Einzelbild herunterladen
 

Sonnabend, den 1 Skteder ISN

Dte «Obrrhesfische Zeitung" et- tyefat sechsmal wöchentlich. Be- ^igSpreiS monatlich 2 GM. aus- schiicßl. Zustellungsgebühr, durch hj«Post2.2S GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte oder elementarer Ereigniffe ausfallend« glummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag b. Dr. §. Htheroth, Druck der Unib.-Buchdruckerei v. Avh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 55. u. Nr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt e. M. Rr. 5015. Sprechzeit per Redaktion von 1011 und */,l1 Uhr.

öbertiMsche

«akbmM A4 Vl H MM tzMche

|7 I B II Illi gnwsiteng

St. 232 60. WO. Marburg a. bahn

Der Anzeigenpreis betrügt für den 10 gespalt. Zeilenmillimete« 0.08 GM., kleine Baranzeige» ! 0.06 GM., amtliche und au*-' wärtig« Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz», Vorschrift 50»/, Aufschlag.- ; Gammelanzeigen 100 t/o Auf­schlag. Reklamen der Millim.

0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabaft. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark V«,,Dollar.

BtzeiverMsdasM,erkwchMche)GbechEew'-KrMichesVerkündiNmgsblMlMdkreisAaMry

Der deutsch-russische Sandelsverttug

Sine tinlctttbnng mtt MMerin

Stt 78. SrburtAog WdenburgS

Reichspräsident v. Hindenburg weilte gestern auf dem Lande, um in aller Zurück­gezogenheit seinen Geburtstag zu verleben. Es entspricht dem Wunsch des Reichspräsi­denten, dag sein Aufenthaltsort nicht ge­nannt wird. Schon am frühen Morgen war eine große Anzahl von Glückwünschen und Glückwunschadresscn bei dem Reichs­präsidenten eingelaufen, aus allen Teilen des Reiches, sowie aus dem Auslände. Auch die Reichsregierung und die anderen Re­gierungen haben Glückwünsche überbracht.

Berlin, 2. Okt. (WTD.) 3um 7 8. © e - burtstag des Reichspräsidenten schreibt dasBerliner Tageblatt": Hindenburg wahrte in der Zeit seit der Reichspräsidentenwahl loyal und gerecht die von ihm freimütig und ehrlich beschworene re­publikanische Verfassung und bewies, dah er nur auf dem Boden der Verfassung und über den Parteien stehen will.

DerVerl. Lokalanzeiger" sagt, dos Opfer, das Hindenburg mit der Annahme der Kandidatur für die Reichspräsidentenwohl brachte, sei nicht vergebens gewesen und fügt ' hinzu, vor der machtvollen Würde seiner Per­sönlichkeit, vor der Reinheit seines Wollens und der unbestechlichen Gradlinigkeit feines Charakters habe selbst der deutsche Parterhah so etwas wie Respekt gelernt. Es sei doch ein ander Ding um das Ansehen des Staates nicht nur im Inlande geworden, seit der Feld- marschalr dessen höchste Leitung übernommen habe. .

DieDeutsche Allgemeine Zei­tung" bezeichnet Hindenburg als Verkörpe- l tung des Geistes, der Deutschland einst groß M gemacht habe und der es heute vor dem E Untergänge schürze, und spricht den Wunsch i aus, daß das Beispiel selbstloser unbeirrbarer I Pflichterfüllung, das Hindenburg in weltge- | schichtlicher Gröhe biete, vorbildlich wirke auf 1 alle Glieder der Ration.

I DieBörs enzeitung" schreibt, die wahrhaft ideale und allen kleinlichen Ein­flüssen weit entrückte Art der Amtsführung Hindenburgs überzeuge das ganze deutsche Volk, dah hier ein überparteilicher, abge­klärter, weiser Volksführer die Sorgen von 60 Mil^onen auf sich genommen habe.

--*---

Abreise der denlstben Megnifen

Berlin, 2. Okt. Reichskanzler Dr. Luther und Reichsminister des Auswär­tigen Dr. Strefeman» haben sich heute abend mit ihrer Begleitung mit dem fahr- planmäßigen Zuge nach Locarno be­geben. Der Reichspräsident lieh dem Reichskanzler und dem Reichsaußen-

1 Minister durch den Staatssekretär Dr. Meißner seine besten Wünsche für ihre Ar­beit auf der Konferenz aussprechen.

ff- Berlin, 3. Okt. Zur Abfahrt der deutschen Delegation nach Locarno hatten sich auch Nuntius Pacelli, die Botschafter Engands, Frankreichs, Italiens und der belgische Gesandte auf dem Bahnhof einge­funden. Nuntius Pacelli, der Doyen des diplomatischen Korps, sprach noch einige Zeit mit dem Reichskanzler, während Lord D'Abernon mit Minister Dr. Stresemann in längerem Gespräch verweilte.

--*---

SeWreglemna und Stiegt fchuldsrage

i Berlin, 2. Okt, Bon unterrichteter Seite wird über die Auffassung der Reichsregierung zur letzten Entwicklung der Kriegsschuldfrage m a. mitgeteilt: Tie Auffassung, daß die in Paris, London, Brüssel und Rom auf das deutsche Memorandum erteilten Antworten ei­nen Mißerfolg der Reichsregierung bedeuten, : verkennt völlig den Zweck dieser Aktion der Re­gierung, die niemals erwartet hat und erwarten konnte, daß das Memorandum zustimmend be­antwortet werben würde. Für die Reichsregle- rung handelte es sich darum, has geplante große Friebenswerk nicht zu beginnen, ohne noch einmal

deutlich zum Ausdruck zu bringe», das sich Deutschland an das Berfailler Schuld­bekenntnis moralisch nicht gebunden fühlt.

und seinen Berhandlungsgegnern mit dem An­spruch voller Gleichachtung und Gleichberechti­gung gegenübertiitt. Eine Zurückweisung des'

Berlin, 2. Okt. Zur Unterzeichn»»« des deutsch-russischen Vertrag s- werkes hat das Reichskabinett in seiner gestrigen Abendfitzung seine grundsätzliche Zu­stimmung erteilt. Das gesamte Bertrags- wcrk erlliält folgende für die Regelung der beiderseitigen Rechts- und Wirtschafts­beziehungen wichtige Einzelabkommen: Riederlassungs-, Wirtschafts-, Seeschiffahrts-, Eisenbahn- und Steuerabkommen, Abkomme» für den gewerblichen Rechtsschutz sowie Ab­kommen über Handelsgerichte, auherdem Kon­sular- nebst Rechtshilfeabkommen und Nachlab­abkommen. "Zur endgültigen Feststellung der Vertragsterte sowie zur Verständigung über einige noch offen gebliebene Punkte begibt sich eine unter Führung des Vorsitzenden der Deut­schen Delegation, v. Körner, stehende engere deutsche Delegation unverzüglich nach Moskau. Mit Erledigung dieser Aufgabe sowie mit der Unterzeichnung ist in kürzester Frist zu rechnen. Wenn auch einige Teile des gesamten Ber- tragswcrkes, insbesondere das Wirischafts- 0?men, angesichts der durch die Verschieden­artigkeit der beiderseitigen Wirtschaftssysteme Sedingten Hemmungen noch keine auf die Dauer befriedigende Lösung der bestehenden Schwierigkeiten bringen, so stellt die auf brei­ter Rechtsgrundlage geschallene umGsseude Re­gelung der beiderseitigen Beziehungen doch ge­genüber dem bisherigen ungeregelten Zustande unverkennbare Fortschritte dar. Als für die weitere Festigung freundschaftlich-wirtschaft­licher Beziehungen geeignete Einleitung kann der Vertragsentwurf daher auch vom Stand­punkt der deutschen Wirtschaft angesehen wer­den. Er kann darüber hinaus als wertvoller Ausgangsvunkt für weitere wirtschaftliche Ab­machungen betrachtet werden, sobald genügende Erfahrungen über die praktische Auswirkung des Vertragsentwurfs vorliegen. Die Bestim­mungen über die Geltungsdauer der einzelnen Abkommen werden auch die Möglichkeit geben, zu gegebener Zeit auf Grund der bis dahin gemachten Erfahrungen die jetzigen Verein­barungen zu verbessern. Die Tragweite des nach mühevollen mehr als zweijährigen Ver­handlungen zustande gekommenen Bertrags- werkes ist um so gröber als Deutschland das erste Land ist, das eine so umfas­sende Regelung mit der Sowjet­regierung trifft- Das Bertragswerk wird ei» Mittel fein, die freundschaftlichen Be­ziehungen beider Länder auszugestalten und in gemeinschaftlicher Arbeit den beiderseitigen Wiederaufbau zu fördern. Es ist ei« besonders glückliches Zusammentreffen, dah die Entschei-

gege» Deutschland erhobenen Vorwnrss mußte umsomehr erneut geschehen, als die bekannte Erklärung des Reichskanzlers Marx am 29. August 1924 noch aicfot zur amtlichen Kenntnis der VerhandlungÄiartner gebracht war. Der Schritt war ferner gerade jetzt geboten, weil der Gckmnke des Sicherheitspaktes von den Alliierten rngstens mit dem Völkerbundsge» danken verbunden worden ist und, wie tm deut­schen Memorandum vom September 1924 be­reits betont wurde,

Deutschlands Eintritt in de» Völkerbund nicht denkbar ist, wenn er als stillschwei­gendes Sichabfinde» mit dem Schiedsspruch gedeutet werden könnte.

Das Ziel der Reichsregierung ist trotz der Antworten auf das Memorandum erreicht, de­nen gegenüber im übrigen der Hinweis genügt, daß es «in vergeblicher Versuch lst, achtlos an den Ergebnissen der wissenschaftlichen For­schung, insbesondere an der ^Aktrnpublikatton des deutschen Auswärtigen Amtes vorbeizu- gehcn. Auch weiterhin wird die Reichsregierung bei allen politischen Auselnandersetzungen den Standpunkt wahren, daß Deutschland niemals einen politischen Akt vollziehen kann, der als Anerkennung irgendeiner moralischen Be­lastung anzusehen wäre. Bei etwaigem Eintritts TWtschlands in Len' Völkerbund, aber auch

düng der Reichsregierung über das Vertrags­werk dem in Berlin anwesenden Volkskommissar Tschitscherin persönlich bekannt gegeben werden konnte. '

Eine Unterredung mit Tschitscherin.

B e r l i u, 2. Okt. DasDerlinerTa- g e b l a t t" veröffentlicht eins ülnterre- d u n g eines seiner Mitarbeiter mit dem rus­sischen Volkskommissar für Auswärtige Ange­legenheiten Tschitscherin, in der dieser erklärte, dah die augenblickliche Konstellation der großen Politik wesentlich durch die eng­lische Feindschaft gegen die . Sowjetunion bestimmt werde, die alle Situationen wesent­lich beeinflusse. Die Formen, in denen sich diese Politik gegen Sowjetruhland betätige, seren weniger militärischer Art als vielmehr eine politische und wirtschaftliche Einkrei­sung Ruhlands. Richt die Sowjet­union habe den politischen Kampf gegen Eng­land begonnen. Die Ursache der antifow» jetistischen Politik Englands sieht Tschitscherin darin, dah die jetzige englische Regierung die Ratur des Sowjetstaates als gefährlich für ihre Expansionspolitik und für ihre Herr­schaftsmethoden in den Kolonien ansehe. Auch die Paktpolitik Englands sei nach seiner Ansicht ein Bestandteil der britischen antisowjetistischen Tätigkeit. Daher blicke Ruhland mit steigender Besorgnis auf die Haltung Deutschlands, das mehr und mehr m das Fahrwasser der englischen Pläne ein» lenke. Die wichtigsten Fragen bildeten in diesem .'fufarumenhang die Artikel 16 uni) 17 des Völkerbundspaktes, die das Mittel seien, mit dem Deutschland gegebenenfalls zur Teil­nahme an einer Koalition gegen Rußland gezwungen werden solle. Dah sich Deutsch­land nicht von der Rapallolinie abbringen lassen wolle, dafür fei der Abschluh des deutsch-russischen Handelsvertrages ein deut­licher Beweis.

Einem Vertreter derD. A. Z." erklärt Tschitscherin u. a.:

Der Eintritt der Sowjet- Union in den Völkerbund kommt gar nicht in Frage. Der Gedanke, diesem durch den Versailler Vertrag ge­schaffenen Bunde beizutreten, ist uns voll­kommen fremd. Man mag noch so. sehr die Fallen und Fesseln des Völkerbundes für gewisse Völker beschönigen, man wird die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, daß jedes Volk bei seinem Eintritt seine eigene Freiheit aufgibt, falls es nicht zu Len Sie- gerstaaten des Weltkrieges gehört. Die Vorteile, die. sich Deutschland von seinem Eintritt in den Völker­bund verspricht, werden Illusionen blei­ben. Auf Grund des Artikels 16 kann Deutschland zur Teilnahme an wirtschaft­lichen Sanktionen gegen andere Mächte ge­zwungen werden. Ich könnte mir eintre­tendenfalls für Deutschland und Rußland nichts Verhängnisvolleres denken.

sonst, wird dies den anderen S-gnatarmächten des Versailler Vertrages zum Ausdruck ge­bracht werden.

Die gesamte Besatzung des U-Bootes S. 51 ertrunken.

ff. Rewyork, 3. Okt. Rach einer amtichsn Meldung ist festgestellt worden, daß das gesunkene U-Boot S. 51 vom Bug bis zum Steuer mit Wasier gefüllt ist, so­daß alle, die sich an Bord befanden, den Tod gefunden haben. Bisher wurden vier Leichen geborgen. 20 Mann der Besatzung werden noch vermißt.

Tunneleinsturz in Amerika

fk.Richmond (Virginia), 3. Okt. Der Westabsckinitt des Tunnels auf der Eisen­bahnstrecke ChesapcakeOhio stürzte ein. Im Augenblick des Unglücks befanden sich 50 Mann in dem Tunnel und es wird be­fürchtet, daß viele von ihnen getötet wur-, den.

WWKt MKenWU .

Die vergangene Woche stand ganz über­wiegend unter dem Zeichen der Vorgänge in der großen Politik, hinter denen alle anderen .Ereignisse drinnen und drauhen weit zurück­traten.. Die Annahme der seitens der Entente­mächte erfolgten Einladung zur Paktkvnferenz war nach dem vorausgegangenen Meinungs­austausch eine Selbstverständlichkeit. Hebet» rastht und Aufsehen erregt hat die schriftlich ntebergekgte mündliche Begleiterklärung der Botschafter zur Annahme dieser Einladung. Diese Erklärung war nicht aus innerpolitischen Gründen, wie man drinnen und drauhen gern glauben machen will, erfolgt, sondern weil unter der Einwirkung der Weltpresse und der französischen Propaganda der Eindruck geschaffen war, als habe Deutschland auf alle feine als Vorbedingung der Stimmungs- entspannung notwendigen Forderungen ver­zichtet. Die deutsche Regierung hat nun aus der Fülle der Gesichtspunkte, die Deutsch­land als Beschwerde und Ansprüche Vor­bringen muß, die zwei wichtigsten herausge­griffen: die Richträumung der nördlichen Aheinlandzone und die Frage der Kriegs­schuld. Daß die . gegnerischen Regierungen nun Deutschland bereittottligft und sofort noti­fizieren würden, sie hätten ihren Stand­punkt aufgegeben und seien bereit, auf den Boden der deutschen Anschauungen zu treten, konnte niemand erwarten und hat auch nie­mand erwartet. Selbst wenn die leitenden Staatsmänner in London und Paris per­sönlich von der Notwendigkeit eines Ein­lenkens in diesen Fragen überzeugt wären, wie es Nachgewiesener Maßen bereits bei vielen Politikern auch im Ententelager der Fall ist, so würden sie doch nicht plötzlich ihren Standpunkt nach außen hin wechseln können. 'Immer noch ist die Dolksstimmung in den ehemals feindlichen Ländern durchaus im Banne der Kriegsvorstellungen. Die Ent­wicklung dürfte so verlaufen, daß zunächst die machtpolitischen Verhältnisse langsam und sicher von innen heraus grundlegende Umwälzungen herberführen und daß dann auch die Behandlung der Schuldfrage am- Kriege in der von Deutschland gewünfchten Richtung zwangsnotwendig verlaufen muh. So und nicht umgekehrt geht der Weg. Dah Deutschland bei besonders geeigneten Gelegen­heiten auch seinerseits seinen Standpunkt vor aller Welt immer wieder zum Ausdruck bringt, steht durchaus in keinem Gegensatz zu diesen Gedankengängen.

Während die absagenden Antworten Eng­lands und Frankreichs rein formal sich auf den Boden der Dokumente stellten, durch die angeblich der Friede für alle Zeiten festgelegt fein soll, hat Belgien die Gelegenheit be­nutzt, um seinerseits nochmals die besondere Schuld Deutschlands in der Durchmarschsfrage zu unterstreichen. Die unseligen, psycholo­gisch völlig verfehlten und auch sachlich nicht haltbaren Aeuherungen des verhängnisvollen ersten Kriegskanzlers von Bethinann»Holl» weg boten Belgien wieder einmal die Mög­lichkeit, seinen Standpunkt mit einem Schein des Rechtes zu umkleiden. Selbst wenn die sogenannten belgischen Dokumente nicht auf­gefunden worden wären, in denen das Kom­plott Belgiens mit Frankreich klar nachge­wiesen ist, und wenn die alten preußischen Durchmarfchsverträge nicht bestanden hätten, so würde die Frage des Einmarsches in Bel­gien durchaus nichts mit den viel weiter zurückreichenden Kriegsursachen zu tun haben. Belgiens Schicksal ist nur ein gern ergriffener Vorwand für die Durchführung längst be- fchlossener Pläne gewesen.

In all diese Dinge, die leider wiederum innenpolitisch aufs unerfreulichste ausgeschlach­tet sind, greift nun mit sichtbarer Gebärde auch der Osten hinein. Der russische Auhen- mmifter Tschitscherin hat sich mit deutlich er­kennbarer Absicht um die polnische Freund­schaft bemüht. Dah dieser Schritt ganz ehr­lich gemeint ist, kann man kaum annehmen. Rußland beabsichtigt, in ketzer Stunde noch^ einmal Deutschland die etwaigen Folgen, die sich aus einer einseitigen Festlegung auf den Westen ergeben können, hinzuweisen. In Moskau sah man und sieht man hinter den Paktverhandlungen einen Plan Englands, einen geschlossenen europäischen Block gegen Ruhland zu schaffen. Gewisfe Bestimmungen im Dölkerbundsstatut geben Rußland auch ein Recht zu diesen Befürchtungen. In Berlin wird man dem russischen Außenminister durch­aus offen und unmißverständlich die Er­klärung abgeben, daß sich Deutschland niemals zu einer feindseligen Handlung gegen Ruß­land von den Westmächten verleiten lassen will. Bestehen doch Deutschlands Vorbehalte gerade in der Ablehnung dieser Deutschlands freien Willen beeinträchtigenden Verpflich­tungen. Wie weit es gelingen wird, diesen