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Sonnabtnd, Mn 19. ßevtbr. 1925

2>u ^Sberhesfisch« Stitung" et- fejetnt sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. auS- Eeßl. ZusiellangSgebÜhr. durch M«Post2.25 GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte oder elementarer Ereignisse ausfallend« Summern wird kein Ersah ge­leistet. Verlag b- Dr. §. Hiheroth, Deuch der Unih.-Buchdruckerei d. Zoh. Aug- Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. SS. u. Rr. 666. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. Sprechzeit $et Redaktion von 1011 und ',,11 Uhr.

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Der MnlwWM in Mmoll« ntimtnNg

Eik AiumMlig KiiidtübuiüS

Sie Melieirr in Essen und Duisburg

DerTemp s« Korrespondent meldet seinem Blatt, daß die Lage der spanischen Truppen noch immer sehr kritisch sei. Die hei Alhucemas gelandeten Truppen sind mm ihren rückwärtigen Verbindungen ab- geschnitten, da die Schisse wegen des stürmischen Wellenganges sich auf die hohe See zurückziehen muhten. Die Riftruppen nnteruehnien dauernd Nachtangriffe und haben sich bei Malmusfi in unmittelbarer Rähe des spanischen Lagers konzentriert, »oa wo aus sie mit Artillerie und In­fanterie dis spanischen Truppen beschichen. Die Verpflegung der Truppen ist äuherst gefährdet, besonders da man kein Wasser hat. Die Kolonne des Generals Perez konnte die bei Espalmadcro geplante Län­gung nicht vornehmen, sodah selbst die bei Alhucemas stehenden spanischen Truppen in der Front eingreifen müssen. Der ge­plante Flankenangriff ist damit unmöglich gemacht worden. "Außerdem haben die spanischen Eingeborenentruppen nicht den Anforderungen entsprochen. Die spanischen Kriegsschiffe haben sich zurückgezogen, nur die beiden PanzerkreuzerJaime 1 und Alfons XIII" beschiessen gelegentlich »och die Rifstellungen. Botz der französischen Front werden keine neuen Ereignisse ge­meldet. Plan rechnet jetzt allgemein damit, dah trotz der letzten Erfolge ein Winter- seldzug notwendig sein wird.

AMelofte Rmvkkokämvstr

ff Paris, 19. Sept. Ein Erlast Les Kriegsministers fetzt fest, dab in Zukunft das Los entscheiden soll, wer von den in Frank­reich stehenden Soldaten nach Marokko ge­sandt werden soll.

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KriliM Soge in Serien

fh. Paris, 19. Sept. Havas veröffentlicht «inen Brief des Erzbischofs von Hau ran über die Lage in Syrien, in dem es heißt: Bor 14 Tagen wurde in Hauran die Lage beun­ruhigend. Die Drusen haben einige Siege da­von getragen. Mehr als 5000 Christen wur­den ausgeplündert und verjagt und leben unter freiem Himmel. Ueber 800 Franzosen sind tot oder verwundet. 700 werden in der Festung Sweida belagert. Ich konnte mich nicht mehr dorthin begeben. Etwa 10 Dörfer Im Haurangebiet haben an dem Aufstand teil­genommen. Eine französische Expedition rüstet sich zuin Marsch gegen den Dschebel Drus. Um aber den Sieg zu sichern, werden 15 000 gut ausgerüstete Kämpfer benö­tigt, denn das französische Vertrauen hat seit der Niederlage am 3. August stark gelitten. Mehrere Freunde der Franzosen haben sich nach der Festung Sweida gerettet. Korrespon­denten französischer Blätter sind über Sesre nicht hinausgekommen. Auch ich konnte nicht weiter als Deraa kommen. Sweida wird von Flugzeugen verpflegt. Sechs von ihnen sind tm Haurangebiet abgestürzt oder abgeschossen worden. Die Lage ist sehr kritisch. Seit ich in diesem Lande bin, es sind" etwa 37 Jahre, habe ich solche trostlosen Zustände nicht ge­sehen. Es wird ein sehr energisches Vorgehen und eine sehr kluge Verwaltung notwendig fein, um die Sicherheit und das französische Vertrauen wieder herzustellen.

sk Pari», 19. Sevt. Eine imJournal" vcr.'frntlichte Meldung aus Beirut besagt, dast Sweida von neuem durch dir Drusen bcm- bardiert worden sei und dah drei Mann der Garnison dabei verletzt worden seien.

Lerhaftung von Deutschen in Palästina.

fk London, 19. Sevt.Times" meldet aus Jerusalem: Hiesige Blätter berichten, die britischen Behörden in Semkte an der Grenze »wischen Palästina und Syrien hätten sieben Deutsche verhaftet, die, wie man annimmt, das Gebiet der aufständischen Drusen zu er-, reichen versuchten. 1

Die vaterländische Kundgebung in Effen.

Essen, 18. Sept. sWTB.s Um 11 Uhr fand die vaterländische ^Kundgeb­ung im großen Saale des städnschen Saal­baues statt. Die zu diesem Gebäude führen­den Straßen waren von unzähligen Menschen dicht gefüllt. Der große Saal war mit Guir- landen aus Tannenzweigen, mit Lorbeerbäu­men und Palmen sowie mit vielen Wimpeln und Fahnen in den Farben des Reiches und der Stadt stimmungsvoll geschmückt. Kurz nach 11 Uhr trat der Reichspräsident, von den An­wesenden zunächst im tiefsten Stillschweigen erwartet, im großen Saale ein. Dann aber brach stürmisches Händeklatschen und Hoch­rufen aus. Rach einem Orgel-Präludium und der Wiedergabe der Beethovenschen Eamont- Ouvertüre ergriff Oberprüs.'dent Dr. Fuchs das Wort zu einer^kurzen Ansprache. Er hieß den Reichspräsidenten sowie die Vertreter der Reichs- und Staatsregierung herzlich willkom­men. Er schilderte darauf die Opfer und La­sten der Bevölkerung des nunmehr befreiten Gebietes: welche die Zugehörigkeit zum Reich aber nicht hätten stören können. Er hoffe zu­versichtlich, daß diese Zugehörigkeit auch in der Zukunft noch mehr erstarken werde. Der Redner wies darauf hin, daß die allgemeine wirtschaftliche Not eine große Belastungsprobe für das deutsche Volk sei. Dazu kämen noch die Lasten, die die besetzten Gebiete gehabt und heute noch zu tragen hätten. Im Namen der rheinischen Bevölkerung sprach der Oberpräsi­dent das Gelöbnis unwandelbarer Treue zu Reich und Staat aus und gab dem Wunsche Ausdruck, dah ber Reichspräsident bald auch in dem jetzt noch besetzten Gebiet den Tag der Befreiung durch sein Erscheinen mitfeietn werde.

Nach einer Ansprache des Ministers des In­nern, Seoering, ergriff Reichspräsi­dent v. Hindenburg das Wort zu folgen­den Ausführungen:

Meine Damen und Herren!

Für den Willkommengruß, den Sie, Herr Oberbürgermeister, mir und den Herren, der Reichs- und der Preußischen Staatsregierung darbrachten, und für den herzlichen Empfang durch die Bevölkerung der Stadt danke ich Ihnen herzlichst. Es ist mir eine freudige Ge­nugtuung, hier in Essen, in diesem Mittelpunkt deutscher Arbeit und deutschen Schassens, in der Stadt, deren Ehrenbürger ich bin, Rhein und Ruhr zu grüßen und mich mit Ihnen allen dessen zu erfreuen, daß dem Land zwischen Rhein und Ruhr die Freiheit wiedergekehrt ist. Bon Herzen gedenke ich in dieser Stunde in tiefer Dankbarkeit und mit größter Anerken­nung aller derer, die in den Jahren der Prü­fung ihr Deutschtum und ihre Liebe zur Hei­mat mit schweren Opfern an Leben und Frei­heit, mit Verlust von Haus, Hof und Gut be­zahlt und um des deutschen Namens willen harte Not gelitten haben. Mit stolzer Be­friedigung dürfen wir feftftellen, daß alle Schichten der Bevölkerung in gleichem Maße dem Vaterlande die Treue gehalten und in selbstloser Hingebung Opfer gebracht haben: der Mann der Arbeit wie der Arbeitgeber, der Beamte in Reich, Staat und Gemeinde wie die i^.freien Berufen Tätigen, die Männer der Presse wie die vom Flügelrad. Ihnen allen gebührt in gleichem Maße unser Dank. In diesem Saale haben vor mehr als 2'/2 Jahren, wie Sie, Herr Oberbürgermeister, erinnernd hervorhoben, die Bürger Essens kurz vor dem Einzug der französischen Truvpen sich zum Ge­löbnis der Treue zum Daterlande versammelt. Heute können wir Ihnen allen hier das Zeug­nis geben, daß Sie, daß das ganze Land an Rhein und Ruhr dieses Gelöbnis gewissenhaft gehalten haben.

Sie haben uns allen ein Beispiel dafür ge­geben, daß ein Volk, mag es auch sonst durch Verschiedenheit der politischen Anschauungen, durch Interessenwiderstreit und atzveichende Meinungen in sich getrennt fein, sich doch zu­sammenfinden kann und mutz, wenn es um seine Freiheit, wenn es um seine Ehre und um seine großen nationalen Güter geht. Und für

Polen

Gründung einesBaltischen Instituts" in Thorn.

D a n ? i g 18. Sept. Wie aus polnischen Pressemeldungen hervorgeht, ist in Thorn durch den polnischen Westmarkenverein ein sog. Baltisches Institut" ins Leben gerufen wor­den, das sich u. a. auch mit den Danziger Problemen beschäftigen soll. Wer die Ziele des polnischen Westmarkcnvereins kennt, weiß.

dieses Beispiel, das uns und Kommenden Ge­schlechtern eine große und bedeutsame Mah­nung ist und bleiben wird, wollen wir Ihnen besonders dankbar sein.

Wir haben in der harten Geschichte unseres Bolkes der Beispiele der Uneinigkeit, und der Schwäche, zu der diese führt, genug. Um so heller soll uns dieses Zeichen leuchten; die Zu­kunft wird uns nur dann gehören, wenn alle Deutschen, so wie unsere Brüder an Rhem und Ruhr es oetan, sich in den großen Fragen der Nation als eines Blutes Brüder und eines Volkes Söhne in Opfermut und Treue beken­nen. In diesem Geiste wollen wir uns auch heute dem Vaterlande geloben, in dem wir rufen: Deutschland, unser geliebtes Vaterland, es lobe hoch!

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Der Reichspräsident in Duisburg.

Duisburg, 18. Sept. Pünktlich um 3.50 Uhr lief der Sonderzug des Reichs­präsidenten, unter zahllosem Hochrufen auf dem Bahnhof ein. Die Fahrt des Reichs­präsidenten bis zu der in der Nähe des Bahnhofes gelegenen Wohnung Dr. Jarres gestaltete sich zu einer Triumpffahrt. Dec Reichspräsident konnte nur immer wieder für die zahllosen Huldigungen danken.

D u i s b ur g 18. Sept. Ten weiten Platz vor dem Duisburger Staatstbeater füllte um fünf Uhr eine große Menschenmenge. Alle Häuser sind mit Fahnen und Guirlanden ge- schnrtickt. In einem großen Viereck haben sich b:e- Vereine aufgestellt. Alle erwarten den Reichspräsidenten, der nach kurzem Im­biß beim Oberbürgermeister Dr. Jarres eine Rundfahrt zu den weit ausgedehnten Duis- burg-Ruhrorter Hafenanlagen, dem größten Binnenhafen Deutschlands, angetreten hat. Zu beiden Seiten des Wagens jubeln Tausende dem Reichspräsidenten zu. Nach seiner Rück­kehr von der.Besichtigung schreitet Hinden­burg langsam die Stufen zum Staatstheater empor und begrüßte entblößten Hauptes die Menge. Jubelnde Rufe schallen ihm entgegen. Darauf begibt si'ch der Reichspräsident tn das Theater. Kurz nach sechs Uhr verläßt der Reichspräsident das Theater. Ein aus mehreren lau'ond Kindern bestehender Sänger­chor trägt Lieder vor.

Sowohl im dichigefüöten Theater wie vor diesem sprach Reichspräsident v. Hin­denburg der Bevölkerung seinen h e r z- l i ch e n D v n k aus für die freundliche Aufnahme, die er in Duisburg gefunden habe. Der Reichspräsident schloß vor dem Theater seine Dankesrede mit den Worten:

Ich habe heute zum ersten Male nach dem großen Weltkrieg an unserem deut­schen Rhein gestanden. Daß ich das be­wegten Herzens getan habe, das wird jeder von Ihnen verstehen, ist doch der Rhein unser Schicksals ström. Er gehörte uns, wenn wir einig waren, wir verloren ihn, sobald wir uneinig waren. Darum sei der Rhein uns imnmr 'eine Mahnung zur Einigkeit. An dieser Einigkeit muß jeder Deutsche Mitarbeiten, und dies zu tun, wollen wir gemeinsam bekräftigen in dieser Stunde mit dem Ruf: Unser deutsches Vaterland, Hurra, Hurra, Hurra!"

Begeistert stimmte die dicht gedrängte Menschenmenge in den Ruf ein und. sang darauf das Deutschlandlied. Nachdem noch der Oberbürgermeister Dr. Jarres des Reichspästdenten mahnende Worte zur Einigkeit in einer kurzen Ansprache unter­strichen hatte, brachte er auf den scheiden­den Reichspräsidenten ein Hoch aus, in das die Bevölkerung jubelnd einstimmte.

Darauf setzte der Reichspräsident seine Fahrt nach DüsseDorf fort.

daß diese Gründung nur gegen Danzig gerich­tet sein kann. Von besonderer Bedeutung sst es daher, daß der Leitartikel derGazeta Gdanska", einer polnischen Zeitung in Tan- jig, vorschlägt, den Verein der Polen in Dan­zig in eine Filiale des baltischen Institut; zu verwandeln, d. h. mit anderen Worten, die Polen wollen auf Umwegm ihre Organi­sation in Danzig zu einem Ableger des pol­nischen Westmarkenvereins machen. , . -

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Bei der Ueberreichung der ^.inlabung, zur Sicherheitskonferenz mußte auffallen, dah so­fort nach dem Besuch de Margeries sich der englische Botschaftßrat Addison bet. Strese- mann melden ließ, um seinerseits eine Ent­ladung der englischen Regierung zu überrei­chen. Noch auffälliger ist, daß, rote ^Berliner Blätter meldeten, die Unterredung Strefe- manns mit dem Botschafter Frankreichs nur eine halbe Stunde dauerte, während sich ine Unterredung mit dem englischen Botschafter über eine Stunde hinzog. Das erscheint neben- ächlich, ist es aber wohl kaum. Angeblich soll ich die Unterredung-auf Ort und Zeit der Em- adung bezogen haben, von deutscher Seite sei Luzern und der 6. Oktober genannt worden. Diese Erörterung mag schwiertg gewesen fern; damit ist jedoch noch nicht erklärt, daß Eng­land im Unterschied von Italien und Belgien sich mit einer besonderen Einladung an Deutschland wandte. »

Es hätte ebenfalls auffallen sollen, daß die Reise de Monzies nach Berlin zeitlich mit der Ueberreichung der Einladung zusammenfiel. Man hätte dann diese Reise und die freund- schaftlichen Frühstücksgespräche weniger auf ihre kulturell-geistige als vielmehr auf ihre politische Bedeutung untersucht. Wir veroifent- lichten vor wenigen Tagen die Mitteilungen Kopenhagener Blatter, die davon sprachen, daß die Reise de Monzies nach Kopenhagen tn erster Linie den Zweck hatte, zu untersuchen, ob Kopenhagen der geeignete Ort sei für die Abhaltung einer Konferenz der Ostseestaaten. Der Besuch eines französischen 'Ministers in Berlin übrigens der erste seit über o0 Jahren mußte für jeden, der diese Stimmen beachtete, eine andere Bedeutung gewinnen.

Was bezweckt die Konferenz der Ostsee- Randstaaten? Man hat vor kurzem erfahren, daß Finnland sich durch Annäherung au Nor­wegen dem von Eugsäild geförderten nordi­schen Staatenbund zugewendet hat. Damit entzog es sich dem von Frankreich gewünschten Staatenbund, der die Ostsee- und baltischen Randstaaten umfassen und vermutlich unter dänische oder polnische, jedenfalls indirekt unter französische Führung gebracht werden soll. Die Konferenz der Ostsee-Randstaaten in Dänemark würde also gegen die von Eng­land betriebene Politik des Zusammenschlusses der nordischen Staaten gerichtet sein.

Wenn nun der Aufenthalt de Monzies in Kopenhagen ganz zweifellos politischen Cha­rakter hatte, so ist die Frage berechtigt, ob der Minister sich nicht auch in Berlin über andere als geistige Dinge unterhalten hat. Es wäre möglich, trotz de Monzie oo,r allem Klarheit darüber schaffen sollte, wie die deutsche Re­gierung in Wahrheit zur Anschlutzfrage stehe. Die auffallenbe Beunruhigung in Frankreich nach der Wiener Rede des Reichstagspräsiden­ten Lvbe, dessen Zurücksetzung in Paris wür­den einen solchen Auftrag erklärlich machen. Jedoch ist die ganze Rerse, die Betonung des Verständigungsroillens bei den Frühstücksreden zu demonstrativ, als daß man sich mit dieser Erklärung begnügen könnte. Irgendwie muß diese Reise in die außerordentliche aktive, ziel­bewußte Tätigkeit der französischen Diploma­tie einzureihen sein. . , ,

? Man kommt der Feststellung dieses.Zieles näher, wenn man die Annäherungsversuche Frankreichs an Rußland betrachtet. Tschitsche­rin, der sich gegen den Rapallovertrag aus­spricht, fährt nach Warschau und Berlin. Der polnische Minister Skrzynski, eben in Genf, dann unerwartet in Paris, besucht Briand und fährt schleunigst nach Warschau, um in aller Kürze die russisch-polnischen Grenzzwischen- sälle als Mißverständnisse aufzuklaren,, also die Grundlage für eine polnische Vermittler- tätigheit zwischen Frankreich und Rußland zu schaffen. Man kann ja auch beobachten, daß Rußland dem französischen Vorgehen in weite­stem Maße entgegenkommt. Für Rußland ist und bleibt das Ziel gleich: Zerstörung des west­europäischen Paktes, den es als eine anti- russifcke Waffe in der Hand Englands ansieht. Es setzt mit seiner Gegenaktion an dem schwächsten Punkt der geplanten Allianz, bei Polen, ein. So begegnen sich hier französische und russische Diplomatie, um, mit verschiede­nem Endziel, ein Stück Weges zusammenzu­gehen.

Also auch hier ist das Ziel Frankreichs, die durch die außereuropäischen Verwicklungen geschwächte Stellung England gegenüber durch den Ausbau seiner kontinentalen Vormacht zu stärken, deutlich zu erkennen. Wenn man be­denkt. daß in der Sicherheitsfrage Frankreichs Streben zielbewußt dahin ging, die klare Scheidung von Rheinlandpakt und östlichen Schiedsgerichtsverträgen zu verhindern, daß es vielmehr im Gegensatz zu England am gemeinsamer Behandlung dieser im Sinne des deutschen Vonchlages streng zu sondernden Fragen bestand, dann kann man nur fest­stellen. daß es für die Erreichung seines Zie­les alle Vorbereitungen getroffen hat. Es ist kaum noch daran zu zweifeln, dah die Frage