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Rarburger ragesanzeiger
NenStag, 2L ßeptbr.1925
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Berlin, 21. Sept (TU.) Da möglicker- roeiie die Kabtirettsderatüngen noch nicht am Mittwoch abgeschlossen sein werden, ist die Mittwoch - Sitzung Les Auswärtigen Ausschusses auf Ersuchen der Regierung verlegt worden. Die nächste Sitzung wird voraussichtlich einige Tage später stattfinden.
lieber die Kabinettssitzung, die beute nachmittag stattfand, wird folgender Bericht ausgegeben:
Das Reichskabinett trat beute nachmittag $u einer mehrstündigen Sitzung zusammen, an der alle Reichsminister mit Ausnahme des dienstlich abwesenden Reichswehrministers teilnahmen. Ministerialdirektor Dr. Eans erstattete ausführlichen Bericht über die Londoner Besprechungen, woran sich nach einem Referat des Reichsauhenminikters eine Aussprache über die weiteren, mit dem Sicherheitspakt im Zusammenhang stehenden Fragen schlotz. Die Beratungen des Kabinetts werden morgen fortgesetzt werde». Die endgültige Entscheidung wird in einem unter Vorsitz des Herrn Reichspräsidenten abzuhaltenden Kabinettsrate getroffen werden.
Wie die „V. 3.* mitteilt, sollen im Anschluß an die Beratungen des Reichskabinetts ander dem auswärtigen Ausschuh des Reichstages die Ministerpräsidenten der Länder zu der Frage Stellung nehmen. Etwa am Donnerstag dürfte nach dem genannten Blatt dir offizielle Mitteilung über die Annahme der Einladung zur Paktkonferenz an die Weltmächte abgehen können . Da möglicherweise die Kabinettsberatungen noch nicht abgeschlossen sein werden, ist die Mittwochfitzung des Auswärtigen Ausschusses auf Ersuchen der Regierung verlegt wordeu. Die neue Sitzung wird voraussichtlich einige Tage später stattfinden.
veröffentlicht an der Spitze ihrer heutigen Ausgabe eine amtliche Erklärung der Deutschen Volkspartei, in der es unter anderem heißt:
„Nach Beendiguttg der Londoner Iu- risten-Konferenz und dem Abschluß des Notenwechsels trat das Sicherheitsproblem aus den Vorerörterungen in das Stadium der Verhandlungen
Rr.W eo.Mro. Marburg a. Lahn
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1 Goldmark — V-,-Dollar.
Deutsche Bolkspartei zum Sicherheitspakt
Nationalliberale Korrespondenz
ein. Aus diesem Anlaß wird die osfeiU- liche Meinung in Deutschland durch Falschmeldungen, Sensationsartikel und leider auch durch voreilige Parteientschließungen bedauerlicherweise irregeführt und aufgeregt. Die Deutsche Volkspartei kann ihrerseits diesem Treiben im Bewußtsein der von ihr einmütig angenommenen Haltung gelassen gegenüberstehen. Sie hat ihre Richtlinien zu der Sicherheitsfrage am 2. Juli in folgendem Hauptgrundgedanken festgelegt:
„Sicherung der deutschen Westgrenzen gegen französische Angriffe und Sanktionen ohne Preisgabe deutschen Volkstums, Aenderung und möglichste Abkürzung der Rheinlandbesetzung, Räumung zer 1. Zone vor Abschluß irgendwelcher Vereinbarungen, Bereitschaft auf die östlichen Schiedsverträge aber unter Zurückweisung einer französischen Garantie und ohne Verschleierung einer friedlichen Abänderung der unhaltbaren östlichen Grenzen, endlich Eintritt in den Völkerbund bei Wahrung der Forderungen des deutschen Memorandums vom September 1924, insbesondere unter entschiedener Ablehnung jeder aus dem Eintritt etwa herzul-itendsn Anerkennung d:r von uns stets bekämpften Kriegsfchul^lüge. Diese Grundgedanken sind auch Ausgangspunkt und Ziele der Rcichsregierung, wie sie in der deutschen Antwortnote vom 20. Juli und in Erklärungen des Reichskanzlers und Außenministers dem Reichstagsplenum am 22. und 23. Juli zum Ausdruck gekommen find. Die Deutsche Volkspartei hat das feste Vertrauen zu den leitenden Männern, daß sie unbeirrt an dieser Politik fe st halten und zu deren Durchführung die Einladung der West- mächte annehmen. Richt nur doktrinäre Entschließungen und starre Festlegungen, sondern durch das vertrauensvolle Zusammenwirken und das gemeinsame patriotische Handeln aller verfassungsmäßigen Organe, die allein die Uebersicht über das ganze verwickelt: Problem besitzen, kann die deutsche Politik im gegenwärtigen ernsten Augenblick gefördert werden.
Kabinettseat m Berlin
Sie Mittwoch Münz teö Weärtigen MN vcpchsben
Morsvlg der inneren frnnMchen Anleihe
Paris, 21. Sept. Wie die „Surnanite“, der man die Verantwortung für die Meldung überlassen muh, zu wissen glaubt, ist die neue innere französische Goldanleihe ein vollkommener Mißerfolg Das Publikum lebne es ab, sie zu zeichnen. Man habe in den optimistischsten Kreisen angenommen, die Anleihe werde der Konsolidierung von 30—40 Milliarden Franken, iti anderen Kreisen die Konsolidierung von 25^-30 Milliarden Franken der schwebenden Schuld erlauben. Wenn aber die Anleihe bis jetzt 7—8 Millionen ergeben habe, so sei das viel. Es scheine sogar, daß man sogleich ein Nachlassen der Zeichnungen der Bonds der Nationalen-Verteidigung fest- gestellt habe. Die Konsolidierung der schwebenden Schuld — der grohe Gedanke Caillaur' — stelle sich als ein vollkommener Miherfolg heraus. Die 60 Milliarden schwebender Schuld beständen noch immer, und am 25. September müsse man einige Milliarden der Anleihe von 1922 zurückzahlen, ganz abgesehen von den im Dezember fällig werdenden neuen Rückzahlungen. Währeod des September habe man eine Milliarde neue Banknoten ausgegeben, die der Marokkokrieg verschlungen habe. Für die im September fällig werdenden Verpflichtungen werde man die Notenpr'esse mit.Hochdruck arbeiten lassen müssen.
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Paris, 21. Sept. (211.) „Newyork Herold" verbreitet ein Gerücht, nach dem Abdel Krim bei den Kämpfen um das Bibanemafsio verwundet worden ist. Die Meldung ist auf eine spanische Zeitungsinformation zurückzuführen, wonach Md ei Krim durch einen Splitter, der sein rechtes Bein durchschlagen habe, ernsthaft verletzt worden sei. Eine anderweitige Bestätigung für diese Meldung liegt nicht vor.
Scheschauen geräumt.
Gestern entfalteten die französischen Flieger eine rege Tätigkeit und warfen längs des Lukkosflusses Bomben ab. Infolge des Bombardements Jft die Stadt Sche - schauen geräumt worden, und der Bruder Abd el Stints hat sein Hauptquartier nach Tazrut verlegt.
Paris, 21. Sept. (WTB.) Rach einer vom nlemps“ wiedergegebenen Meldung aus Tanger lauten die aus Morronueve dort eingetrof- fenen Nachrichten nicht günstig. Die Truppen der Generale Perez und Darre werden von dem feindlichen Feuer in Schach gehalten. Der Gegner hält immer noch Dfchebel Malnussi und habe sich in den letzten Tagen verstärkt. Es fei nötig, daß die spanischen Truppen sich so schnell wie möglich von diesem Feuer befreien, um bedeutende Verluste zu ver-
Ein neuer Bürgerkrieg in China
London, 21. Sept. Reuter meldet aus Tokio, das javanische Auswärtige Amt habe vertrauliche Nachrichten aus China erhalten, nach denen Krieg zwischen Tschangtsolin und Fengyahfiang bevorsteht. Das japanische Kabinett fakte einstimmig den Beschluk, im Falle des Ausbruchs von Feindseligkeiten tn China neutral zu bleiben. Es versteht sich von selbst, dak in einem solchen Falle die Zollkonferenz nicht stattfinden würde.
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Schwerer MgMSfall bei dm estbnischen Manöver»
Reval, 21. Sept. Im Verlauf der gegenwärtig stattfindenden esthnischen Manöver kam es zu einem schweren llnglücksfall. Auf der Strecke Walk—Reval stieken heute gegen 2 Uhr früh zwei Panzerzüge zusammen. Nach den bisherigen Meldungen find 5 Tote nnd 8 Verwundete zu beklagen. Der Materialschaden ist bedeutend. Der Verkehr auf der Strecke konnte inzwischen wieder ausgenommen werden.
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iDbctlicffW Zeitung
Meigerjürtdosjmher tmchessMe)Gberhesser^>Amüichss VerKünöigmMbWjWd KseisMachmy
meiden, als auch die Landung von Lebensmitteln und Munition in Gebadilla zu ermöglichen und auch, um chre Moral aufrecht zu erhalten. Die Truppen werden nachts vom Feinde in Atem gehalten und müssen am Tage anstrengende Streifzüge machen, um Wasser herbeizuholen. Dem französisch-spanischen Geschwader ist es nicht gelungen, die Geschütze Abd el Aruns zum Schweigen zu bringen.
Bon der sranzösifchen Marokkofront.
ft. Paris, 22. Sept. HavaS meldet aus Fez: Im Abschnitt von Tounat belästigen die Rifleute die französischen Vorposten mit Hilfe guter Schützen, die in den Felsen Unterschlupf finden. Um diese schützen zu bekämpfen, machte eine Gruppe eine Umzingelungsbewegung, bei der di« Rifleute 15 Tote und eine Anzahl Verwn- dete zurücklietzen.
Der Wink an die amerikanischen Flieger in Marokko.
Paris, 21. Sept. Wie die in Paris erscheinenden amerikanischen Blätter aus Washington melden, erfolgte die Aufforderung an die amerikanischen Flieger in Marokko, sofort aus der Armee des Sultans auszutreten auf Grund eines Gesetzes, das jeden amerikanischen Bürger, der an den Feindseligkeiten gegen eine Macht teilnimmt, mit der die Vereinigten Staaten uichr im Kriege leben, mit einer Geldbuße oder einer Gefängnisstrafe bestraft. Die amerikanischen Flieger in Marokko dienen zwar nominell in der Armee des Sultans, unterstehen aber dem französischen Kommando. In offiziellen Washingtoner Kreisen hat besonders die Reklame unangenehm berührt, die von französischer Seite mit der Anwesenheit amerikanischer Flieger in Marokko getrieben wurde. Ein Beauf
tragter Abd el Krims soll außerdem in Washington gegen die Teilnahme von Amerikanern an den kriegerischen Handlungen protestiert und darauf hingewiesen haben, daß diese Flieger amerikanische Uniformen tragen. Das Vorgehen KellogS hat in Paris großes Aufsehen erregt.
16 französische Flugzeuge in Syrien abge- fchossen.
Der „Statin“ veröffentlicht ein langes Telegramm des Erzbischofs von Hauran über die augenblicklichen Borgänge in Syrien. Es heißt darin u. a., die Drufen hätten Siege davongetragen, deren Folgen sich in der getarnten Diözese schmerzlich fühlbar machen. Mehr als 800 Franzosen seien umgekommen. Augenblicklich werde eine französische Strafexpedition ausgerüstet. Es sei mindestens ein Aufgebot von 15 000 Mann notwendig, damit der Feind geschlagen werde. Das französische Ansehen habe seit der Niederlage vom 3. August sehr abgenommen. Die Drusen hätten 16 Flugzeuge zwischen den Djebels und dem Hanran abgeschossen. Die Lage sei sehr kritisch.
Violette über die Hintergründe der Ereignisse in Marokko und Syrien.
ft. Paris. 22. Sept. 2m Generalrat von Eure-et-Loir hat der Generalgouverneur von Algerien Violette über die marokkanischen Ereignisse erklärt, es sei nicht zweifelhaft, daß der Abd-el-Krim-Angriff ebenso wie die Ereignisse in Syrien eine Episode der ungeheuren Unternehmungen des russischen 2mperalismusses sein, die den Versuch machten. sich das moralische Protektorat über alle noch nichi entwickelten Völker zu sichern.
MerbmMagims in Madrid
fk. Genf, 22. Sept. Haoas meldet aus Genf, es scheine sich zu bestätigen, daß einer schon vor längerer Zeit ergangenen Einladung der spanischen Regierung folgend, der Bölker- bundsrat seine Dezembersitzung in Madrid abhalten wird.
Die Mossulfrage.
Konstantinopel, 21. S'pt. Zur Mossulkrise schreibt die Zeitung „Jum- houriet": Die Entscheidung des Völkerbundsrates läßt sich nur erklären als Ergebnis eines von England ausgeübten Druckes. Die einzige Erwiderung der Türkei konnte darin bestehen, daß sie sich ihre Handlungsfreiheit vorbehielt. Die Türkei weiß, daß die Nation ihre Interessen verteidigen mutz, wenn sie weiter bestehen will.
Reparationsleistungen der Reichsbahn.
Berlin, 21. Sept. Der Generalagent für Reparationszahlungen teilt folgendes mit: Die deursche Reichsbahngesellschaft hat heute als erste Rate auf den Teil des Beförderungssteuerertrages, der an die Annuität im zweiten Jahre des Sachverständigenplanes im Namen der Reichsregierung zu leisten ist, 28 010 676,15 Goldmark bezahlt. Die vom Beförderungssteuerertrag im zweiten Jahre fällige Gesamtsumme beträgt 250 Millionen Goldmark, deren Zahlung gemäß der von dem Generalagenten dev ReichSrcgierung und der Reichsbahngesellschaft abgeschlossenen Vereinbarung grundsätzlich in Fristen von je einem Monat erfolgen soll.
Wtifltt AM ter MMM verkmdiimgm mit Rußland
Wie das „B. T.“ aus Moskau meldet, find die Ausfichten für den Abschluß des russisch-deutschen Handelsvertrages sehr günstig geworden. Die beiden Delegationen haben sich über die Hauvtvnnkte geeinigt, lieber die Bedingungen des Patent-Abkommens und des Fischereivertrages bat man sich bereits geeinigt. Für die Anwendung be* viekumstrit. teilen Meistbegiinstigungsklausel hat man eine KomoromiKlöfung gefunden. Die Arbeiten für die Ausarbeitung des Vertragsentwurfs haben nun begonnen. Diese Arbeiten werden etwa 2 Wochen dauern, woraus das llrbereinkom- men der beiderseitigen Regierungen zur Be- glktachtung vorgelegt werden wird. Der deutsche Konsul und das Mitglied bet deutschen Delegation Schlesinger beben Moskau verlassen und find nach Eens abgereist, um sich an Nansens Arbeiten zur Unterstützung der russischen Flüchtlinge zu beteiligen.
Eine Konkurrenz für die Bagdadbahn.
London, 21. Sept. (TU.) Wie die „Sunday Times" berichtet, finden gegenwärtig zwistzen der persischen Regierung und einer grohen amerikanischen Banken- und Jndustriegruppe Unterhandlungen statt, die den Bau einer trans- persischen Eisenbahn von Teheran nach dem Persischen Golf bezwecken. Als Gegenleistung verlangten die Amerikaner Berg- Werkskonzessionen. Die projektierte Eisenbahn stellt nach der Meinung der „Sunday Times" ein Konkurrenzunternehmen für die Bagdadbahn dar.