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M. Rr. 5015. Sprechzeit d-r Redaktion von 1011 und «1,11 Ubr.

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lange es allen internationalen spottet?

Tagung des Hilfsbundes für Lothringer.

Außenminister Dr. M a t a j a, der schon seit einem Monat im Anstande weile, um die Aufhebung der Kontrolle durchzusetzen, habe sich den Franzosen verkauft.

Der Mißgriff Dr. Matajas werde im eigenen Lager sehr übel genommen. Es sei wahrschein­lich, daß er als e r st e s O v f e r d e r E e n s e r Niederlage fallen werde.

Selen! BrrnMungskampj gegen Me btuttoen Schulen

Danzig, 14. Sept. Das polnische Kuratorium in Posen hat dem Direktor des deutschen Privat-Gymnafiums und 5 Lehrkräften, von denen drei evangelische Geistliche find >ie Unterrichtserlaubnis entzogen, desgleichen in dem Dregenichcn. Lyzeum dem Direktor und 4 Lehrerinnen Der deutsche Sejmabgeordnete, Domherr Klinke, erhob im Namen der Elternschaft Einspruch, der erfolglos blieb. Das Kura­torium weigert sich sogar die Gründe für seine Maßnahme anzugeben. Da noch einigen anderen Lehrkräften die Unter- richüserlaubnis bisher nicht erteilt wurde müssen die beiden Anstalten einstweilen schließen. Der Elternschaft hat sich gröbte Aufregung bemächtigt. Bon anderen Anstalten der Provinz werden ähnliche Maßnahmen berichtet. So sind Hunderte deutscher Kinder zur Zeit ohne

Nie RentenbankttMe

Berlin, 14. Sept. (SU.) Die Deutsche Rcntenbank Kreditanstalt (Landwirt­schaftliche Zentralbank) teilt mit:

Die Verhandlungen mit der National City Companie in New dort wegen einer amerikanischen Anleihe für landwirtchaft- liche Realkredite in Deutschland, sind am Sonnabend, den 12. September abend» ium Abschluß gekommen. Darnach über­nimmt die National City Compame von der deutschen Renteabank Kreditanstalt Schuldverschreibungen in Hohe ! von 25 Millionen Dollar, rück­zahlbar zu pari, zu einem l^rlichen | Zinssatz von 7 Proz., auf 25 Jahre

Unterricht. Die Garantie des Völkerbun­des für das deutche Schulwesen in Posen bildete den Hauptpunkt des Minderheiten- schutzvertrages. Was wird der Völkerbund tun, um derartige Uebergriffe, die dem Geist und Buchstaben des Minderhesten- rechtes widersprechen, abzustellen? Glaubt Polen wirklich, daß es als verhandlungs- fähig bei den bevorstehenden Wirtschafts­verhandlungen angesehen werden kann, so- .....Verträgen

Sonn DeiMImik bezahlen?

Um die Meisten beS InlveSlchkemmn!

Vielleicht nimmt der Reichsbankprasident einmal Gelegenheit, sich von den Reparations­agenten selbst über die Unhaltbarkeit seiner optimistischen Anschauungen unterrichten zu lassen. Es ist doch mehr als verwunderlich: Zahlreiche führende Männer des Auslandes, darunter selbst der Reparationsagent Gil­bert und sein Vertreter Sterret erklären, es sei zweifelhaft, ob Deutschland die Leistungen des dritten Reparationsjahres aufbringen könne, eine Revision werde unerläßlich sein, fiert Schacht dagegen sieht allein mit dem .^Fernbleiben politischer Störungen" die Ge­währ gegeben, daß Deutschland zahlen könne. Der Leser mag mit den oben wiedergegebenen Ausführungpn Dr.'Schachts einmal die folgen­den Ausführungen des Herrn Sterret ver­gleichen.

Der stellvertretende Reparationsagent über den Dawesplan.

London. 14. Sept. (TU.) Der Her­ausgeber der Londoner ..Financial Times" ist von einer Reife nach Deutschland zucückge- kehrt und berichtet jetzb u. a. von einer Unter­redung mit Minister I. E. Sterret über die Ausführbarkeit des Dawesplanes (Mister Ster­ret ist der Assistent und Vertreter des Repara-

Berlin, 12. Sept. DerHilfsbund für die Elsaß-Lothringer im Reich", der sich in mehr als 200 Ortsgruppen über das ganze Reich erstreckt, wird in den Tagen vom 18.20. September in Leipzig seinen diesjährigen Vertretertag abhalten. Den wichtigsten Gegenstand der Beratungen wird die Frage der Entschädigung für die bie« len Tausends von Vertriebenen und durch Liquidation ihres Eigentum? beraubten Elsaß-Lothringer - bilden, denen bisher für den Verlust von Habe und Existenz nur in ungenügendster Weise Unterstützung zu Teil wurde. Der Vertretertag wird sich aber auch mit wichtigen Kulturaufgaben, wie Förderung der von manchen Ortsgrup­pen gegründetenElsässischen Theater" und desWissenschaftlichen Instituts der Elsaß- Lothringer im Reich" in Frankfurt a. M. befassen, die für das gesamte Deutschtum -von Interesse und Bedeutung sind.

Schacht über de« Dawesplan.

London, 14.Sept. In einem Inter­view, da? Reichsbankpräsident Dr. S a> a ch t dem Chefredakteur derFinancial Times" gewährte, äußerte sich Dieser über die Frage, ob Deutschland imstande sein werde, von 1 9 2 8 ab jähr- lich zweieinhalb Milliarden zu zahlen, wie dies im Dawesplan vorge­sehen sei. Dr. Schacht erklärte dies a n stich für möglich, wenn die im Dawes­plan angegebenen Vorbedingungen gewährt würden, wozu vor allem die Ausschaltung von politischen Störungen gehöre. Inzwi­schen aber seien die Alliierten häufig nahe daran gewesen, ihren eigenen Plan zu sabo­tieren. Die Verlängerung der Ruhrbe­setzung und die Nichträumung der Kölner Zone seien zwei Fälle, in denen die Poli­tik in das deutsche Wirtschaftsleben einge- griffen habe. Dr. Schacht wies dann auf die.Unsicherheit im besetzten Ge­biete hin. Es sei bezeichnend, daß dort und besonders in der Pfalz der Prozentsatz der Arbeitslosigkeit in Deutschland am größ­ten sei. Die Voraussetzung für die Lösung des Transfer-Problems sei, daß .Deutsch­lands Handelsbilanz aktiv wurde. Für Deutschlands Aufstieg sei eine internationale Zusammenarbeit bei der Erzeugung und der Verteilung der Waren erforderlich; fer­ner müsse Deutschland Betriebskapi­tal erhalten.

tionsageuten Parker Gilbert in Bersin.) Die- I ser erwähnte sowohl diejenigen deutschen «tim- I men, welche unter Hinweis auf die große Pas- I sivität der deutschen Handelsbilanz jede spätere Reparationszahlung für unmöglich erklärten, als auch die optimistischeren Ansichten, wie sie etwa Sir Josiah Stamp in Brüssel geäußert hat. Sterret hielt die Frage noch für ganz ungeklärt und betonte nur, daß Deutschland bisher alle im Dawesplan vorgesehenen Zah­lungen pünktlich geleistet habe. Das erste Jahr der Zahlungserleichterung habe Deutsch­land zur Sanierung gut zu nutzen verstanden.

Im ersten Jahr habe Deutschland nur 200 Mil- lionen Mark der Zahlung von einer Milliarde selbst aufgebracht, 800 Millionen Mark zedoch durch Anleihen. In dem am 1. September be­gonnenen zweiten Jahre habe es 1220 Millio­nen zu zahlen, die es, soweit man im Augen­blick sehen könne, wahrscheinlich pünktlich lei­sten werde.

Dies käme daher, daß im zweiten Jahre der größte Teil der Zahlungen durch Sachsieferun- gen zu erfolgen habe. Im dritten Jahre wür­den diese jedoch mehr in den Hintergrund tre­ten und die größte Schwierigkeit des Planes, die der Ueberiragungen der Zahlungen in andere Währungen, werde sich bemerkbar machen. Die Hauptfrage sei:

Wünschen die Gläubiger überhaupt bezahlt zu werden?"

Das sei noch keineswegs erwiesen. Sterret , erinnerte an die

Zurückziehung des großen Auftrages auf Luftdruckbremsen infolge Widerspruchs der französischen Jntustrie. Dies sei ein typisches Beispiel von hunderten.

Wenn die Reparationsleistungen wirklich aus- aeführt werden, würden darunter viele Leute in den Gläubigerländern sehr zu leiden Habern Im zweiten Jahre werde Deutschland also noch genau so pünktlich zahlen, wie im ersten; dann aber ändern sich die Bedingungen und

es sei noch zu früh, um vorauszusagen, ob Deutschland im dritten Jahre zahlen könne oder nicht.

Die Aenderungen, die in der politischen Lage Deutschlands vor sich gehen (Sicherheitspakt, Eintritt in den Völkerbund, Verhandlung über die interalliierten Schulden, der neue deutsche Zolltarif, das neue Steuersystem), werden

eine neue Konferenz und entsprechende Aenderungen des Dawesplanes nötig machen. Allein die Tatsache, daß der Dawesplan keine Gesamtsumme der Zahlungen vorfehe, beweise, daß eine Rediskustion des Planes von vorn herein vorgesehen war. Man könne nicht ge­wollt haben, daß Deutschland in alle Ewig­keit 2,5 Milliarden Mark sährlich zahlen solle!!!

Metemtfommlung

des MWfllbunbeS

Kyffhäuser, 14. Sept. (TU.) Am Sams-> tag wurde im Kaisersaal des Burghofes auf dem Kyffhäuser der 24. Vertretertag des Deut­schen Reichskriegerbundes Kyffhäuser eröff­net, zu dem Vertreter aus ganz Deutschland er­schienen waren. Vom Reichsministermm des Innern ist als Vertreter Oberregte= rungsrat Scholl erschienen, während bte thüringische Staatsregierung durch Staats­minister Dr. Sattler und Kreis» direktor Reinbrecht vertreten ist. In feiner Begrüßungsansprache, die mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland schloß, erin­nerte der Vorsitzende Generaloberst v. He e r i n- gen daran, daß der Bund heute seine Ziele er­reicht hat, die er sich bei seiner Gründung am 11. September 1900 gesteckt hat. Besonders herzlich war die Begrüßung der Vertreter au» den nunmehr befreiten Gebieten. Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, daß der Bund mehr als 2 236 000 Mitglieder zahlt. Es roureb eine namhafte Summe für die Er­haltung der Kriegergräber jur Verfügung ge- stellt. Schuldirektor W i 11 r i s ch - Leipzig be» richtete über die Vorbereitungen zum erste« Deutschen Reichskriegertag am 17. und 19. OK- tober in Leipzig, anäßlich dessen eine große vaterländische Kundgebung am Fuße des Vol- kerschlacytdenkmals stattfinden soll.

Kyffbäuser, 14. Sept. Der zweite Tag der Vertreterversammlung des Reichskriege^ bunbes Kyffhäuser wurde am Sonntag durch den Vorsitzenden, Exzellenz v. Heeringen, eröffnet. Der Bericht über die Presse de» Bundes zeigte, daß das Organ des Kyffbäuser- bundes,Die Kriegerzeitung", bereits über 80 000 Abonnenten bat. Es wurden zum weiteren Ausbau der Zeitung neue Mittel zur Verfügung gestellt. Zur Pflege der Kriegs» trinnerungen beschloß der Verband, Ltcht- bilderoorttäge zu hakten. Er bat sich deshalb schön mit einem vaterländischen Lichtbilder» verlas in Stuttgart in Verbindung gesetzt. Zu i dem Punkt Reichsehrenmabl für bte Kriegsopfer erklärte der Referent, Oberstleut­nant Karwiefe, daß seit dem Winter des vergangenen Jahres in den deutschen Landen der Gedanke eines Reichsehrenmals für bte ge­fallenen Selben des Weltkrieges aufgetaucht sei. Bei der Reichsregierung liegen ietzt be­reits eine große Anzahl von Entwürfen vor. Er bedauert, daß die reichsten Ehrenmale den Stempel der Resignation trügen. Rach einem 1 alten Projekt des Knftbäuserbundes für eine Ruhmes- und Ebrenhalle der alten Armee I schlägt der Referent zu Ehren der gefallenen 1 Kameraden eine Ehrenballe vor, unterirdisch } in bet Felsen des Kyffhäuser gelegen und oberirdisch gekrönt durch eine Rubmeshalle.

I Der Vertreter des Reichsministeriums des I.Innern erwiderte, daß die Reich sregie- I r u n g bisher zu den vielen Entwürfen noch I nicht Stellung genommen habe, daß sie, aber denEedankenderErrichtung eines Ehrenmals unter Beteiligung aller Volks- kreise begrüße. Der Vertretertag beschloß darauf, bei der Reichsregierung einen -Bor«

I schlag einzureichen, der die Errichtung eines I Ehrenmals auf dem Kyffhäuser plant. Aus dem Bericht des Referenten für Kriegs­beschädigten- und Äriegsbtnter« bliebenenfürforge ging beroor, daß

I auch auf sozialem Gebiete bedeutende Arbeit I geleistet wurde. Die Vertreterversammlung I beschloß einen weiteren Ausbau der, Fürsorge­stellen innerhalb des Bundes. Dies könne I aber nur geschehen, wenn sämtliche Mitglieder I der Kriegervereine sich an die in Betracht kom­menden Stellen des Kyffhäuserbundes wenden I und nicht die Hilfe anderer, dem Bunde fern­stehender Organisationen in Anspruch nehmen. Am Schluß der Tagung mahnte Generaloberst I v. Heeringen nochmals zur Emigkert und schloß I mit einem Hoch auf den, Kyffbäuserbund.

At Einladung

fb. Berlin, 15. Sept. Wie mehrere Blät- I tet melden, hat der französische Botschafter in Berlin. Margerie, auf heute mittag 12 Uhr (einen Besuch bei Reichsaußenminister Dr. Stresemann angemeldet. um die von Briand I unterzeichnete Einladung zur Konferenz über den Sicherheitspakt zu überreichen, lieber den Inhalt der Einladung weiß dasBerliner Tageblatt zu melden, er fei fo gehalten, daß ein Wunsch Deutschlands, eine umfassende Kon­ferenz anzuregen, in der deutschen Antwort sei- I nen Ausdruck findet. I

Mussolini beteiligt sich an der Einladung.

Paris, 14. Sept. (XU.) Die italienische Regierung hat dem Außenminister Bri­and eine Antwort hinsichtlich der an Dr. Ftresemann zu richtenden Einladung zukommen lassen. Zn dieser Antwort er­klärt Ztalien, daß es an der Einladung an Deutchland zur Sicherheitskonferenz als eivladende Macht teilnimmt.

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Ae große Me des

Wen Avvonyi in Senf

Genf, 14. Sept. (TA.) Das Ereignis des Wontag vormittag war die große Rede des I greisen ungarischen Abgeordneten, Graf I Apponyi, der in vorsichtiger Form die Behandlung der Minderheitenfrage durch den Völkerbund geißelte. Einleitend geht er auf den finanziellen Wiederaufbau Ungarns ein. Man mühte nicht nur den un­bekannten Soldaten, sondern auch den un­bekannten Steuerzahlern ein Denkmal errich­ten. In den Minderheitsfragen hätte der Völkerbund bisher wenig geleistet. 1. Es hätte sich als unpraktisch erwiesen, dah man die Klagen der Minderheiten stets durch den sogenannten Dreier-Ausschuh verhandele. Die Klagen mühten direkt vor ein Forum kommen. 2. Die Vertreter der Minderheiten mühten das Recht haben ihre Klagen persönlich vor dem Rat vorzubringen. 3. mühte, falls ei­nige Parteien es verlangen, jede Minder­heitenfrage dem internationalen Gerichtshof int Haag zur Entscheidung vorgelegt werden. Zum Genfer Protokoll übergehend er- starte Gras Apponyi, er gehe mit Benesch einig, dah der Weg der Sonderverträge, die an Stelle des Genfer Protokolls gesetzt werden tei.en, sehr langwierig fei.

Die Frage der Abrüstung würde in eine immer ungewissere Zukunft hinausgeschoben.

Zwischen dem Bölkerbundspakt und dem Pro- tokoll bestünde ein grundsätzlicher Unterschied. Der Bölkerbundspakt bringe nur einen Auf­schub des Krieges. Das Protokoll dagegen wolle die Abschaffung des Krieges. Die 2 b r ir ft ung müsse allgemeiner R a- tur sein und nicht einseitig wie gegenwärtig. Zu der Resolution des Spanier Quenones de Lion brachte ®ra, Apponyi den Zusatz ein, demzufolge die Dorbereitungen für die Abrüstungskonfe­renz von dem DöUerbund durch seine zustän­digen Organe unverzüglich in Angriff ge­nommen werden soll. Es dürfe nicht zweierlei Recht geben ein Recht für einen Teil der Rationen und ein anderes Recht für die übrige Duldsamkeit. Das wäre keine Gerechtigkeit.Ich habe freimütig ge­sprochen", sprach Graf Apponyi,denn wir find hier nicht, um uns gegenseitig Kompli­mente zu machen, sondern, um die Berhält- nisie aufzuklären." Die Rede des Grafen, die mehrfach von Deifall unterbrochen war, wurde von der Versammlung mit ungewöhn­lichem Beifall ausgenommen. Graf Apponyi wurde unter Händeklatschen und herzlichem Händedruck an seinen Platz geleitet. Auf den tschechischen und polnischen Bänken blieb der Beifall aus.

Die Wiener Presse zur österreichischen Nieder­lage in Genf.

Wien, 14. Sept. Die heutigen Montags­blätter erftären, daß die von Genf geforderten Ersetze im österreichischen Parlament kaum an- senommen werden dürften. Bundeskanzler Siamet habe zwar keine Verpflichtungen in dieser Richtung übernommen. Man .rechnet eher mit Bestimmtheit damit, daß die Ableh­nung dieser Gesetze die Demission der Regie­rung nach sich ziehen möchten. Wie derMon­tag" wissen will, sei die Niederlage in Gens vor allem auf die mangelhafte und ungeschickte diplomatische Vorbereitung zurückzuführen.