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Sie Kämpfe.in Marotte
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Marburger Zagesanzeiser
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Wir waren schon gestern in der Lage, das Dementi von Havas zu veröffentlichen, wonach die Nachricht des Berliner Blattes, die Kölner Zone werde im Laufe des November geräumt werden, völlig aus der Luft gegrifen iftfctefe würdelose Propaganda gewisser Berliner Kreise kann nicht scharf genug verurteilt werden. Sie muh im Endeffekt den ganzen Paktgedanken diskreditieren.
Nun veröffentlicht das sozialistische Brüsseler Parteiblatt „Peuple" folgendes Telegramm:
„Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund bildet gegenwärtig in Genf den Gegenstand eifrigster Verhandlungen, die jedoch mit größter Verschwiegenheit geführt werden. Ich erfahre von zuständiger Seite, daß man sogar soweit gegangen ist, die Uebergabe eines Mandates an Deutschland über eine seiner früheren Kolonien ins Auge zu fassen. Das würde der deutschen Oesfentlichkeit eine tiefe Befriedigung geben. Infolge einer englischen Anregung war zuerst davon die Rede, den Deutschen das Mandat über eine oder mehrere Inseln des Großen Ozeans, die gegenwärtig unter engtifchem Mandat stehen, z« übergeben. Ich glaube jedoch, daß die Verhandlungen weit genug vorgeschritten sind, um sagen zu können, daß eine Mandatsübertragung von England selbst ausgehen wird und zwar ist die Rede davon, Deutschland unter der Aufsicht des Völkerbundes die Verwaltung von Togo und Kamerun zu Übertragen.-
Zwei Erkenntnisse scheinen im gegnerischen Verhandlungslager rings um den Paktgedan. Ken herum sich immer mehr durchzusetzen. Einmal begreift man in zunehmendem Maße, welchen Wert die Gewinnung Deutschlands für den ursprünglich von Deutschland selbst vorgeschlagenen und dann in neuer Gestalt eigenen Wünschen angepaßten Paktgedanken besitzt. Die nun doch erfolgte Verkoppelung mit der Dölkerbundsfrage mahnt ebenfalls zu vorsichtigster Behandlung. Man weiß wohl, warum man Deutschland im Völkerbund haben will, und die auffällige Sinnesänderung Frankreichs gibt zu denken. Zum zweiten beginnt man sich drüben darüber klar zu werden, daß man Deutschland irgend einen Preis.für den
Si r .m 60. WH. Marburg o. Laba
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freiwilligen Eintritt in neue, in den Folgen noch nicht übersehbare Bindungen bieten mutz. Da greift man denn, geizig wie man drüben nun einmal ist, zu dem alten Taschenspieler- Kunststück, Dinge anzubieten oder in unverbindlichen Presseäußerungen anbieten zu lassen, zu deren Zahlung man sowieso verpflichtet ist. Ursprünglich wurde durch den Londoner Herrn Botschafter Deutschlands mit . bedeutsamem Augenzwinkern eine Revision der Ostgrenze in Aussicht gestellt. Das wäre ein Preis gewesen, über den sich hätte verhandeln lassen. Augenblicklich hört man nur noch von dem Zwang zu Verlandlungsverpslich- tungen, die auch im Osten den Grenzverlauf garantieren sollen. Dafür steigen aber andere Versuchsballons auf. So mutzten Berliner Linksblätter über die angeblich für den November fest in Aussicht gesiebte Räumung der Kölner Zone zu berichten. Diese Nachricht ist aufs schnellste vom Havas- . Büro dementiert worden. Im Januar dieses Jahres hätte die Zone der Rechtslage nach geräumt sein müssen. Alles, was nach monatelangem Zaudern als angeblicher Grund für die Nichträumung endlich zutage gefördert ist, hat Kritischer Behandlung in keiner Weise Stich gehalten. 9hm soll uns diese fast schon.verjährte Pflichtleistung als besonderer Preis gegeben werden. Für wie töricht hält man, auf Grund des von links her betriebenen Liebeswerbens allerdings, das deutsche Volk!
Etwas verlockender erscheint, ebenhin betrachtet, das Angebot kolonialer Mandate. Kommt ein solches Angebot doch den Forderungen entgegen, die seitens der Reichsregierung in ihrem Memorandum über den Eintritt in den Völkerbund September 1924 aufgestellt sind. Soweit bisher „positive" Angaben hinter dieser Verlockung stehen (falls man der Quelle nach die Gerüchte überhaupt ernst nehmen will) handelt es sich um Gebietsstreifen, die in Togo und Kamerun unter englischer Mandatshoheit von der Gesamtkolonie abgetrennt sind. Dreiachtel des Togogebietes und ein fünftel des Kamerungebietes? Das ist nicht gerade viel. Auf dieser Grundlage lätzt sich, falls tatsächlich ernsthaftere Erwägungen hinter den Meldungen der belgischen Sozialistenzeitung stehen, nicht verhandeln. Machen wir uns klar, datz wir die Begehrten sind und datz die Zeit für uns arbeitet, wie sie im Kriege gegen uns gearbeitet hat.
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ÄbecheUsche Zeitung
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fl Paris, 24. Sept. Aus Damaskus witb gemeldet: Die Kolonne des General« Gamelien ist in Swaida eingerückt.
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Allgemeine Mobilmachung der Drusen.
Paris, 23. Sept. Aus Ghazal« (Shrien) wird gemeldet, datz Sultan A t » rasch die allgemeine Mobilmachung sämtlicher Drusen von 16 bis 60 Jahre» angeordnet hat.
Versuchsballons
Stint Räumung der Kölner Zone — aber Rückgabe der Kolonien?
Donnerstag, 0 24. Septbr. 1925
handelt sich dabei nicht nur um die Voraussetzungen, die schon in der deutschen Note vom 20. Juli angegeben find und um die Räumung der ersten Rheinzone, sondern auch um eine
politische Aktion in der Frage der Kriegsschuld,
über deren Einzelheiten zurzeit besonders verhandelt wird. Man hat in allen beteiligten Kreisen die Hoffnung, datz einige noch v orhandene Meinungsverschiedenheiten überwunden werden, und datz dann das Kabinett den Inhalt der Antwortnote bearbeitet und ebenso einmütig die Richtlinien f e st st ell t, die für die Verhandlungen der Paktkonferenz für Deutschland maßgebend sein sollen. Es liegt in der Stellungnahme einer Mehrheit der hinter der Regierung stehenden Parteien eigentlich be- 'gründet, datz sich die Besprechungen der Außenminister weniger mit dem Inhalt des Westpaktes, als mit allgemein politischen Voraussetzungen und Folgerungen für das Rheinland, hir die Entwaffnungsfrage usw. beschäftigen.
Der Konferenzort
Locarno, Tagungsort der Palikonferenz.
' Paris, 23. Sevt. Wie der „M o 1i n“ meldet, wird die Konferenz.d:r Autzenminister am 5. Oktober nicht in Luzern, sondern in Locarno ftattfinden, das die alliierten Re-
fk. Paris, 24. Sevt. Ein Berichterstatter des „Matin" meldet aus Tannat, datz der Feind besonders in diesem Abschnitt lebhafte Tätigkeit entfaltet. Sier sei setzt die Sauvt- bastS der neuen französischen Offensivbewe- gung. Die Regenzeit habe bereits eingesetzt. Abd el Krim wartete darauf, aber sranzp- fischerseits, so hat sich ein Eeneralstabsoffizier geändert, wird man sich in keiner Weise davon beeinflnfien lasten.
Kommunistisch: Propaganda in Marokko.
Paris ,23. Sept. Den Blättern wird aus Fez gemeldet, daß eS dem kommunistischen Abgeordneten Toriot gelungen sei, über die algerische Grenze nach Marokko zu kommen. Die marokkanische Geheimpoll- zei forsche eifrig nach Doriot, der sofort auf Grund eines Ausweisungsbefehls deS Sultans nach Frankreich zurückgebracht werden solle.
Die amerikanischen Marokkoflieger.
sk. Paris, 24. Sevt. Havas meldet aus Fez: Die amerikanischen Flieger hoben be» schloffen, auch fernerhin trotz der ihnen zuge- gangenen Warnung aus Washington Dienst in dem gegen Abd et Krim kämpfenden Seer zu leisten. Rach dem „S e r a l d" wollen die Flieger erklärt haben, es sei ihnen offiziell von ihrer Regierung keine Mitteilung zugegangen. Das, was ihnen über diese Angelegenheit gesagt worden sei, hätten sie lediglich aus französischen und amerikanischen Zeitungen entnommen.
Abreise der rumänischen Marokkoflieger.
Bukarest, 23. Sevt. Die 18 rumänischen Flieger, die der französischen Regierung ihre Dienste in Marokko angeboten haben, haben die Genehmigung des rumänischen Kriegsministers erhalten. Sie werden in der nächsten Woche nach Paris abiliegen.
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Cholera in Manila.
fl. London, 24. Sept. Deuter meldet aus Manila, daß toätjrem) der letzten 24 Stunden dort 11 Cholerafälle feftgceftUt wurden, wovon einer tätlich verlief. Die Behörden versichern, daß besondere Ursachen zur Beunruhigung nicht vorliegen und behauptet, daß sie der Lage gewachsen sei.
gierungen wegen seines milden Klimas Vorschlägen. Die Wahl Locarnos als Konferenzort wird aber erst nach dem Eintreffen der deutschen Antwort, die man für Donnerstag erwartet, als endgültig angesehen werden können.
SolschewisMe $t»saeanto
ft. London, 24. Sept. „Daily Graphik" meldet, das Ministerium des Innern habe eine Sammlung von Kopien von Dokumenten erhalten, von denen versichert werde, datz sie von der Sowietregierung für Propaganda- zwecke in England in der Zeit von 1922 bis Avril dieses Jahres geleistete Zahlungen aufweisen. Ein Sondervertreter dieses Blattes habe diese Kopien selbst gesehen. Die angeblichen Zahlungen belaufen sich auf insgesamt 638 161 Pfund Sterling. Gewisse Gewerkschaftsvertreter sollen zusammen etwa 98 000 Pfund und sozialistische Parlamentsmitglieder und hervorragende Führer der Ertremisten ie 3090 Pfund erhalten haben. Die Söchstsumme, die ein Propagandist erhalten haben soll, betrage 5552 Pfund. Die Dokumente geben auch die Namen der Empfänger des Geldes an. Das Blatt bemerkt, datz die Echtheit der Dokumente allerdings noch nicht bewiesen sei. Eine amtliche Untersuchung der Angelegenheit sei dringend erforderlich. „Daily Eraphic" sagt sodann, wenn man die Namen der Persönlichkeiten, die Geld emvfangen hätten, nennen würde, so würde das einte ungeheure Sensation Hervorrufen, aber es könne das aus auf der Hand liegenden Gründen gegenwärtig nicht geschehen.
che, eetachs, fch. « ruh ein« 62767
Haus, Tel. 324.
I stütz nd: edische w m bach, 14.
Mf ^Oberhessische Zeitung" et- <ejRt sechsmal Wöchentlich. Be- K -geycd« monatlich 2 GM. attf- fliefjl. Zustellungogebühr, durch z»Post2.25 GM.Für etwa infolge gtreik«, Maschinendefekte »der ffrtnentarer Ereignisse ausfallende jfrmmetit wird kein Ersatz ge- yjtet. Verlag d. Dr. §. Hiheroth, xmck der Unib.-Buchdruckerei d.
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Ser dm Entscheidung
Die Ministerberatunge«
fk. Berlin, 24. Sept, lieber dar Er- rbrns des gestrigen Ministerrates wissen fe Blätter zu melden, daß die Annahme er Einladung zur Sicherheitspaktkonferenz, ■ie am 5. Oktober beginnen soll, im Prin- I. beschlossen worden sei. Der Konserenz-
t soll mit den Westmächten vereinbart irden. Als Hauptdelegierte seien der «ichskanzler Dr. Luther und der »ichsaußenminister Dr. Strese- ann bestimmt. Der heute vormittag um "llhr unter dem Vorsitz des Reichspräsr- jiten zusammentretende Kabinettsrat wird tfe Beschlüsse zu begutachten haben. Die ichtlinien für die deutsche Delegation fieren, wie die Blätter erklären, auf der utschen Note vom 20. Juli und auf den Klärungen, die die Reichsregierung zur rktpolitik im Reichstag abgegeben hat. Ziel r Konferenz soll sein, mit den Unterhand- cn der Westmächte zu einer Vereinba- mg zu gelangen, die nach Genehmigung t Regierung und der Parlamente auf quer zweiten Konferenz unterzeichnet wer- i«n sollen.
fU Stellung der Deutschnationalen »Rach der gestrigen parteivfftzi- Wen Erklärung der Deutsch- ktionalen kann allgemein eine Klärung der innenpolitischen Situation festgestellt werden. Die Deteioffiziöse Erklärung gab zwar nicht in Inhalt der Entscheidung der Parte- Ürter. Aber die Tatsache, datz heute vor- etitag nur eine kurze Fraktionssttzung siattfand und eine zweite erst für ftcuis chend 8 llhr anberaumt wurde, lätzt schon «in äußerlich erkennen, datz die Deutsch- Mtionalen einmütig hinter ihrem Vertrauensmann im Kabinett, dem strichsinnenminister Schiele stehen. Die- str hat aber schon seinerzeit an den vor- püeitenden Roten an Frankreich ttilgewirkt. Ferner gründet sich die Stellungnahme d-r Deutschnationalen auch stuf die Rote vom 20. Juli, in der die reichsregierunq die Boraussetzun- en und Vorbedingungen für tzen Abschlutz eines Westpaktes eingehend ßrhändelt hatte. Die Voraussetzungen sind togemein bekannt und es ergibt sich ohne weiteres daraiks, datz der Abschlutz eines Westpaktes jedes Znterefie verlieren mutz, nenn durch ihn nicht wesentliche Aende- «ngen in der B e s a tz u n g s- und E n t - »affnungssrage, aber auch eine rtliche Gleich berechtigung Deutsch- ands und ein Widerruf der Kriegschuldlüge gewahrt werden. Genau Momme» gehen die-innenpolitischen Mei- uinasverschiedenheiten nur dahin, datz »an sich auf der einen Seite vielleicht mit »direkten Zugeständnissen tz»d hinsichtlich der Räumung mit einer st-bstverständlichsn Erwartung begnügt, »ährend die andere Seite eine ausdrückliche Erklärung fordert und vorherige zuverlässige Garantien, datz tat- Schlich zunächst einmal wenigstens die Kölner Zone geräumt wird. Das sind scher Unterschiede der Taktik, die stach deutschnationaler Ansicht schon deshalb nicht so schwer in Gewicht fallen, weil die kommende Ministerkonferenz naturge- »ätz keinen endgültigen Eha- x a k t e r tragen kann. Jedenfalls kann die Annahme der Einladung schon jetzt als gesichert gelten.
ff. Berlin, 24. Sevt. Zu de» Beratungen der deutschnationalen Reichstagsfraktion, die gestern abend 6 Uhr wieder ausgenommen »urden, teilt der „Lak.Anmit, datz auch die deutschnationale Fraktion durchaus auf dem Standpunkt steht, datz die deutsche Rote Zom 20. Juli für Deutschlands Paktvoliiik beleben bleiben müsse.
Um die Kriegsschuldfrage
Tatsächlich.drehen sich ja die noch schwelenden Verhandlungen mit den Führern »er Reichstagsparteien weniger um die frage, ob die Einladung angenommen »erben soll, alsumgewisseVoraus- etzungen, ohne die ein erheblicher sinter der Regierung stehender Teil der lsiehrheitsparteien einen erfolgtet« feen Verlauf der Paktkonferenz- sticht erwarten zu können glaubt. Es
SchWungM auf btt Mer
Sechs Mann ertrunken
fk. B r e m e », 24. Sept. Gestern Abend geriet der der Hamburg-Amerika-Linie gehörende Dampfer „Vogtland" (7000 Tonnen) auf Grund. Beim Auflaufen wurde der den Dampfer „Vogtland" schleppende Schleppet „Wega", der dem Norddeutschen Lloyd gehört, zum Kentern gebracht und sank. Dabei sind sechs Mann ertrunken. Die ,,v o g t l a n d" wurde später wieder flott und setzte ihren Weg nach Bremen fort.
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Wtweniion in aitanicn?
Belgrad, 23. Sevt. „Praeda" verössent- licht Meldungen aus Albanien, wonach di« Unruhen dort ernsten Umfang annehmen. Das Blatt will erfahren, datz Skutari von b: Kneten Banden eingenommen worden ist. Griechenland und Jugoslawien beschäftigen sich mit der Idee einer Intervention in Albanien. Eine diplomatische Aussprache hierüber ist im Gans.
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