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Strefema«n bei ChambeeßM

Sie goffnungen ter Nchechen

Die letzten Nachrichten aus Locarno scheinen der Auffassung Raum zu geben, daß seit der Unterredung des Reichskanz­lers Dr. Luther mit dem französischen Außenminister Briand eine leichte Ent- pannung der Lage eingetreten ist. Zu ir- >endwelchem übertriebenen Optimismus aber legt noch kein Grund vor. Der Meinungs­treit StresemannBriand in der Voll- itzung am Mittwoch hatte eine Lage er­leben, die Briand am Abend den franzö- ischen Journalisten dahin skizzierte:Die ranzösische Auffassung steht fest, sie läßt ich nicht ändern. Mögen sich die Deutschen darüber entscheiden, ob sie in einem höhe­ren Interesse und in einer für den Reichs­tag annehmbaren Form noch einige Jahre zulassen wollen, daß die Alliierten in ihrer Verteidigungsstellung bleiben."

In diese schwierige Situation. griff nun der belgische Außenminister Vandervelde ein. Er vermittelte, offenbar im Einver­ständnis oder auf eine Anregung der Eng­länder, eine intime Zusammenkunft Dr. Luthers und Briands in Ascona, wo man sich drejviertel Stunden lang über die strit­tigen Fragen unterhielt. Der offiziöse Bericht hierüber sagt, daß Briand opti­mistisch und Dr. Luther befriedigt sei. Das sagt natürlich gar nichts. Wichtiger ist, was man hierüber aus der Presse und zwar aus der deutschen und fra:rzösischen Presse Erfährt. Wenn ein Berliner Blatt mit­teilt, daß man in AScona zu einer Eini­gung gekommen sei, so entspricht das offen. Bar nicht den Tatsachen. Wahrscheinlicher ist, daH man in Ascona über- ein Kompro­miß verhandelt hat, das etwa folgende Ge­sichtspunkte enthält:

Frankreich verzichtet formell auf die Garan­tie der Oftverträge, hält aber an seinen Allianzverpslichtnngen Polen und der Tschechs- Ilowakei gegenüber fest. Es verlangt die aus» niickliche Zusage Deutschlands, daß die zwischen Frankreich, Polen und der Tschechoslowakei br- stehenden Militärbündnisse durch abzuschlie- hende Verträge irgendwelcher Art nicht berührt werden dürfen. Weiter erkennt Deutschland das obligatorische Schiedsverfahren und die Ver­bindlichkeit eines Schiedsspruches sowohl für die rechtlichen wie auch für die politischen Streitfragen an. Strittig ist noch die Frage eines formellen Vorbehalts im Westvakt, wo­nachein Eingreifen Frankreichs im Sinn« seiner Allianzverpstichtungen nicht als Angriff angesehen werde« dürfe".

An Berliner zuständiger Stelle zeigt man sich über die Vorgänge in Locarno wenig­stens der deutschen Presse gegenüber als vollkommen ununterrichtet. Man erklärt ledig­lich,daß man nicht glaube, daß die Be­sprechung Dr. Luthers und Briands die Grundlage für die Veröffentlichungen in einem Teil der deutschen Presse gebildet haben könnte".

Locarno, 8. Okt. Di« heutige L Sitzung der Konferenz begann um 2.30 Uhr nachmit­tags und dauerte bis 5.35 Uhr. Für de« mor­gigen Tag fi«d nur juristsche Besprechungen und voraussichtlich auch eine Fortsetzung der persönliche» Fühlungnahme vorgesehen.

Der amtliche Sitzungsbericht.

TU. L o c a r n o, 8. Dfi. Das über die heutig« vierte Sitzung herausgegebene amtliche Tommuniqu^ hat folgende« Wortlaut:Die vierte Sitzung der Konfe­renz war der Erörterung derjenigen Fra­gen gewidmet, die sich au» der Beteiligung der eventuellen Signatare des Sicherheits­paktes am Völkerbund ergeben. Zm Ver­laufe dieser Erörterungen fand eine Genc- raldiskussion statt, in der die Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Großbritan­niens und Italiens nacheinander die Auf­fassungen ihrer Regierungen darlegten. Die Konferenz wurde auf Sonnabend, den 10. Oktober, vertagt, an dem zwei Sitzun­gen ftattfindeu sollen, eine um 10.30 llhr vormittags und die andere 2.30 Uhr nach­mittags.

Locar no, 8. Lkt. Wir angekündigt, ist die persönliche Fühlungnahme auherhalb der Vollsitzung von den Sauvtdelegierteu beute fortgesetzt worden. Um 11 llhr ist Reichs- autzenminister Dr. Stresemann zu Chamberlain gefahren, mit dem er imGraud-Sotel" eine sehr lange dauernde Besprechung abhielt.

Dieser Besprechung legt man ebensogrohe Be­deutung bei wie der gestrigen zwischen Sch> bert und Bandervelde, die die Wichtigkeit des Zusammentreffens zwischen dem Kanzler und Briand erheblich übertraf. Allerdings liegt kein Grund vor, irgendeine sensationelle Plötz­lichkeit au» dem Besuch Strescmanns bei Chamberlain zu entnehmen, da er schon gestern abend vereinbart worden ist. Es ist anzunrb- men, dah die Besprechung sich mit dem Versuch beschästigte, di« untragbaren Punke des Pakt Problems auherhalb der Verträge durch Er­klärungen zu regeln, die niemanden ver­pflichte«. Da man auf deutscher Seite ebenso wie die Engländer über das Verhalten der Italiener denkt, so ist wohl auch diese An­gelegenheit zwischen den beiden Außenministern zur Besprechung gekommen.

Ser schweren Kämest»

Locarno, 8. Okt. Der Sonderbericht­erstatter der Telegraphen-ttmon meldet:

Die Schlacht um den Frieden, die hier in Locarno geschlagen wird, wird mir jedem Tag heftiger. Es zeigt sich jetzt, wo doch schön mehr an Informationen durchsickert, deutlich eine Steigerung der Erbitterung, mit der die Staatsmänner um ihren Standpunkt kämpfen. Je mehr die Ver­handlungen in die Probleme hinsinführen, umso zahlreicher und schwerer werden dte Schwierigkeiten. Schon der Verlauf seit dem gestrigen Mittwoch Nachmitttg der über den toten Punkt des Vormittags hin­wegführen sollte, zeigt, daß jetzt eine starke Bewegung in die Schlachtordnung der bei­den Parteien hineinkommt. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß der heutige Tag noch schwerer werden wird. Die Ostfraaen sind noch nicht geregelt, können es natür­lich auch noch gar nicht, weil jede Regie­rung, die Deutschland in Locarno vertritt, mag sie parteipolitisch zusammengesetzt sein rote immer, gerade auf diesem Gebiete von ganz bestimmten Grundsätzen unter keinen Umständen abgehen kann. Sie würde andernfalls doch bei der ersten Ge­legenheit gestürzt werden, wenn nicht schon während der Konferenz ein Sturm in de: Heimat ausbrechen sollte. Man erinnert sich, daß es Briand in Cannes ähnlich ge­gangen ist. Die Deutschen sind sich über die Gefahren ihrer schwierigen Lage nach außen und innen deshalb auch vollkommen klar. Man sieht der heutigen Verhandlung mit allem Ernst entgegen, denn es ist kein Zweifel, daß sich der Kampf, der sich utr das Dölkerbundsproblem herum entwickeln wird, schwer gestaltet. Der deutsche Stand­punkt auch in dieser Frage liegt wenigstens in großen Gesichtspunkten fest. Das gilt namentlich für den Artikel 16 der Völker­bundssatzungen. Die Entente sucht uns klar zu milchen, daß es von jedem Staate abhängt, rote weit er seine Beteiligung ausüben will, und unterstreicht, daß es sich jedochnur" um moralische Verpflichtun­gen handelt. Darin, das muß aber gerade zu Beginn der Verhandlungen noch einmal unterstrichen werden, liegt gerade die Hauptgefahr. Die Geschichte hat unzählige Beispiele dafür, daß sich ein Staat morali­schen Verpflichtungen sehr viel schwerer zu entziehen vermag, als solchen juristischer Art, für die sich immer juristische Aus­flüchte finden lasten. Vorläufig weiß noch niemand, wie ein Ausweg aus dem Dilem­ma dieses Problems gefunden werden soll, wenn dis Entente sich nicht entschließt, der besonderen Lage des abgerüsteten Deutsch­lands Rechnung zu tragen.

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Berlin, 8. Okt. Der Sonderbericht­erstatter der Telumotr meldet aus Locarno: Im Laufe des heutigen Tages haben ver­schiedene Besprechungen zwischen der pol­nischen und der tschechischen Delegation stattgefunden. Besondere Bedeutung wird den Verhandlungen zwischen Brncsch und dem Vertreter Polens beim Völkerbund, Morawski, beigcmesten. Noch gestern schien ein gemeinsames Boraehen der Polen und der Tschechen in der Frage des Ostvaktes noch nicht sicher. Hevte glaubt man jedoch, daß es den Polen gelungen ist, eine Ein­heitsfront mit Denesch herzustcllen.

Zu den polnisch-tschechischen Berhand- lnnaen schreibt heute dieNeue Züricher Zeitung", daß Polen darauf dringen werde, schon jetzt zu den Beratungen der Konferenz zu tzelafien zu werden. Das Blatt weiß zu berichten, daß auch die Dele­gation der Hauptmächte sich bereite mit dieser Frage beschäftigt haben. Deutscher­seits soll hierbei die Ansicht vertreten wor­den sein, daß die Zulastung Polens nicht ohne weiteres gegeben sei, sondern daß die Frage vorher erst eingehend geprüft und dann von den Delegierten der fünf Mächte beschlossen werden wüste. Wie hier ver­lautet, soll die polnische Delegation ernste Befürchtungen hegen, daß es der außer­ordentlichen Geschicklichkeit des Herr» Be- nesch gelingen werde, mit Deutschland hin­ter den Kulissen der Konfcrerz zn einer Eintanng zn- kommen, bevor Polen hiervon Kenntnis erhalte. Die panischen Vertreter lind dauernd bestrebt, die volnischen uns die tschechischen Interessen so fest anein­ander zu ketten, daß keiner von beide» ge­trennt vorgehen kann.

Die tschechische Delegation ist seit ihrer gestri­gen Ankunft zunächst damit beschäftigt, dte Fühlung mit den übrigen Delegationen auszu- nehmcn, natürlich nicht tn offizieller Art, son­dern durch persönliche Gespräche der einzelnen Mitglieder unter einander. Aus deutscher Seite läßt sich vorläufig natürlich lotne andere Taktik fcftstellen, als daß man die Anwesenheit der Tschechen ignoriert, zumal ja auch Herr Cham­berlain ausdrücklich immer nur von den fünf Mächten der Konferenz gesprochen hat. Die Tschechen hoffen aber, daß sie Gelegenheit haben werden, sich vielleicht noch Ende dieser Woche in die Verhandlungen einzuschalten. Sie neh­men an, daß die Verhandlungen bis dahin so weit fortgeschritten sein werden, daß sich inner­halb der Verschachtelung eine Möglichkeit er­gibt, mit Hilfe der Franzosen einzuhacken. Um gerüstet zu sein, haben sie auch bereits den Entwurf eines' Vertrages fertig gestellt, wie sie ihn sich mir Deutschland denken. Er stammt von deut juristischen Sachverständigen, den Be- nesch mitgebracht hat, Professor K r z e m a r, den man im tschechischen Lager große Tüchtig­keit und Geschicklichkeit nachsagt. UcbrigeNs zeigen die Miigltedcr der Delegation in Ge­sprächen einen deutlichen Optimismus. Sie glauben, daß sich für alle schwierigen Fragen Formulierungen finden lassen werden, die auf beiden Seiten tragbar erscheinen müssen. Im Gegensatz hierzu muß man feststellen, daß man im Hauptguartier Esplanade keineswegs so hoffnungsfrezchig fist, weil ch nicht eine einzige der Kardinalfragen gelöst ist und die eigentlichen Kämpfe erst noch kom­men. ©ottte es Bcnesch gelingen, praktisch tn den Gesichtskreis der Konferenz zu treten, so hat das sofort Konseguenzen für die Polen, deren Delegationschef für heute nachmittag 2 Uhr i» Loearnv erwartet wird.

PresjtstiMMN

Ei» deutsch-russischer Sicherheitspakt?

P a r i s, 8. Okt. Der Berliner Berichterstat­ter desPetit Parisi««" erklärt, in diplomatisch«« Kreisen versichere man, daß Außenminister Stresemann in der vergangenen T.och« mit Tschi. ^eriu in Berlin geprüft hab«, welcher Art di« russisch-deutschen Beziehungen fein würden, wenn Deutschland den Sicher- heitsvakt unterzeichnen und in den Völkerbund eintret«» werde. Eine Art deutsch-russischen Gegrnvertrages sei daher von sowjetistischer Sette vorgeschjagen worden, durch den Rußland und Deutschland llch gegeuseittg verpflichteten, sich in Zukunft weder militärisch noch wirt­schaftlich oder durch eine finanzielle Blockade anzugreifen. Dieser Vertrag solle später ab« geschlossen und dem Ergebnis her Konferenz von Locarno angepaßt merden. Dos fei einer

der Gründe, weshalb die deutsche Delegation nicht endgültig in Locarno selbst abschlieben wolle, da der deutsch-russische Sicherheitspakt nach den Aussagen von Tschitscherin dazu be­stimmt sei, eventuell zu gleicher Zeit wie b#t westliche Sicherheitspakt in Kraft zu treten.

ff. London, 9. Oft . Zur Konferenz in Locarno meldet das Reutersche Büro: Der Eindruck der gestrigen Sitzung sei vor­züglich gewesen. Chamberlain habe sie als die interessanteste bezeichnet, an der er bisher teilgenommen habe. Von französi­scher Seite werde erfläet, man habe sich über den Westpaft nahezu geeinigt und es seien nur noch formelle Einzelheiten zn erledigen. Trotzdem dürfte es, wie der Berichterstatter des Reuterschen Büros an- nimmt, sicher sein, daß die Konferenz noch mindestens zwei Wochen dauern werde.

Der Sonderberichterstatter desDaily T e l e g r a h" schreibt zur Frage des Ar­tikels 16: Da dieser Artikel vonder Kon-, serenz in Locarno nicht abgeändert werden könne, werde vorgeschlagen, daß eine Aus­legung gefunden werde, die für Deutsch­land annehmbar sein würde. Danach würde Deutschland nach seinem Eintritt in den Völkerbund beantragen, daß der Artikel 16 für Deutschland nicht zur Anwendung gelangt, solange es entwaffnet sei und die anderen Nationen noch unter den Waffen ständen.

W e st m i n st e r Gazette" führt in einem Leitartikel aus, es scheine zum er* stenmale wirklich sicher zu sein, daß Frank­reich Entschlossenheit zeige, zu einer Eini­gung zu gelangen. Wenn man an die Re­den Painleves und Chamberlains in den letzten Tagen denkt, so könnte man größe­res Vertrauen in das Ergebnis der Kon­ferenz setzen. -Die alten Schwierigkeiten beständen noch, aber es sei wertvoll, eine klare und freimütige Darstellung der deut­schen Einwendungen gegen einige in dem Pakt enthaltene Bestimmungen zu besitzen. DaS Vertrauen, das jetzt zwischen den Dele­gationen herrsche, dürfte dazu beitragen, um die letzten Hindernisse einer friedlichen Ver­einbarung zu überwinden.

eine BenWgung Stnsmaims

Locarno, 8. Okt. Gegenüber völlig irreführende» Darstellungen über die Dienstagsitzung der Konferenz, die nament­lich von der Schweizerischen Depeschenagea- tur, die seit Begin» der Konferenz eine tendenziöse Berichterstattung betreibt, und auch imSlatin" verbreitet wurden, muß über diese Sitzung, über die kein offizielles CommnniqnS verbreitet worden war, fol­gender tatsächlicher Verlauf der Sitzung festgestellt werden:

Zu Beginn der Sitzung begründete der fran­zösische Außenminister Briand den Standpunkt seiner Delegation damit, daß Frankreich durch seine Verträge mit Polen und der Tschechoslo­wakei gebunden sei und infolgedessen Wert darauf legen müsse, auch im Rahmen des ab» zuschliebenden Paktes den Verpflichtungen au6 diesen Vertragen gerecht zu werden. Auf diese Ausführungen antwortete sofort Reichsaußen- minister Dr. Stresemann, der ausführte, daß die Reichsregierung in ihrem Memorandum die Frage der Schiedsverträge positiv bejaht habe, um dem Einwand zu begegnen, daß der West­pakt eint kriegerische Bedrohung der Ostgrenzen bedeute. Trotz dieses weitgehenden Entgegen­kommens der Reichsregierung, das noch hinaus­gehe über die Anregungen des sogenannten Cuno-Paktes und über die vom Reichsaußen­minister als Reichskanzler seiner Zeit gegebe­nen Vorschläge hätten die Alliierten damit noch den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund verbunden. Die starke Opposition, die gegen den Völkcrbuiü> in Deutschland bestehe und aus deren Gründe hier nicht näher eingegangen zu werden brauche, fei auch Herrn Briand be­kannt . Wenn die Reichsregierung trotzdem er­klärt habe, daß sie dieser Verbindung nicht widersprechen wolle, so sei das geschehen, weil für sic die Anregung zu dem Sicherheitspakt kein taktisches Manöver, fonbcin der ehrliche Wille gewesen sei, zn einem wirklichen Frieden zu gelangen.

Eg sei aber absolut nicht einzusehen, mit welchen logischen Gründen neben den bei­den Zugeständnissen der SchiedsvertrSge und des Völkerbundes noch eine wettere Earantte irgend welcher Art für die Oft­verträge notwendig fei. Es hieß«, das An­sehen und die Möglichkeiten des Völker, Hunde» selbst zu kritisieren, wenn man sage, daß er mitsamt den Schiedsverträgen nicht genüge, um friedliche Zustande zu verbürgen. Die Anregung des Herrn Bri-