mußte um etwa 20 Minuten verschoben werden, weil die Dokumente, die für die Para­phierung vorbereitet werden mußten, noch nicht fertig, waren. Man füllte die kleine Pause mit* gruppenweisen Unterhaltungen aus, wobei nie gewöhnlich auch geraucht wurde, und setzte schließlich in der gleichen zwanglosen Weise der Reihe nach seinen Anfangsbuchstaben an die Stelle der vor­bereiteten Dokumente, die von dem eng-

(Fortsetzung siehe Seite 2.) "

Rückwirkungen

Wan hätte erwarten sollen, bah Frankreich während der letzten Wochen das Vertrauen m die Aufrichtigkeit seines Bemühens nm die Befriedung Europas dadurch gerechtfer­tigt hätte, dah es nun endlich das System kleinlicher Dache und unsinniger Schikanen gegen das deutsche Volk begrub. Das hätte auch den Erwartungen des zühlenmähig zwar kleinen, doch in einer weit verzweigten Presse Vertretenest Teiles des deutschen Volkes ent­sprochen, der sich von den Rückwirkungen des Verständi^ungswillens in Locarno erkennbare Vorteile für das weitere Zusammenleben der Stationen versprach.

Aber in Frankreich wie in Belgien ist man weit entfernt davon, diesen doch selbstverständ­lichen Forderungen einer Annäherung Rech­nung zu tragen. Erst kürzlich war der Gene­ral der Infanterie a. D. v. Behrfeldt, Hono­rarprofessor der Halleschen Universität, Wünzforscher von internationalem Ruf und feit 1911 Ehrendoktor der Universität Gießen wegen29 Morden, Brandstiftungen und Diebstahl" verurteilt worden, und jetzt hat man auch den bekannten und angesehenen Schriftsteller Paul Oskar Höcker zum Tode verurteilt, ohne dah dieser je auf einer Aus­lieferungsliste gestanden und überhaupt von einer Anklage gegen sich etwas gewußt hätte.

Auf 'einem andern, dem modernen Begriff von Selbständigkeit und Bersöhnung der Ra­tionen nicht minder Hohn sprechenden Gebiet haben sich in der gleichen Zeit die Amerikaner erneut betätigt. Sie haben die Republik Panama militärisch besetzt und zwar auf Grund von Unruhen, deren Ursache und Ver­lauf nicht ganz durchsichtig sind. Aber man erkennt sofort den Hintergrund dieser po­litischen Hilssbereitschast, wenn man sich an dieRevolution" von 1903 erinnert, in deren Verlaus die Vereinigten Staaten Panama von der Herrschast Columbiasbefreiten". Das Interesse am Panamakanal hat nur zu deut­lich erkennen lassen, von wo damals und heute die Fäden solcherRevolutionen" aus­gingen. '

Man soll an diesen Erscheinungen des politischen Lebens nicht Vorbeigehen, auch wenn zur Zeit der gute Wille zur Verständi­gung noch so sehr das Dild der Konferenzen, beherrschen mag. Es steht niemanden zu. die Ehrlichkeit dieses Willens zu bezweifeln, nachdem er in der vielgerühmten Herzlich­keit des Tones und der formalen Gleichberech­tigung bei der derzeitigen Konferenz fo leb­haften Ausdruck gefunden hat. Wer wir wollen es anderen überlasten, nach solchen Proben feiner Verwirklichung auf ihm allein unsere politische Zukunst aufzubauen und wen­den uns noch einmal der Entwicklung jener sachlichen Fragen zu, die in der vergangenen Woche in Locarno zur Verhandlung standen und deren grundsätzliche Bedeutung an dieser Stelle vor einer Woche gewürdigt worben ist.

In der Völkerbunösfrage sind bk Srutschen Vertreter den Alliierten insofern gefolgt, als sie anerkqnnt haben, dah eine endgültige Ent­scheidung über die Gültigkeit des § 16 für Deutschland nur 'in Genf getroffen werden könne. Sie haben aber eine schriftliche Ver­pflichtung der in Locarno anwesenden Mächte im Sinne der deutschen Vorbehalte gefordert, um für die kommenden Genfer Verhandlungen gesichert zu sein. Die alliierten Vertreter haben nun eine Formel in Vorschlag gebracht, die inhaltlich besagt, dah im Falle des 3n- krafttretens des erwähnten Dölterbundspara« graphen die besondere Lage Deutschlands in Rechnung gestellt werden solle. Solange der Wortlaut dieser für uns besonders ent­scheidenden Formulierung noch nicht bekannt ist, ist es nicht ganz einfach, zu seinem Sinne Stellung zu nehmen. Rach den französischen Kommentaren scheint es so zu sein, dah die Berücksichtigung der besonderen Lage Deutsch­lands nicht die Anwendung des,8 1 ff ausschlieht, sondern nur den Grav der Anwendbarkeit der Einzelbestimmungen der Paragraphen bestimmen sc«.. An einem Bei- fpiei ist das klar zu machen. Wir hatten früher bereits festgestellt, dah Deutschland, auf Grund seines Einspruchsrechts niemals» die Bölkerbundsexekution verhindern könne, da es z. B. bei einem russisch-polnischen Kon­flikt, in dem Ruhland sich leibst als Angreifer bezeichnet, schon moralisch in dem sehr bedenklichen.Sinne des Völkerbundes ver­pflichtet sei, der Exekution zuzustimmen. Rur hatte man bisher angenommen, dah Deutsch­land selbst im Verlauf der Exekution neu­tral bleiben könne, d. h. also dah esent­sprechend seiner (militärischen und geographi­schen) Lage" weder ein Heer gegen Rußland ins Feld zu schicken brauche, noch zu wirt­schaftlichen Mahnahmen (Blockade) gezwungen werden könne. Die französischen Kommentare geben nun dem Begriff:entsprechend seiner Lage" eine ganz andere Auslegung. Danach^