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Der grohe Angriff gegen Abd el Krim.

TU. Paris, 11. Sept. Von allen Fronten in Marokko werden schwere An­griffe gemeldet. Auf einem 40 Kilometer breiten Frontabschnitt zwischen Tero- n a l und S k e r gingen die Franzosen nach stundenlanger Artillerievorbereitung zum Angriff über. Nach französischen Meldun- gcn konnten die ersten Stellungen mühelos gestürmt werden. Französische Flugzeug­geschwader griffen gestern vor allem dre wichtigsten Verkehrspunkte hinter der Ris- front an und zerstörten grohe Proviant- und Waffenlager. Zm Laufe des gestrigen Nachmittags setzte der Angriff auch auf anderen Frontteilen ein. Zm ganzen sind 85 französische Bataillone in vorderster Linie eingesetzt. 14 befinden sich in Re­serve. Nach Angaben der französischen Heeresleitung befinden sich gegenwärtig etwa 200000 Mann an der Marokko­front. Alle höheren Truppenstäbc sind dicht an die Front herangeschoben worden, um in möglichst enger Verbindung mit den Angriffstruppen zu sein. Zuverlässige Schätzungen geben die militärischen Streit­kräfte Äbd el Krim» mit 40 000 Sol­daten an.

Das französische Oberkommando glaubt, dah durch diesen grohen Angriff Abd el Krim gezwungen werde, seine Offensive gegen Tetuan einzustellen. Die Lage bei Tetuan wird von der spanischen Armee- lcitung für sehr ernst gehalten, besonders da Abd el Krinl auch gestern an dieser Stelle grohe Vorteile errungen hat und teilweise im Besitz der strategisch so wich­tigen Höhenzüge nördlich und östlich von Tetuan ist. Man glaubt, dah Abd el Krim auch weiter versuchen wird, Tetuan in seinen Besitz zu bekommen. Während des gestrigen Tages wurde die Stadt ununter­brochen von der Rifartillerie unter Feuer gehalten. Wie verlautet, ist der grohe französische Angriff' auf die dringenden Bitten und Vorstellungen der Spanier unternommen worden, die der französi­schen Armeeleitung mitgeteilt haben, dah sie die Stellungen bei Tetuan nicht halten könnten, wenn sie nicht sofort durch einen grohen französischen Angriff an den an­deren Fronten entlastet würden. Nach spanischen Meldungen hat sich Abd el Krim bereits in den Besitz der Höhe« um Tetuan gesetzt und beherrscht dadurch völlig die Lage auf diesem Frontabschnitt. Die Spanier haben alle verfügbaren Flugzeuge bei Tetuan zusammengezogen. Auch von der Front bei Melilla und Alhucemas sind grohe Truppenmengen nach Tetuan

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1 Goldmark — '/-.-Dollar.

Vertreter und des Schlichters, nicht aber mit 1 denen der Arbeitervertreter zustande gekom- I men ist. I

Annahme des Schiedsspruchs. ’T? I ^Eigener Bericht.)

ff. SerJU, 12. Sept. Laut „Vor­wärts- habe« die Reichsarbeiterorgani­sationen gestern den Schiedsspruch über die Neuregelung der Löhne bei den Reichs­arbeiter als völlig unbefriedigend erklärt, ihm jedoch in Berücksichtigung der augen­blicklichen schwierigen Verhältnisse der Reichsarbeitern ihre Zustimmung gegeben. Die Erklärung der Reichs­bahnarbeiterorganisationen wird erst | heute dem Reichsarbeitsminister zugehen. Wie dem Blatt zufolge bestimmt ver­lautet, werden die Eisenbahner den Schiedsspruch ablehnen. Sollte jedoch der Spruch auf Antrag der Reichsbahngesell- schaft für verbindlich erklärt werden, so werden sich aller Voraussicht nach auch die Eisenbahner für den Augenblick damit ab­finden müssen^ ""

Der Kampf um Tetuan

Ende de« Mmarsches bei Aidmemas

5. Tie im Verwaltungswege eingeführte ’ Rangierzulage behält Gültigkeit bis zum Ablauf des Rahmentarifs.

6. ließet: die Neuregelung der Wirt­schaftsgebiete haben die Parteien demnächst im Rahmen des Antrages der Gewerkschaf­ten in Verhandlungen zu treten. Die Er­klärungsfrist läuft bis zum 15. September mittags 12 Uhr.

Der Hauptvorstand des Einhertsverban- des trat heute vormittag zu einer Sitzung zusammen, in der zu dem gefällten Schieds­spruch Stellung genommen nzurde.

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Wie wir zu diesem Schiedsspruch aus ge­werkschaftlichen Kressen erfahren, ist der erste Eindruck, den der Schiedsspruch bei den Eisen­bahnern hervorgerusen hat, durchaus un­befriedigend. Die Hauptforderung der Gewerkschaften nakch einer allgemeinen Er­höhung der Grundlöhne ist ebenso wie von der Äeichsbahnverwaltung so auch jetzt von dem Schlichter a b g e l e h n t worden. Gerade an dieser Forderung halten aber die Gewerk­schaften fest, weil nach ihrer Ansicht dte Pretssenkungsaktion der Regierung erfolglos geblieben sei. Es bleibt im wesentlichen bet den örtlichen Lohnerhöhungen, hie die Reichs- bahnverw.allung von sich aus vor einigen xa« gen zugestanden hat. Es must besonders dar- auf hingewiesen werden, daß der Schieds­spruch nur mit den Stimmen der Arbeitgeber-

SeanMnd, Mlk.Zevlbk.lSA

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Redaktion von 10—11 und w »1,1—1 Ubr.

Das Kernstück des angestrebten Vertrags- wertzes in den Sicherheitspaktverhandlungen bildet der Westpakt, d.h.der Vertrag, der den gegenwärtigen Besitzstand am Rhein gegenüber einem unprooozierten Angriff_ garantieren soll. Seitdem jedoch die Sicherheitsverhandlunapn über das Stadium der Sondierungen hmaus gediehen, sind in Wirklichkeit dte östlichen Probleme, die den eigentlichen Sicherheitspakt, den Rheinpakt, durch Schiedsgerichtsvertrage erweitern sollen, je länger je wehr m den Mittelpunkt der Erörterungen geruckt. Alle strittigen Fragen, so das von Frankreich ge­forderte Durchmarschrecht durch die Rhein, landzone, die deutschen Bedenken gegen den Artikel 16 des Völkerbundsstatuts, dte Frage des Garanten eines deutsch-polnischen Schieds- gerichtsvertrages sind überhaupt entstanden und gestalten sich in ihrer Losung so schwierig, weil sie die Möglichkeit eines polnisch-russi­schen oder polnisch-deutschen Konfliktes vor»

Das Bestreben Frankreichs, im Osten Euro» pas Deutschland einen mindestens gleichwerli. gen Gegner aegenüberzustellen, Has die pol» nische Repubsik zu einem künstlich äu ge- . schwemmten Staatsgebilde gemacht, dessen Be» volkerung fast zur Hälfte aus andersstammi» gen Minderheiten besteht. In der gegenwartl» gen Gestalt Polens liegpn allem fünf euro» päische Brennpunkte: der polnische Korridor, die Danziger Frage, die oberschlesische Grenze, die Annexion Wilnas und die Grenze gegen­über Rußland. Die Gewaltpolitik, nut der hier Recht" geschaffen wurde, hat gerade das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung ausge­löst: Man wollte durch ein mächtiges Polen den Frieden, d.h. die Ueberlegenheit des Sie- gers sichern. Tatsächlich schuf man nur einen neuen Gefahrenkessel. .

! Kaum sind 7 Fahre seit der Unterzeichnung des Versalller Diktats verflossen so wird die Frage einer Revision der deutschen Ostgrenze selbst von einst gegnerischen Machten mit einem Ernst behandelt, wie man es sich nie vorgestellt hätte. Ueber die Revisionsbedurftig- keit der deutschen Ostgrenze gibt es in ganz Deutschland und unter den unbefangenen aus- ländischen Politikern nur eine Stimme. Das deutsche Februarmemorandum, hat daher von

I vornherein vorgesehen, daß in dem ganzen I Vertragswerk des Sicherheitspaktes für die I Möglichkeit einer Aenderung der deutschen Ost- grenze im Rahmen friedlicher Vereinbarungen

I Raum bleiben müsse. _

Polen weiß' wohl, wie unhaltbar die Grenz- I ziehunxt gegenüber Deutschland ist- Das war | wohl mit der Grund, daß der polnische Außen- Minister Skrzpnski seine große amerikanische Propagandareise machte, daß Paderewski die englische Presse beschwor, Polen ihre Sr>m- I pathie zu bewahren. Wieder hat eine große I Zeitungskampagne gegen Deutschland emge- I setzt. Die kleine Entente hat sich bet der Ge- meinsamkeit der Interessen gleichfalls vor den polnischen Propagandawagen gespannt. Alle I Aktionen verraten deutlich, wohin Polen zielt.

Da Frankreich es im Interesse seiner eigenen Politik für seine Pflicht hält, sich für den pol- I Nischen Verbündeten einzusetzen, so stellte Briand die Forderung aus, daß Frankreich I in dem deutsch-polnischen Schiedsvertraaj die I Rolle eines Garanten übernimmt. Um den I polnischen Vasallen bei einem etwaigen deutsch- I polnischen Konflikt zu Hilfe eilen zu können I wurde andererseits das Durchmarschsrecht für I Frankreich gefordert. Jede französische Regie­rung hätte es dann in der Hand, einen pol­nisch-deutschen Konflikt zu inszenieren, den Garantiefall als ergeben zu betrachten und über Deutschland herzufallen. .

Soweit man sich aus den mannigfachen Presseandeutungen über die Verhandlungen der letzten Zeit, in London und Genf, ein Bild machen kann, scheint England in beiden Fra­gen die französischen Forderungen gedampft zu haben. Polens Haltung in der letzten Zeit, nicht zuletzt seine rücksichtslose Ausweisungs­politik, hat selbst bei seinen Verbündeten eine Zwiste Nervosität hervorgerufen. Wie es heißt hat dies Briand bei Chamberlain das Konzept verdorben. Trotzdem versucht die französische Diplomatie, in beiden prägen ihr qiel zu erreichen. Diesem Zweck dient der kürzlich in der englischen Presse aufgetauchte Vorschlag, den Völkerbund mit als Garanten der östlichen Schiedsvertärge zu bestimmen. Der Völkerbund könne dann an Frankreich sein Mandat zur Ausführung der Sanktionen übertragen. Man sieht, wie besorgt Frankreich um das Wohlergehen Polens ist, mit welcher Gerissenheit es eine irgendwie geartete Garan­tenrolle und ein irgendwie geartetes ^urch- marschsrecht zu erlangen , versucht. Wenn wirklich, wie englische Pressestimmen vermuten lassen, eine Teilung! der Verhandlungen in westliche und östliche Fragen vorgesehen sein sollte, bann hat Deutschland alle Ursache da- für zu sorgen, daß bei der Taufe der ostlicke.i Schiedsgerichtsverträge Frankreich nicht »o.s steht.

gezogen worden. Die Erfolge Abd, el I Krims bei Tetuan sollen hauptsächlich da­rauf zurückzuführen sein, dah die Spanier I von hier ihre besten Kampftruppen wegge- zogcn hätten, um sie bei Alhucemas zu ver­wenden. Die jungen spanischen Truppen, die jetzt bei Tetuan ständen, seien nicht an den Marokkokrieg gewöhnt und versag- I ten völlig. I

Nach einer amtlichen spanischen Er- I kliirung ist die 5000 Mann starke Kolonne des Generals Perez nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, zur Verstärkung der auf Ajdir bei Alhucemas Gelandeten, sondern letzt zur Verstärkung nach Tetuan geschickt wor- I den. Der Vormarsch der 15000 Mann I Parken Kolonne auf Ajdir ist be- I reite ei «gestellt worden, da der | Vormarsch wegen Mangels an Nachschub, I besonders wegen großer Verpflegungs­schwierigkeiten zunächst undurchführbar I erscheint. Auch mit Rücksicht auf die schwierige Lage bei Tetuan soll sich der an I bet Alhucemasfront kommandierende General Saro entschlossen haben, zunächst nickt weiter vorzurücken. Das ungünstige Wetter an der Küste von Alhucemas hat gestern angehalten, sodah keine Ver­pflegung und keine Munition gelandet werden konnte. Die Hauptaufgabe des An­griffs bei Alhucemas und des Vormarsches auf Ajdir ist keineswegs erfüllt worden. | Denn Abd el Krim hat bisher zum Schutze seiner Hauptstadt keine Truppen von der Front bei Tetuan weggezogen. Die Ope­ration hat damit für die bei Tetuan schwer bedrängten Spanier keine Erleichterung gebracht.

Ter Rückzug ins Innere.

ft Pari s, 12. Sept. Nach einer im „M a- tin" wiedergegebenen Meldung aus Madrid wird dort amtlich mitgeteilt, daß die Truppen im Frontadschnitt von Tetuan, die in Ruhe­stellung waren, wahrscheinlich heute ihren Vor­marsch gegen den Feind vor den spanischen Stellungen südlich von Beni Ozmar webet aufnehmeu werden. Die Lage im Abschnitt Alhucerna ist unverändert. Eine De­pesche aus Melilla gibt darüber Einzelheiten: Durch Aufklärungsflieger sei sestgestellt worden, daß die Beni Ouriazel Tenarna und die Beni Oulischek sich in großer Zahl ins Innere zu- rückizehen. Bei Bokoja habe man zahlreiche weiße Fahnen bemerkt. In der vergangenen Nacht hat sich der Feind im Vorgebirge von Marra Nueoo genähert, sei aber bemerkt und gleich zurückgetrieben worden. Aus Ceuta kommt die Meldung daß General Andrase ein­getroffen sei, um im Frontabschnitt von Te­tuan ein Kommando zu übernehmen. Eine spanische Truppenabteilung rückt südlich des Plateaus von Gugous vor.

zranWfche Serittone der ftuhchm «eblMvheit

«tb. Bergzabern, 11. Sept. Frän­kische Infanterie der elsässischen Karnison Weihenburg hat kürzlich im Be­zirk Bergzabern Felddienst- Übungen veranstaltet und dabei Flur­schaden verursacht. Da Truppenteile elsässi­scher Garnisonen nicht berechtigt sind, auf deutsches Gebiet Lberzutreten, handelt es sich bei dem Vorkommnis um eine flagrante Verletzung der deutschen Gebietshoheit.

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Der Kampf nm Smita

Paris, 11. Sept. Ter Berichterstatter der „Chicago Tribüne" in Esra berichtet seinem Blatte baß der Drusenvolksstamm aus 1 einer Landeshauptstadt abgezogen sei. Obwohl die Si-Lt nunmehr von der' Zivilbevölkerung ge­räumt sei .benutzten die Krieger der Drusen die aus Stein gebaute Hauvtstadt als Befestc- qunaswerk bei ihren Angriffen gegen die Zi­tadelle, in der sich noch die 700 Franzosen befinden, die seit 50 Tagen belagert werden.

Wen gib! nach

Grabski für Verständigung mit Deutsch­land.

TU. Warschau, 11. Sept. Minister­präsident Erabski gab gestern in der Bud- getkommissio« des Sejm eine Erklärung über die Wirtschaftslage ab, in der er die Wirtschaftskrise hauptsächlich auf den Zoll­krieg mit Deutschland zurückführte. Der Sturz des Zloty, so führte er aus. sei nicht

1 zuletzt auf die wirtschaftlichen Differenzen mit Deutschland zurückzuführen. Beide Parteien hätten unter dem Zollkrieg ge­litten, jedoch müsie zugegeben werden, dah Polen die größte« Verluste er­litten habe. Der Zollkrieg habe sehr schnell die ' polnische Wirtschaft unaiinstiq beeinfluht. während er in Deutschland nicht die Folgen wie in Polen bervorae- rufen habe. Zn Deutschland wirke er sich nur langsam und schmerzloser ans Ts müsie daher der Weg zu einer Verständi­gung mit Deutschland gefunden werden. Die nolnische Handelsvertretung, die sich cm Montag zu neuen Verbandlungen nach Berlin begebe, habe den Wunsch, möglichst schnell mit Deutschland zu einem Vergleich zu kommen. Zum Schluh betonte der Mi­nisterpräsident. dah neben dem Zoll auch die Zustände im Lande einen grohen Teil der Schuld an der gegenwärtigen Wirt­schaftskrise trügen.

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Ser SMMpnB für Ne Eisenbahner

Berlin, 11. Sept- In den neuen Schlichtungsverhandlungen zur Beilegung des Tarifkonflikts bei der Reichsbahn, die gestern unter dem Vorsitz des Hamburger Schlichters Dr. Stenzel im Reichsarbeits­ministerium stattfanden. wurde «ach lang­wierigen Beratungen, die sich bis in die späte Nachtstunde ausdehnten, folgender KchiedSspruch gefällt:

1. Unter Berücksichtigung der allgemei­nen wirtschaftlichen Verhältnisse und im Hinblick auf die von der Reichsregierung eingeleitete Vreisfenkungsaktion bleiben die

I bisherigen Grundlöhne mit den vom 1. September von der Reichsbahngesellschaft borgenommenen Aenderungen bis auf wei­teres bestehen.

2. Die von der deutschen Reichsbahnge- fellschaft einaeführten Ortslohnzulagen gel­ten als tarifliche Regelung. Besondere Här­ten , soweit einzelne Fälle in Frage kommen, sind noch durch Vereinbarungen zwischen den Tarifparteien auszugleichen.

3. Die Schichtlohnzulagen sind vom 1. September von 10 auf 20 Pfg. erhöht.

4 Auf Schrottmeister, Mechaniker und Handwerker, die mit der Zusammensetzung der Farben und ihrer Ausgabe betraut sind, sind die Bestimmungen in dem Para­graph 28, Ziffer 1 Abs. 3 dcZ Tarifver­trags anzuwenden.

ss. leftunQ